Stammspieler und jetzt auch Anführer: Leon, der Bayern-Boss

Leon Goretzka hat bewiesen, wie wichtig er für die Bayern ist. Der Triple-Sieger kann eine Bilanz der Beständigkeit aufweisen. Jetzt will er Führungsspieler werden.
| Patrick Strasser
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Leon Goretzka überzeugte in der Triple-Saison.
Leon Goretzka überzeugte in der Triple-Saison. © Rauchensteiner /Pool /Peter

München - Lediglich eine Woche liegt zwischen dem ersten Mannschaftstraining und dem Auftakt in die neue Bundesliga-Saison am kommenden Freitag gegen den FC Schalke. Für Leon Goretzka kein Problem. Das sei zwar "speziell", sagte der Mittelfeldspieler am Dienstagmittag nach der etwas längeren Vormittagseinheit an der Säbener Straße. "Wir arbeiten sehr viel. Aber wir hatten auch nicht lange frei, da hat man nichts verloren." Nach 14 Tagen Urlaub läuft die x-te Vorbereitung anno 2020.

"Mitgezählt habe ich nicht, aber es sind mehr, als wir es gewohnt sind", meinte Goretzka und schmunzelte. Aber aller Aufwand lohnte sich für den 25-Jährigen: Mit ihm als Stammspieler gewann Bayern das Triple.

"Letzte Saison haben wir das Maximum geholt, das zeigt, dass wir in der Lage sind, Titel zu gewinnen", bilanzierte er und findet: "Das Double zu verteidigen macht Spaß, das Triple zu verteidigen noch mehr. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir satt sind. Im Gegenteil: Man merkt im Training, wie hungrig wir sind und dass alle wieder richtig Bock haben - das ist der Schlüssel für weitere Titel."

Wer stetig spielt, steigt in der teaminternen Hierarchie

Die intensive Zeit nach dem Bundesliga-Restart Mitte Mai bis zum Champions-League-Finale am 23. August gegen Paris St. Germain (1:0) war eine doppelte Demonstration der Stärke: Bayern gewann sämtliche 15 Pflichtspiele nach der Corona-Pause.

Goretzka stand dabei in allen 15 Partien in der Startelf, wurde nur sechs Mal ausgewechselt (frühestens in der 70. Minute). Kein anderer Triple-Sieger kann solch eine Bilanz der Beständigkeit aufweisen.

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Und wer stetig spielt, auch noch so beständig gut und dominant, steigt in der teaminternen Hierarchie. "Im letzten halben Jahr war ich stabil und konnte meinen Weg gehen", sagt der ehemalige Schalker nun. "Das tut gut, um in die Rolle hineinzuwachsen."

"Mein Ziel ist, Führungsspieler zu werden"

In die eines Führungsspielers? Im Leader-Haifischbecken FC Bayern? Ja, richtig. Goretzka, auch außerhalb des Fußballs mit klaren Worten vor allem beim Thema Rassismus, will weiter wachsen - und das nicht nur mit Blick auf seinen mittlerweile stattlich geformten Oberkörper oder den Bizeps.

Was ihm derzeit noch fehle zum Schritt auf der Tonangeber-Leiter? "Zeit." Er befinde sich "auf einem guten Weg. Mein Ziel ist, Führungsspieler zu werden. Die Leistung auf dem Platz muss stimmen, dann kannst du dich darum kümmern, dass das auch andere tun." Leon, der Boss.

Goretzkas Ansagen zu Kadergröße und Spielweise

In dieser neuen Rolle machte Goretzka zwei bemerkenswert deutliche Ansagen. Eine zum Thema Kadergröße: "Wir haben einen Top-Kader zusammen, keine Frage. Ich glaube aber schon, dass man mindestens jede Position doppelt besetzt haben sollte."

Was auf der Rechtsverteidiger-Position (Kimmich aus der Zentrale nach hinten zu ziehen wie beim Final-Turnier der Champions League in Lissabon ist nur eine Notlösung) und auf den Flügeln (mit Sané, Gnabry und Coman hat Bayern nur drei Außenstürmer) nicht der Fall ist. Das knallharte Programm mit bis zu 57 Pflichtspielen bis Saisonende sei "definitiv eine große Herausforderung. Wir werden den kompletten Kader benötigen", so Goretzka. 

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Die zweite Ansage kam zum Thema Spielweise: Diese müsste man angesichts des Spielkalenders überdenken. "Das hohe Pressing wie in den letzten Wochen durchzuziehen, wird schwierig, wenn man alle zwei bis drei Tage spielt. Da brauchen wir eine Schublade in unserem Repertoire mehr", betonte Goretzka. "Das wird im Training ein Thema sein", meinte er und fügte hinzu, damit es nicht nach einer Forderung klingt: "Das war schon ein Thema."

Trainer Hansi Flick wird es vernommen haben. Er mag ja mündige Spieler, die sich Gedanken machen.

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