Trennung im Sommer? Der Flick-Countdown beim FC Bayern läuft

Wer ist nächste Saison Bayern-Trainer? Hansi Flick und Hasan Salihamidzic eiern weiter rum. Lothar Matthäus glaubt nicht an "weitere Zusammenarbeit".
| Patrick Strasser
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Wie viel Zeit bleibt Hansi Flick noch beim FC Bayern?
Wie viel Zeit bleibt Hansi Flick noch beim FC Bayern? © Bernd Thissen/dpa

München - Vor etwas mehr als einem Jahr, am 3. April 2020, als die erste Welle der Corona-Pandemie den Fußball weltweit gestoppt hatte, machte der FC Bayern seinen Interimstrainer dingfest: Hansi Flick unterschrieb bis 2023.

"Hansi und ich wissen, in welche Richtung wir die Mannschaft entwickeln wollen. Der Fußball steht vor großen Herausforderungen. Wir glauben, dass Hansi auch der richtige Cheftrainer für diese Zeit ist", sprach Hasan Salihamidzic, damals noch Sportdirektor, feierlich. In der Branche wunderte man sich über so viel Vertrauen und Langfristigkeit, nach dem 2021 feststehenden Sextuple wunderte sich niemand.

Wird Flick zum Löw-Nachfolger?

Mittlerweile ist die Verwunderung allüberall darüber groß, wie es dazu kommen konnte, dass auf das erfolgreichste Jahr der Klub-Geschichte die Trennung zum Saisonende folgen könnte. Das 2:3 gegen Paris Saint-Germain war eine Premiere der unschönen Art: Die erste Niederlage von Bayerns Cheftrainer in der Champions League nach 15 Siegen und einem Remis seit seinem Amtsantritt.

Bei einem Ausscheiden im Viertelfinale könnte das Rückspiel zur letzten Königsklassen-Partie für den Sextuple-Coach werden. Denn von Tag zu Tag und von Nicht-Klartext zu Nicht-Klartext wird es wahrscheinlicher, dass Flick, der Wunschkandidat des DFB, im Anschluss an die EM die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw antritt.

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Flick und Salihamidzic: Ein schwelender Konflikt

Dass Flick mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic über Kreuz liegt, ist alles, nur kein Geheimnis mehr. Auf Nachfragen reagiert Flick von Tag zu Tag gereizter: "Alles muss ich nicht beantworten, weil ich es auch nicht möchte."

Die Spannungen zwischen Flick und Salihamidzic drehen sich um des Trainers Wunsch nach Mitspracherecht bei Personalentscheidungen und Transfers. Was Salihamidzic, unterstützt von Bayern-Patron und Ehrenpräsident Uli Hoeneß, als ureigene Kernkompetenz für sich reklamiert. Der zwischenzeitlich erreichte Burgfriede ist brüchig.

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Zum Jahresende scheidet Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge aus. Der Flick-Förderer ist um Harmonie bemüht und will den Trainer unbedingt halten. Nachfolger Oliver Kahn, der zum 1. Juli mehr Macht erhalten soll, gibt sich nach außen neutral, sagte über Flick zuletzt: "Er möchte sich auf die aktuelle, auf die laufende Saison konzentrieren."

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Salihamidzic bemerkte am Mittwoch zu Flicks Zukunft trocken: "Die Vertragslaufzeiten sind bekannt. Jeder weiß, dass Hansi Flick und ich sehr gut zusammenarbeiten und dass wir für den Erfolg der Mannschaft alles tun." Auf professioneller Ebene. Bei Jérôme Boateng, der nach zehn Jahren im Verein keinen neuen Vertrag erhält, scheint sich Salihamidzic durchgesetzt zu haben. Obwohl der Vorstand es als "gemeinsame Entscheidung der Vereinsführung" deklarierte, in die Flick ebenfalls "eingebunden" worden sei.

Matthäus im Live-TV: "Für mich ist die Sache durch!"

Der Countdown von Flicks Tätigkeit in München scheint längst begonnen zu haben. "Man mag sich jetzt für die wichtigen Wochen zusammenreißen. An eine Zusammenarbeit über die Saison hinaus glaube ich nicht", meinte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in einer Kolumne für "Sky" und sagte im TV-Studio: "Für mich ist die Sache durch! Aufgrund der ganzen Aussagen. Das ist nicht das, was ich denke, sondern das, was ich höre. Keine Aussage hat mich überzeugt, dass es eine Zukunft über die Saison hinaus gibt."

Lothar Matthäus  glaubt nicht daran, dass sich Flick und Salihamidzic nochmal fangen werden.
Lothar Matthäus glaubt nicht daran, dass sich Flick und Salihamidzic nochmal fangen werden. © Federico Gambarini/dpa/Archivbild

Für Matthäus ist "Hansi ist ein geradliniger Typ". Daher glaubt der Ex-Kapitän der Bayern, dass Flick nach dem Rückspiel "einen Termin bei Oliver Kahn im Büro an der Säbener Straße" haben werde. Um Servus zu sagen? Bayern bröckelt. Man läuft aktuell Gefahr, dass aus dem Triple-Sieger und Sextuple-Champion ein Torso wird. Mit Meisterschale als Single-Titel. Und ohne Trainer für die kommende Saison.

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