Joshua Kimmich: Bayerns Berserker ist zurück

Bayerns Mittelfeld-Anführer Joshua Kimmich gibt gegen Leverkusen nur sechs Wochen nach seiner Meniskus-OP sein Comeback – und leitet gleich den Siegtreffer ein. Trainer Flick: "Es war nicht geplant, dass er spielt."
| Patrick Strasser
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Feierte sein Comeback gegen Leverkusen: Joshua Kimmich.
Feierte sein Comeback gegen Leverkusen: Joshua Kimmich. © sampics/Augenklick

München - Wenn der FC Bayern dieser Tage in Rückstand gerät, hat man eine Garantie: Sie verlieren nicht. In Leverkusen erwischte es die Münchner zum siebten Mal hintereinander, das ist Bestmarke in der Klubhistorie. Aber unter einem Vereinsrekord machen sie es 2020 ja nicht.

Sieben Mal fing man in 13 Spielen der Bundesliga-Vorrunde das 0:1. "Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen", meinte Thomas Müller in einer Mischung aus Schrecken und Erleichterung.

Kuriosum am Rande: Wie heißt der einzig andere Bundesligist, dem diese Rückstand-Serie im Jahresendspurt widerfahren ist? FC Schalke. Kleiner Unterschied: Während die Königsblauen dabei nur ein Pünktchen schafften, holten die Königsklassenbesten aus München 15 Zähler. Man blieb nur drei Mal bei einem Remis hängen.

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Fehlt Kimmich, dann läuft Bayern hinterher

Was das alles mit Joshua Kimmich zu tun hat? Eine Menge! In Spiel eins des Anti-Laufs der Bayern am 7. November verletzte sich der 25-Jährige bei einem Foul an Dortmunds Mittelstürmer Erling Haaland, musste in der 36. Minute unter Schmerzen und Tränen ausgewechselt werden. Beim Stand von 0:0, neun Minuten später ging der BVB in Führung (Endstand 3:2 für Bayern).

Gegen alle Bundesliga-Gegner in den nächsten sechs Partien lief Bayern hinterher: Bremen (nur noch 1:1), Stuttgart (noch 3:1), Leipzig (am Ende 3:3), Union Berlin (nur noch 1:1), Wolfsburg (noch 2:1) und nun das 2:1 in Leverkusen. Mit Kimmich, der nach 68 Minuten für Corentin Tolisso eingewechselt wurde.

Das Comeback exakt sechs Wochen nach seiner Meniskus-OP im rechten Knie und der anschließenden Reha, die er dermaßen ehrgeizig und zielstrebig durchzog, als ginge es nicht darum, am 13. Spieltag kurz vor der Weihnachtspause noch mitzumischen, sondern im WM-Finale dabei zu sein.

Er habe im Aufbautraining "gearbeitet wie ein Berserker", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei "Sport1" und betonte: "Er hat uns in den letzten Wochen sehr gefehlt. Wir haben das Mittelfeld zu viel überspielt. Das wird mit ihm wieder besser, weil er die Bälle fordert." So geschehen in der "BayArena".

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Flick erklärt: Kimmich sollte eigentlich nicht spielen

"Es war nicht geplant, dass er spielt", verriet Hansi Flick später. Sein Führungsspieler habe ihm in der Halbzeit sehr deutlich zu verstehen gegeben, "dass er sich bereit fühlt", dass er eben (an-)führen wolle. Obwohl es unentschieden stand. Aber für Kimmich sind Unentschieden wie Niederlagen.

Im letzten Drittel der Partie funktionierte das Bayern-Mittelfeld dann wieder deutlich besser (Trainer Flick: "Mit Josh, David Alaba und Jamal Musiala hatten wir mehr Ballkontrolle") und natürlich war es Kimmich, der in der Nachspielzeit beim Pressing in den Ball von Jonathan Tah spritzte und sofort Robert Lewandowski schickte - das 2:1, der späte Sieg.

Das Mentalitätsmonster JK hatte wieder zugeschlagen. Wie heiß er auf seinen Einsatz war, zeigte sich bereits beim Aufwärmen hinter dem Tor: Als einziger möglicher Einwechselspieler verzichtete er auf einen Pullover.

"Josh hat Ruhe ins Spiel gebracht, organisiert, angetrieben", lobte ihn Sportvorstand Hasan Salihamidzic. "Ich bin froh, dass Joshua mitgefahren ist. Allein schon, dass er dabei ist, hilft der Mannschaft sehr viel", sagte Flick und bekräftigte: "Er ist sehr wichtig für die Mannschaft." Mehr Wertschätzung geht nicht.

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