Enttäuschende Hinrunde FC Bayern: Diese Stars müssen in der Rückrunde liefern

Sie alle haben in der Hinrunde über weite Strecken nicht das gezeigt, was sie eigentlich können: Ivan Perisic, Corentin Tolisso, Lucas Hernández, Thiago und Philippe Coutinho (v.l.). Foto: firo/Rauchensteiner/Sammy Minkoff/GES/Augenklick, AZ-Montage

Einige Bayern-Stars konnten in der Hinrunde überzeugen, viele Spieler blieben aber deutlich unter ihren Möglichkeiten. Im Trainingslager in Doha müssen sie nun beweisen, dass Trainer Hansi Flick in der Rückrunde auf sie setzen kann. Die AZ zeigt, welche Stars in der Rückrunde eine Schippe drauflegen müssen.

 

München - Tormaschine Robert Lewandowski, Senkrechtstarter Alphonso Davies oder Weltklasse-Torhüter Manuel Neuer: Einige Bayern-Stars wussten mit ihren Leistungen in der Hinrunde zu überzeugen, bestachen über Wochen und Monate hinweg mit konstant guten Leistungen.

Das war jedoch nicht bei allen Spielern im Kader der Fall, viele bleiben deutlich unter ihren Möglichkeiten. Für sie kam die Weihnachtspause gefühlt zur rechten Zeit: Kraft tanken, um dann in der Vorbereitung auf die Rückrunde voll durchzustarten. Am 4. Januar fliegen die Münchner ins Wintertrainingslager nach Katar – dann müssen vor allem die bisherigen Enttäuschungen der Saison zeigen, dass Trainer Hansi Flick in der zweiten Saisonhälfte mit ihnen rechnen kann.

Die AZ zeigt, welche Spieler in der Rückrunde liefern müssen.

Lucas Hernández

Der Rekord-Neuzugang des FC Bayern gehört gleichzeitig zu den Pechvögeln der bisherigen Saison. Für 80 Millionen Euro von Atlético Madrid verpflichtet, sollte der Weltmeister von 2018 sofort die Defensive verstärken und entscheidender Baustein im Kaderumbruch sein.

Es kam anders als erwartet: Eine schwere Verletzung (Teilruptur des Innenbandes im rechten Sprunggelenk) warf Hernández ab Oktober erneut zurück, nachdem er zu Beginn der Saison gerade eine Innenbandverletzung überstanden hatte. In den neun Pflichtspielen, in denen er entweder als Links- oder Innenverteidiger auf dem Platz stand, blieb der 23-Jährigen meist unauffällig. Noch steht Hernández ohne Treffer für den FC Bayern da.

Das soll sich zur Rückrunde ändern: Die Bayern rechnen Ende Januar mit einem Hernández-Comeback, wollen dabei allerdings nichts überstürzen. In der zweiten Saisonhälfte wird sich also zeigen, ob der Franzose die 80 Millionen Euro wert ist und Niklas Süle, der noch monatelang mit einem Kreuzbandriss ausfallen wird, als Abwehrboss vertreten kann.

Thiago

Der spanische Edeltechniker war unter Niko Kovac gesetzt, nach Startproblemen bekam er jedoch auch unter Nachfolger Flick immer mehr Einsatzzeit. Gegen Mönchengladbach, Bremen und Freiburg spielte er durch, im letzten Spiel der Hinrunde musste er wegen einer Gelbsperre zuschauen.

Der 28-Jährige kommt bislang auf 22 Pflichtspieleinsätze, seine Bilanz ist dafür recht überschaubar: Zwei Torvorlagen kann Thiago bislang verzeichnen, einen eigenen Treffer hat er nicht erzielt. Zu wenig für einen Spieler seines Formats. Der Grund für die durchwachsene Leistung: Thiago muss im zentralen Mittelfeld häufig Defensivaufgaben übernehmen – nicht die Spezialität des Mannes, der sonst mit Kunstpässen und Zauberdribblings für Begeisterung in der Allianz Arena sorgt.

Als alleiniger Sechser kann Thiago nicht seine eigentlichen Qualitäten ausspielen, der Spanier wirkt dann gehemmt. Muss sich in der Rückrunde gegen die Konkurrenz in der Zentrale durchsetzen. Dann klappt es vielleicht auch wieder mit dem Toreschießen.

Corentin Tolisso

Konkurrenzkampf im Mittelfeld – das gilt auch für Corentin Tolisso. Der Franzose kam bislang nur auf acht Ligaeinsätze, drei davon über die vollen 90 Minuten. Drei Tore und drei Assists sind im Verhältnis dazu eine ordentliche Bilanz, doch trotzdem hat der Weltmeister noch Luft nach oben.

Vor allem im defensiven Bereich zeigte Tolisso immer wieder Defizite, war durch Fehler im Aufbau oder andere Unachtsamkeiten auch teilweise direkt an Gegentoren beteiligt. Tolisso hatte unter Flick zuletzt Pech, die letzten drei Spiele musste er wegen einer Muskelverhärtung passen. Er muss im Trainingslager für sich werben, um auf Einsatzzeiten zu kommen, dürfte es aber auch in der Rückrunde gegen Joshua Kimmich, Thiago, Leon Goretzka und Thomas Müller schwer haben.

Philippe Coutinho

Es war DER Transfer des Sommers: Der FC Bayern lieh Superstar Philippe Coutinho für ein Jahr vom FC Barcelona aus. Der Offensivspieler war der große Hoffnungsträger der Münchner, doch der Brasilianer konnte sein Potential nur selten zeigen. Und das, obwohl er unter Kovac gesetzt war und so sogar Thomas Müller aus dem Kader verdrängt hatte.

Bei seinen Auftritten blieb Coutinho bis auf ganz wenige Aha-Erlebnisse unauffällig. Meistens auf der Zehn eingesetzt, blieben die entscheidenden zwingenden Aktionen häufig aus, wirklich Zählbares kam nicht herum. Dass es der 27-Jährige auch anders kann, zeigte er am 15. Spieltag bei der 6:1-Gala gegen Bremen, als er drei Tore erzielte und zwei Treffer auflegte. Seine Hinrundenbilanz: Je sieben Tore und Assists nach 22 Spielen.

Coutinho schwankt noch zu sehr in seiner Form, angesichts der gezeigten Leistungen in der Hinrunde ist es momentan nur schwer vorstellbar, dass die Bayern-Bosse die Kaufoption ziehen werden, die zwischen 80 und 120 Millionen Euro betragen soll. Fest steht jedoch auch: Knüpft Coutinho in der zweiten Saisonhälfte an seine Bremen-Leistung an, kommt Flick bei der Aufstellung nicht um ihn herum.

Ivan Perisic

Ivan Perisic wurde im Sommer als Ergänzungsspieler für den Flügel geholt, doch obwohl der Leihspieler eigentlich nur Ersatz ist, bekam er in der Hinrunde immer wieder eine Chance. Unter Flick kam der 30-Jährige sogar in jedem Ligaspiel zum Einsatz – mal nur für 15 Minuten, zwei mal allerdings auch über die volle Spielzeit.

Überzeugen konnte der Kroate nur in den wenigsten Fällen – schoss abei aber immerhin vier Tore und leistete sechs Assists in 19 Einsätzen. Perisic muss in der Rückrunde in Sachen Dynamik und Entscheidungsfindung zulegen, in den Spielen blieb er bis auf seine direkten Torbeteiligungen meist unauffällig und blass. Im Trainingslager gilt es für ihn den ersten Schritt zu machen, um auch in der Rückrunde regelmäßig zu Einsätzen zu kommen. Das nahende Comeback von Kingsley Coman dürfte das Unterfangen für ihn nicht erleichtern. Dass die Bayern am Ende der Saison die Kaufoption ziehen werden, gilt als unwahrscheinlich, zumal ManCity-Superstar Leroy Sané kommen könnte.

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