Nicht mehr ganz dicht: AZ-Meisterzeugnisse für die Abwehr des FC Bayern

Die Bayern-Abwehr ist in dieser Saison so anfällig wie seit Ewigkeiten nicht mehr - nun steht hinten ein großer Umbruch an, Boateng und Alaba gehen. Der zweite Teil der AZ-Meisterzeugnisse.
| Maximilian Koch
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Die Hintermannschaft des FC Bayern war in dieser Saison nicht immer sattelfest.
Die Hintermannschaft des FC Bayern war in dieser Saison nicht immer sattelfest. © IMAGO / Poolfoto

München – Es hat sicher schon Trainingslager gegeben, auf die man sich im Team des FC Bayern mehr gefreut hat als auf dieses: Von Mittwoch an bis zum letzten Spieltag am 22. Mai residieren die Münchner im Achental Resort in Grassau am Chiemsee (4 Sterne), eine Quarantäne-Anordnung der Deutschen Fußball Liga (DFL), um weitere Spielabsagen zu verhindern.

Auf der einen Seite natürlich sinnvoll, auf der anderen aber auch ein bisschen ärgerlich für die Bayern-Stars: Wofür sollen sie nach der gewonnenen Meisterschaft jetzt eigentlich noch trainieren?

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40 Gegentore in 32 Spielen

Einen Ansatzpunkt gäbe es ja: die Defensive! 40 Gegentore musste Keeper Manuel Neuer (35) in 32 Bundesliga-Spielen hinnehmen, deutlich zu viele für die Ansprüche der Münchner, die hinten nicht mehr ganz dicht sind.

Ab der kommenden Saison soll Neuzugang Dayot Upamecano (22) für mehr Stabilität sorgen, die Defensive steht vor einem Umbruch. Teil zwei der AZ-Meisterzeugnisse: die Abwehr.

Boateng noch einer der Besten

Jérôme Boateng, Note 3: Der auslaufende Vertrag des 32-Jährigen wird nicht mehr verlängert, nach zehn Jahren verlässt Boateng Bayern. Er wird fehlen. Mit seinem guten Stellungsspiel und Zweikampfverhalten noch einer der Besten in Bayerns Defensive.

Bei mehreren Champions-League-Klubs im Gespräch.

David Alaba, Note 4: Auch der Österreicher wechselt - wohl zu Real Madrid. "Der Verein ist meine Familie, meine Heimat, mein Zuhause", sagte Alaba zum Abschied über den FC Bayern. In dieser Spielzeit agierte der Abwehrchef nicht auf dem hohen Niveau der Triple-Saison. Zu viele Wackler und Patzer, zu wenig Konstanz.

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Niklas Süle, Note 4: Von seinem Muskelfaserriss hat sich der 25-Jährige inzwischen erholt, er steht vor dem Comeback am Samstag gegen den SC Freiburg. Dennoch: Eine wechselhafte Saison für Süle, der immer wieder von Blessuren und zudem von einer Corona-Quarantäne nach falsch positivem Test gestoppt wurde.

Wird er unter dem neuen Coach Julian Nagelsmann, den er noch aus Hoffenheim kennt, endlich zum Boss in der Defensive?

Bayern sucht ein Pavard-Backup

Benjamin Pavard, Note 4: Der Franzose hatte eine lange Schwächephase, erst in den vergangenen Wochen erreichte er wieder sein Topniveau. Ein Tor und zwei Vorlagen in 35 Partien sind ein bisschen zu wenig. Bayern sucht nach einer Alternative hinten rechts.

Lucas Hernández, Note 3: Von Flick lange Zeit nur als Linksverteidiger eingesetzt, zuletzt aber immer häufiger zentral. Gut so. Dort soll Hernández auch unter Nagelsmann spielen. Wird immer stärker, gegen Paris mit einer Weltklasseleistung im Rückspiel.

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Alphonso Davies, Note 4: Nach seiner Raketensaison 2019/20 wieder unter den Menschlichen. Nur mit einem Tor und drei Vorlagen, hatte immer wieder mit Formschwankungen zu kämpfen.

Davies könnte bei Nagelsmann eine noch offensivere Rolle bekommen.

Sarr enttäuscht, Nianzou deutet sein großes Potenzial an

Bouna Sarr, Note 5: Auf den letzten Drücker vor Transferschluss von Hasan Salihamidzic verpflichtet, als Alternative zu Pavard gedacht. Doch der Plan ging nicht auf. Der Franzose, der zu 16 meist kurzen Einsätzen kam, enttäuscht bislang.

Bei einem passenden Angebot würde Bayern den 29-Jährigen verkaufen.

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Tanguy Nianzou, Note 4: Gegen Gladbach sah der 18-Jährige kurz nach seiner Einwechslung die Rote Karte wegen einer Notbremse. Zwei Spiele Sperre. Sonst bei sechs Pflichtspielen mit ordentlichen Ansätzen, man konnte sein riesiges Potenzial erkennen.

Formt Nagelsmann Nianzou zum Top-Verteidiger? Die Bayern glauben dran. "Er ist in der Spieleröffnung weit für sein Alter, hat eine sehr gute Technik und ist kopfballstark", sagte Salihamidzic über das Juwel: "Sein Anforderungsprofil passt zu unserer Mannschaft."

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