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Coronavirus-News: Söder will Impfungen bald auch für junge Menschen ermöglichen

Das Coronavirus grassiert weiter in Bayern und Deutschland. Alle Neuigkeiten, Maßnahmen und Hinweise zum Erreger Sars-CoV-2 lesen Sie im AZ-Newsblog.
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Der Erreger Sars-CoV-2, der die Krankheit Covid-19 auslösen kann, sorgt in München, Bayern und Deutschland seit Monaten für drastische Maßnahmen. In unserem Newsblog informieren wir Sie über die aktuellen Corona-Entwicklungen in München und Bayern.


Corona-News vom 08.03.2021

+++ Söder will Impfungen auch für Jüngere +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich erneut dafür ausgesprochen, schon bald das "starre Impfprotokoll" zu lockern und auch jungen Menschen Zugang zu Impfstoff zu ermöglichen. Das könne bald etwa auch für Studierende an Universitäten gelten, sagte Söder am Montag in München. Von April an sollen in Bayern auch Lehrer, die nicht an Grundschulen tätig sind, geimpft werden. 

Söder will auch mehr Impfstoff in Corona-Hotspots umverteilen, etwa an die Grenze zu Tschechien. Auch Pendler könnten für Impfungen infrage kommen. Er habe bei der EU zu verstehen gegeben: "Wir brauchen mehr Impfstoff für die Hotspots", sagte Söder. "Wenn Impfstoff kommt und mehr kommt - und zwar sehr viel mehr kommt - dann muss man das breit aufstellen". Auch Haus-, Betriebs- und Schulärzte müssten dann einbezogen werden.

+++ Löbel legt Mandat nieder +++

Nun also doch: Der Mannheimer Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel legt wegen seiner Masken-Affäre sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder. Das teilte der Politiker am Montag mit. Löbel hatte für Lobbytätigkeiten im Zusammenhang mit Masken-Beschaffungen 250.000 Euro Provision kassiert.

+++ Apotheken: Schnelltests noch nicht überall ab sofort möglich +++

Die Organisation von Schnelltests stellt die Apotheken in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen. Es werde nicht möglich sein, dies sofort überall umzusetzen, sagte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Eine Vergabe von Terminen nannte sie sinnvoll. Es gebe auch Apotheken, wo man sich spontan testen lassen könne. Der Bund bezahlt allen Bürgern ab sofort wöchentlich mindestens einen Schnelltest. 

+++ Arzt startet Petition gegen das Wegwerfen der Impfstoffreste +++

Mit einer Petition will der schwäbische Impfarzt Christian Kröner das Wegwerfen von Impfstoffresten verhindern. Nach seinen Angaben könnten aus fast jeder Ampulle mit dem Mittel von Biontech/Pfizer sieben Dosen gewonnen werden.

Während die Regierungen in Nordrhein-Westfalen und Hessen bereits mitgeteilt haben, dass die Ampullen ganz geleert werden dürfen, verweist das Ministerium in Bayern auf die europaweite Zulassung. Demnach sind in den Arzneimittelfläschchen nur sechs Dosen enthalten.

+++ Neue Corona-Regeln seit 8. März +++

Nach und nach werden die strengen Corona-Maßnahmen in Bayern in München aufgelockert. Auch die nächsten Wochen wird wieder einiges möglich, auf das die Menschen monatelang verzichten mussten.

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Corona-News vom 07.03.2021

+++ Söder stellt "Oster-Urlaub oder Oster-Lockdown" in Aussicht +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Kritik aus dem CSU-Bezirksvorstand Niederbayern an der andauernden Schließung weiter Teile des Einzelhandels und der Gastronomie zurückgewiesen. Deren Hygienekonzepte "funktionieren nur bei niedriger Inzidenz", sagte Söder am Samstag bei einer Bezirksvorstandssitzung. Es gelte die Entwicklung abzuwarten: "In den nächsten zwei Wochen entscheidet sich, ob wir Oster-Urlaub oder Oster-Lockdown haben werden", sagte Söder.

+++ Grenzwert gerissen: Inzidenz in München steigt auf über 50 +++

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in München erneut auf über 50 angestiegen. Das RKI meldete am Sonntag einen Wert von 52,1 (Stand 07.03, 3.11 Uhr). Am Samstag hatte die Inzidenz noch bei 48,3 gelegen. Für mögliche Öffnungen im Einzelhandel könnte dies bedeuten, dass das Einkaufen nur nach Terminvereinbarung möglich sein wird. 

Hier lesen Sie alle Infos zu den Corona-Regeln in München.


Corona-News vom 06.03.2021

+++ Vor Biontech in Neuried: Linke für Freigabe von Impfstoffpatenten +++

Vertreter der Linken haben in Neuried bei München vor dem Standort des Konzerns Biontech die Freigabe der Covid-19-Impfstoffpatente gefordert. An der Aktion waren unter anderem die designierte Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl, Nicole Gohlke, die Kreisrätin und designierte Bundestags-Direktkandidatin für den Landkreis München, Katinka Burz und Maria Mayr, Bezirksrätin im Bezirkstag Oberbayern vertreten.
 
Nicole Gohlke sagte zum Hintergrund der Aktion: "Biontech hat öffentliche Fördermittel in Höhe von 375 Millionen Euro erhalten. Seinen Impfstoff bot der Konzern trotzdem zu völlig überhöhten Preisen an und legte damit ein skandalöses Profitstreben an den Tag." Die Linken fordern daher die Bundesregierung auf, nach Paragraf 5 des Infektionsschutzgesetzes die Impfstoffhersteller zu verpflichten, die Lizenzen freizugeben und die Pandemiebekämpfung nicht länger dem Markt respektive den Profitinteressen von Pharmakonzernen zu überlassen.

+++ Bayern: 54 Prozent der Corona-Toten lebten im Heim +++

Bisher sind mindestens 29.000 an Corona erkrankte Heimbewohner gestorben. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und beruft sich dabei auf ihre Umfrageunter den Gesundheits- und Sozialministerien der Länder. Laut Robert Koch-Institut (RKI) starben hierzulande bislang insgesamt mehr als 70.000 Menschen an oder mit der Viruserkrankung. Nicht alle Bundesländer weisen dem Bericht zufolge aus, wie hoch der Anteil der Heimbewohner an allen Corona-Verstorbenen ist. Die Zahlen reichen demnach von 25 Prozent in Sachsen bis 60 Prozent in Hamburg.

Der Freistaat Bayern kommt auf einen Wert von 54 Prozent genannt. Im Januar seien die Werte besonders hoch gewesen. Teilweise seien darunter auch Gemeinschaftsunterkünfte für Obdachlose, Asylbewerber und andere Heime gewesen, während der Großteil die Alten- und Pflegeheime betroffen habe. In Bayern gab es im Januar 2021 insgesamt 3.605 Tote, davon 2.167 in Heimen. Dem Bericht zufolge sank im Februar die Zahl der Corona-Toten insgesamt und auch die der verstorbenen Heimbewohner.

+++ Schnelltest-Pannen: CSU und Grüne feuern gegen Spahn +++

CSU-Generalsekretär Markus Blume wirft dem Bundesgesundheitsministerium Versäumnisse beim Thema Schnelltests vor. "Tests sind die Brücke bis zum Impfangebot für alle. Aber leider sehen wir auch hier wieder: Es wurde zu spät, zu langsam, zu wenig bestellt. Man muss deutlich sagen, es sind wohl Fehler im Bundesgesundheitsministerium passiert. Jetzt muss endlich geliefert werden", sagte Blume der "Welt".

Kritik an der Teststrategie der Regierung kommt auch von den Grünen. "Längst hätte sie eine Teststrategie vorlegen und viele Millionen Tests kaufen können, aber nach Monaten gründet sie jetzt erstmal eine Task Force", sagte Parteichefin Annalena Baerbock dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Dies sei ein "Wegducken vor Verantwortung". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Freitag betont, von den Schnelltests seien "mehr als genug da".

+++ Landshut: Brandschäden an Corona-Testzentrum +++

Unbekannte sollen an dem Corona-Testzentrum in Landshut Feuer gelegt haben. Der Sicherheitsdienst habe in der Nacht auf Samstag an mehreren Stellen eines Pavillons Brandschäden entdeckt, teilte die Polizei mit. "Glücklicherweise ging das Feuer von selbst wieder aus", hieß es in der Mitteilung. Es entstand nur ein geringer Schaden. Im Zuge der Ermittlungen wurden laut Polizei zudem Aufbruchspuren an einem Container festgestellt. Hierbei könne es sich aber auch um ältere Beschädigungen handeln. Die Kripo sucht nun nach Zeugen.

+++ Verstärkte Nachfrage nach Gitarren in der Pandemie +++

"Wir verzeichnen tatsächlich eine sehr positive Entwicklung beim aktiven Musizieren seit dem ersten Lockdown", sagte Daniel Knöll, Geschäftsführer beim Branchenverband Somm (Society Of Music Merchants) mit Sitz in Berlin. "Es wurden verstaubte Instrumente wieder aus der Ecke gezogen oder vom Dachboden geholt und zur Reparatur gebracht. Aber auch beim Verkauf von neuen Gitarren gibt es einen deutlichen Anstieg."

Laut Verband stieg die Nachfrage nach elektrischen Gitarren von Januar bis November 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 30 Prozent, bei den akustischen Gitarren um 20 Prozent. "Es ist schon fast eine Herausforderung, die Nachfrage zu stillen", berichtete Dominic Wagner vom weltweit größten Online-Musikhandel Thomann aus Oberfranken. 

+++ Bayerische Betriebsärzte warten auf Corona-Impfstoff +++

Große Unternehmen bereiten jetzt zusammen mit der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) und dem bayerischen Gesundheitsministerium Corona-Impfungen durch die Betriebsärzte vor. Klaus Holetschek (CSU) sagte am Samstag, bald werde mehr Impfstoff verfügbar sein: "Allein für April sind 1,8 Millionen Impfdosen angekündigt." Der bayerische Gesundheitsminister forderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, rasch die Rahmenbedingungen für eine zügige Einbindung der Betriebsärzte zu schaffen. 

Rechtsfragen, Logistik und Kosten werden noch geklärt. Vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sagte, sobald ausreichend Impfstoff vorhanden sei, stünden die Unternehmen mit ihren Betriebsärzten freiwillig zum Impfen der Belegschaften bereit. "Bei uns haben sich bereits knapp 200 Unternehmen gemeldet und zur Mitwirkung bereiterklärt. Die Zahl wächst immer weiter." 

+++ Starnberger Senioren warten besonders lange auf Impftermin +++

Menschen aus der Hochrisikogruppe werden zuerst geimpft - doch im Landkreis Starnberg und Kurorten wie Bad Füssing warten auch diese bisher vergeblich auf einen Impftermin. Der Grund: Die Impfdosen werden nach Bevölkerungsanzahl verteilt, und in diesen Regionen leben überdurchschnittlich viele Hochbetagte. Im Landkreis Starnberg fallen alleine 11.000 Menschen schon aufgrund ihres Alters (80 und höher) in die Gruppe der höchsten Priorisierungsstufe. Bislang sind aber erst 3.200 der über 80-Jährigen geimpft, berichtet "BR24".

"Die Koordinatoren an den Regierungen übernehmen die jeweilige Zuteilung für die Impfzentren. Dadurch lassen sich regionale Gegebenheiten, wie beispielsweise das Vorhandensein von besonders vielen Pflegeeinrichtungen, in einem Landkreis berücksichtigen", äußert sich das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zur Verteilung der Impfstoffe. Bisher hat der Starnberger Landrat Stefan Frey (CSU) allerdings erfolglos versucht, mehr Impfdosen für seine vielen älteren Mitbürger zu erhalten. 

Corona-News vom 05.03.2021

+++ Brinkhaus und Dobrindt verurteilen Maskendeals +++

Die Führung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat Geschäfte von Abgeordneten bei der Beschaffung von Corona-Masken scharf verurteilt. "Ein Tätigwerden im Rahmen des Mandats darf nicht mit persönlichen finanziellen Interessen verbunden werden", schrieben Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt am Freitag an alle Abgeordneten der Union.

"Wir sagen daher sehr deutlich, das Beziehen von Geldleistungen für die Vermittlung von medizinischer Schutzausrüstung im Rahmen der Pandemiebekämpfung von Abgeordneten stößt auf unser vollkommenes Unverständnis und wird von uns entschieden verurteilt." Sie erwarteten, dass solche Sachverhalte vollkommen transparent dargestellt und aufgeklärt würden. "So ein Verhalten entspricht nicht unseren Standards, schadet dem Ansehen der Politik insgesamt und ist nicht zu akzeptieren."

+++ Große Konzerne in Bayern bereiten sich auf Corona-Impfungen vor +++

Große Unternehmen in Bayern bereiten sich auf Corona-Impfungen ihrer Belegschaft durch die Betriebsärztinnen und -ärzte vor. Dazu zählen Adidas, Audi, BMW und Siemens, wie die Unternehmen auf Anfrage mitteilten.

"Sofern die flächendeckende Verfügbarkeit des Impfstoffes gesichert ist, werden wir mit der Unterstützung unseres Betriebsarztes ein Impfangebot für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen", erklärte eine Adidas-Sprecherin in Herzogenaurach.

+++ Söder verteidigt Inzidenz als Messwert +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Rufen nach einer Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz als entscheidende Messgröße zur Beurteilung der Lage in der Corona-Pandemie eine Absage erteilt. "Die Inzidenz ist nach wie vor der mit Abstand beste und verlässlichste Wert", sagte der CSU-Chef am Freitag in seiner Regierungserklärung im Landtag in München.

Es mache aus seiner Sicht keinen Sinn zu warten, bis die Zahl der Corona-Toten wieder steigt. "Wer auf Todesraten wartet, hat die Zeit verpasst zu handeln", sagte Söder. Der Ministerpräsident verteidigte das von Bayern übernommene Konzept von Bund und Ländern zur stufenweisen Lockerung der Corona-Maßnahmen. Es gebe keinen Blindflug, sondern eine "atmende Matrix", die auch wieder zu Schließungen führen könne, wenn dies angemessen sei.

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+++ Regierungserklärung im Landtag +++

Nach dem Kabinett muss am Freitag (13.00 Uhr) auch noch der bayerische Landtag der neuen Corona-Strategie für die kommenden Wochen zustimmen. Diese setzt nicht nur auf eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 28. März, sondern auch auf einen Stufenplan für weitere Öffnungen. Je nach Infektionsgeschehen wären aber auch wieder Verschärfungen möglich.


Corona-News vom 04.03.2021

+++ Söder: Corona-Lockerungen sind "keine Einbahnstraße" +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat davor gewarnt, die von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungsmöglichkeiten für den Corona-Lockdown als unumkehrbar anzusehen. Der CSU-Vorsitzende sprach am Donnerstagabend in einem ARD-"Extra" von einem "sehr ausbalancierten Konzept", in dem es vorsichtige Öffnungsperspektiven, aber auch eine Notbremse gebe. "Es ist keine Einbahnstraße. Wenn die Zahlen wieder schlechter werden, werden die Öffnungen zurückgenommen."

Kanzleramtschef Helge Braun machte im ZDF-"heute journal" deutlich, bei steigenden Zahlen müsse es auch wieder Schließungen geben. "Wir werden nicht noch einmal akzeptieren, dass wir so nah an den Rand der Überlastung unseres Gesundheitswesens kommen, wie wir das kurz vor Weihnachten waren", betonte der CDU-Politiker in einem vorab aufgezeichneten Interview. Die Lockerungsbeschlüsse verteidigte er. "Nach vier Monaten braucht die Gesellschaft eine Perspektive."

+++ Corona-Schnelltests bald auf der Theresienwiese? +++

Bayern will nach Aussage von Ministerpräsident Markus Söder im Jahr 2021 100 Millionen Corona-Tests kaufen und einsetzen. Das Kabinett beschloss am Donnerstag in München, zunächst bis Ende Juni pro Monat 11,5 Millionen Antigen-Schnelltests und für die Monate März bis Mai jeweils 12,4 Millionen Selbsttests sowie für den Juni nochmals 17,7 Millionen bereit zu stellen. In Summe stellt der Freistaat dafür 467 Millionen Euro zur Verfügung. Ab Freitag würden die ersten Selbsttests ausgeliefert, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag nach der Sitzung des Kabinetts.

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Via Twitter teilte Söder wenig später mit, dass auch die Kommunalen Testzentren Corona-Schnelltests erhalten soll. Für München würde das bedeuten, dass es künftig auch an der Teststation auf der Theresienwiese Schnelltests geben wird.

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+++ Wirtschaft enttäuscht über Corona-Beschlüsse +++

In der bayerischen Wirtschaft überwiegt die Kritik an den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern. Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) sah am Donnerstag "wenig Licht und viel Schatten". Weil sich Öffnungen an ständig schwankenden Inzidenzwerten orientierten, seien viele Unternehmen "ratlos und frustriert", sagte Präsident Eberhard Sasse. 

Der Landesgeschäftsführer des Hotel und Gaststättenverbands Dehoga, Thomas Geppert, nannte die Beschlüsse "enttäuschend und nicht nachvollziehbar. Kontaktbeschränkungen im Privaten zu lockern und zeitgleich geschützte Bereiche geschlossen zu halten, halten wir angesichts der Erfahrungen der letzten Monate für fahrlässig."

+++ Söder: Kritiker der Corona-Strategie gefährden Pandemie-Bekämpfung +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. © Peter Kneffel/dpa

Die fortwährende Kritik an der Corona-Strategie von Bund und Ländern gefährdet nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die für den Erfolg wichtige Akzeptanz der Bevölkerung. "Jeder, der jetzt diese Konzepte ganz bewusst zerredet, darf sich zumindest mit der Frage konfrontiert sehen, ob er das Mitmachen der Bevölkerung stärkt oder das Gegenteil macht", sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Das am Mittwoch nach stundenlangen Beratungen beschlossene neue Corona-Konzept sieht mehr Lockerungen vor, setzt aber zugleich auch auf die Eigenverantwortung der Menschen. "Deswegen jetzt die Bitte und der Wunsch, da mitzumachen, sich einzubringen, nicht wieder alles zu zerreden", betonte Söder.

+++ Aiwanger: "Freitesten" soll auch bei Inzidenzen über 100 möglich werden +++

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will auch in Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner Möglichkeiten des "Freitestens" schaffen. Es sei eine Hoffnung, dass dies nach dem 22. März möglich werde, sagte Aiwanger am Donnerstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts. Dem Thema Testen könne noch eine "größere Durchschlagskraft" beigemessen werden, sagte Aiwanger. "Das ist Hoffnung, das muss in Berlin erst noch entschieden werden", sagte der Minister.

+++ Bayern setzt Öffnungsbeschlüsse der Ministerpräsidenten um +++

Bayern setzt den Lockdown im Kampf gegen die Corona-Pandemie bis zum 28. März fort, lockert die Bestimmungen jedoch an einigen Stellen. Der Freistaat setzt damit die Vorgaben um, die von den Ministerpräsidenten der Bundesländer und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am späten Mittwochabend in Berlin beschlossen worden waren. Das ist das Ergebnis einer Kabinettssitzung am Donnerstag.

Knapp 9 von 10 Menschen in Bayern sollen von den Erleichterungen durch die neue Corona-Strategie profitieren. "87 Prozent erfahren schrittweise eine Verbesserung", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach der Kabinettssitzung in München. Derzeit seien 76 Landkreise unter der für die beschlossenen Lockerungsschritte entscheidenden Inzidenz mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. 20 Landkreise seien aber weiter über einer Inzidenz von 100, hier lebten rund 13 Prozent der bayerischen Bevölkerung. In diesen Bereichen tue sich vorerst wenig.

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+++ Bayern öffnet am 15. März weiterführende Schulen +++

Nach rund einem Vierteljahr Corona-Zwangspause dürfen ab dem 15. März auch alle weiterführenden Schulen in Bayern wieder öffnen – im Wechselunterricht und nur in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Videoschalte des Kabinetts in München mit.

+++ Söder: Dritte Corona-Welle rollt +++

Beim Kampf gegen die Corona-Pandemie ist nach Auffassung von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) die zweite Welle besiegt. Es rolle aber die dritte Welle, mit der britischen Virus-Variante, sagte Söder am Donnerstag nach einer Sitzung seines Kabinetts in München.

Es müsse gesehen werden, wie kontrollierbar dies sein werde. Bayern habe von zehn deutschen Corona-Hotspots nach wie vor fünf, sagte Söder. Etwa im Landkreis Cham sei bei 78 Prozent der positiven Test bereits die britische Virusvariante festgestellt worden.

Söder verteidigte die Öffnungsschritte der Ministerpräsidentenkonferenz. Es handele sich nicht um einen Paradigmenwechsel, die Zahl der Neuinfektionen sei nach wie vor die Richtschnur. Es sei bewusst eine Notbremse eingezogen worden.

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+++ Söder: März wird ein Übergangsmonat +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Monat März im Kampf gegen die Corona-Pandemie als Übergangsmonat bezeichnet. "Es kann sich zum Guten, aber auch zum Schlechten entwickeln", sagte Söder in der Nacht zum Donnerstag nach der Bund-Länder-Runde zu den Anti-Corona-Maßnahmen. "Wir hoffen sehr, dass der März ein Chancen-Monat wird."

"Wir geben den Menschen ein großes Stück Vertrauen und Freiheit zurück", sagte Söder mit Blick auf den von den Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossenen Stufenplan für Lockerungen. Es gelte jedoch, weiterhin genau auf Inzidenzen zu achten. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ München-Inzidenz steigt weiter +++

Die Sieben-Tages-Inzidenz ist laut RKI in München auf 45,6 gestiegen (gestern 43,2). Damit ist der Wert zwar weiter entfernt von der 35er-Schwelle, aber immer noch unter 50. Das würde nach den neuen Corona-Regeln bedeuten,  dass etwa der Einzelhandel wieder öffnen dürfte – mit Einschränkungen natürlich.


Corona-News vom 03.03.2021

+++ Lockdown wird verlängert – mit Öffnungsmöglichkeiten +++

Der Lockdown in Deutschland wird bis zum 28. März verlängert – allerdings mit weitreichenden Öffnungsmöglichkeiten. Das haben Bund und Länder am Mittwochabend beschlossen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten einigten sich auf Öffnungen in fünf Schritten ab Inzidenzen unter 100. Ab der kommenden Woche übernimmt der Bund die Kosten für einen Corona-Schnelltest pro Woche für jeden Bürger. Ebenfalls ab dem 8. März sind wieder private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch beschränkt auf maximal fünf Personen plus Kinder bis 14 Jahre.  

Auch bei den Impfungen soll es Anpassungen geben: Der vorgegebene Zeitraum zwischen erster und zweiter Impfung soll maximal ausgenutzt werden, um möglichst schnell viele Menschen zu impfen.

Hier finden Sie die Beschlüsse im Überblick.

+++ Corona-Verdachtsfälle bei Wertstoffhof +++

Der Wertstoffhof an der Lerchenstraße 13 ist seit Mittwoch geschlossen. Das teilte der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) mit. Grund dafür sind mehrere Corona-Verdachtsfälle in der Belegschaft. Wann der Wertstoffhof wieder öffnen kann, ist nicht bekannt. Der Abfallwirtschaftsbetrieb empfiehlt Münchnern, auf den Wertstoffhof in der Lindberghstraße 8a in Freimann auszuweichen. Außerdem sind die Problemstoffannahmen an den Wertstoffhöfen Tübinger Straße und Thalkirchner Straße bis Freitag geschlossen.

+++ Corona-Varianten: Immer mehr Fälle in München +++

Die gefährlichen Varianten des Coronavirus verbreiten sich auch in München immer weiter. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, liegt bei den seit 5. Februar insgesamt neu gemeldeten 2.159 Fällen bei 1.152 Fällen ein vPCR-Ergebnis vor (Stand: 2.3.). Dabei ergab sich für 578 Fälle, also knapp mehr als der Hälfte, ein Verdacht auf eine der gefährlichen Virusvarianten. Davon wurden 407 Fälle als britische Variante (B.1.1.7) bestätigt. Zur Bestimmung der südafrikanischen (B.1.351) oder der brasilianischen Variante (P.1) muss eine Genomsequenzierung durchgeführt werden.

+++ SPD fordert Bußgeld für nicht gemeldete positive Corona-Selbsttests +++

Die SPD im bayerischen Landtag fordert eine Meldepflicht für Ergebnisse von positiven Corona-Selbsttests plus Verpflichtung für einen anschließenden Labortest. "Es ist gefährlich, wenn keiner mehr zum qualifizierten Test ins Zentrum oder zum Arzt geht und wir von den Ergebnissen der Tests nichts erfahren", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Ruth Waldmann, am Mittwoch in München.

Die Selbsttests seien eine wichtige Ressource im Kampf gegen Corona. "Es muss daher sichergestellt sein, dass die Gesundheitsämter von jedem positiven Testergebnis erfahren." Nach den Plänen der SPD-Fraktion müsse in der bayerischen Infektionsschutzverordnung zudem für Verstöße gegen die Meldepflicht ein Bußgeld verankert werden.

+++ Zwei Corona-Tests pro Woche für Lehrer und Kita-Personal +++

Zwei Mal pro Woche sollen sich künftig Mitarbeitende in bayerischen Schulen und Kitas auf das Coronavirus testen lassen. Dafür stünden zunächst 8,6 Millionen Selbsttests monatlich zur Verfügung, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte.

Sobald weitere Lieferungen eintreffen, sollen auch Schüler über 15 Jahren wöchentlich einen Schnelltest durchführen können. Bald würden noch mehr Corona-Tests zur Eigenanwendung beschafft, kündigte das Ministerium an. Das Angebot könnte dann auch für jüngere Schüler ausgeweitet werden.

+++ Nächste Öffnungsschritte: Diese Lockerungen sind geplant +++

Der Lockdown in Deutschland soll bis 28. März verlängert werden – das geht aus einem Beschlussentwurf der Bund-Länder-Konferenz von Mittwochmorgen hervor. Jedoch soll es nach Schulen und Friseuren nun auch weitere Öffnungsschritte im öffentlichen Bereich geben, einige der geplanten Lockerungen im Überblick:

In einem zweiten Öffnungsschritt dürfen Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte wieder bundesweit öffnen - mit entsprechenden Hygienekonzepten. Sollte die Sieben-Tages-Inzidenz stabil unter 35 liegen, kann das jeweilige Bundesland im dritten Öffnungsschritt die Öffnung des Einzelhandels mit einer begrenzten Kundenzahl vorsehen. Auch die Öffnung von unter anderem Museen und Tierparks wäre dann wieder möglich. Liegt die Inzidenz über 35, aber unter 100, kommt es zu Einschränkungen bei den Öffnungen: Im Einzelhandel ist dann unter anderem nur "Click & Meet" möglich, ein Tierpark-Besuch wäre beispielsweise nur mit vorheriger Terminbuchung erlaubt.

Liegt die Inzidenz nach Inkrafttreten des dritten Öffnungsschritts für zwei Wochen am Stück unter 35 kann es im vierten Öffnungsschritt zur Öffnung der Außengastronomie sowie von Theatern, Konzert- und Opernhäusern sowie Kinos kommen. Für den fünften Öffnungsschritt sind dann unter anderem Freizeitveranstaltungen im Freien mit bis zu 50 Teilnehmern vorgesehen.

Zudem soll es eine "Notbremse" geben, wenn die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 100 steigt. Dann würden wieder die derzeitigen Regeln gelten.

+++ München-Inzidenz wieder deutlich über 40 +++

Die 7-Tages-Inzidenz  pro 100.000 Einwohner ist in München wieder deutlich über die 35er-Schwelle gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist für Mittwoch einen Wert von 43,2 aus. Letzte Woche hatte er noch bei 34,8 gelegen.

+++ SPD fordert Schulöffnungen bis Mitte März +++

Vor der Konferenz von Bund und Ländern zur Corona-Krise fordert die bayerische SPD die Rückkehr aller Schüler in den Präsenzunterricht bis Mitte März. "Mit Impfungen von Lehrern, einem klugen Testkonzept und dem Maßnahmenpaket, das die interdisziplinäre Expertenkommission im Auftrag der Kultusministerkonferenz erarbeitet hat, ist die Sicherheit für diesen Schritt gegeben", sagte der Generalsekretär der Bayern-SPD, der Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch, der Deutschen Presse-Agentur in München. Kinder- und Jugendärzte hätten in aller Deutlichkeit erklärt, dass massive Schäden bei vielen Kindern zu befürchten seien.


Corona-News vom 02.03.2021

+++ Holetschek für flexiblere Reihenfolge beim Impfen +++

Mit Blick auf den Impfstoff des Herstellers AstraZeneca wünscht sich Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) einen flexibleren Umgang mit der geltenden Impfreihenfolge. "Wir müssen alles dafür tun, dass Menschen, die geimpft werden wollen, auch ein Angebot bekommen", sagte Holetschek im "Bayerischen Rundfunk" (B5). Im Moment wolle der Bund nicht von der Priorisierung abweichen. Deshalb müsse man sehen, dass eine flexiblere Handhabung zwischen den Priorisierungsgruppen gut funktioniere.

Holetschek betonte, AstraZeneca sei ein wirksamer und guter Impfstoff. Deshalb habe der Freistaat jetzt auch Lehrerinnen und Lehrer in der Priorisierung vorgezogen, Erzieherinnen und Erzieher, sowie seit heute auch die Polizei, um das Vakzin schnell zu verimpfen. Die Bedenken, die Weltärztepräsident Montgomery gegen den Impfstoff vorgebracht hatte, bezeichnete Holetschek als "Blödsinn". 

+++ Virologe Drosten: Corona-Variante B.1.1.7 nimmt zu +++

Christian Drosten schätzt den Anteil der in Großbritannien entdeckten Corona-Variante B.1.1.7 an den Infektionen in Deutschland inzwischen auf ungefähr die Hälfte. "Der Anteil dieser ansteckenderen Mutante wird weiter steigen, das ist unausweichlich", sagte der Leiter der Virologie an der Berliner Charité im Podcast Coronavirus-Update bei "NDR-Info". In Großbritannien gebe es mittlerweile nur noch Reste anderer Varianten, B.1.1.7 dominiere vollkommen. Die Maßnahmen dort sind laut Drosten strenger. Neue Daten zur Varianten-Ausbreitung werden in dieser Woche vom Robert Koch-Institut (RKI) erwartet.

Aiwanger: Unternehmen brauchen Zeitplan für den Neustart +++

Hubert Aiwanger fordert ein positives Signal für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: "Wir müssen dauerhafte Schäden vom Arbeitsmarkt abhalten. Aus Kurzarbeit darf nicht Arbeitslosigkeit werden. Viele Betriebe in geschlossenen Branchen sind mittlerweile an einem kritischen Punkt und halten wirtschaftlich nicht mehr lange durch", sagte Bayerns Wirtschaftsminister am Dienstag zu den Arbeitsmarktzahlen des Freistaats für Februar 2021.

Im Vergleich zum Vormonat bleibt die Arbeitslosenquote stabil. Sie lag mit 4,2 Prozent auf dem Niveau von Januar. Insgesamt waren im Februar 316.632 Menschen in Bayern arbeitslos gemeldet. Einzelhandel, Außengastronomie, Dienstleistungssektor, Hotellerie sowie Kultur- und Veranstaltungsbranche sollten vor oder zu Ostern wieder öffnen können, so Aiwanger. "Die Unternehmen brauchen einen Zeitplan für den Neustart im Frühling. Diese Erwartung haben viele Arbeitgeber an die morgigen Bund-Länder-Beratungen! Negative Corona-Tests müssen Türöffner sein - von der Schule bis zum Hotel!"

+++ Lockdown wird verlängert – Lockerung bei Kontakten +++

Der Lockdown in Deutschland wird voraussichtlich bis zum 28. März verlängert – das geht aus einem Beschlussentwurf von Bund und Ländern von Montagabend hervor, der der AZ vorliegt.

Jedoch soll es auch Lockerungen der Kontaktbeschränkungen geben, sogar schon ab kommendem Montag (8. März). Demnach sind dann wieder Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem zusätzlichen Haushalt möglich, die Anzahl der Personen ist jedoch auf fünf beschränkt. Kinder bis 14 werden dabei nicht mitgezählt. Auch Buchläden sollen öffnen dürfen.

Zudem soll es eine Art "Notbremse" geben: Steigt die Inzidenz wieder auf einen bestimmten Wert - der im Beschlussentwurf noch nicht festgelegt ist - sollen die Lockerungen wieder zurückgenommen werden.

+++ Verwaltungsgerichtshof kippt Testpflicht für Pflegeheim-Mitarbeiter +++

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat die Pflicht zu engmaschigen Corona-Tests für Beschäftigte in Pflege- und Altenheimen vorläufig außer Vollzug gesetzt. Von Donnerstag an ist diese Regelung damit zunächst ausgesetzt, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.  Besucher müssen aber weiter einen negativen Test vorlegen. Das Gericht lehnte den entsprechenden Eilantrag eines Angehörigen ab. Die Pflicht sei derzeit wohl rechtmäßig, weil sie die Aufrechterhaltung wichtiger Sozialkontakte ermögliche und der Isolation der Bewohner vorbeuge.

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+++ Polizisten werden geimpft +++

Bayern beginnt heute mit der Impfung aller Beschäftigten der Polizei im Freistaat. Dazu gehören nach Angaben des Innenministeriums rund 44.000 Beamten in Vollzug und Verwaltung sowie weitere Mitarbeiter. Zur Impfung der Polizei-Bediensteten wurde demnach ein eigenes Impfzentrum mit zwölf Standorten eingerichtet, 10.000 Impfdosen des Herstellers Astrazeneca stehen nach Angaben des Ministeriums zum Start bereit.

Wie lange es dauern wird, alle impfwilligen bayerischen Polizisten zu versorgen, hänge "von der weiteren Zulieferung des Impfstoffs" ab, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag. Ziel sei es zunächst, die vorhandenen Dosen möglichst schnell zu verwenden. Als erstes sollen Polizisten an der Reihe sein, die im Streifendienst arbeiten und bei den Einsatzhundertschaften beschäftigt sind, sowie Mitarbeiter mit Vorerkrankungen. Wer vor allem am Schreibtisch arbeitet, muss sich demnach vorerst noch gedulden.

+++ Freie Wähler wollen kein Festhalten an Inzidenz +++

Der weitere Kampf gegen das Coronavirus sollte nach Ansicht der Freien Wähler in Bayern ab sofort nicht mehr nur an den Sieben-Tage-Inzidenzwerten ausgerichtet werden. "Um einen nachhaltigen Weg verantwortungsbewusster Öffnungen beschreiten zu können, muss die geradezu ideologische Engführung auf die Kennzahl des Inzidenzwertes aufgegeben werden", heißt es in einem neuen Positionspapier der Regierungsfraktion. Stattdessen müssten sich die nächsten Lockerungsschritte an drei Kriterien orientieren: der Wirkung der jeweiligen Schutzmaßnahmen, der tatsächlichen Infektionswahrscheinlichkeit an einem bestimmten Ort und der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung der Institutionen und Branchen.


Corona-News vom 01.03.2021

+++ Lockerungen in Alten- und Pflegeheimen? +++

Die Gesundheitsminister der Länder wollen die Besuchseinschränkungen in Senioren- und Pflegeheimen lockern. Den Menschen dort sollten nach Corona-Impfungen wieder mehr Freiheiten eingeräumt werden, teilte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag nach Beratung mit seinen Amtskollegen mit. Der Vorschlag geht nun an die Ministerpräsidentenkonferenz, die an diesem Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die weiteren Schritte in der Corona-Krise beraten will.

Derzeit gelten in Alten- und Pflegeheimen bundesweit Einschränkungen mit regionalen Unterschieden. In Bayern etwa darf jeder Bewohner pro Tag nur einen Besucher empfangen. Nun wollen die Gesundheitsminister die Besuchsmöglichkeiten zwei Wochen nach Zweitimpfung und bei einer hohen Durchimpfungsrate der Bewohnerinnen und Bewohner erweitern.

+++ Gastro-Protest in der Münchner Innenstadt +++

Dehoga, Münchner Innenstadtwirte und Leaders Club haben mit der Aktion "Gedeckter Tisch und gemachtes Bett" auf die schlimme Lage der Gastronomie in der Corona-Krise aufmerksam gemacht. Einen ausführlichen Bericht von der öffentlichkeitswirksamen Aktion am Marienplatz finden Sie hier.

+++ Schulen im Berchtesgadener Land machen wieder dicht +++

Wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen werden im Landkreis Berchtesgadener Land ab Mittwoch Schulen und Kindergärten wieder geschlossen. Bereits ab Dienstag tritt wieder eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft, wie das Landratsamt in Bad Reichenhall am Montag mitteilte. Demnach dürfen Bürger ihre Wohnungen zwischen 22.00 Uhr und 5.00 Uhr nur noch in begründeten Fällen verlassen.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) lag die 7-Tage-Inzidenz in dem Kreis am Montag bei 106,7. Ab einem Wert von 100 müssen Schulen und Kitas in Bayern schließen. Dem Landratsamt zufolge gehen die Neuinfektionen auf mehrere private Zusammenkünfte in verschiedenen Gemeinden zurück.

+++ Die meisten Corona-Kranken werden daheim gesund +++

Fast alle der Corona mit infizierten Münchner kurieren ihre Erkrankung zu Hause aus. Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsreferates auf eine Anfrage der CSU hervor. Ende Januar wurden von 2.700 Infizierten in München etwa 300 Corona-Patienten in Krankenhäusern behandelt, davon fast ein Drittel auf Intensivstation. Das Gesundheitsreferat geht davon aus, dass 2.400 Infizierte im Moment zu Hause sind. Das sind etwa 90 Prozent der Erkrankten.

Entweder haben diese Menschen keine Beschwerden oder sie werden durch die Hausärzte versorgt. Von 1.000 Hausarztpraxen in München bieten laut Gesundheitsreferat die meisten Infektsprechstunden, Testungen und Hausbesuche an. Wer in eine Notlage geraten ist, könne sich an das Servicetelefon des Sozialreferates unter 089/23396833 wenden. Wenn jemand wegen Quarantäne nicht einkaufen kann, verweist das Servicetelefon zum Beispiel an den Verein Münchner Freiwillige. Auch Nachbarschaftstreffs helfen. 

+++ Friseure öffnen wieder: Schlangen vor Salons +++

Männer stehen vor einem Friseur im Bahnhofsviertel an.
Männer stehen vor einem Friseur im Bahnhofsviertel an. © Djordje Matkovic

Seit heute dürfen die Friseure wieder öffnen – zumindest im Münchner Bahnhofsviertel blieb der zu erwartende Andrang auch nicht aus. Bereits am Vormittag bildeten sich vor den Salons in Bayerstraße, Goethestraße und Co. längere Schlagen. "Es gab ziemlich überall eine Warteschlange, aber soviel los wie letztes Jahr nach dem ersten Lockdown war dann doch nicht", sagt AZ-Leser Djordje Matkovic, der am Montag im Bahnhofsviertel unterwegs war.

Auch Einrichtungen körpernaher Dienstleistungen dürfen seit heute wieder öffnen, Schlangen waren deshalb ebenfalls vor Kosmetikstudios zu sehen.

Auch vor den Kosmetikstudios war einiges los.
Auch vor den Kosmetikstudios war einiges los. © Djordje Matkovic

+++ Gastgewerbe protestiert für Öffnungen +++

Mit Aktionen an mehr als 1.000 Orten haben die bayerischen Wirte und Hoteliers auf ihre "verzweifelte Lage" hingewiesen. Dazu stellen sie am Montag gedeckte Tische oder gemachte Betten vor ihre Betriebe. Wenn Branchen wie der Einzelhandel wieder öffnen dürften, "muss es auch im Gastgewerbe wieder losgehen", sagte die Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, Angela Inselkammer. Die aktuellen Schließungen dürften so nicht weitergehen.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der Inselkammer bei der Aktion vor ihrem eigenen Betrieb in Aying traf, äußerte Verständnis. "Je länger die Betriebe geschlossen bleiben, desto mehr gefährden wir die Zukunftsfähigkeit einer wichtigen Leitökonomie Bayerns, und die Menschen drängen sich unkontrolliert um Kioske und in Freiflächen. Es wird höchste Zeit, dass wir eine geordnete Öffnungsstrategie beginnend mit der Außengastronomie einleiten."

+++ Söder über Absprachen mit Sachsen +++

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Montag am Rande einer PK mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor einem "Öffnungsrausch" gewarnt. Er kenne die Stimmung im Land, man werde jetzt aber "nicht die Nerven verlieren", so Söder. Am Mittwoch steht die nächste Bund-Länder-Konferenz an. Es dürfe keinen "Blindflug in eine dritte Welle" geben.

Wichtig sei, jetzt kluge Öffnungsstrategien mit Schutzkonzepten zu haben. "Lieber langsamer und mit regionale Differenzierungen", so Söder. Eine wichtiger Baustein seien Schnelltests. Zudem forderte er, das Impfkonzept spätestens im April komplett zu überarbeiten. "Wir müssen beim Impfen aufholen und besser werden", so Söder.

Anzeige für den Anbieter Twitter über den Consent-Anbieter verweigert

+++ Lockerungen ab heute in Kraft +++

Lang ersehnt: In Bayern geht es ab Montag mit den ersten Öffnungen von Geschäften einen kleinen Schritt in Richtung Normalität. "Friseure, Gärtner, Baumärkte, Fußpflege-Praxen, Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden werden ab dem 1. März landesweit unter den gleichen Bedingungen zugelassen, die für die bereits jetzt ausnahmsweise geöffneten Handels- und Dienstleistungsbetriebe gelten", schreibt die Bayerische Staatsregierung. FFP2-Masken bleiben selbstverständlich Pflicht. Eine Mindestfläche von zehn Quadratmetern für jede Person in einem Raum darf nicht unterschritten werden, zumindest für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche.

+++ Inzidenz in München steigt auf knapp 40 +++

Das Robert Koch-Institut meldet für die Landeshauptstadt München eine 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von 39,4. Damit ist der Wert wieder über der kritischen Marke von 35.


Hinweis der Redaktion: Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und besserer Ladezeiten unseres Newsblogs haben wir alte Beiträge ab dieser Stelle gelöscht. Der erste Eintrag stammt vom 1. März.

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