Lockdown verlängert: Diese Corona-Regeln gelten in München

Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung des harten Lockdowns bis 14. Februar geeinigt. In Bayern gelten teilweise verschärfte Maßnahmen. Die AZ fasst alle wichtigen Regeln zusammen.
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Auch in München gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr. (Archivbild)
Auch in München gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr. (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

München - Seit Wochen gilt für ganz Deutschland ein "harter" Lockdown – nun haben sich Bund und Länder abermals auf eine Verlängerung der einschneidenden Maßnahmen geeinigt. Die bisherigen und teilweise auch verschärften Regeln gelten nun vorerst bis zum 14. Februar.

Handel und Gastronomie bleiben weitgehend geschlossen, Schulen und Kitas ebenso. Auch die privaten Kontakte und der Bewegungsradius in Hotspot-Regionen bleiben eingeschränkt. Alle Bund-Länder-Beschlüsse finden Sie hier im Überblick.

Die Beschlüsse für den harten Lockdown in Deutschland und München

Besondere Corona-Regeln in München

Ausgangsbeschränkung: Die eigene Wohnung darf nur aus triftigen Gründen verlassen werden. Dazu zählen unter anderem der Lebensmitteleinkauf, Sport und Spaziergänge im Freien, Versorgung von Tieren, Besuche bei Lebenspartnern und Angehörigen und die Begleitung Minderjähriger. 

Ausgangssperre: Für ganz Bayern gilt eine Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr. In dieser Zeit darf die Wohnung nur noch verlassen werden, wenn man gewichtige Gründe, wie den Weg zur Arbeit oder zum Arzt, vorweisen kann. In München trat die Ausgangssperre bereits am 9. Dezember um 21 Uhr in Kraft. Die Ausgangssperre gilt vorerst bis zum 14. Februar.

Maskenpflicht in der Innenstadt: Bund und Länder haben beschlossen, dass eine Maskenpflicht überall dort besteht, wo es Publikumsverkehr gibt. In München gibt es eine generelle Maskenpflicht in der Altstadt-Fußgängerzone einschließlich Sendlinger-Tor-Platz, Rosental zwischen Sendlinger Straße und Rindermarkt, Rindermarkt, Viktualienmarkt, Dienerstraße, Schrammerstraße, Landschaftstraße, auf den Gehwegen im Tal sowie in der Schützenstraße und im Stachus-Untergeschoss.

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Verschärfung der Maskenpflicht in Bayern

Auch hier gilt die Maskenpflicht: Im öffentlichen Nah- und Fernverkehr (DB, MVG, MVV) sowie im Einzelhandel ist das Tragen einer Mund-Nasen-Maske Pflicht. Die bayerische Regierung hat die Regeln hier nochmals verschärft: So müssen Menschen seit dem 18. Januar beim Einkaufen und im ÖPNV eine FFP2-Maske tragen! Eine Einmal-Maske oder ein selbstgenähter Mund-Nasen-Schutz ist dann nicht mehr erlaubt.

Zusätzlich gilt die Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden und auf sogenannten Begegnungs- und Verkehrsflächen in Arbeitsstätten. Die Maskenpflicht gilt für Personen ab sechs Jahren. Verstöße werden mit Bußgeldern von bis zu 500 Euro geahndet.

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Alkoholverbot im öffentlichen Raum: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das bayernweite Alkoholverbot im öffentlichen Raum gekippt! Den Kommunen bleibt es laut Staatsregierung nun selbst überlassen, spezielle Verbotszonen für den Alkoholkonsum festzulegen. Für die Stadt München kommt das bis auf Weiteres nicht mehr in Frage, aus Sicht des Kreisverwaltungsreferats (KVR) sei das nicht mehr erforderlich. Man dürfe seine Wohnung ohnehin nur aus triftigem Grund verlassen – Alkoholkonsum zähle nicht dazu.

Vor dem bayernweiten und ganztägigen Alkoholverbot hatte die Stadt folgende Verbotszonen festgelegt:Baldeplatz, Gärtnerplatz, Gerner Brücke, Wedekindplatz, Isarauen zwischen Reichenbachbrücke und Wittelsbacherbrücke sowie innerhalb des Altstadtrings.

Corona-Regeln für München und Deutschland

Kontaktbeschränkungen: Kontakte zu Personen außerhalb des eigenen Hausstands sollen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Treffen jenseits des eigenen Haushalts nur noch mit einer weiteren Person erlaubt. Kinder bis einschließlich drei Jahre sind von den Vorgaben bei Treffen mit anderen Hausständen ausgenommen. 

Ausnahmen: Die Beschränkungen gelten nicht, wenn es um die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechtes geht sowie um die Begleitung Sterbender und Beerdigungen im engsten Kreis. Die Betreuung durch Großeltern fällt unter das Sorge- und Umgangsrecht.

Bewegungseinschränkung: In Corona-Hotspots (Inzidenz über 200) sollen sich Menschen ohne triftigen Grund nicht mehr als 15 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen dürfen. "Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar", stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Pressekonferenz am 5. Januar klar.

Als triftige Gründe gelten unter anderem Einkaufen, Familien- und Krankenbesuche, Gottesdienste, Arzttermine sowie unaufschiebbare Umzüge. Wenn der Inzidenz-Wert für 7 Tage in Folge unter die 200er-Marke gesunken ist, kann die Maßnahme außer Kraft gesetzt werden. Hotspots können Tagesreisen von außerhalb in ihre Region zudem verbieten.

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Partys, private Feiern und Treffen: Laut dem Corona-Beschluss von Bund und Ländern sind Feiern auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen "angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel". Mit Kontrollen soll dagegen verstärkt vorgegangen werden.  

Reisen: Auf nicht zwingend notwendige private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - soll verzichtet werden. Dies gilt für Reisen in Bayern und Deutschland und für "überregionale tagestouristische Ausflüge". Übernachtungen in Hotels sind nur noch für ausdrücklich nicht touristische Zwecke gestattet.

Verschärfungen gibt es nun auch bei der Einreise: Wer aus einem ausländischen Risikogebiet einreist, muss sich künftig bei der Einreise testen lassen oder in den 48 Stunden davor. Die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne, die ab dem fünften Tag durch einen negativen Test beendet werden kann, bleibt bestehen.

Der sogenannte "kleine Grenzverkehr" zum Einkaufen oder zu Freizeitzwecken ist seit dem 9. Dezember in Bayern ausgesetzt. Nur Besuche von Verwandten ersten und zweiten Grades und die Fahrten von Berufspendlern sind davon ausgenommen.

Diese Corona-Regeln gelten bundesweit für Gastro, Bildung und Freizeit

Freizeit, Sport, Unterhaltung: Seit dem 2. November sind praktisch alle Freizeiteinrichtungen geschlossen. Dazu gehören: Theater, Opern, Konzerthäuser und ähnliche Einrichtungen, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Thermen, Fitnessstudios, Wellnesseinrichtungen, Museen, Zoos und ähnliche Einrichtungen.

Zudem ist seit 10. Dezember die Benutzung aller Sportstätten in den öffentlichen Grünanlagen untersagt – dazu zählen beispielsweise Bolzplätze und Skateanlagen.

Kinder dürfen sich über die genannte Haushalt-plus-eins-Regel hinaus nicht in Gruppen auf Spielplätzen verabreden. Grundsätzlich müssen Eltern auf Spielplätzen darauf achten, Ansammlungen zu verhindern.

Sonderfall Profisport: Profisportveranstaltungen dürfen ohne Zuschauer stattfinden.

Gastronomie: Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und Restaurants mussten bereits Anfang November schließen. Die Lieferung und Abholung von Speisen bleibt erlaubt. Essen darf aber nun nicht mehr direkt bei der Abholung - etwa an Würstl- oder Pommesbuden - verzehrt werden. Eine Gastro-Verschärfung: Betriebskantinen werden geschlossen und dürfen allenfalls noch Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten.

Dienstleistungen: Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe sind ebenfalls geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo-, Logotherapien oder Fußpflege bleiben weiter möglich. Seit 16. Dezember sind auch Friseursalons wieder geschlossen. Weitere Bundeshilfen sind geplant.

Schulen, Kindergärten, Universitäten und Hochschulen: Schulen und Kindergärten in Bayern sind seit dem 16. Dezember geschlossen. Bund und Länder einigten sich darauf, die Einrichtungen mindestens bis Mitte Februar weiterhin geschlossen zu halten!

Für Eltern sollen zusätzliche Möglichkeiten geschaffen werden, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum Urlaub nehmen zu können und finanzielle Hilfen zu erhalten. Zudem soll eine Notfallbetreuung sichergestellt werden. Neuerungen gibt es auch beim Kinderkrankengeld: Normalerweise erhält jedes Elternteil pro Jahr für bis zu zehn Arbeitstage Kinderkrankengeld, Alleinerziehende für bis zu 20 Tagen. Vorübergehend soll der Zeitraum auf 20 beziehungsweise 40 Tage steigen. Der Anspruch gilt auch, wenn das Kind wegen Corona nicht in die Schule oder Kita gehen kann.

An Universitäten sollen Vorlesungen und Seminare digital durchgeführt werden. 

Lockdown in München: Das gilt im Einzelhandel

Einzelhandel, Einkaufen: Der Groß-und Einzelhandel ist seit Mitte Dezember und mindestens bis 14. Februar geschlossen. Ausnahmen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs, Tankstellen, Banken, Postfilialen, Apotheken und Drogerien. Weitere Bundeshilfen sind geplant. Eine gewisse Lockerung für den Handel gibt es allerdings: Ausdrücklich erlaubt wird das Prinzip "Click&Collect", also das Online-Bestellen von Waren, die dann persönlich im Geschäft des Einzelhändlers abgeholt werden.

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Pflegeheime und Krankenhäuser: Besondere Vorsichtsmaßnahmen gelten seit dem 9. Dezember für bayerische Pflegeheime. Pro Tag ist dann nur noch ein Besucher erlaubt, der einen Corona-Test vorlegen und eine FP2-Maske tragen muss. Für das Pflegepersonal sind FP2-Masken und zwei Tests pro Woche verpflichtend. Im Fall eines Corona-Ausbruchs ist eine sofortige Verlegung auf eine Isolierstation vorgesehen. Nicht-infizierte Bewohner sollen in Reha-Einrichtungen und an andere geeignete Orte verlegt werden. Auch in Krankenhäusern müssen FP2-Masken getragen werden.

Homeoffice: Bund und Länder wollen einen weitgehenden Anspruch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Homeoffice einführen. Künftig müssen Arbeitgeber ihren Beschäftigten das Arbeiten von zu Hause aus überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen. 

Bußgelder: Ein Verstoß gegen die 15-Kilometer-Regelung kann zum Beispiel mit 500 Euro belegt werden. Von den Regelsätzen kann abgewichen werden.

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