Verspäteter Frühstarter: Keanu Staude plötzlich Hoffnungsträger bei 1860

Winterneuzugang Keanu Staude weckt mit seinem Galaauftritt beim Startelfdebüt große Hoffnungen beim TSV 1860. Nach seiner Corona-Erkrankung ist er nun voll bei der Mannschaft angekommen.
| Matthias Eicher
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"Ich warte ab, spekuliere einfach. Ich treffe den Ball sehr gut, dann geht er Gott sei Dank rein", sagt Keanu Staude zu seinem Tor.
"Ich warte ab, spekuliere einfach. Ich treffe den Ball sehr gut, dann geht er Gott sei Dank rein", sagt Keanu Staude zu seinem Tor. © imago images/Picture Point

München - Platz da, hier kommt Keanu Staude! Der 24-jährige Kreativ-Kicker scheint ein ungeduldiger Mensch zu sein. Lange, viel zu lange musste der Winter-Neuzugang des TSV 1860 auf sein Startelfdebüt warten. Umso schneller lieferte er.

Staude, der anstelle von Sommer-Neulöwe Erik Tallig im Mittelfeld auflief, brauchte keine Minute, um seine Sechzger im Auswärtsspiel am vergangenen Samstag beim Halleschen FC (4:0) in kollektiven Jubel zu versetzen.

Nach einer Rechts-Flanke von Marius Willsch, die auf der Latte aufsetzte und vom zweiten Winter-Neulöwen Merveille Biankadi von der gegenüberliegenden Seite nochmal hereingebracht wurde, hielt der Ex-Bielefelder seinen Fuß hin und traf volley und mit Schmackes zur frühen Löwen-Führung - nach nur 42 Sekunden! Staude, Sechzigs verspäteter Frühstarter.

Keanu Staude schrammt nur knapp am Doppelpack vorbei

"Keanu geht da perfekt nach und belohnt sich dafür. Er hatte einen schweren Einstand und musste sich rankämpfen", meinte Mitspieler Kollege Quirin Moll, der als Studiogast im "Bayerischen Rundfunk" zu Gast war, über Staudes frühen Geniestreich: "Das freut mich für ihn."

Doch damit nicht genug: Der Kreativ-Kicker zeigte sich enorm spielfreudig und hatte eine weitere Doppelchance, die Halles Schlussmann Sven Müller gleich zwei Mal verhinderte (25.). Um ein Haar hätte Staude als früher Doppelpacker geglänzt. Schon zuvor hätte Innenverteidiger Stephan Salger eine Staude-Ecke im Tor unterbringen können, köpfte allerdings knapp vorbei (17.).

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Es sollte noch zwei weitere Staude-Momente geben: Bei Dennis Dressels Treffer zum 3:0 unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff war es der Mittelfeld-Kollege, der die Szene vorbereitete. Und selbst beim 4:0 in der 64. Minute hatte der Offensivspieler seine Finger mit im Spiel: Sascha Mölders' Schlussakt ging nicht nur der Fauxpas von Halles Stipe Vucur voraus, sondern auch ein aggressives Pressing von Staude, der den Treffer somit auch ein Stück weit erzwungen hatte. Nach 77 Minuten hatte der Mann des Spiels schließlich Feierabend und durfte sich von der 1860-Bank abklatschen lassen.

Keanu Staude erwischte einen schweren Start beim TSV 1860

Und was sagt der Matchwinner selbst? Auf die Frage bei "MagentaSport", ob er schon mal ein schnelleres Tor erzielt habe, meinte Staude: "Ich glaube nicht, nein." Seinen Blitz-Start kommentierte er so: "Ich warte ab, spekuliere einfach. Ich treffe den Ball sehr gut, dann geht er Gott sei Dank rein. Ich freu' mich!" Staude und Sechzig könnten "zufrieden sein", doch es gehe "schon am Mittwoch weiter, dann kommt Lübeck".

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Staudes Auftakt bei 1860 war bekanntlich alles andere als nach Maß verlaufen: Unmittelbar nach seinem Wechsel auf Giesings Höhen hatte sich der gebürtige Bielefelder erst einmal mit dem Corona-Virus infiziert. Drei Kurzeinsätze, 45 Minuten Spielzeit: So lautete die bisherige Bilanz des zweiten Winter-Neuzugangs, nachdem er schon zuvor bei Zweitligist Würzburger Kickers kaum zum Zug gekommen war (drei Liga-Einsätze).

Staude zahlt Köllners Vertrauen direkt zurück

Um ein Haar hätte der 24-Jährige schon sein Kurz-Debüt bei Sechzigs Gastauftritt beim 1. FC Saarbrücken (1:2) mit dem Ausgleichstreffer gekrönt, doch der Ball ging nur an den Pfosten. Am Samstag warf Cheftrainer Michael Köllner ihn dann erstmals direkt rein - Staude dankte es mit einem Turbo-Start, der auf weitere Geniestreiche hoffen lässt.

Unter dem Strich stand somit trotz einiger Auszeiten ein äußerst gelungenes Debüt, das seinen Höhepunkt schon nach wenigen Sekunden fand. In dieser Form ist der 86-malige Zweitligaspieler eine absolute Verstärkung - und darf gewiss auch am Mittwoch bei Schlusslicht VfB Lübeck (19 Uhr, im AZ-Liveticker) und in den kommenden Wochen auf Torejagd gehen.

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