FC Bayern: Angst vor der 44 – wie macht Julian Nagelsmann ohne Benjamin Pavard dicht?

44 Gegentore hat der FC Bayern letzte Saison kassiert. Eigentlich sollte nun alles besser werden, aber nach der der Pavard-Verletzung nehmen die Abwehr-Sorgen zu. Davies vor Startelf-Comeback.
| Patrick Strasser
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Da auch Benjamin Pavard ausfällt, ruhen Nagelsmanns Abwehr-Hoffnungen nun auf Tanguy Nianzou (links) und Dayot Upamecano (hinten).
Da auch Benjamin Pavard ausfällt, ruhen Nagelsmanns Abwehr-Hoffnungen nun auf Tanguy Nianzou (links) und Dayot Upamecano (hinten). © imago images/MIS

München - Erstens kommt es anders - und zweitens als ein Trainer denkt. Einer weniger, aber auch wiederum einer mehr.

Das Abwehr-Puzzle gestaltet sich schwierig für den neuen Bayern-Trainer Julian Nagelsmann. Während Alphonso Davies ganz ohne Testspiel sogar ein Kandidat für die Startelf am Freitagabend beim Bundesliga-Auftaktspiel bei Borussia Mönchengladbach (20.30 Uhr, Sat.1, DAZN und im AZ-Liveticker) ist, fällt mit Benjamin Pavard (25) ein Stammspieler wegen einer Sprunggelenks-Verletzung länger aus, rund drei bis vier Wochen Minimum.

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Der Verein selbst sprach am Donnerstag in einer Mitteilung von einer "Bandverletzung am linken Sprunggelenk", konkretisierte nicht, ob es sich um einen Riss handelt. "Das ist sehr, sehr ärgerlich", bekannte Nagelsmann zur Trainingsverletzung des Rechtsverteidigers, "er war lebendig, war gut drauf. Er hat eine gute Variabilität, kann in der Dreier- und Viererkette spielen. Ihn hatte ich fix eingeplant auf der Position. Jetzt ist er erst mal ein paar Wochen weg." Der 34-Jährige hielt inne.

Julian Nagelsmann: "Rumheulen bringt nichts"

"Ich will nicht jammern, rumheulen bringt nichts, davon ist im Leben noch nie etwas besser geworden", meinte Nagelsmann und richtete den Blick auf die Ersatz-Kandidaten des verletzten Pavard: Bouna Sarr, Niklas Süle und Josip Stanisic. "Spieler, die zuletzt weniger gespielt haben, können jetzt auf sich aufmerksam machen." Er erwarte deshalb, "dass die Spieler die Chance nutzen wollen. Man muss die Gier spüren". Und wer ersetzt Pavard?

Süle, der bei Bayern in sein letztes Vertragsjahr gegangen ist und in der Nationalelf eine mehr als enttäuschende EM als Ersatzspieler (nur 18 Minuten Einsatzzeit beim 4:2 gegen Portugal) hinter sich hat, dürfte sich die größten Chancen ausrechnen. Bereits unter Nagelsmann-Vorgänger Hansi Flick hatte der 25-Jährige hin und wieder hinten rechts ausgeholfen, jedoch mit schwankenden Leistungen.

Alphonso Davies meldet sich zurück 

Der Franzose Sarr (29) bleibt ein Verkaufskandidat, Talent Stanisic (21) hat erst ein Pflichtspiel bestritten, kam in den Testspielen der Vorbereitung aber regelmäßig zum Einsatz.

Gute Nachrichten gab's hingegen von Sonnyboy Alphonso Davies. Der 20-jährige Kanadier habe nach seiner Knöchelverletzung "keine Probleme mehr", so Nagelsmann. "Phonzie macht einen guten Eindruck. Er wird nicht über 90 Minuten gehen können. Ich habe ihn aber schon für die Startelf im Kopf, unter Umständen kann er beginnen."

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Mit Pavard brach nach Hernández der zweite Abwehr-Fixpunkt weg

Tendenz: Wird er auch. Denn, so Nagelsmann: "Er ist ein wichtiger Spieler und kann wertvolle Minuten sammeln." Stanisic oder Omar Richards (23), ablösefrei vom FC Reading aus der englischen Championship (2. Liga) geholt, könnten ihn nach rund 60 Minuten ablösen.

Mit Pavard brach Nagelsmann jedoch der zweite Fixpunkt weg neben Weltmeister Lucas Hernández (25), der nach seiner Knie-Operation infolge eines Innenmeniskus-Einrisses im linken Knie aktuell im Aufbautraining ist. Neuzugang Dayot Upamecano (22/Ablöse 42,5 Millionen Euro an RB Leipzig) ist noch dabei, sich zu integrieren.

Nagelsmann: "Wir brauchen defensive Stabilität"

Der Franzose soll künftig mit Landsmann Lucas die zentrale Abwehr stabilisieren. Denn eines gilt es unbedingt zu verhindern: erneut 44 Gegentore zu bekommen, zwölf mehr als in der Saison zuvor und so viele wie seit der Spielzeit 1995/96 nicht mehr. Die Angst geht um vor einer neuen 44.

Für Nagelsmann ein "entscheidender Faktor, den wir verbessern wollen. Niemand hat Lust, immer einem 0:2-Rückstand hinterherzurennen. Die Saison wird intensiv. Wir brauchen defensive Stabilität. Darauf legen wir das Hauptaugenmerk. Wir werden mehrere defensive Grundordnungen einüben, um flexibler zu agieren. Wenn die Offensiv-Monster weiter offensiv stabil sind, wird die Defensive automatisch auch stabiler." Einer wäre darüber besonders happy: Welttorhüter Manuel Neuer.

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