Liverpool macht ernst Was Thiagos Abschied für den FC Bayern bedeutet

Auf dem Weg an die Anfield Road? Thiago soll sich mit dem FC Liverpool über einen Wechsel einig sein. Foto: Montage imago images/Sven Simon

Thiagos Abschied vom FC Bayern scheint so gut wie beschlossen, Jürgen Klopp gibt bei Liverpool wohl den "Kaufbefehl". Zwischen den Klubs geht es noch ums Geld. An der Personalie hängt aber viel mehr.

 

München - Dass Thiago den FC Bayern nach sieben Jahren verlassen wird, daran gibt es mittlerweile kaum noch Zweifel. In den vergangenen Tagen hatten sich die Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Transfer bereits verdichtet.

Laut "Sport Bild" soll der Spanier seine Villa in Grünwald bereits zum Verkauf anbieten und seinen Entschluss, sich aus München verabschieden zu wollen, sogar einigen Mannschaftskollegen in der Kabine mitgeteilt haben. Dass es Thiago zum FC Liverpool zieht, ist ebenfalls längst kein Geheimnis mehr.

Wie "Bild" berichtet, habe Teammanager Jürgen Klopp für den Transfer jetzt endgültig "den Daumen gehoben und intern den Kaufbefehl ausgegeben". Thiago und Liverpool sollen sich auch schon "weitgehend einig sein".

Thiago-Abschied: Wie teuer wird der Spanier am Ende?

Die zwischenzeitlichen Zweifel beim Premier-League-Champion aufgrund seines Alters (29) und des damit verbundenen geringen Wiederverkaufswertes konnten demnach ausgeräumt werden.

Zwischen Bayern und Liverpool herrscht in Sachen Thiago dagegen noch längst keine Einigkeit. Die Vorstellungen bei der Ablösesumme liegen derzeit noch weit auseinander: Liverpool will für den Mittelfeldspieler, der nur noch ein Jahr bei den Münchnern unter Vertrag steht, lediglich rund 25 Millionen Euro bezahlen. Bayern erhofft sich aber rund 40 Millionen.

Bayern-Trainer Hansi Flick hatte zuletzt noch angekündigt, "mit allem, was ich habe" für einen Verbleib Thiagos zu kämpfen: "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, der einer Mannschaft das gewisse Etwas gibt."

Rummenigge: "Wollen keinen Spieler kostenlos verlieren"

Doch die eigentlich angestrebte und bereits ausverhandelte Vertragsverlängerung ließ der Edeltechniker in letzter Sekunde platzen – möglicherweise, weil Liverpool und Klopp genau da dazwischenfunkten. Der FC Bayern habe "seriös" mit Thiago verhandelt, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, "und ihm alle seine Wünsche erfüllt".

Konkret war das ein Vier- statt eines Dreijahresvertrags, der ihm nur mit einer gewissen Anzahl an Einsätzen eine weitere Saison garantiert hätte. Da Thiago das Angebot ausschlug, ist ein Wechsel im Sommer nun nur noch eine Frage der Ablöse. Rummenigge stellte klar: "Wir wollen keinen Spieler im nächsten Jahr kostenlos verlieren."

Die Bayern drängen nun auf eine Entscheidung. Denn das fortwährende Thiago-Theater blockiert die Transferplanungen der Münchner. Mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka bietet der Kader zwar bereits eine logische Lösung ohne Thiago auf der Doppelsechs.

Das Duo harmonierte in den Spielen nach der Corona-Zwangspause prächtig und blieb, obwohl Thiago seine Leistenprobleme da bereits wieder überwunden hatte, auch im Pokalfinale in der Startelf bestehen.

Gerangel um Thiago: Was wird aus den Wechsel-Kandidaten?

Die Zukunft der Wechsel-Kandidaten wie Javi Martínez, Corentin Tolisso oder Mickaël Cuisance ist dagegen unweigerlich mit der von Thiago verknüpft.

Auch die Perspektiven von Adrian Fein (nach Leihe zum Hamburger SV zurück in München) und Neuzugang Tanguy Nianzou Kouassi werden dadurch beeinflusst. Verlässliche Planungen fürs Mittelfeld sind erst möglich, wenn der Thiago-Verkauf fix und damit auch klar ist, wie viel Geld den Bayern für weitere Transfers (zusätzlich) zur Verfügung steht.

Ähnliches gilt im Fall von Abwehrchef David Alaba, der ebenfalls nur noch ein Jahr unter Vertrag steht und weiter mit Bayern pokert. Bei diesem Spiel könnten die Münchner am Ende viel Geld gewinnen, aber eben auch zwei enorm wichtige Spieler verlieren.

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