"Fast eine Tragödie": Wie Flick jetzt ohne Tolisso plant

Sehnenriss im linken Oberschenkel! Corentin Tolisso wird laut Coach Hansi Flick für "mindestens drei Monate" ausfallen. Dafür kehrt Leon Goretzka wohl gegen Frankfurt in die Bayern-Startelf zurück.
| Patrick Strasser
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Corentin Tolisso im Gespräch mit Hansi Flick (r.).
Corentin Tolisso im Gespräch mit Hansi Flick (r.). © picture alliance/dpa

München - Es war Hansi Flick ein dringendes Anliegen, Corentin Tolisso sofort nach der Operation in Berlin anzurufen.

Der Bayern-Trainer sprach dem Pechvogel Mut zu, sagte ihm unter anderem, er sei "auch oft verletzt gewesen in meiner Karriere". Er wisse, so der 55-Jährige, wie es ist, sich immer wieder an die Mannschaft herankämpfen zu müssen. Für Tolisso beginnt eine schwere Zeit. Erneut.

Verletzung von Tolisso: Riss der Muskelsehne am Oberschenkel

Bei der Vormittagseinheit am Donnerstag hatte sich der 26-Jährige ohne Fremdeinwirkung verletzt, bei einem Schuss riss die Muskelsehne an der Vorderseite des linken Oberschenkels.

Tolisso schrie laut auf vor Schmerzen. "Es ist eine schwere Verletzung, ein Sehnenriss", sagte Flick am Freitagmittag an der Säbener Straße und erklärte mit gedämpfter Stimme: "Es tut mir sehr leid, er hatte große Schmerzen. Wir waren alle geschockt. Es hatte sich nichts angedeutet, er hatte vorher keine Probleme." Flick nannte die neuerliche Verletzung des Franzosen in Kombination mit der von ihm auf "mindestens drei Monate" bezifferten Ausfallzeit "fast eine Tragödie".

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Beim 3:3 gegen Arminia Bielefeld am Montag hatte Tolisso erstmals seit fast fünf Wochen (seit dem Pokal-Aus bei Zweitligist Holstein Kiel am 13. Januar) in der Startelf gestanden und bei insgesamt aufsteigender Form mit dem Kopfballtor zum 2:3 seine Offensivqualitäten unter Beweis gestellt.

Verletzung bedeutet Saison-Aus

Es war das erste Mal seit Ende Oktober, dass der Weltmeister von 2018 durchspielen konnte, von Oktober bis Januar hatte er immer wieder mit muskulären Problemen zu kämpfen und öfter aussetzen müssen. Jetzt das bittere Saison-Aus! "Es ist wirklich schade um ihn", erklärte Flick, "er hat gerade gezeigt, welche Qualitäten er hat. Ich bin von ihm mehr als überzeugt. Er braucht Rhythmus und den hätte er jetzt bekommen."

Für rund 41,5 Millionen Euro hatte ihn der FC Bayern im Juli 2017 von Olympique Lyon verpflichtet - zum damaligen Zeitpunkt ein Ablöse-Rekord. In knapp vier Jahren kommt Tolisso allerdings aufgrund diverser Verletzungen, vor allem wegen des Kreuzbandrisses 2018/19, auf nur 94 Spiele und 18 Tore im Bayern-Trikot. 63 Partien verpasste er verletzt. Da er nie so ganz in seiner Rolle als Achter überzeugen konnte, deutete sich ein Abschied im Sommer trotz seines bis 2022 laufenden Vertrages an, damit der Verein noch eine Ablöse erzielen könne.

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Gedanken darüber wollte Flick nicht aufkommen lassen. "Bayern hat immer wieder gezeigt, dass sie in so einer Situation zu einem Spieler stehen. Wichtig ist, dass er wieder an seine Leistungsfähigkeit kommt."

Zuvor kommt die Reha - samt psychologischem Aufbauprogramm. "Ich hoffe, er hat gutes Heilfleisch. Aber es ist keine einfache Stelle", meinte Flick, "er wird die Zeit bekommen und hat alle Unterstützung vom Verein. Er muss nach vorne blicken, das ist nicht immer ganz so einfach."

Muss Flick auch. Auf das Spiel am Samstag bei Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr). Über die Personalnot sagte der Cheftrainer: "Es wird immer weniger bei uns. Wir haben aber immer noch genügend Qualität, um in Frankfurt zu bestehen." Neben Thomas Müller und Benjamin Pavard (beide in Corona-Quarantäne) fallen auch Serge Gnabry (Muskelfaserriss im Oberschenkel), Douglas Costa (Haarriss im Mittelfußknochen) und Tanguy Nianzou sowie Ersatztorhüter Alexander Nübel (beide in der Reha) aus. Die einzig gute Nachricht: Jérôme Boateng, Javi Martínez und Leon Goretzka werden im Kader stehen. Goretzka ist Startelf-Kandidat.

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