Mission Triple-Verteidigung: Worauf es beim FC Bayern 2021 ankommt

Nach dem späten 2:1-Erfolg gegen Bayer Leverkusen feiert der FC Bayern Weihnachten als Tabellenführer - die bisherige Saison offenbarte allerdings auch einige Schwachstellen. Die AZ zeigt, worauf es 2021 ankommt.
| Bernhard Lackner
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Hansi Flick hat mit den Bayern ein herausragendes Jahr hinter sich - doch auch 2021 gibt es viel zu tun.
Hansi Flick hat mit den Bayern ein herausragendes Jahr hinter sich - doch auch 2021 gibt es viel zu tun. © dpa/FC Bayern

München - "Es ist der Abschluss, den wir uns alle für dieses fantastische Jahr gewünscht haben", sagte Trainer Hansi Flick nach dem packenden 2:1-Sieg des FC Bayern gegen Bayer Leverkusen. Mit der letzten Aktion des Jahres 2020 stürzte Robert Lewandowski die Werkself vom Thron und brachte den Rekordmeister dorthin, wo er nach eigenem Selbstverständnis hingehört: an die Tabellenspitze.

Für die Münchner war es der Schlussakkord in einem Jahr voller Rekorde. In der heimischen Allianz Arena mussten sich die Quintuple-Bayern kein einziges Mal geschlagen geben, wettbewerbsübergreifend gab es in 48 Pflichtspielen nur eine einzige Niederlage (1:4 in Hoffenheim).

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Doch trotz aller Erfolge offenbarten die vergangenen Wochen auch einige Schwachstellen bei der momentan besten Mannschaft des Kontinents.  Zum Nachjustieren bleibt mangels Winterpause allerdings wenig Zeit, schon am 3. Januar geht es im neuen Jahr wieder weiter An einigen Stellschrauben wird Flick noch drehen müssen, auch sonst wartet ein schwieriger Spagat auf den 55-Jährigen und sein Team. Die AZ gibt einen Überblick:

FC Bayern: Die Null muss wieder stehen!

Manuel Neuer musste gegen Wolfsburg erneut hinter sich greifen.
Manuel Neuer musste gegen Wolfsburg erneut hinter sich greifen. © Lukas Barth-Tuttas/ dpa

Seit Wochen leisten sich die Bayern in der Defensive immer wieder Nachlässigkeiten. In den vergangenen sieben Ligaspielen musste der Rekordmeister immer einem Rückstand hinterherlaufen - Vereins-Negativrekord! In den ersten 13 Bundesligaspielen setzte es bereits 19 Gegentore, schlechter waren die Münchner letztmals in der Saison 2008/09 unter Jürgen Klinsmann (20 Gegentore). Das letzte Zu-Null-Spiel datiert vom 24. Oktober (5:0 gegen Eintracht Frankfurt).

Bislang konnten die Bayern ihre Defensivprobleme dank der brandgefährlichen Offensive (39 Tore - Bestwert in der Liga) noch kaschieren. Bis es im Frühjahr in der Champions League ernst wird, müssen die Nachlässigkeiten aber behoben sein.

Die Bayern-Neuzugänge um Sané müssen integriert werden

Bayern-Trainer Hansi Flick im Gespräch mit Leroy Sané.
Bayern-Trainer Hansi Flick im Gespräch mit Leroy Sané. © imago images / Philippe Ruiz

Sieben Neuzugänge hatten die Bayern im Sommer zu verzeichnen - wirklich überzeugt hat bislang noch keiner. Königstransfer Leroy Sané hängt seine Verletzungsmisere aus den vergangenen eineinhalb Jahren noch deutlich nach, den vorläufigen Tiefpunkt seiner Bayern-Zeit erreichte er mit seiner Auswechslung gegen Bayer Leverkusen am Wochenende. Auch designierte Rotationsspieler wie Douglas Costa, Marc Roca und Bouna Sarr konnten ihre Bayern-Tauglichkeit noch nicht nachhaltig unter Beweis stellen. Beim Topspiel in Leverkusen stand sogar kein einziger Neuzugang in der Startelf.

Einer der Hauptgründe dafür ist die fehlende Saisonvorbereitung nach dem Champions-League-Turnier in Lissabon. Die Integration der Neuzugänge ins Bayern-System gestaltete sich aufgrund der Vielzahl an Spielen schwierig - für tiefergehende taktische Einheiten fehlte bislang schlicht die Zeit.

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Dennoch: Für eine erfolgreiche Saison braucht es einen breiten und leistungsfähigen Kader, der sein volles Potenzial ausschöpft. Bei den Neuzugängen ist diesbezüglich noch Luft nach oben, meinte zuletzt auch Hansi Flick: "Da müssen wir uns noch steigern, da haben wir noch Potenzial."

Die Rotation beim FC Bayern muss funktionieren

Der FC Bayern hat eine einstudierte Variante im Angriff.
Der FC Bayern hat eine einstudierte Variante im Angriff. © imago images / ITAR-TASS

Die aktuelle Saison ist die intensivste aller Zeiten - erst recht für die Bayern: 22 Pflichtspiele haben die Münchner seit Saisonstart Mitte September bereits absolviert, für die Nationalspieler kamen noch zwei Länderspielpausen. Das straffe Programm fordert längst seinen Tribut.

Müdigkeit und Erschöpfungssymptome seien angesichts der Belastung in den vergangenen Monaten alles andere als verwunderlich, meint Bayerns Fitnesscoach Holger Broich. "Ich denke, in der aktuellen Situation haben wir dieses Limit erreicht und manchmal überschritten. Ich hoffe sehr, dass alles in Zukunft wieder auf ein normales und verträgliches Maß zurückgeführt wird", warnte der Fitness-Guru nun im "kicker".

Entspannung ist aber nicht in Sicht: Alleine im Januar stehen wieder sieben Partien an, Anfang Februar geht es zur Klub WM nach Katar. Wollen die Bayern auch in diesem Jahr das Triple holen, sind bis Ende Mai noch 33 (!) Spiele zu absolvieren. Ein Pensum, das nur mit funktionierender Rotation und genau abgestimmter Belastungssteuerung zu bewältigen ist.

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