FC Bayern: Nach Transferforderung - Salihamidzic bremst Flick

Für den vorschnellen Wunsch von Trainer Hansi Flick nach Verstärkungen beim FC Bayern gibt’s vom Sportdirektor einen Rüffel. Trotzdem bleiben Wintertransfers ein Thema, Leroy Sané von Manchester City ist allerdings keins.
| Maximilian Koch
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Sportdirektor des FC Bayern: Hasan Salihamidzic.
Peter Kneffel/dpa Sportdirektor des FC Bayern: Hasan Salihamidzic.

München - Hasan Salihamidzic (43) saß auf einem weißen Plastikstuhl oberhalb des Trainingsplatzes, zwei akkurat geschnittene Hecken umrahmten den Sportdirektor des FC Bayern, der von dieser Position aus einen optimalen Blick hatte. Auf das Training, die Spieler – und auf ihn: Hansi Flick (54).

Der Coach der Münchner hatte den Druck auf Salihamidzic mit seinen öffentlichen Transferforderungen massiv erhöht. Das war wohl auch der Grund, warum "Brazzo" am Donnerstagvormittag noch häufiger telefonierte als sonst. Und warum er sich später zur Wehr setzte.

Salihamidzic tadelt Flick: "Kein Freund von medialer Kaderplanung"

"Ich war überrascht über das mediale Betreiben der Kaderplanung", sagte Salihamidzic. "Davon bin ich kein Freund. Wir tauschen uns sowieso die ganze Zeit aus." Ein deutlicher Rüffel für Flick, der via "Süddeutsche Zeitung" eine Art Hilferuf formuliert hatte – offenbar ohne Wissen des Klubs. "Ich finde es gut, wenn sich Bayern München die höchsten Ziele steckt", hatte Flick der "SZ" gesagt, "aber wenn man von 'pack mas' und 'voll angreifen' und allen möglichen Titeln spricht, braucht man auch einen Kader, der in der Tiefe genügend Substanz und Qualität besitzt."

Angesichts der Verletzungen von Niklas Süle (Kreuzbandriss), Javi Martínez (Muskelbündelriss), Lucas Hernández (Aufbautraining nach Sprunggelenks-OP), Kingsley Coman (Kapseleinriss im Knie) und Serge Gnabry (Probleme an der Achillessehne) muss man da aktuell zwei dicke Fragezeichen setzen. Deshalb wünscht sich Flick "mindestens zwei Spieler" im Winter, wie er sagte, "auf jeden Fall einen für die Defensive und vielleicht auch für die offensive Außenbahn."

Die möglichen Transferziele des FC Bayern

Inhaltlich stimmt Salihamidzic mit seinem Coach durchaus überein, doch Verstärkungen zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich aus mehreren Gründen schwer realisieren. "Wir prüfen die Optionen", erklärte der Sportdirektor, aber: "Topspieler werden von den Klubs nicht freigegeben." Zudem wolle man nur Spieler verpflichten, die "jetzt gleich" helfen würden. Ein Wintertransfer von Nationalspieler Leroy Sané (23/Manchester City), der nach seinem Kreuzbandriss vor der Rückkehr ins Mannschaftstraining steht, sei "kein Thema", so Brazzo. Aber wer dann?

Sportdirektor des FC Bayern: Hasan Salihamidzic.
Sportdirektor des FC Bayern: Hasan Salihamidzic. © Peter Kneffel/dpa

Englische Medien spekulieren über ein Interesse der Münchner an Stürmer Wilfried Zaha (27) von Crystal Palace, Bayern soll den Ivorer ausleihen wollen. Als Rechtsverteidiger scheint weiter João Cancelo (25/Manchester City) der Topkandidat zu sein, wenngleich sich keine Einigung abzeichnet. "Wir sind noch in keiner Sache weit", gab Salihamidzic offen zu und wirkte dabei erstaunlich entspannt.

Holt der FC Bayern im Sommer Havertz und Sané?

Die Realisierung der Saisonziele sei auch ohne Neuzugänge möglich, ergänzte er. Und: "Die Zukunft des FC Bayern hängt nicht von einem Rechtsverteidiger ab." Eine Spitze gegen Flick, der die Verpflichtung eines solchen als notwendig ansieht.

Doch Salihamidzic bremst. Zum einen will der Sportdirektor nach dem Einstieg des neuen Vorstands Oliver Kahn (50) offensichtlich Stärke demonstrieren, zum anderen haben die Münchner im Sommer große, kostspielige Pläne. Neben Sané könnte auch Leverkusen-Juwel Kai Havertz (20) kommen, oder aber die Kaufoption bei Philippe Coutinho (27) wird gezogen.

So oder so: Bayern wird wohl um die 200 Millionen Euro investieren (müssen). Da möchte man im Winter am liebsten sparen. Ganz nebenbei ist ja noch gar nicht abschließend geklärt, ob der Trainer für die kommende Saison überhaupt Hansi Flick heißen wird. Und ob es für Salihamidzic wirklich wichtig ist, dessen Wünsche zu erfüllen.

Lesen Sie auch: Salihamidzic stellt klar - Nübel wird sich Neuer unterordnen

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren