Gewinner und Verlierer Nikolaus oder Krampus? Die braven und bösen Bayern

Niko Kovac und Serge Gnabry (l.) dürfen mit dem Nikolaus rechnen Uli Hoeneß und Mats Hummels (r.) wohl eher mit Knecht Ruprecht. Foto: Augenklick/dpa/ho/AZ

Zum Nikolaustag erklärt die AZ, wer sich beim FC Bayern Geschenke verdient hat und wer heute eher einen Besuch von Knecht Ruprecht fürchten muss.

München - Wer war artig beim FC Bayern – und wer nicht? Am Nikolaustag bekommen die Münchner Stars Besuch von Nikolaus und Krampus. Brave Bayern, böse Bayern – die AZ klärt auf.

FC Bayern: Die Braven

Am Samstag vor einer Woche, als der Düsseldorfer Stürmer Dodi Lukebakio in der Nachspielzeit das 3:3 in der Allianz Arena erzielte, wirkte Niko Kovac wie ein Trainer auf Zeit, sein Aus schien nahe. Nun könnte er sogar noch als Gewinner aus dieser Hinrunde hervorgehen.

Niko Kovac

Wie das möglich ist? Nun, der Coach hat mit seinem Team zwei Siege in Folge geholt, er hat das Champions-League-Achtelfinale erreicht, seine Mannschaft mit der Umstellung auf die Doppelsechs (Joshua Kimmich/Leon Goretzka) stabilisiert – und: Die Klubführung hat ihm das Vertrauen ausgesprochen. Dies ist der wichtigste Punkt, denn Kovacs Ansehen innerhalb des Teams dürfte größer werden.

In der AZ sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge, dass es "der Wunsch von uns allen beim FC Bayern ist, dass wir lange mit Niko Kovac zusammenarbeiten. Ich wünsche mir, dass er nicht nur an Heiligabend 2018 unser Trainer ist, sondern auch an Heiligabend 2019 und 2020." Auch von Uli Hoeneß erhielt Kovac Rückendeckung.

Obwohl die Bayern-Auftritte spielerisch selten überzeugend waren und Borussia Dortmund in der Bundesliga neun Punkte voraus ist: Kovac hat einiges richtig gemacht. Er hat Robert Lewandowski, den 17-Tore-Stürmer, nach Wechselgedanken im Sommer für weitere Großtaten im Bayern-Dress motiviert. Er hat Renato Sanches Selbstvertrauen gegeben. Und er hat Thiago bis zu dessen Sprunggelenksverletzung in eine außergewöhnlich gute Form gebracht. Dafür sowie für seine Beharrlichkeit und sein stets souveränes Auftreten hat sich Kovac einige Schoko-Nikoläuse verdient. Aber ob der so gesund lebende Kroate da überhaupt rangeht?

Thomas Müller

Etwas zu naschen gibt es auch für Thomas Müller, der nach schwachen Leistungen immer besser in Form kommt (vier Torbeteiligungen in den vergangenen drei Spielen) und sich in Krisenzeiten nie wegduckt. Kreuzband-Patient Corentin Tolisso (Rückkehr nicht vor Februar) braucht Süßigkeiten zur Aufmunterung.

Serge Gnabry und Joshua Kimmich

Der Aufsteiger dieser Saison ist Serge Gnabry, der zuletzt in Bremen doppelt traf und sich in der Nationalmannschaft einen Stammplatz erkämpft hat. Die Bayern setzen in der Zukunft auf Gnabry – und auf Juniorchef Joshua Kimmich. Der 23-Jährige ist extrem ehrgeizig, Kovac soll Kimmich nun laut "Sport Bild" vor der Mannschaft getadelt haben, weil er zu forsch auftrete. Halb so wild. Bayern braucht Anführer wie Kimmich.


FC Bayern: Die Bösen

Der Nikolaus schaute Uli Hoeneß mit grimmigem Blick an, dann sagte er: "Uli, zieh dich warm an!" Doch ganz so schlimm wurde es für den Präsidenten des FC Bayern beim Fanklub-Besuch am Sonntag im oberfränkischen Kersbach nicht. Knecht Ruprecht, der neben dem Nikolaus und einem Engel vor der Bühne stand, fungierte nur als Drohkulisse. Für Hoeneß und seine Bayern gab's von der Basis viel Aufmunterung für den Rest der Saison.

Uli Hoeneß

Verbale Prügel hatte Hoeneß dafür am vergangenen Freitag auf der Jahreshauptversammlung bezogen, von Johannes Bachmayr, dem Knecht Ruprecht der Bayern-Fans. Die Breitner-Verbannung, das Katar-Sponsoring, Hoeneß' Nachtreten gegen Ex-Spieler, die Krawall-PK – Bachmayr sparte kaum ein Themenfeld aus. Einiges war polemisch und übertrieben, doch in so manchem Punkt dürfte er auch anderen Fans aus dem Herzen gesprochen haben. Personalentscheidungen wie die für Sportdirektor Hasan Salihamidzic sind umstritten, Hoeneß scheint die Strömungen im Klub nicht mehr so genau zu erkennen wie früher – und er wirkt unsouveräner. "Es wird Zeit, dass man sich zurückhält. Lieber mal die Schnauze halten, gar nichts sagen – auch wenn man sich ungerecht behandelt fühlt", meinte "Sky"-Experte Lothar Matthäus.

Franck Ribéry

Einen Schlag mit der Rute hat sich auch Franck Ribéry verdient. Der Franzose geriet nach dem 2:3 in Dortmund mit einem Journalisten aneinander, wurde handgreiflich. Ribéry vermasselte sich damit die Bambi-Auszeichnung, Bayern bestrafte ihn aber nicht.

Mats Hummels

Überhaupt: die Disziplin. Immer wieder wurden in dieser Hinrunde Interna an die Öffentlichkeit weitergegeben, zu den unzufriedenen Stars sollen neben James Rodríguez auch Sandro Wagner und Mats Hummels gehören. Weltmeister Hummels ließ sich bei der Niederlage in Dortmund aufstellen, obwohl er krank war. Ein Eigentor.

Der Abwehrbereich der Bayern ist insgesamt zu einer Problemzone geworden, 18 Gegentreffer in der Bundesliga sind zu viele: Torhüter Manuel Neuer weist schlechte Statistiken auf, auch Jérôme Boateng, David Alaba und Niklas Süle haben schon auf höherem Niveau gespielt. Ähnliches gilt für Javi Martínez im defensiven Mittelfeld.

Doch auch die sportliche Führung um Hoeneß, Salihamidzic und Karl-Heinz Rummenigge muss sich hinterfragen, ob die zurückhaltende Transferpolitik im Sommer wirklich richtig war.

Im Video: Kovac-Kampfansage an den BVB

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