FC Bayern plant Transfer-Offensive nach den Karriereende von Xabi Alonso und Philipp Lahm

Nie mehr "Single"! Bei seiner Meistersause und der Abschiedsfeier für Philipp Lahm kündigt der FC Bayern eine Transferoffensive mit "Granaten" an.
| Marco Mader, Thomas Häberlein/SID
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Freuen sich auf den Transfermarkt: Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, die am Samstag Philipp Lahm verabschieden mussten.
sampics/GES/Augenklick Freuen sich auf den Transfermarkt: Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, die am Samstag Philipp Lahm verabschieden mussten.

München - Philipp Lahm stand tief gerührt auf dem Münchner Rathausbalkon, als Uli Hoeneß die überaus erfolgreiche Ära des langjährigen Kapitäns wenige Meter von ihm entfernt endgültig beendete - und zum nächsten Großangriff blies. "Ich bin überzeugt, dass das nur eine Ausnahme ist, dass wir nur einen Titel haben", rief der Präsident des deutschen Fußball-Meisters Bayern München 15.000 johlenden Fans auf dem Marienplatz zu, "mit dieser Mannschaft, mit diesem Geist wird es wieder möglich sein, mehr zu erreichen."

Hoenß: "Man muss Granaten kaufen"

Lahm und Xabi Alonso werden nicht mehr zu dieser Mannschaft gehören, für die ganz großen Ziele, das machte Hoeneß am Rande der launigen, aber keinesfalls ausgelassenen Meistersause unmissverständlich klar, muss der FC Krösus ran ans Festgeldkonto. "Wir haben einen Kader, wenn man den verstärken will, muss man Granaten kaufen", sagte Hoeneß im BR, ergänzte aber: "Das Problem ist, dass wir uns auf einem Markt bewegen, auf dem über Summen diskutiert und Summen bezahlt werden, die wir nicht für möglich gehalten haben." Dass der FC Bayern diese Summen dennoch bezahlen wird, schloss Hoeneß nicht aus - "nur" ein Titel ist trotz fünfter Meisterschaft in Serie nicht nur ihm zu wenig.

Rummenigge: "Transfermarkt ist die interessanteste Zeit des Jahres"

Karl-Heinz Rummenigge rief zwar dem Anhang zu: "Lasst euch nicht erzählen, das ist ein Trostpreis! Das ist ein super Titel! Wir haben ein gutes Jahr erlebt." Allerdings betonte er in der Arena nach dem 4:1 (1:0) gegen den SC Freiburg, einen Becher Weißwein in der Hand: "Ich freue mich auch immer auf den Transfermarkt, das ist die interessanteste Zeit des Jahres, macht mir Spaß." Dort dürften es die Bayern gewaltiger krachen lassen als am Samstagabend auf der klubinternen Feier im Postpalast, wo Trainer Carlo Ancelotti an der Seite von Popstar Anastacia als Sänger und Tänzer glänzte. Er habe "eine Familie gefunden" in München, meinte der Italiener, "ich denke, wir werden mit dieser Familie in den nächsten Jahren arbeiten, um mehr Titel zu gewinnen." Dafür gelte es, "guten Ersatz" für die Fußball-Rentner Lahm und Xabi Alonso zu finden, betonte er.

Ära Lahm endet mit Tränen

Lahm hatte nach seinem 517. Pflichtspiel für den FC Bayern um 17.49 Uhr die Schale aus den Händen von DFL-Präsident Reinhard Rauball empfangen. Für seinen letzten Gang in kurzen Hosen holte er sich anschließend Unterstützung von Söhnchen Julian. Mit dem Vierjährigen stapfte er durch rot-weißes Konfetti ein letztes Mal zur Südkurve, wo er sich von den treuesten Fans verabschiedete. "Es ist sehr, sehr emotional, das geht einem schon nah. Es war mein Leben, hier auf dem Platz zu stehen", sagte er. Später, auf dem Balkon, hatte Lahm Tränen in den Augen, als ihm die Mannschaft angeführt von Thomas Müller und David Alaba das Lied "Weus'd a Herz host wia a Bergwerk" von Rainhard Fendrich sang - den klassischen Rausschmeißer in den Oktoberfest-Zelten. Lahm stimmte mit versonnenem Blick, die Schale in der Hand, mit ein. Party-König war Franck Ribéry, der die Fans mit seinen Sprüchen unterhielt. Den offiziellen Feier-Startschuss hatte Superstar Arjen Robben gegeben, als er Ancelotti um kurz vor 18.00 Uhr die erste Bierdusche gab. "Es war ein lustiger Moment, aber es war kalt, wirklich kalt", sagte der Italiener. Zuvor hatten Tore von Robben (4.), Arturo Vidal (73.), Ribéry (90.+1) und Lahms designierter Erbe Joshua Kimmich (90.+4) den 25. Saisonsieg gesichert.

Lewandowksi "geknickt", Boateng verpasst Meisterfeier

Inmitten des Trubels um Schale und Lahm gab es aber auch Wermutstropfen. Topstürmer Robert Lewandowski war laut Mats Hummels "auf jeden Fall ein bisschen geknickt", weil er das Fernduell um die Torjägerkanone mit Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang mit 30:31 Treffern verloren hatte. Und Jerome Boateng fehlte wegen einer Muskelverletzung auf dem Meisterfoto, der Abwehrchef wird mehrere Wochen ausfallen.

Bilder: So feiert der FC Bayern die Meisterschaft

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