Tag der Entscheidung: Wie der TSV 1860 Platz drei erobern will

Für die Löwen steht das Alles-oder-nichts-Spiel in Ingolstadt an. Nur ein Dreier sichert den Sechzgern den Relegationsplatz. "Wir werden sehen, wer die stärkeren Waffen auf dem Platz hat", sagt Trainer Michael Köllner.
| Matthias Eicher
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Verschworene Relegations-Jäger: Die Löwen um Torjäger Sascha Mölders wollen es beim Showdown am Samstag in Ingolstadt wissen.
Verschworene Relegations-Jäger: Die Löwen um Torjäger Sascha Mölders wollen es beim Showdown am Samstag in Ingolstadt wissen. © imago images/MIS

München - Sechzger oder Schanzer? Weiter den Aufstiegstraum vor Augen oder das Ringen zwischen Enttäuschung und Stolz über den undankbaren vierten Platz? Sehr geehrte Damen und Herren, herzlich willkommen zum alles entscheidenden Duell am 38. und letzten Spieltag der auslaufenden Drittliga-Saison 2020/2021!

Der TSV 1860 kämpft am Samstag beim FC Ingolstadt 04 (13.30 Uhr, BR, Magenta Sport und im AZ-Liveticker) um seine letzte Chance, in die Relegation einzuziehen. "Es ist der Tag der Entscheidung", sagte Löwen-Trainer Michael Köllner vor dem schicksalhaften Saison-Endspiel im oberbayerischen Derby. Es ist wie gemalt für einen elektrisierenden Schlussakt der regulären Spielzeit.

"Jetzt kommen wir an einen Punkt, wo es richtig brennt", sagte Köllner voller Vorfreude auf das Finale furioso: "Darauf fieberst du die ganze Saison hin, das ist doch das Schönste, was es gibt!"

Sechzig in Ingolstadt: Nur ein Sieg zählt

Selbstbewusste Worte voller Zuversicht, die Köllner gewählt und auch ausgestrahlt hat, denn der 51-Jährige weiß: Es muss auch ein Tag des Selbstvertrauens werden, soll es mit einem Sieg gegen die Schanzer klappen.

Die Löwen brauchen nichts anderes als einen Dreier, um (66 Punkte) noch an den Schanzern (68) vorbeizuziehen und sich die Aufstiegsspiele (27., 30. Mai) zu sichern. Voraussichtlich gegen einen Klub des Zweitliga-Trios VfL Osnabrück, Eintracht Braunschweig oder Sandhausen. Für den FCI ist dagegen vom direkten Aufstieg über die Relegation bis hin zum Scheitern alles drin. Sport-Boss Günther Gorenzel verortet ob des Saisonziels Aufstieg des Gegners "die größere Drucksituation ganz klar bei Ingolstadt".

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Und Köllners Marschroute? "Kampfansagen sind völliger Schmarrn. Die wollen gewinnen, wir wollen gewinnen. Da geht es jetzt nicht mehr groß um Taktik", sagte der TSV-Trainer: "Ich bin mir sicher, dass wir ein richtig gutes Spiel machen werden."

Es ist ein Finale, dem alle Sechzger entgegenfiebern. "Da freut sich Sascha Mölders darauf. Die ganze Mannschaft freut sich – dann werden wir die Waffen auf den Platz legen", so Köllner, "und dann schauen wir mal, wer die stärkeren Waffen auf dem Platz hat!"

Löwen-Fans planen Unterstützungs-Spektakel

Sechzigs Tag der Entscheidung wird auch ein Nachweis der grenzenlosen Unterstützung werden. Die traditionell leidgeprüfte und zuletzt feierwütige Fanschar der Sechzger wird auch im Saisonfinale ihren Mann stehen.

Von der Verabschiedung am Vereinsgelände bis zum Sportpark in Ingolstadt – nach AZ-Informationen ist rings um das Duell ein wahres Spektakel geplant. "Sollen wir alle zu Hause sitzen, noch länger im Lockdown und uns darüber ärgern, was gerade alles in unserem Land passiert?", sagte Köllner, der aber diesbezüglich "zwei Bilder im Kopf" hat.

Denn es solle keine Ausschreitungen geben, wie in Dresden: "Natürlich will ich nicht, dass im Radio Meldungen kommen: 'Löwen-Fans drehen völlig durch und ziehen den Köllner aus dem Bus.' Aber wenn uns Leute auf dem Weg nach Ingolstadt begleiten, auf den Brücken stehen oder hinter uns herfahren – wenn dabei keiner belästigt wird, ist das doch schön."

Autobahn-Aktion der Fans: Polizei will durchgreifen

Köllner nahm dabei Bezug auf einen Aufruf der "Fighting Lions" aus Eching, bei der die Autobahnbrücken auf der A9 zwischen München und Ingolstadt mit Fahnen und Bannern geschmückt werden sollen.

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Ursprünglich als Motivationsschub gedacht, soll die Aktion nun nach Spielschluss stattfinden – unabhängig vom Spielausgang. Die Polizei schickte schon mal einen Appell an die Fans: "Bitte bleiben sie zu Hause und sehen sich das Spiel vor dem Fernseher an. Am Stadion werden sie nichts mitverfolgen können", sagte Einsatzleiter Peter Heigl, der ankündigte, dass die "Einsatzkräfte etwaige Sicherheitsstörungen konsequent unterbinden und verfolgen werden". Kann man nur hoffen, dass es am Ende ein Fußball-Fest wird – am besten ein weiß-blaues.

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