Die Folgen der Vertragsverlängerung Flicks Macht beim FC Bayern ist größer geworden

Hansi Flick wird auch weiterhin Trainer beim Rekordmeister bleiben. Foto: picture alliance/Tom Weller/dpa

Nach langem Hin und Her hat der FC Bayern den Interims-Trainer zum Chef gemacht. "Er ist in allen Bereichen der ideale Mann", lobt Jupp Heynckes. Die AZ erklärt die Folgen dieser Entscheidung.

 

Das Wort des Triple-Trainers hat beim FC Bayern Gewicht, nach wie vor. Und so klingelt bei Jupp Heynckes (74) öfter mal das Telefon, wenn er auf seinem umgebauten Bauernhof in Schwalmtal nahe Mönchengladbach gerade die Tiere versorgt.

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (64) rief in den vergangenen Monaten mehrmals bei Heynckes an, um sich einen Rat einzuholen: Ist Hansi Flick (55) der passende Trainer für diese Mannschaft – oder muss es doch eine Nummer prominenter sein?

Flick bleibt Bayern-Trainer: Heynckes darf sich bestätigt fühlen

Seit Freitag ist klar, dass nun auch die Bayern-Führung geschlossen "Ja" zu ihrem Hansi gesagt hat. Flicks Vertrag wurde bis 2023 verlängert – und Heynckes darf sich bestätigt fühlen. "Zu der Entscheidung kann ich nur gratulieren", erklärt Heynckes in der AZ. Flick sei "in allen Bereichen der ideale Trainer, wie ich es schon vor Wochen gesagt habe. Ich wünsche ihm und Bayern in den verbleibenden Wettbewerben den größten Erfolg." Ein riesiges Lob der Trainerlegende, der die Bayern 2013 erstmals in der Klubhistorie zum Dreifachtriumph aus Meisterschaft, Pokal und Champions League führte. Ob Flick für eine Wiederholung sorgen kann, vielleicht schon in dieser Saison?

Heynckes jedenfalls erkennt beim Cheftrainer alle Eigenschaften, die man für den Weg an die Spitze braucht- "Seine Qualitäten sind Fachkompetenz, Menschenführung in allen Bereichen, Seriosität, Solidität und eine ausgezeichnete Präsentation in der Öffentlichkeit", sagt er über Flick. Was dazukommt: Flick hat zuletzt Durchsetzungsfähigkeit bewiesen, sich bei der Kraftprobe mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic (43) behauptet.

Welche Folgen hat Flicks Verlängerung?

Ein Signal für die Zukunft? Welche Folgen die Verlängerung mit dem Coach sonst noch hat: Die AZ klärt auf.

Vertragsverhandlungen: Flick genießt in der Mannschaft einen exzellenten Ruf, seine Art der Menschenführung wird genauso geschätzt wie sein taktisches Know-how. Bayern spielt wieder attraktiven Fußball und hat sogar Chancen auf den Champions-League-Sieg. Diese Aussicht, mit dem Coach den eingeschlagenen Erfolgsweg fortzusetzen, könnte für eine Kettenreaktion sorgen.

Schließlich pokern unter anderem Manuel Neuer, David Alaba, Thomas Müller und Thiago um neue Verträge. Sky- Experte Lothar Matthäus ist der Meinung, dass die Verlängerung mit Flick einige Stars vom Bleiben überzeugen könnte. Auch Jérôme Boateng hat ein enges Verhältnis zum Coach, schwärmte in der AZ von Flick: "Er ist menschlich top, hat ein super Gespür für uns. Ich glaube, jeder von uns würde gern mit Hansi weitermachen." Das war im Dezember. Anfang April wurden Boateng und die anderen Flick-Fans im Team schließlich erhört. Während die Leihspieler Philippe Coutinho und Álvaro Odriozola den Klub nach dieser Saison wahrscheinlich verlassen, dürfte es der neue Torhüter Alexander Nübel schwer haben. Denn Flick vertraut zu hundert Prozent auf Stammkeeper Neuer.

Kommt Timo Werner zum FC Bayern?

Neuverpflichtungen: Das Thema Timo Werner wird bei Bayern vermutlich wieder heißer, weil Flick den Stürmerstar von RB Leipzig schätzt. Falls Leroy Sané nicht zu bekommen sein sollte, oder Bayern sich gegen einen Transfer des Profis von Manchester City entscheidet, wäre Werner eine sinnvolle Alternative für den Angriff. Bei Kai Havertz (Bayer Leverkusen) sind sich die Münchner Bosse und ihr Trainer einig, dass dieser Spieler das Team enorm verstärken würde. Doch aktuell beobachtet Bayern erstmal den Markt, der sich durch die Corona-Krise stark verändern wird. Flick wünscht sich generell noch einen Top-Rechtsverteidiger.

Einfluss: Flick hat mit der Verlängerung einen Punktsieg erzielt, weil ihm zugesichert wurde, dass er bei künftigen Transfers ein Mitspracherecht hat. Sportchef Salihamidzic wird diese Regelung berücksichtigen müssen – was wiederum seine Macht beschränkt. Flick weiß Vorstand Oliver Kahn (50), Präsident Herbert Hainer (65) und Rummenigge hinter sich, er kann die Mannschaft nun gestärkt auf die Zukunft vorbereiten. Das dürfte nach dem Geschmack vieler Fans sein – und auch Jupp Heynckes sehr erfreuen.

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