Triple hält besser: Die Bayern im AZ-Kadercheck

Für den Triple-Champion FC Bayern stehen in dieser Saison bis zu 27 Englische Wochen an. Ist das Team von Trainer Hansi Flick für das Mammutprogramm gerüstet? Der Kader-Check der AZ.
| Patrick Strasser
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Sind die Bayern für die kommende Saison breit genug aufgestellt? Die AZ macht den Kadercheck.
Sind die Bayern für die kommende Saison breit genug aufgestellt? Die AZ macht den Kadercheck. © Tobias Hase/dpa

München - Leon Goretzka, nicht nur laut eigener Einschätzung auf dem Weg zum meinungsstarken Führungsspieler, hatte am Dienstag mit einer deutlichen Aussage zur aktuellen Kadergröße des FC Bayern aufhorchen lassen. "Wir haben einen Top-Kader zusammen, keine Frage. Ich glaube aber schon, dass man mindestens jede Position doppelt besetzt haben sollte."

Die am Freitag mit dem Bundesliga-Auftaktspiel zwischen dem FC Bayern und Schalke (20.30 Uhr, ZDF, DAZN und im AZ-Liveticker) beginnende Saison wird lediglich 246 Tage dauern. Bei Erfolg stehen für die Nationalspieler des Triple-Champions maximal 27 englische Wochen an (bei Terminen in 35 Wochen), bis zu 57 Pflichtspiele. Dieses in der Dichte nie dagewesene Programm sei "definitiv eine große Herausforderung", so Mittelfeldspieler Goretzka. Er sprach damit seinem Trainer Hansi Flick aus dem Herzen.

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Flick fordert weitere Neuzugänge

Der hatte kürzlich gefordert: "Gerade nachdem wir Qualität verloren haben, müssen wir nachlegen und das geht nur mit qualitativ guten Spielern."

Mit Ivan Perisic, Philippe Coutinho und Álvaro Odriozola haben drei Leihspieler den FC Bayern verlassen, Thiago (zum FC Liverpool) und auch Javi Martínez (zu Athletic Bilbao) könnten ebenfalls noch transferiert werden. Denn: Aufgrund der Belastungssteuerung müsse, so der Coach, der Kader in der Breite gut aufgestellt sein.

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Hoeneß über Bayern-Kader: "Es fehlt gar keiner"

Die Hoffnung auf Transfers in den nächsten drei Wochen ist nach den Aussagen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß geschwunden. "Es fehlt gar keiner", befand Hoeneß. Mit der Hintertür Wintertransferperiode. "Wenn wir Weihnachten merken, es reicht nicht, können wir immer noch Lücken schließen." Seine Denke: Bei einem zu großen Kader gäbe es nur Unruhe. Außerdem habe man die vereinseigene Talente-Quelle Nachwuchsleistungszentrum. Hoeneß: "Wenn man drei Titel geholt hat, darf man auch mal experimentieren."

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Die Frage bleibt, ob die Forderung von Goretzka nach einer Doppelbesetzung aller Positionen momentan gegeben ist – was der Ruf danach natürlich nicht voraussetzt. Die AZ macht den Check:

Torhüter: Überbesetzt zwischen den Pfosten

Unumstritten: Torhüter und Kapitän Manuel Neuer.
Unumstritten: Torhüter und Kapitän Manuel Neuer. © Stefan Matzke / sampics

Hier sind die Bayern sogar überbesetzt, Motto: Dreifach hält besser. Pardon, Triple hält besser. Mit Nationaltorhüter Manuel Neuer hat man einen Weltklasse-Keeper, mit Sven Ulreich und Alexander Nübel, dem ablösefreien Neuzugang aus Schalke, zwei weitere Torhüter, die in einer anderen Bundesliga-Mannschaft Stammkräfte wären.

Außenverteidiger: Wunschspieler Dest

Alphonso Davies spielte sich innerhalb kürzester Zeit in die Stammelf.
Alphonso Davies spielte sich innerhalb kürzester Zeit in die Stammelf. © dpa

Benjamin Pavard (rechts) und Alphonso Davies (links) bilden das Stammpersonal – aber dann? Fällt Pavard wie beim Final-Turnier der Champions League aus, rückt Joshua Kimmich aus der Mittelfeld-Zentrale nach hinten. Die Bayern streben weiter die Verpflichtung von Sergino Dest (19/Ajax Amsterdam) an, jedoch für nicht mehr als zehn Millionen Euro. Ajax fordert dagegen 15 bis 20 Millionen, auch der FC Barcelona ist interessiert am US-Amerikaner.

Wird Davies mal geschont, könnte Lucas Hernández links hinten spielen.

Innenverteidiger: Genügend Material für Flick

Bleibt der neue Abwehr-Boss? Die Vertragsgespräche zwischen Bayern und David Alaba stocken.
Bleibt der neue Abwehr-Boss? Die Vertragsgespräche zwischen Bayern und David Alaba stocken. © Peter Kneffel/Archiv

Hier sieht's besser aus. Den Stamm bilden Niklas Süle und David Alaba, Jérôme Boateng kämpft in seinem letzten Vertragsjahr um einen Stammplatz, Hernández könnte einspringen (allerdings nur auf der Linksfuß-Position). Neuzugang Tanguy Nianzou (18) fehlt bis November verletzt.

Defensives Mittelfeld: Hier wird's eng

Joshua Kimmich (l.) und Leon Goretzka harmonieren nicht nur in der Nationalmannschaft perfekt miteinander.
Joshua Kimmich (l.) und Leon Goretzka harmonieren nicht nur in der Nationalmannschaft perfekt miteinander. © Marius Becker/dpa/dpa

Kimmich und Goretzka bilden den Kern, danach wird's richtig dünn. Verlassen Thiago und Martínez Bayern noch, wären da nur Corentin Tolisso und Rückkehrer Adrian Fein. Zu wenig! Inter Mailands Marcelo Brozovic? Wurde mangels Klasse von der Einkaufsliste gestrichen.

Offensives Mittelfeld: Müller ist gesetzt

Hansi Flick machte Thomas Müller wieder unverzichtbar.
Hansi Flick machte Thomas Müller wieder unverzichtbar. © dpa

Thomas Müller ist gesetzt. Um ihn mal zu entlasten, soll Michael Cuisance hin und wieder auf der Zehnerposition eine Chance bekommen. Auch nicht üppig.

Außenstürmer: Flick will noch einen Flügelspieler

Leroy Sané steht vor seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Bayern.
Leroy Sané steht vor seinem ersten Pflichtspieleinsatz für die Bayern. © imago/Philippe Ruiz

Mit Neueinkauf Leroy Sané, Serge Gnabry und Kingsley Coman (zuletzt in häuslicher Quarantäne nach Kontakt zu einer mit dem Corona-Virus infizierten Person aus seinem Umfeld) hat man nur drei Flügelspieler, Flick hätte gerne vier. Selbst Talent Oliver Batista-Meier wurde nun an den SC Heerenveen ausgeliehen. Wird Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea doch nochmal ein Thema?

Mittelstürmer: Zirkzee reift hinter Lewy

Tormaschine und Lebensversicherung des FC Bayern: Robert Lewandowski.
Tormaschine und Lebensversicherung des FC Bayern: Robert Lewandowski. © Michael Regan/Getty Images via UEFA/dpa

Robert Lewandowski ist die Torjäger-Benchmark. Dahinter soll Talent Joshua Zirkzee reifen. Da Lewandowski fast nie verletzt fehlt, reicht das aus. Jann-Fiete Arp spielt bei den Profis keine Rolle.

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