Bayerns größtes Zukunftsversprechen: Was Nianzou so besonders macht

Tanguy Nianzou ist endlich fit, er wird gegen Bremen zum ersten Mal im Kader stehen. "Innerhalb eines Jahres wird er Stammspieler sein", sagt Ralf Rangnick.
| Maximilian Koch
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Defensiv-Juwel des FC Bayern: Tanguy Nianzou
Defensiv-Juwel des FC Bayern: Tanguy Nianzou © imago images/Sven Simon

München - Sein Vorbild ist Lilian Thuram, doch mit seiner Eleganz und technischen Klasse erinnert Tanguy Nianzou (18) noch an einen anderen großen Franzosen aus der Vergangenheit: Patrick Vieira.

Der frühere Kapitän des FC Arsenal prägte das Spiel im defensiven Mittelfeld über viele Jahre, trotz seiner Körperlänge von 1,93 Metern tänzelte er immer wieder - beinahe spielerisch - an den Gegnern vorbei. Nianzou (1,87 m), der in der Jugend von Paris Saint-Germain ausgebildet wurde, hat das auch drauf. Nicht nur deshalb wird er als größtes Zukunftsversprechen beim FC Bayern angesehen.

FC Bayern hat Tanguy Nianzou über Jahre gescoutet

"Was man so hört, muss Nianzou ja ein Riese sein, ein ganz großes Talent", sagte Lothar Matthäus in der AZ. Sportvorstand Hasan Salihamidzic bezeichnete den Youngster, den Coach Thomas Tuchel unbedingt bei PSG halten wollte, als einen der "besten Spieler seines Jahrgangs in Europa". 2002 wurde Nianzou geboren, da hatte Salihamidzic gerade seine beste Zeit bei Bayern. Auf eine ähnliche Entwicklung hoffen die Münchner bei Nianzou, der über mehrere Jahre gescoutet wurde, ehe schließlich alle von seinem Potenzial überzeugt waren.

Das gilt auch für Hansi Flick. Der Chefcoach verriet am Freitag, dass Nianzou gegen Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker) erstmals zum Bayern-Aufgebot gehört. "Er wird im Kader sein." Nianzou mache "seine Sache gut, gewissenhaft. Er hat an seiner Fitness und seinen Defiziten gearbeitet."

Tanguy Nianzou ist beim FC Bayern bereits gut integriert

Eine schwere Oberschenkelverletzung hatte Nianzou seit Anfang September ausgebremst, deshalb verlief sein Bayern-Start holprig. Nun aber hat er sich zurückgekämpft, im Team ist der Youngster bereits gut integriert. Auch deshalb, weil er fleißig Deutsch lernt und auch sonst ein tadelloses Verhalten an Tag legt. Nianzou ist ein echter Vollprofi, er ordnet seinem Beruf alles unter. "Er ist auf einem sehr guten Weg", ergänzte Flick: "Schauen wir mal, wie die nächsten Wochen weitergehen."

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Nianzou kann prinzipiell auf zwei Positionen besonders gut spielen - als Sechser im defensiven Mittelfeld wie Vieira oder in der Abwehrmitte wie sein Idol Thuram. "Seine Top-Position ist Innenverteidiger", sagte Salihamidzic, verwies aber zugleich auf Nianzous Flexibilität. Auch der Spieler selbst sieht sich in der Viererkette am stärksten. Dort werden ab Sommer 2021 ja starke Spieler gebraucht, weil Jérôme Boateng und wohl auch David Alaba den Klub verlassen werden. Ex-Coach Tuchel setzte Nianzou vergangene Saison allerdings mehrmals im Mittelfeld ein, zweimal davon sogar in der Champions League.

Toptalente erhalten bei Bayern ihre Chance - Davies ist das Beispiel

"Er ist ein absolutes Ausnahmetalent und für mich einer der besten Innenverteidiger der nächsten zehn Jahre", sagte Ralf Rangnick, der frühere Trainer und Manager von RB Leipzig, bei Sport1: "Ich lege mich fest: Wenn er einigermaßen gesund bleibt, wird er beim FC Bayern innerhalb eines Jahres Stammspieler werden."

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Eine durchaus mutige Aussage - aber Rangnick kennt Nianzou genau. Er wollte das Defensivjuwel nach Leipzig holen, auch viele andere Topklubs waren an Nianzou interessiert. Doch der Umworbene wählte Bayern, weil ihn mehrere Faktoren überzeugten. "Ich glaube schon, dass die Anzahl der Franzosen meine Entscheidung beeinflusst hat. Auch in der Vergangenheit waren große Franzosen wie Lizarazu und Sagnol hier", sagte Nianzou bei seiner Vorstellung. Sechs französische Spieler sind es aktuell im Bayern-Kader.

Doch das ist nicht alles. "Ich habe mich für Bayern entschlossen, weil ich vorankommen möchte, auch was meine Ausbildung betrifft", so Nianzou: "Da war Bayern die richtige Wahl." Es hat sich in Europa herumgesprochen, dass Toptalente unter Flick ihre Chance erhalten, Alphonso Davies ist das beste Beispiel. Mit Jamal Musiala (17) und nun Nianzou drängen die nächsten Hoffnungsträger ins Team.

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