Meisterschaft? 9 Gründe, die für Bayern sprechen - und 9 für den BVB

Vor dem Liga-Start stellt sich nur eine Frage: Gibt es den neunten Titel für Bayern? Rummenigge fürchtet den BVB: "Sie haben einen Vorteil." Die AZ erklärt, was für sein Team spricht - und was für den Rivalen.
| Johannes Schnabl
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Die Titelfrage: Holen Robert Lewandowski (l.) und die Bayern ihren neunten Titel in Folge oder grätschen die Dortmunder dazwischen?
Die Titelfrage: Holen Robert Lewandowski (l.) und die Bayern ihren neunten Titel in Folge oder grätschen die Dortmunder dazwischen? © Federico Gambarini/dpa-Pool/dpa

München - Mit dem Eröffnungsspiel des Titelverteidigers FC Bayern gegen Schalke 04 (20.30/ZDF, DAZN und im AZ-Liveticker) startet die Bundesliga heute in ihre 58. Saison. Dass die Münchner Triple-Gewinner in der nun doch leeren Allianz Arena gegen zuletzt kriselnde Knappen als glasklarer Favorit in die Partie gehen, wird niemand abstreiten wollen.

Auch was die Meisterschaft angeht, führt wohl kein Weg am FC Bayern vorbei, oder Karl-Heinz Rummenigge? "Ich denke, die Dortmunder haben in dieser Saison hohe Ansprüche", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bayern vor dem Saisonstart zu möglichen Gefährdern der Mission neun. Schließlich würde sein Klub gern den neunten Meistertitel in Folge einfahren. Rummenigge erklärte aber auch, warum er den schwarz-gelben Dauerrivalen als gefährlichsten Herausforderer sieht: "Sie haben gegenüber uns den Vorteil, dass die Spieler im Urlaub eine lange Regenerationsphase und danach eine konzentrierte und lange Vorbereitung hatten."

Die Konditionsfrage könnte in dieser eng getakteten Saison tatsächlich den Ausschlag geben, alleine entscheidend sein wird sie aber nicht. Ob sich die bayerische Dominanz am Ende durch- und fortsetzt oder ob die Dortmunder den neunten Streich der Bayern verhindern?

Es verspricht ein spannendes Rennen zu werden. "Die Uhren stehen wieder auf Null", meinte Rummenigge.

9 Punkte, die für den FC Bayern sprechen

Joshua Kimmich lupfte die Bayern beim letzten Aufeinandertreffen zum Sieg über den BVB.
Joshua Kimmich lupfte die Bayern beim letzten Aufeinandertreffen zum Sieg über den BVB. © imago images / Poolfoto

Die "8" spielte eine bedeutende Rolle in der Triple-Saison des FC Bayern. Das unglaubliche 8:2 gegen den FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League und zuvor die achte Meisterschaft hintereinander. Wortspielakrobaten hatten Hochkonjunktur: Alle Acht-ung! Vor der am Freitag beginnenden Bundesliga-Saison gibt es 1.000 Gründe, warum die Münchner hierzulande erneut nicht aufzuhalten sind. Die AZ bringt genau neun für "Bayerns Neunte":

1. Robert "Lewangoalski"

So nennt Thomas Müller Bayerns Lebensversicherung im gegnerischen Strafraum, die Hausratversicherung im eigenen Strafraum hört auf den Namen Manuel Neuer. Wettbewerbsübergreifend erzielte Lewandowski sagenhafte 55 Saisontore (in 47 Partien). Wird der Pole in der Hälfte aller Ligaspiele geschont, gewinnt er trotzdem die Torjägerkanone.

2. Die härteste Saison aller Zeiten

Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Saison in 246 Tage gepresst, die Winterpause dauert nur elf Tage. Wer kann Hamsterrad auf dem Zahnfleisch? Die Bayern!

3. Jungbrunnen Thomas Müller

Geht in seine 12. Profi-Saison, erlebt mit 31 schätzungsweise den 24. Frühling. Überraschungsteilnehmer der WM 2026.

4. 100 Prozent Hansi Flick

Unglaubliche 30 Spiele ohne Niederlage (mit nur einem Unentschieden), drei Titel. Und das alles nach Amtsübernahme Anfang November. Nun kann Flick als Chefcoach während einer gesamten Saison endlich sechs Titel gewinnen.

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5. Aber bitte mit Sané

Die neue bayerische Flügelzange kommt als Hydra daher, als vielköpfiges Ungeheuer - siehe die griechische Mythologie. Die Schlange besteht aus einem König ("King" Coman), einem Koch (Serge Gnabry) und einem Wuschelkopfkönig (Leroy Sané), der alle anderen abkochen will.

6. Meister der Stille

Als die Stadien aufgrund der Hygienevorgaben im Zuge von Corona leer bleiben mussten, gewann Bayern sämtliche 15 Partien. Enjoy the silence! Nun kehren die Fans langsam zurück - allerdings nicht gegen Schalke. Konsequenz: Die Erfolge der Seriensieger werden wieder lauter.

7. Leon "Hulk" Goretzka

Nimmt es fortan aufgrund seiner Muskelmasse mit ganzen Mittelfeld-Horden der Gegner auf. Goretzka ist der Atlas des Aufbauspiels der Bayern.

8. Alaba, der Ball-Piranha

Ehrenpräsident Uli Hoeneß warf Alaba vor, in Pini Zahavi "einen geldgierigen Piranha als Berater" zu haben. Der Abwehr-Chef selbst will sich auf räuberische Feldzüge gegen feindliche Angreifer begeben.

9. Die Schwäche der Anderen

Dortmund? Kann ja ruhig im Herbst/Winter ein Punkte-Polster als Vorsprung haben - die brechen im Frühjahr eh ein. Und RB Leipzig? Ist entwernerisiert, nicht mal mehr Schick. Abgesehen von Nagelsmanns Anzügen! Die sonstige Konkurrenz? Äh, wie? Konkurrenz?

Bayerns Marketing-Abteilung kann sich schon um die Meistershirts 2021 kümmern. Hier ein erster Input: Alle Neune!

9 Punkte, die für Borussia Dortmund sprechen

Marco Reus wird den BVB in der kommenden Saison als Kapitän aufs Feld führen.
Marco Reus wird den BVB in der kommenden Saison als Kapitän aufs Feld führen. © imago images / Moritz Müller

Seit der erfolgreichen Titelverteidigung 2012 mutierte der BVB zum zahnlosen Bayernjäger. Fünf Vizemeisterschaften gab es seither in acht Jahren - teils mit Fernrohr-verdächtigem Abstand. Dieses Jahr soll alles anders werden. Der BVB 09 will Bayerns neunten Streich verhindern. Dass das gelingt, dafür gibt es einige Gründe. Die AZ nennt deren neun:

1. Leistungsträger an Bord

Jadon Sancho, Erling Haaland, Roman Bürki: Fast alle Leistungsträger blieben dem BVB erhalten. Lediglich Leihspieler Achraf Hakimi (von Real Madrid weiterverkauft) mussten die Borussen gen Mailand ziehen lassen. So wenig Umbruch gab's noch nie.

2. Ruhiger Sommer I:

Auch dank sparender Großklubs verlebte der BVB einen ruhigen Sommer. Einem möglichen Sancho-Abgang schoben die Bosse schnell einen Riegel vor. Ruhe im Umfeld sorgt auch für Ruhe im Kader. Anders bei den Bayern, wo um den Verbleib oder den Abgang einiger Spieler diskutiert wird (Alaba).

3. Ruhiger Sommer II

Wie es Karl-Heinz Rummenigge schon sagte (siehe oben): Während sich die Bayern im Sommer zu Europas Vorherrschaft kämpften, konnte der BVB entspannt die Füße hochlegen. Die Extraportion Frische schadet in dieser zehrenden Saison sicher nicht.

4. Alles Routine

Mit Mats Hummels, Axel Witsel, Marco Reus, Emre Can oder Neuzugang Thomas Meunier verfügt der BVB neben starken jungen Spielern auch endlich über die nötige Portion Routine. Erfahrung zahlt sich am Ende aus.

5. Favres Bringschuld

Dass der kauzige Schweizer junge Spieler entwickeln kann, weiß jeder. Aber Titel? Favre wird dem Gerede rund um seine Person ein Ende setzen wollen. Er muss zeigen, dass er die Entwicklung eines Teams zu Ende führen kann.

6. Tore von Beginn an

13 Tore schoss Erling Haaland, der erst im Winter zur Borussia kam, in 15 Liga-Spielen für den BVB. Hochgerechnet auf eine Saison ergibt das 29,46 Tore - fast so viele, wie Robert Lewandowski für die Bayern erzielte (30). Nun besitzen auch die Dortmunder von Anfang an eine Torgarantie.

7. Größe ist alles

29 Spieler umfasst der Dortmunder Profi-Kader, die Bayern haben nur 25 zur Verfügung - vielleicht bald noch weniger. In einer vollgepackten Saison schaden ein paar Optionen mehr sicher nicht. Entscheidet am Ende doch die Größe?

8. Verstärkung im Anmarsch

Erst am 20. November wird Supertalent Youssoufa Moukoko 16 Jahre alt und darf sein Debüt geben. Hält der junge Stürmer, was er verspricht, wird er nicht nur der jüngste Bundesligaspieler aller Zeiten, sondern tatsächlich auch eine Verstärkung im Titelkampf.

9. Gegen die Langeweile

Italienische Verhältnisse? Braucht kein Mensch. Der Bundesliga kann es nur guttun, mal wieder eine andere Mannschaft an der Spitze zu sehen - auch am Ende einer Saison. Und wer soll das sein, wenn nicht die Dortmunder?

Also, diesmal wird's der BVB 09 und nicht Bayerns Neunte

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