Wer konnte überzeugen? FC Bayern: Doha-Fazit - Die Gewinner und Verlierer des Trainingslagers

Wer konnte in Doha überzeugen und wer blieb eher blass? Die AZ nennt die Gewinner und Verlierer des Trainingslagers. Foto: Peter Kneffel/dpa

Nach knapp einer Woche in Katar – wer sind die Gewinner und Verlierer des Bayern-Trainingslagers? Eine AZ-Analyse.

 

Doha/München - Mit Regen, Blitz und Donner verabschiedete sich Doha am Freitag vom FC Bayern. Ungewöhnliche Bedingungen für die Wüstenregion – aber irgendwie passend zur Situation der Münchner. Schließlich lieferten sich Cheftrainer Hansi Flick und Sportdirektor Hasan Salihamidzic zum Abschluss des Trainingslagers einen kleinen öffentlichen Disput. Der Streitpunkt: mögliche Verstärkungen im Winter. Aktuell kann der FC Bayern kaum mehr elf Profis fürs Testspiel beim 1. FC Nürnberg an diesem Samstag (15.30 Uhr, Magenta Sport und im AZ-Liveticker) aufbieten – so schlimm ist die personelle Lage nur eine Woche vor dem Start der Rückserie.

Über den Wolken untermauerte Flick deshalb auch nochmal seine Forderung nach Verstärkungen: "Die Verletzungssituation ist nicht gerade berauschend. Wir müssen gucken, dafür ist eine Winterperiode vielleicht auch da, um die Dinge zu regulieren."

Am frühen Freitagabend landete dann der Bayern-Tross mit Sonderflug QR 7451 in Nürnberg. Nach knapp einer Woche in Doha zieht die AZ Bilanz: Das sind die Gewinner und Verlierer.

FC Bayern: Die Gewinner des Trainingslagers

Manuel Neuer: Trotz der Verpflichtung von Talent Alexander Nübel gibt es keinen Zweifel daran, dass der "weltbeste Torhüter" (Zitat Flick) Bayerns Nummer eins bleibt. Neuzugang Nübel müsse sich Neuer ab Sommer "unterordnen", erklärte Salihamidzic. Damit ist die Hierarchie klar.

Hansi Flick: Der Trainer wurde von seinen Stars in Doha in den höchsten Tönen gelobt. Die Führungsspieler um Neuer, Thomas Müller oder auch Joshua Kimmich schwärmten von Flicks menschlichem Umgang und seinen taktischen Ideen. Einiges erinnert an Jupp Heynckes. Wie viele Titel am Ende der Saison herausspringen werden?

Ivan Perisic: Weil Robert Lewandowski nach seiner Leisten-Operation in München blieb und erst in der kommenden Woche wieder mit der Mannschaft trainieren soll, schlüpfte der Kroate in die Rolle des Mittelstürmers – und wusste durchaus zu überzeugen. Perisic zeigte sich im Training treffsicher vor dem Tor. Aufgrund der Verletzungen von Serge Gnabry und Kingsley Coman hat er seinen Startelf-Platz zum Auftakt wohl ohnehin sicher.

Bright Arrey-Mbi: 16 Jahre alt und ohne jegliche Anpassungsschwierigkeiten beim FC Bayern: Arrey-Mbi, sonst in der U19 aktiv, hinterließ einen sehr guten Eindruck. Kimmich bezeichnete ihn aufgrund seiner körperlichen Statur als "Biest". Lob gab es auch von Salihamidzic und David Alaba, der von der Ruhe des Youngsters am Ball angetan war. Arrey-Mbi darf wiederkommen!

Alphonso Davies: Sein Trainer nennt ihn inzwischen schon "Lebensversicherung" – und man kann verstehen, warum. Davies tritt so selbstbewusst auf wie ein Routinier, dabei ist er gerade erst 19. Aber mittlerweile eben auch Stammspieler links in der Viererkette. Lucas Hernández braucht noch Zeit bis zum Comeback. So lange ist Davies gesetzt. Mindestens.

Das sind die Bayern-Verlierer aus Doha

Serge Gnabry: Der Angreifer konnte in Doha kein einziges Mannschaftstraining absolvieren: Bei einer Laufeinheit zu Beginn machten sich Probleme an der Achillessehne bemerkbar. Den Auftakt gegen Hertha verpasst Gnabry, womöglich fehlt er sogar länger. Salihamidzic erklärte, dass es Gnabry "langsam wieder besser" gehe. Trotzdem: ein verkorkster Start ins EM-Jahr.

Fiete Arp: Der Stürmer wollte nach verschiedenen Verletzungen in der Hinrunde wieder angreifen, sich endlich empfehlen für Einsätze in der Liga. Das gelang dem früheren HSV-Profi kaum. Arp agierte im Training zögerlich, vergab viele Chancen. Youngster Joshua Zirkzee liegt im Ranking vor ihm.

Michael Cuisance: Flick lobte den Franzosen mit dem großen Selbstvertrauen. Cuisance habe "ein tolles Spielverständnis. Wir versuchen, ihn aufzubauen", sagte der Coach. In manchen Szenen blitzte das Talent des Mittelfeldspielers auf, immer wieder tauchte er aber auch ab, ließ schnell den Kopf hängen. So wird's schwer.

Sven Ulreich: Bayerns loyale Nummer zwei bekommt im Sommer mit Nübel ein Torhüterjuwel vor die Nase gesetzt, das irgendwann Neuer als Stammkeeper ablösen soll. Für Ulreich dürfte das heißen: Wechsel nach dieser Saison, Nummer drei will er nicht sein. Er müsse sich jetzt "neu orientieren", sagte Ulreich.

Hasan Salihamidzic: Nach dem Einstieg von Vorstand Oliver Kahn will sich Brazzo behaupten, sein Profil weiter schärfen. Wohl auch deshalb rüffelte er Flick nach dessen Transferforderungen öffentlich. Aber war das wirklich nötig? Inhaltlich teilt Salihamidzic ja Flicks Meinung, dass Neuzugänge benötigt werden. Man hätte das Thema souveräner und vor allem intern regeln können.

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