Einwechselspieler brillieren Sechs verschiedene Torschützen: Eine Bank, diese Bayern

Der FC Bayern traf gegen Mainz sechs Mal. Foto: Sven Hoppe/dpa

Bayerns Sixpack! Beim 6:1 über Mainz treffen sechs unterschiedliche Münchner. Die Einwechselspieler wie Müller überzeugen. "So ist Thomas: Kommt rein, macht Randale und bereitet zwei Tore vor".

 

München - Die Frage nach der Bank musste kommen, und Niko Kovac weiß, dass sie noch oft kommen wird.

Die Frage nach dem 6:1 gegen Mainz lautete nicht, wie prominente Bankdrücker wie Thomas Müller, Jerome Boateng, Serge Gnabry, Leon Goretzka, Javi Martinez und Corentin Tolisso mit dieser Rolle umgehen. Vielmehr wollten die Reporter wissen, was der Bayern-Trainer vom Potenzial des zweiten Anzugs halte. Kovac sagte: "Als ich die Bank von Mainz gesehen habe, dachte ich: ‘Puh, da sitzt auch Qualität!’" Nicht nur Sitznachbar Sandro Schwarz, der Mainzer Coach, hatte da Fragezeichen im Gesicht.

Die Bayern-Bank fügt sich nahtlos ein

Nichts gegen die Herren St.Juste, Quaison, Öztunali, Maxim, Malong, Brosinski, Awoniyi und Szalai, die bei den Gästen die Bank drückten. Aber eine Reserve mit vier Welt- und einem Europameister ist ein anderes Kaliber. Obwohl das Einwechsel-Trio Müller/Davies/Cuisance erst ran durfte, als die Partie gelaufen war, fügte es sich nicht nur problemlos ein, sondern markierte noch einen Treffer (Davies) und legte zwei auf (Müller).

Letzterer hat nicht vor, sich mit der Joker-Rolle anzufreunden: "Es wird im Laufe der Saison viele verschiedene Aufstellungen geben. Es gab wenige Perioden in den letzten zehn Jahren, in denen wirklich Spiele am Stück mit ein und derselben Mannschaft bestritten wurden." So klingt Konkurrenzkampf.

Coutinho blieb unauffällig

Adressat der Botschaft war nicht nur der Trainer, sondern auch der Neue: Zauberfuß Coutinho. Der fiel vor allem vor dem Spiel auf – mit einem Tatoo-Foto in der Stadionzeitung: beide Arme voller Bilder, Vögel und eine Blume über dem Schriftzug "Grateful" auf der Brust, "No Fear" ein bisschen tiefer, daneben ein Paar mit Kind und auf der anderen Seite Mickey Mouse. In dem Alter, in dem man Disney-Figuren toll findet, sticht man sich noch keine Tatoos, oder?

Auf dem Platz war Coutinho unauffälliger, er ist offenbar keiner, der das Spiel an sich reißen muss. In einigen Szenen blitzte auf, was ihn sehr wertvoll machen könnte: kleine, feine Pässe in die Tiefe, grandiose Ballverarbeitung, kluge Doppelpässe. Aber bislang noch mehr quer als steil. Kovac sagte: "Er hatte gute Momente, gerade mit dem Ball. Ich bin zufrieden, weiß aber auch, dass es noch besser wird."

Der Brasilianer, der nach der Partie mit den Jubel-Gepflogenheiten vor der Südkurve noch fremdelte, meinte: "Das ist ein sehr intensives Spiel in der Bundesliga. Ich muss weiter viel trainieren und arbeiten, dann werde ich besser und besser." Einen Wettkampf mit Publikumsliebling Müller sieht er nicht: "Er ist großartig, ein großer Spieler. Ich bin glücklich, dass ich mit ihm spielen und von ihm viel lernen kann. Man hat es gesehen: Er kam rein und hat den Unterschied gemacht." Kovac lobte ähnlich: "So ist Thomas: Kommt rein, macht Randale und bereitet zwei Tore vor."

Alaba: "Das Niveau ist jetzt anders"

Wie intensiv der Konkurrenzkampf ist, erklärte David Alaba, der kurz vor der Pause per Freistoß das 2:1 erzielt hatte: "Man merkt im Training, wie jeder Gas gibt. Das Niveau ist jetzt noch mal anders." In allen Mannschaftsteilen. Benjamin Pavard (kam zu spät beim 0:1) stand schon vor der Auswechslung, ehe ihm auf spektakuläre Art das 1:1 gelang (35.). Später flankte er auf den Kopf von Perisic, der zum 3:1 traf (53.). Kingsley Coman (63.), Robert Lewandowski (77.) und Alphonso Davies machten das halbe Dutzend Torschützen komplett – zuletzt gab es das 1998.

Kovac wird also vor jeder Partie seinen Rotationsratgeber befragen müssen, wird aber sicher auch nicht nochmal dermaßen überrotieren, dass der Vorstandsvorsitzende wieder eingreifen muss.

"Wir haben nun Breite und Tiefe im Kader", sagte der Bayern-Coach, "wir können nachlegen, hätten heute auch Andere bringen können. Aber wir sitzen ja nicht da draußen und würfeln. Wir machen uns ja Gedanken."

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