FC Bayern: Pulverfass Abwehr – Hernández-Stammplatz ist keinesfalls sicher

Mit David Alaba und wohl auch Jérôme Boateng verlassen die beiden Stamm-Innenverteidiger den FC Bayern im Sommer. Setzt Trainer Hansi Flick dann auf Rekordeinkauf Lucas Hernández?
| Maximilian Koch
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Nach dieser Saison wird sich die Bayern-Defensive verändern: David Alaba (r.) und wohl auch Jérôme Boateng (m.) verlassen den Klub, Lucas Hernández soll in der Innenverteidigung spielen.
Nach dieser Saison wird sich die Bayern-Defensive verändern: David Alaba (r.) und wohl auch Jérôme Boateng (m.) verlassen den Klub, Lucas Hernández soll in der Innenverteidigung spielen. © imago/kolbert-press

München - Im engsten Umfeld von Jérôme Boateng hat man noch nichts von einer angeblichen Entscheidung über die Zukunft des Bayern-Abwehrstars gehört - genauso geht es Hansi Flick.

"Ich weiß nicht, wo das immer herkommt, mit mir wurde darüber nicht gesprochen", sagte der Münchner Trainer am Dienstag.

Trotz Vertragsende: Flick würde gerne länger mit Boateng zusammenarbeiten

Gemeint waren die jüngsten Berichte in verschiedenen Medien, wonach Boatengs Aus bei Bayern nach dieser Saison bereits beschlossene Sache sei. Flick verwies vielmehr auf Boatengs "sehr gute Leistungen" in dieser - und der vergangenen - Saison. Es ist kein Geheimnis, dass der Coach gern weiter mit Boateng zusammenarbeiten würde.

Aus gutem Grund: Der 32-Jährige war einer der Garanten auf dem Weg zum Triple, auch in dieser Spielzeit ist Boateng bei Flick in der Innenverteidigung gesetzt. Und dennoch steht er vor dem Abschied - nach genau zehn Jahren Bayern.

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Boateng und Martínez weg - und kein Ersatz?

Die Münchner wollen zwar wie angekündigt noch ein Gespräch mit Boateng führen, doch nach AZ-Informationen deutet tatsächlich alles auf einen Wechsel hin. Boatengs Vertrag läuft aus, Bayern will sich das üppige Gehalt von geschätzt zwölf Millionen Euro jährlich sparen. Kaum vorstellbar, dass sich der in Topform spielende Boateng mit einer Gehaltshalbierung abfinden würde.

Neben David Alaba (28) bricht damit die zweite Säule aus der Innenverteidigung weg. Ein Risiko für den FC Bayern, wenngleich mit Leipzigs Dayot Upamecano (22) ein Topmann verpflichtet wurde. Für Boateng und den ebenfalls scheidenden Javi Martínez (32) sind aktuell aber keine Ersatztransfers geplant. Bayern hofft, dass Talent Tanguy Nianzou (18) endlich fit wird. Und dass Flick Rekordeinkauf Lucas Hernández (25) in Zukunft als linker Innenverteidiger einsetzt - neben Upamecano oder Niklas Süle (25), dessen Vertrag 2022 ausläuft.

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Wird Hernández bei Bayern künftig Stammspieler?

Gerade die Situation bei 80-Millionen-Euro-Verteidiger Hernández ist heikel. Flick lobt den Franzosen zwar immer wieder und schätzt dessen Aggressivität und positive Einstellung. Spielerisch sieht der Coach aber andere Stars wie Alphonso Davies (20) und Alaba vor Hernández. Deshalb ist es keinesfalls sicher, dass Flick den Franzosen in der kommenden Saison als Stammspieler einsetzt.

Was das Verhältnis zu Sportvorstand Hasan Salihamidzic,dem Verantwortlichen des Hernández-Transfers, weiter verschlechtern würde. Das Pulverfass Bayern-Abwehr. Flick aber lässt sich nicht in die Aufstellung reinreden, ganz egal, wie teuer ein Spieler war. Gegen Lazio Rom (Mittwoch, 21 Uhr live bei Sky und im AZ-Liveticker) dürfte Hernández daher - trotz einer guten Leistung zuletzt in Bremen - wieder auf die Ersatzbank rücken. Flick vertraut seiner besten Elf. "Wir wollen auch dieses Spiel gewinnen", sagte der Trainer: "Wir haben eine gute Serie, die wollen wir fortführen."

Daheim gegen Lazio: Bayern-Aus kaum vorstellbar

Die Bayern sind seit 18 Spielen (17 Siege) in der Königsklasse unbesiegt. Die letzte Niederlage liegt über zwei Jahre zurück (1:3 im Achtelfinal-Rückspiel gegen Liverpool). Trotz der klaren Ausgangslage gab Leroy Sané den Mahner. "Jeder weiß genau, dass sehr viel passieren kann. Wenn wir das nicht ernst nehmen, dann kann es auch schnell nach hinten losgehen", sagte der Nationalspieler. Ein Bayern-Aus wäre jedoch einmalig.

Noch nie in der langen Europapokal-Geschichte schied eine Mannschaft aus, die das Hinspiel auswärts mit mindestens drei Toren Differenz gewonnen hat. Deshalb dürfte der Blick der Münchner schon in Richtung Nyon gehen, wo am Freitag (12 Uhr) in der Uefa-Zentrale die Viertelfinal-Paarungen ausgelost werden. Der Triumph in der Königsklasse sei "ein großes Ziel von mir", betonte Sané, "auf die Champions League schaut jeder". Auch sein Teamkollege und Kumpel Boateng, der mit dem insgesamt dritten Henkelpott Servus sagen möchte.

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