Bayern-Trainer muss Ordnung schaffen: Flicks Baustellen vor dem Saisonstart

Die Personalie David Alaba sorgt beim FC Bayern kurz vor dem Saisonstart für Aufregung. Es ist nicht das einzige Problem für Trainer Hansi Flick.
| Thomas Niklaus/SID
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Hansi Flick sieht eine schwierige Saison auf den FC Bayern zukommen.
Hansi Flick sieht eine schwierige Saison auf den FC Bayern zukommen. © Michael Regan/Getty Images via UEFA/dpa

München - Die Schlammschlacht um die Vertragsverlängerung von David Alaba, die Hängepartie um Thiago, Unstimmigkeiten bei der Kaderplanung – und einige offene Fragen bei der Aufstellung: Die Triple-Euphorie ist bei Bayern München längst schon wieder dem ganz normalen Wahnsinn gewichen.

Erfolgstrainer Hansi Flick steckt kurz vor dem Saisonstart des deutschen Rekordmeisters am Freitag (20.30 Uhr, ZDF, DAZN und im AZ-Liveticker) gegen Schalke 04 in der Zwickmühle. Noch immer ist trotz wochenlanger Diskussionen nicht klar, mit wem er überhaupt planen kann. Bleiben Alaba, Thiago und der ebenfalls abwanderungswillige Javi Martínez? Wer kommt eventuell noch dazu? Die Situation sei "nicht ganz einfach", hatte Flick schon in der vergangenen Woche gemahnt.

Schlammschlacht um David Alaba

Vor allem die Unruhe um Alaba überschattet bei den Bayern die ohnehin schon sehr kurze Vorbereitung. Nachdem Ehrenpräsident Uli Hoeneß dessen Berater Pini Zahavi als "geldgierigen Piranha" bezeichnet hatte, schlug George Alaba zurück. Der Vater des Abwehrchefs unterstellte den Münchnern "schmutzige Lügen".

Und David Alaba? Der wünscht sich bei all der Aufregung "sehr, dass wir zeitnah eine Lösung finden, damit der Klub, die Verantwortlichen, meine Mitspieler, aber auch die Fans wissen, woran sie sind".

Hudson-Odoi wieder ein Thema beim FC Bayern?

Auf ein baldiges Ende des Theaters hofft auch Leon Goretzka, Auswirkungen befürchtet er jedoch nicht: "Jeder von uns ist in der Lage, das auszublenden. Dafür sind wir alle Profis genug und als Gemeinschaft zu stark", sagte er.

Dennoch will Flick möglichst schnell Planungssicherheit. Er hoffe, "dass bald Oktober ist", betonte er – am 5. Oktober schließt das Transferfenster. Bis dahin müsse der FC Bayern, der die Leihspieler Ivan Perisic, Philippe Coutinho und Álvaro Odriozola verloren hat, "nachlegen", sagte Flick. Angeblich haben die Bayern ihr Interesse an Flügelspieler Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea, der auf dem Markt sein soll, erneuert. Zudem steht ein Rechtsverteidiger auf der Wunschliste des Trainers.

Goretzka fordert: Jede Position doppelt besetzen

Hoeneß nannte die Mannschaft dagegen "gut aufgestellt" und erkennt keinen akuten Handlungsbedarf: "Wenn man Weihnachten merkt, das reicht nicht, dann kann man immer noch Lücken schließen. Ein zu guter Kader führt nur zu Unruhe." Goretzka sieht das anders: "Wir haben einen Topkader zusammen, keine Frage. Ich glaube aber schon, dass man mindestens jede Position doppelt besetzt haben sollte." Zumal auch Flick immer wieder vor den hohen Belastungen in den kommenden Monaten warnt.

Vor dem Schalke-Spiel steht der Coach vor einigen kniffligen Entscheidungen in Bezug auf die Aufstellung. So ist offen, ob Wunschspieler Leroy Sané gegen seinen Ex-Klub von Beginn an ran darf – oder ob Flick dem Final-Helden von Lissabon, Kingsley Coman, zunächst den Vorzug gibt.

Niklas Süle drängt in die Startelf

Durch die Rückkehr von Rechtsverteidiger Benjamin Pavard ist Joshua Kimmich wieder für die zentrale Mittelfeldposition frei. Dort heißen die Konkurrenten Leon Goretzka und eben immer noch Thiago, dessen Abgang lange Zeit Formsache schien. Doch offenbar pokern die interessierten Klubs Liverpool und Manchester United bis zuletzt um die Ablöse. Hoeneß wittert deshalb gar "Erpressung".

Zudem drängt in der Innenverteidigung Niklas Süle wieder in die Startelf. Dort waren Jérôme Boateng und Alaba gesetzt. Darüber hinaus erhoffen sich die Weltmeister Lucas Hernández und Corentin Tolisso in dieser Saison mehr Einsätze.

Die Bayern hatten am vergangenen Freitag erstmals wieder auf dem Platz trainiert. Viel Zeit bleibt also nicht, um wieder in Form zu kommen. Die Spieler hätten aber im kurzen Urlaub "nicht viel verloren", sagte Flick, für den die unglaubliche Erfolgsgeschichte der vergangenen Wochen längst "vorbei" ist: "Jetzt fokussieren wir uns auf neue Ziele."

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