Trotz Corona-Infektion: Das Impf-Thema ist für Kimmich noch nicht erledigt

Jetzt hat das Coronavirus auch Joshua Kimmich erwischt: Der Profi wird dem FC Bayern damit wohl auch im Liga-Gipfel bei Borussia Dortmund fehlen, und die Diskussionen um Kimmichs Entscheidung gegen das Impfen dürften wieder Fahrt aufnehmen.
| AZ/dpa
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Wann reißt die Debatte um den ungeimpften Bayern-Profi Joshua Kimmich endlich ab?
Wann reißt die Debatte um den ungeimpften Bayern-Profi Joshua Kimmich endlich ab? © imago images/Sven Simon

München - Was kommt jetzt auf ihn zu, was sind die Folgen für sein Umfeld? Joshua Kimmich hat Corona – und bald gilt der ungeimpfte Profi vom FC Bayern als genesen, steht dann allerdings erneut vor der Entscheidung für oder gegen den Corona-Pieks. So geht es für Joshua Kimmich jetzt weiter...

Joshua Kimmich: Option Freitesten

Der Nationalspieler ist nicht geimpft. Er kann die Isolation bei asymptomatischem Krankheitsverlauf frühestens 14 Tage nach Erstnachweis des Erregers beenden. Ein negativer PCR- oder Antigentest ist hierfür notwendig. Der FC Bayern muss also nicht nur im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld am Samstag, sondern auch beim Bundesliga-Klassiker in Dortmund am 4. Dezember auf seinen Mittelfeldregisseur verzichten.

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Zum Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona am 8. Dezember könnte Kimmich zurückkehren, sofern er in Isolation keine Symptome aufweist. In solch einem Fall kann sich der Bayern-Profi frühestens 14 Tage nach Symptombeginn und Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden freitesten.

Joshua Kimmich: Option Genesenen-Status

Der 26-Jährige gilt nicht unmittelbar nach dem Ende der Quarantäne als genesen. Sein positiver PCR-Test muss mindestens 28 Tage zurückliegen und es dürfen keine Symptome mehr vorliegen. Kimmich besitzt den Genesenen-Status demnach frühestens kurz vor Weihnachten – wenn die Fußball-Bundesliga Winterpause macht.

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Joshua Kimmich: Option Corona-Impfung

Trotz Infektion kommt Kimmich auf Dauer nicht um den Corona-Pieks herum, sofern er zu der Gruppe der Geimpften und Genesen gehören möchte. Denn liegt der Nachweis der Infektion mehr als sechs Monate zurück, wird der Bayern-Profi nicht mehr als genesen angesehen. Dann empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) eine Impfstoffdosis. Ende Mai könnte die Debatte um Deutschlands wohl berühmtesten Ungeimpften also neu aufkommen. Bundestrainer Hansi Flick hatte allerdings zuletzt aus einem persönlichen Gespräch mit Kimmich berichtet, wonach dessen Tendenz zum Impfen gehe.

Klar ist: Der Fall Kimmich treibt die Corona-Turbulenzen beim FC Bayern auf die Spitze. Die Münchner versicherten zwar am Mittwochabend, es gehe Kimmich gut – die Nachwirkungen dürften die Bayern und die DFB-Auswahl aber noch beschäftigen. Bei der Jahreshauptversammlung des Serienmeisters am Donnerstag (19 Uhr) könnte das Impfthema im Profikader für zusätzliche Brisanz sorgen.

Schon als ungeimpfte Kontaktperson des infizierten Niklas Süle musste Kimmich Anfang November von der Nationalmannschaft abreisen und sich in Quarantäne begeben. Kaum war diese für ihn beendet, folgte die nächste. Diesmal wegen eines Kontakts zu einem Infizierten im privaten Umfeld. Der Mittelfeldspieler fehlte deshalb zuletzt in den Spielen in Augsburg und Kiew. 

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Was bedeutet das Fehlen von Kimmich für den FC Bayern?

Trainer Julian Nagelsmann muss vorerst ohne seinen Mittelfeld-Chef planen. Selbst eine Rückkehr im sportlich bedeutungslosen Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona am 8. Dezember ist ungewiss.

Kimmich ist für die Münchner ein Schlüsselspieler, sein Fehlen eine spürbare Schwächung. Weil durch Infektionen, Quarantänen und Verletzungen zuletzt eine Reihe von Profis ausfielen, musste Nagelsmann improvisieren, die Belastung der verbliebenen Spieler stieg. Die fehlenden Profis wie Kimmich könnten Form und Rhythmus verlieren. Das gefährdet womöglich die hohen Ziele der Bayern und drückt auf die Stimmung im Team.

Warum gibt es eigentlich so viel Aufregung um den Fall Kimmich?

Der Nationalspieler ist unfreiwillig ins Zentrum der hochbrisanten gesellschaftlichen Debatte ums Impfen geraten. Nachdem die "Bild"-Zeitung im Oktober über Kimmichs Impfstatus berichtet hatte, bestätigte er selbst, wegen Sorgen über Langzeitfolgen noch keinen Corona-Pieks erhalten zu haben.

Experten schließen langfristige Nebenwirkungen aber aus. Weit über die Fußball-Branche hinaus wurde über die Wirkung von Kimmichs zweifelhaften Aussagen mit Blick auf die Vorbildrolle des Nationalspielers diskutiert, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) meldete sich zu Wort. Zuletzt brachten Spitzenpolitiker wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sogar ein Spielverbot für ungeimpfte Fußballprofis ins Gespräch, der FC Bayern plante für diese Spieler angeblich Gehaltskürzungen im Quarantäne-Fall.

Corona-Fall bei Kimmich: Was heißt das für Bundestrainer Flick?

Auch in Flicks Plänen für die WM in Katar Ende 2022 und die Zukunft der DFB-Auswahl spielt Kimmich eine wichtige Rolle. Aus einem persönlichen Gespräch berichtete Flick noch am Mittwoch, Kimmichs Tendenz gehe nun zum Impfen. Die Nationalspieler Jamal Musiala und Serge Gnabry, zuletzt bei Bayern ebenfalls in der Quarantäne, sollen inzwischen eine Impfung erhalten haben.

Auch für Bundestrainer Hansi Flick und die Nationalelf könnte der Fall Kimmich noch zu einem echten Problem werden.
Auch für Bundestrainer Hansi Flick und die Nationalelf könnte der Fall Kimmich noch zu einem echten Problem werden. © Swen Pförtner/dpa

Kimmich indes hätte nach einer überstandenen Infektion als Genesener noch etwas länger Zeit, über eine Impfung nachzudenken. Mindestens ein halbes Jahr wäre er nach Angaben des Robert Koch-Instituts gegen das Virus immunisiert. Danach empfiehlt das RKI eine Impfstoffdosis. In sechs Monaten könnten die Fragen nach der Impfung Kimmich, den FC Bayern und Hansi Flicks Team also wieder einholen.

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