"Keine Aufholjagd!" Warum der TSV 1860 weiter tiefstapelt

Der TSV 1860 will am Samstag bei Spitzenteam Osnabrück den Pokal-Triumph gegen Schalke und den Kantersieg gegen Freiburg II veredeln. "Wir werden jetzt aber keine Aufholjagd ausrufen", sagt Michael Köllner.
| Matthias Eicher
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1860-Trainer Michael Köllner will noch nicht zur großen Aufholjagd blasen.
1860-Trainer Michael Köllner will noch nicht zur großen Aufholjagd blasen. © IMAGO / Ulrich Wagner

München/Osnabrück - Giesings Höhen? Bremer Brücke. Ähnlich wie das Wohnzimmer der Sechzger hat der VfL Osnabrück da ein kleines Schmuckkästchen. Mitten im Wohngebiet, Stadtteil Schinkel, da steht es, das Stadion an der Bremer Brücke.

"Jeder, der mal an der Bremer Brücke war, der weiß: Das ist ein heißes Pflaster", sagte Michael Köllner über den anstehenden Auswärts-Auftritt des TSV 1860: Mit seinen Löwen muss der 51-Jährige zum VfL Osnabrück, der Zweitliga-Absteiger visiert als Tabellen-Zweiter die direkte Rückkehr in das Unterhaus des Fußballs an.

Mit dem 1. FC Nürnberg hatte Köllner im Jahr 2017 im Pokal nur knapp die Oberhand behalten: Mit 3:2 siegten die Cluberer damals. "Wir mussten damals über die Verlängerung gehen", meinte Köllner über den packenden Pokalfight. Sei ihm verziehen, dass sich seine Nürnberger korrekterweise "nur" 90 Minuten mühen mussten.

Rollt der TSV 1860 das Feld von hinten auf?

Mit dem Rückenwind des Pokal-Triumphes gegen Schalke 04 und dem Drittliga-Befreiungsschlag gegen den SC Freiburg II (6:0) wollen die Giesinger nun mehr. "Wir wissen, dass wir eine gute Woche hinter uns haben", meinte Köllner über die beiden Giesinger Jubel-Tage und nahm den starken, aber ergebnistechnisch unglücklichen Auftritt beim 1:1 in Saarbrücken gleich noch mit in seine Rechnung auf.

An der Bremer Brücke wollen die Sechzger nun wieder siegen und damit auch wirklich die jüngsten Erfolgserlebnisse veredeln. Also: Her mit der Brücke zum oberen Tabellendrittel. Der weiß-blaue Brückenschlag!

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Rollt 1860 nun das Feld von hinten auf, Herr Köllner? "Natürlich wollen wir von Woche zu Woche punkten und in der Tabelle ein paar Plätze nach oben klettern." Man sei mit der Punkteausbeute freilich nach wie vor nicht zufrieden. "Vor dem Freiburg-Spiel ist "Druck auf dem Kessel", gewesen, sagte er, denn: 1860 war gerade "auf einen Abstiegsplatz" abgerutscht.

Aufholjagd? Michael Köllner richtet den Fokus auf Osnabrück

Es folgte das Schützenfest gegen die bessere U23 der Freiburger, für Köllner aber "kein Parameter", denn so eine junge Mannschaft kann schon mal einen schlechten Tag erwischen".

Dennoch stellte Köllner klar: "Wir werden jetzt keine Aufholjagd auf Rang eins ausrufen." Der einfache Grund: "Bei Aufholjagden bewegt man sich immer in den nächsten Wochen. Wir tun gut daran, wenn wir vollen Fokus auf Osnabrück legen." Schließlich belegt der VfL mit 24 Punkten Rang zwei. "Sie sind defensivstark, aber haben Probleme bei eigenem Ballbesitz", meinte Köllner.

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Vor dem schweren Duell bei den Osnabrückern ist bei den Sechzern nicht nur die gute Laune zurück. "Die zwei freien Tage waren nach den beiden anspruchsvollen Spielen Gold wert", meinte Köllner. Neben Spielmacher Richard Neudecker (nach überstandener Corona-Infektion wieder fit) sind auch die langzeitverletzten Löwen zurück (siehe unten).

Neuzugänge dank Pokal-Kohle? Köllner bleibt zurückhaltend

Stellt sich noch die Frage: Kann und will 1860 die halbe Million Euro, die der Verein durch den Achtelfinal-Einzug gegen Schalke eingenommen hat, zur Winterpause in neue Spielerbeine investieren? Köllner hatte in einem Interview erklärt. dass er sich mit Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel darüber noch nicht ausgetauscht hat.

Gorenzel wollte dies nicht so ganz auf sich stehen lassen. "Wir unterhalten uns über alle möglichen Szenarien, aber wir müssen es nicht in der Öffentlichkeit thematisieren", meinte der Österreicher. Köllner fügte hinzu: "Wir werden uns sicherlich nicht vor diesem Spiel damit auseinandersetzen. Wir haben ja jetzt dann eine Länderspielpause, da werden wir schauen, was sportlich - und wirtschaftlich - Sinn macht."

Die Trendwende hat 1860 auch ohne Neu-Löwen geschafft. Bleibt abzuwarten, ob das zarte Pflänzchen in den kommenden Wochen weiter wächst. Nächster Halt: Stadion an der Bremer Brücke, in dem trotz Hexenkessels der dritte Sieg in Serie folgen soll.

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