Pokal-Doping des TSV 1860 für die Liga: Doch auf dem blauen Hochgefühl liegt ein Schatten

Der TSV 1860 nimmt den Schwung aus dem Triumph gegen Schalke mit in die Liga: 6:0 gegen Freiburg II. Jetzt geht's im Achtelfinale gegen Zweitligist KSC. Coach Köllner: "Wir sind mit dem Los sehr zufrieden."
| Christina Stelzl Bernhard Lackner
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Blauer Party-Zug: Doppelpacker Stefan Lex als Lokführer, Anheizer Sascha Mölders und die Passagiere Merveille Biankadi und Dennis Dressel (v.r.).
Blauer Party-Zug: Doppelpacker Stefan Lex als Lokführer, Anheizer Sascha Mölders und die Passagiere Merveille Biankadi und Dennis Dressel (v.r.). © sampics / Stefan Matzke

München – Da war er endlich, der langersehnte und dann so unendlich befreiende Dreier für die Löwen! Mit dem 6:0 (in Worten: sechszunull) gegen den SC Freiburg II hat der TSV 1860 erstmals seit dem 24. August (3:0 gegen Viktoria Köln) wieder ein Liga-Spiel gewonnen - und doch herrschte nach diesem Schützenfest dahoam bei den Blauen erstmal tiefes Mitgefühl.

Michael Köllner bestätigte, dass die Ehefrau von Sportchef Günther Gorenzel am Tag zuvor in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt war. "Wir hoffen natürlich, dass wir ihm mit diesem Sieg etwas Kraft geben konnten und dass seine Frau Tanja bald wieder auf dem Weg der Besserung ist. Das ist für uns das Wichtigste", sagte Köllner.

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Gorenzel ist in der österreichischen Heimat

Gorenzel, der am Freitag bereits in die österreichische Heimat gereist war, hatte "zum ersten Mal, seitdem ich hier bin, ein Spiel verpasst", erklärte der Löwen-Coach. Es lag also ein trauriger Schatten auf dem blauen Hochgefühl.

Sorge um seine Frau Tanja: Günther Gorenzel.
Sorge um seine Frau Tanja: Günther Gorenzel. © sampics / Stefan Matzke

Dabei hatte die Woche für die Giesinger so gut angefangen. Auf das achtbare 1:1 in Saarbrücken folgte der Pokal-Coup gegen Schalke 04. Die Fans, die beim 1:0 gegen die Knappen erstmals seit mehr als eineinhalb Jahren wieder vollzählig im Stadion waren, verwandelten das Grünwalder in ein Tollhaus, Giesing bebte! Und tut es irgendwie immer noch...

Bär: "Wollten den Schwung aus dem Pokal mitnehmen"

Denn es scheint so, als ob die euphorisierende Pokal-Nacht nun auch in den zuvor oftmals so tristen Liga-Alltag rübergeschwappt ist. Vor erneut fast ausverkauftem Haus (14.700 Zuschauer) schossen sich die Löwen gegen Freiburgs Zweitvertretung den Frust von der Seele und gewannen nach zuletzt sieben sieglosen Spielen in der 3. Liga wieder eine Partie. "Wir wollten den Schwung aus dem Pokal mitnehmen", erklärte Torschütze Marcel Bär nach dem Spiel in der Mixed Zone.

Stefan Lex (11. Minute) und Sascha Mölders (42.) hatten den Torreigen in der ersten Hälfte eröffnet, in Durchgang zwei spielte sich Sechzig dann in einen wahren Rausch. Fabian Greilinger (56.), nochmals Lex (58.), sowie Bär (70.) und Kevin Goden (73.) sorgten für klare Verhältnisse. "Am Ende war es nur noch Schaulaufen", meinte Köllner stolz. Das 6:0 war der höchste Sieg in der Drittliga-Historie des TSV. "Wir sind froh, dass wir das Pokalspiel krönen und endlich wieder drei Punkte einfahren konnten", so der Löwen-Coach über Sechzigs Pokal-Doping für die Liga.

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1860 trifft im Pokal auf Karlsruhe

Wie lange die Wirkung wohl anhält? Hoffentlich bis Anfang nächsten Jahres - denn da gibt's die nächste Pokal-Dosis. Wie die Auslosung am Sonntag ergab, trifft der TSV 1860 am 18. oder 19. Januar in der Runde der letzten 16 auf Zweitligist Karlsruher SC. Als klassentiefster Verein im Wettbewerb genießen die Giesinger dabei erneut Heimrecht.

"Ich glaube, es ist ein gutes Los. Ich glaube, wir werden ein Spiel auf Augenhöhe sehen und wir haben definitiv Chancen, eine Runde weiterzukommen - auch wenn wir wissen, dass der KSC eine hervorragende Runde spielt", rechnet sich Mölders, der bei der Auslosung in der Sportschau zugeschaltet war, Chancen aufs Viertelfinale aus. Damit gehen die Sechzger einem Duell mit einem der zehn noch im Bewerb verbliebenen Bundesligisten aus dem Weg und könnten erneut zum Zweitliga-Schreck werden. "Wir sind mit dem Los sehr zufrieden", so Köllner: "Wieder ein Zweitligist, bereits der dritte im diesjährigen Wettbewerb."

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Auch in der ersten Runde haben die Löwen bereits ein Team aus dem Unterhaus aus dem Wettbewerb geworfen, die Münchner gewannen Anfang August mit 5:4 i. E. gegen Darmstadt 98.

Folgt im Januar nun der dritte Giesinger-Pokal-Streich gegen einen Zweitligisten? Für die Sechzger wäre das Weiterkommen zudem äußerst lukrativ, 1,004 Millionen Euro bekommt jeder Teilnehmer an der Runde der letzten Acht.

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