Happy End in Bayerns Hollywoodfilm fürs Fußballjahr 2020

Der FC Bayern siegt in der Nachspielzeit mit 2:1 bei Bayer Leverkusen und übernimmt so wieder die Tabellenführung. "Das passt in den Hollywoodfilm für unser Fußballjahr 2020", sagt Thomas Müller.
| Patrick Strasser
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Sieg in der Nachspielzeit: Doppelpacker Robert Lewandowski lässt die Bayern und Coach Hansi Flick jubeln.
Sieg in der Nachspielzeit: Doppelpacker Robert Lewandowski lässt die Bayern und Coach Hansi Flick jubeln. © dpa

München - Pflichtspiel Nummer 48, das letzte des FC Bayern in diesem Kalenderjahr hätte aus Sicht der Alles-Abräumer nicht symbolhafter für 2020 sein können: Ein 2:1 bei Bayer Leverkusen, zu dem Weltfußballer Robert Lewandowski beide Treffer beisteuerte. Das Siegtor zur Wiedereroberung der Tabellenführung samt Weihnachtsmeisterschaft fiel in der letzten Minute der Nachspielzeit, leicht abgefälscht, mit freundlicher Unterstützung des Oberschenkels von Edmund Tapsoba. Egal.

Es war: ein bayerisches Festtagswochenende kurz vor dem Fest. Die Münchner signalisieren an der Tabellenspitze: Bitte Abstand halten! "Eine riesige Enttäuschung. Schade für die ganze Mannschaft. Wenn man die 90 Minuten gesehen hat, dann verdienen wir es nicht, dieses Spiel zu verlieren", sagte Bayer-Chefcoach Peter Bosz nach den Patzern seines Torhüters Lukas Hradecky vor dem 1:1 und von Jonathan Tah vor dem Knockout durch das 1:2.

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"Vizekusen" wird seinem Ruf gerecht

Doch Bayern ist eben Bayern. "Vizekusen" Leverkusen wird seinem Ruf gerecht und geht nach toller Hinrunde standesgemäß als Zweiter in die Weihnachtspause. Leipzig verspielt beim 0:0 zu Hause gegen Köln zwei Punkte, Dortmund verliert erst die Linie, entledigt sich des Trainers Lucien Favre und unterlag am Freitag mit 1:2 bei Union Berlin. Die sogenannte Konkurrenz enttarnt sich.

Und Bayern macht Bayern-Dinge. Immer weiter, immer weiter. "Dass wir in der letzten Sekunde den Siegtreffer machen, passt in den Hollywoodfilm für unser Fußballjahr 2020", fand Thomas Müller. Großes Kino - nur leider seit März wegen der Corona-Krise ohne Fans in den Stadien. Ein dicker Wermutstropfen zum dicken Ende. "Das ist der Abschluss, den wir uns alle gewünscht haben", sagte Hansi Flick, der Welttrainer der (bayerischen) Herzen und freute sich über "ein fantastisches Jahr für uns", das nicht nur wegen des Triple-Gewinns, ergänzt durch zwei Supercup-Erfolge, seinesgleichen sucht.

"Wir haben ein Wahnsinnsjahr gespielt", lobte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und behauptete im "Sport1"-Doppelpass: "Keine Mannschaft der Welt hat so viele Spiele gespielt. Das macht sich irgendwann bemerkbar. Der Samstag war für mich der Beweis, dass der Wille und der Charakter dieser Mannschaft außergewöhnlich sind."

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FC Bayern mit Wahnsinns-Zahlen im Jahr 2020

Wie auch die Zahlen: Indem Bayern mit zwei Kraftakten in vier Tagen sowohl Wolfsburg (2:1) als auch Leverkusen die erste Bundesliga-Niederlage der Saison beigebracht hat, konnte man Sieg Nummer 42 im Kalenderjahr verzeichnen – im 48. Pflichtspiel. Macht eine Sieg-Quote von 85 Prozent.

Einmalig. Ein Jahrhundertjahr. Lediglich fünf Remis und eine einzige Niederlage, das 1:4 Ende September bei TSG Hoffenheim, stehen nun in den Geschichtsbüchern. Ausgerechnet Uli Hoeneß' Neffe Sebastian, der TSG-Coach, darf sich Quintuplesieger-Besieger 2020 nennen. Sie sollten sich Trikots drucken im Kraichgau. Oder in Leipzig. Denn Vizewelttrainer Flick konnte dieses Jahr lediglich die Roten Bullen nicht bezwingen, auf ein 0:0 im Februar folgte das 3:3 im Dezember. Mit Brosamen ernähren sich die Spalier stehenden Rivalen.

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Und 2021, das mit dem Heimspiel am 3. Januar gegen Mainz so früh wie lange nicht beginnt? Mit dem Handicap, auf ein Trainingslager verzichten zu müssen, und mit der Fortführung der Terminhatz (allein im Januar erwarten die Bayern auch wegen des verlegten Pokalspiels der 2. Runde in Kiel sieben Partien) dürfte der Branchenprimus erneut am besten zurechtkommen. Schon im Februar, bei der Fifa-Klub-WM in Katar, soll Titel Nummer sechs eingefahren werden.

Von wegen lieber Pause als auch noch diese zwei zusätzlichen Spiele samt Flug nach Doha. "Die Mannschaft und Flick sind zu mir gekommen und haben mich darum gebeten, mit Fifa-Präsident Gianni Infantino zu sprechen, damit die Klub-WM auch diese Saison stattfindet", sagte Rummenigge, "wir fahren da nicht hin, um Geld zu verdienen. Das ist eine reine Geste, um der Mannschaft auch die Möglichkeit zu geben, einen weiteren Titel zu gewinnen." So nett ist der FC Bayern zu seinen Angestellten. Frohes Fest!

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