Wer kommt, wer geht? Die Transfer-Baustellen des FC Bayern

Der FC Bayern könnte im Sommer 2022 ein völlig neues Gesicht bekommen. Einige Spieler können und werden wohl auch ablösefrei gehen, andere sollen, sofern man sich nicht auf eine Verlängerung einigt, noch verkauft werden. Steht am Ende ein Super-Transfer?
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Hasan Salihamidzic (l) und Oliver Kahn sind beim FC Bayern für die Transferplanungen zuständig.
Hasan Salihamidzic (l) und Oliver Kahn sind beim FC Bayern für die Transferplanungen zuständig. © Peter Kneffel/dpa/dpa

München - Zwar gilt der Dezember als staade Zeit, aber so richtig viel Ruhe wird es weder bei Vorstandschef Oliver Kahn (52) noch Aufsichtsratschef Herbert Hainer (67) oder Sportchef Salihamidzic geben. Es gilt, schon die Kaderplanung für die kommenden Saison ins Laufen zu bringen. Und da stehen derzeit noch viele Fragezeichen im Raum. 

Einen Transfer im Winter wird es wohl kaum geben, jedenfalls nicht in Richtung München. Das man aber bereit wäre, bei entsprechenden Angeboten im Winter die Verkaufskandidaten Corentin Tolisso (27), Marc Roca (25), Bouna Sarr (29) und Michaël Cuisance (22) ziehen zu lassen, ist durchaus denkbar. Vor allem bei Tolisso, dessen Vertrag im Sommer endet, wäre im Winter die letzte Möglichkeit, bei einem Wechsel noch eine Ablöse zu kassieren.

Sollte im Winter einer der Spieler den Rekordmeister doch noch gegen Ablöse verlassen, würde diese wahrscheinlich nicht gleich wieder investiert. Auch an der Säbener Straße will man sparen – um dann im Sommer vielleicht doch einen Super-Transfer abzuschließen?

Thema Haaland noch lange nicht abgehakt

Laut "Sport Bild" soll das Thema Erling Haaland bei den Bayern noch lange nicht abgehakt sein. Zwar würden die Bayern-Bosse lieber Robert Lewandowski noch einige Jahre halten, dennoch soll ein Transfer des norwegischen Stürmerstars im Dienste von Ligarivale Borussia Dortmund noch nicht vom Tisch sein.

Lewandowski hat noch einen Vertrag bis Sommer 2023. Ob die für das Frühjahr 2022 geplanten Vertragsgespräche mit Lewandowski-Berater Pini Zahavi, den Uli Hoeneß einst als Piranha bezeichnete, am Ende in einer Vertragsverlängerung Lewandowskis enden, ist nicht sicher.

Der Weltfußballer will noch bis mindestens 2025 auf höchstem europäischen Niveau spielen. Die Bayern haben die interne Regel, Spielern über 30 nur noch Einjahresverträge anzubieten. Bleibt die Frage offen, ob die Bayern bereit wären, Lewandowski in den kommenden Jahren weiter sein Spitzengehalt zu bezahlen. Immerhin wäre Lewandowski am Ende des Vertrages dann schon fast 36 Jahre alt. Hinzu käme auch noch das Honorar von Berater Zahavi, der andererseits bei einem Lewandowski-Transfer ebenfalls gut abkassieren könnte.

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Sollten die Bayern nicht bereit sein, die Wünsche von Lewandowski und Zahavi zu erfüllen, könnten die Zeichen im Sommer auf Abschied stehen, denn nur dann könnten die Bayern mit dem polnischen Weltstar noch einmal Kasse machen.  

Erster Kandidat auf dessen Nachfolge wäre wohl Erling Haaland, der bei Borussia Dortmund für den Sommer 2022 eine Ausstiegsklausel in Höhe von 75 bis 90 Millionen Euro besitzen soll. In heutigen Zeiten schon fast ein Schnäppchen für einen Stürmer der Qualität Haalands.

Allerdings dürfte das Gesamtpaket, das rund um den norwegischen Nationalspieler geschnürt werden soll, auch die Bayern finanziell an ihre Grenzen bringen. Gerüchten zufolge soll Haaland-Berater Mino Raiola ein Jahresgehalt von 50 Millionen Euro ausgerufen haben, auch in Nicht-Corona-Zeiten eine horrende Summe.

So horrend, dass der FC Chelsea, der Haaland im Sommer 2021 auf dem Zettel hatte, laut Trainer Thomas Tuchel von einem Transfer Abstand genommen hat und stattdessen den Belgier Romelu Lukaku nach London holte. Und auch bei den anderen europäischen Spitzenklubs ist nicht zwingend Bedarf für Erling Haaland. Real Madrid liebäugelt mit einem ablösefreien Wechsel von Kylian Mbappé von PSG, beim Pariser Spitzenklub hätte Haaland ohnehin Neymar und Messi als Konkurrenten. Bei Manchester City favorisiert Pep Guardiola Tottenham-Star Harry Kane und den FC Barcelona plagen milliardenschwere Geldsorgen.

Quo vadis, Robert Lewandowski?

Bliebe noch Manchester United, doch ob sich die "Red Devils" für die für Haaland wichtige Champions League qualifizieren können, ist auch noch nicht sicher.

Wird der FC Bayern doch eine ernsthafte Alternative für Haaland? Bevor die Münchner hier in media res gehen können, muss aber erst einmal der Fall Lewandowski gelöst werden. 

Vor selbigem Problem stehen die Münchner auch bei Kingsley Coman. Wie Lewandowski besitzt auch der Franzose noch einen Vertrag bis 2023, die Verlängerungsverhandlungen gestalten sich äußerst zäh, auch wenn Coman zuletzt durchblicken ließ, dass die Türen für den FC Bayern noch lange nicht zu sind. Wie schon bei Lewandowski dürften auch bei Coman im Sommer 2022 die Zeichen auf Abschied stehen, sollte man sich nicht vorher auf eine Vertragsverlängerung einigen. Nochmal will der FC Bayern sicherlich keine zwei Leistungsträger ohne Ablöse ziehen lassen.

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An der Säbener Straße soll außerdem der Name Ousmane Dembélé gefallen sein. Schon 2016 versuchte man, den jungen Franzosen von Stade Rennes nach München zu lotsen, doch der 24-Jährige entschied sich damals für Borussia Dortmund. Inzwischen spielt Dembelé beim FC Barcelona, ist bei den Katalanen aber nicht unumstritten und sein Vertrag läuft im Sommer 2022 aus. 

Bemüht sich Bayern um  Dembélé? Und was wird aus Süle?

Für Schnäppchenjäger Salihamidzic sicherlich ein Grund, sich mit der Personalie zu beschäftigen. Aber auch Lautaro Martínez (24) von Inter Mailand, Dusan Vlahovic (21) vom AC Florenz und Federico Chiesa (24) von Juventus Turin sollen laut Gerüchten bei den Bayern im Gespräch sein, um die Offensive zu verstärken.

Auch in der Abwehr könnte im Sommer ein Loch zu stopfen sein. Der Vertrag von Nationalspieler Niklas Süle läuft aus. Zwar sollen die Bayern-Verantwortlichen dem Süle-Management schon signalisiert haben, dass sie bereit wären, die geforderten zehn Millionen Euro im Jahr zu bezahlen, fix ist die Verlängerung aber noch nicht.

Mit Freiburgs Nico Schlotterbeck (22) und Chelsea-Verteidiger Antonio Rüdiger (28) wurde schon über zwei mögliche Süle-Alternativen spekuliert, aber gerade Rüdiger, immerhin Champions League-Sieger, dürfte, was Handgeld und Honorar angeht, trotz ablösefreien Wechsels kein Schnäppchen werden. Geld, welches die Bayern für einen Top-Transfer sicher gerne sparen würden.

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