Kleine und große Meistermacher Wer beim FC Bayern welchen Anteil an der Schale hat

Die Bayern jubeln nach dem Sieg gegen Werder Bremen, der gleichbedeutend mit der achten Meisterschaft in Folge war. Foto: imago images/Poolfoto

Am Samstag bekommt der FC Bayern in Wolfsburg die achte Meisterschale in Folge überreicht. Vorab macht die AZ den Check, wer daran besonderen Anteil hat: Von Flick über Kovac bis zu Heynckes.

 

München - Der Rekordmeister und seine Rekord-Meisterschalensammler: Mit Thomas Müller und David Alaba haben in dieser Saison zwei Stars des FC Bayern zum bisherigen Primus Franck Ribéry (neun Meisterschaften) aufgeschlossen – was dem Franzosen nicht so gut gefiel. "Willkommen im Klub", twitterte der Filou mit einem Zwinkersmiley, "aber jetzt reicht es, Jungs. Niemand braucht zehn Bundesliga-Titel."

Müller und Alaba sehen das natürlich anders. Schon in der nächsten Saison wollen beide die 10 vollmachen – und ihre Bestmarke dann womöglich noch ausbauen. Müller hat seinen Vertrag bis 2023 verlängert, Alaba zögert noch. Der Österreicher ist unter Trainer Hansi Flick zum Abwehrchef befördert worden – eine der wichtigsten Maßnahmen in dieser Saison, die mit dem Spiel in Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) und der achten Meisterschaft in Serie enden wird.

Die AZ erklärt, wer welchen Anteil an der Schale hat: Bayerns kleine und große Meistermacher.

Hansi Flick: 30 Prozent

Vom Co-Trainer zum Retter der Saison – Flick ist zweifellos der Hauptverantwortliche für den Titel. Am 3. November, nach dem 1:5 der Bayern bei Eintracht Frankfurt, löste Flick Niko Kovac ab und führte die Mannschaft zurück an die Spitze. Von 30 Spielen unter Flick haben die Bayern 27 gewonnen, kein Coach der Münchner war je besser, nicht mal Triple-Held Jupp Heynckes, der Flick als "idealen Trainer" bezeichnete. Der Vertrag mit Flick wurde bis 2023 verlängert.

Nun sollen die Triumphe im DFB-Pokal und in der Champions League folgen.

Robert Lewandowski: 20 Prozent

Bayerns Tormaschine lief so heiß wie noch nie. 33 Tore nach 33 Ligaspielen, 48 Treffer insgesamt in 41 Partien. Gewinnt Bayern das Triple, ist Lewy ein heißer Kandidat als Weltfußballer des Jahres.

Die wiedererstarkten Weltmeister: 15 Prozent

Gemeinsam holten Flick, Müller, Manuel Neuer und Jérôme Boateng mit der deutschen Nationalelf 2014 in Brasilien den WM-Titel, nun sind sie maßgeblich am Bayern-Erfolg beteiligt. Flick hat das Trio nach schwächeren Phasen wieder zur Höchstform geführt.

Die Bosse: 10 Prozent

Von den Neuzugängen erwies sich Benjamin Pavard als Volltreffer, Rekordtransfer Lucas Hernández floppte. Positiv: Die Entscheidung der Fühungscrew um Oliver Kahn, Hasan Salihamidzic und Karl-Heinz Rummenigge, Flick zum Chefcoach zu befördern.

Die neuen Führungsspieler: 10 Prozent

Mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka sind die Leader der Zukunft schon gefunden. Beide überzeugten nicht nur mit ihrer Initiative "We kick Corona", sondern - speziell in der Rückrunde - mit Topleistungen auf dem Platz.

Die schwächelnde Konkurrenz: 5 Prozent

RB Leipzig ging als Herbstmeister und mit sieben Punkten Vorsprung auf Bayern in die Rückrunde. Vor dem Saisonfinale sind daraus nun 16 (!) Punkte Rückstand geworden. Anstatt die Schwächephasen der Bayern zu nutzen, schwächelte die Konkurrenz erneut selbst.

Niko Kovac: 5 Prozent

Nach dem Double-Gewinn erlebte der Ex-Coach eine schreckliche Hinrunde. Nur 18 Punkte holten die Kovac-Bayern in den ersten zehn Liga-Spielen, dann wurde der Coach entlassen. Zuvor hatte er noch Alphonso Davies (19) als Linksverteidiger installiert. Eine super Idee.

Jupp Heynckes: 3 Prozent

"Hansi ist ein bisschen wie Jupp", sagte Vorstandsboss Rummenigge im AZ-Interview und zählte Dinge wie Mannschaftsführung und Empathie auf. Schon bei der Nachfolgersuche für Kovac sei Heynckes "ein großer Fürsprecher von Hansi" gewesen und "ein wichtiger Ratgeber bei der Vertragsverlängerung".

Flick sieht seinen früheren Coach als Vorbild. Er telefoniert regelmäßig mit dem 75-Jährigen und holt sich Ratschläge.

Joachim Löw: 1 Prozent

Auch der Bundestrainer darf nicht fehlen. Als Co-Trainer bei der Nationalelf lernte Flick schließlich bei ihm sein Handwerk. 2014 in Brasilien wurden beide gemeinsam Weltmeister. Wie man solche Topspieler führt und zu Höchstleistungen antreibt, konnte Flick sich bei Löw abschauen.

Eintracht Frankfurt: 1 Prozent

Ohne diese 1:5-Klatsche Anfang November wäre Bayern vielleicht weiter durch die Liga geirrt, die Konkurrenz enteilt. So aber war kein "Weiter so" möglich. Flick ersetzte Kovac, er veränderte die Auf- und Einstellung, verbesserte den Teamgeist. Selten war ein Trainerwechsel wirkungsvoller. Das Resultat: Bayerns achte Schale in Folge.

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