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Rassismus-Verfahren: DFB sperrt Ex-Löwe Dennis Erdmann acht Wochen

Zuletzt sind schwere Rassismus-Vorwürfe gegen Dennis Erdmann, der bis zu diesem Sommer beim TSV 1860 unter Vertrag stand, erhoben worden. Nun steht das DFB-Urteil fest.
| AZ/SID/dpa
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Keine einfache Zeit für Ex-Löwe Dennis Erdmann,
Keine einfache Zeit für Ex-Löwe Dennis Erdmann, © Uwe Anspach (dpa)

Saarbrücken – Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat ein Exempel statuiert und Dennis Erdmann vom Drittligisten 1. FC Saarbrücken wegen "rassistischen Äußerungen" für acht Wochen gesperrt. Zudem wurde der Abwehrspieler mit einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro belegt.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag des Kontrollausschusses und sah es nach mündlichen Verhandlungen in Frankfurt/Main als erwiesen an, dass Erdmann während der Drittliga-Begegnung gegen den 1. FC Magdeburg (2:1) am 25. August mehrere Gegenspieler mit rassistischen Äußerungen beleidigt hat. Der Saarbrücker selbst bestreitet dies nach wie vor.

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Magdeburg steht weiter hinter Vorwürfen

Magdeburg-Trainer Christian Titz hat sich nach der Urteilsverkündung am Montag zu dem Thema auf einer Pressekonferenz geäußert: "Wenn man sich in der Verbalität vergreift, muss man dafür auch die Konsequenzen tragen. Rassismus hat viele, hässliche Facetten. Eine davon ist, dass man gerne in der gedachten Anonymität etwas sagt, das dann bestreitet und nicht dazu steht", erklärte er auf einer Pressekonferenz.

Besonders die Vorwürfe aus Saarbrücken, die dem betroffenen Spieler Baris Atik die Glaubwürdigkeit absprechen sollen, empfinde Titz als Diffamierung: "Genau in der Situation sind wir jetzt, wo ich feststellen muss, dass versucht wird, unsere Spieler zu diffamieren. Aber ich habe in meine Spieler und ihre Äußerungen vollstes Vertrauen". 

Generell sehe er die Geschichte als extrem brisant an: "Es gehört Zivilcourage dazu, sich zu diesem Thema zu äußern. Denn man weiß, wenn man sich zu Rassismus in Deutschland äußert, bekommt man auch Gegenwind", sagte er abschließend. 

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Keine Hinweise gegen einen Erdmann-Komplott

"Für uns haben sich die Vorwürfe in der Beweisaufnahme bestätigt. Dass der Schiedsrichter oder andere Saarbrücker Spieler die Äußerungen von Spieler Erdmann nicht wahrgenommen haben, bedeutet nicht, dass diese nicht gefallen sind", sagte Stephan Oberholz, der als stellvertretender Vorsitzender des Sportgerichts die Sitzung leitete: "Für bewusste Falschaussagen aller Magdeburger Zeugen und ein Komplott gegen Dennis Erdmann liegen keine Anhaltspunkte vor."

Laut Oberholz duldet der DFB "grundsätzlich keinerlei Form von Rassismus und Diskriminierung auf seinen Plätzen und zeigt hier klare Kante. Deshalb war eine empfindliche Strafe auszusprechen". Erdmann wies die Anschuldigungen am zweiten Verhandlungstag noch einmal zurück. "Es waren keine leichten anderthalb Wochen. Es fällt mir immer noch nicht leicht, abends ins Bett zu gehen", sagte er und versicherte vor dem Sportgericht: "Sie haben gesehen, dass ich kein Typ bin, der zwischen Hautfarben unterscheidet."

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