Bayerns Coach hat die Qual der Wahl FC Bayern: Lässt Flick die zweite Reihe auf Hoffenheim los?

, aktualisiert am 04.02.2020 - 14:51 Uhr
Teures und hochwertiges Personal: Corentin Tolisso, Alvaro Odriozola, Philippe Coutinho und Serge Gnabry (von links nach rechts)sind echte Alternativen für das Pokalspiel gegen Hoffenheim. Foto: Rauchensteiner, GES, AK, F. Hörmann/imago / AZ-Montage

Bayern hat die Tabellenführung zurückerobert, jetzt geht es im Pokal gegen Hoffenheim. Trainer Flick hat die Qual der Wahl bei der Aufstellung. 

 

München - Das erste Etappenziel haben die Bayern erreicht. Unter Hansi Flick ist die in der Hinrunde noch taumelnde Mannschaft zurück an die Tabellenspitze der Bundesliga gestürmt – ziemlich schnell und ziemlich souverän. Im Topspiel zwischen den Münchnern und RB Leipzig am Sonntag stehen nun die Sachsen unter Druck, eine nette Ausgangslage für Flicks Team.

Aber "Obacht", wie Sportdirektor Hasan Salihamidzic sagt: Zunächst muss das Pokal-Achtelfinale gegen 1899 Hoffenheim am Mittwoch (20.45 Uhr, ARD/Sky und im AZ-Liveticker) überstanden werden, gegen eine Mannschaft, die in dieser Saison für überraschende Pleiten gut ist, die in der Liga aber die Topmannschaften Dortmund, Leverkusen und eben auch den FC Bayern besiegt hat – beim 2:1 Anfang Oktober in München. "Ich kann mich gut an das Spiel erinnern, deshalb bin ich sehr vorsichtig", sagt Salihamidzic. "Das ist ein Gegner, den man ganz, ganz ernst nehmen muss. Eine sehr gute Truppe."

Flick hat jetzt wieder Alternativen auf der Bayern-Bank

Doch was sollen die Hoffenheimer umgekehrt über Bayern sagen? Beim Spiel in Mainz zeigte sich die Qualität des Kaders, als Flick von der Bank Philippe Coutinho, Serge Gnabry und Corentin Tolisso einwechseln konnte. Nach Wochen der personellen Sorgen entspannt sich die Lage weiter, Flick hat jetzt Alternativen. "In der heißen Phase werden wir alle Spieler brauchen", sagt Salihamidzic.

Gut möglich, dass Coutinho, Gnabry und Co. schon gegen Hoffenheim eine Chance erhalten. Die AZ gibt einen Überblick über Bayerns erstklassige zweite Reihe.

Philippe Coutinho: Der Brasilianer saß zuletzt zweimal draußen, er ist aktuell die Nummer zwölf im Bayern-Kader. Zu wenig für die eigenen Ansprüche. "Er wird seine Chancen bekommen", sagt Salihamidzic. "Wie er trainiert, wie er sich reinhaut – er macht das schon ordentlich." Kapitän Manuel Neuer sieht es ähnlich. "Ich denke, dass er uns weiterhin helfen wird. Es ist eine Frage der Zeit, bis er in der ersten Elf stehen wird."

Neuer hat bei Coutinho eine wichtige Entwicklung ausgemacht: "Gegen den Ball arbeitet er super, besser als in der Hinrunde. In der Vorbereitung hat er richtig viel investiert und geackert." Trotz schwieriger Gegenwart und unklarer Zukunft kann also keine Rede davon sein, dass sich Coutinho hängen lässt. "Wir brauchen ihn", sagt David Alaba: "Wenn er reinkommt, merkt man, was für ein Weltklasse-Fußballer er ist." Gegen Hoffenheim womöglich schon von der ersten Minute an.

Corentin Tolisso: Weil sich Leon Goretzka bei Flick als Achter etabliert hat, schaut der französische Weltmeister meist zu. In Mainz sogar bis zur 89. Minute. "Ich sehe ihn gut trainieren, sich reinhauen", erklärt Salihamidzic. Doch seine Bestform, die Tolisso vor der schweren Verletzung im September 2018 konstant zeigte, hat er noch nicht wieder erreicht. Darf er im Pokal Spielpraxis sammeln?

Serge Gnabry: Ivan Perisic, der am Sonntag 31 Jahre alt wurde, vertrat Bayerns Außenstürmer zuletzt sehr zuverlässig und überzeugend. Am Dienstag zog sich der Korate allerdings einen Knöchelbruch zu - für ihn dürfte Gnabry wieder in die Startelf rücken. Im Januar war der 24-Jährige von Achilessehnenproblemen gestoppt worden. "Es ist ganz wichtig, dass wir die verletzten Spieler fit kriegen, dass (Lucas) Hernández, (Kingsley) Coman und Gnabry in Form kommen", sagt Salihamidzic.

Bei Gnabry ist das wieder der Fall. "Serge ist absolut 100 Prozent fit", sagt Hansi Flick am Dienstag - die Chancen auf eine Rückkehr in die Startelf stehen also gut.

Alvaro Odriozola: Was kann er denn, der Neue? Bislang hat Rechtsverteidiger Odriozola genau null Minuten für Bayern gespielt. Die Viererkette um Alphonso Davies, Alaba, Jérôme Boateng und Benjamin Pavard harmoniert. Bleibt der 24-jährige Spanier in der Back-up-Rolle? "Er ist ein richtig guter Junge, präsentiert sich sehr gut im Training und hat auch sehr gute Fitnesswerte", sagt Salihamidzic. "Er ist bereit zu spielen."

Lesen Sie auch: In der Defensive des FC Bayern spitzt sich der Konkurrenzkampf zu

3 Kommentare