AZ-Kommentar Beim FC Bayern rächen sich die Versäumnisse des Sommers

Hasan Salihamidzic, Sportdirektor vom FC Bayern. Foto: Matthias Balk/dpa

Maximilian Koch, der Bayern-Reporter der AZ, über die Transferpolitik der Münchner und deren Personalnot.

 

Es ist erfreulich, dass derzeit so viele Nachwuchsspieler eine Chance beim FC Bayern erhalten und wichtige Erfahrungen für ihre Entwicklung sammeln können. Wer weiß: Vielleicht ist bald ja wirklich ein neuer Thomas Müller oder David Alaba dabei. Alphonso Davies und Joshua Zirkzee etwa haben ihre Qualitäten schon gezeigt. Beim Test in Nürnberg wurde aber auch deutlich, dass die meisten Youngster nicht sofort helfen können.

Mit einer weitsichtigeren Kaderplanung hätte man die Personalprobleme dieses Winters verhindern können. Dass Kingsley Coman und Serge Gnabry verletzungsanfällig sind, wusste man. Dass Lucas Hernández als verletzter Verteidiger (übrigens mit seinen größten Stärken als Links- und nicht als Innenverteidiger) verpflichtet wurde, wusste man. Dass die einstigen Garanten Javi Martínez und Jérôme Boateng ihre allerbesten Tage hinter sich haben, wusste man. Dass mit den Stars Franck Ribéry, Arjen Robben, Rafinha, James Rodríguez und Mats Hummels wichtige Säulen wegbrechen würden, wusste man. Trotzdem wurde im Sommer nicht in ausreichender Form reagiert – weil der Fokus zu lange allein auf der Verpflichtung von Leroy Sané lag. Und weil Ex-Trainer Niko Kovac mit einem vergleichsweise kleinen Kader arbeiten wollte, um weniger unzufriedene Spieler zu haben.

Das rächt sich jetzt. Hansi Flicks Mannschaft ist nicht stark und ausgeglichen genug besetzt, um in drei Wettbewerben konkurrenzfähig sein zu können. Dies ist in erster Linie die Verantwortung von Sportdirektor Hasan Salihamidzic, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß trugen die Entscheidungen aber natürlich auch mit. Aufgrund der Versäumnisse im Sommer 2019 – und schon in der Zeit davor – dürfte das Jahr 2020 sündhaft teuer werden für den FC Bayern.

 

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