Bayerns Corona-Krise: Zufall - oder ein Fehler im System?

Mit Benjamin Pavard wird bereits der vierte Profi des FC Bayern innerhalb von drei Wochen positiv getestet. Hansi Flick verbürgt sich für sein "sehr, sehr gewissenhaftes" Team. Aber was läuft dann falsch?
| Maximilian Koch
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Allesamt positiv auf das Coronavirus getestet: die Bayern-Profis Leon Goretzka (l.), Benjamin Pavard (2.v.l.), Niklas Süle (3.v.l.), Thomas Müller (2.v.r.) und Javi Martínez (r.).
Allesamt positiv auf das Coronavirus getestet: die Bayern-Profis Leon Goretzka (l.), Benjamin Pavard (2.v.l.), Niklas Süle (3.v.l.), Thomas Müller (2.v.r.) und Javi Martínez (r.).

München - Bevor die Stars des FC Bayern am Donnerstagmittag bei Sonnenschein und milden Temperaturen das Training vor dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) begannen, hatte Hansi Flick noch Redebedarf.

Flick versammelte den Mannschaftsrat

Der Münchner Trainer versammelte Robert Lewandowski, David Alaba, Joshua Kimmich und Manuel Neuer, die Mitglieder des Mannschaftsrats, in einem Halbkreis, um über die aktuelle Lage zu sprechen. Nur der fünfte Angehörige dieser illustren Runde fehlte: Thomas Müller, der sich nach seinem positiven Corona-Test weiter in häuslicher Quarantäne befindet.

Stichwort Corona: Auch um das Virus und dessen Folgen für den FC Bayern dürfte es bei Flicks Versammlung gegangen sein. Denn immer mehr gefährdet die Pandemie die Saisonziele der Münchner.

Austausch mit dem Mannschaftsrat: Bayern-Trainer Flick (M.) mit Lewandowski, Alaba, Kimmich und Neuer.
Austausch mit dem Mannschaftsrat: Bayern-Trainer Flick (M.) mit Lewandowski, Alaba, Kimmich und Neuer. © imago images/Philippe Ruiz

Auch Pavard hat sich infiziert

Wie der Klub am Donnerstag bestätigte, hat sich mit Benjamin Pavard der nächste Spieler infiziert. Der Franzose, vor einer Woche noch Siegtorschütze im Finale der Klub-WM, fällt damit am Samstag gegen Frankfurt und kommenden Dienstag im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals bei Lazio Rom aus. Positiv: Pavard "geht es gut", wie Bayern mitteilte.

Bayerns Corona-Krise

Negativ: Flicks Kader wird immer kleiner. Und: Das Virus findet immer öfter den Weg in die Mannschaft. Pavard ist schließlich schon der siebte positive Fall. Neben Müller waren zuvor Leon Goretzka, Javi Martínez, Serge Gnabry, Niklas Süle sowie Joshua Zirkzee (inzwischen Parma Calcio) positiv getestet worden. Bei Gnabry, Süle und Zirkzee handelte es sich aber wahrscheinlich um sogenannte "falsch-positive" Tests.

Zufall – oder doch ein Fehler im System?

Die Ergebnisse von Goretzka, Martínez, Müller und nun auch Pavard machte Bayern hingegen öffentlich. Woran liegt es, dass die Hygiene- und Abschottungsmaßnahmen plötzlich nicht mehr so gut funktionieren wie in der vergangenen Saison? Zufall – oder doch ein Fehler im System?

"Das kann immer mal vorkommen", sagte Flick nach Müllers Positiv-Test zu den vermehrten Fällen in seiner Mannschaft. Vier waren es zuletzt in drei Wochen. Der 55-Jährige attestierte seinem Team ein "sehr, sehr gewissenhaftes" Verhalten in der Corona-Krise. Man bewege sich weitgehend im engen Kreis. "Ich schütze mich, wie das jeder Spieler auch tut", erklärte Flick. Aber klar: Auch Fußballer haben ein Privatleben und manche von ihnen Kinder. Das Virus ist überall in der Gesellschaft verbreitet. Das ständige Testen deckt zumindest Infektionen auf – wie nun bei Pavard.

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Wo steckte sich der Rechtsverteidiger an?

Wo sich der Rechtsverteidiger angesteckt hat, ist völlig unklar. Eine Sprecherin des Münchner Gesundheitsreferats verwies bei den Fragen zu Zeit und Ort der Ansteckung sowie einem möglichen Zusammenhang mit dem Fall Müller auf die Schweigepflicht. Wie üblich seien mögliche Kontaktpersonen der Kategorie eins ermittelt worden, "dafür wird jeweils der Einzelfall geprüft". Dieses Vorgehen werde bei Infizierten "unabhängig von Profession, Vereins- oder Ligaangehörigkeit" angewandt.

Boateng, Goretzka und Martínez trainieren ab Donnerstag wieder

Immerhin: Goretzka und Martínez haben ihre Infektionen inzwischen überstanden, beide konnten am Donnerstag wieder voll mit der Mannschaft trainieren. Sie sollen am Samstag gegen Frankfurt in den Kader zurückkehren, Gleiches gilt für Jérôme Boateng nach seinem privaten Schicksalsschlag.

Die personelle Situation bleibt vor den entscheidenden Wochen der Saison dennoch angespannt. "Wenn man so viele Ausfälle hat, stößt jeder Kader mal an seine Grenzen", sagte Flick, der ohne Pavard in seiner Abwehr erneut improvisieren muss. Aufgrund von Verletzungen fehlen zudem Douglas Costa, Alexander Nübel, Tanguy Nianzou und Gnabry, der wohl auch das Lazio-Spiel verpassen wird. Corentin Tolisso brach die gestrige Einheit angeschlagen ab. Eine schwierige Phase für Flicks Team.

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