Dortmund-Jäger greift an Das ist die allererste Wahl beim FC Bayern

Bayerns aktuelle Stammelf (von links): Neuer, Süle, Boateng, Kimmich, Alaba, Goretzka, Thiago, Müller, Gnabry, Coman, Lewandowski. Foto: Rauchensteiner (9), GES, firo/alle Augenklick

Der FC Bayern kehrt mit Aufbruchstimmung aus dem Trainingslager in Doha zurück nach München. Die Jagd auf Tabellenführer Borussia Dortmund beginnt. Die AZ nennt die Stammelf, der Niko Kovac dabei vertraut.

München - Krisenstimmung? Aufbruchstimmung! Trotz eines Goldsteak-Eklats und Verletzungssorgen kehrte der FC Bayern voller Zuversicht aus dem Trainingslager in Doha zurück. "Es ging von der ersten Einheit an richtig zur Sache", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic: "Daher würde ich den FC Bayern aus zwei Gründen nie abschreiben: Ich sehe, wie konzentriert die Mannschaft arbeitet und weiß, was sie noch vorhat."

Was Brazzo meint, ist klar: Dortmund jagen, Dortmund einholen, Dortmund besiegen! Was sind schon sechs Punkte Rückstand in der Liga? "Es gibt keinen einzigen hier, der nicht davon ausgeht oder daran glaubt, dass wir deutscher Meister werden", sagte Niklas Süle, der bei der Landung im kalten München kurze Hosen und T-Shirt trug.

Oh ja: Die Bayern sind heiß! Am Sonntag tritt das Team von Trainer Niko Kovac beim Telekom Cup in Düsseldorf an (Sat.1 zeigt das Halbfinale Bayern gegen Fortuna ab 13 Uhr live), am Freitag startet dann die Rückrunde mit der schweren Partie bei der TSG 1899 Hoffenheim. Bereit scheinen die Bayern schon jetzt zu sein – trotz aller Nebengeräusche. Denn die Aufregung um Franck Ribéry hatte sportlich keine negativen Auswirkungen.


Bayern-Coach Kovac: "Nichts "in Stein gemeißelt"

Sicherheit ziehen die Bayern aus den letzten Wochen der Hinserie, als in der Liga fünf Siege nacheinander gelangen. Trainer Niko Kovac ergriff während der Krise die richtigen Maßnahmen, indem er auf ein 4-2-3-1 mit zwei Sechsern umstellte und weniger rotierte. Daran will er nun festhalten. "Ich würde lügen, wenn ich die Leistungen der Mannschaft zuletzt nicht im Hinterkopf hätte", sagte er in Doha. "Einen gewissen Vorteil hat diese Mannschaft. Aber es ist nicht in Stein gemeißelt."

Keiner könne sich erlauben, nur noch "50, 60, 70" Prozent zu geben, ergänzte er: "Wenn ich das Gefühl habe, dass einer denkt, er ist fix drin, dann kann es auch passieren, dass er fix draußen ist." Doch genau das war im Trainingslager eben nicht zu beobachten. Auch die aktuell gesetzten Stars zogen bei den Einheiten voll mit. Als Joshua Kimmich etwa zwei Flanken in Folge nicht zum Mitspieler brachte, trat er wütend in die Bande.


Bayern-Startelf: Coman ersetzt Ribéry

Die Titellust treibt Bayern an – genauso die interne Konkurrenz. "Man sieht, dass der Trainer diesen Konkurrenzkampf entfachen möchte. Er will allen Spielern die Chance geben, sich zu zeigen", erklärte Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf Nachfrage der AZ. Eine Stammelf hat sich in Doha allerdings abgezeichnet, immer wieder ließ Kovac Spielzüge in der gleichen Formation einüben. Dazu verteilte er grüne Leibchen an seine Stars.

Im Tor wird natürlich weiter Manuel Neuer stehen, davor haben sich Joshua Kimmich, Süle, Jérôme Boateng und David Alaba etabliert. Die beiden Sechserpositionen bekleiden Thiago und Leon Goretzka, davor spielt Thomas Müller. Einzig auf den offensiven Außenbahnen musste Kovac seinen Plan korrigieren. Weil Ribéry mit einem Muskelfaserriss etwa zwei Wochen ausfällt, wird Kingsley Coman auf der linken Seite spielen. Eine deutliche Schwächung ist das freilich nicht.

FC Bayern: Verständnisvollerer Umgang untereinander?

Gleiches gilt für die rechte Flanke, wo Serge Gnabry nach AZ-Informationen sehr wahrscheinlich anstelle des weiter angeschlagenen Arjen Robben auflaufen wird. (Lesen Sie hier: Robben konsterniert - "Die Woche war nicht, wie ich gehofft habe")

Im Sturm ballert Tormaschine Robert Lewandowski drauf los. Es gibt auch Verlierer der neuen Kovac-Ausrichtung – etwa Javi Martínez, Mats Hummels oder James Rodríguez.


Der kolumbianische Superstar James wurde in Doha von den Fans gefeiert, im Training gefiel er mit Einsatz und Toren. "Er muss sich wohlfühlen, um die Top-Leistung zu bringen", sagte Salihamidzic. "Ich weiß, wie wichtig er für uns sein kann." Doch bislang war das Verhältnis zwischen James und Coach Kovac nicht von tiefer Zuneigung geprägt.

Der Trainer, der in Doha rege mit seinen Stars kommunizierte, habe in der Hinrunde "auch seine Linie gesucht", räumte Salihamidzic ein: "Wir wissen, dass wir besondere Spieler haben, die auch besonders behandelt werden möchten und sollen." Kovac und die Mannschaft scheinen nun einen verständnisvolleren Umgang zu pflegen. Auch dieser Punkt stimmt optimistisch für die Rückrunde.

 

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