Alarmstufe Rot: Auf diesen Positionen braucht Bayern Neuzugänge

Den Münchnern wird beim 1:4 gegen Hoffenheim klar aufgezeigt, woran es mangelt: Frische und Kadertiefe. Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat nur noch eine Woche Zeit, um neue Spieler zu holen.
| Maximilian Koch
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Enttäuschung pur: Bayern-Neuzugang Leroy Sané (r.) und seine Teamkollegen Serge Gnabry sowie Corentin Tolisso.
Enttäuschung pur: Bayern-Neuzugang Leroy Sané (r.) und seine Teamkollegen Serge Gnabry sowie Corentin Tolisso. © imago images/Markus Ulmerages.de)

München/Sinsheim - Während der 90 Minuten in Sinsheim hatte Bayern-Trainer Hansi Flick ratlos und durchaus zornig gewirkt, nach Schlusspfiff aber, als dieses verdiente 1:4 in der Statistik stand, wollte er unbedingt einen anderen Eindruck vermitteln.

Flick, der frühere Geschäftsführer der TSG, unterhielt sich entspannt mit den Hoffenheimer Spielern Oliver Baumann, Kevin Vogt und Florian Grillitsch. Flick lachte.

Und als er das schwache Spiel seines Teams einordnen sollte, sagte er milde: "Von der Einsatzbereitschaft und dem Willen kann ich der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. Es war ja klar, dass wir irgendwann verlieren. Wir haken dieses Spiel ab und vertrauen immer noch in unsere Stärke."

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Aber sah es innerlich wirklich genauso in Flick aus?  Wenige Tage vor dem Ende der Transferperiode am 5. Oktober wurde den Münchnern klar vor Augen geführt, woran es mangelt: an körperlicher sowie mentaler Frische – und an Top-Alternativen im Kader.

Tolisso spielt statt Goretzka - und enttäuscht

Corentin Tolisso etwa, der anstelle von Leon Goretzka in der Startelf stand und nach Thiagos Abschied eine wichtige Rolle spielen soll, enttäuschte komplett. Dem Aufgebot fehlt es generell an Tiefe, Talente wie Joshua Zirkzee oder Jamal Musiala brauchen - verständlicherweise - noch Zeit. Deshalb herrscht Alarmstufe Rot beim FC Bayern, um die Saisonziele nicht zu gefährden.

Hansi Flick: "Von der Einsatzbereitschaft und dem Willen kann ich der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen."
Hansi Flick: "Von der Einsatzbereitschaft und dem Willen kann ich der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen." © Uwe Anspach/dpa

Schon am Mittwoch (20.30 Uhr im AZ-Liveticker) geht's im deutschen Supercup gegen Borussia Dortmund, bis Weihnachten stehen fast ausschließlich Englische Wochen an.

Salihamidzic: "Die Corona-Situation ist schwierig"

Besonders Hasan Salihamidzic ist jetzt gefordert. "Wir lassen uns viele Optionen offen, sind im ständigen Austausch mit dem Trainerteam und schauen, was möglich ist", sagte der Sportvorstand: "Für keinen Klub ist es einfach, die Corona-Situation ist schwierig."

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Unbestritten. Doch nach den Abgängen von Thiago, Ivan Perisic und Philippe Coutinho konnten Salihamidzic und die Bayern-Führung um Oliver Kahn und Karl-Heinz Rummenigge bislang eben nur Leroy Sané als echte Verstärkung präsentieren. Und von Sané sind nach langer Verletzungspause noch nicht jeden dritten Tag Wunderdinge zu erwarten.

Ein Neuer im Bayern-Mittelfeld ist dringend notwendig

Wen holen die Bayern also noch? Vor der Triple-Saison kamen auf der Zielgeraden Perisic, Coutinho und Michael Cuisance. Das Mittelfeldtalent steht nun vor dem Abschied, laut "L'Équipe" will Leeds United 20 Millionen Euro Ablöse für Ersatzspieler Cuisance zahlen. Ein guter Deal.

Doch weil auch Javi Martínez Bayern verlassen will, weil Thiago und Coutinho schon weg sind, wäre ein neuer Topspieler fürs Mittelfeld dringend notwendig.

Bayern-Transferziel Dest tendiert zum FC Barcelona

Flick wünscht sich zudem eine Alternative für die offensive Außenbahn und einen Rechtsverteidiger. Doch auf diesen Positionen zeichnen sich ebenfalls keine Lösungen ab.

Sergino Dest, an dem die Münchner stark interessiert waren, bevorzugt einen Transfer zum FC Barcelona. Und in der Offensive gibt es bislang keine konkreten Kandidaten, die Meldungen um Mario Götze und Chelseas Callum Hudson-Odoi sind in die Kategorie "Gerüchte" zu verordnen.

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Neuer: "Wir suchen keine Ausreden"

Was bedeutet es für die Ziele der Münchner, wenn der Kader tatsächlich so klein bleibt – oder sogar noch kleiner wird? "Darüber mache ich mir keine Gedanken", sagte Flick in Sinsheim.

Klar ist aber: Auf die Spieler würde eine noch nie dagewesene Belastung zukommen. "Wir suchen keine Ausreden, das erwartet uns in diesem Jahr", sagte Kapitän Manuel Neuer: "Dementsprechend können wir nicht so viel darüber sprechen, dass wir nach dem Spiel kaputt sind, sondern wir müssen das annehmen."

Thomas Müller meinte, dass "der Akku nicht zufrieden" sei, "aber ich denke nicht, dass es an körperlichen Geschichten lag. Die Diskussion brauchen wir nicht anzustoßen."

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