Bayerns lange Mängelliste: Diese Probleme muss Flick lösen

Die Münchner Triple-Sieger schwächeln zurzeit und stehen vor dem Pokalspiel in Kiel unter Druck. "Wir bekommen aktuell zu viele Gegentore", kritisiert Goretzka. Die AZ erklärt, woran es beim FC Bayern besonders hakt.
| Maximilian Koch
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Nach der Bayern-Pleite in Mönchengladbach mehr als bedient: Joshua Kimmich, Leon Goretzka  und Alphonso Davies (von links).
Nach der Bayern-Pleite in Mönchengladbach mehr als bedient: Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Alphonso Davies (von links). © imago images/Poolfoto

München - Bei eisigen minus sieben Grad Außentemperatur startete der FC Bayern am Montag an der verschneiten Säbener Straße die Vorbereitung aufs Pokalspiel bei Zweitligist Holstein Kiel am Mittwochabend (20.45 Uhr/ARD und Sky und im AZ-Liveticker).

Nur vier Siege aus acht Spielen

Nach der 2:3-Niederlage in Mönchengladbach und insgesamt nur vier Siegen aus den vergangenen acht Spielen reist das Team von Trainer Hansi Flick mit Druck an die Kieler Förde. Sollte der Triple-Sieger in dieser zweiten Runde des DFB-Pokals beim Außenseiter scheitern, würde es richtig frostig werden - auch auf den Fluren der Geschäftsstelle.

Die Neuzugänge enttäuschen

Eines der vielen Probleme derzeit: Die Last-Minute-Neuzugänge um Douglas Costa enttäuschen und können die Stammspieler nicht entlasten. "Der Kader ist top bis zur Nummer 15, dann ist eine kleine Lücke, die geschlossen werden muss", sagte Sky-Experte Lothar Matthäus: "Die Neuzugänge sind noch nicht so weit."

Lothar Matthäus wurde mit dem FC Bayern München dreimal Deutscher Meister.
Lothar Matthäus wurde mit dem FC Bayern München dreimal Deutscher Meister. © imago images/Eibner

Die Mängelliste des FC Bayern

Doch die Münchner haben noch einige andere Sorgen. Die AZ erklärt die Mängelliste:

Gegentorflut: "Wir bekommen aktuell zu viele Gegentore", sagt Leon Goretzka und bringt es damit auf den Punkt. 24 Treffer kassierte Manuel Neuer schon in 15 Bundesliga-Spielen, damit bewegen sich die Münchner auf dem Niveau von Arminia Bielefeld und Werder Bremen, Teams wie Augsburg, Stuttgart oder Union Berlin sind defensiv stabiler als Bayern. Erschreckend.

Formschwächen: Die Abwehrnot hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sich sämtliche Verteidiger in schwacher Form befinden. Benjamin Pavard, Niklas Süle, Alphonso Davies, David Alaba, Jérôme Boateng - alle wackeln. Umso erstaunlicher, dass Lucas Hernández von Flick kaum noch eingesetzt wird. In Kiel darf der Franzose aber wohl starten.

Kein taktischer Plan B: Es zeigt sich immer mehr, dass die Gegner Bayerns Pressingplan durchschaut haben und mit gezielten Pässen hinter die Abwehr kommen. "Man muss einfach die Balance finden - vorne zwar attackieren, aber sich auch selbst zu finden, denn es ist so kräftezehrend, wenn du vorne immer wieder attackierst", analysierte Matthäus: "Wenn das dann mal überspielt wird, wie es aktuell oft passiert, ist es für die Defensive schwierig, die Räume zu schließen." Flick braucht einen taktischen Plan B, um eine 2:0-Führung wie in Gladbach sicher über die Zeit zu bringen. Dieser Einbruch war "nicht Bayern-like", wie Thomas Müller treffend erklärte.

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Uninspirierte Auftritte und Kraftverschleiß

Kaum Alternativen im Kader: Der uninspirierte Costa-Auftritt in Gladbach war symptomatisch. Bayerns Last-Minute-Einkäufe sind bislang keine Verstärkungen. Neben Costa haben auch Marc Roca, Bouna Sarr, Eric Maxim Choupo-Moting und Tiago Dantas ganz offensichtlich nicht das Niveau, welches Spieler wie Thiago, Ivan Perisic oder Philippe Coutinho in der Triple-Saison noch hatten. Leroy Sané geht die Konstanz ab.

Es fehlt an Qualität in der Breite. Verantwortlich dafür: Sportvorstand Hasan Salihamidzic, der seine Transfers verteidigte und Winterzugänge ausschloss. "Selbstverständlich machen wir nichts", sagte er in Gladbach: "Wir sind sehr gut besetzt, haben viele Optionen." Flick widerspricht - zumindest öffentlich - nicht. "Ich bin keiner, der neue Spieler haben will", sagte er.

Seine Spielphilosophie sei eben anspruchsvoll und erfordere viel Training. Doch das gibt es aufgrund des engen Kalenders nicht. Auch deshalb haben die Neuzugänge Probleme.

Kraftverschleiß: Allein bis Ende Februar stehen inklusive Klub-WM in Katar noch bis zu zwölf (!) Pflichtspiele für Flicks Team an. Dabei gaben Stars wie Goretzka schon zuletzt zu, "müde" zu sein. Kollege Müller wollte dies jedoch nicht als Ausrede gelten lassen.

Klar ist: Gerade jetzt wäre es wichtig, den Triple-Helden mal Pausen zu geben, um sich zu erholen. Dafür ist der Kader allerdings nicht stark genug aufgestellt.

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