Hansi Flick: Vom Löw-Assistenten zum Heynckes-Erben

Der Höhenflug des FC Bayern ist eng mit Trainer Hansi Flick verbunden. Er hat die Münchner wieder auf (Triple-)Kurs gebracht.
| David Ryborz/SID, AZ
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Hansi Flick hat den FC Bayern zurück in die Erfolgsspur gebracht.
imago/Poolfoto Hansi Flick hat den FC Bayern zurück in die Erfolgsspur gebracht.

Lissabon - Wenn es derzeit um Hansi Flick geht, können die Superlative gar nicht groß genug sein. Er könne "eine Ära prägen", schwärmt Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld. Er habe der Mannschaft "die Spielfreude zurückgegeben, seine Arbeit ist klasse", befindet Präsident Herbert Hainer. Er sei "sowohl fachlich als auch menschlich ein großer Gewinn für den FC Bayern", lobt Bundestrainer Joachim Löw. Kurzum: "Seitdem Hansi das übernommen hat, läuft es wie geschnitten Brot", betont Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Flick: Bald auf einer Stufe mit Heynckes und Guardiola?

Es ist in der Tat erstaunlich, was Flick seit seinem Amtsantritt im November 2019 als Nachfolger des glücklosen Niko Kovac aus diesem FC Bayern gemacht hat. Lagen die Münchner vor über neun Monaten quasi am Boden, bringt der deutsche Rekordmeister inzwischen Experten und Konkurrenten in ganz Europa zum Staunen. Vor dem Halbfinale am Mittwoch (21 Uhr, Sky, DAZN und im AZ-Liveticker) gegen Olympique Lyon werden die Bayern längst als Topfavorit auf den Henkelpott gehandelt – und Flick schon jetzt auf eine Stufe mit den Triple-Trainern Jupp Heynckes (2013 mit den Bayern) und Pep Guardiola (2009 mit Barcelona) gehievt.

"Hansi ist ähnlich wie Jupp, was die Art und Weise betrifft, wie er die Mannschaft führt. Er hat ein unglaublich enges Verhältnis zu den Spielern, er ist empathisch, die Spieler glauben an ihn. Und er fordert die Mannschaft auch taktisch", betonte Rummenigge zuletzt im AZ-Interview. "Ähnlich klar geregelt war unser Spiel zuletzt unter Pep Guardiola", beschrieb Thomas Müller in der "SZ" Flicks Erfolgsrezept.

Schon beim WM-Triumph 2014 galt Assistent Flick als taktisches Gewissen seines Chefs Löw. "Ich habe ihn dort schon sehr positiv erlebt, er war dort schon ein wichtiger Ansprechpartner für mich", erzählte Rio-Weltmeister Jérôme Boateng erst am Sonntag. Und jetzt? "Seine Ansprachen sind sehr gut, das Training macht Spaß. Er ist nicht distanzierter, er hat zwar weniger Zeit, aber man kann immer noch auch über andere Themen als Fußball mit ihm sprechen."

Die Mannschaft steht hinter Flick

Flick hat das Münchner Starensemble hinter sich gebracht, ihm eine klare Philosophie gegeben. Der 55-Jährige drehte an den richtigen Schrauben – und führte Spieler wie Müller und Boateng, die schon abgeschrieben waren, zu alter Stärke. Und dies mit einer ruhigen und menschlichen, aber auch bestimmten und fordernden Art.

Selbst nach dem historischen 8:2 gegen den FC Barcelona überdrehte Flick nicht. Klar freue er sich über "eine kleine Duftmarke", die sein Team gesetzt habe. Aber, fügte er genauso schnell an: Auch ein 3:1 stehe "ewig in den Geschichtsbüchern". Und überhaupt: Gegen Lyon gehe es "wieder bei null los".

Es sind die üblichen Fußball-Weisheiten. Aber der gebürtige Heidelberger, der als Chefcoach bisher lediglich bei Victoria Bammental und 1899 Hoffenheim gearbeitet hat, kommt damit bei seinen Stars an. Alleine 2020 gewannen die Münchner 23 von 24 Pflichtspielen bei einem 0:0 gegen RB Leipzig. Das Double aus 30. Meisterschaft und 20. Pokalsieg war die logische Konsequenz. Jetzt soll das Triple folgen.

Dann wäre Hans-Dieter "Hansi" Flick endgültig bei Josef "Jupp" Heynckes und Josep "Pep" Guardiola angekommen.

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