Update

Coronavirus-News: Lindner verspricht "verhältnismäßigere Bekämpfung der Pandemie"

Das Coronavirus beschäftigt München, Bayern und Deutschland weiterhin. Alle Neuigkeiten, Maßnahmen und Hinweise zum Erreger Sars-CoV-2 lesen Sie im AZ-Newsblog.
| AZ
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
 31 Teilen

Der Erreger Sars-CoV-2, der die Krankheit Covid-19 auslösen kann, sorgt in München, Bayern und Deutschland seit nun mehr rund zweieinhalb Jahren für teils drastische Maßnahmen. In unserem Newsblog informieren wir Sie über die aktuellen Corona-Entwicklungen in München und Bayern.


Corona-News vom 10.08.2022

+++ Lindner will weniger Einschränkungen als in vergangenen Pandemie-Wintern +++

Im Streit um die Corona-Maßnahmen für Herbst und Winter macht sich FDP-Chef Christian Lindner für weniger Einschränkungen als in den vergangenen Pandemie-Wintern stark. "Es wird eine liberalere, eine verhältnismäßigere Bekämpfung der Corona-Pandemie geben", sagte Lindner dem Fernsehsender Welt.

Das vergangene Woche nach langen Verhandlungen vorgelegte Schutzkonzept von Justizminister Marco Buschmann (FDP) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bezeichnete Lindner als "erste Vorschläge". "An denen wird jetzt weitergearbeitet", sagte der Finanzminister.

"Ich nehme auch wahr, wie die öffentliche Reaktion auf dieses und jenes Detail war, das werten wir aus und die Menschen können sicher sein: Mit den wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs lassen wir sie nicht allein, und wir werden auch nicht wieder in Deutschland zu flächendeckenden pauschalen Freiheitseinschränkungen zur Pandemiebekämpfung kommen."

+++ "Nicht sehr erhellend": Holetschek kritisiert Gespräch mit Lauterbach +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat seine Kritik an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nochmals bekräftigt. Er wirft Lauterbach vor, beim neuen Infektionsschutzgesetz nicht auf die Kritik der Länder einzugehen.

Am Dienstag trafen sich die Länderminister mit Lauterbach, das Gespräch sei "nicht sehr erhellend" gewesen, wie Holetschek am Abend bei "RTL Direkt" sagte. Er bleibe bei seiner Aussage, dass die Kommunikation Lauterbachs mangelhaft sei.

"Karl Lauterbach hat natürlich die Fragen beantwortet, aber nicht so dass wir das Gefühl hatten – oder ich zumindest  – dass die Kritik  angekommen ist", erklärte Holetschek: "Ich hatte  das Gefühl, heute eher in einer Vorlesung zu sein, als in einer politischen Auseinandersetzung, in dem Sinne, dass wir Gemeinsamkeiten erzielen wollen, und das Beste für den Herbst erreichen, das war für mich heute tatsächlich nicht sichtbar."

+++ Holetschek: Seit Corona weniger Masern +++

Die Zahl der Masern-Fälle in Bayern ist nach Angaben von Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) seit der Corona-Pandemie deutlich gesunken. In diesem Jahr seien bisher nur drei Masern-Infektionen registriert worden, im vergangenen Jahr zwei und anno 2020 auch nur zwölf. "Das ist eine erfreuliche Entwicklung! Denn 2019 lag die Zahl der Infektionen im Freistaat noch bei 75 Infektionen und 2018 sogar bei 108 Infektionen", sagte Holetschek am Mittwoch in München.

Die Corona-Schutzmaßnahmen und das reduzierte Reisen könnten den Trend unterstützt haben. Außerdem gilt seit März 2020 bundesweit das Masernschutzgesetz mit der Impfnachweispflicht in Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten, medizinischen Einrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften. Bei den Einschulungsuntersuchungen für das Schuljahr 2019/20 lag die Impfquote in Bayern bei 93 Prozent für die zweite Masern-Impfung.


Corona-News vom 09.08.2022

+++ Masken sollen bei angespannter Lage innen Pflicht werden +++

Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Fall einer deutlich verschlechterten Corona-Lage im Herbst und Winter auf eine Maskenpflicht in Innenräumen einstellen. "Klargestellt ist, dass Maskenpflicht in Innenräumen bei einer angespannten Pandemielage die Regel sein soll", sagte Lauterbach nach einer Schaltkonferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern am Dienstag.

Mehrere Länder hatten im Vorfeld Kritik an geplanten Ausnahmen geübt. Hierbei geht es um den Plan, Menschen von Maskenpflichten in Restaurants oder bei Kultur- und Sportveranstaltungen zu befreien, wenn ihre Impfung nicht älter als drei Monate ist.

Lauterbach sagte: "Nur in Ausnahmefällen soll davon abgewichen werden können." Dadurch werde die Notfall-Regel noch sicherer. "Von einem frisch Geimpften geht selbst dann ein relativ geringes Infektionsrisiko aus, wenn er keine Maske trägt."

+++ Haustiere aus Corona-Zeit füllen Tierheime +++

Viele Tierheime in Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes zurzeit überlastet. So nehmen unter anderem das Tierheim in Berlin und das in Nürnberg keine neuen Tiere mehr auf, weil sie schon zu viele Hunde, Katzen und Kleintiere betreuen. "Wir sind voll bis unters Dach", sagt die Nürnberger Tierheimleiterin Tanja Schnabel.

Auffällig ist nach Angaben mehrerer Tierheime, dass besonders viele junge Hunde abgegeben werden, die schwierig im Umgang seien und viel Betreuung bräuchten. "Da hatten sich die Leute vermutlich unbedarft im Zuge des Corona-Haustierbooms kleine Welpen ins Haus geholt, aber nicht die notwendige Erziehungsarbeit geleistet. Spätestens mit dem Beginn der Pubertät waren sie dann völlig überfordert mit dem Junghund", meint Beate Kaminski vom Berliner Tierheim.

+++ Bayern fordert deutliche Nachschärfung des Infektionsschutzgesetzes +++

Der umstrittene Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz muss aus Sicht Bayerns dringend verschärft werden. "Der bisherige Gesetzentwurf weist deutliche Lücken auf", sagte Landesgesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Der Bund müsse daher unter anderem die Kriterien nachschärfen, mit denen die Länder wirksamere Maßnahmen zum Schutz vor Corona-Ansteckungen beschließen und vollziehen könnten.

An diesem Dienstag wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern in der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) über den in der vergangenen Woche vorgelegten Entwurf beraten. "Ich habe zwar meine Zweifel, dass heute nach der GMK bereits ein rundes und stimmiges Gesetz stehen wird", sagte Holetschek. Es sei aber die bislang erste Gelegenheit für die Fachminister der Länder, ihre Meinungen und Erfahrungen überhaupt einzubringen. "Wichtig ist, dass jetzt Schluss ist mit dem Klein-Klein zwischen FDP und SPD in der Ampel-Koalition und wir das Gesetz fachlich auf ein solides Fundament heben. Zeit wird's."

Lesen Sie auch


Corona-News vom 07.08.2022

+++ Lauterbach will "klare" Impfempfehlungen für alle Altersgruppen +++

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich für "klare Empfehlungen" auch für Menschen unter 60 oder 70 Jahren ausgesprochen, ob und in welchen Fällen eine vierte Corona-Impfung ratsam ist. "Natürlich wollen auch die Jüngeren wissen, was sie denn nun machen sollen. Wir brauchen jetzt klare Empfehlungen für alle Altersgruppen", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Spätestens, wenn die neuen an die Omikron-Variante angepassten Impfstoffe da seien, "sollte es klare Ansagen auch für die unter 60-Jährigen geben".

+++ Sorge vor "komplexem Infektionsgeschehen": 100.000 zusätzliche Grippe-Impfdosen +++

Um sich für die kommende Grippesaison zu wappnen, holt der Freistaat 100.000 zusätzliche Impfdosen. Fachleute gingen davon aus, dass im Herbst und Winter eine Corona- und eine Influenza-Welle zusammentreffen könnten, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Sonntag in München. "Wir müssen mit einem komplexen Infektionsgeschehen rechnen."

Holetschek betonte, dass die Grippe-Impfung beim gleichen Arztbesuch verabreicht werden könne wie eine Auffrischimpfung gegen Corona. Vor allem chronisch Kranke, Schwangere und über 60-Jährige sollten sich gegen die Grippe impfen lassen.

Bayern empfehle aber allen Menschen die Impfung gegen Influenza. "Je mehr Menschen sich gegen Grippe impfen lassen, desto besser – denn in diesem Jahr ist eine Impfung besonders wichtig", sagte Holetschek. Dazu solle man sich bei seinem behandelnden Arzt beraten lassen.

Corona-News vom 06.08.2022

+++ Münchner Virologin: Wiesn trotz Infektionsrisikos nicht absagen +++

Trotz eines gewissen Corona-Infektionsrisikos für Besucher sollte das Oktoberfest in München nach Ansicht der Münchner Virologin Ulrike Protzer nicht abgesagt werden. "Wenn man sich für die Wiesn entscheidet, muss man ein gewisses Infektionsrisiko in Kauf nehmen", sagte die Leiterin der Virologie an der Technischen Universität und am Helmholtz-Zentrum München der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). Eine erneute Oktoberfest-Absage sei aus ihrer Sicht dennoch keine Option.

"Eines Tages muss man zum normalen Leben zurückkehren, und das geht mittlerweile auch, wenn man dabei vernünftig ist", sagte Protzer. Ältere und immungeschwächte Menschen sowie Menschen mit Vorerkrankungen, denen Corona besonders gefährlich werden kann, sollten demnach der Wiesn fernbleiben. Allen anderen rate sie, sich zwei bis vier Wochen vorher eine Auffrischungsimpfungzu holen – "und möglichst auch gleich noch eine Impfung gegen Grippe dazu".

+++ RKI registriert 49 609 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 417,2 +++ 

 Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 417,2 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 432,2 gelegen (Vorwoche: 578,1; Vormonat: 678,8). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.


Corona-News vom 05.08.2022

+++Ärztin wegen falscher Atteste zu Haftstrafe verurteilt +++

Wegen der Ausstellung von Hunderten falschen Masken-Attesten ist eine Ärztin aus Oberbayern zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. 

In der Pandemie hatten insbesondere Corona-Leugner häufig versucht, von Ärzten Befreiungen von der Masken-Pflicht zu erhalten. Begründet wurde dies dann damit, dass die Inhaber der Atteste angeblich aus medizinischen Gründen keine Masken tragen könnten. Die angeklagte Medizinerin soll solche Gesundheitszeugnisse ausgestellt haben, ohne die Betroffenen richtig untersucht zu haben. Insgesamt ging es um 309 Fälle.

Aufgrund der mangelnden Schuldeinsicht der Angeklagten sei die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt worden, so das Amtsgericht. Es ordnete auch ein dreijähriges Berufsverbot an.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung hätten mittlerweile Berufung gegen das Urteil eingelegt. 

+++ Bayerisches Handwerk: Sorge um Personalausfälle durch Corona +++

Dem Handwerk bereiten - neben einem möglichen Gas-Engpass - auch durch Corona ausfallende Mitarbeiter Sorge.
Insgesamt bewerten die bayerischen Handwerksbetriebe ihre Lage als überwiegend positiv, nur beim Blick in die Zukunft zeigen sich Bedenken. Im zweiten Quartal sagten 48 Prozent der befragten Betriebe, die Geschäftslage sei gut, wie die Handwerkskammer Bayern am Freitag mitteilte.

Das sind vier Punkte weniger als vor einem Jahr. Eine Verbesserung in den kommenden Monaten erwarten inzwischen allerdings nur noch acht Prozent. Das ist gegenüber dem Vorjahr fast eine Halbierung.

+++ Belastung der Kliniken geht zurück +++

Nachdem die 7-Tage-Inzidenzen seit rund zwei Wochen eine deutliche Abwärtstendenz zeigen, macht sich dies inzwischen auch auf den Normal- und Intensivstationen bemerkbar, wie aus am Freitag veröffentlichten Zahlen hervorgeht.

So meldet das RKI für den Freistaat eine Inzidenz von 484. Vor zwei Wochen war sie mit 958,3 noch fast doppelt so hoch. Allerdings geht das RKI von vielen Fehl- oder Nichtmeldungen aus. Die vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gemeldeten Covid-Hospitalisierungen sind binnen sieben Tagen auf 1.056 gesunken. Vor zwei Wochen lag der Wert, der auch Normalstationen einschließt, knapp unter 1.500. 

Das bundesweite Intensivregister meldete am Freitagmorgen einen Wert von 216. Ende Juli hatte der Wert noch vorübergehend bei mehr als 280 gelegen.


Corona-News vom 04.08.2022

+++ Wirtshauskultur-Verein: Corona-Maßnahmen "nicht tragbar" +++

Der Verein zum Erhalt der Bayerischen Wirtshauskultur (VEBWK) hat den für Herbst und Winter für Deutschland geplanten Corona-Maßnahmenkatalog als "nicht tragbar" bezeichnet. "Während Frankreich und Österreich weiter lockern, setzt die Bundesregierung ab Herbst unabhängig von der Feststellung einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite auf ein Stufenmodell von umfassenden Beschränkungen", sagte VEBWK-Geschäftsführerin Ursula Zimmermann laut Mitteilung vom Donnerstagabend. Zudem sei die Ausgestaltung des Maßnahmenkatalogs so gewählt, dass ein Kontrollchaos vorprogrammiert sei.

"Unsere Wirtschaft hat sich noch immer nicht vollständig von den letzten Monaten erholt und schon stehen neue Maßnahmen im Raum, die die Betriebe vor existenzielle Schwierigkeiten stellen", sagte Zimmermann. Für die Gastronomen, "die mit Müh und Not die vergangenen Jahre überstanden haben", seien die neuen Maßnahmen ein Schlag ins Gesicht. "Das ist einfach unfassbar!", so die Verbandschefin.

Zum Schutz vor einer neuen Corona-Welle soll nach Plänen der Bundesregierung in vielen öffentlichen Innenräumen von Oktober an wieder Maskenpflicht möglich sein. Die Entscheidung darüber sollen die Bundesländer selbst treffen. Unter anderem in der Gastronomie sowie bei Kultur- und Sportveranstaltungen soll es Ausnahmen von der Maskenpflicht geben - allerdings nur für frisch getestete, genesene oder frisch geimpfte Menschen. Die letzte Impfung darf dabei nicht länger als drei Monate zurückliegen.

+++ Entwurf für neues Infektionsschutzgesetz: Holetschek ist enttäuscht +++

Am Mittwoch präsentierten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) den Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz. Aus Bayern gibt es bislang eher kritische Reaktionen.

"Gut gemeint ist noch lang nicht gut gemacht", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) im BR. Zwar begrüße er die getroffenen Maßnahmen – jedoch gebe es noch viele Fragen. Denn: Getestete, frisch Geimpfte (innerhalb der letzten drei Monate) und Genesene seien dem Entwurf zufolge bei bestimmten Veranstaltungen und in der Gastro von der Maskenpflicht ausgenommen. Für Holetschek ein zu großes Durcheinander: "Das kann im Vollzug vor Ort kein Mensch kontrollieren“, sagte der Gesundheitsminister.

Zudem sei noch unklar, wann die einzelnen Länder striktere Regeln beschließen können. "Bei welchen Werten und Stufen sollten wir welche Maßnahmen scharf stellen?" Holetschek sehe "klare handwerkliche Mängel".


Corona-News vom 03.08.2022

+++ Lauterbach über neues Gesetz: Hoffentlich kein Flickenteppich +++

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat den Entwurf für das neue geplante Infektionsschutzgesetz gegen Kritik verteidigt. Es gehe nicht darum, wer sich durchgesetzt habe, so Lauterbach am Abend, man habe ein gemeinsames Produkt entwickelt. Es handele sich um ein "relativ simples Konzept" in zwei Stufen: "Ab dem 1.10. kann man vereinfachend sagen gilt überall die Maskenpflicht in Innenräumen", so Lauterbach in "RTL Direkt", "plus eben in den Bars, Restaurants, Cafés, kann man, wenn man frisch geimpft ist oder frisch genesen, die Maske abnehmen".

Einiges werde der Bund umsetzen, wie die Homeoffice-Pflicht, anderes liege bei den Ländern: "Dass da Flickenteppich kommt, hoffe ich nicht, wir arbeiten mit den Ländern zusammen, dass sie das Maximum nutzen, das wir anbieten."

+++ Länder sollen ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen können +++

Die Bundesländer sollen ab Oktober wieder Maskenpflichten verhängen dürfen. Das sieht ein Entwurf für das Infektionsschutzgesetz vor, wie Bundesgesundheits- und Bundesjustizministerium am Mittwoch gemeinsam mitteilten. Bundesweit soll demnach weiterhin eine Maskenpflicht in Bus, Bahn und Flieger sowie neu eine Masken- und Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten. Die Länder sollen selbst entscheiden, ob sie darüber hinaus in öffentlich zugänglichen Innenräumen Masken vorschreiben. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen und in Restaurants soll es allerdings Ausnahmen für getestete, frisch geimpfte und frisch genesene Menschen geben.

Die Länder sollen auch die Möglichkeit bekommen, Tests in Schulen, Kitas und Einrichtungen zur Unterbringung von Asylbewerbern vorzuschreiben. Eine Maskenpflicht in der Schule ist nur vorgesehen, wenn sonst kein geregelter Präsenzunterricht möglich wäre – und auch dann nur ab dem fünften Schuljahr.

Befürchtet ein Land, dass sein Gesundheitssystem oder andere kritische Infrastruktur zusammenbricht, sollen auch Maskenpflichten bei Veranstaltungen draußen möglich sein, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Dann soll es auch keine Ausnahmen für Getestete, Genesene und Geimpfte geben. Die Maßnahmen sollen vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023 gelten.

+++ Lauterbach: Verhandlungen über neues Infektionsschutzgesetz beendet +++

Die Ampel-Koalition hat das neue Infektionsschutzgesetz, mit dem eine weitere Corona-Welle im Herbst eingedämmt werden soll, nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) fertig ausgehandelt. "Ich glaube, dass das Paket sehr gut ist. Wir sind für den Herbst gerüstet", sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke-Mediengruppe über den mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) ausgehandelten Entwurf für das Gesetz. "Es schützt uns gleichzeitig vor einer Überlastung durch zu viele Covid-Patienten und einer kritischen Lage durch Personalausfälle."

Konkrete Angaben zu den Bestandteilen des Pakets machte Lauterbach nicht, die Vorstellung wird jedoch in Kürze erwartet. Dabei geht es um Anschlussregelungen der Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz, die am 23. September auslaufen. Sie sind die Rechtsgrundlage für Maßnahmen der Länder und nennen mögliche Instrumente.


Corona-News vom 01.08.2022

+++ Notaufnahmen wegen Corona-Welle überlastet +++

Die Notaufnahmen in den bayerischen Krankenhäusern sind wegen der Corona-Welle und Personalmangels überlastet. Aktuell fielen viele erkrankte Mitarbeitende aus, während die Kliniken gleichzeitig stark ausgelastet seien, teilte die Bayerische Krankenhausgesellschaft am Montag in München mit. Rettungswagen müssten deshalb länger fahren, um eine aufnahmebereite Klinik zu finden. Einige Kliniken müssten planbare, nicht lebensnotwendige Operationen verschieben.

Die Krankenhausgesellschaft ruft deshalb die Bürgerinnen und Bürger auf, nur im Fall einer stationären Behandlung eine Notaufnahme aufzusuchen. In allen anderen Fällen sollten sich die Menschen an die Bereitschaftsdienste der niedergelassenen Ärzte oder an die Rufnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 wenden.


Corona-News vom 28.07.2022

+++ Angespannte Lage auf bayerischen Intensivstationen +++

Die Corona-Inzidenz in Bayern geht seit einer Woche wieder zurück, die Krankenhäuser sind aber nach wie vor ausgelastet. Am Freitag lag laut RKI die Sieben-Tage-Inzidenz bei 786. Seit Mitte Juni war die Inzidenz gestiegen.

In den Krankenhäusern kommen allerdings nach wie vor viele Covidpatienten an, allein am Freitag waren es 1.397. Das sind immer noch mehr als auf dem Höhepunkt der Delta-Welle im letzten Winter.

Auf den Intensivstationen sind die Zahlen der behandelten Corona-Patienten laut dem bundesweitem Intensivregister zuletzt kräftig gestiegen, aber unter den Top-Werten der Delta-Welle. Die Lage ist dennoch angespannt: Am Donnerstag meldeten 81 Intensivstationen eingeschränkten, 47 teilweise eingeschränkten und nur 47 regulären Betrieb.

+++ Alarmierende Zahlen: Jeder Dritte hat während der Pandemie zugenommen +++

In der Corona-Pandemie hat sich das Gewicht vieler Erwachsener verändert: 35 Prozent haben einer Studie zufolge zugenommen, 15 Prozent hingegen zum Teil sogar erheblich abgenommen. Besonders häufig veränderte sich das Ernährungsverhalten bei denjenigen Befragten, die sich durch die Corona-Situation belastet fühlten. Dies ergab eine am Donnerstag in München vorgestellte Studie des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) der TU München.

Diejenigen, die zulegten, bringen der Umfrage zufolge im Durchschnitt nun etwa 6,5 Kilogramm mehr auf die Waage als in der Zeit vor Beginn der Pandemie - und damit mehr als noch vor einem Jahr.

+++ Wegen Corona: Gesundheitsausgaben steigen kräftig +++

Im Corona-Jahr 2020 haben die öffentlichen Haushalte deutlich mehr für die Gesundheit ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen deren Gesundheitskosten um 70,2 Prozent auf rund 4,8 Milliarden Euro, wie das Landesamt für Statistik am Donnerstag in Fürth mitteilte. Dafür verantwortlich seien die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gewesen wie Ausgleichszahlungen an Krankenhäuser und andere Einrichtungen, Corona-Tests und die im Dezember 2020 begonnene Impfkampagne.

Auch insgesamt nahmen die Gesundheitsausgaben in Bayern 2020 dem Landesamt zufolge überdurchschnittlich zu. Diese erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent auf rund 69 Milliarden Euro. In den vergangenen fünf Jahren vor Corona waren die Gesundheitskosten demnach durchschnittlich um 4,8 Prozent gestiegen. Pro Kopf wurden in Bayern 2020 rund 5.200 Euro für die Gesundheit gezahlt und damit rund 280 Euro mehr als im Vorjahr.

+++ Freundschaftskiller Corona? Jeder Fünfte hat während Pandemie Freunde verloren +++

Jeder Fünfte hat wegen auseinandergehenden Meinungen über die Corona-Maßnahmen oder Corona-Impfungen Freunde verloren. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov und des Sinus-Instituts hervor.

Trotz unterschiedlicher politischer Ansichten scheinen aber viele Freundschaften dennoch zu halten: Knapp zwei Drittel der Befragten gaben an, Freundinnen und Freunde mit anderen politischen Meinungen zu haben. 35 Prozent der Befragten zählen Menschen mit abweichenden politischen Meinungen dagegen nicht zu ihrem Freundeskreis.


Corona-News vom 27.07.2022

+++ Corona-Zahlen steigen: Sind Volksfeste schuld? +++

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Volksfesten und der aktuellen Ausbreitung des Virus? Kommunen und Kliniken blicken mit einer gewissen Sorge auf die kommenden Wochen. In München und Straubing beispielsweise ist der Aufbau von Oktoberfest und Gäubodenvolksfest in vollem Gange.

"Die gesellschaftliche Stimmung ist für die Ausrichtung von Volksfesten", sagt Achim Sing, Sprecher des Bayerischen Städtetages. Das sei die Erwartung der Bürger, aber auch der Festwirte und der Schausteller, die lange kein Geschäft hätten machen können. "Das gilt es zu respektieren." Aber natürlich ist die Sorge da, dass Volksfeste zu Spreaderevents würden. 

In der mittelfränkischen Stadt und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt war die Inzidenz im Verlauf und noch gut eine Woche nach der Bergkirchweih im Juni steil gestiegen. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Neun Tage nach dem Ende des Festes hatte sich der Wert in der Stadt mehr als verzehnfacht, im Landkreis etwa verdreifacht. Ob es einen Zusammenhang gibt, lässt sich nicht sicher sagen. Aber: "Der Verdacht liegt nahe", sagt Sing. Auch in Wunsiedel im Fichtelgebirge stieg die Inzidenz kürzlich stark an - über Volksfeste als Ursache wurde auch dort spekuliert.

Aus dem Gesundheitsministerium heißt es unter Verweis auf das Landesamt für Gesundheit (LGL), dass weiterhin "von einem diffusen pandemischen Geschehen auszugehen ist". Gelegentlich würden regional und zeitlich begrenzte Häufungen beobachtet. Auch wenn die Erfahrung zeige, dass Großereignisse nicht zwangsläufig ein verstärktes Infektionsgeschehen nach sich ziehen, bestehe bei jeder größeren Menschenansammlung grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für die Übertragung ansteckender Infektionserkrankungen, vor allem in geschlossenen Räumen.

Die Politik appelliert an die Eigenverantwortung der Bürger. Für Beschränkungen hätten die Kommunen keine rechtliche Handhabe, sagt Sing vom Städtetag. Das Ministerium ruft die Bürger angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen auch zu freiwilligen Vorsichtsmaßnahmen und zu Eigenverantwortung auf, insbesondere in Regionen, in denen die Infektionszahlen aktuell hoch sind.


Corona-News vom 26.07.2022

+++ Kabinett: Kommunale Corona-Testzentren bleiben bis Jahresende +++

Die rund 150 Corona-Testzentren der Kreisverwaltungsbehörden sollen mindestens bis zum Jahresende erhalten bleiben. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Das gleiche gilt für die mobilen Teststrecken der Regierungen. Zudem sollen die kommunalen Testzentren nach den Sommerferien um weitere dezentrale mobile Teams ergänzt werden. Damit stehe zusammen mit den Teststellen von privaten Anbietern, Apotheken, Ärzten und Rettungsdiensten ein dichtes flächendeckendes Netz von rund 2.600 Teststellen bereit, hieß es in der Mitteilung der Staatskanzlei.

Zudem sollen besonders gefährdete Gruppen noch besser geschützt werden. Dazu sollen in den Alten- und Pflegeheimen ab Herbst präventive PCR-Pooltests ermöglicht werden. Mit diesem freiwilligen zusätzlichen Angebot zu den üblichen Schnelltests baue man auf den sehr guten Erfahrungen mit den Pooltests für Schulen auf, hieß es. Damit könnten Infektionen noch früher erkannt und die Ausbreitung des Virus in den Einrichtungen noch effizienter vermieden werden.

+++ Piazolo: Keine Schulschließungen wegen Corona im Winter +++

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) lehnt das erneute Schließen von Schulen als Antwort auf eine möglicherweise bevorstehende Corona-Herbstwelle ab. "Schule nicht nur als Lernort, sondern als sozialer Ort, ist zu wichtig, als dass wir uns nochmals auf flächendeckende Schulschließungen einlassen sollten. Die Maxime lautet Präsenzunterricht", sagte Piazolo der Mediengruppe Bayern, zu der Titel wie "Donaukurier" oder "Passauer Neue Presse" gehören (Mittwochausgabe).

Zudem müssten Corona-Maßnahmen in der Schule mit den Einschränkungen außerhalb im Gleichklang stehen. "Wir können nicht auf einer Wiesn mit beinahe sechs Millionen Besuchern ohne Maßnahmen feiern, während an den Schulen strenge Regeln gelten", sagte er mit Blick auf das Münchner Oktoberfest. "Das würden die Menschen zu Recht nicht mehr nachvollziehen, da braucht es eine Konsistenz der Maßnahmen", sagte Piazolo.

+++ Corona-Pandemie hat uns ein halbes Jahr Lebenserwartung gekostet +++

Die Lebenserwartung in Deutschland ist seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich gesunken. Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug 2021 für neugeborene Mädchen nur noch 83,2 Jahre und für neugeborene Jungen 78,2 Jahre. Damit hat sich die Lebenserwartung von Neugeborenen im Vergleich zu 2019 - dem letzten Jahr vor der Pandemie - stark verringert, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden berichtete: bei Jungen um 0,6 Jahre, bei Mädchen um 0,4 Jahre.

Die Statistiker sind sich sicher: "Hauptgrund für diese Entwicklung sind die außergewöhnlich hohen Sterbefallzahlen während der Coronawellen." Die Entwicklung der Lebenserwartung zeige Veränderungen der Sterblichkeit an, die von der Altersstruktur unabhängig sind. Sie seien deshalb besonders gut für Vergleiche geeignet. 

"Wir können die Entwicklung direkt auf Covid-19 zurückführen", sagt auch Jonas Schöley, der am Max-Planck-Institut für Demografische Forschung in Rostock über den Gesundheitszustand der Bevölkerung forscht. Die Zahlen aus Wiesbaden decken sich eins zu eins mit den Ergebnissen seiner Forschungsgruppe. "Ein so starker Rückgang, synchronisiert über den Planeten, an zwei aufeinanderfolgenden Jahren, das ist völlig ungewöhnlich und eine absolute Ausnahme." Lesen Sie hier mehr dazu!

+++ Oppositionspolitiker stellen einrichtungsbezogene Impfpflicht infrage +++

Die Corona-Impfpflicht für das Pflege- und Gesundheitspersonal sollte nach Ansicht von Oppositionspolitikern zum Jahresende auslaufen. Der Gesundheitsexperte der Unionsfraktion, Tino Sorge (CDU) sagte der "Welt", die Bundesregierung könne weder angeben, wie sich die Impfpflicht vor Ort auswirke, noch habe sie Zahlen zur Abwanderung aus dem Pflegeberuf. "Wenn dieser gefährliche Blindflug weitergeht, spricht alles dafür, die einrichtungsbezogene Impfpflicht am Ende des Jahres nicht zu verlängern." Sorge forderte, vulnerable Gruppen in den Einrichtungen mit gezielten Impf- und Testkonzepten zu schützen. "Diese dürfen allerdings nicht zu mehr Bürokratie und Belastungen für das Pflegepersonal führen", mahnte er.

Der Linke-Politiker Ates Gürpinar sagte der "Welt": Eine Fortführung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht zur Eindämmung der Pandemie ist sinnlos." Zugleich betonte er, dass Impfungen ein wichtiger Baustein für den Kampf gegen Corona seien - neben Hygienevorschriften, Schutzausrüstung, Luftfiltern und Tests.

Vertreter der Regierungsfraktionen reagierten zurückhaltend. Der FDP-Gesundheitsexperte Andrew Ullmann sagte: "Das epidemiologische Geschehen, erhältliche Varianten-Impfstoffe und selbst die aktuelle Variante des Sars-CoV-2 werden wichtige Faktoren in dieser Diskussion sein." Die SPD-Gesundheitsexpertin Heike Baehrens sagte laut "Welt". "Diese Frage werden wir zu gegebener Zeit in der Koalition diskutieren." Die Impfung senke das Ansteckungsrisiko und könne schwere Krankheitsverläufe beim Personal verhindern - dies hätten auch Experten im Gesundheitsausschuss berichtet.

Corona-News vom 25.07.2022

+++ Mehr Patienten mit Corona in Krankenhäusern als bei Delta +++

In bayerische Krankenhäusern kommen derzeit mehr Patienten mit Corona als auf dem Höhepunkt der letzten größeren Infektionswellen. Sogar der Wert vom Höhepunkt der Delta-Welle wird übertroffen, wie aus Daten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hervorgeht.

Stand Montag lag die Zahl der Hospitalisierungen binnen sieben Tagen bei 1.356. Das sind gut 100 mehr als auf dem Delta-Höhepunkt. Am Samstag hatte der Wert mit 1.494 sogar noch höher gelegen – übers Wochenende sinkt er häufig.

Hauptsächlich geht es dabei allerdings um Patienten auf Normalstationen. Die Zahl der Fälle auf Intensivstationen steigt zwar derzeit steil an, mit laut Intensivregister 262 (Stand Montag) liegt sie aber noch weit unter den mehr als 1.000 auf dem Höhepunkt der Delta-Welle, während der die Intensivstationen in Bayern überlastet waren.

+++ Doch Schadenersatz für Corona-Opfer von Ischgl? +++

Die Corona-Opfer von Ischgl können wieder auf Schadenersatz hoffen. Das Oberlandesgericht (OLG) Wien hob in einem Urteil vom Montag ein erstinstanzliches Urteil auf, das die Ansprüche eines deutschen Klägers auf Schmerzensgeld, Heilungs- und Pflegekosten sowie auf entgangenen Verdienst abgewiesen hatte. Staatliche Informationen über drohende Gefahren müssten richtig und vollständig sein, hieß es. Dies sei in Ischgl nicht der Fall gewesen. Dort habe die Medienstelle noch am späten Nachmittag des 5. März 2020 verbreitet, dass sich an Corona erkrankte Urlauber aus Island nach ersten Erkenntnissen bei der Rückreise im Flugzeug angesteckt hätten. Dabei sei zu diesem Zeitpunkt bekannt gewesen, dass bei zwei Infizierten die ersten Symptome bereits in Ischgl aufgetreten seien.

Damit sei wissentlich eine Information erfolgt, die nicht den aktuellen Stand der Erhebungen wiedergegeben habe, hieß es vom OLG. Darin liege "eine rechtswidrig und schuldhaft erfolgte Information", wofür eine grundsätzliche Haftung der Republik Österreich bestehe. Das OLG verwies an die erste Instanz zurück und ließ außerdem wegen der grundsätzlichen Rechtsfragen eine Anfechtung vor dem Obersten Gerichtshof zu.

Die Klägerseite reagierte erfreut. "Das Erstgericht muss die Amtshaftungsklagen nun fundiert prüfen. Wir vertrauen daher darauf, dass die Republik Österreich den Geschädigten von Ischgl letztlich Schadenersatz leisten wird", sagte Peter Kolba vom Verbraucherschutzverein (VSV). Der VSV vertritt die Interessen von rund 100 Klägern, die bisher alle in erster Instanz gescheitert waren. Ischgl galt im März 2020 auch wegen seiner Après-Ski-Szene als ein Hotspot der Verbreitung des Virus. Tausende Touristen sollen nicht zuletzt aufgrund der teils chaotischen Zustände bei ihrer Abreise das Virus in Teilen Europa verbreitet haben.

+++ Long-Covid-Betroffene können Reha beantragen +++

Wer auch mehrere Wochen oder Monate nach einer Corona-Infektion noch unter Spätfolgen leidet, kann eine Post-Covid-Reha beantragen. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Bund hin. In der Regel dauere diese drei bis vier Wochen – und soll Long-Covid-Betroffenen helfen, Schritt für Schritt wieder in Alltags- und Berufsleben zurückzufinden.

In Frage kommen die Reha-Angebote der Deutschen Rentenversicherung für Menschen, die in den letzten zwei Jahren für mindestens sechs Monate einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sind. Die Behandlung in den Reha-Kliniken wird dabei je nach Beschwerden zusammengestellt – möglich sind beispielsweise Ausdauertraining, Atemtherapie oder Psychotherapie.

Notwendig für den Antrag, der bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt wird: Ein Bericht des behandelnden Arztes. Eine ärztliche Verordnung braucht es hingegen nicht.


Corona-News vom 24.07.2022

+++ Holetschek gegen Aufhebung der Quarantänepflichten +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) kann den Vorschlag für eine Aufhebung aller Corona-Isolations- und Quarantänepflichten nicht nachvollziehen. "Der Vorschlag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung kommt zur Unzeit", teilte der Minister am Samstag in München mit.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hatte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag) gesagt, alle Corona-Isolations- und Quarantänepflichten sollten bis auf weiteres aufgehoben werden. Dadurch würde die Personalnot vielerorts gelindert. "Wir müssen zurück zur Normalität. Wer krank ist, bleibt zu Hause. Wer sich gesund fühlt, geht zur Arbeit. So halten wir es mit anderen Infektionskrankheiten wie der Grippe auch."

Holetschek mahnte: "Wir befinden uns jedoch in einer hochdynamischen Infektionslage. Im Herbst erwarten wir einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen. Niemand weiß, welche Virusvariante dann vorherrschen wird." Deshalb sollte man genau überlegen, ob es Sinn mache, die Regeln zur Isolation zu lockern. "Eine Corona-Infektion ist keine Privatsache. Es geht auch immer um den Schutz der Mitmenschen, die man anstecken könnte."


Corona-News vom 23.07.2022

+++ Holetschek führt Impfbeauftragte für Pflegeeinrichtungen ein +++

Um die Impfquote für die vierte Impfung gegen das Coronavirus zu erhöhen, führt Bayern künftig in den Impfzentren eigene Beauftragte für die Alten- und Pflegeeinrichtungen ein. Sie sollen die Einrichtungen eng betreuen und sich gezielt um die erste und zweite Auffrischungsimpfung für die Bewohner bemühen, teilte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mit. "Trotz unserer schon bisher intensiven Bemühungen ist die Quote der Auffrischungsimpfungen in den Einrichtungen - vor allem der vierten Impfung - noch nicht zufriedenstellend."

Von Mitte August an sollen die Impfbeauftragten in Absprache mit den Verbänden in allen Einrichtungen der Pflege beispielsweise eine Beratungswoche anbieten. "Ziel ist es, dass die Impfbeauftragten vor Ort in die Einrichtungen gehen, mit Bewohnerinnen und Bewohnern sprechen, unbegründete Ängste nehmen und bei Bedarf über mobile Impfteams auch Impfungen organisieren", erklärte der Minister.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die zweite Auffrischungsimpfung - also die vierte Corona-Impfung - unter anderem für Menschen ab 70 Jahren, für Bewohnerinnen und Bewohner in Einrichtungen der Pflege, für Personen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der Eingliederungshilfe, für Menschen mit Immunschwäche ab fünf Jahren und für Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen.


Corona-News vom 22.07.2022

+++ Lauterbach: Ohne neue Maßnahmen "katastrophale" Entwicklung +++

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnt vor einer "katastrophalen" Corona-Entwicklung, sollten vor dem Herbst keine tauglichen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus beschlossen werden. "Wenn wir so wie jetzt in den Herbst hineingingen, also ohne weitere Schutzmaßnahmen, ohne Masken, ohne alles, dann würde das bedeuten, dass die Fallzahlen stark steigen würden, aber auch die Intensivstationen überlastet würden", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Besuch in der US-Hauptstadt Washington der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig würde dann auch Personal in den Kliniken ausfallen. "Das ist wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt", so Lauterbach. Unten brenne das Personal weg und oben die Patienten.

Lauterbach betonte: "Wir brauchen Maßnahmen, das ist klar. Aber das ist auch nicht strittig, wir werden vorbereitet sein." Auf mögliche Maßnahmen wollte er nicht eingehen, es gebe vertrauliche Verhandlungen etwa mit dem FDP-geführten Justizministerium. Die aktuellen Maßnahmen liefen zum 23. September aus, bis dahin werde die Regierung neue beschlossen haben, sagte Lauterbach. Mit Blick auf die zweite Auffrischungsimpfung warnte er: "Die Älteren können nicht das Risiko eingehen, auf einen angepassten Impfstoff zu warten, der dann irgendwann im September oder Oktober kommt, bei den hohen Fallzahlen, die wir jetzt haben."


Corona-News vom 21.07.2022

+++ Erster bayerischer Landkreis seit April wieder über 3.000 +++

Erstmals seit Mitte April ist die vom Robert Koch-Institut gemeldete Corona-Inzidenz in einem bayerischen Landkreis wieder über 3.000 gestiegen. Der Wert für den oberfränkischen Landkreis betrug am Donnerstagmorgen (Stand 3.06 Uhr) 3.169,2. Das war auch die bundesweit höchste Inzidenz. Umgerechnet bedeute dies, dass für mehr als drei Prozent der Bevölkerung in den vergangenen sieben Tagen eine Infektion gemeldet wurde. Die nächsthöheren Inzidenzen in Bayern lagen bei 1.808 in den Landkreisen Hof und 1.743 im Landkreis Kulmbach.

Bayernweiter Durchschnitt bei der Sieben-Tage-Inzidenz war 952,9. Das ist aktuell der dritthöchste Wert aller Bundesländer hinter dem Saarland und Hessen. Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen aber in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.


Corona-News vom 20.07.2022

+++ Bayern verlängert Corona-Maßnahmen +++

Um einen weiteren Monat, konkret bis 20. August, hat der Ministerrat die Corona-Maßnahmen in Bayern verlängert und auch leicht angepasst. Die Maskenpflicht (mindestens OP-Maske) im öffentlichen Verkehr bleibt bestehen, ebenso in Einrichtungen, die vulnerable Personen behandeln oder betreuen. Ab Samstag, 23. Juli gilt neu eine Testpflicht für Beschäftigte in Krankenhäusern. Die gilt allerdings nur für Beschäftigte, die in den Bereichen arbeiten wo sie mit besonders vulnerablen Patienten in Kontakt sind. Geimpfte und Genesene müssen sich zweimal wöchentlich testen, die anderen täglich.

In Justizvollzugsanstalten und ähnlichen Einrichtungen entfällt die Testpflicht hingegen. Unverändert bleibt die Testpflicht bei Besuchen von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen: Unabhängig vom Impf- und Genesenenstatus ist ein negativer Test Pflicht.


Corona-News vom 19.07.2022

+++ Unterricht trotz Corona – Grüne für Online-Schulen +++

Führende Politiker der Grünen haben die Einrichtung von Online-Schulen gefordert für Kinder, die coronabedingt nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können. "Schwarz-weiß-Denken à la Schule auf! versus Schule zu! bringt uns nicht weiter", schreiben Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Nina Stahr, am Dienstag in einem Gastbeitrag für die "Welt".

"Wir müssen die Schulen so sicher wie möglich machen - und für alle Kinder, für die das nicht ausreicht, andere Lösungen finden." Es gebe Kinder, die auch weiter nicht am Präsenzunterricht teilnehmen könnten, weil für sie selbst oder Angehörige eine Infektion mit Corona zu gefährlich wäre, heißt es in dem Beitrag. Für sie müsse man eigene Online-Schulen einrichten, "verankert im regulären Schulsystem". Als Vorbild nannten Göring-Eckardt und Stahr "die kriegsgeschüttelte Ukraine, die ihren Schüler*innen Online-Unterricht ermöglicht und damit ein Stück Halt gibt".

+++ RKI meldet Inzidenz von 744 - in Bayern 890 +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 744,2 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. In Bayern liegt die Inzidenz aktuell bei 890,2.

Allerdings liefern die Inzidenzwerte kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen aber in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie bundesweit knapp 30 Millionen nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber ebenfalls deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.


Corona-News vom 18.07.2022

+++ Intensivmediziner Marx: Für Ältere womöglich fünfte Impfung sinnvoll +++

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, hält für ältere Menschen im Herbst unter Umständen eine fünfte Impfung gegen das Coronavirus für angebracht. "Sollte es ab Oktober einen Impfstoff geben, der vor der Infektion mit den Varianten BA.4 oder BA.5 schützt, wäre eine fünfte Impfung sinnvoll", sagt Marx der "Augsburger Allgemeinen" am Montag. Wichtig sei, dafür die Kapazitäten in Zentren oder Arztpraxen aufzubauen.

Aktuell haben 61,8 Prozent der Bevölkerung eine Auffrischungsimpfung erhalten, 7,5 Prozent eine zweite Auffrischungsimpfung. Führende EU-Behörden hatten vor wenigen Tagen für eine zweite Auffrischungsimpfung für alle über 60 ausgesprochen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) – das für Deutschland zuständige Gremium – empfiehlt das nur Menschen über 70 Jahren sowie einigen Risikogruppen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rät auch Menschen unter 60 Jahren, sich nach Rücksprache mit dem Arzt ein viertes Mal gegen Corona impfen zu lassen.


Corona-News vom 17.07.2022

+++ Ungeimpftes Gesundheitspersonal: Noch keine Bußgeldbescheide ausgestellt +++

Im Gesundheitswesen in Bayern sind bis zum 1. Juli zwischen 56.000 und 57.000 ungeimpfte Beschäftigte identifiziert worden. Sie hätten keinen oder nur einen zweifelhaften Impfnachweis vorgelegt, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag auf Anfrage mit. Dabei handele es sich nicht nur um Pflegekräfte, sondern auch um Berufe etwa an der Pforte oder im Servicebereich. Bußgeldbescheide im Zusammenhang mit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht seien bis zum Stichtag noch keine erlassen worden. Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" auch bundesweite Zahlen dazu veröffentlicht.

Der Freistaat setze auf ein gestuftes Verfahren mit Augenmaß, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Versorgungssicherheit der Menschen müsse gewährleistet sein. Kliniken berichteten von teils massiven Personalausfällen, weil Beschäftigte entweder selbst mit Corona infiziert seien oder sich um erkrankte Angehörige kümmern müssten. "Andererseits sind nicht wenige Beschäftigte in Jahr drei der Pandemie einfach erschöpft und fallen aus."

Zudem sei die Impfquote bei Beschäftigten in der Pflege und in den Krankenhäusern deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind sich ihrer Verantwortung ohnehin bewusst", sagte Holetschek der "Bild am Sonntag". Er hatte deshalb Anfang Juli gefordert, die einrichtungsbezogene Impfpflicht zum 30. September vorzeitig auszusetzen, damit sich die Personalsituation nicht weiter verschärft.

Corona-News vom 16.07.2022

+++ Regelungen zu Maskenpflichten für Corona-Herbst in Sicht +++

Bei den Vorbereitungen für einen wieder ausgeweiteten Corona-Schutz im Herbst zeichnen sich Regelungen zu Maskenpflichten ab. "Die Wirksamkeit von Masken für den Einzelnen in Innenräumen ist unstreitig", sagte Bundesjustizminister Marco Buschman (FDP) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Deswegen wird eine Form der Maskenpflicht in Innenräumen in unserem Konzept sicher eine Rolle spielen." Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der mit Buschmann über Neuregelungen im Infektionsschutzgesetz berät, ist grundsätzlich für Masken-Vorgaben. Der SPD-Politiker verteidigte seine Empfehlung, dass auch jüngere Menschen eine zweite Auffrischimpfung machen könnten.

Buschmann sagte: "Wir müssen sehr ernst nehmen, was uns im Herbst und Winter erwartet." Er sei guter Dinge, "dass wir Ende des Monats ein Konzept haben, das wir dann im August mit den Ländern besprechen, und im September bringen wir die Änderung des Infektionsschutzgesetzes durch das Parlament." Laut einer vorläufigen Planung der Tagesordnung könnte der Bundestag die Neuregelungen in der ersten Sitzungswoche nach der Sommerpause am 8. September beschließen.

+++ Holetschek kritisiert "Schlafwagenkurs" bei Corona-Maßnahmen +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) findet die Pläne von Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) für eine erneute Maskenpflicht im Herbst gut. "Ich begrüße es, dass der Justizminister die Wirksamkeit der Maske vor allem auch in Innenräumen endlich auch als "unstreitig" bezeichnet", sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur in München. "Zu dieser Erkenntnis zu kommen, hat lange genug gedauert."

Buschmann hatte zuvor den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag) gesagt, eine Form der Maskenpflicht werde in dem Konzept der Bundesregierung für den Corona-Herbst "sicher eine Rolle spielen". Holetschek forderte die Ampel-Koalition in Berlin auf, nun einen Entwurf für ein aktuelles Infektionsschutzgesetz zu liefern. "Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Länder alle notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen schnell, effektiv und rechtssicher treffen können", erklärte Bayerns Gesundheitsminister. "Wir müssen weg von diesem Schlafwagenkurs!"


Corona-News vom 15.07.2022

+++ Bayerischer Hausärzteverband setzt auf 4. Impfung "zum richtigen Zeitpunkt" +++

Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte die Vize-Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes Petra Reis-Berkowicz, man habe noch Zeit und wolle pragmatisch vorgehen. "Inzwischen ist die Infektionslage so, dass wir keine großen schweren Verläufe bei einem einigermaßen gesunden Menschen zu erwarten haben. Impfungen werden wir jedes Jahr wieder machen müssen."

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach dagegen hatte zuletzt die Diskussion um die 4. Impfung eröffnet, indem er sie auch Unter-60-Jährigen empfahl. Nach Meinung der ständigen Impfkommission (Stiko) genügt eine Viertimpfung derzeit bei über 70-Jährigen.

+++ Holetschek wirbt für freiwilliges Maskentragen +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek will angesichts steigender Corona-Inzidenzen mit einer Kampagne für das freiwillige Tragen von Masken werben. "Abstand halten, Hygiene beachten, regelmäßig lüften, Maske tragen, wo viele Menschen auf engem Raum oder in Innenräumen zusammenkommen, die Corona-Warn-App benutzen - das sind alles Dinge, die jeder ohne großen Aufwand tun kann", sagte der CSU-Politiker am Freitag in München. "Dies ist kein Sommer der Sorglosigkeit. Dieser Sommer ist anders."

Habe die Zahl der gemeldeten Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen vor gut einem Jahr bei 8,2 und vor zwei Jahren nur bei 3,5 gelegen, sei der Wert im Freistaat inzwischen auf mehr als 800 gestiegen. "Wenn die Herbstwelle kommt, vor der die Experten warnen, dann startet sie von einem deutlich höheren Niveau als in den vergangenen beiden Jahren", sagte Holetschek. "Deswegen müssen wir vorsichtig bleiben."

Auch wenn "nicht alles bis ins kleinste Detail durch Vorschriften geregelt oder verboten" sei, solle "jeder die eigene Verantwortung für sich und seine Mitmenschen ernstnehmen", sagte Holetschek. Dafür solle die Kampagne unter dem Titel "#NaSicher" werben.

+++ RKI warnt: Infektionsdruck weiterhin hoch – Ältere besonders gefährdet +++

Viele Erkrankte in der Bevölkerung, vermehrte Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen und eine steigende Zahl von Intensivpatienten - eine Entspannung der Corona-Lage ist vorerst nicht in Sicht. Der Infektionsdruck bleibe in allen Altersgruppen hoch, schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend. Vielleicht noch das Erfreulichste: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der gemeldeten Fälle blieb im Vergleich zur vorherigen Berichtswoche weitgehend unverändert - "es zeichnet sich ein Plateau ab", schreibt das RKI.

Allerdings seien auch bei gleichbleibenden Fallzahlen weitere Anstiege von schweren Erkrankungen, Hospitalisierungen und Todesfällen zu erwarten, heißt es weiter. Zuletzt verzeichnete die Behörde wieder einen Anstieg bei den Ausbrüchen in Alten- und Pflegeheimen. Aus 235 dieser Einrichtungen wurden demnach in der vergangenen Woche Ausbrüche mit mindestens einem neuen Fall gemeldet, in der Vorwoche waren es 192.

Angestiegen ist erneut auch die Zahl der Patienten, die auf einer Intensivstation mit Covid-19-Diagnose behandelt werden müssen. Laut der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lag sie am Donnerstag bei 1.243 (Vorwoche: 1047).


Corona-News vom 13.07.2022

+++ Wirtschaftsminister Robert Habeck hat Corona +++

Gerade erst war Robert Habeck auf Auslandsreise - nun muss er seine Amtsgeschäfte aus dem Homeoffice führen: Der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist am Mittwoch positiv auf Covid-19 getestet worden. Das teilte eine Sprecherin des Ministers in Berlin mit. Sowohl ein Schnelltest als auch ein PCR-Test seien positiv ausgefallen.

Habeck habe Erkältungssymptome, berichtete die Sprecherin. Er habe sich gemäß den rechtlichen Vorgaben in Isolation begeben. Alle Präsenztermine würden abgesagt. Die Dienstgeschäfte nehme Habeck von zu Hause aus wahr. Der Minister war bereits am Mittag bei einem Termin mit Bauministerin Klara Geywitz (SPD) von Wirtschaftsstaatssekretär Patrick Graichen vertreten worden.

+++ Klinikpersonal fällt coronabedingt aus: OPs verschoben +++

Angesichts vieler Krankschreibungen wegen Corona beim Krankenhauspersonal müssen bayernweit Operationen verschoben werden. "Es gibt immer mehr Ausfälle in Kliniken, nicht flächendeckend, sondern punktuell. An bestimmten Kliniken haben wir wirklich Ausfälle von 20 bis 30 Prozent des Personals", sagte Eduard Fuchshuber von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG). Entweder seien die Mitarbeiter selbst infiziert oder müssten etwa Kinder betreuen, die wegen Corona zu Hause blieben.

Dies betreffe nicht nur die Pflegekräfte oder Ärzte, sondern alle Bereiche. "Wenn jetzt auch die Betten-Aufbereitung nicht mehr funktioniert oder in irgendwelchen Reinigungsbereichen zu viel Ausfall ist, dann kann es nicht mehr kompensiert werden, und dann werden eben leider Operationen abgesagt", erklärte er. "Wir können nicht mehr alle Leistungen, die notwendig wären, erbringen aufgrund des Personalmangels."

Corona-News vom 12.07.2022

+++ EU-Behörden empfehlen zweite Booster-Impfung für alle ab 60 +++

Führende EU-Behörden empfehlen angesichts einer neuen Corona-Welle in Europa allen Menschen ab 60 Jahren eine weitere Auffrischimpfung. Diese könnte mindestens vier Monate nach der vorherigen Impfung verabreicht werden, teilten die EU-Gesundheitsbehörde ECDC und die EU-Arzneimittelbehörde EMA mit. Auch Vorerkrankte sollten einen zweiten Booster bekommen. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, teilte auf Anfrage mit, man habe sich "auch vor der EMA/ECDC Verlautbarung" schon im Entscheidungsprozess zu einer möglichen Erweiterung der bestehenden Empfehlung für den zweiten Booster befunden.

Die Stiko werde sich "relativ bald" dazu äußern, erklärte Mertens. Bislang empfiehlt das für Deutschland zuständige Gremium einen zweiten Booster nur Menschen ab 70 Jahren sowie einigen anderen Gruppen, darunter Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, Pflegeheimbewohnern und Personal medizinischer Einrichtungen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bezeichnete die Impf-Empfehlung für Menschen über 60 Jahren im WDR als "sehr gut". Zu einer zweiten Booster-Impfung auch für Jüngere sagte der SPD-Politiker: "Bei den Jüngeren, die aber viele Kontakte haben, oder die zum Beispiel viele Kontakte haben, würde ich persönlich in Absprache mit dem behandelnden Arzt über die vierte Impfung sprechen. Ich bin selbst auch zum vierten Mal geimpft."


Corona-News vom 11.07.2022

+++ Weniger Trauungen im zweiten Corona-Jahr +++

Im zweiten Pandemie-Jahr haben 2,4 Prozent weniger Menschen in Bayern geheiratet als noch im Jahr 2020. Knapp 60.000 Paare gaben sich 2021 vor einer Standesbeamtin oder einem Standesbeamten im Freistaat das Ja-Wort, wie das Landesamt für Statistik am Montag in Fürth mitteilte.

Im Jahr 2019 – also vor der Corona-Pandemie – waren es 68.501; 2020 wurden 61.138 Ehen geschlossen. Das beliebteste Hochzeitsdatum im Freistaat war der 21. August 2021, damals feierten 1.140 Paare ihre Trauung. Weniger geheiratet als im Vorjahr wurde in sechs von sieben Regierungsbezirken – nur die Niederbayern stemmten sich gegen den Trend, hier wurden 47 Hochzeiten mehr gefeiert als 2020.

+++ Ungewöhnlich viele Menschen leiden an Atemwegserkrankungen in Deutschland +++

Trotz der warmen Jahreszeit leiden gerade ungewöhnlich viele Menschen an Erkältungskrankheiten. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) und Einschätzungen von Ärzten und Apothekern hervor. So sei aktuell das Patientenaufkommen besonders hoch, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der Deutschen Presse-Agentur. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) berichtet von "etwas mehr Infekten als zur gleichen Zeit in den Jahren vor Corona". Einen ähnlichen Eindruck hat man bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: "Apotheken berichten über eine Zunahmen von Erkältungserkrankungen in der letzten Zeit", schrieb ein Sprecher auf dpa-Anfrage.

Das Robert Koch-Institut (RKI) ging zuletzt von 4,5 Millionen akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) in Deutschland binnen einer Woche aus (bezogen auf den Zeitraum 27.6. bis 3.7.). Das entspricht etwa einer Erkrankung auf 18,5 Einwohner. In den Vorjahren - sowohl während als auch vor der Corona-Pandemie - lagen die Werte deutlich darunter. Eine ARE liegt vor, wenn ein Patient eine Atemwegserkrankung mit Fieber, Husten oder Halsschmerzen hat.


Corona-News vom 10.07.2022

+++ Intensivstationen wieder mehr unter Druck +++

Mit steigenden Corona-Inzidenzen werden wieder mehr Betroffene auf den bayerischen Intensivstationen behandelt. Diese berichten wieder vermehrt von Einschränkungen im Betrieb, wie aus Zahlen des Intensivregisters hervorgeht. Stand Freitagnachmittag meldeten 73 Intensivstationen aus dem Freistaat einen eingeschränkten Betrieb, 42 berichteten von teilweisen Einschränkungen und nur noch 60 von regulärem Betrieb. Vor gut einem Monat war das Verhältnis zwischen eingeschränktem und regulärem Betrieb noch umgekehrt.

Auch bei der Zahl der auf bayerischen Intensivstationen behandelten Corona-Patienten zeigt sich seit Mitte Juni ein Anstieg. Noch fällt er allerdings relativ gering aus: Stand Freitagnachmittag waren es 142. In den ersten Omikron-Wellen im Frühjahr hatte diese Zahl teils über 400 gelegen. Damals hatten allerdings auch die Inzidenzen bei gut dem Dreifachen der aktuellen Werte gelegen.

Seit einiger Zeit steigen die Inzidenten wieder quer durch alle Altersgruppen, zuletzt besonders stark bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter. Den wöchentlich beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlichten Zahlen zufolge waren stand Donnerstag die Gruppen zwischen 12 und 15 sowie zwischen 16 und 19 mit Inzidenzen von 985 und 922 am stärksten betroffen.

+++ Lauterbach: Nicht genügend Behandlungsplätze für Long Covid +++

Die bei manchen Corona-Infektionen auftretenden gesundheitlichen Langzeitfolgen sind nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nicht nur für die Betroffenen ein Problem, sondern auch für das Gesundheitswesen und die Gesellschaft insgesamt. "Wir haben nicht im Ansatz die Kapazität, die vielen Fälle zu versorge"", sagte er im Interview mit "Zeit Online". "Es gibt nicht genügend spezialisierte Ärzte, nicht genügend Behandlungsplätze, wir haben noch keine Medikamente. Hier kommt wirklich etwas auf uns zu." Die mit Long Covid verbundenen Probleme würden allgemein unterschätzt.

Der SPD-Politiker sagte: "Das wird auch für den Arbeitsmarkt relevant sein, weil viele leider nicht mehr zu ihrer alten Leistungsfähigkeit zurückkehren werden." Er hoffe auch deshalb auf einen Impfstoff, der auch gegen eine Ansteckung mit der Omikron-Variante helfe. "Denn dieser schützt hoffentlich nicht nur vor einem schweren Verlauf, sondern auch vor einer Infektion und damit auch vor Long Covi"d, führte der Minister weiter aus. Jede Corona-Infektion berge das Risiko von Long Covid, hatte Lauterbach am Samstag bei Twitter gewarnt.

Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse waren von Erwerbstätigen, die 2020 eine Corona-Diagnose mit PCR-Test bekommen hatten, 2021 knapp ein Prozent mit der Diagnose Long Covid krankgeschrieben. Die Krankschreibungen dauerten demnach relativ lange - im Schnitt 105 Tage.


Corona-News vom 09.07.2022

+++ Corona setzt Intensivstationen wieder stärker unter Druck +++

Mit steigenden Corona-Inzidenzen werden wieder mehr Betroffene auf den bayerischen Intensivstationen behandelt. Diese berichten wieder vermehrt von Einschränkungen im Betrieb, wie aus Zahlen des Intensivregisters hervorgeht. Stand Freitagnachmittag meldeten 73 Intensivstationen aus dem Freistaat einen eingeschränkten Betrieb, 42 berichteten von teilweisen Einschränkungen und nur noch 60 von regulärem Betrieb. Vor gut einem Monat war das Verhältnis zwischen eingeschränktem und regulärem Betrieb noch umgekehrt.

Auch bei der Zahl der auf bayerischen Intensivstationen behandelten Corona-Patienten zeigt sich seit Mitte Juni ein Anstieg. Noch fällt er allerdings relativ gering aus: Stand Freitagnachmittag waren es 142. In den ersten Omikron-Wellen im Frühjahr hatte diese Zahl teils über 400 gelegen. Damals hatten allerdings auch die Inzidenzen bei gut dem Dreifachen der aktuellen Werte gelegen.

Seit einiger Zeit steigen die Inzidenten wieder quer durch alle Altersgruppen, zuletzt besonders stark bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter. Den wöchentlich beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlichten Zahlen zufolge waren stand Donnerstag die Gruppen zwischen 12 und 15 sowie zwischen 16 und 19 mit Inzidenzen von 985 und 922 am stärksten betroffen.


Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und besserer Ladezeiten unseres Newsblogs haben wir alte Beiträge ab dieser Stelle gelöscht. Der erste Eintrag stammt vom 9. Juli.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 31 – Artikel empfehlen