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Coronavirus-News: Passagiere aus Südafrika müssen 14 Tage in Quarantäne

Das Coronavirus beschäftigt München, Bayern und Deutschland weiterhin. Alle Neuigkeiten, Maßnahmen und Hinweise zum Erreger Sars-CoV-2 lesen Sie im AZ-Newsblog.
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Der Erreger Sars-CoV-2, der die Krankheit Covid-19 auslösen kann, sorgt in München, Bayern und Deutschland seit Monaten für teils drastische Maßnahmen. In unserem Newsblog informieren wir Sie über die aktuellen Corona-Entwicklungen in München und Bayern.


Corona-News vom 25.11.2021

+++ Passagiere aus Südafrika müssen 14 Tage in Quarantäne +++

Die Passagiere einer aus dem südafrikanischen Kapstadt am Freitagabend in München eintreffenden Lufthansa-Maschine müssen aus Furcht vor dem Einschleppen einer neuen Coronavirus-Variante alle in eine 14-tägige Quarantäne. Zusätzlich müssten sie sich unmittelbar nach der für 19.45 Uhr geplanten Landung einem PCR-Test unterziehen. Die Quarantäne werde unabhängig vom Ausgang des Tests und des Impfstatus der Passagiere wirksam, teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit.

+++ Belgien registriert ersten Fall mit neuer Coronavirus-Variante +++

Belgien hat einen ersten Fall mit der neuen, zunächst im südlichen Afrika festgestellten Corona-Variante B.1.1.529 registriert. Das gab der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke bei einer Pressekonferenz am Freitag bekannt. Der belgische Premierminister Alexander De Croo kündigte zudem Reisebeschränkungen für Einreisende aus Ländern im südlichen Afrika an . Es sei Vorsicht erforderlich, aber keine Panik, sagte Vandenbroucke.

Ob die Variante auch schon in München registriert wurde, will die CSU-Fraktion im Rathaus wissen. In einem Antrag fragt sie außerdem, welche Labore die Variante bereits detektieren können.

+++ Wegen Corona: Söder für weniger Bürokratie in Kliniken +++

In der Corona-Pandemie sollen Krankenhäuser bei der Bürokratie entlastet werden. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einem Besuch in Neuburg am Inn. "Unsinnige und überflüssige Dokumentationspflichten, die den medizinischen Betrieb lähmen und zusätzliche Arbeit bedeuten, müssen ausgesetzt werden", sagte Söder. "Prüfungen müssen einfach mal zwei Monate verschoben werden." In weiten Teilen Niederbayerns sind die Corona-Infektionszahlen seit Wochen enorm hoch und die Kapazitäten vieler Krankenhäuser am Anschlag.

+++ Etwa 1.300 Verdachtsfälle zu Fälschungen rund um Impfpässe in Bayern +++

Mittlerweile sind der Staatsanwaltschaft und Polizei in Bayern fast 1.300 Fälle bekannt, in denen der Verdacht auf Manipulation von Corona-Impfpässen besteht. Die Palette reiche von gefälschten Impfpässen über falsche Stempel und Aufkleber bis hin zu Manipulationen um digitalisierte Impf-Zertifikate, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl entwickele sich "sehr dynamisch".

+++ Pilsinger fordert Weihnachtslockdown +++

Der Münchner CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger hat sich für strenge Corona-Maßnahmen um die Feiertage im Dezember ausgesprochen. "Um das Schlimmste zu verhindern ist ein strenger Weihnachtslockdown für alle Bürger ähnlich wie letztes Jahr in Italien notwendig", sagte der Gesundheitspolitiker der "Augsburger Allgemeinen". Man müsse unbedingt handeln, um zu verhindern, dass es Anfang nächsten Jahres einen völligen Kollaps des Gesundheitssystems wie zum Beispiel in Bergamo mit vielen Covid-Toten gebe.

Eine Überlastung des Gesundheitssystems und der Intensivstationen sei bei den massiv wachsenden Infektionszahlen nicht mehr vermeidbar. Die Zeit um den Jahreswechsel sei praktikabel: "In diesem Ferienzeitraum sind die negativen Auswirkungen eines Lockdown zur Brechung der Welle für die Kinder und die Wirtschaft am geringsten", sagte Pilsinger, der auch Arzt ist.

+++ RKI-Chef Wieler appelliert an Bevölkerung +++

Lothar Wieler, Leiter des RKI, hat sich mit emotionalen Worten an die Bürger gewandt. "Wie viele Menschen müssen denn noch sterben? Helfen Sie alle, diese vierte Welle zu brechen. Wir müssen jetzt unsere Kontakte reduzieren." 

Zudem ruft er zur Impfung auf. "Bitte lassen Sie sich impfen oder auffrischen. Eine hohe Impfquote und eine niedrige Inzidenz sind der beste Schutz vor Covid-19. Das ist der beste Schutz für uns alle." Ohne die Maßnahmen oder die Impfung wäre die Situation um ein Vielfaches schlimmer, so Wieler: "Impfungen schützen sehr gut vor einem schweren Verlauf."

+++ Spahn will Kontaktbeschränkungen +++

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bezeichnete die derzeitige Corona-Lage am Freitag in einer Pressekonferenz als "dramatisch ernst, so ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt". Er fordert daher weitere Maßnahmen: "Die Zahl der Kontakte muss runter. Deutlich runter. Es hilft alles nichts. Es braucht bundesweit mehr Kontaktbeschränkungen." Es sei mittlerweile "halb 1".

Am besten sei es, Bund und Länder würden sich bereits in den nächsten Tagen treffen und erneut beraten. 

Die gute Nachricht sei, dass die Impfkampagne an Fahrt aufgenommen habe. "Jede Impfung zählt", so der CDU-Politiker. 

+++ Söder fordert bundesweite Impfpflicht zum 1. Januar +++

Bayerns Ministerpräsident Söder forderte am Freitagvormittag in Rosenheim eine bundesweite Impfpflicht zum 1. Januar 2022. Die Lage sei dramatisch und es müsse nun auf Bundesebene gehandelt werden, so der CSU-Chef: "Deutschland ist mittlerweile das Corona-Sorgenkind in Europa."

Zudem fordert er weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus und eine baldige erneute Ministerpräsidentenkonferenz.

+++ Neue Variante entdeckt: Südafrika wird Virusvariantengebiet +++

Deutschland wird Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären. Die Regelung trete heute Nacht in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitagmorgen mit.

Wissenschaftler zeigen sich wegen der neuen Variante besorgt, die schlimmer als die Deta-Variante sein könnte.

+++ Luftwaffe fliegt Corona-Patienten von Memmingen nach NRW +++

 Die Luftwaffe wird sich von Freitagnachmittag an mit einem Spezialflugzeug an der Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie beteiligen. Ein Airbus A310 MedEvac soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um 14.00 Uhr in Memmingen landen und Schwerkranke nach Münster-Osnabrück in Nordrhein-Westfalen fliegen.

+++ WHO: Fast 500.000 Leben in Europa durch Covid-Impfungen gerettet  +++

Seit Beginn der Covid-19-Impfungen sind allein in Europa nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 470.000 Menschen in der Altersgruppe über 60 vor dem Tod gerettet worden.

Das zeige eine zusammen mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) im Magazin "Eurosurveillance" veröffentlichte Untersuchung in 33 europäischen Ländern, teilte das in Kopenhagen ansässige Europa-Büro der WHO am Donnerstag mit. Diese Schätzung schließe nicht jene Fälle ein, die durch die Impfung von Personen unter 60 Jahren gerettet worden seien.

WHO-Regionaldirektor Hans Kluge sagte, die Impfstoffe gegen Covid-19 seien ein Wunder der modernen Wissenschaft. Diese Studie verdeutliche, dass sie genau die versprochene Wirkung hätten, "nämlich Leben retten und einen sehr hohen Schutz vor schwerer Krankheit und Tod bieten". In manchen Ländern wären die Todesfallzahlen ohne die Impfstoffe doppelt so hoch ausgefallen. 

+++ Inzidenz in München und Bayern steigt leicht, neuer Höchststand in Deutschland +++

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen mitteilte, meldeten die Gesundheitsämter 76.414 Fälle in 24 Stunden. Die Inzidenz liegt bei 438,2. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 419,7 gelegen, vor einer Woche bei 340,7 (Vormonat: 113,0). 

In Bayern und München stieg die Inzidenz ebenfalls leicht an, sie beträgt 652,5 (Vortrag: 641,1) im Freistaat, in der Landeshauptstadt 498,9 (Vortag: 497,6).

Corona-News vom 25.11.2021

+++ Söder und Holetschek reisen in bayerische Corona-Hotspots +++

In inzwischen elf bayerischen Regionen gelten von Freitag an nochmals schärfere Corona-Regeln - weil die Sieben-Tage-Inzidenz dort am Vortag über der Marke 1.000 lag. Ministerpräsident Söder und Gesundheitsminister Holetschek suchen das Gespräch mit den Kommunen und reisen am Freitag in die Corona-Hotspot-Regionen in Südostbayern. Sie wollen sich dort ein Bild von der aktuellen Lage machen - zunächst in Rosenheim, dann in Passau.

In den Hotspots muss - die Regel gilt seit Mittwoch - das öffentliche Leben in weiten Teilen heruntergefahren werden. Dann müssen etwa Gastronomie (außer Kantinen und Mitnahmeangebote) sowie Beherbergungsbetriebe aller Art, Sport- und Kulturstätten schließen. Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen werden untersagt. Die Hotspot-Regel greift, wenn eine Region nach Zahlen des Robert Koch-Instituts die 1.000er-Marke überschreitet - und dann jeweils ab dem Folgetag. Seit Donnerstag galt die Hotspot-Regel bereits in acht Landkreisen und kreisfreien Städten, ab Freitag kommen nun nochmals drei weitere hinzu: die Landkreise Regen, Passau und Ostallgäu.

+++ Kein Flohmarkt in der Parkharfe des Münchner Olympiaparks +++

Der beliebte Flohmarkt auf der Parkharfe des Münchner Olympiaparks findet bis auf Weiteres nicht statt. Wie die Veranstalter via Twitter mitteilten, sind die verschärften Corona-Regelungen - auch beim Flohmarkt gilt 2G+ - "leider nicht so einfach umsetzbar". 

+++ Corona-Tests stark nachgefragt nach Einführung neuer Regeln +++

Schlangen vor den Testzentren, ausgebuchte Terminlisten bei Apotheken - in Bayern ist es nach der Einführung neuer Corona-Regeln mancherorts gar nicht so einfach gewesen, sich kurzfristig auf das Virus testen zu lassen. Ein Sprecher des Bayerischen Apothekerverbands sagte am Donnerstag, die Verbandsmitglieder teilten vermehrt mit, dass die Anfrage nach Antigen-Schnelltests stark ansteige. Apotheken, die Tests anbieten, stelle das vor große Herausforderungen bei Personalplanung oder Beschaffung von Tests. Denn die innerhalb kurzer Zeit erhöhte Nachfrage sorge auch für eine momentan angespannte Nachschubsituation bei den Tests, sagte er.

Im Freistaat gilt seit Mittwoch die 2G-plus-Regel - also Zugang nur für Geimpfte und Genesene mit einem zusätzlichen negativen Corona-Test - etwa bei Kulturveranstaltungen wie Theater und Konzerte, für Zuschauer beim Sport, bei Messen und Tagungen oder bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen und Feiern in nicht-privaten Räumen. Zudem gilt 2G-plus für Freizeiteinrichtungen aller Art, darunter fallen etwa Bäder. Außerdem muss man etwa in Bus und Bahn einen 3G-Nachweis vorlegen.

In Testzentren des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), einem großen Betreiber in Bayern, ist die Zahl der Tests laut einem Sprecher von Dienstag auf Mittwoch um 36 Prozent gestiegen. Neue Corona-Regeln sind demnach aber offenbar nicht der einzige Grund für die zuletzt gestiegene Nachfrage. Seit Aufhebung der Kostenpflicht für Tests am 13. November sei die Zahl um das Fünffache gestiegen, sagte der BRK-Sprecher. Die Einführung von 2G und 2G-plus seien weitere Einflussfaktoren.

+++ Merkel fordert weitere Maßnahmen +++

Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Am Donnerstag sagte Merkel in Berlin: "Wir brauchen mehr Beschränkungen von Kontakten." 

Und weiter: "Die Lage ist deshalb so ernst, weil wir nach wie vor in einem exponentiellen Wachstum sind." Zudem warnte sie vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Jeder Tag zähle, die Situation müsse weiter genau beobachtet werden.

+++ Überdurchschnittlich hohe Impfquote beim Lehr- und Erziehungspersonal +++

Ein erfreulich überdurchschnittliches Ergebnis ergab eine Abfrage des Impfstatus durch das Referat für Bildung und Sport (RBS) bei den städtischen Beschäftigten im Lehr- und Erziehungsdienst: Die Quote für Mitarbeiter*innen mit vollständigem Impfschutz liegt hier insgesamt bei 86,5 %. Rechnet man auch die Beschäftigten mit Genesenen-Status hinzu, ergibt sich sogar eine "2G-Quote" von 88,5 Prozent geschützten Mitarbeitern.

Von den Lehrkräften an den allgemeinbildenden und beruflichen städtischen Schulen verfügen 5.089 über einen vollständigen Impfschutz, die Impfquote liegt damit bei 91,4 Prozent. Von den Erziehungskräften, pädagogischen Ergänzungskräften und Hauswirtschaftlichen Mitarbeitern in den städtischen Kitas, Tagesheimen und heilpädagogischen Tagesstätten sind 5.681 vollständig geimpft, was einer Impfquote von 82,5 Prozent entspricht. Zusammen mit weiteren 199 Rückmeldungen von Mitarbeitern in diesem Bereich, die über einen Genesenen-Status verfügen, ergibt sich hier eine "2G-Quote" von 85,4 Prozent. Trotz der bereits hohen Impfquote wird das RBS die Impfbewerbung weiter fortsetzen. 

+++ Nikolaus bleibt draußen: Keine Auftritte in Corona-Hotspots +++

Der Nikolaus darf in besonders von der Corona-Pandemie betroffenen oberbayerischen Landkreisen nur Hausbesuche machen - und soll dabei am besten draußen vor der Tür bleiben. Veranstaltungen und Ansammlungen im öffentlichen Raum seien untersagt, daher könnten leider auch die öffentlichen Auftritte des Nikolaus sowie Krampusläufe nicht in gewohnter Form stattfinden, teilte eine Sprecherin des Landratsamts Traunstein mit. Darauf habe sich der Landkreis mit den Kreisen Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn sowie der Stadt und dem Landkreis Rosenheim geeinigt. Die Kreise hatten am Donnerstag jeweils Sieben-Tage-Inzidenzen von mehr als 1.000.

Die Gesundheitsämter empfehlen demnach für den Nikolaustag in diesen Regionen stattdessen ausschließlich private Hausbesuche, konkret einen "Besuch ausschließlich im Freien ohne Betreten der Häuser". Die geltenden Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte sollten dabei eingehalten, die Begleiter des Nikolaus auf möglichst wenige Personen reduziert werden. Auch wird eine freiwillige Selbstverpflichtung der Gruppen auf 2G-plus nahegelegt.

+++ Neues Impfzentrum im Gasteig +++

Im Gasteig wird am 15. Dezember ein Impfzentrum eröffnen. Das gab Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD) in der Stadtratssitzung bekannt. Um die 1.000 Impfungen sollen dort täglich möglich sein.

Gleichzeitig soll das Impfzentrum in Riem ab 9. Dezember wieder sieben Tage die Woche öffnen. Mit den Kinderimpfungen geht es ab dem 20. Dezember los, wenn die erste Lieferung der passenden Spritzen kommt. Pooltests in Kindergärten lehnt Zurek ab. Wegen der unterschiedlichen Bringzeiten sei der Aufwand zu groß.

+++ LGL: Inzidenz bei Ungeimpften steigt auf 1.726,3 +++

Immer mehr Ungeimpfte in Bayern stecken sich mit Corona an. Die Inzidenz bei den Ungeimpften lag am Mittwoch bei 1.726,3, wie das Landesamt für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit (LGL) am Donnerstag mitteilte. Das ist ein Plus von gut 257 im Vergleich zur Vorwoche. Bei den Geimpften stieg die Inzidenz dagegen nur noch leicht um 3 auf 112,7.

Damit verschiebt sich die Betroffenheit weiter in Richtung Ungeimpfter. Aktuell ist die Inzidenz bei ihnen 15,4 mal so hoch wie bei Geimpften. Vor einer Woche lag der Faktor noch bei 13,4, vor zwei Wochen bei 9,8.

+++ Vorerst kein Freizeitsport-Hallenprogramm in München +++

Das Freizeitsport-Hallenprogramm der Stadt findet bis auf Weiteres nicht mehr statt. Wie die Organisatoren mitteilten, könne das Angebot "in der aktuellen Situation aus organisatorischen Gründen nicht mehr verlässlich umgesetzt werden". Wann der Freizeitsport wieder Angebote machen kann, ist unklar.

+++ Vorbereitung für Verlegung von Corona-Patienten - Zeitpunkt offen

Die Vorbereitungen für die Verlegung von Corona-Patienten aus überlasteten bayerischen Krankenhäusern laufen weiter. Nach bisherigen Angaben sollen in den kommenden Tagen voraussichtlich 50 Corona-Intensivpatienten aus dem Freistaat zur Behandlung in andere Bundesländer gebracht werden. Wann die Verlegungen beginnen sollen, war am Donnerstag weiter unklar.

Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Bayerns Krankenhäusern stieg nach Daten des bundesweiten Intensivregisters weiter auf 1.018 (Mittwoch: 1.006). Davon werden derzeit 542 invasiv beatmet.

+++ Söder ist für schnelles Ministerpräsidenten-Treffen +++

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will wegen der weiter steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz mit der Bundesregierung. "Jede Möglichkeit, die derzeitige Krisenlage zu verbessern, muss genutzt werden", sagte Söder der "Süddeutschen Zeitung". Zuvor hatte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ein rasches Treffen der Länder-Regierungschefs gefordert, am besten noch in dieser Woche. Eigentlich war der 9. Dezember für das Treffen vorgesehen.

+++ Gesundheitsminister: Planbare Operationen bundesweit verschieben +++

Angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage in weiten Teilen Deutschlands sollen planbare Operationen nach dem Willen der Gesundheitsminister vom Bund und Ländern bundesweit verschoben werden. In vielen Bundesländern ist dies schon der Fall.

Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), berichtete nach einer Schaltkonferenz am Donnerstagmorgen, darüber seien sich die Länder einig gewesen. Es brauche zudem Freihaltepauschalen für die Kliniken, wenn sie Intensivbetten und Klinikpersonal für Covid-19-Patienten frei halten. "Uns ist allen sehr klar, dass es sehr, sehr ernst ist", sagte Holetschek nach den Beratungen der Deutschen Presse-Agentur in München. Es herrsche eine große Solidarität zwischen allen Bundesländern, betonte der CSU-Politiker.

+++ EMA: Biontech-Impfstoff für Kinder freigegeben +++

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren in Europa. Das teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam mit. Es wird der erste Corona-Impfstoff, der in der EU für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen wird.

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn soll Deutschland bei der ersten Lieferung des Impfstoffs an die EU am 20. Dezember rund 2,4 Millionen Dosen bekommen. 

Bayern bereitet sich gemeinsam mit der Ärzteschaft und den Impfzentren bereits auf die Impfung von Kindern ab fünf Jahren vor. Darauf wies Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Mittwochabend in Berlin hin. Der CSU-Politiker teilte mit: "Wir sind hier in enger Absprache mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die uns dabei unterstützen werden." Er halte es "für eine positive und wichtige Entwicklung, wenn der Impfstoff künftig auch für Kinder unter zwölf Jahren eingesetzt werden könnte."

Wie die Landeshauptstadt München plant, bald Kinder gegen Corona zu impfen, können Sie hier nachlesen

+++ Inzidenz in München sinkt unter 500 +++

Die Inzidenz in München nimmt weiter ab: Am Donnerstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) für die bayerische Landeshauptstadt eine Inzidenz von 497,6. Am Mittwoch betrug sie 594,8. 

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+++ Bayerns Kliniken warnen vor schwerer Notlage zu Weihnachten +++

Bayerns Kliniken fürchten zum Jahresende eine bislang nicht dagewesene Notlage in der Versorgung. Die Verlegung von Covid-Intensivpatienten in andere Bundesländer wird nach Einschätzung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft nur kurzfristig Abhilfe schaffen können. "Alle Prognosen gehen in die Richtung, dass die Zahl der Patienten weiter steigen wird und wir in Bayern keine ausreichenden Intensivkapazitäten haben", sagte BKG-Geschäftsführer Roland Engehausen.

Derzeit ist wegen Überlastung der bayerischen Kliniken die Verlegung von etwa 50 Patienten in andere Bundesländer in Vorbereitung. Doch wird derzeit in Bayern jeden Tag eine zweistellige Zahl von zusätzlichen Intensivpatienten in den Kliniken aufgenommen, allein am Mittwoch waren es über 40. "Wir müssen in Bayern mit den Zahlen der Neuinfizierten runter", sagte Engehausen. "Sonst geraten wir zwischen Weihnachten und Neujahr in ein Drama hinein, das es so noch nicht gegeben hat."

+++ Inzidenz in Bayern leicht gesunken +++

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern ist den zweiten Tage infolge leicht zurückgegangen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche lag nach Angaben des RKI am Donnerstagmorgen bei 641,1 – am Vortag waren es 644,3 gewesen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 609,5 gelegen.

Die Hospitalisierungsinzidenz erreichte nach Auskunft des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) einen Wert von 9,5. Am Vortag betrug dieser Wert 9,6.

+++ Mehr als 100.000 Covid-Tote in Deutschland +++

Die Zahl der Corona-Toten hat eine traurige Marke überschritten: Mehr als 100.000 Menschen in Deutschland an oder mit Covid gestorben. Die meisten Corona-Toten gab es laut RKI im vergangenen Winter mit teils mehr als 1.000 pro Tag gemeldeten Fällen. Momentan sind die Sterbezahlen wesentlich niedriger, obwohl es deutlich mehr Infektionen gibt.

Am Donnerstag erreichte die Sieben-Tage-Inzidenz einen Höchststand von 419,7. 351 Menschen starben binnen 24 Stunden. Dass jetzt weniger Infizierte sterben, liegt auch daran, dass große Teile der Bevölkerung geimpft sind - insbesondere bei älteren Menschen, die anfälliger für schwere Verläufe sind.

Im Vergleich zu einigen anderen Industrienationen steht Deutschland noch vergleichsweise gut da, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervorgeht. Deutlich mehr Tote pro 100.000 Einwohner sind es in Frankreich, Spanien, Großbritannien und Italien. Fast doppelt so viele Corona-Tote pro 100.000 Einwohner wie Deutschland verzeichnen die USA, mehr als drei Mal so viele sind es in Bulgarien. 

Corona-News vom 24.11.2021

+++ Bayern bereitet sich auf Impfungen für Kinder vor +++

Bayern bereitet sich gemeinsam mit der Ärzteschaft und den Impfzentren auf die Impfung von Kindern ab fünf Jahren vor. Darauf wies Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Mittwochabend in Berlin hin. Der CSU-Politiker teilte mit: "Wir sind hier in enger Absprache mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, die uns dabei unterstützen werden." Er halte es "für eine positive und wichtige Entwicklung, wenn der Impfstoff künftig auch für Kinder unter 12 Jahren eingesetzt werden könnte."

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+++ Holetschek setzt 3G-Dokumentationspflicht im Gesundheitswesen aus +++

Arbeitgeber im Gesundheitswesen wie Kliniken, Arztpraxen, Alten- und Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen und Rettungsdienste müssen sich grundsätzlich ebenfalls an die neue bundesweite 3G-Regel halten – sie müssen dies in Bayern aber bis auf Weiteres nicht täglich dokumentieren. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erließ am Mittwoch mit sofortiger Wirkung ein Moratorium für die Berichts- und Dokumentationspflicht, wie sie im neuen Bundesinfektionsschutzgesetz eigentlich vorgeschrieben ist.

Demnach müssten die Einrichtungen laut Gesundheitsministerium umfangreiche neue Meldepflichten erfüllen und zum Beispiel alle durchgeführten Corona-Testungen und Daten zum Impfstatus täglich dokumentieren und an die zuständigen Behörden berichten. Dies beträfe nicht nur die Beschäftigten, sondern auch Patienten und Besucher.

+++ Zahl der Impfungen in Bayern schnellt in die Höhe +++

Die Zahl der Corona-Impfungen in Bayern ist in den vergangenen Wochen deutlich in die Höhe geschnellt: Allein am Dienstag wurden in ganz Bayern fast 128.000 Impfungen verabreicht, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Darunter waren am Dienstag knapp 100.000 Auffrischungsimpfungen, rund 10.500 Zweitimpfungen – aber auch gut 17.000 Erstimpfungen.

Die Mehrzahl der Impfungen wurde beispielsweise am Dienstag von niedergelassenen Ärzten verabreicht – knapp 78.000. Die anderen rund 50.000 entfielen auf Impfzentren, mobile Impfteams und Krankenhäuser.

+++ Mehrere Landkreise müssen in den Lockdown +++

In voraussichtlich sieben bayerischen Landkreisen und der Stadt Rosenheim muss an diesem Donnerstag das öffentliche Leben wegen der hohen Corona-Inzidenzzahlen weitgehend heruntergefahren werden.

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 müssen nach der neuen Vorgabe des Freistaats Gastronomie sowie Beherbergungsbetriebe, Sport- und Kulturstätten schließen. Der Handel muss die Zahl der Kunden in den Geschäften beschränken.

Nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hatten in Bayern Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Kreise Freyung-Grafenau, Rottal-Inn, Mühldorf am Inn, Berchtesgadener Land, Dingolfing-Landau und Traunstein die 1.000er Marke überschritten. Die Landkreise Ostallgäu, Deggendorf und Regen lagen mit Inzidenzen von 973 bis 993 nur noch knapp unter der Grenze. 

+++ 50 Corona-Intensivpatienten sollen verlegt werden +++

Wegen Überlastung der bayerischen Krankenhäuser werden in den nächsten Tagen voraussichtlich 50 Corona-Intensivpatienten aus Bayern in andere Bundesländer verlegt werden. Wann und wohin, ist noch unklar. "Die Planungen laufen", sagte am Mittwoch der Nürnberger Branddirektor Marc Gistrichovsky, der die Planungen im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Mechanismus koordiniert. Die "Zielgebiete" würden nach der Erfassung der geeigneten Patientinnen und Patienten ermittelt. Bayern plant demnach derzeit mit circa 50 Verlegungen.

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+++ Über 1.000 Covid-Intensivpatienten in Bayern - Höchststand +++

Die Zahl der Covid-Intensivpatienten in Bayerns Krankenhäusern ist erstmals auf über Tausend gestiegen. Am Mittwochmittag meldete das bundesweite Intensivregister 41 zusätzliche Covid-Intensivpatientinnen und -patienten, die Gesamtzahl stieg von 965 auf 1.006.

Auch die Zahl der Todesopfer steigt schnell: In den vergangenen sieben Tagen sind in Bayern nach Daten der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität 432 Corona-Patienten gestorben, und damit innerhalb einer Woche mehr als im gesamten Oktober.

Am Mittwoch waren in exakt der Hälfte der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte weniger als zehn Prozent der Intensivbetten frei, in zwanzig Kommunen gab es kein einziges freies Intensivbett. 

+++ Umfrage: Große Mehrheit befürwortet Corona-Impfpflicht+++

Eine große Mehrheit in Deutschland ist jetzt für eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 69 Prozent der Befragten für eine allgemein verpflichtende Immunisierung gegen das gefährliche Virus aus. 23 Prozent würden dies ablehnen.

Vor zwei Wochen (11. November) hatten sich in einer YouGov-Umfrage lediglich 44 Prozent der Befragten für eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. 27 Prozent lehnten dies ab. Insgesamt hat sich die Stimmung seit Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland vor knapp einem Jahr gedreht. Wenige Tage nach der ersten Impfung am 26. Dezember vergangenen Jahres waren laut einer YouGov-Umfrage noch 56 Prozent gegen eine allgemeine Impfpflicht und nur 33 Prozent dafür gewesen.

+++ Bayern bereitet Intensivpatienten-Transport in andere Bundesländer vor +++

Weil die Kliniken überlastet sind, bereitet sich Bayern auf den Transport einer größeren Zahl von Intensivpatienten in andere Bundesländer vor. Für den Freistaat sei dazu inzwischen das sogenannte Kleeblatt-Konzept zur strategischen Verlegung von Intensivpatienten innerhalb Deutschlands aktiviert. Das teilte die Deutsche interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in der Nacht zum Mittwoch mit.

In den nächsten Tagen soll eine größere Anzahl an Patienten in andere Kleeblatt-Regionen verlegt werden. Bayern ist in der Notfall-Struktur das Kleeblatt Süd. Auch die ebenfalls besonders von Corona betroffenen Länder Thüringen, Sachsen, Berlin und Brandenburg haben den Angaben nach das Konzept aktiviert, sie gehören zum Kleeblatt Ost. Aktuell gab es zuletzt im Norden und in Hessen noch freie Kapazitäten.

+++ Inzidenz in Deutschland steigt, in Bayern sinkt sie minimal +++

Die Inzidenz in Deutschland hat erstmals die 400-er Marke überschritten. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen liegt sie bei 404,5 (Vortag: 399,8) und meldet 66.884 Corona-Neuinfektionen.

In Bayern ist die Inzidenz minimal gesunken und wird mit 644,4 (Vortag: 644,9) angegeben.

Corona-News vom 23.11.2021

+++ FDP will mit Grünen und SPD über beschränkte Impfpflicht sprechen +++

ie FDP-Bundestagsfraktion  das Gespräch mit SPD und Grünen. "Die FDP-Fraktion legt dabei besonderen Wert auf eine zeitliche Begrenzung und eine Einbettung in eine breite Impfkampagne", sagte ein Sprecher nach Beratungen der Fraktion am Dienstag.

"In Abwägung des staatlichen Grundrechtseingriffs einerseits und des besonderen Schutzbedürfnisses vulnerabler Gruppen andererseits ist die FDP-Fraktion dafür, in Gespräche mit den Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen über eine einrichtungsbezogene Impfpflicht einzutreten", sagte er. Das sei das Ergebnis der fraktionsinternen Debatte, die intensiv gewesen sei. Impfpflichten seien immer "ein erheblicher Grundrechtseingriff" und "besonders begründungsbedürftig".

+++ Bayern verlängert Hilfen für Kulturschaffende und Kommunen +++

Der Freistaat legt angesichts der sich stetig verschlechternden Corona-Lage wieder finanzielle Hilfsprogramme für Kommunen und Kulturschaffende sowie Schulbusse auf. Konkret sollen 330 weitere Millionen Euro als Ausgleich für ausgefallene Gewerbesteuereinnahmen an die Städte und Gemeinden fließen, beschloss das Kabinett am Dienstag in München. Noch im Dezember sollen 200 Millionen Euro davon ausbezahlt werden. Im vergangenen Jahr flossen den Angaben der Regierung zufolge 2,4 Milliarden Euro als Ausgleich für pandemiebedingte Gewerbesteuer-Ausfälle aus Mitteln des Freistaates und des Bundes.

Für Bayerns Künstler wird ein ganzer Strauß von Hilfsprogrammen verlängert - unter anderem für Soloselbstständige. Auch das Stipendienprogramm zur Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern in der Anfangsphase ihres professionellen Schaffens werde verlängert, das Spielstätten- und Veranstalterprogramm und das Hilfsprogramm für die Laienmusik. Eine Summe nannte die Regierung jedoch zunächst nicht.

Die staatliche Förderung von Schulbus-Verstärkern, um übervolle Busse in Corona-Zeiten zu verhindern, wird bis vor den Osterferien verlängert. Die Staatsregierung werde den Verstärker-Einsatz mit 25 Millionen Euro bezuschussen. Ob zusätzliche Busse bestellt werden, entscheide die jeweilige Kommune nach der Situation vor Ort. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung nach eigenen Angaben 56 Millionen Euro für die Verstärkerbusse zur Verfügung gestellt.

+++ Söder: Habe Dynamik der vierten Welle nicht gesehen +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eingeräumt, die vierte Corona-Welle in ihrer Wucht nicht kommen gesehen zu haben. Dass es eine vierte Welle geben werde, hätten viele erkannt. "Die Dynamik und Geschwindigkeit, die haben viele nicht gesehen, ich auch nicht", sagte Söder am Dienstag in einer Regierungserklärung im Landtag.

Auch renommierte Wissenschaftler hätten eine Entwicklung, wie sie sich aktuell präsentiert, nicht vorausgesehen, sagte Söder.

Anzeige für den Anbieter Twitter über den Consent-Anbieter verweigert

+++ FDP-Fraktionschef Hagen gegen rasche Impfpflicht +++

Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Martin Hagen, hat sich gegen eine kurzfristige Einführung der Impfpflicht ausgesprochen. Im Bayerischen Rundfunk plädierte er dafür, die Debatte über die Impfpflicht "in Ruhe und fundiert" zu führen. "Es ist ein Instrument, das uns nicht in der aktuellen Lage hilft. Die Impfpflicht käme ja viel zu spät, um in der vierten Welle etwas auszurichten. Aber wir müssen die Debatte führen mit Blick auf die Zukunft", sagte Hagen der "radioWelt am Abend".

Eine Impfpflicht sei ein sehr schwerwiegender Eingriff in die individuelle Freiheit. Dies sei abzuwägen gegen die Bedürfnisse und Interessen der Gemeinschaft. "Dafür sollte man sich die notwendige Zeit nehmen", sagte Hagen. "Das Ganze muss auch rechtssicher sein." Jetzt seien Maßnahmen nötig, die unmittelbar wirken. "Das ist nicht die Impfpflicht, sondern das ist, dass wir Leute, die sich jetzt impfen und boostern lassen wollen, möglichst schnell an den Impfstoff bringen." 

+++ Heim - Handwerk kurz vor der Absage +++

Süddeutschlands größte Messe für Wohnen und Einrichten, die Heim + Handwerk, wird wohl abgesagt. "Gerade demontiere ich alles wieder, was ich in den letzten Tagen aufgebaut habe", erfuhr die AZ von einem Messebauer. "Mein Auftrag ist geplatzt, alle Messen sind bis Jahresende abgesagt." Tanja Felder, die Sprecherin der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen gibt sich auf Nachfrage der AZ bedeckt. Man werde am Mittwoch in größerer Runde beraten, wie es weitergehe. Mehr könne sie derzeit nicht sagen.

Offenbar sind die explodierenden Coronazahlen Grund für die zu erwartende Absage, die wohl auch die Food & Life, "Deutschlands größten Treffpunkt für Genießer", so die Eigenwerbung, betrifft. Die Messegesellschaft selbst ist nicht von Absagen betroffen, da im Dezember keine Eigenveranstaltungen in Riem geplant sind. Heim + Handwerk sowie Food & Life sind Gastveranstaltungen der Gesellschaft für Handwerksmessen in den Messehallen. In den nächsten Tagen wird die GHM wohl eine offizielle Stellungnahme abgeben.  

+++ Söder spricht von moralischer Impfpflicht +++

In seiner Regierungserklärung im Landtag betonte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), es gebe aus seiner Sicht noch keine gesetzliche, wohl aber eine moralische Impfpflicht. "Wir brauchen mehr Idealisten im Land statt Ich-linge", sagte Söder.

Nicht in jeder Gaststätte werde etwa - wie vorgeschrieben - nach dem Impfausweis gefragt. Es gebe Menschen, die Impfausweise oder Testergebnisse fälschten. Söder bezeichnete dies als unsolidarisch. Wer so etwas tue, zeige, dass er keine Solidarität mit anderen habe. Er kündigte massive Kontrollen und erhebliche Strafen an.

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"Wer sich nicht solidarisch verhält, muss auch damit rechnen, dass man einen Betrieb schließt", betonte der Ministerpräsident.

+++ Söder: Schulen sollen unbedingt offen bleiben +++

Bayern will nach Aussage von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Schließung von Schulen im Kampf gegen die vierte Corona-Welle weiterhin möglichst vermeiden. "Wir wollen aus anderen Pandemiewellen lernen und nicht wieder bei Kindern und Jugendlichen anfangen", sagte Söder.

Es werde viel getestet, das Tragen der Maske im Unterricht sei zentral. Trotz aller Kritik an der Maskenpflicht für Schulkinder sagte Söder: "Es war, glaube ich, eine richtige Entscheidung."

+++ Söder fürchtet Überlastung von Bayerns Gesundheitssystem +++

Bayerns Gesundheitssystem steht nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder wegen der Wucht der vierten Corona-Welle vor einem Kollaps. "Obwohl Bayern mit das beste Gesundheitssystem Deutschlands und der Welt hat, droht die komplette Überlastung", sagte der CSU-Chef am Dienstag in seiner Regierungserklärung im bayerischen Landtag in München.

Die große Zahl an Patienten, die auf den Intensivstationen versorgt werden müsse, sorge für bislang unbekannte Konkurrenzsituationen auf den Stationen. Es bestehe daher die Gefahr, dass sich die gesamte medizinische Versorgung für alle verschlechtern könne.

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+++ Kabinett beschließt 2G-Kulanzfrist für Zwölfjährige +++

Kinder in Bayern sollen künftig bis zu einem Alter von zwölf Jahren und drei Monaten automatisch zu allen Bereichen mit 2G-Beschränkung zugelassen werden. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen.

Sie dürfen nun also auch bis zu drei Monate nach ihrem zwölften Geburtstag Freizeiteinrichtungen und ähnliches besuchen, wenn sie noch nicht gegen Corona geimpft oder genesen sind.

Hintergrund des Kabinettsbeschlusses ist, dass sich Kinder unter zwölf noch nicht gegen Corona impfen lassen können, weil es für sie bis jetzt noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt. Und bis einem vollständigen Impfschutz dauert es nach dem zwölften Geburtstag mindestens einige Wochen. Nach bisheriger Rechtslage drohte den betroffenen Kindern aber direkt ab dem zwölften Geburtstag die 2G-Regel – also der Ausschluss von Freizeitaktivitäten diverser Art.

Damit korrigiert die Staatsregierung ihre bisherige Linie. Zuletzt hatte das Gesundheitsministerium noch erklärt, über Zwölfjährigen könne aktuell keine dreimonatige Karenzzeit eingeräumt werden.

+++ Kabinett beschließt verschärfte Corona-Regeln in Bayern +++

Angesichts der weiter steigenden Corona-Zahlen hat das bayerische Kabinett am Dienstag harte Gegenmaßnahmen beschlossen. Sie sollen - nach Zustimmung des Landtags am Nachmittag - in der kommenden Nacht in Kraft treten und damit ab Mittwoch gelten.

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+++ Theologe impft gegen Covid - Anklage gegen falschen Arzt +++

Ein Theologe soll sich als Arzt ausgegeben und Menschen in zwei Impfzentren in Oberbayern Corona-Impfungen verabreicht haben. Die Staatsanwaltschaft Traunstein klagte den 50-Jährigen nun unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung und Betrugs an.

Er soll im Februar und März rund 300 Impfungen selbst und mehr als 1.100 angeordnet haben. Anhaltspunkte für gesundheitliche Komplikationen bei den Geimpften gebe es bisher nicht. Es bestehe aber der Verdacht auf Körperverletzung, da er die Einwilligung der Geimpften durch Täuschung erschlichen habe.

Der Angeklagte schweigt bisher zu den Vorwürfen. Nur die Fälschung der Approbationsurkunde als Arzt habe er bei einer Sachverständigen eingeräumt.

+++ Bayerisches Kabinett beschließt Corona-Verschärfungen +++

Am heutigen Dienstag wird das bayerische Kabinett voraussichtlich die Verschärfung der Corona-Maßnahmen beschließen. Ab 9 Uhr kommt der Ministerrat in einer Präsenzsitzung zusammen. Die Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder im Landtag wird ab 14 Uhr erwartet. 

+++ USA warnen vor Reisen nach Deutschland +++

Aufgrund der steigenden Coronazahlen warnt das US-Außenministerium US-Bürger dringlich vor einer Reise nach Deutschland. Der neue Hinweis hat die höcgste Stufe 4. "Reisen Sie angesichts von Covid-19 nicht nach Deutschland", heißt es in einer Mittelung vom Montag.

+++ Corona-Inzidenz erreicht neuen Höchststand +++

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut auf einen Höchststand gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 399,8 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 386,5 gelegen, vor einer Woche bei 312,4 (Vormonat: 100,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45.326 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 32.048 Ansteckungen gewesen.

In Bayern liegt die Inzidenz bei 644,9


Corona-News vom 22.11.2021

+++ Triage-Teams für Kliniken in Neu-Ulm +++

Die Kliniken im Landkreis Neu-Ulm bereiten sich mit der Gründung eines Triage-Teams auf die Überlastung der Intensivstationen vor. Dies geht aus einem Schreiben an Mediziner hervor, das unter anderem Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) unterzeichnet hat. Die Kreisbehörde bestätigte am Montag, dass es solch einen Brief gebe, in dem es allerdings hauptsächlich um das derzeitige Impfangebot gehe.

Für die Zusammenstellung des Triage-Teams seien die Krankenhäuser selbst zuständig, sagte eine Landkreis-Sprecherin. Im Landkreis Neu-Ulm betrifft es die Kreisspitalstiftung Weißenhorn, die an insgesamt drei Orten die Kliniken des Landkreises betreibt. Eine Sprecherin der Stiftung erklärte, dass zunächst die Pandemie-Beauftragten klären sollten, wie weiter vorgegangen werden soll. Die Maßnahmen seien bisher "rein präventiv", konkrete Schritte zur sogenannten Triage noch nicht geplant. Es sei Klinikalltag, dass Ärzte entscheiden, wie Patienten behandelt werden, sagte sie.

+++ Verschärfte Regeln länger als bis zum 15. Dezember? +++

Wegen der Wucht der vierten Corona-Welle rechnet CSU-Chef Markus Söder noch vor dem Ende der geltenden Übergangsfrist mit Nachbesserungen am neuen, von den Ampel-Parteien vorgelegten Infektionsschutzgesetz. Die Länder haben nach dem von SPD, Grünen und FDP vorgelegten Gesetz zwar weiter die Möglichkeit, bestimmte Maßnahmen wie Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und Verbote von Veranstaltungen in Freizeit, Kultur und Sport zu verhängen oder aufrechtzuerhalten.

Dagegen gehören Reiseverbote, Ausgangsbeschränkungen, Schul- und Geschäftsschließungen nicht mehr zu den erlaubten Werkzeugen der Pandemiebekämpfung. Allerdings gibt es bis zum 15. Dezember eine Übergangsfrist: Falls Länder noch nach der bisherigen Rechtslage tiefergreifendere Maßnahmen anordnen, können diese bis maximal Mitte Dezember weiter gelten.

Söder betonte, in Bayern werde am Dienstag zunächst das Kabinett und dann der Landtag die bereits am Freitag von der Koalition verabredeten Verschärfungen beraten und beschließen. Er hoffe sehr, dass die Maßnahmen bis zum 15. Dezember Wirkung zeigten, aber voraussagen könne dies leider niemand. Sollte es rechtlich möglich sein, werde Bayern dann bei Bedarf die Maßnahmen verlängern. Weitere Verschärfungen seien für ihn kein Thema, sagte Söder.

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+++ Söder rüffelt Spahn: "Desaströse Kommunikation" +++

CSU-Chef Markus Söder (CSU) hat dem geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der Frage der Impfstoff-Bereithaltung eine "desaströse Kommunikation" vorgeworfen. "Was ich schade finde und sehr unglücklich, ist die Kommunikation des Bundesgesundheitsministers", sagte Söder am Montag nach einer Sitzung des CSU-Vorstands in München.

Es sei gut und wichtig, Impfstoff auch an andere Teile der Welt zu geben. Jedoch sei es in der gegenwärtigen Situation in Deutschland auch sinnvoll, Impfstoff im Inland bereitzuhalten. Söder machte deutlich, dass er den Impfstoff von Moderna für gleich gut mit dem von Biontech/Pfizer halte. Jedoch sei die Wahl des Wortes "Rationalisierung" im Zusammenhang mit Impfstoff nicht zielführend gewesen, wenn es um die Schaffung von Sicherheit unter den Bürgern gehe.

Auch der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Alexander Dobrindt, hatte Spahn zuvor kritisiert. "Die äußerst unglückliche Formulierung führt zu unnötiger Verunsicherung in der Bevölkerung."

Münchens OB Dieter Reiter (SPD) kritisierte Spahn ebenfalls für dessen Impfstoff-Aussagen: "So kann man nicht kommunizieren, das ist einfach sowas von daneben. Ich habe mich so geärgert, das ist unglaublich!", sagte Reiter im BR-"Sonntags-Stammtisch".

+++ Söder: CSU mit großer Mehrheit für allgemeine Impfpflicht +++

Die CSU-Spitze steht nach Worten von Parteichef Markus Söder klar hinter der Forderung nach einer allgemeinen Impfpflicht gegen Corona. Es habe dafür große Zustimmung geben, sagte Söder am Montag nach einer Videoschalte des CSU-Vorstands in München. Es habe niemanden gegeben, der eine Impfpflicht abgelehnt hätte.

Auf Dauer werde nur eine allgemeine Impfpflicht helfen, sagte Söder. Und auf Dauer sei auch dies der Weg, um gesellschaftlichen Frieden zu schaffen. Eine partielle Impfpflicht schaffe Ungerechtigkeit. "Ich glaube, wir sollten jetzt die Debatte führen", verlangte Söder. Die Impfpflicht müsse dann rechtzeitig vor der nächsten Welle kommen.

+++ Bayerische Wirtschaft für allgemeine Impfpflicht +++

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) plädiert für eine allgemeine Impfpflicht. Angesichts des "dramatischen Infektionsgeschehens in weiten Teilen Bayerns" und der sich immer weiter verschärfenden Lage in den Krankenhäusern führe "an einer allgemeinen Impfpflicht kein Weg vorbei", sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Montag. Sie müssen so schnell wie möglich und noch im laufenden Jahr umgesetzt werden.

"Es geht jetzt darum, den Gesundheitsschutz der Bevölkerung insgesamt in den Vordergrund zu stellen. Mit Überzeugungsarbeit sind wir nicht weit genug gekommen", sagte Brossardt. Die Pflicht sei inzwischen leider notwendig, da die Impfquote in Deutschland und speziell in Bayern zu niedrig sei. Die Menschen, die sich nicht impfen ließen, brächten sich und andere in Gefahr, das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Zudem sei ohne Impfen auch die wirtschaftliche Entwicklung gefährdet.

+++ Gesundheitsminister Holetschek für allgemeine Impfpflicht +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) kann sich angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen eine allgemeine Impfpflicht vorstellen. "Ich war immer eigentlich ein Gegner einer Impfpflicht", sagte er am Montagmorgen dem Deutschlandfunk. "Ich glaube aber inzwischen, (...), dass wir relativ schnell über dieses Thema sprechen müssen."

Eine Impfpflicht werde nicht heute und morgen helfen, aber sie sei der Weg aus der Pandemie. "Ich persönlich bin inzwischen als Ultima Ratio tatsächlich für diese allgemeine Impfpflicht." Darüber müsse relativ schnell in Berlin gesprochen werden - es brauche eine bundeseinheitliche Lösung.

+++ Corona-Hotspots: Bayern will die vierte Welle brechen +++

Bayern droht ein harter Corona-Winter. Mit strengen Regeln will die Politik die vierte Welle brechen und die Lage in den Griff bekommen. Der Freistaat steht vor einer entscheidenden Woche. Am Dienstag will das Kabinett die angekündigten neuen Gegenmaßnahmen beschließen, direkt danach geht es in den Landtag. Welche Regeln ab Mittwoch gelten sollen, lesen Sie hier.

+++ Acht bayerische Landkreise über Inzidenz von 1.000 +++

Die Infiziertenzahl steigt und steigt. Am Sonntag hatte das Robert Koch-Institut (RKI) für den Freistaat eine Sieben-Tage-Inzidenz von 639,4 gemeldet. Spitzenreiter - auch deutschlandweit - war der niederbayerische Landkreis Freyung-Grafenau. Hier hatten sich binnen einer Woche 1.651,5 Menschen pro 100.000 Einwohner infiziert.

Acht Landkreise im Freistaat befinden sich laut Angaben des RKI über der 1.000er-Marke (Stand: 22. November, 3.12 Uhr) - allesamt in Nieder- und Oberbayern: Neben Freyung-Grafenau waren das Rottal-Inn, Passau, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf am Inn, Landshut, Deggendorf sowie Dingolfing-Landau.


Corona-News vom 21.11.2021

+++ SPD Oberbayern und Freie Wähler für Impfpflicht +++

Angesichts der rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen fordern mehrere Parteien nun eine Einführung der allgemeinen Impfpflicht in Bayern. 

"Wir können diesen Teufelskreis der Pandemie nur mit einer hohen Impfquote durchbrechen", sagte der Bezirksvorsitzende der SPD Oberbayern Florian Ritter am Sonntag in München.  Leider würden zu wenig Menschen das Impfangebot wahrnehmen - und "wir können nicht einfach nur warten, bis auch die Letzten sich irgendwann überzeugen lassen", so Ritter weiter.

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Ins selbe Horn stieß der Fraktionschef der Freien Wähler im Bayerischen Landtag Florian Streibl. Er fordert eine breite Debatte über eine allgemeine Impflicht. Sich impfen zu lassen sei der beste Weg, um Krankenhäuser, Ärzte, Pfleger und immungeschwächte Menschen zu entlasten. "Doch reichen Appelle in Deutschland offenbar nicht, um eine ausreichend hohe Impfquote zu erzielen und das Coronavirus so endgültig in die Knie zu zwingen."

 Auch wenn es eine verfassungsrechtliche Gratwanderung sei, so spreche vieles für die allgemeine Impflicht, "wenn wir nicht jeden Herbst aufs Neue ein Ansteigen der Inzidenzen und folgend die Überlastung unseres Gesundheitswesens - allein durch eine einzige Krankheit - riskieren wollen", sagte Streibl am Sonntag.

+++ Biontech-Gründer rechnet mit jährlichen Auffrischungsimpfungen +++

Im Interview mit der "Bild am Sonntag" sprach sich Biontech-Gründer Ugur Sahin für Auffrischungsimpfungen aus. Studien bewiesen, dass dadurch nicht nur der komplette Schutz wiederhergestellt werden, sondern die Immunantwort danach noch höher sein könne, so Sahin: "Bei Erwachsenen tritt eine Covid-19-Erkrankung zwanzig Mal seltener auf. Es finden fast keine Impfdurchbrüche mehr statt, der Schutz vor schwerer Erkrankung wird auf über 97 Prozent angehoben. Ein Booster schützt zum einen den Geimpften sehr gut vor Erkrankung, er hilft aber auch, weitere Ansteckungsketten zu unterbrechen und verringert die Wahrscheinlichkeit für neue problematische Virusvarianten."

Weiter sagte er:  "Wichtig ist die Tatsache, dass die dritte Impfung den Schutz wieder anhebt. Entsprechend erwarten wir, dass er länger anhält als der Schutz nach der Doppelimpfung und nachfolgende Auffrischimpfungen vielleicht nur jedes Jahr – ähnlich wie bei Influenza – gebraucht werden."

+++ Gesundheitsministerium sieht im Süden Bayerns "ausgeprägte Impfskepsis" +++

Das bayerische Gesundheitsministerium sieht im Süden des Freistaats eine grundsätzlich größere Skepsis gegenüber jeglichen Impfungen als in anderen Regionen. "Das zeigen bereits bisherige Erfahrungen wie beispielsweise bei der Schutzimpfung gegen Masern", sagte eine Ministeriumssprecherin in München. Es liege "die Vermutung nahe", dass diese grundsätzliche Skepsis auch zur Ablehnung von Corona-Schutzimpfungen am Alpenrand beitrage.

Die Impfskeptiker seien dabei "nicht selten gut situiert, gut gebildet und offen gegenüber alternativmedizinischen Behandlungsmethoden", sagte die Ministeriumssprecherin. "Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass gut gebildete Personen überwiegend impfskeptisch eingestellt sind." Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, es gebe bei den Impfquoten auch innerhalb Bayerns ein "Nord-Süd-Gefälle".


Corona-News vom 20.11.2021

+++ RKI-Chef Wieler: Auch fünfte Corona-Welle bei zu wenig Impfungen möglich +++

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, warnt in der Corona-Krise vor der nächsten Welle, falls Gegenmaßnahmen nicht schneller umgesetzt werden. "Wenn das Verringern der Kontakte und das Impfen nicht intensiv gelingt, werden wir nach den jetzigen Modellierungen auch noch eine fünfte Welle bekommen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreichte am Samstag erneut einen Höchststand. Mit harten Gegenmaßnahmen wie in Sachsen oder Bayern ist nach Ansicht des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach lokal auch anderen Bundesländern zu rechnen.

"Der weitere Verlauf des Winters hängt stark davon ab, was jetzt geschieht", sagte Wieler. "Es muss jetzt rasch dafür gesorgt werden, dass flächendeckend in Deutschland die Kontakte der Menschen eingeschränkt werden." Impfen und 2G reichen seiner Ansicht nach nicht mehr aus. Wieler fordert schon seit Tagen, dass große Feiern, Großveranstaltungen und große Menschenansammlungen in Innenräumen vermieden werden sollten.

"In den Bundesländern, in denen die Zahlen jetzt noch niedrig sind, haben wir mit Kontaktbeschränkungen die Chance, die Zahlen auch niedrig zu halten. Dort, wo die Zahlen hoch sind, ist es eigentlich sehr spät, wenn nicht zu spät", sagte der RKI-Präsident.

+++ Auffrischungsimpfungen: Tempo steigt +++

In dieser Woche sind bisher 1,7 Millionen Bürger "geboostert" worden. Das teilte der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn am Samstag via Twitter mit. Bislang erhielten insgesamt 5,6 Millionen Menschen die Auffrischung. Angesichts rasant steigender Infektionszahlen will man bis zum Jahresende 20 bis 25 Millionen Auffrischungsimpfungen verabreichen.

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56,5 Millionen Menschen und damit 67,9 Prozent der Gesamtbevölkerung sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 58,6 Millionen Menschen wurden mindestens einmal geimpft. Das entspricht einer Quote von 70,4 Prozent.

Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz rief zu einem "Ruck" für Booster-Impfungen auf. Millionen Bürgerinnen und Bürger müssten davon überzeugt werden, sich die Auffrischungsimpfung geben zu lassen, sagte er bei einem Landesparteitag im brandenburgischen Schönefeld.

Spahn verteidigt Biontech-Begrenzung +++

Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die viel kritisierte Begrenzung von Bestellmengen beim Corona-Impfstoff von Biontech verteidigt. "Ich weiß, dass diese kurzfristige Umstellung für viele engagierte Helferinnen und Helfer vor Ort in den Arztpraxen und Impfzentren viel zusätzlichen Stress bedeutet. Und das bedauere ich ausdrücklich", sagte Spahn der Deutschen Presse-Agentur.

Die Nachfrage nach Biontech sei in den letzten zwei Wochen so stark gestiegen, dass sich das Lager sehr schnell leere. Allein in der neuen Woche würden fast sechs Millionen Dosen an die impfenden Stellen geliefert. Das sei mehr, als es bisher überhaupt an Booster-Impfungen in Deutschland gegeben habe. Mit Biontech und Moderna gebe es zwei exzellente und hoch wirksame Impfstoffe. Von beiden gebe es genug, um bis Jahresende 50 Millionen Menschen zu impfen, sagte Spahn.

+++ Bayerns Kassenärzte: Massive Kritik an Biontech-Rationierung +++

Die Kassenärzte in Bayern wollen die geplante Mengenbegrenzung bei der Bestellung des Biontech-Impfstoffs durch Praxen nicht hinnehmen. Bei den Haus- und Fachärzten werde damit ein heilloses Durcheinander erzeugt, kritisierte die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) am Samstag in München. Der Verband forderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer Resolution auf, die künstliche Verknappung der Impfdosen von Biontech/Pfizer umgehend rückgängig zu machen. Andernfalls gefährde er den notwendigen Fortschritt der Impfkampagne massiv.

Die Mediziner begründen ihre Kritik mit dem Vertrauen der meisten Patienten in das Vakzin von Biontech. Mehr als 85 Prozent aller Impfungen in bayerischen Praxen seien bislang damit durchgeführt worden. Der Moderna-Impfstoff spiele mit einem Anteil von 0,2 Prozent bislang eine untergeordnete Rolle. "Der Erklärungsbedarf in den Praxen bei einer Umstellung des Impfstoffs wäre gewaltig und bei der sowieso bereits enormen Arbeitsbelastung für die Ärztinnen und Ärzte sowie die Praxisteams in keiner Form zu leisten", heißt es in der Erklärung.

+++ RKI-Chef: Auch fünfte Welle bei zu wenig Impfungen möglich +++

Nach der zweiten Corona-Welle im vergangenen Herbst und Winter folgte recht kurz darauf eine dritte im Frühjahr. Auch nach Nummer vier muss nicht Schluss sein, warnt der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI). Bei unzureichender Impfquote könnte die wellenartige Corona-Ausbreitung laut dem RKI-Präsidenten nach der vierten Welle weitergehen.

"Wenn das Verringern der Kontakte und das Impfen nicht intensiv gelingt, werden wir nach den jetzigen Modellierungen auch noch eine fünfte Welle bekommen", sagte Lothar Wieler der Deutschen Presse-Agentur. Es sei bitter, dass sich bisher nicht mehr Menschen für diesen eigentlich leichten Schritt entschieden hätten. "Der weitere Verlauf des Winters hängt stark davon ab, was jetzt geschieht", sagte Wieler.

+++ Corona-Regeln belasten Zwölfjährige besonders +++

Die Initiative Familien in Bayern sieht zwölfjährige Kinder durch die neuen Corona-Regelungen für Ungeimpfte in Bayern besonders stark belastet. "Fortwährend wird bewusst ignoriert, dass Elfjährige irgendwann zwölf werden und nicht über Nacht komplett geimpft sein können", kritisierte der Verband am Samstag. "Es zeichnet sich ab, dass der Kinderimpfstoff erst kurz vor Weihnachten verfügbar ist, so dass alle Geburtstagskinder mindestens bis Januar keine Teilhabe haben und ihre Freunde nicht treffen können."

Kinder und Jugendliche müssten unter Geltung der 3G-Regel dauerhaft und uneingeschränkt Zugang zu allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens haben, forderte die Initiative. Sabine Kohwagner vom Vorstand der Initiative nannte es richtig und wichtig, dass die Schulen auch bei sehr hohen Inzidenzen offen gehalten würden. "Dass allerdings entgegen der klaren Empfehlung der Stiko und entgegen dem Rat vieler Kinder- und Jugendärzte ungeimpfte Kinder und Jugendliche in einen sozialen Lockdown geschickt werden, zeigt wieder eines ganz deutlich: Der Weg bis zu einer echten Priorität für Kinder und Jugendliche ist in Bayern noch lang, sehr lang."

+++ Wegen Corona: Zweiter Intensivtransporthubschrauber in Nürnberg +++

Der Freistaat Bayern stockt wegen der Corona-Pandemie die Luftrettung für Intensivpatienten auf. Am Flughafen Nürnberg sei dafür seit Samstag befristet ein zweiter Intensivtransporthubschrauber stationiert, der auch bundesweit eingesetzt werden könne, teilte die DRF Luftrettung am Samstag mit. Von 8.00 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang soll die Maschine vom Typ H145 demnach schwerpunktmäßig für Intensivpatienten zur Verfügung stehen, um das öffentlich-rechtliche Versorgungssystem zu entlasten.

Der andere Intensivtransporthubschrauber in Nürnberg steht rund um die Uhr bereit. Weitere dieser Maschinen betreibt die DRF in Regensburg und München. Hinzu kommen Rettungshubschrauber in Weiden und Nürnberg. Auch der Automobilclub ADAC unterhält Hubschrauber an mehreren Standorten.

+++ Riesige Warteschlange Impfwilliger vor Rathaus in Holzkirchen +++

Um 9 Uhr am Samstagmorgen sollte in Holzkirchen eine Impfkampagne starten. Schon kurz nach 8 Uhr hatte sich am Rathaus eine etwa 500  Meter lange Warteschlange mit mehreren hundert Personen gebildet, die sich, teils mit Campinghocker ausgerüstet, eingereiht hatten. Ähnliche Situationen dürften sich auch in anderen bayerischen Gemeinden abzeichnen. Die heutige Impfkampagne in Holzkirchen ist vorerst bis 13 Uhr geplant.

Nach AZ-Informationen wurden bis 13 Uhr mehr als 500 Personen geimpft, darunter auch Erstimpfungen. Der verantwortliche Arzt vor Ort erklärte der AZ, dass ausreichend Impfstoffe von Biontech und Moderna vorrätig seien, und dass die heutige Impfkampagne in Holzkirchen erst dann beendet wird, wenn auch der letzte Impfwillige in der Warteschlange seine Impfung erhalten hat.

+++ Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern klettert auf 635,6 +++

Das Coronavirus hat Bayern weiter fest im Griff. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg weiter und lag nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) am Samstag (Stand: 3.12 Uhr) auf 635,6. Am Vortag waren es noch 625,3. Einige Bayerische Landkreise lagen demnach unter den Gebieten mit den bundesweit meisten Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Den höchsten Wert im Freistaat meldete das RKI am Samstagmorgen für den Landkreis Freyung-Grafenau (1564,7), der danach auch bundesweit an der Spitze lag. Sehr hohe Werte gab es auch in den Landkreisen Rottal-Inn (1474,5), Passau (1155,8) und Mühldorf am Inn (1140,9).

+++ Bayreuther CSU kritisiert Absage von Weihnachtsmärkten +++

Für die Absage von Weihnachtsmärkten in ganz Bayern wird Ministerpräsident Markus Söder (CSU) aus seinen eigenen Reihen kritisiert. Der Vorsitzende der Bayreuther CSU-Fraktion, Stefan Specht, sprach von einem falschen Signal. Es sei verständlich, dass weltbekannte, große Christkindlesmärkte der Großstädte aufgrund hoher Besucherzahlen abgesagt werden müssten. Für kleinere Städte hätte man sich aber dezentrale Entscheidungen auf kommunaler Ebene gewünscht. Die Stadt Bayreuth habe und hätte alles getan, um den Christkindlesmarkt unter strengen Hygienemaßnahmen dauerhaft zu ermöglichen, heißt es in der Mitteilung der CSU Bayreuth-Mitte vom Samstag.

+++ Holetschek protestiert gegen Biontech-Begrenzung +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) protestiert gegen eine vom Bundesgesundheitsministerium angekündigte Begrenzung der Biontech-Auslieferungen. Das sei inakzeptabel, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in München. Holetschek, der auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz der Länder ist, will dies nun auf die Tagesordnung der für Montag geplanten Beratungen setzen. "Das muss besprochen und gelöst werden."

Das Bundesgesundheitsministerium hatte in einem Schreiben an die Länder betont, dass bis Jahresende genug Impfstoff auch für Auffrischungsimpfungen zur Verfügung stehe. Neben dem Präparat von Biontech/Pfizer solle dafür aber vermehrt das von Moderna eingesetzt werden. Andernfalls drohten eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 zu verfallen, was aber vermieden werden müsse.

+++ 32.000 Förderanträge für Luftfilter in Klassenzimmern +++

Für gut 32.000 Luftfilter in Klassenzimmern an bayerischen Schulen sind laut Kultusministerium bislang Förderanträge eingegangen. Damit wäre knapp die Hälfte der 75.000 Klassenzimmer im Freistaat ausgestattet. Allerdings: Einen Überblick über die Zahl der tatsächlich vorhandenen Luftfilter in Schulen hat das Ministerium einem Sprecher zufolge nicht. Etliche Klassenräume seien bereits vor der Corona-Pandemie mit Belüftungsanlagen ausgestattet gewesen. Zudem könnten Schulen Geräte anschaffen, ohne die Förderung zu beantragen oder den Förderantrag nachreichen.


Corona-News vom 19.11. 2021

+++ Über 100.000 Tests der Stadt verunreinigt +++

Wie die "tz" berichtet, sind 120.000 Corona-Tests für die Mitarbeiter der Stadt München mit Bakterien verunreinigt und somit unbrauchbar. Demnach benutzte die Stadt unter anderem den Test DeepBlue des Herstellers Medical, in dessen Tests verschiedene Bakterien nachgewiesen wurden, unter anderem die Darmbakterien e.coli.  Anhaltspunkte für falsche Testergebnisse gebe es aber nicht.

+++ Sachsen schränkt weite Teile des öffentlichen Lebens ein +++

Sachsen will angesichts rasant steigender Corona-Zahlen weite Teile des öffentlichen Lebens einschränken. Das teilte die Landesregierung am Freitagabend mit. Außer Bibliotheken müssen Kultur- und Freizeiteinrichtungen schließen. Bars, Clubs und Diskotheken bleiben zu. Weihnachtsmärkte wird es nicht geben.

+++ München Klinik am Limit +++

"Bei uns kämpfen 40- bis 50-jährige Covid-Patienten zehn Wochen und mehr an der Lungenmaschine um ihr Leben", sagt der Chefarzt auf der Covid-Station im städtischen Klinikum Neuperlach, Thomas Felbinger. Die München Klinik sei am Limit, mit Stand Freitag wurden an den vier Standorten 107 Covid-Patienten behandelt.

Die Kapazitäten für neue Patienten sind knapp und schwinden. Die städtischen Kliniken drängen deshalb nun darauf, dass auch private Kliniken in München in die Versorgung von Patienten mit Covid-19 einsteigen.

Zwei Drittel der Kliniken in München nähmen an dieser Versorgung gar nicht teil, schreibt die München Klinik in einer Mitteilung. Währenddessen müssen die großen Häuser alle anderen Operationen verschieben und dürfen bestimmte Patienten gar nicht mehr aufnehmen. So hat es die Regierung von Oberbayern verfügt (AZ berichtete).

In Neuperlach sind derzeit zum Beispiel zwei Operationssäale komplett geschlossen, weil die Pflegekräfte, die dort normalerweise arbeiten, auf den Covid-Stationen unterstützen müssen.  

+++ Tollwood-Absage: "Es tut uns im Herzen weh" +++

Am Freitag hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mitgeteilt, dass sämtliche Weihnachts- und Christkindlmärkte im Freistaat abgesagt werden. Ab 24. November gelten die verschärften Corona-Regeln.

An ebenjenem Mittwoch hätte eigentlich auch das Winter-Tollwood auf der Theresienwiese stattfinden sollen, doch auch das muss nun abgesagt werden. "Es tut uns im Herzen weh, Ihnen diese Entscheidung - ein weiteres Mal - mitteilen zu müssen", heißt es auf der Tollwood-Homepage zur Absage.

"Heute ist ein bitterer Tag", wird Festivalleiterin Rita Rottenwallner in einer Mitteilung zitiert. "Voller Hoffnung haben wir im Spätsommer die Planungen begonnen, sehr gute Hygienekonzepte erstellt und alles getan, um unserem Publikum optimale Sicherheit zu bieten. Schließlich haben wir bei noch positiven Rahmenbedingungen den Aufbau gestartet, der inzwischen so gut wie beendet ist."

Nun müsse man die Hoffnungen einmal mehr begraben. Gleichzeitig betont Rottenwallner aber auch, dass einschneidende Maßnahmen aufgrund der dramatischen Corona-Lage nötig waren. "Das Wohl und die Gesundheit der Menschen gehen vor."

+++ Holetschek verteidigt verschärfte Corona-Maßnahmen +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die neuen Corona-Regeln in Bayern verteidigt und zu Vorsicht, Solidarität und Impfbereitschaft gemahnt. "Wenn das so weiterläuft, dann ist unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps, definitiv", sagte er am Freitag. Die beschlossenen Maßnahmen seien konsequent und richtig.

"Wer nicht glaubt, dass die Situation ernst ist, dramatisch und besorgniserregend, der muss nur mit Pflegekräften und Ärzten sprechen", sagte er. "Die Menschen kämpfen auf den Intensivstationen um das Leben anderer." 896 Intensivbetten seien bereits am Freitag mit Covid-19-Patienten belegt gewesen, "eine gewaltige Zahl". Dass Operationen verschoben werden müssten, nannte er einen Zustand, der eigentlich unglaublich sei. Und Neuinfektionen von heute kämen erst in zwei Wochen in den Krankenhäusern an.

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Wenn er von Partys mit 1.000 Leuten lese - wie es sie im Rottal gegeben habe - "dann ist das für mich schon ein Akt vorsätzlicher Körperverletzung." Während Menschen für andere kämpften, intubiert würden, sich von Angehörigen verabschiedeten oder um ihr Leben kämpften, gingen andere feiern.

+++ Söder ist für allgemeine Impfpflicht +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder plädiert für eine allgemeine Impfpflicht. "Ich glaube, dass wir am Ende um eine allgemeine Impfpflicht nicht herumkommen werden", sagte der CSU-Chef am Freitag in München: "Sonst wir das eine Endlosschleife mit diesem Mist-Corona."

Die Corona-Regeln in Bayern sollen am kommenden Dienstag massiv verschärft werden, um die aktuelle Corona-Welle zu brechen. Aber "das ist keine langfristige Lösung", sagte Söder und äußerte Zweifel, ob eine partielle Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen wirklich ausreiche und "die einzige Lösung sein kann für nächstes Jahr".

+++ Alle Impfzentren in Bayern werden komplett hochgefahren +++

Die Staatsregierung will alle Impfzentren in Bayern mit einer Anweisung komplett hochfahren lassen. Dass ein Impfzentrum nur zwei Tage in der Woche geöffnet sei, werde es dann nicht mehr geben, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag in München. An alle Hausärzte ergehe der Appell, so viel wie möglich zu impfen. Er hoffe auch, dass der Bund eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen einführe, sagte Söder. Wenn der Bund das nicht tun würde, müssten die Länder überlegen, was sie tun.

+++ Söder: Drastische Einschränkungen in Corona-Hotspots +++

In bayerischen Corona-Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1.000 soll das öffentliche Leben in weiten Bereichen heruntergefahren werden: Dort müssen etwa die Gastronomie, Sport- und Kulturstätten schließen, Veranstaltungen werden untersagt. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag nach Beratungen der CSU-Freie-Wähler-Koalition in München an. Schulen und Kitas sollen aber auch dort weiter offen bleiben.

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+++ Clubs, Diskotheken und Bars müssen schließen +++

Clubs, Diskotheken, Bars und Schankwirtschaften müssen für die nächsten drei Wochen schließen. Auch sämtliche Weihnachtsmärkte sind davon betroffen. Das teilte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag mit. Für die Gastronomie gilt allgemein eine Sperrstunde ab 22 Uhr.

+++ Veranstaltungen in Bayern nur noch mit 25 Prozent Zuschauern +++

Kultur- und Sportveranstaltungen in Bayern dürfen nur noch in deutlich kleinerem Rahmen stattfinden: mit einer Auslastung von maximal 25 Prozent an Zuschauern. Zudem gilt dort die 2G+-Regel – Zugang also auch für Geimpfte und Genesene nur noch mit Test. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag an.

+++ Bayern führt Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte ein +++

Angesichts der dramatischen Corona-Lage führt Bayern Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte ein: Es dürfen sich nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag nach Beratungen der CSU-Freie-Wähler-Koalition in München an. Kinder unter zwölf Jahren werden dabei ebenso wie vollständig Geimpfte oder Genesene nicht mitgerechnet.

+++ Lockdown für alle in Österreich +++

In Österreich gilt ab Montag ein maximal 20-tägiger Lockdown für alle. Also auch für Geimpfte und Genesene. Das Land hat eine Inzidenz von nahezu 1.000. Bundeskanzler Schallenberg kündigte zudem an, dass ab dem 1. Februar 2022 eine allgemeine Impfpflicht gelten wird.

+++ Inzidenz in Bayern bei 625,3 +++

Die Corona-Lage in Bayern spitzt sich immer weiter zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag auf 625,3. Damit hatte der Freistaat in einer RKI-Auflistung am Freitagmorgen zwar deutschlandweit die höchste Zahl von Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Allerdings fehlten nach RKI-Angaben noch die Zahlen aus Sachsen, das bislang am stärksten betroffene Bundesland. Damit könnte sich die Rangfolge noch ändern. Die bayernweit höchste Inzidenz hat weiter der Landkreis Rottal-Inn mit 1.423,6.

+++ Handelsverband Bayern: 2G-Regel wäre "tödlich" +++

Der bayerische Einzelhandel hofft auf ein Rekordgeschäft zu Weihnachten, fürchtet aber schärfere Corona-Beschränkungen. Sollte das Geschäft normal laufen, erwartet der Handelsverband Bayern Umsätze von 14,2 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft, wie er am Donnerstag mitteilte. Das wäre ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings warnte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Puff vor starken Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie: Eine 2G-Regelung, bei der nur Geimpfte und Genesene in die Geschäfte könnten, wäre "tödlich".

Auch ohne weitere Einschränkungen geht der erhoffte Anstieg allerdings auf das Konto des Onlinehandels, bei dem der Verband ein Plus von 17 Prozent auf mindestens 2,3 Milliarden Euro erwartet. Schon vergangenes Jahr hatte der Einkauf per Mausklick um ein Viertel zugelegt.

+++ Holetschek schließt Lockdown-Maßnahmen in Bayern nicht aus +++

"Ich will im Moment überhaupt nichts ausschließen in der Frage, wie wir jetzt Maßnahmen diskutieren. Wir haben einen Handlungsbedarf", sagte er dem Bayerischen Rundfunk am Freitag. "Ich glaube, dass ein Lockdown auch für Geimpfte rechtlich von der Durchsetzbarkeit nicht möglich ist", sagte er zwar. Es müssten jetzt entschlossen und geschlossen die Neuinfektionen gebrochen werden, damit die Krankenhäuser in zwei Wochen nicht noch mehr zu leisten hätten als jetzt schon.

Angesichts der explodierenden Neuinfektionszahlen will die schwarz-orange Koalition in Bayern an diesem Freitag eine deutliche Verschärfung der Corona-Regeln auf den Weg bringen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bereits am Donnerstagabend drastische Einschnitte insbesondere für Ungeimpfte im Freistaat angekündigt - es werde einen "De-facto-Lockdown für Ungeimpfte" geben. Dabei nannte er insbesondere das Instrument von Kontaktbeschränkungen.

Zudem gehe es um Kontaktobergrenzen in bestimmten Bereichen "und auch Absagen". Konkreter wollte er vor Beratungen mit dem Koalitionspartner, den Freien Wählern, nicht werden.

+++ Dehoga prüft Klage gegen 2G+-Regel +++

Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern zieht eine Klage gegen die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der vierten Corona-Welle in Betracht. "Flächendeckendes 2G+ im Gastgewerbe ist nicht verhältnismäßig und bedeutet auch durch die fehlenden Testkapazitäten einen De-facto-Lockdown für viele Betriebe", sagte Landesgeschäftsführer Thomas Geppert am Freitag in München. "Wir behalten uns vor, dies auch gerichtlich auf Verhältnismäßigkeit zu prüfen."

+++ Erneut über 50.000 Neu-Infektionen +++

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 340,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 336,9 gelegen, vor einer Woche bei 263,7 (Vormonat: 75,1).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 52.970 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.48 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 48.640 Ansteckungen.


Corona- News vom 18.11.2021

+++ Söder kündigt "De-facto-Lockdown" für Ungeimpfte in Bayern an +++

Angesichts der explodierenden Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) drastische Einschnitte für Ungeimpfte im Freistaat angekündigt. Darüber solle bereits an diesem Freitag in der Koalition beraten und entschieden werden, sagte Söder am Donnerstagabend in München. "Es handelt sich natürlich um einen De-facto-Lockdown für Ungeimpfte", kündigte er an, ohne bereits Details zu nennen. Bayern werde aber alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen – sowohl nach der bisherigen als auch nach der neuen Rechtslage, also auf Basis des neuen Infektionsschutzgesetzes.

Lockdown-Maßnahmen auch für Geimpfte – die nach der alten Rechtslage noch für eine gewisse Übergangszeit möglich wären – hält Söder nach eigenen Worten allerdings für rechtlich schwierig. "Eine komplette Einschränkung beispielsweise für Geimpfte wäre unter den gegenwärtigen Umständen kaum vorstellbar und verfassungsgemäß."

+++ RKI rät auch Geimpften vor nötigen Besuch bei Älteren zum Test +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) ruft geimpfte wie ungeimpfte Menschen dazu auf, alle nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren. Insbesondere vor nötigen Treffen mit besonders von Corona gefährdeten Menschen rät das RKI unabhängig vom Impfstatus zum Test. Das geht aus dem Wochenbericht des Instituts vom Donnerstag hervor.

Zudem rät es "dringend dazu, größere Veranstaltungen und enge Kontaktsituationen wie zum Beispiel Tanzveranstaltungen und Clubs abzusagen beziehungsweise zu meiden". 

+++ Wegen Corona: Länderchefs prüfen 2G-Regel auch für Fußballprofis +++

Die Länderchefs prüfen, ob ungeimpften Fußballprofis wie Nationalspieler Joshua Kimmich bei anhaltend kritischer Corona-Lage künftig der Zugang zu Spielen untersagt werden kann. "In der Vorbesprechung der Länderchefinnen und -chefs waren wir uns sehr schnell einig, dass wenn Zuschauer im Stadion 2G beachten müssen, dass das nach unserer Auffassung auch für die Pofis gelten soll", sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Donnerstag nach den Bund-Länder-Beratungen in Berlin.

Zuvor hatte die Runde beschlossen, dass bei Sportveranstaltungen künftig nur noch geimpfte oder vom Coronavirus genesene Menschen Zugang erhalten sollen. Allerdings sei noch unklar, ob sich dieser Beschluss auch für Profisportler bei ihrer Berufsausübung durchsetzen lasse, ließ Wüst erkennen. Davon betroffen wären auch ungeimpfte Profis etwa im Handball, Basketball oder Eishockey.

+++ Handwerk begrüßt Beschlüsse gegen vierte Corona-Welle +++

Der Handwerksverband hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der vierten Corona-Welle begrüßt. Die politischen Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene hätten sich endlich auf eine länderübergreifend, an einheitlichen Schwellenwerten orientierte Pandemiebekämpfung verständigt, sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, am Donnerstagabend in Berlin. "Das war angesichts dramatisch steigender Infektions- und Hospitalisierungsraten auch höchste Zeit." Es gehe nicht nur um den Gesundheitsschutz, sondern auch um Planungssicherheit für Betriebe.

Mit Blick auf den Instrumentenkasten gegen die Pandemie nannte es der ZDH-Präsident ein gutes Ergebnis, dass überprüft werden solle, ob gegebenenfalls nachgeschärft werden müsse. Zu begrüßen sei auch die Verständigung auf einheitliche Schwellenwerte zur Anwendung der 2G- oder 2Gplus-Regeln. Positiv sei aus Sicht der Betriebe zudem, dass die finanziellen Hilfen wie insbesondere die Überbrückungshilfe III einschließlich Neustarthilfe bis 31. März 2022 verlängert werden sollen. 

+++ Bund und Länder einigen sich auf flächendeckende 2G-Regel +++

Bund und Länder haben sich bei ihren Corona-Beratungen am Donnerstag auf flächendeckende Zugangsbeschränkungen im öffentlichen Leben für nicht geimpfte Menschen geeinigt. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der abschließenden Pressekonferenz bekanntgab, sollen laut Beschlussvorlage nur noch Geimpfte oder Genesene (2G) Zutritt etwa zu Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen, Gastronomie sowie zu körpernahen Dienstleistungen und Beherbergungen haben. 

Die Maßnahmen sollen dann greifen - sofern noch nicht geschehen -, wenn die für das jeweilige Land ausgewiesene Hospitalisierungsrate den Schwellenwert 3 überschreitet. Das ist die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Der Beschluss sieht folgende Grenzwerte vor:

  • über 3 gilt in einem Bundesland flächendeckend 2G
  • über 6 gilt in einem Bundesland flächendeckend 2G+
  • über 9 sollen die Landtage weitere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen beschließen können

Wenn der Schwellenwert an fünf Tagen in Folge unterschritten wird, kann laut der Vorlage von den 2G-Regelungen wieder abgesehen werden. Die Einhaltung der Zugangsregelungen werde "konsequent und noch intensiver als bisher kontrolliert". Ausnahmen von der 2G-Regel sind für Kinder und Jugendliche unter 18 möglich.

Die weiteren Corona-Beschlüsse lesen Sie hier

+++ Söder: Trotz Kritik Zustimmung zu Infektionsschutzgesetz +++

Bayern wird der Neufassung des Infektionsschutzgesetzes im Bundesrat an diesem Freitag ungeachtet fortbestehender Kritik zustimmen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstagabend in München an. Wenn es jetzt eine Blockade geben würde, würde dies dem Ernst der Lage nicht gerecht. Das Gesetz sei der aktuellen Lage nicht angemessen, sagte Söder und kritisierte: "Natürlich fehlen viele Dinge." Allerdings sei das Gesetz besser als nichts, und auch viel besser als der erste Entwurf. Er sagte aber voraus, dass es angesichts der dramatischen Corona-Zahlen voraussichtlich im Dezember wohl noch Nachbesserungen brauchen dürfte.

+++ Zahl der Corona-Impfungen in Bayern in die Höhe geschnellt +++

Die Zahl der täglichen Corona-Impfungen ist in Bayern in den vergangenen Tagen in die Höhe geschnellt. Am Mittwoch beispielsweise wurden an nur einem Tag rund 95.000 Impfungen verabreicht, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag auf Nachfrage mitteilte. Das ist der höchste Wert seit Wochen.

Sowohl die Erst- als auch die Auffrischungsimpfungen zogen deutlich an: Die Zahl der Erstimpfungen lag am Mittwoch mit 14.600 so hoch wie seit vielen Wochen nicht. Und auch die Zahl der Booster-Impfungen erreichte am Mittwoch mit mehr als 67.000 einen Rekordwert.  Zum Vergleich: Am Mittwoch der vergangenen Woche waren insgesamt 69.000 Impfungen verabreicht worden, am Mittwoch davor 38.000.

+++ Stadt München: Erfassung zurückliegender Fälle wurde abgeschlossen +++

Der sprunghafte Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in München in den vergangenen Tagen ist nicht nur dem exponentiellen Wachstum der Infektionsfälle geschuldet, sondern basiert zu Teilen auch auf der Nacherfassung zurückliegender Fälle, welche das Ergebnis der Inzidenz verzerrt hatte.

Wie die Stadt München mitteilte, konnte diese Fälle nun jedoch alle abgeschlossen werden. Am Donnerstag, 18.11. lag die vom RKI übermittelte 7-Tage-Inzidenz für München bei 694,8.

+++ Länder halten Impfpflicht in Pflege und Kliniken für erforderlich +++

Die Länder fordern eine Impfpflicht gegen Corona "einrichtungsbezogen" für Personal in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und bei mobilen Pflegediensten, wenn Kontakt zu besonders gefährdeten Personen besteht. Darauf einigten sich die Regierungschefs am Donnerstag bei Beratungen mit dem Bund, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. 

Eine abschließende Einigung auf ein Beschlusspapier gab es noch nicht. Auch Personal von Einrichtungen der Eingliederungshilfe soll unter die Impfpflicht fallen. Die Länder bitten den Bund, die Impfpflicht "schnellstmöglich umzusetzen".

+++ Kindern droht pünktlich zum zwölften Geburtstag die 2G-Regel +++

Kinder, die in den kommenden Monaten zwölf Jahre alt werden, müssen nach derzeitigem Stand damit rechnen, für mehrere Wochen von Sport-, und Musikausübung, von Gaststättenbesuchen oder Ferien-Übernachtungen ausgeschlossen zu sein - und nichts dagegen tun zu können. Grund ist, dass sich Kinder unter zwölf noch nicht gegen Corona impfen lassen können, weil es für sie noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt - ab dem zwölften Geburtstag aber sofort die 2G-Regel gilt. Damit sind Kinder von ihrem zwölften Geburtstag an - weil ungeimpft - von allem ausgeschlossen, wo nur Geimpfte und Genesene (2G) Zugang haben.

Problem: Bis zum einem vollständigen Impfschutz dauert es nach dem zwölften Geburtstag mindestens einige Wochen. Einen irgendwie gearteten Aufschub aber soll es nach aktuellem Stand nicht geben. "Aufgrund des derzeitigen massiven Infektionsgeschehens kann über Zwölfjährigen aktuell keine dreimonatige Karenzzeit eingeräumt werden", teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag auf entsprechende Nachfrage mit.

Eine Ausnahme von der 2G-Regel gilt - laut Kabinettsbeschluss befristet bis Jahresende - für 12- bis 17-jährige Schüler "zur eigenen Ausübung sportlicher, musikalischer oder schauspielerischer Aktivitäten". Und neuerdings gilt diese Ausnahme auch für Besuche in Gaststätten sowie Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen. Lediglich Kinder unter zwölf sind von der 2G-Regel ganz ausgenommen.

+++ Lockdown in Salzburg ab Montag - Aufhebung bis Weihnachten geplant +++

Der angekündigte Corona-Lockdown im österreichischen Bundesland Salzburg soll am Montag beginnen und möglichst bis Weihnachten aufgehoben werden. Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer gab am Donnerstag bekannt, dass in Oberösterreich dieselben Maßnahmen geplant seien. Die beiden Regionen kämpfen bundesweit mit den höchsten Infektionszahlen und mit vollen Kliniken.

"Daher haben wir gar keine Alternative, als diesen Lockdown zu verhängen", sagte Haslauer während einer Pressekonferenz in Salzburg. Die oberösterreichische Landesregierung wollte sich am Abend zu der Maßnahme äußern, die nur eine Woche nach dem Beginn des österreichweiten Lockdowns für Ungeimpfte in Kraft treten soll.

Während des regionalen Lockdowns für alle bleiben nur Supermärkte, Drogerien und Apotheken offen. Der übrige Handel und die Gastronomie müssen schließen. Die Menschen dürfen ihr Zuhause nur für dringende Besorgungen, für Bewegung im Freien sowie für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen verlassen. "Wir müssen eine Perspektive bieten: Das ist die Chance, vor Weihnachten aufzumachen", sagte Haslauer. Das hänge auch von den Impfungen ab - Haslauer warb für Erst- und Auffrischungsimpfungen.

+++ LGL: Inzidenz bei Ungeimpften in Bayern schnellt auf 1.468,9 +++

Immer mehr ungeimpfte Menschen in Bayern infizieren sich mit den Coronavirus. Die Inzidenz unter Ungeimpften ist nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Donnerstag auf 1.468,9 gestiegen. Das ist ein Plus von mehr als 500 auf Wochensicht. Unter vollständig Geimpften liegt die Inzidenz der Behörde zufolge mit 109,7 sehr viel niedriger und wuchs mit einem Plus von rund 12 auch sehr viel langsamer.

Die durchschnittliche Inzidenz für den Freistaat gibt das Landesamt für Bayern aktuell mit 613,2 an. Die leichte Abweichung zur Zahl des Robert Koch-Instituts ergibt sich durch einen etwas späteren Stichzeitpunkt des LGL.

+++ Bayerns Intensivstationen vor neuem Corona-Höchststand +++

Bayerns Krankenhäuser stehen in der Corona-Pandemie kurz vor einer neuen Höchstzahl an Intensivpatienten. Am Donnerstag lagen 866 Covid-Kranke auf den Intensivstationen, wie aus dem Intensivregister hervorgeht.

Seit drei Monaten steigt die Zahl der Intensivpatienten kontinuierlich, am vergangenen Samstag waren es 707. Der bisherige Höchststand in Bayern war mit 910 Intensivpatienten kurz vor dem Jahreswechsel erreicht. Anschließend waren die Zahlen nach dem im Dezember verhängten Lockdown jedoch rasch gesunken. Derzeit ist kein Lockdown geplant, die Krankenhäuser rechnen mit einem weiteren Anstieg der Zahlen.

+++ Stiko-Empfehlung: Booster für alle ab 18 +++

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich für Corona-Auffrischimpfungen für alle Menschen ab 18 Jahren aus. Das teilte das Gremium am Donnerstag in Berlin mit. Ein entsprechender Beschlussentwurf sei zur Abstimmung an Fachkreise und Bundesländer gegangen, daher seien Änderungen noch möglich. Es handelt sich noch nicht um eine finale Stiko-Empfehlung.

+++  Salzburg und Oberösterreich kündigen Lockdown für alle an +++

Die am stärksten von der Pandemie betroffenen Regionen Österreichs wollen einen Lockdown für die Gesamtbevölkerung verhängen. Das gaben die Ministerpräsidenten von Salzburg und Oberösterreich am Donnerstag bekannt. Details sollten im Laufe des Tages bekanntgegeben werden.

Ob zusätzlich zum bestehenden Lockdown für Ungeimpfte in ganz Österreich noch weitere bundesweite Maßnahmen gesetzt werden, soll in Gesprächen zwischen Bund und Ländern am Freitag entschieden werden.

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+++ Inzidenz in München bei fast 700 +++

Die Corona-Zahlen in München kennen seit Tagen nur eine Richtung: steil nach oben. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet für die Landeshauptstadt aktuell eine Sieben-Tage-Inzidenz von 694,8 – so hoch war der Wert noch nie! Laut RKI-Daten meldete die Stadt 3.855 Neu-Infektionen an nur einem Tag.

Der Grund für den extrem starken Anstieg der Inzidenz: Bei der zuvor stockenden Infektions- und Kontaktnachverfolgung ist die Stadt mittlerweile langsam wieder auf Stand. Die meisten Fälle werden dadurch wieder tagesaktuell gemeldet.

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+++ Erstmals über 65.000 Neu-Infektionen +++

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist stark angestiegen und hat erstmals in der Corona-Pandemie den Wert von 60. 000 überschritten. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages den Höchstwert von 65.371 Corona-Neuinfektionen. Vor exakt einer Woche waren erstmals mehr 50.000 Neuinfektionen pro Tag gezählt worden.

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen schwankt innerhalb des Wochenverlaufes stark. Die 7-Tage Inzidenz gab das RKI mit 336,9 an - ebenfalls ein Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 319,5 gelegen, vor einer Woche bei 249,1 (Vormonat: 74,4) gelegen.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat ein dramatisches Bild der Corona-Lage in Deutschland gezeichnet. "Wir laufen momentan in eine ernste Notlage. Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern", sagte Wieler am Mittwochabend bei einer Online-Diskussion mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU).

Zuletzt seien 0,8 Prozent der Erkrankten gestorben. Das bedeute, dass von den mehr als 50.000 Infizierten pro Tag in den nächsten Wochen 400 sterben würden. "Daran gibt es nichts mehr zu ändern."


Corona-News vom 17.11.2021

+++ Beschlussvorlage für Corona-Gipfel: Lockdowns und höhere Strafen drin +++

Am Donnerstag (18. November) treffen sich die 16 Länderchefs und die Bundeskanzlerin wieder zur Ministerpräsidenten-Konferenz im Kanzleramt, um über mögliche Regeländerungen in der Corona-Pandemie zu entscheiden. Die "Bild"-Zeitung zitierte am Mittwochabend aus der Beschlussvorlage, die Kanzleramt und Unions-Länder unter Beteiligung des Finanzministeriums erarbeitet haben. Demnach kann es gut sein, dass die Verlängerung der epidemischen Notlage von nationaler Bedeutung abgesegnet wird. Bundesweit einheitlich harte Maßnahmen bis hin zu Lockdowns wären somit möglich.

Außerdem soll unter anderem über folgende Punkte entschieden werden: Tägliche Testpflicht in der Pflege, Homeoffice-Pflicht, 3G im Öffentlichen Nahverkehr, kostenlose Tests, keine Restaurantbesuche für Ungeimpfte, höhere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln, Teil-Lockdown für Hotspots. 

+++ Söder: Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte "absolut sinnvoll" +++

Um die vierte Corona-Welle zu brechen, sind aus der Sicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder strengere Regeln für Ungeimpfte notwendig. Angesichts der Lage seien Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte absolut sinnvoll, sagte der CSU-Chef am Mittwochabend in der ARD-Sendung "Maischberger. Die Woche". Bayern werde die rechtlichen Möglichkeiten, die das neue Bundesgesetz gebe, voll ausschöpfen.

An diesem Donnerstag soll der Bundestag Gesetzespläne von SPD, FDP und Grünen zur Bekämpfung der Pandemie beschließen. Söder beklagte erneut, dass die Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstagnachmittag erst nach dem Gesetzesbeschluss im Bundestag zusammenkommen werde. Die Länder könnten somit anders als bei früheren Konferenzen von Bund und Ländern nicht mehr auf das Gesetzesverfahren einwirken.

+++ Eiszauber am Stachus abgesagt +++

Auch der Eiszauber am Stachus findet wegen der aktuellen Corona-Lage nicht statt. "Schweren Herzens" müsse man die Veranstaltung absagen, heißt es in einer Mitteilung von Dienstag. "Wir möchten uns hiermit solidarisch mit der Entscheidung des Oberbürgermeisters zur Absage des Münchner Christkindlmarkts zeigen."

Das Team hatte bereits alles aufgebaut, auch die Eislaufbahn – eigentlich hätte der Eiszauber an diesem Freitag starten sollen. Jedoch sehe man "die Durchführung der Veranstaltung äußerst kritisch und in Eigenverantwortlichkeit nicht mehr vertretbar".

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+++ Bayerischer Landtag verschärft seine Corona-Regeln +++

Wegen der stark steigenden Corona-Zahlen hat der bayerische Landtag seine Corona-Regeln verschärft und bis Ende Januar verlängert. Demnach gilt sowohl bei den Plenarsitzungen und jetzt neu auch für die Ausschusssitzungen eine Zugangsbeschränkung für Geimpfte, Getestete und Genesene (3G-Regel). Das hat der Ältestenrat am Mittwoch auf Vorschlag von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) beschlossen.

Bisher hatte es in den Ausschüssen keine speziellen Zugangsregeln gegeben. Zudem dürfen bis Ende Januar keine Besuchergruppen mehr empfangen werden. In der Landtagsgaststätte und in der Kantine haben darüber hinaus nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt (2G-Regel).

+++ Österreich verschärft Einreise-Regeln +++

Ungeimpfte Reisende müssen an der österreichischen Grenze künftig einen PCR-Test vorweisen. Antigen-Schnelltests werden bei der Einreise ab Montag nicht mehr akzeptiert. Nur noch für Grenzpendler sind diese ungenaueren Tests gültig, wie aus einer Verordnung hervorging, die am Dienstagabend öffentlich gemacht wurde.

Grundsätzlich gilt jedoch für Deutsche eine Reisewarnung, da die Bundesregierung seit Sonntag fast ganz Österreich als Corona-Hochrisikogebiete einstuft. Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien

+++ Stiko-Chef deutet baldige Ausweitung der Booster-Empfehlung an +++

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat eine baldige Ausweitung der Empfehlung für Corona-Auffrischungsimpfungen in Aussicht gestellt.

Die Stiko werde am Mittwoch "über die nächste, sozusagen die fortgeschriebene Empfehlung beraten, und das wird nicht lange dauern, und dann wird die jetzt von Ihnen reklamierte Empfehlung auch kommen", sagte Mertens am Dienstag auf eine entsprechende Frage in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Bislang empfiehlt das Gremium eine Auffrischungsimpfung unter anderem Menschen ab 70 Jahren. Auf Nachfrage machte Mertens klar, dass die Empfehlung "bis 18" gesenkt werden könnte.

+++ Neuer Rekord bei den Impfungen in München +++

In der bayerischen Landeshauptstadt München ist bei der wöchentlichen Impfbilanz erneut eine Steigerung zu verzeichnen: Im Impfzentrum Riem, den Impfaußenstellen (Marienplatz, Theresienwiese, KVR, Pasing Arcaden) und bei den mobilen Sonder-Impfaktionen wurden in der vergangenen Woche insgesamt 17.885 Personen geimpft (4.768 Erst-, 4.487 Zweit- und 8.630 Drittimpfungen). 

Davon fanden 7.813 Impfungen im Impfzentrum Riem statt. Bei den Impfaußenstellen waren es 7.258 Impfungen und bei den Sonder-Impfaktionen ließen sich 2.814 Personen impfen. 

Für eine Corona-Schutzimpfung in einer der vier Impfaußenstellen auf der Theresienwiese, am Marienplatz, in den Pasing Arcaden und im KVR muss über BayIMCO (www.impfzentren.bayern) ein Termin vereinbart werden. Auch für das Impfzentrum Riem wird eine vorherige Terminvereinbarung empfohlen. Bei den mobilen Impf-Sonderaktionen ist keine Terminvereinbarung möglich; eine vorherige Registrierung in BayIMCO ist trotzdem erwünscht.

+++ Novavax beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff in EU +++

Der US-Hersteller Novavax hat für seinen Corona-Impfstoff eine Marktzulassung in der EU beantragt. Das teilte die zuständige europäische Arzneimittelbehörde EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Ein Expertenteam werde nun die Daten des Herstellers prüfen und Risiken gegen Nutzen abwägen. Eine Entscheidung wird in einigen Wochen erwartet, wie die EMA mitteilte. Sollte die EMA eine bedingte Marktzulassung empfehlen, muss die EU-Kommission noch endgültig zustimmen. Das aber gilt als Formsache.

Bisher sind in der EU vier Impfstoffe zugelassen worden. Das Novavax-Produkt namens Nuvaxovid (NVX-CoV2373) ist im Gegensatz zu den bisher zugelassenen Impfstoffen weder ein mRNA-Impfstoff - wie die Präparate von Biontech und Moderna - noch ein Vektor-Impfstoff wie die von Astrazeneca und Johnson & Johnson: Das Vakzin enthält winzige Partikel, die aus einer im Labor hergestellten Version des Spike-Proteins von Sars-CoV-2 bestehen. Wie alle Impfstoffe soll Nuvaxovid das Immunsystem auf eine mögliche Infektion vorbereiten.

+++ Ministerium an Impfzentren: Booster schon nach fünf Monaten +++

Das Gesundheitsministerium hat die Impfzentren in Bayern schriftlich aufgefordert, allen Interessierten schon nach fünf Monaten eine Booster-Impfung gegen Corona zu verabreichen.

"Diese sollen allen angeboten werden, die nach Ablauf von fünf Monaten eine Auffrischungsimpfung wünschen", heißt es in dem Schreiben, das zur Weiterleitung an die Impfzentren an die Regierungen verschickt wurde. "Im Sinne der Pandemiebekämpfung ist es sinnvoll, einen schnellen, umfassenden und großzügigen Einsatz von Boosterimpfungen zu wählen", betont das Ministerium in dem Schreiben vom Montagabend, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Und vor allem: "Zurückweisungen Impfwilliger sollen möglichst nicht erfolgen."

+++ 2G-Ausnahme für minderjährige Schüler +++

Für minderjährige Schülerinnen und Schüler, die regelmäßig in der Schule auf Corona getestet werden, gilt in Bayerns Gastronomie, in Hotels und Ferienwohnungen ab sofort eine Ausnahme von der 2G-Regel. 12- bis 17-Jährige dürfen damit bis auf Weiteres auch dann Gaststätten und Hotels besuchen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. Das geht aus einer Änderungsverordnung des Gesundheitsministeriums hervor, die am Mittwoch in Kraft trat.

"Ohne diese Ausnahme könnten geimpfte Eltern nicht zusammen mit ihren nicht geimpften Kindern gastronomische Betriebe besuchen oder Beherbergungsleistungen in Anspruch nehmen", heißt es in der Begründung. Für Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren gebe es erst seit 16. August eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission.

+++ Zwei neue Rekordwerte ++++

Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat einen neuen Höchststand erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der von den Gesundheitsämtern gemeldeten Fälle am Mittwochmorgen mit 52.826 an.

Vor genau einer Woche waren es 39.676 Ansteckungen. Die 7-Tage Inzidenz gab das RKI mit 319,5 an - ebenfalls ein Höchststand. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 312,4 gelegen, vor einer Woche bei 232,1 (Vormonat: 66,1) gelegen. Am vergangenem Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 50.196 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht.


Corona-News vom 16.11.2021

+++ Salzburg: Krankenhäuser bereiten Triage vor +++

Die Krankenhaus-Versorgung im österreichischen Bundesland Salzburg steht wegen angespannten Corona-Lage auf der Kippe. Die Salzburger Landeskliniken gaben am Dienstag bekannt, dass ein Triage-Team zusammengestellt werde, weil die Behandlung aller Patienten nach geltenden Standards schon bald nicht mehr garantiert werden könne.

Laut dem Sprecher der Kliniken soll das Team künftig darüber beraten, wer noch intensivmedizinisch behandelt werden kann und wer nicht.

Salzburg verzeichnet derzeit mit mehr als 1.500 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern die höchste Sieben-Tage-Inzidenz unter den österreichischen Bundesländern. Knapp dahinter folgt Oberösterreich mit einem Wert von mehr als 1.400. Österreichs Intensivmediziner forderten deshalb am Dienstag einen kurzen Lockdown für die Gesamtbevölkerung in diesen zwei Regionen. Die Situation sei "sehr, sehr angespannt", sagte Walter Hasibeder, der Präsident des Berufsverbandes ÖGARI.

+++ Söder fordert erneut 2G in ganz Deutschland  +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat erneut eine Verschärfung der Corona-Regeln für Ungeimpfte in ganz Deutschland gefordert. "Ich halte es auch für falsch, dass wir nur mit Flickenteppichen arbeiten", sagte der CSU-Chef am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Was es braucht, ist 2G flächendeckend in Deutschland." 2G heißt Zutritt nur für Geimpfte und Genesene.

Am Donnerstag berät die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen im Kampf gegen Corona.

Bei den Corona-Regeln würde er ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern bevorzugen, betonte Söder. Notwendig sei eine Booster-Impfung schon ab dem fünften Monat, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und mehr Maskenpflicht im Unterricht und in öffentlichen Verkehrsmitteln.

+++ Neuer Tag, neue Rekorde +++

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 312,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 303,0 gelegen, vor einer Woche bei 213,7 (Vormonat: 70,8) gelegen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 32.048 Corona-Neuinfektionen. Am vergangenem Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 50.196 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Vor genau einer Woche hatte der Wert bei 21.832 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge 265 Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.


Corona-News vom 15.11.2021

+++ Corona-Kontrollen: Erste Bilanz der Münchner Polizei +++

Nach dem ersten Wochenende mit verstärkten Kontrollen der Corona-Regeln in öffentlichen Einrichtungen ziehen bayerische Polizeidienststellen eine überwiegend positive Bilanz.

Kontrolliert wurden in Zusammenarbeit mit den lokalen Gesundheitsbehörden unter anderem Gastronomie, Diskotheken, Fitnessstudios und Kulturveranstaltungen. Die Münchner Polizei führte den Angaben zufolge zwischen Freitag und Montagmorgen 1.125 Kontrollen durch. Dabei hätten die Beamten 46 Verstöße gegen 2G-, 3G-und 3G+-Regeln sowie gegen die Maskenpflicht festgestellt.

In etwa 90 Prozent der überprüften Betriebe seien die Regeln eingehalten worden, teilte das Polizeipräsidium Schwaben Nord in Augsburg mit. Auch bei den Besuchern seien die Beamten auf großes Verständnis gestoßen. Ähnliches berichteten auch die Polizeipräsidien Oberbayern Nord in Ingolstadt und Schwaben Süd/West in Kempten.

+++ SPD schießt gegen Söder wegen Corona-Lage in Bayern +++ 

Florian von Brunn (SPD) hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angesichts der aktuellen Corona-Lage in Bayern scharf kritisiert. "Herrn Söder ist nichts zu peinlich", schrieb der Fraktionsvorsitzende der Landtagsfraktion der SPD bei Twitter. 

Der Freistaat habe unter seiner Regierung die höchste Inzidenz aller westlichen Bundesländer und die niedrigste Impfquote. Trotzdem würde Söder ganz Deutschland schlaue Ratschläge erteilen. Das sei "zum Fremdschämen", so von Brunn in seinem Tweet. 

+++ Lage verschärft sich: In München werden Intensivbetten knapp +++

Die Corona-Lage in München und Umgebung bleibt weiter angespannt. Besonders die Betten in den Intensivstationen werden knapp. Nach Angaben des DIVI-Intensivregister sind in München aktuell nur noch 34 der insgesamt 459 Intensivbetten frei. 

Derzeit befinden sich in der Landeshaupt 109 Personen mit einer Coronainfektion auf der Intensivstation. 55 von ihnen müssen künstlich beatmet mehr. Kaum besser sieht es im Landkreis München aus. Dort sind nur noch zwei Intensivbetten frei. 

+++ Münchner Christkindlmarkt steht auf der Kippe +++

"Stand heute plane ich nicht, den Markt abzusagen", sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am vergangenen Donnerstag zum bevorstehenden Christkindlmarkt am Marienplatz.

Doch nun steht die Veranstaltung auf der Kippe, Grund dafür sind die immer weiter steigenden Infektionszahlen. Eine Entscheidung, ob der Markt stattfinden kann, könnte laut Reiter nun bereits am Dienstag erfolgen. Das teilte der OB am Montag bei einem Termin im Presseclub mit.

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Am Dienstag tagt nochmals der Stab für Außergewöhnliche Ereignisse (SAE), hier möchte sich Reiter den Rat von Experten bezüglich einer möglichen Durchführung einholen. Wenn ihm dann die Gesundheitsbehörde sage, die Veranstaltung sei nicht verantwortbar, "dann werden wir auch nicht anders entscheiden".

Eigentlich soll der Christkindlmarkt in der Altstadt am 22. November starten. Sollte der Christkindlmarkt stattfinden, will Reiter FFP2-Masken und abgetrennte Gastroinseln, in denen 2G gelten soll – zu denen also nur Geimpfte und Genesene Zutritt hätten. Solche Gastroinseln hat auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gefordert.

+++ Kommt jetzt der Lockdown für Ungeimpfte?  +++ 

Angesichts der dramatisch steigenden Corona-Zahlen schärfen SPD, Grüne und FDP ihre Pläne für künftige Eindämmungsmaßnahmen nach. "Das sind erhebliche Einschränkungen für Ungeimpfte, die wir auch für richtig halten", sagte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". 

Unter anderem soll die Möglichkeit von Kontaktbeschränkungen doch nicht abgeschafft werden. Zudem sollen Ungeimpfte ohne negativen Test keine Busse und Bahnen mehr benutzen dürfen - unabhängig von der weiter geltenden Maskenpflicht. 

Wiese zählte auf: "Wir werden den Ländern es ermöglichen, 2G plus, 2G- und 3G-Maßnahmen je nach dem Infektionsgeschehen auf den Weg zu bringen. Hierzu kommen letztendlich Kontaktbeschränkungen gerade auch für Ungeimpfte und 3G letztendlich am Arbeitsplatz. Das ist faktisch ein Lockdown für Ungeimpfte, der hier auf den Weg gebracht wird." 

+++ Inzidenz bei Kindern in Bayern springt auf über 1.000 +++

Die Corona-Zahlen bei Kindern und Jugendlichen sind eine Woche nach den Herbstferien sprunghaft angestiegen. In der Altersgruppe der Sechs- bis Elfjährigen hat die Inzidenz die Marke von 1.000 überschritten und liegt nun bei 1.073, wie aus Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Montag für die Kalenderwoche 45 hervorgeht. Bei den 12- bis 15-Jährigen beträgt sie 979. Beides sind in etwa Verdoppelungen im Vergleich zu den Werten der Vorwoche.

+++ Söder: "Woche der Wahrheit" +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die nächsten Tage als "Woche der Wahrheit" im Kampf gegen die vierte Corona-Welle ausgerufen. "Es ist die vielleicht letzte Chance um gegenzusteuern", sagte Söder am Montag nach einer Kabinetts-Klausur in München. Danach könne die Lage dramatisch und unkontrollierbar werden.

Die Pläne der künftigen Ampel-Koalition für die Pandemie-Bekämpfung begrüßte Söder als "Schritt in die richtige Richtung". Er verstehe weiterhin nicht, warum der Bund die epidemische Lage beenden wolle, die Länder aber entsprechende Beschlüsse fassen sollen.

+++ Inzidenz steigt auf Rekordwerte +++

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist abermals auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 303,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 289,0 gelegen, vor einer Woche bei 201,1 (Vormonat: 68,7) gelegen.

In Bayern stieg die Inzidenz ebenfalls weiter - um 29 Punkte. Damit liegt Bayern nun bei 526, es ist das dritte Land nach Thüringen und Sachsen, das die 500er-Schwelle überschreitet.

+++ Gesundheitsminister fordern Corona-Bonus für Arzthelfer +++

Wegen der hohen Arbeitsbelastung in der Corona-Krise fordern die Gesundheitsminister der Länder vom Bund eine Bonuszahlung für alle Arzthelferinnen und Arzthelfer. "Gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten sind die medizinischen Fachangestellten seit Beginn der Corona Pandemie - und natürlich auch jetzt in der vierten Welle - ein extrem wichtiges Bollwerk vor den Kliniken und tragen erheblich dazu bei, die Überlastung im öffentlichen Gesundheitsdienst aufzufangen", sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek, der derzeit auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz ist.

Ein Corona-Bonus, analog zu dem der Beschäftigten in Kliniken und Pflegeeinrichtungen, sei dafür ein richtiges Zeichen und eine Wertschätzung ihrer Leistungen, sagte Holetschek. Die Länder seien sich in der Frage einig. "Hier muss jetzt, genau wie in der Pflege, sehr schnell etwas passieren."


Corona-News vom 14.11.2021

+++ Söder kündigt 2G+ in Bayern an +++

Angesichts der dramatisch steigenden Corona-Zahlen soll in Bayern künftig auch überall dort eine Maskenpflicht gelten, wo nur Geimpfte und Genesene Zugang haben. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag vor einer Klausur seines Kabinetts in München an. Ab Dienstag soll in Bayern weitestgehend 2G gelten. 

Söder kritisierte die mangelnde Impfbereitschaft: "Wenn sich alle hätten impfen lassen, wären wir jetzt schon durch", so der Ministerpräsident. "Auch Impfdurchbrüche wären dann kein Problem, weil sich kaum mehr einer hätte anstecken können." Eine allgemeine Impfpflicht hält er für "schwer durchsetzbar". 

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Die bayerische Staatsregierung wirbt bundesweit für 2G oder gar 2G+, also Geimpft oder Genesen plus negativem Schnelltest. 

Von der Bundespolitik fordert Söder einen parteiübergreifenden Schulterschluss: "Keiner wird von dieser Sache parteipolitischen Profit schlagen, das gibt nur Schaden fürs Land - und der muss jetzt abgewendet werden." Außerdem soll bereits nach fünf Monaten eine Booster-Impfung möglich sein.

Man brauche zudem Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte - anders als in Österreich solle daraus aber kein Lockdown für Ungeimpfte werden, sondern 2G "mit gleichem Ergebnis".

+++ Viele Corona-Tote in Bayern waren vollständig geimpft +++

Unter der rasch steigenden Zahl von Corona-Toten in Bayern ist ein vergleichsweise hoher Anteil vollständig Geimpfter. Nach Daten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) lag die Quote in den vier Wochen vom 4. bis 31. Oktober bei knapp 30 Prozent. 108 der insgesamt gezählten 372 Todesopfer hatten beide Impfungen erhalten, wie die Erlanger Behörde mitteilte. In der ersten Novemberwoche war der Anteil mit gut 26 Prozent etwas niedriger - 23 der 88 Corona-Toten waren da vollständig geimpft.

In den vergangenen Wochen hatten auch die Krankenhäuser über eine gestiegene Zahl vollständig geimpfter Intensivpatienten berichtet.

Die Mehrzahl der Corona-Toten sind 80 und älter, dementsprechend litten viele auch an anderen Krankheiten.

+++ Lockdown für Ungeimpfte in Österreich +++

Im Kampf gegen die vierte Corona-Welle gilt in Österreich von diesem Montag an ein Lockdown für Ungeimpfte. Das haben Bundeskanzler Alexander Schallenberg und die Regierungschefs der Länder am Sonntag in Wien beschlossen.

+++ Bericht: Arbeitsminister Hubertus Heil will Rückkehr zur Home-Office-Pflicht +++

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will laut "Bild am Sonntag" die Home-Office-Pflicht aufgrund der weiter steigenden Corona-Zahlen wieder einführen. Das geht aus einem Gesetzesentwurf, den das Bundesarbeitsministerium den Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP vorgelegt habe, hervor, der der Zeitung vorliegt.

Darin heißt es: "Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen. Die Beschäftigten haben dieses Angebot anzunehmen, soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen." Zudem sei eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz vorgesehen.

+++ Corona-Inzidenz steigt immer weiter +++

Zum siebten Mal in Folge hat die Inzidenz einen Rekord-Wert erreicht. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntag mitteilte, liegt sie deutschlandweit nun bei 289,0. Binnen eines Tages wurden demnach 33.498 Corona-Neuinfektionen erfasst. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat somit die Fünf-Millionen-Marke überschritten, die Dunkelziffer dürfte aber viel höher liegen. 

In Bayern nähert sich die Inzidenz der 500er-Marke, sie liegt bei 496,4.


Corona-News vom 13.11.2021

+++ Großer Andrang beim Impfen in München +++

Aufgrund der hohen Nachfrage müssen Impfwillige in Bayern derzeit mit langen Wartezeiten rechnen. Impfzentrum und Impfstationen haben in München mit dem großen Andrang zu kämpfen. Das Gesundheitsreferat der Landeshauptstadt appelliert deswegen an die Bürger, Impftermine zu vereinbaren. Schon am Freitag gab es eine lange Schlange vor der Impfstation am Marienplatz, wie mehrere Bürger auf Twitter berichteten.

Auch in Augsburg sind die Impfstationen völlig überlastet: Die Stadt appellierte bereits am Samstagvormittag an die Bürgerinnen und Bürger, das Impfzentrum ohne Termin nicht mehr aufzusuchen. Die Kapazitäten seien ausgeschöpft. Nach Angaben einer Sprecherin ist nicht nur der Impfstoff knapp, auch personell stößt das Impfzentrum an Grenzen.

Die Impfkapazitäten sollen "im Laufe der nächsten Woche", abhängig von der Impfstoffverfügbarkeit, weiter ausgebaut werden, ist auf der Webseite des Augsburger Impfzentrums zu lesen. Genauere Auskunft konnte die Sprecherin nicht geben.

+++ Intensivbetten in 50 Kommunen knapp - Lage in München kritisch  +++

Wegen steigender Corona-Patientenzahlen sind die Intensivbetten mittlerweile in über der Hälfte der größeren Städte und Landkreise Bayerns knapp.

Insgesamt waren am Samstagvormittag in 50 der 96 kreisfreien Städte und Kreise weniger als zehn Prozent der Intensivbetten frei, wie aus dem Intensivregister am Samstag hervorging. In 22 bayerischen Städten und Kreisen war kein einziges Intensivbett mehr frei.

Kritisch ist die Lage mittlerweile auch in der Landeshauptstadt München, deren Krankenhäuser eine zentrale Rolle für die medizinische Versorgung in Bayern spielen. Dort waren lediglich 16 der 452 Intensivbetten frei.

Da die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen zwei Wochen schnell gestiegen ist, müssen die Krankenhäuser auch mit weiter zunehmenden Zahlen von Intensivpatienten rechnen. Das Robert Koch-Institut meldete am Samstag 12.430 neue Corona-Fälle im Freistaat, etwas weniger als noch am Donnerstag, aber deutlich mehr als im Schnitt der Vorwoche. Die bayernweite Inzidenz stieg auf 478,7. 

+++ 2G im Hörsaal? Uni Erlangen löst Debatte aus +++

Die Universität Erlangen-Nürnberg hat mit ihrer Entscheidung, nur noch genesene und geimpfte Studierende in den Hörsaal zu lassen, eine kontroverse Diskussion angestoßen. Der konservative Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) in Bayern "sieht die Entwicklung mit Sorge", wie es in einer Mitteilung vom Samstag heißt.

"Jedem Studenten in Bayern muss der Zugang zu Bildung und Lehre gewährt bleiben", sagte der RCDS-Landesvorsitzende Filip Balzert. "Aus unserer Erfahrung ist die digitale Lehre vielerorts immer noch nicht ausgereift genug, um einzelne Studenten sinnvoll hybrid einbinden zu können." Aus Sicht des RCDS sei auch ein 3G-Plus-Konzept denkbar - "sofern kostenlose PCR-Tests für Studenten bereitgestellt werden". 3G steht für geimpft, genesen oder getestet.

Die Uni hatte am Freitag mitgeteilt, dass bei Präsenzveranstaltungen im Hörsaal künftig eine 2G-Regelung gelten soll. "Studierende mit einem Non-2G-Status können nicht an Präsenzveranstaltungen teilnehmen, den Inhalten allerdings online folgen", teilte die Uni auf ihrer Homepage mit. Die Regelung soll vom kommenden Montag an gelten - mit einer Übergangsfrist bis zum 22. November.

"Was sind das denn für Zustände nun? Sie diskriminieren ungeimpfte Studenten und verweigern ihnen das Präsenzstudium?", schrieb eine nach eigenen Angaben ehemalige Studentin auf Twitter. "Sie haben einen gewaltigen Shitstorm verdient." Andere begrüßten dort die Entscheidung: "konsequent und vernünftig: 2G ist ein deutliches Zeichen - Glückwunsch zu dieser Entscheidung!" Nach Angaben der bayerischen Universitätenkonferenz ist es derzeit "noch nicht konkret geplant, das 2G-Konzept auf weitere Universitäten zu übertragen". Das sagte Geschäftsführer Alexander Fehr. "Gleichwohl werden entsprechende Überlegungen angestellt und die Voraussetzungen dafür (...) geprüft."

+++ Merkels eindringlicher Appell +++

Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eindringlich vor der Corona-Pandemie gewarnt und die Menschen abermals zum Impfen aufgerufen. "Es sind sehr schwierige Wochen, die vor uns liegen", sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. Vor einem Jahr sei man in einer ähnlich ernsten Lage gewesen, doch nun gebe es Impfstoffe. "Wir müssen nur zugreifen, schnell zugreifen. Ich bitte Sie: Machen Sie mit, und versuchen Sie, auch Verwandte und Freunde zu überzeugen."

Jeder Corona-Kranke solle die bestmögliche Behandlung bekommen. Aber auch für jeden anderen Behandlungsbedürftigen solle es Platz und Personal in den Krankenhäusern geben. "Doch genau das ist in den am schwersten von Corona betroffenen Landkreisen jetzt schon nicht mehr möglich. Die Stationen sind voll, Patienten müssen an andere Orte verlegt werden. Operationstermine werden abgesagt. Ärzte und Pflegekräfte, denen der letzte Pandemiewinter noch in den Knochen steckt, stehen schon wieder am Rand der Überforderung", sagte Merkel.

+++ Teils kaum mehr freie Kapazitäten +++

Die steigenden Corona-Zahlen bringen die Kliniken in Not. Die Intensivstationen sind vielerorts ausgelastet. Zur Not müssen Patienten in andere Bundesländer gebracht werden. 

Aus einem vertraulichen Bericht der Länder geht hervor, dass in Bayern und Baden-Württemberg bereits "täglich Verlegungen zwischen Krankenhäusern zum Ausgleich und zum Erhalt der Funktionsfähigkeit durchgeführt" werden, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten. "Im Norden gibt es noch Kapazitäten, im Süden sind sie praktisch aufgebraucht", heißt es demnach im Bericht der länderübergreifenden Steuerungsgruppe des so genannten Kleeblattsystems zur Patientenverteilung bei regionaler Überlastung.

Die 16 Bundesländer sind in bundesweit fünf Gruppen (Kleeblätter) eingeteilt, die sich zunächst gegenseitig helfen sollen. Ist ein ganzes Kleeblatt überlastet, wird deutschlandweit verteilt.

In Hessen und Bayern waren dem Divi-Intensivregister zufolge am Freitag nur noch 8,1 beziehungsweise 9,1 Prozent der Intensivbetten frei: 144 von 1.788 Betten in Hessen und 282 von 3.104 in Bayern.


Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und besserer Ladezeiten unseres Newsblogs haben wir alte Beiträge ab dieser Stelle gelöscht. Der erste Eintrag stammt vom 13. November.

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