Nockherberg: Die Fastenpredigt des Bruder Barnabas

Das gibt's nur auf dem Nockherberg: Bruder Barnabas poltert, jubelt, ballt die Faust und hält der versammelten Polit-Prominenz ihre Fehltritte vor. Wir veröffentlichen seine komplette Fastenpredigt. Viel Spaß!
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Das gibt's nur auf dem Nockherberg: Bruder Barnabas poltert, jubelt, ballt die Faust und hält der versammelten Polit-Prominenz ihre Fehltritte vor. Wir veröffentlichen seine komplette Fastenpredigt. Viel Spaß!

Zum Publikum

Gebt, gebt, gebt. Gebt Ihr Leute! Gebt! Macht’s Eure Säckel auf! Der Herr wird es Euch lohnen. Gebt, gebt, gebt. Gebt Ihr Leute! Gebt! Öffnet Eure Taschen weit, dann bricht an die gold’ne Zeit! Spendet auch dem Ackermann, dass weiter er gut leben kann.

Gebt, gebt, gebt. Gebt Ihr Leute! Gebt! Für die Landesbank gebt Geld, auch wenn es Euren Beutel quält. Selbst Ihr GRÜNEN spendet munter, dann wird Bayern immer bunter.

Gebt, gebt, gebt. Gebt Ihr Leute! Gebt! Gebts mir Eure letzten Groschen, und tuts net jammern, halt’s die Goschen. Für dumme Unternehmer bürgt, auch wenn es Euch zum Kotzen würgt. Der Bürger gebe, was er hat, den Opelwerken gibt’s der Staat.

Gebt, gebt, gebt. Gebt Ihr Leute! Gebt! Wer jetzt zahlt, der kommt nicht dran. Ja, Sie brauchen net zahlen, Herr Monatzeder, Sie kommen eh net dran.

Gebt, gebt, gebt. Gebt Ihr Leute! Gebt! Bänker, Broker, Börsen-Spekulanten, ziehen bettelnd durch die Landen. drum greift’s fest nei in Euren Loden, die Aktien sind ganz tief am Boden. Alle wimmern, heulen, greinen, doch an Schuldigen – gibt’s nirgends einen! Habt’s weiße Westen, engelsgleich, doch manches G’sicht wird langsam bleich. Denn Ihr ahnt: Jetzt kommt die Stund, wo meine Fastenpredigt kummt!

Zu Georg Fahrenschon

Geh, Herr Finanzminister Fahrenschon, Sie sind der einzige, der anscheinend in dieser Regierung bis 3 zählen kann. Also schaun’s doch bitte einmal nach, wie hoch unsere Kollekte ausgefallen ist für notleidende Landesbankmanager.

Liebe Brüder und Schwestern in Hopfen und Malz! In Luxemburg verzichtet ja ein Bürgermeister auf sein Gehalt, weil die Gemeinde Geld in Amerika verspekuliert hat. Wieviel Millionen hat gleich wieder die Stadt München verloren, Herr Ude? Sie waren doch im Aufsichtsrat der Landesbank, Herr Erwin Huber, auf wieviel verzichten Sie? Herr Stoiber, Herr Faltlhauser, wo ist Ihr geldwerter Beitrag? Und keine fade Entschuldigung! Wo sind denn die Gehaltsverzichte der ganzen bonusgeilen Banker bis runter zum kleinen Anlageberater am Schalter?! Wo ist Ihr persönlicher Beitrag, meine Herren, zum Konjunkturprogramm? Auch Kleinvieh macht Mist!

Aber solang wir in Bayern flächendeckend Einser-Abiturienten und Eliten aus - bilden, die nicht wissen, was ein Bausparvertrag ist und keine Ahnung haben von Zins und Tilgung, müssen wir uns ja nicht wundern, wenn korrupte Anlageberater und Börsenkasperl den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen und ihnen mit aberwitzigen Renditeversprechen den Kopf verdrehen. „Sünde, dein Name sei Anlageberater!“

Zu Josef Ackermann

Lesung aus dem Buche Ackermann: Und Gott der Herr schleuderte zornig seine Blitze unter die Raffgierigen und sprach: „Ihr sollt Euch nicht vor anderen Göttern niederwerfen! Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon!“ Ackermann aber, der profitgeile Jünger Calvins, trat wieder vor das Volk und sprach: „Ich bin betrübt über die vielen Milliardenverluste, aber gebt mir das wenige Geld, das Ihr noch habt und ich verspreche Euch abermals 25 % Rendite!“

Und er hörte nicht auf, den Herrn zu lästern: „Rendite ist das Ziel, worauf alle Gedanken zielen. Rendite ist die Speise, nach der jeden hungert. Rendite ist ein Gott, den alle anbeten.“ Doch da wurde das Volk zornig und es erkannten plötzlich alle, dass Ackermann spielsüchtig und vom Verstand gekommen war. Da banden sie Ackermann mit Stricken, und zusammen mit Hans-Olaf Henkel und Hans-Werner Sinn und all den anderen Neoliberalisten, Glücksspielern und Raubtierkapitalisten brachten sie ihn in ein Narrenhaus. Aus is und gar is – schad, dass’s net wahr is!

Prost Gemeinde! Halt! Ubi Huberi cum cervisia? Ja, ist da jetzt überhaupt noch ein Salvator drin, oder is des jetzt schon ein Oktoberfestbier? Also: Maß vobiscum! Prost!

Liebe Salvatorianer! Es gibt in Deutschland ja Unternehmen, da wird gelogen, gemobt, getrickst. Beschäftigte werden im großen Stil bespitzelt. Eine Unternehmenskultur der Heimtücke, der Verlogenheit und der Feigheit! Aus Klopapier machen bestochene Rating-Agenturen Wertpapier. Feige Vorstände verstecken sich hinter dem breiten Rücken ihrer Unternehmensberater. Banker, Manager und Aufsichtsräte schieben sich gegenseitig Posten, Tantiemen und Bonuszahlungen zu und nennen das dann frech auch noch Marktwirtschaft. Heute müssen wir sagen:

Zu Hartmut Mehdorn

Das ist eine verfilzte Kaste mit beutelschneiderischer Absicht! Und wenn sie dann auffliegen, die Herrn, dann will niemand etwas gewusst haben: So wie der Schutzheilige der Ahnungslosen, der Herr Pierer. Oder Bahnpapst Mehdorn, der unfehlbare Ölgötze und König der Spitzel, der sich sonst um jeden Schwellennagel persönlich kümmert, hat ja auch keine Ahnung g’habt, dass alle seine Rangierer der Korruption verdächtigt werden. Ja, für wie blöd hält uns der denn? Aber jetzt hat dieser Bahn-Napoleon endlich sein Waterloo erlebt und beglückt uns in Zukunft nur noch als Mobiler Brezenverkäufer.

In Barnabas XIV, 10 steht geschieben: „Wer alles weiß, weiß nichts. Und wer sich selbst auserwählt, wird zuletzt an die Reihe kommen!“ Des schreibt’s Euch hinter die Löffel, Ihr Eliten! Abgeschlossnes Hochschulstudium in BWL und Jura, Prädikatsexamen, Auslandserfahrung, aber soziale Intelligenz gleich Null. Er kann seinen Capuccino auf Italienisch bestellen und weiß, dass Baguette und Camenbert Französisch ist. Damit ist man dann schon eine deutsche Elite und kriegt an Job ganz, ganz, ganz weit oben.

Vorstand eines börsennotierten Unternehmens: Deutsche Elite! Vorstand einer Bank: Deutsche Elite! Vorstand einer Partei: Deutsche Elite! Elite, Elite, Elite überall, soweit das Auge reicht. – Ja, und wer baut grad den größten Scheiß seit dem 2. Weltkrieg? Aber merkwürdig? Warum haben dann in Frankreich die Banken nicht Milliarden verspekuliert? Warum gibt’s in Spanien eine funktionierende Banken- und Finanzaufsicht und nicht bei uns?

Ja, schlauer sind die auch nicht, aber net so raffgierig und ruachert wia bei uns in Deutschland. Wo sich ein jeder schon als ein Kapitalist fühlt, nur weil er amal die Bedienung um eine Halbe Bier b’scheißt.

Nein, Kapitalisten, dass sind ganz andere. Solche, zum Beispiel, die sich voller Gier und Größenwahn als Forelle an einem Hecht verbeißen und dann, wenn das Geld plötzlich nicht reicht, allen anderen die Schuld geben und nach staatlicher Hilfe schreien. Denn jedes normalbegabte Grundschulkind, das Monopoly spielt, weiß: Wenn ich ein Haus kaufen will, muss ich genügend Geld haben. Habe ich jedoch kein Geld mehr und brauche aber dringend eines, dann muss ich eben meine Häuser verkaufen, oder meinen Pelzmantel, oder meine Villa in Kitzbühel, oder meine Segelyacht in St. Tropez, oder meinen Porsche!

Und so wird dann eben unersättliche Gier und Größenwahn durch die Gesetze des freien Marktes bestraft, die da heißen: „Warst net auffig’stiegen, warst net owig’fallen!“ Und die arme Frau Schaeffler lebt fortan in einer 3-Zimmer-Wohnung, bezieht Hartz IV und stottert ihre Schulden ab. Ja, das machen in Deutschland Millionen! Warum ist das einer Familie Schaeffler nicht zuzumuten?!

Gebet eines Opelarbeiters: „Gegrüßet seist du, Kapital von der Gnade, Gebenedeit bist du unter all den Geldern, Und gebendeit ist die Frucht deiner Gaben. Staat, zahle für uns, jetzt und in der Stunde unseres Siechtums.“

Zu Guido Westerwelle

Wir ham ja zwei Autoindustrien, die jetzt in der Krise sind: Die Opel-Autoindustrie und Nopel-Autoindustrie. Die einen bauen Autos, die ohne Abwrackprämie oder Beamten-Rabatt freiwillig keiner kauft und die anderen bauen nur noch PS-starke Allrad-Bonzenschleudern. Ja, apropos: Herr Westerwelle, wo war denn eigentlich der flammende Protest der FDP als man die Kfz-Steuer für diese Abgaschleudern senken wollte?

Doch da schweigt sie verräterisch, die DSP: die Dienst- und Sportwagen-Partei. Aber die Abwrackprämie bekämpfen! Denn von der profitieren nur die Menschen, die Sie garantiert nicht wählen! Höchstens aus Versehen. Weil allzuviele fälschlicher Weise glauben, die FDP sei das geringere Übel. „Oh, Herr in der Gnade, schenke im September Weisheit all den Irregeleiteten!“ Der Guido Westerwelle kommt ja nicht mehr zum Nockherberg. Aber nicht aus Feigheit. Nein! Der kann doch vor lauter Kraft nicht mehr laufen! Solche Muckis, so eine Riesen-Klappen und so ein Hirn, aufgeblasen vom Möchtegern-Regierungs- Testosteron: „Ich bin ein Star, lasst mich regieren!“ Prost! Salvatorgemeinde! Schwoam man obi!

Zu Edmund Stoiber

In der Fastenzeit leben wir Paulanermönche ja nur vom Bier und grundsätzlich fleischlos. Statt „Nürnberger Saure Zipfel“, einer „Niederbayrischen Bauernantn“, oder einem „Wolfratshauser Platzhirschragout“ . . . Jessas, der Herr Stoiber! Ja, sind Sie immer noch da? „Auch Stoiber gebe seinen Obolus und seiner Karin einen Kuss!“ Seit 25 Jahren arbeite ich mich an Ihm ab und er kommt immer wieder! Er hört nicht auf! Entweder sind Sie ein Masochist, oder Sie ham wirklich Humor!?

Also: Paulanermönche verspeisen ihrer Ordensregel entsprechend: Grüne Doppelspitzen, Rote Ruam, gerne auch die eine oder andere Schwarzwurzel, Mecklenburg-Vorpommeranzen und vor allem: Ingolstädter Seehecht! In dem Karpfenteich der CSU-Landtagsfraktion ist es ganz schön aufgegangen, wie man Ihnen plötzlich so einen großmäuligen Raubfisch ins brackige, faulige Fischwasser g’setzt hat. Vor allem die fränkischen Karfreitagskarpfen ham empört nach Luft g’schnappt. Und so mancher alte 60-Pfünder, der schon gut Moos ang’setzt hat, ist plötzlich in der Pfanne gelandet. Wie ein Sushimeister haben sie ihr Kabinett zubereitet:

Der Thomas Goppel zum Beispiel, hat vorn noch nach Höherem geschnappt und gar net g’merkt, wie er hinten schon langsam filetiert worden ist. Ja, nachdem wir ein Jahr lang ein sauertöpfisches Transvestitenpaar vom fränkischen Fasching als Bayernregenten g’habt ham, zieht jetzt mit Horst I., genannt der Dauergrinsende, und ihre Lieblichkeit Karin II., die Dirndltragende, wieder ein würdiges Prinzenpaar in die Narrhalla, genannt Staatskanzlei ein.

Zu Horst Seehofer

Die Krise, Herr Ministerpräsident, wird ja von Ihnen gnadenlos weggelächelt. Und Ihre Kritiker weggespöttelt. Sie lieben es ja, Ihre Mitmenschen humoristisch abzufieseln. Und der Parteifreund, der heute das Ziel Ihres Kantinenwitzes ist, kann sich ausrechnen, dass er morgen schon frisch rasiert auf dem Schafott liegt.

Meine Damen und Herrn Minister, hier ist jetzt ein pflichtschuldiges Lachen des ganzen Kabinetts vorgesehen. Sonst gibt’s hernach gleich wieder einen Aufstrich wegen mangelnder Ehrerbietung.

Wissen’s Herr Ministerpräsident, wenn so ein anderer Demokrator wie der kleine Berlusconi so zynische und selbstverliebte Witzerl macht, dann ist das ja verständlich. Dem fehlen auch 20 cm Normalmaß – körperlich und geistig. Aber Sie sind doch 20 cm über dem Normalmaß – körperlich.

Groß und schwer wie ein Bismarckdenkmal. Wo Sie stehen, hat kein anderer Platz. Und trotzdem ausgestattet mit einer meisterhaften Fingerfertigkeit: Wie ein Pistolero aus am Italo-Western, wenn’s darum geht, mit Ihre Riesenpranken eine flammende SMS nach der anderen an Ihre Minister zu schicken. Und auf diesen kleinen, wutzlerten Handy-Tasten tippen’S dann: „Heute Merkel schon geärgert?“, oder: „Wer pöbelt morgen gegen die SPD?“ und: „Wo bleibt die Revolution?“

Revolution! Das wissen Sie schon, dass wegen einer Revolution der erste baye - rische Ministerpräsident umbracht worden ist? Aber keine Angst! Sie sind ja mindestens doppelt so groß wie der Freistaat-Bayern-Gründer Kurt Eisner. Und wenn Ihnen ein fränkischer Freikorps-Schütze mit seine Bocksbeutel-Böller wirklich ans Fell will, dann trifft er Sie höchstens ins Knie.

Apropos Franken: Jeder minderbegabte und im Amt eingeschlafene Franke, der heutzutag gewaltsam von seinem Ministersessel gehoben werden muss, wird anschließend nördlich der Donau zum Märtyrer hochstilisiert. Derweil ist das doch einzig und allein ein Qualitätsproblem. Wenn er was taugt, dann nehmen wir jeden Franken. Gnadenlos! Sogar die Barbara Stamm – mitsamt ihrer grünen Tochter! Oder was lesen wir in Johann Wolfgang von Goethe Faust: „Man kann nicht stets das Fremde meiden, Das Gute liegt uns oft so fern. Ein echter alter Bayer mag keinen Franken leiden Doch ihre Weine trinkt er gern.“ Also, Prost Gemeinde!

Jahrelang war des da unten ja quasi ein Stammtisch. So ganz nach dem Motto: „Da hockan de, de allweil da hockan!“ Ja, und jetzt haben viele anständige Bayern dafür gesorgt, dass da plötzlich auch andere sitzen und ihre Ellbogen breit machen. Und der Austraglertisch mit den Alt-Ministerpräsidenten und den Ehren - vorsitzenden wird auch immer voller. Drehen’S Eahna um, Herr Seehofer! Dahinten sitzen Sie dann auch im nächsten Jahr, wenn sie 60 worden san.

Zu Martin Zeil

Mein Gott, so ändern sich die Zeiten: Früher hat man bloß Bayern-FDP sagen müssen, dazu eine wegwerfende Handbewegung und schon hat man einen billigen Lacher g’habt. Und jetzt hockan’s da vorn, die von der FDP! Brettlbreit! Der Herr Zeil zum Beispiel. Kaum an Masskrug mit einer Hand halten können und schon möcht’ er seine Frau auf den Nockherberg mitbringen! Oder muss die Sie hernach heimfahren, wenn Sie heut den Festrausch übernommen haben? Stolz wie ein Pfau steigen Sie ja seit Herbst durch’s Parlament und plustern sich auf und schlagen stolz Ihr Rad, nicht wissend, dass der Pfau abstammungsmäßig bloß a Hendl ist, das nicht weiß, wann’s grupft wird.

Und wenn einer die Koalition angreift, dann rollen Sie groß die Augen und Ihr Loriot-Schnurrbarterl zittert vor Empörung. Die Bankenkrise bekämpfen Sie mit Schneekanonen und Ihr politisches Konzept ist das „St. Floriansprinzip“: Flughafen in Oberpfaffenhofen: Nein! Weil er da wohnt. Der Münchner Autobahnsüdring: Nein! Weil er da wohnt. Da habt’s aber Glück, Ihr von der CSU, dass der Zeil net im Isental wohnt!

Juristen, wie zum Beispiel der Herr Zeil, fühlen sich ja traditioneller Weise zu allem befähigt. Kein Parlament und keine Regierung ohne eine Schwemme von arbeitslosen Rechtsanwälten. Heutzutag g’schafteln aber auch schon die Ärzte im Kabinett umeinander.

Gut, es zeugt ja von Weitblick, dass man sich bei dem geriatrischen Vorgängerkabinett von lauter Über-Sechzigjährigen eine junge Humanmedizinerin quasi als Notärztin an den Kabinettstisch hockt. Aber was macht eine Frau Dr. Huml heut in einer Staatsregierung, Herr Seehofer?

Und als Bildungsfachmann ham mir im Schulministerium an Dr. . . .? An Dr.? Ach, an Viehdoktor! An Fachmann für Maul- und Klauenseuche! Der sorgt jetzt wenigstens dafür, dass die Fingernägel von unsere Grundschüler sauber g’schnitten san.

Zu Wolfgang Heubisch

Und wie sehr unser Gesundheitswesen danieder liegt, sieht man daran, dass heutzutage ein Zahnarzt als Wissenschaftsminister schon mehr verdient als mit seinem krankenkassensubventionierten Sadismus. Und statt um die Erhöhung der zuzahlungspflichtigen Leistungen kümmert der Dr. Heubisch sich heut um Studien - gebühren auf Privatpatientenniveau.

„Gebt, gebt, gebt! Gebt ihr Leute, gebt! Bayerns Ärzte leiden Not, Gebt auch ihnen ein Stück Brot. Willst als Kranker nicht verenden, Musst’ als G’sunder kräftig spenden!“

Denn wisset, meine lieben bierseligen Brüder und Schwestern: Ärzte legen zwar den Eid des Hypokrates ab, aber kein Armutsgelübde! Trotzdem behandelt man sie wie verstaatlichte Krankenkassensträflinge! Also schreibt der Markus Söder Bettelbriefe an die Opposition: „Helft’s! Wir ersticken in unserem eigenen Mist!“

Denn man sollte nicht vergessen: Die Große Koalition in Berlin, wo tatsächlich auch die CSU drinsitzt und der Herr Seehofer bis vor kurzem dringesessen ist, hat genau diesen idiotischen Gesundheitsfonds unter tatkräftiger Mitwirkung eines Herrn Seehofer in voller Zurechnungsfähigkeit beschlossen. Und jetzt rudert dieser Koalitionsnestflüchter der CSU zurück und tut so, als wär er nie dabeigewesen in Berlin. Was heißt dabeigewesen? Sie waren ja überhaupt noch nie in Berlin!

Zu Peter Ramsauer

Sie sind natürlich unschuldig, Herr Ramsauer, wissen wir. Sie waren damals grad beim Friseur. Aber man fragt sich ja schon, Herr Ramsauer: Ein Ministersessel nach dem anderen wird frei, aber Sie wollen sich partout net draufhocken? Oder können net? Oder darf er net? Sind’S krank? Ham’S ein Attest? Oder ham’S Minister- Hämmorhoiden? Irgendwie fetzen die Aigner und der Guttenberg alle an Ihnen vorbei mit einem Tempo wie in der Formel 1. Und Sie selber sieht man grad vielleicht mal bei einem Boxen-Stop am Streckenrand. Dabeistehen; lächeln; vielleicht eine kleine Intrige; winken, wenn die anderen vorbeifahren und trotzdem immer a schöne Figur machen! Sie sind das perfekte Boxenluder von der CSU.

Jetzt hat er g’meint, er kommt nimmer dran, der Markus Söder. Schaun’S hin, Herr Seehofer, wie er beleidigt schaut: Der Donald Duck des bayrischen Kabinetts! Da frisst er Kreide, begibt sich dienend auf die Ochsentour, hält Pressekonferenzen in die Gummistiefel auf Biomist, bereitet Froschlaich sammelnd im Donaumoos seine Karriere vor – und dann kommt ER daher! Der ander, gell! Sie machen jahrelang am Stoiber seinen Wadlbeißer und holen sich die Prügel ab, und dann kommt der ander daher: Dieser adelige Oberfranke, dieser Gustav Gans der CSU!

Zu Karl-Theodor zu Guttenberg

Aber Herr, welchen Vornamen hätten’S denn heut gern, von und zu Guttenberg? Sie sind noch zuviel „zu“ Guttenberg und zu wenig „von“ Oberfranken! Das zeigt sich auch an Ihrer Personalpolitik nach Gutsherrenart. Hauptsache: „Ober“ – haben Sie sich gedacht. Und die oberbayrische Kröte werden meine oberfränkischen Leibeigenen schon schlucken. Doch durch das raffinierte Entsorgen der oberbayerischen Altlasten über’s Fichtelgebirge nach Straßburg senkt die CSU gründlich ihre Mitgliederzahlen in Franken. Und damit ist dann erstmal gewährleistet, dass bei den Delegiertenkonferenzen die Oberbayern in Zukunft garantiert die Mehrheit stellen!

Von welchem CSU-Bezirk sind Sie jetzt der Vorsitzende, Herr Guttenberg? – Weil: Man merkt’s net! Aber derzeit sind Sie der Einzige in der CSU, der Alles kann, sogar Hochdeutsch! Die Allzweckwaffe der bayrischen Politik: Alle halbe Jahr einen anderen Job und dann auch noch kompetent! Also kann man sich’s ausrechnen: Im Juli nach der Opel-Verstaatlichung beenden Sie die Tiefschlafphase von Joachim Herrmann im Bayrischen Innenministerium, damit endlich mal ein Gesetzentwurf nicht in Karlsruhe korrigiert werden muss.

Im September erhöhen Sie in Minirock und Langhaarperücke die Direktkandidatinnenzahl der Frauen-Union. Im Winter 2010 übernehmen Sie für Beate Merk das Justizministerium und nehmen endlich den Sportschützen ihr Kriegsspielzeug weg.Tja, und schon im nächsten Frühjahr begrüßen wir Sie dann mit dem bayrischen Defiliermarsch als Ministerpräsident auf dem Nockherberg!

„Gebt, gebt, gebt, gebt ihr Leute gebt! Mehr Hundesteuer für den Dackel Füllt der Münchner Stadt das Sackel. Gib auch du mein Bruder Ude, Dann kommt Leben in die Bude.“

Zu OB Christian Ude

Gibt’s eigentlich noch eine Münchner Zeitung, Herr Oberbürgermeister, für die Sie nicht täglich einen Artikel schreiben? „Mein Feinstaub auf Mykonos“, „Stadtradeln im Petueltunnel“, „Verfrühte Memoiren eines Bierschlegels“, „Ich über mich – aus der Sicht von mir!“ Man kann Zeitung aufschlagen, welche man will, man kommt Ihnen nicht aus. Sie sind genauso omnipräsent wie der unvermeidliche Professor Oberreuter.

Aber, es stellt sich grundsätzlich die Frage: Kann sich der Münchner Bürger eine erneute Ude-Amtszeit überhaupt noch leisten? Denn seit Sie im letzten Frühjahr im Amt bestätigt wurden, da werden die Münchner nur grad so ausg’sackelt:

Die Friedhofsgebühren wurden vervielfacht! Flächendeckende Parkraumabzocke! Mit unverschämten Strom- und Gaspreisen werden den Winter über die Münchner Bürger und Unternehmer geradezu ausgezuzelt. Und die Schalterbearbeitungsgebühr hat auch nicht die Bahn erfunden, sondern Sie: 2 Euro darf ein altes Mutterl beim MVV bezahlen, wenn’s eine abgelaufene Streifenkarte im Wert von 1 Euro 10 umtauscht. Da erfährt der Begriff „Goldenes Münchner Herz“ doch eine ganz neue Bedeutung!

Obwohl – „Goldene Münchner Tasche“ müsste das jetzt eigentlich heißen, zumindest auf den Geldbeutel Ihres alten Sozi-Spezl Mühlhäuser bezogen, unseren Stadtwerke-Oligarchen. Das ist schon komisch! Früher hat seinen Job ein mittelmäßig qualifizierter Stadtdirektor erledigt. Heut braucht man dafür einen hochbezahlten Manager mit goldenem Rentenvertrag! Münchner! Reißt’s eure Fenster auf! Und dreht’s eure Gasheizungen nauf! Damit wir die Rente dieses Ude-Spezls überhaupt finanzieren können! Prost Gemeinde! Schwoam man obi!

Zu Seppi Schmid

Nein, Sie doch nicht Herr Ude! Sie und Ihr Stadtrat dürfen da nicht mittrinken, denn das ist Freibier! Also eine „trinkgeldwerte Leistung“. Und bei so einem gehalt - vollen und hochwertigem Getränk, wie dem Salvator wären Sie ja dann ein Fall für die städtischen Korruptionsbeauftragten. Ach übrigens, unser EX-OB Kandidat, der Herr Seppi Schmid! Geh stehen’S doch amal auf!

Herr Georg Schüttel, ah, Herr Schorsch, ah, Herr Georg …, ah, also Herr Schüttelschorsch! Jetzt hätt ich bald Ihren Namen nimmer g’wusst. Da sind Sie ja sauber durchgeschorscht, äh, … geschüttelt worden im Herbst. Und mancher kann es nicht mehr erwarten, bis Sie auch 60 sind. Aber wie die Emilia Müller die Forderung nach einer weiblicheren CSU aufgestellt hat, da waren Sie gleich vorn mit dabei und haben sich Ihren männlichen Schnauzer abrasiert. Und heimlich im Büro üben’S jetzt die politische Balance auf die Stöckelschuh. Aber Dank Ihrer lobenswerten Bußfertigkeit weiß man ja jetzt endlich und für alle völlig neu: Die CSU ist verfilzt!

„Nein!“, schreit da der Horst Seehofer auf: „Die CSU ist weltoffen und nicht verfilzt!“ Und der Erwin Huber kennt das Wort schon gleich gar nicht. Also meine liebe Salvatorgemeinde: Was ist aber nun Filz wirklich? Filz ist: Wenn ein kleiner Beamter am Landratsamt Ingolstadt zur Beförderung seiner Laufbahn in die immerwährend staatstragende Partei eintritt. Herr Seehofer, geben Sie’s doch zu: Im Landratsamt Wuppertal vor 40 Jahren wären Sie in die SPD eingetreten. Aber, wir lernen aus der Geschichte. Wenn man vor 10 Jahren einem SPDler in NRW g’sagt hat: Ihr seid’s verfilzt. Dann hat das der Herr Müntefering auch empört zurückgewiesen.

eingetreten. Aber, wir lernen aus der Geschichte. Wenn man vor 10 Jahren einem SPDler in NRW g’sagt hat: Ihr seid’s verfilzt. Dann hat das der Herr Müntefering auch empört zurückgewiesen.

Aus dem Stoßgebet eines Oppositionsführers: „Aus unserer Farblosigkeit, Herr, befreie uns! Aus unserer Bedeutungslosigkeit, Herr, befreie uns! Aus unserer Überflüssigkeit, Herr, befreie uns!“

Zu Franz Maget

Ja, so klagt täglich der Franz Maget und er weinet bitterlich – der ewige Zeitligist auf einem Abstiegsplatz. Bei der letzten historischen Landtagswahl haben Sie tragikkomische Sympathie für die CSU demonstriert und aus lauter Solidarität gleich mitverloren.

18,60 % Prozent ham Sie „gewonnen“! Da kann die bayerische SPD ja noch glücklich sein, dass der Franz Maget nicht Vizepräsident von 10,99 Schwabing ist! Fast muss man ja sagen, ist uns Bayern einiges erspart geblieben. Denn wenn Sie als Ministerpräsident so regierten, wie Sie Sponsoren für 1860 engagieren – dann schon lieber Uli Hoeneß! „Ahhhh! Welches grausiges Wort kommt da über meine blauen Lippen! Oh Herr, reinige meine unreine Seele!“

Aber ach, Herr! Aber was mach ma denn, mit der bayerischen SPD? Gib uns ein Zeichen! Wie die letzten Mohikaner, die langsam aussterben, schleichen die letzten bayerischen Rothäute durch die Regierungsbezirke. Und als bedrohtes Welterbe sind sie ein Fall für das Artenschutzprogramm des Markus Söder. Und sie brauchen sich nicht zu wundern, wenn man sie eines Tages in einem Reservat zammfangt.

Da sitzen’s dann am Roten Main vor ihre Tipis, singen Arbeiterkampflieder, verkaufen selbergestrickte, rote Pullover. Und am Sonntag fahrt die Junge Union in am offenen Jeep durchs Reservat, und fotografiert die letzten Sozi-Sioux dabei, wie’s in Handarbeit eine Herbert-Wehner-Pfeife schnitzen.Und ab und zu darf einer von ihnen im BR bei „Kunst + Krempel“ das altes Parteibuch von seinem Großvater schätzen lassen.

Zu Frank-Walter Steinmeier

Sogar die Bundes-SPD hat Euch ja schon aufgegeben. Der Frank, gewesener Walter, Steinmeier verkauft ja lieber in Cuxhaven Fischsemmeln, als dass er bei Euch am Aschermittwoch vor einem halbleeren Saal redt. Aber der plötzlich menschgewordene Gazprom-Schröder-Funktionär Steinmeier weiß jetzt auf einmal, dass es Guantanamo gibt und dass dort sogar unschuldige Häftlinge sitzen. Es ist noch gar nicht so lang her, da hatte der Herr Steinmeier bei dem Thema eine typische Kanzleramtsdemenz und Guantanamo war für ihn eine Kaffeesorte aus Nicaragua.

Und wo ist er denn eigentlich heut, Euer Kandidat? Verschenkt er lieber rote Ostereier in Rüsselsheim? Der letzte SPD-Kanzler, der eine Wahl gewinnen wollte – und auch hat – ist auf den Nockherberg zu St. Salvator gepilgert. Bitte sehr, Ihr müsst’s es ja wissen . . .!

Oh, halt, damit wir net vergessen: Herr Fahrenschon! Wieviel war denn drin im Klingelbeutel für die Landesbank? Was? 2 Euro 17,9 Hosenknöpf und 10.000 Lire! Ja, so reicht’s nicht für den goldenen Vorruhestand des unbelasteten Herrn Kemmer!

Hint und vorn kein Geld hat ja auch die CSU. Und darum lässt er jetzt sparen „Der Ingolstädter mit der Leeren Tasche“: Weil an Markus Ferber und seine „CSEU“-Kandidaten-Niachteln eh keiner kennt und die Hohlmeier keiner mehr sehen kann, plakatiert er jetzt flächendeckend den Guttenberg. Der hat bessere Einschaltquoten und kann dann gleich hängen bleiben bis zur Bundestagswahl als Spitzenkandidat. „Spitzenkandidat“? Aber war des nicht ein anderer?

Ja, so ändern sich die Zeiten: Früher hat man am Land draußen jeden Wildsaukopf g’wählt, Hauptsach auf’m Plakat ist CSU draufg’standen. Aber seit den letzten Wahlen hat es sich auch im Bayrischen Wald herumgesprochen, dass einem die Hand nicht abfällt, wenn man das Kreuzerl woanders hinmacht. Und plötzlich versammeln sich auch noch Gebirgsschützen, Landfrauen, Trachtler und Bauernbündler in den Bierzelten zu Tausenden, demonstrieren gegen Gentechnik und retten ihre bayrische Heimat, die angeblich die CSU erfunden hat. Und verzweifelte Milchbauern steigen auf ihre Traktoren und blockieren Straßen und Molkereien!

Zu Ilse Aigner

Ja glaubt’s Ihr denn im Ernst, die steigen von ihrem Traktor runter und wählen brav dann wieder CSU, nur weil es früher so der Brauch war? Mit einer Politik, die im Bund Gentechnik erlaubt, aber in Bayern verbieten will – so einen Vorschlag eines genialen Bundeslandwirtschaftsministers hat’s tatsächlich mal gegeben – also sowas habt’s vielleicht früher den Bauern draußen erzählen können, aber heut seid’s damit nur noch eine Lachnummer, sogar im Bayrischen Wald. Also setzt jetzt die CSU auf den weiblichen Charme der Bauern-Jeanne d’Arc Ilse Aigner, quasi als Gegengewicht zu dem ewig wehleidigen Großbauernfunktionär Sonnleitner. Warum führen Sie, Frau Aigner, nicht eine Abwrackprämie für Milchbauern ein? Oder sind die nicht systemrelevant?

Und der neue Generals-Halbstarke Dobrindt mitsamt seiner unterfränkischen Quoten-Sekretärin hat nur einen Auftrag: Andere müssen Schuld sein, wenn die CSU bei der Europawahl an der 5 %-Hürde scheitert. Natürlich die von der EU in Brüssel! Und die Türken! Und net amal mehr Eure Second-hand-Wahlcomputer aus Amerika könnt’s mehr in Franken aufstellen, damit die Pauli dort keinen Blumentopf g’winnt.

Zu Hubert Aiwanger

Herr Aiwanger, das ist ja ein raffinierter Trick. Die „Freien Wähler“ treten bei der Europa-Wahl ja nur an, damit’s as im Landtag endlich los sind: Eure 200 PSRockerbraut, das Dukati-Monster vom Norisring. Oder sind Sie einfach nur beleidigt, weil der Horst Seehofer Sie nicht liebt? Der hat ja bei den Koalitionsverhandlungen mit den „Freien Wählern“ immer heftig den Frosch gebusselt, aber nach dem Knall war da doch immer nur der Hubert Aiwanger, die Rache Niederbayerns für den Absturz Erwin Hubers.

Seit die FDP jetzt mit der CSU liiert ist, kampieren Sie täglich auf dem Bettvorleger der Staatskanzlei, aber man fragt sich inzwschen: „Freie Wähler?“ Ja, warum sind jetzt die eigentlich g’wählt worden? Warum gibt’s denn die? Denn seine politische Daseinsberechtigung daraus ableiten, dass die anderen nicht mehr die absolute Mehrheit ham, dass ist auf Dauer ein bisserl dünn.

Zu Florian Pronold

Dünn! Da fällt einem unweigerlich dem SPD-Stiegler sei’n Lehrling ein, der Herr Pronold. Jetzt muss ich Sie doch noch kurz erwähnen. Es gibt dafür zwar keinen richtigen Grund. Aber, wenn ich es nicht tue, dann denken Sie vielleicht: Bin ich still und beleidige niemand, erwähnt man mich nicht, also führ’ ich mich das nächste Jahr wieder recht auf. Also Herr Pornold, erwähnt san’S worden, Sie können also weiterhin still sein. Und das nächste Mal ziehen’S bittschön eine Schwimmwesten an, damit Sie in Ihrem Superman-Kostüm nicht dersaufen. Aber Superman gibt’s wirklich!

Zu Sepp Daxenberger

Von der CSU is des keiner. Der Daxenberger Sepp ist des, der Schmied von Waging. Der ist so authentisch bairisch, dass die Legende von der Erschaffung Bayerns durch die CSU ein für alle Mal Vergangenheit ist. Der muss keine Lederhosen anziehen oder sich im Dirndl anbiedern, damit man ihm seinen Kampf für eine ökologische, bayerische Heimat glaubt.

Und doch hat er’s schwer, der Sepp: Denn Grüne sind heut bloß mehr lästig mit ihrem ständigen Klimaschutz, Atomkraftausstieg und Emissionskontrollen. Wer kümmert sich denn heut noch um abschmelzende Polkappen, wenn einem das Wasser schon bis zum Hals steht? Und ganz schnell ist man so in der Rolle einer Sektiererpartei mit stabilen 8 Prozent Stammwählerpotential. Jawohl, und voller Zornesgeheul springen die Damen Roth, Schopper und Bause auf ihren Hybrid-Kampfwagen und werfen mit Radieserl, Essiggurken und Sellerieschnitzel um sich, weil sie keiner mehr mitspielen lässt. Und’s Regieren war doch so schön. Prost Gemeinde! Schwoam ma’s obi!

Weibliche Kampfeskraft in neuer Uniform ist ja jetzt auch gefragt in Deutschland. Aber unsere Bundesmutti Merkel zaudert und das innenpolitische Herumeiern wird dann mit Gipfelsiegen verbrämt. Der Jobgipfel, das Klimahorn, die Rentenspitze, die Erstbesteigung des G8. Diese Gipfel sind aber kein Gebirge der Weisheit, sondern höchstens ein Pfusch-ijama! Und so landet man nie auf dem K2 politischer Genialität, weil die Luft meistens schon am Vorgipfel ausgeht, am Popocatepetl der Mittelmäßigkeit. Aber zwischen Sarkozy und Berlusconi wirkt jeder Zwerg wie ein Riese – doch daheim zwischen Seehofer und Steinmeier relativiert sich des dann schon wieder. Und wenn der Genosse Putin den Gashahn zudreht, dann wird aus Mutti Merkel schnell ein zahnloses Mütterchen. Aber den Papst anstänkern! Sie, die evangelische Pfarrerstochter!

Ja, liebe Salvatorgemeinde, jetzt ist’s vorbei mit langweiligen Sonntagsreden, salbungsvollen Neujahrsansprachen und verlogenen Wahlversprechen! Die einen wollen die Steuern senken, die anderen wollen’s erhöhen! Wieder andere ver - sprechen von jedem etwas. Und in Wirklichkeit? Macht koaner nix! Die Leute aber wollen Eure parteipolitische Prinzipienreiterei nicht mehr! Die Leute wollen:

Kein: „Denn sie wissen nicht, was sie tun“, vom Herrn Westerwelle! Kein: „Ja aber“ oder „Vielleicht doch“, von der Frau Merkel! Kein: „Weiter so, aber anders“, vom Herrn Steinmeier! Kein: „Wir sind die besseren Menschen, aber wissen nicht, wie’s geht“, von der Frau Roth! Kein: „Heute so, morgen so“, vom Herrn Seehofer! Sondern die Leut wollen Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und: Eine erkennbare Zukunft! Die haben nämlich Angst: Angst um ihren Betrieb! Angst um ihr Erspartes! Angst um ihre Rente! Angst um ihre Umwelt! Angst um um ihren Arbeitsplatz!

Und dazu höret die Worte eines bayrischen Propheten: „Die produktive Arbeit hat sich nicht mehr nach der Finanzlage zu richten, sondern die Finanzen müssen geschaffen werden für die Herstellung produktiver Arbeit. Was notwendig ist, dafür muss Geld da sein, und wenn das Geld nicht da sein sollte, so muss das ganze System von Grund auf geändert werden.“

Liebe bierselige Brüder und Schwestern: Aus der Neujahrsanspache von Erzbischof Marx ist das nicht, sondern aus der Rede von Kurt Eisner, dem 1. Bayrischen Ministerpräsidenten. Damals vor 90 Jahren ham die Leut die Nasen voll g’habt von ausgelaugten, zerstrittenen Parteien, Spekulanten und Kriegsgewinnlern und sind zu Hunderttausenden auf die Straße gegangen. Tja, und jetzt liegt es allein an Euch . . .!

Oder wie hat der Karl Valentin g’sagt: „Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist.“ Amen und Prost!

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