Bayern-Trainer Hansi Flick: Kräfte sammeln, Akku aufladen

Am Freitag gelang dem FC Bayern ein historischer Sieg gegen den FC Barcelona. Doch nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
| Patrick Strasser
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Hansi Flick beim Champions-League-Spiel gegen FC Barcelona.
imago images / Poolfoto Hansi Flick beim Champions-League-Spiel gegen FC Barcelona.

Lissabon - Erfolgsgarant Hansi Flick. Als Co-Trainer der deutschen Nationalelf war er bei der WM 2014 für das sagenhafte 7:1 im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien verantwortlich, nun für das nicht minder historische 8:2 des FC Bayern München im Viertelfinale der Champions League gegen den FC Barcelona. In einer magischen Nacht haben Doppelpacker Thomas Müller & Co. das Halbfinale des "Final 8"-Turniers in Lissabon erreicht. Und was sagt Flick, der Mastermind der Seriensieger? Nach 19 Pflichtspiel-Siegen in Folge? Nach 28 ungeschlagenen Partien?

"Am Samstag ist Regeneration und Spielersatztraining", erklärte Flick und - das zeichnet ihn aus - versprühte Pragmatismus sowie die notwendige Nüchternheit. Der 55-Jährige weiter: "Am Sonntag kann man auch noch nicht in die Vollen gehen. Letztlich ist wichtig, dass wir die Kräfte sammeln und der Akku wieder aufgeladen wird."

Nach FC- Bayern-Sieg: Kein Bankett, keine Partystimmung, keine Jubelrede

Auf der Fahrt ins Mannschaftsquartier "Penha Longa" in Sintra, rund 30 Kilometer von Portugals Hauptstadt entfernt, wird ihnen wohl leicht gedämmert haben, was ihnen da gelungen ist. Dort angekommen applaudierten die Hotelangestellten, die Verneigung der Palmen war nicht nur auf den frischen Wind vom Atlantik zurückzuführen. Mit dem Trainer- und Betreuerstab setzte man sich noch zusammen, doch wie bei allen Champions-League-Reisen sonst gab es ausgerechnet bei diesem Geschichtsbuch-Eintrag aufgrund der Corona-Pandemie kein Bankett. Keine Standing Ovations von Sponsoren und Vips. Keine Partystimmung, keine Jubelrede von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Man hat ja auch noch was vor.

Im Halbfinale am kommenden Mittwoch im Sporting-Stadion "José Alvalade" trifft man nun auf den Sieger aus dem letzten Viertelfinale zwischen Manchester City und Olympique Lyon. Gewänne City – das hätte was. Die Bayern dann im ultimativen Duell mit Pep, mit ihrem Ex-Trainer Pep Guardiola (2013-'16).

Thomas Müller über FC-Bayern-Team: "Da geht mir das Herz auf"

Der Schlüssel zum 8:2-Erfolg der Bayern gegen den spanischen Vizemeister FC Barcelona war neben Antreiber und dem zweifachen Torschützen Müller jedoch das Kollektiv. Sechs unterschiedliche Torschützen, acht verschiedene Vorlagengeber. Einer für alle. Alle für den einen, für den Henkelpott. "Wie wir zusammengespielt haben, da geht mir das Herz auf", meinte Müller, "wichtig ist, dass jeder bereit ist, sich auf dem Platz zu quälen." Die kraftraubende Pressing-Maschinerie ließ Barcelona im Spielaufbau keine Luft zum Atmen, für Leon Goretzka waren die Bayern "von der ersten Sekunde an total griffig in den Zweikämpfen".

Bayern-Trainer Flick: "Jeder Spieler zählt"

Und selbst die zweite Reihe fügte sich nach den Einwechslungen nahtlos ein. Ob Kingsley Coman, dem in der Startelf auf Linksaußen Ivan Perisic (traf zum 2:1) vorgezogen wurde oder Niklas Süle, der in der Innenverteidigung souverän Jérôme Boateng ersetzte. "Mich freut, dass auch die Spieler, die eingewechselt wurden, an die Leistung angeknüpft haben", sagte Flick, "es zeigt, wie eng die Mannschaft zusammensteht. Jeder Spieler zählt." Siehe auch Philippe Coutinho, eingewechselt für Serge Gnabry nach 75 Minuten. Der Brasilianer, lediglich für diese Saison vom FC Barcelona ausgeliehen, zeigte es den alten Kollegen. Ein Assist für Robert Lewandowskis 6:2 und zwei Tore in nur sieben Minuten zum 7:2 und 8:2. Diese Bayern beeindrucken durch ihre Kadertiefe, sind extrem stark aufgestellt.

Für Müller ein dickes Faustpfand im Kampf um den Titel und damit das Triple: "Am schönsten ist eigentlich, wenn man sieht, dass die Spieler, die reinkommen, den gleichen Impact, die gleiche Freude und die gleiche Arbeitseinstellung haben. Wichtig ist, dass jeder sich quält. Es ist nicht so, dass du sagst: 'Jetzt mach mal den Teamgeist an und dann spielst du so.' Sondern andersrum." Der zum "Man of the Match" Gewählte betonte bei Sky: "Die Auszeichnung hätten auch zwölf, fünfzehn andere verdient." Der Weltmeister von 2014 glaubt an das ganz große Ding: "Wir sind momentan in einer unglaublichen Verfassung. Wenn wir so arbeiten, ist es für jeden schwer, uns zu schlagen. Wir haben einfach enormen Spaß zusammen."

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