Da schaugst, Jogi! Müller und Boateng spielen in EM-Form

Der Bundestrainer schaut beim 4:1 gegen Hoffenheim mal wieder in der Allianz Arena vorbei – und sieht mit Müller und Boateng zwei aussortierte Nationalspieler brillieren. Um Jamal Musiala wirbt Löw intensiv.
| Patrick Strasser
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Bundestrainer Jogi Löw sah sich das Bayern-Spiel in der Allianz Arena an.
Bundestrainer Jogi Löw sah sich das Bayern-Spiel in der Allianz Arena an. © sampics/Augenklick

München - Schau an, schau an, der Jogi Löw. Der Bundestrainer ist aus dem Winterschlaf erwacht und besuchte nach der Partie Mönchengladbach gegen Dortmund am vergangenen Wochenende nun das Spiel des FC Bayern gegen die TSG Hoffenheim, das der Meister standesgemäß und souverän mit 4:1 gewann.

Alle vier Bayern-Tore erzielten Nationalspieler, mit Jérôme Boateng und Thomas Müller zwei ehemalige dieser Spezies, die Löw im Frühjahr 2019 aussortiert hatte. Auch Serge Gnabry traf, ein aktueller DFB-Akteur sowie Weltfußballer Robert Lewandowski. Einen Mittelstürmer wie den Polen hätte Löw gerne, aber das ist ein anderes Thema.

Überraschungsbesuch von Löw

Mit FFP2-Maske und in eine dicke, graue Wolldecke eingemummelt verfolgte Löw das Geisterspiel-Treiben auf der Vip-Tribüne. Dass Löw, der sich in der Hinrunde mit Verweis auf die Corona-Pandemie mit Stadionbesuchen gänzlich zurückgehalten hatte, muss doch für die da unten Ansporn gewesen sein. Oder, Herr Müller? "Ich wusste es im Vorfeld nicht", beteuerte der Weltmeister von 2014, der es vor der Fragerunde von Bayerns Mediendirektor erfuhr und verkündete schelmisch: "Bayern gegen Hoffenheim ist jetzt auch nicht unbedingt ein Topspiel." An dieser Stelle liebe Grüße in den Kraichgau.

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Außerdem, so Müller, habe er zuletzt auch schon "ganz gut" gespielt und "da war der Bundestrainer nicht im Stadion". Der wiederum betont stets, all seine EM-Kandidaten per Homeoffice-TV im Blick zu haben. Doch beim ersten Live-Erlebnis FC Bayern in dieser Saison konnte Löw sich von der Top-Form der Triple-Champions überzeugen. Hier die Übersicht zum Nachlesen. Da schaugst, Jogi!

Zehn Treffer, neun Vorlagen – Müller überzeugt

Thomas Müller (31): Wie schon in der gesamten Saison auch gegen Hoffenheim als Kommandozentrale auf dem Platz überzeugend. Der "Spielertrainer" zuletzt mit vier Toren bei Bayerns vier Erfolgen in Serie, insgesamt bereits zehn Treffer, neun Vorlagen. Ein Comeback von Müller im Nationalteam? Nur eine Frage der Zeit? Oder doch des Löw'schen Stolzes? "Da gibt es nichts zu sagen - jetzt!", antwortete Löw auf Nachfrage der "Bild".

Ab durch die Mitte und rein ins Glück: Ein klassisches Müller-Tor zum 2:0 gegen Hoffenheim.
Ab durch die Mitte und rein ins Glück: Ein klassisches Müller-Tor zum 2:0 gegen Hoffenheim. © sampics/Augenklick

Boateng: ein Comeback-Kandidat

Jérôme Boateng (32): Noch ein Comeback-Kandidat. Bärenstarker Auftritt defensiv, mit Wucht und Wille nach vorne. Sein Kopfball zum 1:0 war Boatengs erstes Bundesligator nach drei Jahren, sein erst fünftes in 302 Bundesligaspielen. Niklas Süle (25), Löws auserkorener Abwehrchef, unter Flick von Boateng aus der Startelf verdrängt, erhielt nur einen Kurz-Einsatz.

Jérôme Boateng glänzte in der Abwehr - und als Torschütze.
Jérôme Boateng glänzte in der Abwehr - und als Torschütze. © firo/Augenklick

Diese Spieler braucht die Nationalelf

Manuel Neuer (34): Dem Welttorhüter kann Löw blind vertrauen, was er auch gegen Hoffenheim mit zwei sensationellen Paraden dokumentierte. Der Kapitän ist unantastbar.

Joshua Kimmich (25): Antreiber, Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld. Ebenfalls unverzichtbar, der Super-Ehrgeizling, den Bayerns Sportvorstand Oliver Kahn bei "Sky 90" adelte. Denn Kimmich sei, so der einst Titan gerufene Trainingsbesessene, "noch ehrgeiziger, wenn man den so im Training beobachtet. Nach dem Champions-League-Sieg hat er gesagt: ,Ja, jetzt müssen wir die Champions League auch mit Zuschauern gewinnen.' Das sind genau die Spieler, die ein Klub braucht." Und die Nationalelf.

Serge Gnabry (25): Traf in der Liga erstmals wieder seit Ende Oktober. Im Angriff gesetzt seit Löw im Herbst 2019 verkündete: "Serge spielt bei mir immer."

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Für welches Nationalteam entscheidet sich Musiala?

Jamal Musiala (17): Der Teenager, im Herbst erstmals für die britische U21 im Einsatz, kam 20 Minuten zum Einsatz. Sein Super-Talent stellt er kontinuierlich unter Beweis. Doch für welche Nationalelf entscheidet sich der in England aufgewachsene gebürtige Stuttgarter?

Beide Verbände planen eine Berufung in die A-Nationalelf für die WM-Qualifikationsspiele im März. "Er ist ein außergewöhnlich großes Talent, absolut. Ich denke, er weiß so oder so, dass ich ihn nominieren will", sagte Löw in "Bild", "die Entscheidung liegt bei ihm." Mit Musiala und dessen Mutter traf er sich nach dem Spiel. Das Werben ist längst eröffnet.

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