Grünwalder-Ausbau: Wackelt die Stadion-Sanierung?

Ein neues Dach, mehr Zuschauer, Vip-Logen: Schon vor Monaten hätte der Stadtrat zum Sechzgerstadion entscheiden sollen. Passiert ist nichts.
| Felix Müller
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Stehen sie hier irgendwann unterm Dach? Blick auf die Westkurve im Grünwalder Stadion.
Stehen sie hier irgendwann unterm Dach? Blick auf die Westkurve im Grünwalder Stadion. © imago images/MIS

München - Vom April war mal die Rede, dann vom Mai, vom Juni, nach der Sommerpause, ja, da sei es wirklich so weit. Doch das Sportreferat macht dem Stadtrat bis heute keinen Vorschlag für die Sanierung des Grünwalder Stadions.

18.000 Zuschauer sollen hier Platz finden

Dabei hatte der Stadtrat dazu schon lange ein Votum abgegeben, das OB Dieter Reiter (SPD) 2019 als Grundsatzbeschluss für die Sanierung bezeichnete. Es geht also nun um die konkrete Ausgestaltung.

Mehr als 18.000 (statt aktuell 15.000) Zuschauer sollen wieder reindürfen, die Vereine durch neue Vip-Logen bessere Einnahmemöglichkeiten bekommen, die Anwohner durch eine Komplettüberdachung besser vor Lärm geschützt werden, alle Anforderungen für Dritt- und Zweitligafußball erfüllt.

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Woran hapert die Umsetzung?

Zumindest theoretisch. Denn erstmal müsste der Stadtrat trotz Corona-Haushaltskrise eine konkrete Entscheidung fällen. Und als Voraussetzung dafür einen Vorschlag präsentieren können. Aber woran hängt es?

Das will nun auch die Stadtrats-CSU wissen, die heute im Rathaus einen Antrag einbringt, in dem sie den OB fragt, was denn los ist und wann sich der Stadtrat denn mit dem Thema befassen soll - und von welchen Kosten man aktuell ausgeht. Gerade dieser Punkt dürfte spannend werden. 

Anzeichen von größeren Problemen

Von 30 Millionen Euro war 2019 beim Grundsatzbeschluss die Rede, inzwischen raunt es auf den Rathausfluren auch mal von 60, gar 70 Millionen. Kommt am Ende nur eine kleine Sanierungslösung? Oder gar keine?

"Dass es so lange dauert, macht den Anschein, dass es jetzt größere Probleme gibt", sagt CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl im Gespräch mit der AZ. "Vielleicht war es doch nur ein leeres Wahlkampf-Versprechen der SPD für die Löwen-Fans." Eine Sanierung für 70 Millionen fände er abwegig: "Das kann sich die Stadt nicht leisten - und die Vereine die Pacht nicht."

Das sagt die Sport-Bürgermeisterin

Und genau daran, an der Höhe künftiger Pachtzahlungen insbesondere für den TSV 1860, könnte das lange Prozedere offenbar hängen. Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) sagte gestern auf AZ-Nachfrage vage, die Beschlussvorlage für den Stadtrat sei eigentlich "seit geraumer Zeit nahezu fertig".

Was noch fehlt? "Die Bestimmung der künftigen Miete für die Nutzervereine." Dass diese schon enthalten ist, sei von den Vereinen gewünscht worden. Seit dem Sommer sei die Stadt in Kontakt, es gebe aber immer noch "Klärungsbedarf". Die Stadtverwaltung sei weiter "unter Hochdruck" dran - und Dietl selbst wolle die Vereine diese Woche kontaktieren.

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Immerhin kommt das Thema bald in den Stadtrat

Vielleicht wird es dann aber ohnehin noch bisserl dauern, Stichwort Haushaltskrise. Sebastian Weisenburger (Grüne), der Chef des Untergiesinger Bezirksausschusses, sagt, es sei ja ein Projekt, dessen Finanzierung vielleicht erst anstehe, "wenn der Haushalt hoffentlich nicht mehr von Corona betroffen ist".

Klingt nicht, als würden nächsten Sommer Bagger anrollen. Immerhin: In den Stadtrat kommt das Thema doch bald. Der OB muss auf die CSU-Anfrage konkret antworten - binnen sechs Wochen.

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