Newsblog zum Anschlag auf den BVB-Bus: Ermittler prüfen Bekennerschreiben - PK um 14 Uhr

Wer steckt hinter der Sprengstoff-Attacke auf den Bus von Borussia Dortmund? Die Staatsanwaltschaft prüft ein mögliches Bekennerschreiben. Am Mittwochmorgen soll ein weiteres aufgetaucht sein. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im AZ-Newsblog.
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Mittwoch, kurz nach 17:30 Uhr: Der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hält vor dem Eingang zum Signal Iduna Park.
dpa 15 Mittwoch, kurz nach 17:30 Uhr: Der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hält vor dem Eingang zum Signal Iduna Park.
Unter besonderer Beobachtung: Der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am Mittwochnachmittag.
Marius Becker/dpa 15 Unter besonderer Beobachtung: Der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund am Mittwochnachmittag.
Ein Sprengstoff-Spürhund der Polizei sitzt bei einer Sicherheitskontrolle auf einem Champions-League-Teppich im Signal-Iduna-Park in Dortmund.
Guido Kirchner/dpa 15 Ein Sprengstoff-Spürhund der Polizei sitzt bei einer Sicherheitskontrolle auf einem Champions-League-Teppich im Signal-Iduna-Park in Dortmund.
Der AS Monaco Fan, Loic, aus der Region Lyon steht mit seinem Spieltagsschal vor dem Deutschen Fussballmuseum in Dortmund. Im Hintergrund leuchtet heute das Fussballmuseum den Schriftzug "You`ll never walk alone #BVBASM" ein.
Guido Kirchner/dpa 15 Der AS Monaco Fan, Loic, aus der Region Lyon steht mit seinem Spieltagsschal vor dem Deutschen Fussballmuseum in Dortmund. Im Hintergrund leuchtet heute das Fussballmuseum den Schriftzug "You`ll never walk alone #BVBASM" ein.
Ermittler mit einem Metalldetektor suchen am Tatort in Dortmund Beweismittel in der Nähe vom l'Arrivée Hotel, wo die Sprengsätze explodiert sind.
Rolf Vennenbernd/dpa 15 Ermittler mit einem Metalldetektor suchen am Tatort in Dortmund Beweismittel in der Nähe vom l'Arrivée Hotel, wo die Sprengsätze explodiert sind.
Frauke Köhler, Pressesprecherin des Generalbundesanwalts, gibt in der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe (Baden-Württemberg) eine Presseerklärung zur Übernahme der Ermittlungen wegen des Anschlags vom 11. April 2017 auf den Mannschaftsbus des Fußballvereins Borussia Dortmund ab.
Uli Deck/dpa 15 Frauke Köhler, Pressesprecherin des Generalbundesanwalts, gibt in der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe (Baden-Württemberg) eine Presseerklärung zur Übernahme der Ermittlungen wegen des Anschlags vom 11. April 2017 auf den Mannschaftsbus des Fußballvereins Borussia Dortmund ab.
Ein Polizeibeamter durchsucht mit seinem Sprengstoff-Spürhund die Sitzreihen auf der Haupttribüne im Signal-Iduna-Park in Dortmund.
Guido Kirchner/dpa 15 Ein Polizeibeamter durchsucht mit seinem Sprengstoff-Spürhund die Sitzreihen auf der Haupttribüne im Signal-Iduna-Park in Dortmund.
Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Rolf Vennenbernd/dpa 15 Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Rolf Vennenbernd/dpa 15 Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Rolf Vennenbernd/dpa 15 Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Rolf Vennenbernd/dpa 15 Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Rolf Vennenbernd/dpa 15 Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
Rolf Vennenbernd/dpa 15 Der Tag danach: Polizisten sichern die abgesperrte Straße. Nur unweit der Sperrung detonierten die Sprengkörper am BVB-Bus.
An dieser Stelle explodierten die drei Sprengsätze.
Rolf Vennenbernd/dpa 15 An dieser Stelle explodierten die drei Sprengsätze.
An dieser Stelle explodierten die drei Sprengsätze.
Rolf Vennenbernd/dpa 15 An dieser Stelle explodierten die drei Sprengsätze.

Wer steckt hinter der Sprengstoff-Attacke auf den Bus von Borussia Dortmund? Die Staatsanwaltschaft prüft ein mögliches Bekennerschreiben. Am Mittwochmorgen soll ein weiteres aufgetaucht sein. Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im AZ-Newsblog.

Dortmund - Vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen Borussia Dortmund und dem AS Monaco detonierten drei Sprengkörper am Mannschaftsbus der Borussia. Ein mögliches Bekennerschreiben wurde gefunden. Ein Polizist verletzte sich, ebenso wie BVB-Verteidiger Marc Bartra, der noch am Abend operiert wurde. Alle aktuellen Entwicklungen zum Fall, hier im AZ-Newsblog:

+++ Anpfiff! Das Spiel im Liveticker +++

Pünktlich um 18:45 Uhr, knapp 24 Stunden nach dem Anschlag, hat das Spiel zwischen Borussuia Dortmund und AS Monaco begonnen. Verfolgen Sie die Partie im Liveticker bei unseren Kollegen von sueddeutsche.de.

+++ Spieler dürfen selbst über Einsatz entscheiden +++

Inzwischen hat der BVB die Aufstellung bekannt gegeben. Wie es heißt, durften die Spieler selbst entscheiden, ob sie antreten wollen.

Und diese Elf wird beginnen: Bürki, Bender, Dembélé, Guerreiro, Aubameyang, Kagawa, Sokratis, Piszczek, Ginter, Schmelzer, Weigl.

+++ BVB-Bus sicher im Stadion angekommen +++

Diesmal ist alles gutgegangen: Der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist am Mittwochabend sicher im Signal-Iduna-Park angekommen. Die Spieler des Fußball-Bundesligisten trafen um 17.30 Uhr zum Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den AS Monaco (18.45 Uhr/Sky) im Stadion ein. Der Bus wurde bei der Einfahrt in das Stadion von viel Beifall umstehender Fans begleitet. Wenige Minuten zuvor erreichte auch der Bus des französischen Tabellenführers den Spielort

+++ Deshalb der Mittwoch-Termin +++

Die Neuansetzung des Viertelfinal-Hinspiels in der Champions League zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco keine 24 Stunden nach dem Sprengstoffanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus war vereinzelt auf Kritik gestoßen. Doch sie war wohl alternativlos. "Die Terminsituation zwischen Viertel- und Halbfinale lässt nichts anderes zu", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Die Begegnung wurde auf den Mittwochabend (18.45 Uhr/Sky) neu terminiert.

+++ Bartra auf dem Weg der Besserung +++

Marc Bartra meldet sich via Instagram: Auf dem Foto reckt er den Daumen hoch. Dazu schreibt der Spanier: "Wie man sehen kann, geht es mir besser. Ich danke allen für die Unterstützung und Nachrichten." Auf dem Bild waren sein rechter Arm und sein linkes Handgelenk verbunden.

+++ Bartra verfolgt das Spiel im Fernsehen +++

Der verletzte Dortmunder Fußballprofi Marc Bartra will das Champions-League-Spiel der Borussia am Abend gegen AS Monaco im Fernsehen verfolgen "und drückt seinen Teamkollegen die Daumen", wie Mediendirektor Sascha Fligge mitteilte. Fligge besuchte den Spanier Bartra zusammen mit Sportdirektor Michael Zorc am Mittwoch im Krankenhaus. "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er hat sich sehr gefreut und war sichtlich gerührt, dass ihn so viele Teamkollegen und Verantwortliche seit gestern besucht haben", hieß es.

+++ Express: Verdächtige kommen aus NRW +++

Wie der Kölner Express berichtet, kommen beide Tatverdächtigen aus Nordrhein-Westfalen. Bei dem Festgenommenen soll es sich um einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal handeln, der andere Verdächtige soll ein 28 Jahre alter Deutscher aus Fröndenberg sein. Laut Express wird beiden Personen eine Nähe zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vorgeworfen. Nach Informationen der Zeitung soll einer der Männer zum Tatzeitpunkt auch in der Nähe des Anschlagsorts gewesen sein.

+++ Rummenigge: "Fußball steht eng zusammen +++

Auch der FC Bayern hat sich vom Anschlag "bestürzt" gezeigt. "Der Fußball steht eng zusammen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in einem offiziellen Statement der Münchner, die selbst am Mittwochabend im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League auf Real Madrid treffen.

Zudem richtete der FC Bayern schnelle Genesungswünsche an Dortmunds verletzten Verteidiger Marc Bartra sowie an den ebenfalls verletzten Polizisten. "Wir wünschen allen Spielern, allen Verantwortlichen und allen Fans von Borussia Dortmund heute Abend ein vor allem friedliches, aber auch erfolgreiches Spiel gegen AS Monaco", betonte Rummenigge und drückte die Solidarität mit dem BVB aus.

+++ Ex-Dortmunder Frings: BVB-Spielansetzung "eine Frechheit" +++

Torsten Frings hat als früherer Profi von Borussia Dortmund scharf kritisiert, dass der BVB nach dem Anschlag bereits an diesem Mittwoch wieder antreten muss. "Eine absolute Frechheit, dass die heute wieder spielen müssen", sagte der Trainer des Bundesliga-Konkurenten SV Darmstadt 98 am Mittwoch der BILD. "Ich hätte nicht gern gespielt", sagte der Ex-Nationalspieler zudem nach Clubangaben.

+++ So waren die Sprengsätze aufgebaut +++

Aus der Erklärung der Bundesanwaltschaft geht auch hervor, dass die Sprengsätze mit Metallstiften bestückt waren. Ein Metallstift hatte sich in die Kopfstütze eines Bussitzes gebohrt. Die Sprengsätze hatten eine Sprengwirkung von mehr als 100 Metern. "Die Frage nach dem Zündmechanismus und der Art des verwendeten Sprengstoffes ist derzeit Gegenstand der kriminaltechnischen Untersuchungen", so die Sprecherin weiter.

+++ Erkenntnisse der PK +++

Um 14 Uhr sprach Frauke Köhler, Sprecherin der Bundesanwaltschaft, und gab die neuesten Ergebnisse bekannt. Demnach soll noch ein weiteres, also ein drittes, Bekennerschreiben aufgetaucht sein. Sie sprach von einem terroristischen Hintergrund, das Tatmotiv sei weiter unklar. Ein islamistisch geprägter Angriff sei zudem auch weiter möglich. "Es ist von einem terroristischen Hintergrund auszugehen. Ein islamischer Hintergrund ist möglich", so Köhler.

Die Bundesanwaltschaft habe "erhebliche Zweifel an der Echtheit" des mutmaßlichen Antifa-Bekennerschreibens. Zudem wurde bekanntgegeben, dass es bisher zwei Tatverdächtige "aus dem islamistischen Spektrum" gibt, deren Wohnungen auch schon durchsucht wurden. Die Polizei nahm einen der Männer fest – ob ein Haftbefehl ausgestellt wird, ist noch nicht klar.

+++ Bericht: BKA befürchtet weitere Anschläge +++

Das Bundeskriminalamt befürchtet nach Informationen des Tagesspiegels, dass weitere Angriffe bevorstehen. In seinem "Prognosemodell" zur Terrorgefahr bewerte das BKA die aktuelle Lage mit der zweithöchsten Stufe. Das gehe aus einer Lageanalyse der Behörde hervor, erfuhr die Zeitung aus Sicherheitskreisen. In dem Vermerk stehe, da derzeit keine Anhaltspunkte zu Identität und Aufenthaltsort des Täters oder der Täter vorlägen und im Bekennerschreiben mit weiteren Angriffen gedroht werde, sei "bundesweit mit dem Eintritt eines weiteren schädigenden Ereignisses mit hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen".

+++ Bericht: Mutmaßliches Antifa-Schreiben wohl ein Fake +++

Wie tagesschau.de berichtet, soll es sich bei dem mutmaßlichen Bekennerschreiben der Antifa-Bewegung wohl um eine Fälschung handeln. "Weder der Inhalt und die Form des Schreibens lassen es also authentisch erscheinen." Über die Authentizität des anderen Schreibens gibt es derzeit keine neuen Informationen.

+++ Weitere Details zum Bekennerschreiben aufgetaucht +++

In dem nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund in Tatortnähe gefundenen Bekennerschreiben wird Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) namentlich erwähnt. In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Schreiben heißt es: "Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden."

Im Satz zuvor wird auf den Islamisten-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember mit zwölf Toten verwiesen. Das eine Seite lange Schreiben ist nicht handschriftlich, sondern offenbar am Computer geschrieben.

Die Echtheit des Schreibens wird nach wie vor von den Ermittlern geprüft. In Sicherheitskreisen wurde am Mittwoch betont, der Hintergrund der Tat stehe keinesfalls fest. Es könne sich auch um eine Fälschung handeln, um auf eine falsche Spur zu führen.

+++ Polizei setzt mehr Beamte beim Bayern-Spiel ein +++

Die Münchner Polizei reagiert auf die Attacke auf den Dortmunder Mannschaftsbus und wird beim Champions-League-Spiel der Bayern gegen Real Madrid mehr Beamte einsetzen. "Wir haben die Zahl der Beamten auf 450 aufgestockt", sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch in München. Damit werden 80 Polizisten mehr im Einsatz sein als ursprünglich geplant.

Zudem hat die Polizei Suchmaßnahmen eingeleitet und wird die Busse mit Spürhunden durchsuchen, bevor die Mannschaften einsteigen. Auch eine andere Route zum Stadion wird geprüft. Diese Maßnahmen beliefen sich aber alle in einem noch üblichen Rahmen. "Denn wir haben derzeit keine Hinweise auf Gefährdungen in München", sagte der Sprecher.

+++ Watzke: Vor dem Terror nicht einknicken +++

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat am Mittwochmorgen die Mannschaft von Borussia Dortmund besucht. "Ich habe gerade in der Kabine an die Mannschaft appelliert, der Gesellschaft zu zeigen, dass wir vor dem Terror nicht einknicken", teilte der Bundesligist in einem Tweet mit.

+++ Dortmunder beginnen mit Training +++

Spieler und Trainerstab von Borussia Dortmund sind am Mittwochmorgen am Trainingsgelände im Dortmunder Stadtbezirk Brackel zusammengekommen. Das Team soll sich dort auf die wegen des Sprengstoffanschlages auf den heutigen Abend verlegte Champions-League-Partie gegen AS Monaco vorbereiten. Ein für diesen Tag ursprünglich geplantes öffentliches Training war vom BVB noch am Dienstagabend abgesagt worden. Das BVB-Trainingsgelände im Osten der Stadt ist seit dem Morgen stark gesichert. Etliche Einsatzfahrzeuge der Polizei stehen vor der Anlage, weitere patrouillieren um das Gelände herum. Auch einige Fans und viele Medienvertreter haben sich dort versammelt.

+++ Bartra-OP erfolgreich verlaufen +++

Marc Bartra ist nach seinem erlittenen Bruch der Speiche im rechten Handgelenk erfolgreich operiert worden. "Wir haben gehört, dass alles gut verlaufen ist", sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball am Mittwoch bei n-tv. Unklar ist trotzdem noch, wie lange der Innenverteidiger ausfallen wird. Möglicherweise kann der Spanier in dieser Saison auch gar nicht mehr spielen.

+++ BVB bittet: Keine Nachfragen zu Bartras Gesundheitszustand +++

Nach der Attacke auf den BVB-Mannschaftsbus hat Borussia Dortmund darum gebeten, auf Anfragen zum Gesundheitszustand des verletzten Fußballers Marc Bartra abzusehen. "Unsere Kernaufgabe liegt nun darin, die Vorkommnisse seriös aufzuarbeiten und in der Kürze der Zeit eine sichere Veranstaltung auf die Beine zu stellen", teilte der Verein am Mittwochmorgen mit. Die Champions-League-Partie gegen AS Monaco sollte am Abend um 18.45 Uhr angepfiffen werden.

Der 26 Jahre alte Spanier Bartra hatte sich am Dienstagabend bei dem Sprengstoffanschlag auf den BVB-Mannschaftsbus einen Bruch einer Speiche in der Hand zugezogen sowie Fremdkörper-Einsprengungen am rechten Handgelenk erlitten. Er ist schon operiert worden. "Wir sind alle geschockt und in Gedanken bei Marc", sagte Kapitän Marcel Schmelzer.

+++ Hotel bietet Gratis-Übernachtung für Monaco-Fans an +++

Fußballfans aus Monaco hat ein Hotel im westfälischen Lüdinghausen ein kostenloses Obdach angeboten. Nach der Verlegung der Partie konnten Franzosen im Haus übernachten. "Fünf Monegassen haben das Angebot angenommen", sagte die Tochter der Hotel-Besitzerin, Ute Uhlenkott, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwochmorgen. Die Gruppe sei mit dem Zug aus dem etwa 30 Minuten entfernten Dortmund angereist. "Da haben sie dann noch einen Schnaps bekommen und sind ins Bett gegangen", sagte Uhlenkott, selbst eingefleischter BVB-Fan.

+++ Bundesanwaltschaft informiert am Nachmittag +++

Die Bundesanwaltschaft wird am Mittwoch um 14.00 Uhr über den aktuellen Stand der Ermittlungen zum Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund informieren. Die Karlsruher Behörde kündigte ein kurzes Statement an. Zuvor hatte sie mitgeteilt, dass sie die Ermittlungen übernommen hat, aber keine Details genannt.

+++ Sicherheitskonzept in München auf dem Prüfstand +++

Wie schaut's in München aus, wo heute Abend das zweite Viertelfinale mit deutscher Beteiligung stattfindet? Die Münchner Polizei prüft eventuelle Anpassungen des Sicherheitskonzepts. Alles dazu lesen Sie in diesem Artikel.

+++ Zweites Bekennerschreiben im Internet aufgetaucht +++

Wer steckt hinter dem Anschlag? Offenbar befassen sich die Ermittler mit einem weiteren Schreiben, das am späten Dienstagabend im Internet veröffentlicht wurde. Die Echtheit werde derzeit geprüft. Nach Informationen der dpa soll dort in Antifa-Duktus erklärt werden, der Bus sei mit eigenes für den Anschlag angefertigten Sprengsätzen als "Symbol für die Politik des BVB" attackiert worden, die sich nicht genügend gegen Rassisten, Nazis und Rechtspopulisten einsetze.

+++ Sicherheitskreise: Bekennerschreiben mit Islamisten-Bezug +++

Noch sind Ursache und Motiv unklar, doch jetzt prüfen die Sicherheitsbehörden, ob die Attacke einen islamistischen Hintergrund haben könnte. Grund hierfür ist nach Informationen mehrere Medien, dass am Tatort ein Schreiben gefunden wurde, das mit den Worten "Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen" beginnt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen vom Mittwoch wird in dem in deutscher Sprache verfassten, einseitigen Schreiben auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten vom Dezember und den Einsatz deutscher Tornado-Kampfflugzeuge in Syrien Bezug genommen.

Es werde behauptet, dass die deutschen Kampfflugzeuge daran beteiligt seien, Muslime im Kalifat des sogenannten Islamischen Staates zu ermorden. Weiter heiße es, ab sofort stünden Sportler und andere Prominente "in Deutschland und anderen Kreuzfahrer-Nationen" auf einer "Todesliste des Islamischen Staates", schreiben SZ, WDR und NRD.

Auch nach dpa-Informationen soll die Drohung gegen Sportler, Schauspieler und andere Prominente so lange gelten, bis die deutschen Kampfflugzeuge aus dem Kriegsgebiet abgezogen und die US-Luftwaffenbasis im pfälzischen Ramstein geschlossen sei. Fußballfans werden angeblich nicht als Ziele erwähnt. Das Schreiben trägt demnach keine Unterschrift.

+++ Das sagen die Monaco-Verantwortlichen +++

Wenige Stunden nach dem Anschlag auf den BVB-Bus versuchen sich die Spieler des AS Monaco auf das verschobene Spiel am Mittwoch zu konzentrieren. "Das ist eine sehr schwierige Lage (....)", sagte Bruno Skropeta, Kommunikationschef des AS Monaco, laut französischer Sportzeitung L'Équipe. "Die Spieler sind Profis und werden sich an diese Lage anpassen", sagte Skropeta. Die Mannschaft sei am Dienstag bei der Ankunft am Stadion informiert worden. "Wir haben das wie alle erfahren."

+++ Rauball zuversichtlich: Die Mannschaft schafft das +++

Borussia Dortmunds Club-Präsident Reinhard Rauball ist nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus zuversichtlich, dass das Team das Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen den AS Monaco bewältigen kann. "Sie muss zwei Dinge auf einmal bewältigen, aber ich traue der Mannschaft das zu, dass sie das schafft", sagte Rauball am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. Es sei sicher eine ganz schwierige Situation, doch die Mannschaft werde ihr Bestes geben.

+++ Medien: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen +++

Wie die WELT berichtet, übernimmt die Bundesanwaltschaft nun die Ermittlungen zum Anschlag. So soll das Das Bundeskriminalamt (BKA) mit den Emittlungen beauftragt worden sein – eine spezielle Organisation sei in Berlin eingerichtet worden.

+++ Termin für Nachholspiel war alternativlos +++

Die Neuansetzung der Partie keine 24 Stunden nach dem Sprengstoffanschlag war alternativlos. "Es gab dazu keine Alternative, weil die Terminsituation zwischen Viertel- und Halbfinale nichts anderes zulässt", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Die Begegnung wurde auf den Mittwochabend (18.45 Uhr/Sky) neu terminiert. "Unsere Aufgabe ist es, das zu verarbeiten. Das ist unser Job", so Watzke.

+++ Polizei: Islamistischer Hintergrund nicht ausgeschlossen +++

Die Polizei ermittelt nach der Attacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund mit zwei Verletzten weiterhin in alle Richtungen. Nach wie vor werde auch ein islamistischer Hintergrund nicht ausgeschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch erfuhr. Auch seien gewaltbereite Fans oder andere Täter im Blick der Ermittler.

+++ Watzke spricht von "Herkulesaufgabe" +++

Nach der Sprengstoff-Attacke gegen den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund wollen Trainer Thomas Tuchel und die Vereinsspitze das geschockte Team für das Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen den AS Monaco wieder aufrichten. Bei der Attacke waren BVB-Verteidiger Marc Bartra sowie ein Polizist verletzt worden. Das ursprünglich für Dienstag angesetzte Spiel war nach den Attacken kurzfristig abgesagt und auf Mittwoch verlegt worden.

In einem Gespräch mit der BILD-Zeitung sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Der Verein ist ohnehin unfassbar geschlossen. Aber wir müssen die Mannschaft in einen spielfähigen Zustand versetzen. Das ist eine Herkulesaufgabe." Watzke will gemeinsam mit Sportdirektor Michael Zorc am Morgen bei der Mannschaft sein. "Den Rest muss dann Thomas Tuchel lösen", sagte Watzke. "Wir müssen schnell zur Normalität zurückkehren, dazu gibt es keine Alternative."

Für das Nachholspiel werden verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. "Wir werden alles Menschenmögliche dafür tun, dass das Spiel morgen sicher ablaufen kann", sagte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange. Die Ermittler sicherten in der Nacht weiter Spuren.

+++ Dortmunder Polizei bedankt sich via Twitter +++

Bei ihren Ermittlungen zu der Attacke auf den BVB-Mannschaftsbus erhält die Dortmunder Polizei tatkräftige Unterstützung aus der Bevölkerung. "Anwohner versorgen unsere Kräfte vor Ort mit Kaffee. Dafür ein dickes DANKESCHÖN!", twitterte die Dortmunder Polizei in der Nacht zu Mittwoch. Auf einem Foto der Polizei sind zwei Thermoskannen, Milch und Zucker zu sehen.

+++ Auch ein Polizist erlitt Verletzungen +++

Die Polizei teilte am frühen Mittwoch mit, dass neben BVB-Verteidiger Marc Bartra auch ein Beamter durch die drei Explosionen gegen 19:15 Uhr neben dem Mannschaftsbus verletzt worden war. Der Polizist fuhr auf einem Motorrad vor dem Bus, um ihn zum Stadion zu begleiten, wie ein Sprecher sagte. Er habe ein Knalltrauma und einen Schock erlitten und sei nicht dienstfähig.

Bei dem Anschlag war Bartra schwer an der Hand verletzt worden. Der Spanier wurde noch in der Nacht in einem Dortmunder Krankenhaus wegen eines Bruchs operiert. Auf die Frage nach dessen Zustand sagte Watzke: "Ich weiß auch nur, dass er gerade operiert wird und dass er erstmal nicht einsatzfähig sein wird." Watzke geht dennoch mit einem Gefühl der Sicherheit in das Spiel gegen Monaco (18:45 Uhr). "Mein persönliches Sicherheitsgefühl ist sehr gut."

+++ Mögliches Bekennerschreiben wird "intensiv" geprüft +++

Die Polizei geht von einem gezielten Angriff auf den Bus der Dortmunder aus und sprach vom Verdacht auf ein versuchtes Tötungsdelikt. Ein mögliches Bekennerschreiben werde "intensiv" auf seine Echtheit geprüft, sagte Staatsanwältin Sandra Lücke am Dienstagabend. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Der BVB erhielt Solidaritätsbekundungen aus der Sportwelt und der Politik. "Meine Gedanken sind bei der Mannschaft", wurde Bundesinnenminister Thomas de Maiziere am Abend über den Twitter-Account seines Ministeriums zitiert.

+++ Der bisherige Stand – Die Lage am Dienstagabend +++

Alle bisherigen Informationen zur Explosion am Dortmunder Mannschaftsbus finden Sie hier.

Gezielter Anschlag gegen Team - Schreiben am Tatort

Lesen Sie auch: Nach BVB-Schock - Das sind die Reaktionen aus dem Netz

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