Die triplereife Schnäppchen-Elf des FC Bayern

Bayern steht im Halbfinale der Champions League und sorgt für Furore. Dabei war die Startelf beim 8:2 über Barcelona – was die Ablösen betrifft – fast "billig". Barça gab für drei Spieler das Vierfache aus.
| Patrick Strasser
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Der FC Bayern gewinnt gegen den FC Barcelona und steht im Halbfinale der Champions League.
Peter Schatz / Pool/via/firospor Der FC Bayern gewinnt gegen den FC Barcelona und steht im Halbfinale der Champions League.

München - Wenn's ums liebe Geld geht, hört der Spaß auf. Aber im Falle des Scheiterns einer aufgepimpten Fußballmannschaft fängt der Spott erst so richtig an. Das 8:2 des FC Bayern im Champions-League-Finalturnier von Lissabon gegen den FC Barcelona wurde in alle Einzelteile zerlegt, allen voran die gescheiterten Spanier – mitsamt ihrer Einkaufsbilanzen. Für seine drei teuersten Offensiv-Importe aller Zeiten hatte Barça in den letzten Jahren rund 400 Millionen Euro ausgegeben.

FC Bayern: 100-Millionen-Euro-Schnäppchen-Elf

Als da wären: Antoine Griezmann, 2019 für 120 Millionen Euro von Atlético verpflichtet. Der einstige Schreck von Bayern-Torhüter Manuel Neuer kam erst zur Pause. Ousmane Dembélé, der sich 2017 von Dortmund nach Barcelona gestreikt hatte, kostete die Katalanen 105 Millionen Ablöse (ohne Boni). Der Stürmer spielte Freitag gar nicht und nach mehreren Eskapaden eh keine Rolle mehr. Der Dritte im Bunde, Philippe Coutinho, lief im Viertelfinale für Gegner Bayern als Eine-Saison-Leihspieler auf und steuerte bei seinem 15-Minuten-Einsatz zwei Treffer und eine Torvorlage bei. 2018 ging der Brasilianer als zweitteuerster Transfer aller Zeiten (Liverpool erhielt 145 Mio.) in die Geschichte ein. Ende August kehrt er zu Barcelona zurück – ohne zu wissen, ob der Klub für ihn Verwendung hat.

Schöne Fehlinvestition, diese 400 Millionen. Dagegen kommt Bayerns Startelf vom Viertelfinale, die Chefcoach Hansi Flick für das Duell mit Olympique Lyon nicht verändern wird, super-günstig daher. Am Mittwoch (21 Uhr) läuft, gemessen an den Ablösesummen, im Sporting-Stadion "José Alvalade" wieder die 100-Millionen-Euro-Schnäppchen-Elf auf. Kaum zu glauben? Is' aber so.

Vier Startelf-Spieler kosteten 0 Euro

Die Beweisführung: Keeper Neuer, obwohl bereits 2011 verpflichtet, war der teuerste Transfer der Startelf. 30 Millionen überwies Bayern an Schalke. Für Thiago vom FC Barcelona gab man 2013 Pep Guardiola zuliebe 25 Millionen aus, für Jérôme Boateng 13,5 Millionen (kam 2011 von ManCity) und für Sensations-Rookie Alphonso Davies zahlte man zur Winterpause 2018/19 zehn Millionen an die Vancouver Whitecaps. Das war's aber schon mit den zweistelligen Millionen-Ablösen.

Für vier weitere Spieler bezahlte man null Euro – nix, niente. Torjäger Robert Lewandowski kam 2014 ablösefrei von Dortmund, Leon Goretzka 2018 gratis von Schalke. Aus der eigenen Jugend schafften Thomas Müller und David Alaba den Sprung zur ersten Mannschaft. Eine relativ kleine Summe wurde für Joshua Kimmich (8,5 Mio. 2015 an den VfB Stuttgart), Serge Gnabry (acht Mio. 2017 an Bremen) und Ivan Perisic (für diese Saison von Inter Mailand für fünf Mio. ausgeliehen) fällig. Macht unterm Strich genau 100 Millionen. Bingo. Dafür hätte es nicht mal einen halben Neymar gegeben, der Brasilianer bzw. Käufer Paris Saint-Germain hält den Transfer-Weltrekord mit 222 Millionen.

Bayerns Ersatzbank: Teurer als die Startelf

Das Witzige an Bayerns "Billigheimer-Truppe": Die Herrschaften von der Ersatzbank beim 8:2 gegen Barça kommen ungleich teurer daher, schlappe 237,15 Millionen. Was in erster Linie an Rekordimport Lucas Hernández (80 Mio. 2019 an Atlético) sowie Corentin Tolisso (41,5 Mio. 2017 an Halbfinal-Gegner Lyon) und Javi Martínez (40 Mio. vor dem Triple-Jahr 2012/13 an Athletic Bilbao) liegt.

Weitere, teure Bankdrücker: Kingsley Coman (28 Mio. für Leihe/2015 und Kauf/2017 an Juventus Turin), Niklas Süle (20 Mio. 2017 an Hoffenheim) und eben Coutinho (Leihgebühr 8,5 Mio.). Michael Cuisance (12 Mio. 2019 an Gladbach), Álvaro Odriozola (nur für die Rückrunde für 3,5 Mio. von Real Madrid geliehen), Joshua Zirkzee (kam 2017 für 150.000 aus der Jugend von Feyenoord Rotterdam) und Ersatztorhüter Sven Ulreich (3,5 Mio. 2015 an Stuttgart) kamen nicht zum Einsatz. Aber, wer weiß – vielleicht schießt einer von der Bank die Bayern ins Millionen-schwere Champions-League-Finale.

Internationale Pressestimmen: "Dampfwalze" FC Bayern überrollt "miserables Barca"

Lesen Sie hier: Newsblog zum FC Bayern - Strenger Schiri pfeift Halbfinale

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