Katsche, Kaiser, Alaba, Lahm: Das ist Bayerns beste Abwehr der Historie

Die AZ kürt in dieser Woche die "Champion's Eleven", die stärkste Bayern-Elf aus den Sieger-Teams der insgesamt sechs Henkelpott-Triumphe. Im heutigen Teil dieser Serie geht es um die Abwehr-Granden.
| Patrick Strasser
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Echte Münchner Defensivkünstler: Philipp Lahm, Georg Schwarzenbeck, Franz Beckenbauer, Jérôme Boateng, David Alaba und Bixente Lizarazu (v.l.).
AZ-Montage/Kunz, Rauchensteiner /AK, dpa, imago 5 Echte Münchner Defensivkünstler: Philipp Lahm, Georg Schwarzenbeck, Franz Beckenbauer, Jérôme Boateng, David Alaba und Bixente Lizarazu (v.l.).
Abwehr: Bixente Lizarazu.
firo/ Augenklick 5 Abwehr: Bixente Lizarazu.
Philipp Lahm beendete im Sommer 2017 seine Karriere. Am Ende hatte er acht deutsche Meisterschaften auf seinem Konto.
Rauchensteiner/Augenklick 5 Philipp Lahm beendete im Sommer 2017 seine Karriere. Am Ende hatte er acht deutsche Meisterschaften auf seinem Konto.
Das legendäre Bayern-Team, das 1971/72 mit 101 Toren Meister wurde: (Stehend v.l.) Beckenbauer, Hoffmann, U. Hoeneß, Trainer Lattek, Schwarzenbeck,
Müller, Krauthausen, Roth. Hockend (v.l.): Zobel, Hansen, Maier, Breitner.
dpa 5 Das legendäre Bayern-Team, das 1971/72 mit 101 Toren Meister wurde: (Stehend v.l.) Beckenbauer, Hoffmann, U. Hoeneß, Trainer Lattek, Schwarzenbeck, Müller, Krauthausen, Roth. Hockend (v.l.): Zobel, Hansen, Maier, Breitner.
Zur besten Bayern-Abwehr gehören natürlich auch der Kaiser und "Katsche".
Augenklick, AZ-Montage 5 Zur besten Bayern-Abwehr gehören natürlich auch der Kaiser und "Katsche".

München - Vier Spieler des Wembley-Finals von 2013 standen sieben Jahre später in Lissabon erneut in Bayerns Startelf.

Drei davon auf ein und derselben Position: Torhüter Manuel Neuer (34), Innenverteidiger Jérôme Boateng (31) und Zehner-Lebemann Thomas Müller (30) als Mittelfeld-Freigeist.

Plus David Alaba (28), der Allzweck-Abwehrspieler. Beim 2:1 gegen Borussia Dortmund in London glänzte er, wie beinahe seine gesamte Karriere über, als Linksverteidiger. Die Franzosen von Paris Saint-Germain bissen sich an Bayerns Defensive die Zähne aus, weil Alaba den Laden hinten dichtmachte. Als Abwehrboss.

Alaba zieht es wie Lahm und Breitner in die Mitte

Alaba ging den Weg in die Mitte. Wie so viele Außenverteidiger vor ihm. Wie Philipp Lahm. Bei seinen Fähigkeiten konnten Trainer über Jahre am Tag des Spiels eine Münze werfen, ob Lahm denn Rechts- oder Linksverteidiger spielen solle.

In beiden Rollen machte der gebürtige Münchner keine Fehler, einfach keine. Und Paul Breitner agierte zu Beginn seiner Karriere ebenfalls als Linksverteidiger, interpretierte Mitte der 70er Jahre diese Rolle allerdings so offensiv, dass bei seiner Autorität der Wechsel in die Mitte, ins Zentrum des Spiels, auf die Kommandobrücke sozusagen, nur eine Frage der Zeit war.

Abwehr: Bixente Lizarazu.
Abwehr: Bixente Lizarazu. © firo/ Augenklick

Erst nach seinem Wechsel 1974 zu Real Madrid und der Rückkehr an die Säbener Straße 1978 brillierte Breitner in seiner zweiten Bayern-Ära im Mittelfeld. Weil der spätere Markenbotschafter und Querdenker lediglich einen der drei Europapokal-Erfolge im Landesmeister-Wettbewerb (1974, ‘75, ‘76) mitgestaltete, reicht es für ihn in der diese Woche von der Abendzeitung gekürten "Champion’s Eleven", der stärksten Elf der sechs Henkelpott-Triumphe, nur zu einem Platz auf der Bank.

Linksverteidiger: Alaba vor Lizarazu

Denn links hinten bekommt Alaba den Platz – knapp vor dem Franzosen Bixente Lizarazu, der seine achteinhalb Jahre bei Bayern mit dem Gewinn der Königsklasse 2001 krönte. Alaba hat wie erwähnt zwei Mal den Pott geholt – sticht. Kanadas "Road-runner" Alphonso Davies (19), der Komet unter den Aufsteigern der Saison, darf sich bereits als Teenager Champions-League-Sieger nennen, doch seine beste Zeit und womöglich weitere Triumphe kommen noch.

Rechtsverteidiger: Hansen, Sagnol, Lahm

Rechts hinten fällt die Wahl auf Philipp Lahm, den Kapitän der Wembley-Helden von 2013. Da reichen weder "Mister Halbfeldflanke" Willy Sagnol (Champion 2001, allerdings in der Rückwärtsbewegung als Rechtsverteidiger in einer Fünferkette) noch der Däne Johnny Hansen heran, der 1974 und 1976 (‘75 fehlt er verletzt) in der Startelf der Landesmeister-Sieger stand.

Philipp Lahm beendete im Sommer 2017 seine Karriere. Am Ende hatte er acht deutsche Meisterschaften auf seinem Konto.
Philipp Lahm beendete im Sommer 2017 seine Karriere. Am Ende hatte er acht deutsche Meisterschaften auf seinem Konto. © Rauchensteiner/Augenklick

Schnäppchen-Johnny war übrigens 1970 für umgerechnet 50.000 Euro Ablöse vom 1. FC Nürnberg nach München gekommen und hielt als wieselflinker Rechtsverteidiger Uli Hoeneß den Rücken frei.

Abwehrzentrum: An "Katsche" kommt keiner vorbei

Fehlt in der Abwehr der Besten, einer - wohl unschlagbaren - Helden-Elf, noch das Abwehrzentrum. Und hier gibt es keine Zweifel. An Franz Beckenbauer, der Lichtgestalt des deutschen Fußballs, und seinem ewig treuen Adjutanten Hans-Georg, bekannt als "Katsche", Schwarzenbeck kommt man nicht vorbei.

Bei allen drei Triumphen Mitte der 70er Jahre stand das Duo in allen vier Endspielen (inklusive des 4:0 im Wiederholungsspiel gegen Atlético Madrid) von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz. Bayern kassierte ein einziges Gegentor, jenes vom 1:1 im ersten Finale gegen die Spanier, das der Katsche mit seinem Weitschuss in der 119. Minute gerade noch ausgleichen konnte. "Der Ball is' zwischen olle durch, und dann war er drin." O-Ton Katsche.

Das legendäre Bayern-Team, das 1971/72 mit 101 Toren Meister wurde: (Stehend v.l.) Beckenbauer, Hoffmann, U. Hoeneß, Trainer Lattek, Schwarzenbeck,
Müller, Krauthausen, Roth. Hockend (v.l.): Zobel, Hansen, Maier, Breitner.
Das legendäre Bayern-Team, das 1971/72 mit 101 Toren Meister wurde: (Stehend v.l.) Beckenbauer, Hoffmann, U. Hoeneß, Trainer Lattek, Schwarzenbeck, Müller, Krauthausen, Roth. Hockend (v.l.): Zobel, Hansen, Maier, Breitner. © dpa

Und wer weiß – womöglich wäre Bayerns goldene Ära der 70er ohne diesen Ausflug Schwarzenbecks jenseits der Mittellinie (eine Rarität) gar nicht Realität geworden. Ein niederländischer Reporter beschrieb Katsche einst als "halb Mensch, halb Stier", der Putzer des Kaisers blieb immer seiner Rolle treu. Er ließ Beckenbauer, den Künstler, der das Spiel des Liberos zur Vollkommenheit brachte, glänzen.

Zur besten Bayern-Abwehr gehören natürlich auch der Kaiser und "Katsche".
Zur besten Bayern-Abwehr gehören natürlich auch der Kaiser und "Katsche". © Augenklick, AZ-Montage

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