Update

Coronavirus-News: Neuer RKI-Bericht warnt vor dynamischem Anstieg

Das Coronavirus beschäftigt München, Bayern und Deutschland weiterhin. Alle Neuigkeiten, Maßnahmen und Hinweise zum Erreger Sars-CoV-2 lesen Sie im AZ-Newsblog.
| AZ
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
14 – Artikel empfehlen

Der Erreger Sars-CoV-2, der die Krankheit Covid-19 auslösen kann, sorgt in München, Bayern und Deutschland seit Monaten für teils drastische Maßnahmen. In unserem Newsblog informieren wir Sie über die aktuellen Corona-Entwicklungen in München und Bayern.

Corona-News vom 21.10.2021

+++ RKI: "Beschleunigte" Entwicklung der Fallzahlen +++

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland könnten nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in der kommenden Zeit dynamisch anwachsen. "Es ist damit zu rechnen, dass sich im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters der Anstieg der Fallzahlen noch beschleunigen wird", schreibt das Institut in seinem neuen Wochenbericht zur Pandemie, der am Donnerstagabend erschienen ist.

Hingewiesen wird darin auch auf einen deutlichen Anstieg bei den übermittelten Ausbrüchen in medizinischen Einrichtungen sowie in Alten- und Pflegeheimen. Erstmals seit der Woche vom 3. bis 9. Mai sei die Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen über 90 Jahre vergangene Woche wieder auf über 50 gestiegen, hieß es. Hochaltrige sind besonders gefährdet, bei einer Corona-Infektion schwere und tödliche Verläufe zu erleiden. Deutlich höhere Inzidenzen verzeichneten aber wie bereits in den Vorwochen jüngere Altersgruppen, in denen die Impfquoten niedriger sind.

+++ Beschlussvorlage: Bundesländer fordern weiter Befugnis zur Erlassung von Corona-Maßnahmen +++

Die Bundesländer wollen auf einen rechtssicheren Rahmen dringen, um Corona-Schutzmaßnahmen auch über den Herbst und Winter hinweg aufrechterhalten zu können. In einer Beschlussvorlage (Stand: 21. Oktober) für die Jahrestagung der Ministerpräsidenten, auf die sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Staatskanzleichefs geeinigt haben, wird der Bund aufgefordert, das sicherzustellen.

Die Ministerpräsidenten kamen am Donnerstag zu einem zweitägigen Treffen auf Schloss Drachenburg im nordrhein-westfälischen Königswinter zusammen. Das Papier zur epidemischen Lage soll, neben weiteren Themen, an diesem Freitag beraten werden und könnte dann auch noch in veränderter Fassung beschlossen werden.

+++ Söder warnt vor Ende der epidemischen Lage +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einem Auslaufen der epidemischen Lage auf Bundesebene. Wenn dies passiere, "gibt es de facto keine Rechtsgrundlage mehr – egal für was. Weder für das Testen in der Schule, noch für Masken, noch für ganz normale Ideen wie 3G+, oder 2G oder 3G", sagte er am Donnerstagmorgen im "Bayerischen Rundfunk". In diesem Moment sei dann "nicht einfach Freedom Day, sondern dann gibt es gar keine Möglichkeit mehr. Ein Stück weit ist die Gesellschaft dann auch wehrlos." Dann müsste jeder einzelne für seinen Schutz sorgen.

Söder sagte, man müsse nicht schon jetzt, vier Wochen im Voraus eine Prognose treffen. Die Zahlen stiegen deutlich an und die Lage werde schwieriger. Er betonte, dass man eine "saubere, vernünftige Rechtsgrundlage" brauche um nicht wehrlos zu sein, wenn die Zahlen im Winter wieder stiegen. Dabei hängt er aber nicht am Ausdruck epidemische Lage. Wie man die Grundlage nenne, sei nicht entscheidend.

+++ Mutmaßlich falsche Impfungen: Zwei Drittel ohne Impfschutz 

Nach mutmaßlich falsch ausgestellten Impfbescheinigungen einer Hausarztpraxis im Landkreis Donau-Ries haben viele Betroffene keinen ausreichenden Impfschutz. Knapp 300 Menschen hätten sich bislang auf Covid-19-Antikörper testen lassen, bei etwa zwei Dritteln sei der Test negativ ausgefallen, teilte das Landratsamt in Donauwörth am Donnerstag mit.

Die Behörde empfehle auch allen Betroffenen mit Antikörpern, sich noch einmal gegen Corona impfen zu lassen. Allein durch die Tests könne man nicht sicher sagen, wie oft geimpft wurde. Mit einer weiteren Impfung würden die Betroffenen nach Definition des Robert Koch-Instituts zudem als vollständig geimpft gelten.

+++ Kinder mit Schnupfen: Selbsttest reicht ab sofort für Kitabesuch +++

Nicht eingeschulte Kita-Kinder mit einem Schnupfen müssen für den Kita-Besuch keinen negativen PCR- oder PoC-Antigen-Schnelltest mehr vorweisen. Ab sofort genüge eine Bestätigung der Eltern, dass vor der Rückkehr in die Kita zu Hause ein Corona-Selbsttest durchgeführt wurde, teilte das zuständige Familienministerium am Donnerstag in München mit. Die Eltern könnten hierfür die Selbsttests nutzen, die sie über die Berechtigungsscheine kostenfrei in den Apotheken für ihre Kinder erhalten.

Erkranke ein Kind hingegen schwerer, also etwa mit Fieber, Hals- oder Ohrenschmerzen oder starkem Husten, so sei für die Wiederzulassung nach der Genesung bzw. die Wiederzulassung trotz noch vorhandener leichter Symptome weiterhin ein PCR- oder PoC-Antigen-Test erforderlich. Ein ärztliches Attest zur Wiederzulassung ist hingegen nicht nötig. 

+++ Höchste Inzidenzen in Bayern +++

Die Corona-Inzidenzen in zahlreichen bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten steigen weiter. Am Donnerstag lag der Wert erstmals seit Mitte April wieder in einem bayerischen Landkreis über 400, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Mit einem Wert von gemeldeten 416,6 Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohnern weist das Berchtesgadener Land auch bundesweit die höchste Inzidenz auf.

Insgesamt prägt Bayern die Spitze dieser Statistik: Die bundesweit neun höchsten Inzidenzen in Landkreisen oder kreisfreien Städten kommen aus dem Freistaat. Hinter dem Berchtesgadener Land folgen die Landkreise Mühldorf am Inn mit 399,2, Traunstein mit 375,2 und Straubing-Bogen mit 347,9. Auf den Plätzen fünf bis neun sind es die Landkreise Miesbach, Bad-Tölz-Wolfratshausen, Cham, sowie Stadt und Landkreis Rosenheim.

In ganz Bayern liegt die Inzidenz inzwischen bei 141. Das ist der zweithöchste Wert in Deutschland. Die höchste Inzidenz hat Thüringen mit 172,2.


Corona-News vom 20.10.2021

+++ Sieben Landtagsabgeordnete positiv getestet +++

Corona-Alarm im bayerischen Landtag: Zuletzt sind sieben Abgeordnete positiv auf das Coronavirus getestet worden – und zwar aus unterschiedlichen Fraktionen. Nach vier Fällen in der vergangenen Woche seien nun noch einmal drei dazugekommen, sagte eine Sprecherin des Landtags gestern. Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) ordnete zunächst für die Plenarsitzung am 27. Oktober wieder Maskenpflicht an: "Auch wenn die meisten Abgeordneten doppelt geimpft sind, kann das Coronavirus übertragen werden. Die Maskenpflicht am Platz ist ein effektives Mittel und hilft uns allen." In den Ausschüssen gilt wegen größerer Abstände eine "dringende Empfehlung" zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes oder einer FFP2-Maske. Zuvor hatten die Freien Wähler einen positiven Corona-Schnelltest bei einem ihrer Landtagsabgeordneten öffentlich gemacht. .

+++ Aiwanger sagt Termine ab +++

 Nach einer Sitzung der Landtagsfraktion der Freien Wähler am Dienstag ist ein zweifach geimpfter Abgeordneter per Schnelltest positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hatte an der Sitzung teilgenommen, jedoch keinen näheren Kontakt mit dem betreffenden Abgeordneten. Der Staatsminister muss daher nicht in Quarantäne. Dennoch sagt er sicherheitshalber seine öffentlichen Termine der nächsten Tage ab und lässt sich weiterhin täglich testen.

+++ Inzidenz steigt wieder stärker +++

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am siebten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 80,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 75,1 gelegen, vor einer Woche bei 65,4 (Vormonat: 71,0). Für München weist das RKi eine Inzidenz von 114,0.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 17.015 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11 903 Ansteckungen gelegen.

+++ In vielen Gemeinden volle Intensivstationen +++

In den Krankenhäusern von über einem Dutzend bayerischer Kreise und Städte gibt es wegen wieder steigender Zahlen von Corona-Patienten keine freien Intensivbetten mehr. Voll belegt sind die Intensivstationen insbesondere in Teilen Oberbayerns und der fränkischen Regierungsbezirke, wie aus dem DIVI-Intensivregister hervorgeht.

Demnach meldeten am Mittwoch unter anderem die Stadt Rosenheim sowie die Kreise Freising, Erding und Aichach-Friedberg kein einziges freies Intensivbett, im Norden Bayerns Stadt und Landkreis Aschaffenburg, die Stadt Erlangen und der Kreis Erlangen-Höchstadt, die Kreise Forchheim und Bayreuth, Stadt und Landkreis Landshut.

Im bayernweiten Schnitt sind elf Prozent der Intensivbetten frei. Die Corona-Ampel der Staatsregierung, die als Indikator für die Belastung der Kliniken dient, steht nach wie vor auf "grün". Doch in mehreren Regionen Bayerns sind die Behandlungskapazitäten der Krankenhäuser in den vergangenen Wochen knapper geworden.


Corona-News vom 19.10.2021

+++ "Vetternwirtschaft und Filz": Masken-Untersuchungsausschuss kommt +++

Die Fraktionen der Grünen, der SPD und der FDP machen ihre Ankündigung wahr und haben offiziell einen Untersuchungsausschuss zur Maskenaffäre im bayerischen Landtag beantragt: Der von den drei Oppositionsparteien beantragte Ausschuss wird in dieser Woche erstmals die Gremien im Landtag beschäftigen. "Es ist damit zu rechnen, dass der Untersuchungsausschuss noch in diesem Jahr eingesetzt wird", erklärten die Fraktionen.

Sie wollen die Maskengeschäfte der Staatsregierung in der Corona-Pandemie sowie mögliche Beteiligungen von Abgeordneten daran und Provisionszahlungen aufklären. "Die Maskendeals haben neue Abgründe der CSU-Amigowirtschaft offengelegt", sagte der Grünen-Abgeordnete Florian Siekmann, der in dem Ausschuss stellvertretender Vorsitzender werden soll. Der Vorsitz würde aufgrund der Größenverhältnisse im Maximilianeum von der CSU besetzt.

SPD-Vertreter Markus Rinderspacher sprach von "Vetternwirtschaft und Filz" bei den Christsozialen, aber auch deren Koalitionspartner, den Freien Wählern. Der FDP-Abgeordnete Helmut Kaltenhauser meinte, es müsse insbesondere auch die Rolle von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geklärt werden. "In den bisher bekannten Fällen agierte sicher niemand im luftleeren Raum", meinte er.

+++ Staatsregierung: Corona-Zahlen in Bayern steigen +++

In Bayern werden weiter steigende Corona-Zahlen registriert – die sogenannte Krankenhaus-Ampel steht aber weiterhin klar auf Grün. Es sei nach wie vor eine Dynamik erkennbar, mit einem regionalen Schwerpunkt im südostbayerischen Raum, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. Dies sei aber bisher nicht alarmierend.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach Worten Herrmanns zuletzt von 112,9 auf jetzt 116,1. 262 (Vorwoche: 259) Menschen mussten binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion neu in Klinken aufgenommen werden – beim Wert 1.200 würde die Krankenhaus-Ampel auf Gelb springen. 263 Corona-Patienten werden auf einer Intensivstation behandelt – beim Wert 600 würde die Ampel auf Rot springen. Man sei von den Grenzwerten also noch relativ weit weg, sagte Herrmann.

+++ Testpflicht für Ungeimpfte am Arbeitsplatz +++

Seit diesem Dienstag (19.10.) gilt in Bayern eine weitere Verschärfug für Ungeimpfte. "Ab 19. Oktober müssen in allen Bereichen von 2G/3G/3G plus künftig auch die Betreiber, Beschäftigten und Ehrenamtlichen mit Kundenkontakt, die dort jeweils geltenden Impf-, Genesenen- oder Testvoraussetzungen erfüllen. Sie müssen bei 3G und 3G plus einen entsprechenden Testnachweis an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche vorlegen", teilt das Gesundheitsministerium mit.


Corona-News vom 18.10.2021

+++ Spahn will "epidemische Lage" beenden: Kommt der Freedom Day? +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für ein Auslaufen der sogenannten "epidemischen Lage nationaler Tragweite" ausgesprochen. Wie ein Ministeriumssprecher bestätigte, äußerte sich der CDU-Politiker entsprechend am Montag bei Corona-Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder. 

Das Robert Koch-Institut (RKI) stufe "das Risiko für geimpfte Personen als moderat ein", somit könne angesichts der aktuellen Impfquote die epidemische Lage am 25. November 2021 als bundesweite Ausnahmeregelung auslaufen und beendet werden, wurde Spahn der "Bild"-Zeitung zufolge von Teilnehmern zitiert. "Damit wird ein seit dem 28. März 2020 und damit mithin seit fast 19 Monaten bestehender Ausnahmezustand beendet."

Die Entscheidung über ein Ende der "epidemischen Lage nationaler Tragweite" liegt beim Bundestag. Das Parlament hatte sie erstmals im März 2020 zu Beginn der Pandemie festgestellt und danach immer wieder verlängert, zuletzt Ende August für drei Monate. Sie läuft aus, wenn sie vom Parlament nicht verlängert wird. Die "epidemische Lage" gibt Bundes- und Landesregierungen Befugnisse, um Verordnungen zu Corona-Maßnahmen oder zur Impfstoffbeschaffung zu erlassen.

Unklar ist, ob mit einem Auslaufen der "epidemischen Lage" automatisch eine Art "Freedom Day" mit einem Ende aller Beschränkungen käme, wie zuletzt immer wieder diskutiert wurde. Denn für Corona-Maßnahmen sind die Bundesländer selbst zuständig. Sie legen Abstands-, Veranstaltungs- und Maskenregeln jeweils in eigenen Verordnungen fest und schreiben diese regelmäßig fort.

+++ Corona macht mehr Stress +++

Die Corona-Pandemie ist vielen Menschen in Deutschland offensichtlich auf das Gemüt geschlagen. Nach einer am Montag veröffentlichten repräsentativen Umfrage sank die Zahl der Optimisten in Deutschland bis zum Sommer stark, während das Stressempfinden ebenso deutlich zunahm.

Die Ergebnisse liegen allerdings schon etwas zurück: Das Umfrageinstitut Bilendi befragte im Juli im Auftrag der Versicherung Swiss Life gut 1.000 Erwachsene im Alter von 18 bis 79 Jahren. Demnach sagten 24 Prozent der Befragten, dass sie vorbehaltlos optimistisch in die Zukunft blickten. In der Anfangsphase der Pandemie im Frühjahr 2020 war deren Zahl mit 44 Prozent sogar außerordentlich hoch gewesen, im Vorkrisenjahr 2019 waren es 37 Prozent. 


Corona-News vom 17.10.2021

+++ Urlauber kehren zurück: RKI-Chef Wieler warnt +++  

Lothar Wieler rechnet mit einem Anstieg der Infektionszahlen nach den Herbstferien. "Wir haben einerseits durch die geschlossenen Schulen kurzzeitig weniger Infektionen", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts der Funke Mediengruppe. "Durch den Urlaubsverkehr wird es aber wieder zu mehr Infektionseinträgen aus dem Ausland kommen."

Im Sommer hätten bis zu 20 Prozent der gemeldeten Infektionen ihren Ursprung im Ausland gehabt. "Es wird auch jetzt wieder einen deutlichen Anstieg der Zahlen geben", mahnte Wieler. Je mehr sich das Leben in den kommenden Wochen in die Innenräume verlege, desto größer werde dieser Anstieg sein. "Wie hoch die Welle wird, hängt dann vor allem von der Impfquote ab."

+++ Bundesweite Corona-Inzidenz steigt auf 72,7 +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Samstag 8.682 neue Positiv-Tests gemeldet, das sind 1.070 Fälle mehr als am Samstag vor einer Woche (7.612). Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland stieg am fünften Tag in Folge - von 70,8 am Freitag auf 72,7. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 17 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle binnen 24 Stunden auf 94.618. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 4,37 Millionen Corona-Tests positiv aus.

+++ Münchner Virologe prognostiziert neue Welle +++

Der in diesem Herbst bislang milde Anstieg der Corona-Infektionen wird sich in den nächsten Monaten voraussichtlich erheblich beschleunigen. Das prognostiziert Oliver Keppler, Leiter der Virologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. "Im vor uns liegenden Herbst und Winter müssen wir von einer deutlichen Verschärfung des Infektionsgeschehens ausgehen. Unser Leben verlagert sich nach innen", sagte der Wissenschaftler der Deutschen Presse-Agentur.

Zu einer neuerlichen Verschärfung der Corona-Maßnahmen rät der Virologe nicht: "Grundsätzlich müssen wir in dieser Phase der Pandemie in verschiedenen Bereichen Lockerungen versuchen, um zu sehen, was gut vertretbar ist und wo man noch Hygienemaßnahmen oder Testungen zur Absicherung beibehalten muss."

Entgegen mancher Befürchtungen steht Deutschland nach Einschätzung des Virologen keine große gleichzeitige Grippewelle bevor. "Ich erwarte keine schwere Grippesaison", sagte Keppler. Weltweit seien Influenzaviren in der Bevölkerung durch die Corona-Hygienemaßnahmen weit zurückgedrängt worden. 


Corona-News vom 16.10.2021

+++ Arbeitgeberpräsident Dulger fordert rasches Ende der Corona-Hilfen +++

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat sich für ein rasches Ende der Wirtschaftshilfen in der Pandemie ausgesprochen. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag sagte er: "Die Corona-Hilfen sollten zum Jahresende auslaufen". Deutschland müsse zurück zur Normalität. Die Kurzarbeit allerdings würden einige Branchen "noch eine Weile brauchen - vielleicht auch über den Jahreswechsel hinaus. Sie ist ein gutes Instrument, um den Arbeitsmarkt stabil zu halten“, so Dulger weiter.

Insgesamt zeigte sich der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände zuversichtlich: "Wenn wir weiter gewissenhaft impfen, kommen wir auch gut durch den Winter. Was die konjunkturelle Lage angeht, ist Corona schon jetzt nicht mehr unser größtes Problem", so Dulger.

+++ Kinderärzte fordern Kinder und Jugendliche zu Corona-Impfung auf +++

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren eindringlich aufgefordert, sich gegen Corona impfen zu lassen. "Nachdem Daten von über zehn Millionen Kindern und Jugendlichen erhoben wurden, empfehle ich die Impfung den über 12-Jährigen heute allgemein und uneingeschränkt, ich werbe dafür so dringlich wie bei Erwachsenen", sagte Verbandspräsident Jörg Dötsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Die Risiko-Nutzen-Abwägung falle eindeutig zugunsten der Impfung aus.

Mit Blick auf die Corona-Situation in Schulen sagte Dötsch: "Wir wollen weiterhin keine Durchseuchung der Kinder - aber wir wollen auch unbedingt vermeiden, dass die Jüngsten nochmal unter den Folgen der Schulschließungen und der Isolationsmaßnahmen leiden müssen." Die Infektionszahlen seien "nicht mehr das Entscheidende, auch nicht dann, wenn sie regional sehr hoch sind."


Corona-News vom 15.10.2021

+++Umfrage: Mehrheit der Bundesbürger für 2G im Freizeitbereich +++

Einer aktuellen Umfrage zufolge ist die Mehrheit der Bundesbürger für eine Einführung der 2G-Regel (Geimpft oder Genesen) im Freizeitbereich. 61 Prozent Befragten gaben an, dass sie dafür seien, den Zutritt zu einer Veranstaltung, einem Restaurant oder einer kulturellen Einrichtung nur noch für Geimpfte und Genesene zu ermöglichen.

Wie aus der am Freitag in Köln veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Sender RTL und ntv hervorgeht, sind 34 Prozent der Befragten gegen eine 2G-Regel. In dieser Gruppe sind überdurchschnittlich viele Bürger die im Osten Deutschlands leben (46 Prozent) und Menschen zwischen 45 und 59 Jahren (43 Prozent). Zudem ist ein sehr großer Anteil der 2G-Gegner Anhänger der AfD (85 Prozent).

Für die Umfrage wurden im Zeitraum 12. und 13. Oktober 1.005 Menschen befragt.

+++ Kinderärzte rechnen schon bald mit Impfstoff für unter Zwölfjährige +++

Kinder- und Jugendärzte rechnen damit, dass es schon bald einen Corona-Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren geben wird. Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, sagte gegenüber der "Rheinischen Post", dass er noch in diesem Jahr eine Zulassung erwarte.

Allerdings werde die Ständige Impfkommission (Stiko) das Vakzin zunächst wohl nicht für alle unter Zwölfjährigen uneingeschränkt empfehlen, sondern zu Beginn nur für Risikopatienten mit schweren chronischen Vorerkrankungen wie z.B. Adipositas, eine angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression oder Trisomie 21.

Eine solche eingeschränkte Zulassung wäre "eine sehr gute und wichtige Verbesserung für die betroffenen Kinder und deren Familien", so der Direktor der Kinderklinik an der Uni-Klinik Köln.

Das Pharma-Unternehmen Biontech aus Mainz und US-Partner Pfizer haben nun auch in Europa eine Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragt. Beide Unternehmen teilten am Freitag mit, dass sie der EU-Arzneimittelbehörde EMA die entsprechenden Daten zu den klinischen Untersuchungen übermittelt hätten.

+++ Flughafen München appelliert an Passagiere, mehr Zeit einzuplanen +++

Der Flughafen München hat an Reisende appelliert, aktuell mehr Zeit für den Check-In einzuplanen. Aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen aufwendigeren Kontrollen seien längere Schlangen zu erwarten, so Ingo Anspach, Sprecher des Flughafen München, am Freitag.

An diesem Wochenende werde sich das Passagier-Aufkommen in München voraussichtlich noch in Grenzen halten. In Bayern beginnen die Herbstferien erst am 30. Oktober, in anderen Bundesländern haben diese bereits begonnen. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ Geänderte Öffnungszeiten im Impfzentrum Riem +++

Wie die Stadt München am Freitag mitteilte, gelten im Impfzentrum Riem ab sofort geänderte Öffnungszeiten. Donnerstags, freitags und samstags bleibt das Impfzentrum geschlossen, an allen anderen Tagen ist von 9 bis 17.45 Uhr geöffnet, mittwochs sogar bis 21 Uhr. 

+++ Manche Bereiche: Pflicht zur Kontaktdatenerfassung entfällt +++

In Gastronomie und Kultur und auch in vielen weiteren Bereichen in Bayern entfällt ab sofort die bisherige coronabedingte Pflicht zur Kontaktdatenerfassung. Von diesem Freitag an müssen Kunden und Besucher keine persönlichen Daten mehr angeben.

Kontaktdaten müssen laut Kabinettsbeschluss vom Dienstag nur noch in Schwerpunktbereichen "mit hohem Risiko von Mehrfachansteckungen (Spreading)" erfasst werden. Dazu zählen demnach alle geschlossenen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen, Clubs, Diskotheken, Bordelle "und vergleichbare Freizeiteinrichtungen" sowie gastronomische Angebote mit Tanzmusik.

Corona-News vom 14.10.2021

+++ RKI: Teils sehr hohe Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert in einzelnen Regionen Deutschlands besonders viele Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen. In acht Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei mehr als 500, twitterte das RKI am Donnerstagabend zu einer Auswertung im neuen Corona-Wochenbericht. Nähere Angaben zu den Landkreisen und deren jeweiligen Zahlen wurden nicht gemacht, auf einer Karte waren Kreise aber entsprechend eingefärbt.

+++ Dauerhafte Impf-Station auf der Theresienwiese +++

Auf der Theresienwiese gibt es ab Montag, 18. Oktober, eine neue dauerhafte Station, bei der man sich gegen Corona impfen lassen kann. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr und Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Sie befindet sich im Behördenhof, also der Wiesn-Wache, neben dem Schnelltestzelt. Dort können bis zu 500 Impfungen am Tag durchgeführt werden.

+++ Wegen Corona? 2020 zogen weniger junge Menschen in die Stadt +++

Ende vergangenen Jahres lebten in Deutschland knapp 24,5 Millionen Menschen in kreisfreien Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Das waren rund 29,4 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtete. Dabei setzte sich das seit 2011 festgestellte Wachstum der Stadtbevölkerung von 0,7 Prozent pro Jahr nicht fort. Sowohl bei Umzügen innerhalb Deutschlands - der sogenannten Binnenwanderung - als auch bei Zu- und Fortzügen aus dem beziehungsweise in das Ausland waren Rückgänge zu beobachten.

Besonders deutlich fällt die Veränderung in gewissen Altersgruppen aus. So nahm bei der Binnenwanderung vor allem der Zuzug der 18- bis 22-Jährigen, also junger Erwachsener im typischen Alter von Ausbildung und Studienstart, in die Großstädte ab. Angesichts der Corona-Maßnahmen und geschlossener Hörsäle hatten sie offenbar ihren Umzug in WG oder Studierendenwohnheim ausgesetzt.


Corona-News vom 13.10.2021

+++ Lehrerverband: Zahlreiche Quarantänefälle im neuen Schuljahr +++

Zu Beginn des neuen Schuljahres in Bayern hat es nach Angaben des Bayerischen Philologenverbands (bpv) in zahlreichen Klassen Corona-Quarantänefälle gegeben. Wie der Verband am Mittwoch berichtete, ergab dies eine Befragung von rund 1700 Lehrkräften an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen. Knapp zwei Drittel der befragten bpv-Mitglieder aus ganz Bayern hätten angegeben, dass in ihren Klassen bereits Quarantänefälle unter den Schülerinnen und Schülern auftraten.

Dies sei eine enorme Belastung für den Schulbetrieb, der ab diesem Schuljahr wieder auf Präsenzunterricht ausgerichtet sei. "Das Infektionsgeschehen muss genau beobachtet und notfalls gehandelt werden, damit es nicht zu einer schleichenden Ausbreitung des Virus in den Klassen kommt", sagte der bpv-Vorsitzende Michael Schwägerl.

Er warb auch für gegenseitige Rücksichtnahme. "Bei leichten Erkältungssymptomen, die einen Schulbesuch noch erlauben, macht es in den nächsten Monaten Sinn, freiwillig eine Maske zu tragen", sagte Schwägerl.

+++ Christkindlmärkte: Keine großen Einschränkungen +++

Jetzt ist es offiziell: Die Christkindlmärkte in Bayern werden ohne große Corona-Einschränkungen stattfinden. Demnach wird es weder eine 3G-Regelung, noch eine Maskenpflicht oder ein Alkoholverbot geben. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sowie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) haben am Mittwoch ein entsprechendes Konzept vereinbart. Ein detailliertes Hygienekonzept soll zeitnah veröffentlicht werden, wie es heißt.

"Der zunehmende Impffortschritt erlaubt es uns, in diesem Jahr wieder mehr Freiheiten auch für Weihnachtsmärkte einzuräumen. Deshalb machen wir Weihnachtsmärkte dieses Jahr wieder möglich. Auch Kontaktdaten müssen nicht erfasst werden. Ebenso gibt es im Freien keine Maskenpflicht. Die 3G-Regelung gilt nicht auf dem Außengelände", wird Holetschek in einer Mitteilung vom Wirtschaftsministerium zitiert.

+++ RKI weist Vorwürfe wegen zu niedriger Impfquote von sich +++

Nachdem das Robert-Koch-Institut (RKI) Anfang Oktober in einem Bericht mitgeteilt hatte, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft seien, als die offiziellen Daten nahelegen, gab es viel Kritik.

Nun weist das Institut die Verantwortung für offenbar zu niedrige Werte in der offiziellen Corona-Impfstatistik von sich. "Das RKI kann nur die Impfdaten veröffentlichen, die ihm entsprechend übermittelt worden sind", sagte Präsident Lothar Wieler laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

Eine zu niedrige Erfassung stelle "keinen Fehler und kein Versäumnis des RKI dar", sondern gehe auf unterbliebene Meldungen einiger impfender Stellen zurück, hieß es. Man sei bei der Ermittlung der Impfquote auf das sogenannte Digitale Impfquotenmonitoring (DIM) angewiesen, schreibt das RKI. Die Anwendung und Zuverlässigkeit dieses Meldesystems liege "ausschließlich in der Hand der impfenden Stellen (Impfzentren, Impfteams, Krankenhäuser, Arztpraxen, Betriebsärzte)".

+++ Bayernweite Inzidenz bei Ungeimpften über 200 +++

Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt in Bayern 91,4, Doch der Unterschied bei Geimpften und Ungeimpften ist gravierend, wie das Landesamts für Gesundheit meldet. Bei Geimpften liegt der Wert bei 22,8; bei Ungeimpften bei 201,1.

Corona-News vom 12.10.2021

+++ Aiwanger: Weihnachtsmärkte weitgehend ohne Corona-Beschränkungen +++

Ende November sollen die ersten Christkindlmärkte starten - und wenn es nach Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) geht, sollen sie weitgehend ohne Corona-Beschränkungen stattfinden. Nach einer Sitzung des Kabinetts sagte Aiwanger am Dienstag: "Wir wollen weder die Weihnachtsmärkte umzäunt haben, noch wollen wir dort die 3G-Regel haben."

Erst wenn Veranstaltungen im Innenraum stattfänden, müssten die Gastronomie-Regeln angewandt werden. Er hoffe, dass die Corona-Zahlen bis zur Vorweihnachtszeit beherrschbar blieben, so der Politiker.

+++ Pandemie drückt die Lebenserwartung in Bayern +++

Während der Corona-Pandemie ist die Lebenserwartung in Bayern stärker zurückgegangen als in fast allen anderen westdeutschen Bundesländern. Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung am Dienstag in Wiesbaden berichtete, sank die Lebenserwartung in Bayern bei Männern um 0,46 Jahre und bei Frauen um 0,24 Jahre. Somit haben laut dem Institut die Männer im Freistaat nun eine Lebenswartung von 79,28 Jahren und Frauen von 83,79 Jahren.

Der Rückgang beim Vergleich der Jahre 2019 und 2020 war nach den Angaben in Bayern fast doppelt so groß wie im Bundesdurchschnitt. Im Bereich der alten Bundesländer hatte nur der Stadtstaat Bremen noch schlechtere Werte. Bremen unterliege aufgrund der geringen Bevölkerungszahl aber generell höheren Schwankungen, erklärte das Institut.

+++ PCR-Pflicht für Aiwanger im Kabinett - "Lasse mich regelmäßig testen" +++

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) muss zu Kabinettssitzungen in Ermangelung einer Corona-Impfung neuerdings einen negativen PCR-Test haben. Grund: Die Staatskanzlei setzt, auch bei Kabinettssitzungen, inzwischen auf die sogenannte 3G+-Regel. Zugang haben also nur vollständig Geimpfte und Genesene – oder man muss alternativ einen PCR-Test vorlegen, ein Schnelltest reicht nicht aus.

Aiwanger sagte dazu am Dienstag auf Nachfrage: "Ich lasse mich regelmäßig PCR-testen, gerade auch zum Kabinett." Und noch eines betonte der Vize-Ministerpräsident auf weitere Nachfrage: Er zahle die Corona-Tests aus eigener Tasche.

+++ Pflicht zur Kontaktdatenerfassung entfällt größtenteils +++

In Bayern entfällt von diesem Freitag (15. Oktober) an auf breiter Front die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung. Insbesondere in der Gastronomie und bei kulturellen Veranstaltungen müssen Kunden und Besucher also dann wegen Corona keine persönlichen Daten mehr angeben. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen.

Kontaktdaten müssen demnach nur noch in Schwerpunktbereichen "mit hohem Risiko von Mehrfachansteckungen (Spreading)" erfasst werden. Dazu zählen laut Kabinettsbeschluss alle geschlossenen Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen, Clubs, Diskotheken, Bordelle "und vergleichbare Freizeiteinrichtungen" sowie gastronomische Angebote mit Tanzmusik. Auch bei körpernahen Dienstleistungen und in Gemeinschaftsunterkünften (etwa Schlafsäle in Jugendherbergen oder Berghütten) müssen Kontakte noch erfasst werden.

+++ 3G-Regel gilt künftig auch für Mitarbeiter mit Kundenkontakt +++

In sämtlichen Bereichen in Bayern, in denen die 3G-Regel gilt, müssen sich von Dienstag (19. Oktober) an neben Besuchern auch alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt an die Regel halten. Das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen. Auch Betreiber, Beschäftigte und Ehrenamtliche, die Kontakt zu Kunden und Besuchern haben, müssen also geimpft oder von einer Corona-Infektion genesen sein, oder sie müssen regelmäßig einen negativen Test vorweisen. Je nach Bereich muss das ein PCR-Test sein, oder es reicht ein Schnelltest. Den Testnachweis müssen die betreffenden Mitarbeiter an mindestens zwei Tagen pro Woche vorlegen.

Die 3G-Regel gilt unter anderem bei öffentlichen und privaten Veranstaltungen, in Sportstätten, Fitnessstudios, Theatern, Opern, Konzerthäusern, Kinos, Museen, Ausstellungen, in der Gastronomie, in Hotels, Hochschulen, bei Tagungen und Kongressen, Bibliotheken und in verschiedensten Freizeiteinrichtungen, etwa in Bädern und Seilbahnen. Künftig müssen sich überall dort neben den Besuchern also auch alle Mitarbeiter daran halten, wenn sie Kontakt zu den Kunden haben.

Sollten Betreiber und Veranstalter nur Geimpften und Getesteten Zutritt gewähren (2G) oder einen PCR-Test verlangen (3G plus), dann gilt für die Mitarbeiter künftig ebenfalls die verschärfte Regel.

+++ Immer mehr Impfdurchbrüche - jeder zehnte Intensivpatient geimpft +++

Ungefähr jeder zehnte der im August und September wegen Corona auf Intensivstationen behandelten Patienten war vollständig geimpft. Das geht aus einer Ende September übermittelten Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht hervor. Die Zeitungen der Funke-Mediengruppe hatten zuerst darüber berichtet. Im Zeitraum von Februar bis Mitte September war von 1,84 Prozent ausgegangen worden. 

Dass im Laufe der zeit mehr Impfdurchbrüche zu erwarten sind, sei erwartbar, sagte das Robert-Koch-Institut (RKI) auf Anfrage der Funke-Zeitungen: "Da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich Sars-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen."

Der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Gernot Marx, sagte, Patienten mit schweren und tödlichen Corona-Verläufen seien in fast allen Fällen ungeimpft. Zudem treffe der Impfdurchbruch meist Menschen, deren "Immunsystem etwa durch eine Chemotherapie oder eine dauerhafte Kortisonbehandlung geschwächt ist, oder die älter als 80 Jahre sind".

+++ Bund hat mehr als fünf Milliarden für Coronatests ausgegeben +++

Seit Montag gibt es nur noch in Ausnahmefällen kostenlose Coronatests für Bürger, die der Bund bezahlte. Die Kosten 5,2 Milliarden Euro beliefen sich auf 5,2 Milliarden Euro, wie die "Rheinische Post" berichtet und sich auf Daten des Bundesamts für Soziale Sicherung bezieht. 1,4 Milliarden Euro kosteten demnach Antigen-Tests, 1,1 Milliarden die Labor-Diagnostik. 

Wie viel nun in München für einen Coronatest bezahlt werden muss, können Sie hier nachlesen. 

+++ Bayerische Staatsregierung setzt auf 3G+ +++

Die Bayerische Staatsregierung setzt bei ihren Veranstaltungen künftig auf die 3G+-Regelung – das berichtet die "tz". Die Regel soll demnach auch im Landtag gelten.

Ungeimpfte Politikerinnen und Politiker wie beispielsweise Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) müssen künftig also einen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Die 3G+-Regel gilt wohl schon bei der Kabinettssitzung am Dienstag (12. Oktober).

Bei 3G+ entfallen Maskenpflicht, Personenobergrenzen sowie das Abstandsgebot.


Corona-News vom 11.10.2021

+++ Korrigierte Impfzahlen: Holetschek fordert RKI-Bericht +++

Angesichts korrigierter Impfzahlen fordert Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) in der nächsten Schalte der Gesundheitsminister einen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI). Nach einer neuen RKI-Auswertung sind die Corona-Impfungen in Deutschland wohl schon weiter als bislang in der Meldestatistik erfasst. Es sei anzunehmen, dass unter den Erwachsenen bereits bis zu 84 Prozent mindestens einmal und bis zu 80 Prozent vollständig geimpft sind, hieß es in einem aktuellen RKI-Bericht mit Stichtag 5. Oktober. Das entspräche jeweils um fünf Prozentpunkte höheren Impfquoten als nach offiziellen Meldungen der Impfstellen.

Holetschek will nun vom RKI wissen, wie die Daten ins System gekommen seien, wo es gegebenenfalls welche Defizite gegeben habe, ob es an einer mangelnden Datenlage etwa von Betriebsärzten liege oder woran sonst. Deshalb habe man für die nächste Schalte RKI-Präsident Lothar Wieler eingeladen, um das zu klären. "Das wird sicher auch insgesamt eine Lehre aus der Pandemie sein, dass wir bei den Datengrundlagen bis jetzt aus meiner Sicht nicht sehr erfolgreich waren und da dringend Nachbesserungsbedarf haben", fügte Holetschek hinzu.

+++ Forderung der Landtags-Grünen: Gratis-Test für Impfberatung +++

Die Grünen im Bayerischen Landtag schlagen vor, künftig Impfberatungen mit der Möglichkeit eines einmalig kostenlosen Corona-Tests zu verbinden. Dadurch soll die Impfbereitschaft innerhalb der Bevölkerung gesteigert werden.

"Wer eine ausführliche Impfberatung durch den Hausarzt oder die Hausärztin in Anspruch nimmt, sollte im Gegenzug einmalig einen Gratistest dafür bekommen", fordert Christina Haubrich, gesundheitspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen. "Die vielen Falschinformationen im Internet und anderswo haben viele Menschen verunsichert. Dem müssen wir fundierte, sachliche Aufklärung entgegenbringen und auf Fragen und Zweifel individuell eingehen. Das geht am besten durch ein solches Gespräch beim eigenen Hausarzt oder der eigenen Hausärztin", sagt Haubrich weiter.

+++ Großteil der bayerischen Studenten geimpft +++

Das Wintersemester an bayerischen Hochschulen und Universitäten kann nach Einschätzung von Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) ohne große coronabedingte Einschränkungen starten. Rund 80 Prozent der Studierenden seien bereits geimpft, hinzu kämen etwa zehn Prozent Genesene, sagte Sibler am Montag in München. Das sei ein hoher Wert, der den Betrieb an den Hochschulen stabilisiere.

Stichproben sollen sicherstellen, dass alle die 3G-Regel einhalten, also entweder geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Hier werde man engmaschig kontrollieren, kündigte der Minister an. Bislang habe es aber keine Probleme geben. So hätten an der Technischen Hochschule  Deggendorf von bis zu 4.000 Leuten auf dem Campus nur sieben keinen Nachweis vorlegen können. Kostenlos sind Tests für Studenten nur noch bis zum 30. November. Wo Abstände nicht eingehalten werden können, gilt zudem eine Maskenpflicht. Dies werde im Laufe des Semesters überprüft, sagte Sibler.

An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und den technischen Hochschulen haben die Vorlesungen bereits am 4. Oktober begonnen. Am 18. Oktober folgen die Universitäten, die Kunsthochschulen starten an verschiedenen Terminen.

+++ Holetschek: "Impfen ist Weg aus der Pandemie, nicht Testen" +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat das Ende der kostenlosen Corona-Tests verteidigt. "Das Impfen ist der Weg aus der Pandemie, nicht das Testen", sagte er dem Bayerischen Rundfunk (BR24). "Wir haben jetzt die Möglichkeit des Impfens, dann glaube ich, ist es konsequent, auch auf der anderen Seite zu sagen, dass wir die Kostenfreiheit von bestimmten Tests zurückfahren und die nicht mehr zu Lasten der Solidargemeinschaft abrechnen."

Mit Blick auf Herbst und Winter betonte Holetschek, die Pandemie sei noch nicht vorbei. Er appellierte an alle Ungeimpften, sich impfen zu lassen, um damit "einen Beitrag für sich selber, aber auch für die gesamte Gesellschaft zu leisten".

+++ Ab heute keine kostenlosen Corona-Tests mehr +++

Für die Mehrheit der Bürger endet ab heute die Möglichkeit zum kostenlosen Corona-Test. Grund ist, dass die Finanzierung durch die Bundesregierung ausgelaufen ist.

Doch gibt es eine ganze Reihe von Ausnahmen, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) im Vorfeld deutlich machte. Wer mit Symptomen zum Arzt geht, muss den Test nach wie vor nicht zahlen. Gleiches gilt für Kinder unter zwölf Jahren ebenso wie für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Kostenlose Tests gibt es auch weiterhin für Personal und Besucher in Pflege- und Behinderteneinrichtungen.

Die Tests ab Montag bezahlen müssen somit Bürger, die nicht geimpft oder genesen sind und eine Veranstaltung oder eine Einrichtung besuchen wollen, für die die sogenannten 3G-Regeln gelten. Im Hintergrund steht die Hoffnung, dass die Impfbereitschaft steigen könnte, wenn die Nichtimpfung im Geldbeutel spürbar wird. Gesundheitsminister Holetschek hat in den vergangenen Monaten immer wieder an die Bürger appelliert, sich impfen zu lassen.

+++ Umfrage: Corona stresst Studenten und Auszubildende stark +++

Zwei Fünftel aller Studenten und Auszubildenden fühlen sich durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen stark gestresst. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Fast 40 Prozent der Befragten beider Gruppen berichteten von depressiven Symptomen während der Viruskrise und gaben an, schneller gereizt als üblich und häufiger demotiviert zu sein. 

"Rund ein Viertel der Hochschüler und Lehrlinge berichtet außerdem von körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Verspannungen sowie von Ein- oder Durchschlafproblemen", so die KKH. Mit Blick auf die eigene Ausbildung befürchten 65 Prozent der Befragten, dass sich auch in den kommenden Monaten wichtige Praktika und Auslandssemester schlecht planen lassen. Fast die Hälfte mache sich darüber hinaus Sorgen, Lernstoff nachholen zu müssen, so dass es zu einer Verzögerung von Ausbildung oder Studium komme.


Corona-News vom 10.10.2021

+++ Gesundheitsminister Holetschek wirbt für Grippe-Impfung +++

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) und Bayerns Ärzte rufen die Bürger zur Grippeimpfung auf. "Neben dem Kampf gegen das Coronavirus dürfen wir die klassische Grippe nicht unterschätzen", sagte Holetschek am Sonntag. "Die Erkältungssaison beginnt jetzt."

Gegen Grippe impfen lassen sollten sich vor allem Menschen ab 60, werdende Mütter ab dem zweiten Drittel ihrer Schwangerschaft, Menschen mit Grunderkrankungen sowie medizinisches Personal, sagte Holetschek.

Im Herbst und Winter 2020 war eine Grippewelle ausgeblieben. Es gab - wohl auch wegen der Lockdowns - nur 78 Fälle. 2019/2020 waren 55.231 Grippeinfektionen gemeldet worden.

+++ Bayern hält an Ankauf von Sputnik V fest +++

Der Corona-Impfstoff Sputnik V des russischen Pharmakonzerns R-Pharm könnte bald auch in Bayern produziert werden. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte im April erklärt, 2,5 Millionen Dosen des russischen Corona-Impfstoffs ankaufen zu wollen. 

R-Pharm hatte zuvor angekündigt, über 30 Millionen Euro in eine impfstofftaugliche Biotech-Produktion in Schwaben zu investieren.

"Bislang wurde weder ein Kaufvertrag unterzeichnet noch wurden Kaufpreiszahlungen geleistet", betonte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Die EU-Zulassung sei wesentliches Kriterium für einen Kauf des Mittels durch den Freistaat, und wann die Europäische Kommission darüber entscheide, sei noch nicht absehbar.  In Deutschland kann Sputnik V derzeit nicht verwendet werden, es gibt in der EU nur nationale Zulassungen in Ungarn und der Slowakei.

+++ Bericht: 3G-Regel auch für Beschäftigte am Arbeitsplatz +++

Gilt für Beschäftigte in Unternehmen mit Publikumsverkehr bald auch die 3G-Regelung. Einem Bericht von "Business Insider" zufolge beraten die Gesundheitsminister von Bund und Länder am Montag über eine bundesweite Testpflicht von Beschäftigten mit Kundenkontakt.

"Die Länder sind sich einig, dass die mittlerweile in vielen Bundesländern geregelte 3G-Nachweispflicht als Voraussetzung zum Zugang zu Betrieben, Einrichtungen oder sonstigen Angeboten mit direktem Kundenkontakt nicht nur für Kundinnen und Kunden, Be­sucherinnen und Besucher oder sonstige externen Personen, sondern auch für Be­schäftigte gelten soll", zitiert das Blatt aus einem Beschlussentwurf.


Corona-News vom 09.10.2021

+++ Lauterbach plädiert für Regel-Verschärfungen +++ 

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eine neue Bund-Länder-Runde angeregt, um die Corona-Regeln teilweise zu verschärfen. "Es wäre sinnvoll, dass sich die Ministerpräsidenten zeitnah mit der Kanzlerin noch einmal treffen", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "In der Pandemie stehen sehr viele Entscheidungen an - von den Corona-Regeln bis zu den Booster-Impfungen. Wir dürfen in der Zeit, in der Koalitionsverhandlungen laufen, nicht den Überblick verlieren", sagte er mit Blick auf die Gespräche zur Regierungsbildung.

Zwar werde die Pandemie, wenn keine gefährlichere Virusvariante auftrete, im späten Frühjahr 2022 vorbei sein. "Wir werden aber einen schweren Winter haben, wenn wir nicht die nötige Impfquote erreichen." Daher könnten die Schutzmaßnahmen nicht maßgeblich beendet werden. "Wir sollten die 2G-Regel intensiver nutzen, also nur Geimpften und Genesenen den Zugang zu Restaurants, Kinos oder Veranstaltungen ermöglichen", erklärte Lauterbach. So schaffe man einen Anreiz, sich doch noch impfen zu lassen.

+++ VdK fordert Maximalpreise, um überteuerte Tests zu verhindern +++

Der Sozialverband VdK plädiert zum Ende der kostenlosen Corona-Bürgertests für eine Begrenzung der Kosten. "Wir befürchten, dass es wieder zu völlig überteuerten Angeboten kommt", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Bislang sei für die Tests keine Deckelung der Kosten vorgesehen. "Menschen mit wenig Geld sollten außerdem nur eine geringe Eigenbeteiligung zahlen müssen", forderte Bentele: "Eine Regelung vom Ministerium für Arbeit und Soziales dazu fehlt allerdings auch immer noch."

Ab Montag, 11. Oktober sind Corona-Tests nicht mehr kostenfrei. Ausnahmen gibt es allerdings für alle Gruppen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen und dies nachweisen können oder für die noch kein Impfstoff zur Verfügung steht.

So viel kosten Corona-Tests ab Montag in München

+++ Tourismus in Deutschland erholt sich von Corona-Pandemie +++

Der Tourismus in Deutschland erholt sich immer mehr von den Folgen der Corona-Pandemie. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, haben Hotels und Pensionen bei den Gästeübernachtungen im Ferienmonat August fast wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Die Übernachtungszahlen lagen nur noch um 3,1 Prozent unter denen vom August 2019 und mit 56,1 Millionen Übernachtungen waren es 13,4 Prozent mehr als im August 2020.

Während der Corona-Pandemie stieg bei den Deutschen der Trend zum Urlaub in der Heimat. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg im August dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,7 Prozent auf 51 Millionen. Bei Urlaubern aus dem Ausland hingegen waren es mit 5,1 Millionen trotz eines Zuwachses um zehn Prozent noch 52,7 Prozent weniger als im Jahr vor der Corona-Krise.


Corona-News vom 08.10.2021

+++ Auch wegen Corona: Immer mehr Kinder sind übergewichtig +++

Kinder und Jugendliche in Deutschland leiden immer häufiger an Übergewicht oder Adipositas. Laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse gab es bei den 6- bis 18-Jährigen von 2010 auf 2020 bundesweit ein Plus von 27 Prozent.

Bei Jungen fällt der Anstieg mit 35 Prozent erheblich höher aus als bei Mädchen (plus 19 Prozent). Vor allem wegen des langen Pandemie-bedingten Lockdowns in diesem Jahr rechnet die KKH mit einer weiteren Zunahme.

Als einer der Hauptgründe für die erschreckende Zunahme nennt die KKH u.a. eine falsche, zu fettreiche, kalorienreiche und zuckerhaltige Ernährung. "Während der Corona-Pandemie mit Homeschooling und Homeoffice waren das schnelle Nudel-Ketchup-Gericht oder der Griff zur Tiefkühlpizza ein willkommener Notnagel in deutschen Küchen", so Dr. Anja, Luci, Ernährungsexpertin der KKH.

Ein weiteres Problem ist mangelnde körperliche Betätigung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Kinder und Jugendliche täglich mindestens 60 Minuten körperliche Aktivität bei moderaten bis hohen Intensitäten. Laut wissenschaftlicher Studien erfüllt weltweit weniger als einer von fünf Heranwachsenden diese Empfehlung. Die Corona-Pandemie hat diese Situation noch verschärft, denn durch den Wegfall von Schulweg, Schul- und Vereinssport gab es weniger Bewegungsmöglichkeiten.

+++ München beginnt mit Auffrischungsimpfungen +++

Ab sofort können sich Senioren ab 70 Jahren zum dritten Mal gegen Corona impfen lassen. Die sogenannten Auffrischungsimpfungen bietet die Stadt München im Impfzentrum Riem sowie bei Aktionen der mobilen Impfteams gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) an, wie sie am Freitag mitteilte. 

Außerdem ist die Auffrischungsimpfung für folgende Personengruppen möglich:

  • Bewohner und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen
  • Pflegepersonal und andere Personen mit direktem Kontakt zu Pflegebedürftigen in ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen der Pflege für alte Menschen oder Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Krankheitsverläufe
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt

Voraussetzung für die Auffrischungsimpfung: Die vollständige Impfung muss mindestens sechs Monate zurückliegen. Außerdem empfiehlt die STIKO auch Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, zur Optimierung ihrer Grundimmunisierung eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Pfizer) frühestens vier Wochen nach der Impfung mit Johnson&Johnson.

+++ Kassenärzte-Chef Gassen: "Freedom-Day rückt näher" +++

Die Impfquoten in Deutschland sind einer neuen Erhebung des Robert-Koch-Instituts nach höher als angenommen. In der Auswertung des neuen Impfquoten-Monitorings (Covimo) vom Donnerstag heißt es, es sei "in der Erwachsenenbevölkerung von einem Anteil mindestens einmal Geimpfter von bis zu 84 Prozent und einem Anteil vollständig Geimpfter von bis zu 80 Prozent auszugehen."

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen rechnet daher mit einer baldigen weiteren Lockerung der Corona-Maßnahmen. 

Er sagte der "Bild": "Schön, dass das RKI diese erfreulichen Zahlen nun liefert. Es wäre freilich wünschenswert, in einer Pandemie dauerhaft mit validen Daten zu arbeiten. Fakt ist aber: Mit einer zu niedrigen Impf-Quote kann man nun nicht mehr für Corona-Maßnahmen argumentieren. Viel mehr als 80% gibt es nirgendwo auf der Welt. Der Freedom-Day rückt näher."

+++ Ausgangsbeschränkungen unzulässig? Bayern geht gegen VGH-Urteil in Revision +++

Bayerns Staatsregierung will das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) zu den Corona-Ausgangsbeschränkungen nicht akzeptieren. "Wir sind davon überzeugt, dass die Ausgangsbeschränkungen Ende März bis Anfang April 2020 zum Wohl und zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger Bayerns in der ersten Welle der Pandemie ein wirksames und richtiges Mittel waren", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Daher gehe man jetzt in Revision - zuständig ist dann das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Anfang der Woche hatten die Verwaltungsrichter in Ansbach für viele überraschend die strengen Corona-Maßnahmen im Freistaat im Frühjahr 2020 für unzulässig erklärt. Die Richter bemängelten insbesondere, dass damals Einzelpersonen ohne besonderen Grund nicht ihre Wohnung verlassen durften. "Da hat der Senat gesagt, aus infektiologischer Sicht waren diese Personen nicht gefährdet", erläuterte VGH-Sprecher Andreas Spiegel die Entscheidung.

+++ Zahl der Todesfälle nach Corona-Höhepunkt normalisiert +++

Die Corona-Pandemie hat in Bayern seit dem Spätwinter keine ungewöhnlich hohe Zahl von Toten mehr verursacht. Seit Februar bewegen sich die Sterbefallzahlen wieder auf ähnlichem Niveau wie vor Beginn der Krise. Das teilte das Landesamt für Statistik in Fürth am Donnerstag mit. Im August starben nach vorläufigen Zahlen 10.758 Menschen, gut 100 weniger als ein Jahr zuvor und im Schnitt der Vorjahre. Um neun Prozent höher als üblich war allerdings die Zahl der Todesfälle in der Altersgruppe achtzig und älter.

Von November vergangenen Jahres bis Januar 2021 hatte es in Bayern im Zuge der Corona-Pandemie weit mehr Todesfälle gegeben als üblich, im Dezember waren sogar über ein Drittel mehr Menschen gestorben als im statistischen Schnitt. Seit Februar haben sich die Zahlen normalisiert, lediglich bei den Hochbetagten über 80 zeigt sich laut Landesamt eine tendenziell steigende Zahl von Sterbefällen. Die Behörde führte das aber auf die insgesamt steigende Zahl der Älteren in Bayern zurück.


Corona-News vom 07.10.2021

+++ CSU-Fraktion will effektivere Corona-Impfungen an Schulen +++

Die CSU im Münchner Stadtrat hat in einem Antrag eine effektivere Covid-Impfung in den Schulen gefordert, in dem Schüler auch dann gegen das Coronavirus geimpft werden, wenn nur eine Einwilligung der Eltern vorliegt, sofern diese nicht bei der Impfaktion anwesend sein können.

Die CSU begründet ihren Antrag damit, dass jede einzelne Impfung im Kampf gegen die Corona-Pandemie zählt und es nach aktuellen Vorgaben ausreichend sei, wenn der Schule nur eine Einwilligung der Eltern vorliegt. Da es für Erziehungsberechtigte aufgrund beruflicher Verpflichtungen oft nicht möglich ist, zum Impftermin an der Schule zu erscheinen, wird so das Potential der impfwilligen Eltern durch unnötige Barrieren nicht voll ausgeschöpft.

Derzeit wird in vielen Münchner Schulen bei der Impfung noch die Anwesenheit der Eltern gefordert.

+++ Für wen Corona-Tests weiter kostenlos bleiben +++

Ab Montag müssen Corona-Tests selbst bezahlt werden. Doch es gibt Ausnahmen. Eine Übersicht finden Sie hier.

+++ Corona-Impfung: Stiko empfiehlt Auffrischung für Senioren über 70 +++

 Die Ständige Impfkommission empfiehlt jetzt auch allen Senioren über 70 Jahren eine Corona-Auffrischimpfung. Im höheren Alter falle die Immunantwort nach Impfungen insgesamt geringer aus und Impfdurchbrüche könnten häufiger auch zu einem schweren Krankheitsverlauf führen, hieß es in der Begründung. In Pflegeeinrichtungen könne ein sogenannter Booster wegen eines erhöhten Ausbruchsrisikos auch Senioren unter 70 Jahren gespritzt werden. Die Empfehlung für eine Auffrischimpfung gilt darüber hinaus auch für Pflegepersonal in ambulanten und stationären Einrichtungen für ältere Menschen und andere Covid-Risikogruppen sowie für medizinisches Personal mit direktem Kontakt zu Patienten.

Zuvor gab es eine entsprechende Empfehlung nur für Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff soll frühestens sechs Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen - unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde.

+++ Bericht - Jeder Zehnte mit Post-Covid-Syndrom +++ 

Einem Bericht des "Bayerischen Rundfunks" zufolge leidet wohl jeder zehnte Corona-Patient an Post-Covid. Bislang seien in Deutschland rund 140.000 Fälle bei Ärzten, Pflegekräften und Angehörigen von Heilberufen registriert, heißt es. Jeder Zehnte von ihnen habe auch lange nach der Infektion noch Beschwerden. 

+++ Sind doch schon mehr Menschen als angenommen geimpft? +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von mehr Corona-Geimpften als in der offiziellen Statistik aus. Es sei anzunehmen, dass unter Erwachsenen in Deutschland bis zu 84 Prozent mindestens einmal geimpft sind und bis zu 80 Prozent bereits die zweite Dosis erhalten haben (Stichtag 5.10.), heißt es in einem aktuellen RKI-Bericht. Die Schätzung beruht auf Bürgerbefragungen und Meldedaten. Laut offizieller Impfquoten-Statistik haben bislang knapp 80 Prozent der Menschen ab 18 Jahren eine erste Dosis bekommen, gut 75 Prozent bereits die Zweite. Zunächst hatte die Funke-Mediengruppe berichtet.

Es liege nahe, "dass die im Digitalen Impfquoten-Monitoring berichtete Impfquote als Mindest-Impfquote zu verstehen ist und eine Unterschätzung von bis zu fünf Prozentpunkten für den Anteil mindestens einmal Geimpfter beziehungsweise vollständig Geimpfter angenommen werden kann", schreibt das RKI. 

Bereits im August hatte das RKI von "gewisser Unsicherheit" bei der Interpretation von Impfquoten-Daten berichtet.

+++ Krankenhausgesellschaft: Personalmangel nimmt zu +++

Eineinhalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie beklagen die bayerischen Krankenhäuser wachsende Personalprobleme. Abgesehen von Schwestern und Pflegern, die Beruf oder Stelle wechseln, melden sich auch wieder mehr Beschäftigte krank.

"Pflegepersonal war vor Corona schon knapp, es war mit Corona knapp, und es wird auch nach Corona knapp bleiben", sagte Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG), am Rande einer Tagung der bayerischen Krankenhausdirektoren in Bad Wörishofen. "Derzeit sehen wir aber in der Tendenz gerade auf den Intensivstationen rückläufige Zahlen der verfügbaren Pflegefachkräfte." In Bayerns Krankenhäusern arbeiten nach BKG-Zahlen über 80.000 Pflegekräfte.

Nach Engehausens Worten spielt die Belastung durch Corona eine Rolle: "Wir müssen sehen, dass sich nach eineinhalb Jahren Pandemie manche Beschäftigte Gedanken gemacht und die Funktion gewechselt haben. Das ist leider so, aber es stimmt uns auch demütig."


Corona-News vom 06.10.2021

+++ VGH: Ausgangsbeschränkungen waren unzulässig +++

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat die Corona-Ausgangsbeschränkungen vom Frühjahr 2020 in Bayern für unzulässig erklärt. Die Richter bemängelten insbesondere, dass damals Einzelpersonen ohne besonderen Grund nicht ihre Wohnung verlassen durften. "Da hat der Senat gesagt, aus infektiologischer Sicht waren diese Personen nicht gefährdet", erläuterte VGH-Sprecher Andreas Spiegel am Mittwoch die Entscheidung der Richter.

In dem Verfahren ging es um die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung vom 27. März 2020. Darin war festgelegt, dass das Haus "nur bei Vorliegen triftiger Gründe" verlassen werden durfte. Als Gründe waren dann beispielsweise die Berufsausübung, Einkäufe, Sport im Freien oder das Gassi gehen mit dem Hund definiert. Dies fanden die Richter allerdings unverhältnismäßig, insbesondere weil Bayern über die damaligen Bund-Länder-Beschlüsse nach Ansicht des Senats zu weit hinausging.

+++ Studie: Junge Menschen fühlen sich von Lockerungen gestresst +++

Etwa ein Drittel der jungen Menschen in Deutschland fühlt sich von den Lockerungen der Corona-Maßnahmen auch mal gestresst. Der Aussage "Ich fühle mich unter Druck gesetzt, viele Dinge zu unternehmen, wenn es wieder möglich ist" stimmten im September 34 Prozent der nach 1995 Geborenen (Generation Z) zu, wie aus einer Sonderauswertung des Instituts für Generationenforschung in Augsburg hervorgeht, die der Nachrichtenagentur dpa exklusiv vorliegt.

Seit Beginn der Pandemie fragt das private Institut alle zwei Wochen mindestens 1.500 repräsentativ ausgewählte Menschen, wie sie die Corona-Pandemie erleben. Damit sind auch Langzeitbeobachtungen möglich. Im Mai hatte die Zustimmung zu der oben genannten Aussage bei der Generation Z noch 54 Prozent betragen. Seither nehmen die Zustimmungswerte in dieser Altersgruppe ab.

Bei Älteren sind die Zustimmungswerte geringer, bleiben dafür aber seit Beginn der Lockerungen relativ konstant. Bei der Generation Y (26 bis 39 Jahre) pendelt der Wert um 30 Prozent. Je älter die Gruppe, desto geringer die Zustimmung. Bei den sogenannten Babyboomern ab 56 Jahren stieg der Wert zuletzt wieder an: 11 Prozent fühlen sich demnach unter Druck, etwas unternehmen zu müssen.

+++ Spahn und Wieler appellieren für Corona- und Grippeimpfung für "sicheren Winter"  +++

Auf einer Pressekonferenz haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler an die noch Ungeimpften apelliert, sich gegen Corona impfen zu lassen. Zudem hat der Politiker die Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, sich in diesem Herbst auch besonders zahlreich gegen Grippe impfen zu lassen. Weil es in Deutschland im vergangenen Jahr infolge des teilweisen Lockdowns so gut wie keine Grippe gegeben hatte, sei das Risiko einer Grippewelle in diesem Jahr umso höher, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin. "Bitte lassen Sie sich gegen Grippe impfen", sagte der Minister. "Genug Grippeimpfstoff ist vorhanden."

Lade TED
 
Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

+++ Spahn und Wieler bereiten auf Herbst vor - Ärzte warnen vor Grippewelle +++

Der befürchtete Anstieg an Corona- und Grippe-Infektionen im Herbst und Winter rückt an diesem Mittwoch in Berlin in den Blick. Dazu treten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Vormittag gemeinsam vor die Öffentlichkeit. Im Zentrum soll das Thema Impfen stehen.

Das RKI hatte in seinem jüngsten Wochenbericht eine Zunahme bei den Corona-Zahlen vorhergesagt. Als Gründe nannte das RKI, dass es noch immer eine große Zahl ungeimpfter Menschen gebe und Kontakte in Innenräumen im Herbst zunähmen. Zudem fürchten Ärzte eine Grippewelle. Derzeit gibt es bereits eine Häufung an Atemwegsinfekten bei Minderjährigen. Ärzte berichten davon, dass nun Infekte nachgeholt würden, die es wegen des teilweisen Lockdowns im vergangenen Winter und Frühjahr nicht gegeben habe.


Corona-News vom 05.10.2021

+++ FDP-Fraktionschef Hagen kritisiert neue Corona-Regeln in Bayern +++

Der Fraktionschef der FDP im bayerischen Landtag, Martin Hagen, ist mit den angekündigten neuen Corona-Regeln im Freistaat nicht einverstanden. "Die neuen Regeln sollen den Druck auf Ungeimpfte weiter erhöhen", sagte Hagen am Dienstag dem Radiosender "Antenne Bayern". "Wir sehen aber, dass der politische Druck zunehmend zu Trotzreaktionen führt und nicht zu höheren Quoten." Deshalb müssten die Einschränkungen jetzt für alle aufgehoben werden, sagte Hagen. "Jeder, der sich schützen möchte, kann das eigenverantwortlich durch eine Impfung tun."

+++ Corona-Infizierter feiert in Diskothek im Bayerischen Wald +++

Ein Corona-Infizierter hat am Wochenende in einer Diskothek in Patersdorf im Landkreis Regengefeiert. Wie das Landratsamt Regen am Dienstag berichtete, hatte der Mann zuvor zwar einen PCR-Test gemacht. Als er aber am Samstagabend in das gut besuchte Lokal ging, habe das Ergebnis noch nicht vorgelegen. "Wir wissen noch nicht, ob es eine fehlerhafte Kontrolle war oder ob sich der Mann irgendwie reingemogelt hat", sagte der Behördensprecher. Beides werde ermittelt und sowohl der Mann als auch die Lokalbetreiber müssten mit erheblichen Strafen rechnen.

Nach Auskunft der Behörde war der Mann weder geimpft noch genesen und hätte deshalb nur mit einem negativen Test eingelassen werden dürfen. Der Betreiber hätte zudem entsprechend der für Clubs geltenden 3G-plus-Regel sicherstellen müssen, dass kein Gast ohne ausreichenden Nachweis eingelassen werde. Als das Testergebnis am Sonntag endlich vorlag, wurde bei dem Mann eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt. Das Landratsamt rief daraufhin alle Besucher auf, auf Krankheitszeichen zu achten und sich testen zu lassen, um Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.

+++ Dehoga begrüßt "Neuregelungen ausdrücklich" +++

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Bayern hat die von der Landesregierung beschlossene Neuregelung zur Öffnung von Veranstaltungen für Geimpfte und Genesene begrüßt. "Es ist ein weiterer Schritt in Richtung Normalität", so Landesgeschäftsführer Thomas Geppert zur Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Er gehe davon aus, dass eine Reihe von Gastwirten von den neuen Möglichkeiten Gebrauch machen werde.

Für Speiselokale bedeute dies im Wesentlichen, dass die Maske nun auch beim Toilettengang nicht mehr aufgesetzt werden müsse, sagte Geppert. Größere Vorteile sieht er dagegen für Lokale, die auch Unterhaltung anbieten, etwa Musik und Tanz oder für die bevorstehenden Weihnachtsfeiern. "Wir begrüßen die Neuregelung ausdrücklich."

+++ Virologe fordert Ende aller Maßnahmen für Kinder +++

Der Virologe Klaus Stöhr unterstützt die Forderung nach Lockerungen an Schulen. Der Wissenschaftler sprach sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag) für das Ende aller Corona-Maßnahmen - den "Freedom Day" - für Minderjährige aus. "Sie sollten alle als geimpft oder genesen gelten und Masken in den Schulen und die Testpflicht für diese Gruppe verschwinden." Mit den Massentests von Kindern werde "einfach nur sinnlos Geld verbrannt".

Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag), Kinder seien "unter anderem als Folge der Corona-Maßnahmen inzwischen in erhöhtem Maße zu einer leichten Beute für Viren geworden, die ihnen früher kaum etwas anhaben konnten". Eine Maskenpflicht in Schulen halte er nicht für nötig, wenn parallel getestet werde.

Corona-News vom 04.10.2021

+++ Weitere Lockerungen in Bayern beschlossen +++

Das bayerische Kabinett hat am Montag weitere Corona-Lockerungen beschlossen. Demnach entfallen Maskenpflicht, Obergrenzen bei der Personenzahl, Alkoholverbot und Mindestabstandsgebot bei Sport- und Kulturveranstaltungen. Fußballvereine dürfen also auch ihre Stadien wieder komplett auslasten.

Voraussetzung dafür: Es muss 2G (geimpft/genesen) oder 3G plus gelten. Bei 3G plus ist als Test lediglich ein PCR-Test zugelassen. Die Entscheidung, ob 2G oder 3G plus angewendet wird, ist für die Betreiber vollkommen freiwillig. Die Regelungen werden laut Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) streng kontrolliert, der Veranstalter muss dafür Sorge tragen.

Bei Verstößen drohen dem Veranstalter bis zu 5.000 Euro Strafe, für die Personen, dies sich nicht daran halten, 250 Euro. Die Lockerungen gelten ab Mittwoch, 6.10.

+++ EMA empfiehlt Booster-Impfung für Menschen mit schwachem Immunsystem +++

Für Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem empfiehlt die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) eine Corona-Auffrischungsimpfung mit Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna. Zu diesem Schluss seien die Experten des EMA-Ausschusses für Humanarzneimittel nach der Auswertung von Studien gekommen, teilte die Behörde am Montag in Amsterdam mit.

Es habe sich gezeigt, dass eine dritte Dosis dieser Impfstoffe bei Patienten, die eine Organtransplantation erhalten hatten, die Fähigkeit zur Bildung von Antikörpern gegen das Virus Covid-19 verstärkt. Bis zur Booster-Impfung sollte laut EMA mindestens 28 Tage nach der zweiten Corona-Impfung gewartet werden.

+++ Bayerischer Hausarzt unter Impf-Manipulations-Verdacht +++

Nach möglicherweise falsch bescheinigten Corona-Impfungen in Nordschwaben haben am Montag erste Patienten das Testangebot des Landratsamtes Donau-Ries angenommen. Es gebe ein reges Interesse an den Tests, sagte ein Sprecher der Kreisbehörde in Donauwörth. Am Dienstag will das Landratsamt zusammen mit der Polizei weitere Informationen zu dem Fall bekanntgeben.

Ein Hausarzt aus dem Landkreis steht im Verdacht, seinen Patienten Impfausweise über Corona-Schutzimpfungen ausgestellt zu haben, ohne tatsächlich einen Impfstoff gespritzt zu haben. Alle Patienten der Praxis sind deswegen nun aufgerufen, eine Antikörperbestimmung durchführen zu lassen. Von der Praxis selbst war am Montag keine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu erhalten.

+++ Lockerungen bei der Maskenpflicht an Schulen +++

Viele Schüler, Lehrer und Eltern haben auf diesen Tag gewartet: Von Montag an greifen in Bayern Lockerungen bei der Maskenpflicht in Schulen. Das Kabinett hatte diese am Donnerstag beschlossen. Bereits am Mittwoch waren die Änderungen von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) angekündigt worden.

Im Unterricht müssen Schülerinnen und Schüler im Unterricht keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Das gilt auch bei sonstigen Schulveranstaltungen und in der Mittagsbetreuung - und zwar auch dann, wenn am Platz der Mindestabstand zum Nachbarn nicht eingehalten wird. Ansonsten müssen die Schüler im Schulgebäude weiterhin Maske tragen. Diese Neuauflage der Corona-Verordnung gilt zunächst bis zum 29. Oktober - sie muss alle vier Wochen verlängert werden.

+++ Corona führt zu mehr illegaler Prostitution +++

Die Corona-Zeit hat viele Prostituierte in Deutschland in die Illegalität abwandern lassen. Hedwig Christ von der Beratungsstelle Kassandra in Nürnberg betrachtet das mit Sorge: "Wir hören von Frauen, die illegal arbeiten, dass die Kunden mehr verlangen." Andere Prostituierte wollten sich nach den Erfahrungen in den vergangenen beiden Jahren jetzt beruflich verändern und einen krisenfesten Job suchen.

Trotz der Lockerungen der Corona-Maßnahmen in allen Bundesländern sind viele Prostitutionsstätten nach Angaben des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen nach wie vor geschlossen, weil die Geschäfte zu schlecht liefen oder Prostituierte fehlten.


Corona-News vom 03.10.2021

+++ Biontech-Chef hält Impfstoff-Anpassung 2022 für möglich +++

Die Corona-Impfstoffe müssen Biontech-Chef Ugur Sahin zufolge 2022 womöglich an neuen Virusvarianten angepasst werden.

Im laufenden Jahr sei dies unnötig, denn die Impfstoffe wirkten auch gegen die bisherigen Varianten, auch wenn diese ansteckender seien, sagt Sahin der "Financial Times".

"Aber Mitte nächsten Jahres könnte die Situation schon anders aussehen", fügt er hinzu. Gegenwärtig schienen Auffrischungsimpfungen in der Lage zu sein, die Hauptvarianten zu bekämpfen. Das Virus werde jedoch mit der Zeit weitere Mutationen entwickeln.

+++ Nachholeffekte: Viel mehr Kinder als üblich mit Atemwegsinfekten +++

Laufende Nase, Husten und Fieber: Auffallend viele Kinder machen seit einigen Wochen Atemwegsinfekte durch, die eigentlich erst in den Wintermonaten zu erwarten wären.

Betroffen seien vor allem unter Sechsjährige, sagte Jakob Maske, Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Deutschen Presse-Agentur.

Aufgrund von Kita-Schließungen und anderen Corona-Maßnahmen im vergangenen Winter und Frühjahr seien sie bisher nicht in Kontakt mit bestimmten Erregern gekommen. "Die Infekte werden jetzt nachgeholt."

+++ Lufthansa will Mitarbeiter verpflichtend impfen lassen +++

Während in Deutschland derzeit keine Impfpflicht gilt, hat sich die Lufthansa jetzt für eine verpflichtende Impfung ihres Flugpersonals ausgesprochen.

Dies teilte Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser gegenüber der "Bild am Sonntag" mit. Die Fluggesellschaft befürworte demnach eine Impfpflicht für alle Crews sowie eine Erhebung der Impfdaten.


Corona-News vom 02.10.2021

+++ Weltweit mehr als fünf Millionen Corona-Tote +++

Die Zahl der Corona-Toten weltweit ist auf über fünf Millionen gestiegen, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur Reuters ergab. Demnach hat die Delta-Variante für einen sprunghaften Anstieg gesorgt. 

+++ Deutschland hat über 17 Millionen Impfstoffe abgegeben +++

 Deutschland hat inzwischen mehr als 17 Millionen Corona-Impfdosen für andere Staaten abgegeben. Davon wurden zehn Millionen Dosen des Präparats von Astrazeneca über die internationale Initiative Covax verteilt, wie aus einer neuen Aufstellung des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Gut sieben Millionen Dosen gingen direkt an Länder mit akutem Bedarf - nämlich an die Ukraine, Namibia, Vietnam, Ägypten und Ghana. Außerdem steht demnach noch eine direkte Auslieferung nach Thailand an.

Minister Jens Spahn sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur: "Wir impfen die Welt, um anderen und uns selbst zu helfen. Denn erst wenn alle geschützt sind, hat diese Pandemie endlich ein Ende."

+++ Corona-Tests für Studierende in Bayern kostenpflichtig ab November +++

An den Hochschulen gilt ab einer Inzidenz von 35 die 3G-Regelung: Zutritt haben nur Geimpfte, Genesene und Getestete. Wer sich daher testen lassen muss, kann das im Gegensatz zur Normalbevölkerung zwar unter Vorlage des Studierendenausweises nicht nur bis zum 11. Oktober, sondern noch bis zum 30. November kostenlos tun. Danach ist allerdings auch für Studis Schluss mit den Gratistests.

"Geld für Testungen von Studierenden zu verlangen, die es sich nicht leisten können, ist de facto eine Impfpflicht", kritisiert Johanna Weidlich, eine der Sprecherinnen der Landesstudierendenvertretung. Auch Alexander Fehr, Geschäftsführer der bayerischen Universitätenkonferenz, wünscht sich eine Verlängerung der Kostenübernahme mindestens bis zur Winterpause. "Uns als Verband der Universitäten wäre gelegen, dass man da noch in Gespräche tritt."

+++ Nachtleben in Bayern nimmt wieder Fahrt auf +++

Die erste Partynacht in Bayern war offenbar ein voller Erfolg für die Veranstalter, melden Agenturen.

Seit Freitagnacht (01.10.) darf in Clubs und Diskotheken nach fast eineinhalb Jahren wieder ohne Abstand und Maske gefeiert werden.  Das Ergebnis seien bereits am ersten Abend "prall gefüllte Tanzflächen" gewesen.

Anzeige für den Anbieter Twitter über den Consent-Anbieter verweigert

Für Besucher und Beschäftigte mit Kundenkontakt gilt dabei eine verschärfte 3G-Regel: Einlass bekommen nur Geimpfte, Genesene oder Besucher mit negativem PCR-Test.

Ein Antigen-Schnelltest oder ein Selbsttest genügen nicht. 

+++ Kinder- und Jugendärzteverband: Maskenpflicht an Schulen unangemessen +++

In der Debatte um eine Maskenpflicht an Schulen hat sich der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, gegen eine allgemeine Fortführung der Maßnahme ausgesprochen. "Ich halte eine generelle Fortsetzung einer Maskenpflicht in Schulen für unangemessen", sagte Fischbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). 

Er sehe etwa keinen Grund, warum Grundschüler im Unterricht grundsätzlich weiterhin Maske tragen sollten, zumal sie erheblich weniger zum Infektionsgeschehen beitrügen als Jugendliche und Erwachsene. Die Entscheidung müsse sich jeweils an den Inzidenzwerten und am Lebensalter der Kinder ausrichten. Fischbach kritisierte, es könne nicht sein, dass den Jüngsten das Maskentragen "weiterhin von der Gesellschaft zugemutet wird, um auf diejenigen Rücksicht zu nehmen, die sich einer Impfung verweigern".

+++ Corona-Infektionen steigen den vierten Tag infolge +++

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am vierten Tag in Folge etwas gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 64,4 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 64,3 gelegen, vor einer Woche bei 60,6 (Vormonat: 76,9).

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 8.517 Corona-Neuinfektionen (Stand: 04.14 Uhr). Vor einer Woche hatte der Wert bei 7.211 Ansteckungen gelegen.

In München liegt die Inzidenz bei 87,0, wie das RKI am Samstagmorgen mitteilte.


Corona-News vom 01.10.2021

+++ Impfnachweise gefälscht? Kripo ermittelt +++

Ein Hausarzt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries steht im Verdacht, seinen Patienten fälschlicherweise Impfausweise über Corona-Schutzimpfungen ausgestellt zu haben. Nachdem die Kriminalpolizei am Donnerstag mitgeteilt hatte, die Praxis des Mediziners sei durchsucht worden, warnte am Freitag das Landratsamt Donau-Ries die Patienten davor, die Impfnachweise zu verwenden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg war am Freitagabend nicht zu erreichen.

"Es besteht der Verdacht, dass es zu Unregelmäßigkeiten im Rahmen von Impfungen gegen das Covid-19-Virus durch den Mediziner gekommen ist", heißt es in der Mitteilung des Landratsamtes. Unklar blieb zunächst, ob den Patienten falsche Spritzen verabreicht wurden oder ob Impfungen - dann wohl mit Wissen der Patienten - gänzlich unterblieben und nur vorgetäuscht wurden. Es bestehe jedenfalls die Gefahr, dass bei Patienten, die einen in der Praxis ausgestellten Impfnachweis erhalten haben, kein ausreichender Impfschutz bestehe.

"Patienten, die sich in dieser Praxis einer Covid-19-Schutzimpfung unterzogen haben, benötigen zur Abklärung des Impfschutzes einen Antikörper-Test", heißt es in der Mitteilung weiter. 

+++ Amtsärzte fordern 3G-Regel für Berufe mit Kundenkontakt +++

Die deutschen Amtsärzte fordern angesichts des beginnenden Herbstes eine Ausweitung der 3G-Regel sowie von Corona-Informationspflichten auf alle Berufe mit Kundenkontakt. Notwendig sei, die 3G-Regel - geimpft, getestet oder genesen - flächendeckend für alle Bereiche mit Kundenkontakt einzuführen, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Verbunden werden müsse dies mit einer Auskunftspflicht für die Beschäftigten oder einem Informationsrecht für Arbeitgeber. Es nutze wenig, wenn beispielsweise Restaurantgäste eine Impfung, Genesung oder einen negativen Corona-Test nachweisen müssten, "aber der Arbeitgeber sein Gaststättenpersonal nicht danach fragen darf", sagte Teichert.

+++ Airlines erstatten Tickets für stornierte Flüge +++

Kunden von Lufthansa, Ryanair, Eurowings und 13 weiteren Fluggesellschaften können künftig einfacher Erstattungen für zu Beginn der Corona-Pandemie annullierte Flüge bekommen. Zudem wollen die Airlines ihre Gäste besser über ihre Rechte informieren. Wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, wurde dies im Dialog zwischen Verbraucherschutzbehörden, den Airlines und der Kommission vereinbart. 

Hintergrund der Gespräche ist, dass viele Fluggesellschaften vor allem zu Beginn der Corona-Pandemie massenhaft die Rechte ihrer Kunden missachtet hatten. So wurden Fluggäste unter anderem dazu gedrängt, Gutscheine für gestrichene Flüge anzunehmen, obwohl diese hätten erstattet werden müssen. Die meisten Fluggesellschaften stimmten nun zu, dass solche Gutscheine, die bislang nicht genutzt wurden, ausgezahlt werden können. Nationale Behörden müssten noch entscheiden, wie mit den Fällen umgegangen werden soll, in denen Gutscheine nicht erstattet werden.


Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und besserer Ladezeiten unseres Newsblogs haben wir alte Beiträge ab dieser Stelle gelöscht. Der erste Eintrag stammt vom 1. Oktober.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 14 – Artikel empfehlen