Update

Coronavirus-News: Lauterbach will viele PCR-Tests durch Schnelltests durch ersetzen

Das Coronavirus beschäftigt München, Bayern und Deutschland weiterhin. Alle Neuigkeiten, Maßnahmen und Hinweise zum Erreger Sars-CoV-2 lesen Sie im AZ-Newsblog.
| AZ
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
26 – Artikel empfehlen

Der Erreger Sars-CoV-2, der die Krankheit Covid-19 auslösen kann, sorgt in München, Bayern und Deutschland seit Monaten für teils drastische Maßnahmen. In unserem Newsblog informieren wir Sie über die aktuellen Corona-Entwicklungen in München und Bayern.


Corona-News vom 22.01.2022

+++ Gesundheitsminister Lauterbach: Schnelltests sollen viele PCR-Tests ersetzen +++

Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen schlägt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach eine Priorisierung der besonders genauen PCR-Tests und eine Konzentration der Kontaktnachverfolgung auf bestimmte Berufsgruppen vor. So will der Minister, dass in vielen Fällen künftig auf einen positiven Schnelltest kein PCR-Test folgt.

"Mein Vorschlag für die Ministerpräsidentenkonferenz sieht vor, dass künftig nur noch Beschäftigte der kritischen Infrastruktur einen positiven Schnelltest mit einem PCR-Test bestätigen lassen können", sagte er der "Rheinischen Post". Alle anderen, die beispielsweise zu Hause einen positiven Schnelltest hatten, sollten diesen im Testzentrum nur noch mit einem "professionellen Antigen-Schnelltest" bestätigen lassen.

+++ Bayerische Sozialreferenten für 3G in offenen Jugendeinrichtungen +++

Die Sozialreferentinnen der Städte Würzburg, Nürnberg, Augsburg und München fordern die bayerische Staatsregierung auf, alle Angebote der Offenen Jugendarbeit als außerschulische Bildungsangebote auch negativ getesteten Jugendlichen zugänglich zu machen. Minderjährige Schüler in Bayern erhalten derzeit Zugang zu Gastronomie, ins Beherbergungswesen sowie zu sportlicher, musikalischer und schauspielerischer Eigenaktivität, wenn sie regelmäßig getestet werden. 

Die Ausnahme für diese Personengruppe – von den in diesen Bereichen üblicherweise geltenden 2G- und 2G-Plus-Voraussetzungen – hat die Bayerische Staatsregierung fortgeführt und verlängert. Sie gilt aber weiter nicht für Schüler über 18 Jahren und auch nicht für die Angebote/Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Damit sei präventive Arbeit in Jugendzentren oder Freizeitstätten faktisch kaum mehr möglich. Zudem sei offene Jugendarbeit Pflichtaufgabe der Kommunen und Teil eines funktionierenden Gemeinwesens, argumentieren die Sozialreferenten.

+++ Immer mehr bayerische Schüler fehlen wegen Corona +++

Corona grassiert - das bekommen insbesondere die Familien zu spüren. Kinder müssen in Quarantäne, Kitas sind geschlossen und berufstätige Eltern verzweifeln, weil sie ja eigentlich arbeiten müssten. In Bayern fehlen immer mehr Schüler fehlen wegen Corona-Infektionen oder Quarantäne im Unterricht. Stand Freitag waren es 3,8 Prozent, wie das Kultusministerium auf Nachfrage mitteilte. Wie die Lage in Schulen, Kindergärten und Co. ist, lesen Sie hier.

+++ Inzidenzwert in München klettert weiter nach oben +++

Am Freitag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz (Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche) in München die 1.000er-Marke (1.122,4) übersprungen, am heutigen Samstag (Stand: 22.01., 03.22 Uhr) meldete das Robert Koch-Institut (RKI) einen Wert von 1.137,7. Am Donnerstag lag die Inzidenz in der bayerischen Landeshauptstadt noch bei 986,4. Auch im Landkreis München liegt die Inzidenz weiter über 1.000, genauer gesagt bei  1.266,9 (gegenüber 1.153 tags zuvor). 

Bundesweit registrierte das RKI 135.461 Corona-Neuinfektionen in Deutschland binnen 24 Stunden - und einen erneuten Höchstwert der Sieben-Tage-Inzidenz (772,7). Am Vortag hatte der Wert bei 706,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 497,1 (Vormonat: 289,0). Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter zunehmend am Limit sind.


Corona-News vom 21.01.2022

+++ Virologe Kekulé hält Impfpflicht für nutzlos +++

Der Virologe Alexander Kekulé lehnt eine allgemeine Impfpflicht entschieden ab. "Ich war schon bei der Delta-Variante gegen die allgemeine Impfpflicht, weil sie epidemiologisch nicht erforderlich war", sagte er im aktuellen Podcast "Die Wochentester" von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "RedaktionsNetzwerk Deutschland". 

Bei Omikron hält Keukelé es für "noch viel weniger angemessen": Wenn der Impfstoff gegen Omikron ausgeliefert werde, sei die Omikron-Welle durch, argumentierte er. Der Virologe kritisierte zudem, dass künftig der Status als Genesener nur noch für drei Monate gültig ist: "Ein Genesener hat einen viel besseren Immunschutz als ein Geimpfter", erklärte Kekulé. Es gebe keine wissenschaftliche Begründung dafür zu sagen, "die Geimpften haben neun Monate Schutz, die Genesenen nur drei Monate".

+++ Söder: Corona-Maßnahmen derzeit nicht verschärfen +++

Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) hat sich trotz sprunghaft steigender Infektionszahlen gegen härtere Corona-Maßnahmen ausgesprochen. "Es ist nicht sinnvoll, jetzt zu verschärfen", sagte der Parteichef nach einer Sitzung des CSU-Vorstandes am Freitag in München. Vielmehr müsse mit Augenmaß beobachtet werden, inwieweit sich die Omikron-Welle auf die Belastung des Gesundheitswesens auswirke.

Auf der anderen Seite gebe es auch keinen Anlass dafür, wie etwa in Großbritannien auf ein Corona-Management völlig zu verzichten. Es könne aber nach Lage der Dinge Erleichterungen geben. Für Bayern kündigte er mögliche Lockerungen für die Zulassung von Zuschauern beim Profisport sowie für Kinder und Jugendliche bei der Beschäftigung am Nachmittag an.

+++ Söder will "substanzielle" Perspektive für Zuschauer im Profisport +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder setzt sich dafür ein, auch im Profisport bald wieder Zuschauer zuzulassen. Er werde bei der Bund-Länder-Runde am Montag dafür werben, sagte er am Freitag. Zunächst wolle er schauen, ob man eine einheitliche Linie hinbekomme, notfalls wolle Bayern aber auch alleine handeln. Auch der Profisport brauche "eine neue Perspektive". Mehr dazu hier.

+++ Söder will bei 2G+ in der Kultur bleiben - aber Kapazitäten erhöhen +++

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die 2G+-Regelung in der Kultur in Bayern beibehalten. Das sagte er am Freitagmittag bei einer Pressekonferenz in München. Dennoch soll es leichte Lockerungen geben: Die Kapazitäten sollen von 25 Prozent der Sitzplätze auf 50 Prozent erhöht werden. Kommenden Dienstag will das Kabinett eine Entscheidung treffen, wie es weitergehen soll. Am Montag findet zudem ein Bund-Länder-Treffen statt. 

+++ Verbände fordern Priorisierung von Lehrpersonal bei PCR-Tests +++

Die bayerische Lehrervertretung abl fordert, Lehrkräfte zur kritischen Infrastruktur zu rechnen und bei PCR-Tests zu priorisieren. So solle Präsenzunterricht in der fünften Welle der Pandemie möglich bleiben, teilte Michael Schwägerl, Präsident der abl (Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände) am Freitag mit.

Mit explodierenden Corona-Fallzahlen steige auch die Zahl an Lehrerinnen und Lehrern in Quarantäne oder Isolation. Zusätzlich herrsche ohnehin Personalmangel. Das bringe Schulen an ihre Grenzen, manche schickten bereits Kinder eher nach Hause. Die abl will erreichen, dass sich das Personal freitesten und zeitnah wieder unterrichten kann. Derzeit ist es schwer, an PCR-Tests zu kommen, Labore arbeiten wegen der hohen Nachfrage an ihren Kapazitätsgrenzen.

+++ Corona-Schuljahr: Weniger Wiederholer in Bayern +++

Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Wiederholer an Bayerns Schulen zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag dies unter anderem an den veränderten Versetzungsregelungen, die wegen Corona nicht mehr nur an die schulische Leistung geknüpft waren. Wie das Amt am Freitag berichtete, sank die Quote der Wiederholer an Bayerns allgemeinbildenden Schulen von 3,8 Prozent im Schuljahr 2019/2020 auf 2,8 Prozent im Schuljahr 2020/2021.

Im Vergleich zu den anderen Bundesländern ist die Quote wie in den Vorjahren in Bayern am höchsten. 26.500 Schülerinnen und Schüler besuchten dort im Schuljahr 2020/2021 erneut ihre Klassenstufe. Am niedrigsten war die Quote in Berlin, hier wiederholten nur 2.500 Schülerinnen und Schüler die Klassenstufe, weniger als ein Prozent. Die Versetzung wird in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Bundesweit waren 58 Prozent der Wiederholer männlich.

+++ AfD begrüßt unangemeldete Corona-Proteste +++

Die Landtags-AfD hat sich auf ihrer Winterklausur ausdrücklich mit den unangemeldeten Protesten gegen Corona-Maßnahmen solidarisiert. Man stehe "zu den friedlichen Spaziergängen der besorgten Bürger", sagte Fraktionschef Ulrich Singer am Freitag in München. Die AfD kritisierte einmal mehr die ihrer Ansicht nach unverhältnismäßigen Anti-Corona-Maßnahmen. Einiges davon sei nicht mehr rechtmäßig, das habe die gerichtlich gestoppte 2G-Regel im Einzelhandel gezeigt, sagte Co-Fraktionschef Christian Klingen.

+++ Nicht-Geboosterten drohen Lohnausfälle bei Quarantäne +++

Millionen geimpften Beschäftigten droht im Falle einer Corona-Quarantäne das Ende der Lohnzahlung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Kurzgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, wie die "Bild" berichtet.

Demnach haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Quarantäne, die einmal geimpft sind oder deren Zweitimpfung mehr als drei Monate zurückliegt, künftig keinen Anspruch auf eine Lohnzahlung. "Das Fehlen der Covid19-Auffrischungsimpfung würde dann zum Ausschluss des Entschädigungsanspruchs (...) führen", zitiert die Zeitung aus dem zweiseitigen Gutachten.

Schließlich hätte der Betroffene den Arbeitsausfall mit einer jüngst von der Ständigen Impfkommission (STIKO) "öffentlich empfohlenen" dritten Impfung verhindern können. Bislang erhalten nur Ungeimpfte im Quarantäne-Fall keinen Lohn mehr.

+++ Inzidenz in München: 1.000er-Schwelle übersprungen! +++

Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt München hat die 1.000er-Marke übersprungen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet einen Wert von 1.122,4 (Stand: 21.01., 03.21 Uhr). Am Vortag lag die Inzidenz in der bayerischen Landeshauptstadt noch bei 986,4.

Auch im Landkreis München liegt die Inzidenz mittlerweile über 1.000, genauer gesagt bei 1.153. Insgesamt sind die Inzidenzen im Münchner Umland besonders hoch. Die Landkreise Dachau (1.288,1) und Ebersberg (1.178,4) liegen bayernweit an der Spitze, nach dem Landkreis München und dem Landkreis Erding (1.135,4) folgt die Stadt München auf dem fünften Platz.

+++ Höchster Inzidenz-Anstieg in Bayern seit Beginn der Pandemie +++

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Freitag eine Corona-Inzidenz von 755,0 für Bayern gemeldet. Es ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie und der höchste Anstieg binnen eines Tages. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen und 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern noch bei 661,2 gelegen.


Corona-News vom 20.01.2022

+++ Virologe Stöhr warnt vor Überbewertung der Infektionszahlen +++

Der Virologe und Epidemiologe Klaus Stöhr hat davor gewarnt, die Infektionszahlen überzubewerten.

In einem in der Sendung "Guten Morgen Deutschland" ausgestrahlten Interview mit "RTL/ntv" sagte er: "Wenn ich normale Pandemiebekämpfung mache, dann möchte ich, dass die Intensivstationen, Krankenhäuser und Friedhöfe leer sind. Das heißt, die Hospitalisierungsrate und die Intensivstationen-Belegung ist der Parameter für mich, zu entscheiden, welche Maßnahmen ich vielleicht anziehe und welche ich locker lasse. Und die Schere zwischen Neuinfektionen – dieser Schenkel, der ja klar nach oben weist – und der andere Schenkel, der horizontal oder nach unten weist, deutet ja schon darauf hin, dass diese Parameter sich voneinander abgekoppelt haben. Deswegen spielt die Neuinfektionsrate praktisch keine Rolle mehr."

+++ Ab sofort: FFP2-Maskenpflicht in Sitzungen des Landtags +++

Angesichts der sich rasant ausbreitenden Omikron-Welle werden die Corona-Regeln im bayerischen Landtag weiter verschärft. Neben der 3G-Regel - Zugang nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete - ordnete Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstag wieder eine FFP2-Maskenpflicht in Plenarsitzungen an. Abgeordnete, die keinen 3G-Nachweis erbringen können oder wollen, müssen weiterhin auf der Tribüne Platz nehmen, können aber auch von dort aus sprechen.

"FFP2-Masken schützen gerade vor der Omikron-Variante sehr gut, wie aktuelle Studien zeigen", sagte Aigner. "Sie helfen uns deshalb entscheidend dabei, dass der Bayerische Landtag handlungsfähig bleibt und gerade in der jetzigen Phase die notwendigen Debatten hier im Parlament geführt werden können." Zugleich rief die Parlamentspräsidentin alle Abgeordneten auf, vor den Sitzungen einen PCR-Test zu machen.

+++ 3G für Jugendarbeit gefordert +++

Die Sozialreferentinnen und -referenten vier bayerischer Großstädte fordern 3G für Angebote der offenen Jugendarbeit - um sie so auch ungeimpften, aber negativ getesteten Jugendlichen zugänglich zu machen. Eine präventive Arbeit in Jugendzentren oder Freizeitstätten sei faktisch kaum mehr möglich, warnten die Zuständigen in München, Würzburg, Nürnberg und Augsburg.

Für regelmäßig getestete, minderjährige Schüler gibt es in Bayern Ausnahmen von 2G-Regeln etwa in Gastronomie, Beherbergungswesen oder beim Sport. Für Schüler über 18 Jahre und Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit gelte die Ausnahme nicht, kritisierten sie.

Diese erreiche sozial benachteiligte junge Menschen, die keine regelmäßigen Angebote wahrnehmen könnten und oft in belasteten Familiensituationen lebten. Ungeimpfte Jugendliche, die nicht mehr ins Jugendzentrum könnten, verlören fast komplett den Anschluss an ihr soziales Netzwerk, zudem könnten Pädagogen keinen Einfluss mehr nehmen. Aufklärungsarbeit, um unentschlossene Jugendliche und ihre Familien zur Corona-Impfung zu motivieren, könne es so nicht geben. Auch Nachhilfe sei betroffen, das treibe soziale Ungerechtigkeit und Bildungsungleichheit voran.

+++ Freie-Wähler-Abgeordnete nicht mehr in Corona-Isolation +++

Die Freie-Wähler-Fraktion ist wieder coronafrei: Alle sechs Abgeordneten, die vergangene Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, sind inzwischen aus der Isolation. Am Dienstag hätten sich die letzten Parlamentarier freigetestet, sagte Fraktionschef Florian Streibl am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in München. Und: Zu den sechs Abgeordneten, vier Mitarbeitern und einem Techniker seien keine weiteren Infizierten hinzugekommen - es habe sich niemand sonst angesteckt.

Nach Worten Streibls waren sämtliche Verläufe der Abgeordneten zudem asymptomatisch: "Es hat keiner irgendwelche Symptome gehabt, die ganze Zeit", sagte er und betonte: "Impfen und Boostern hilft."

+++ Museen fordern Ende von 2G+-Regel +++

Wegen stark eingebrochener Besucherzahlen fordern die Museen in Bayern eine Lockerung der strengen Zugangsregeln. Die Museen seien durch die Einführung der 2G+-Regel sehr stark in Mitleidenschaft gezogen worden, kritisierte die Arbeitsgemeinschaft der Museen in Bayern in einem Offenen Brief am Donnerstag.

Es gebe einen "dramatischen Rückgang" bei den Besuchern in allen Häusern. Viele Museen im Freistaat kämen deshalb an die Grenzen ihrer Handlungsfähigkeit. "Unser kulturelles Angebot ist, wie das der Theater und das aller sonstigen kulturellen Einrichtungen, ein Grundpfeiler unseres kulturellen Selbstverständnisses", heißt es in dem Brief.

Die Vertreter der bayerischen Museen fordern in dem Schreiben "ein Ende der Ungleichbehandlung". Die bayerischen Museen hätten in jeder Phase der Corona-Wellen stets sehr verantwortungsvoll und umsichtig gehandelt.

+++ Zeitpunkt für vierte Impfung: Holetschek fordert Klarheit vom Bund +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die Bundesregierung aufgefordert, bald zu klären, wann eine vierte Impfung gegen Corona kommt. 

"Klar ist: Wir müssen uns auf jeden Fall frühzeitig auf eine mögliche vierte Impfung vorbereiten, wir brauchen Planungssicherheit", sagte er dem Nachrichtenportal "ntv.de". "Denn Voraussetzungen für die vierte Impfung sind unter anderem genug Impfstoff, entsprechende wissenschaftliche Empfehlungen sowie eine flächendeckende Impfinfrastruktur."

+++ Umfrage: Mehrheit der Bayern für allgemeine Impfpflicht +++

Die Mehrheit der Bürger in Bayern ist für eine allgemeine Impfpflicht – das geht aus dem neuen BR-Bayerntrend hervor. Demnach stimmen 64 Prozent der Bayern dafür, 33 Prozent dagegen.

Lade TED
 
Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

+++ München-Inzidenz steigt weiter +++

Die Sieben-Tage-Inzidenz in München steigt weiter an. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge beträgt der Wert aktuell 986,4, am Vortag lag die Inzidenz bei 948,9 (Stand: 20.01., 3.27 Uhr).

Bei der Inzidenz liegt die Landeshauptstadt bayernweit gesehen nicht mehr an der Spitze. Die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen (1.015,5), Ebersberg (1.032,7) und Dachau (1.076) haben jeweils einen höheren Wert.

+++ Münchner Infektiologe: Impfpflicht schnell ausweiten +++

Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner will eine schnelle Corona-Impfpflicht für verschiedene Berufsgruppen, um die Impflücke rasch zu schließen. "Eine erweiterte berufsgruppenbezogene und temporäre Impfpflicht kann dabei helfen, wir dürfen jetzt keine Zeit verlieren", sagte der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing der Deutschen Presse-Agentur.

Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing.
Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing. © Sven Hoppe/dpa

Sie müsse vor allem für Mitarbeiter wichtiger Infrastrukturen wie Polizei und Feuerwehr gelten, aber auch für Lehrkräfte. "Mein persönlicher Wunsch ist, dass wir die einrichtungsbezogene Impfpflicht so schnell als möglich auf kritische Infrastrukturen wie Polizei, Feuerwehr und Schulen ausweiten. Eine einrichtungsbezogene Impfpflicht kann schneller umgesetzt werden. Bei einer allgemeinen Impfpflicht bin ich nicht sicher, ob wir das mit allen erforderlichen Diskussionen schnell hinkommen", sagte Wendtner.

+++ Corona-Inzidenz in Bayern springt auf Allzeithoch +++

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Corona-Inzidenz in Bayern ist so hoch wie nie zuvor. Mit einem Wert von 661,2 Neuinfektionen binnen sieben Tagen und 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner am Donnerstagmorgen ließ sie den alten Höchstwert aus der Delta-Welle hinter sich. Am 26. November hatte die Inzidenz 652,5 betragen. Die Zahl der seit Pandemiebeginn in Zusammenhang mit Corona gemeldeten Todesfälle in Bayern stieg um 22 auf inzwischen 20. 236.

Auf den bayerischen Intensivstationen macht sich die neue Welle bisher nicht besonders stark bemerkbar. Am Morgen (Stand: 07.05 Uhr) waren dort laut Intensivregister Divi 369 Covid-19-Fälle in Behandlung, das ist nur etwas mehr als ein Drittel des Höchstwertes aus der Delta-Welle. Allerdings gibt es typischerweise einen Zeitverzug zwischen Infektionen und Intensivbehandlung.


Corona-News vom 19.01.2022

+++ Deutlich weniger Corona-Patienten in Münchner Intensivbetten +++

Der Krankenstand beim Personal macht den Münchner Kliniken zunehmend zu schaffen. In einem anderen Punkt hat sich die Lage etwas entspannt: Vor vier Wochen waren noch 140 der rund 400 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt – mittlerweile sind es nur noch halb so viele. Das sagte der Leiter des städtischen Krisenstabs, Wolfgang Schäuble, im Vorfeld der Stadtrats-Vollversammlung am Mittwoch.

Auch erkranken immer weniger über 60-Jährige an Corona. Dafür sind zunehmend Kinder betroffen, und auch sonst kann von Entwarnung keine Rede sein: Zuletzt wurden in der Landeshauptstadt insgesamt 3.300 Neuinfektionen gemeldet – an einem einzigen Tag. Das Kontaktverfolgungsteam hat 500 Mitarbeitende. Trotzdem müssen sogar Infizierte oft lange auf einen Anruf warten. Die SPD macht sich unterdessen für Impf-Guides stark, die z.B. in soziale Einrichtungen gehen und für Impfungen werben. Denn das Interesse daran sei derzeit eher verhalten, sagt Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek. Die Impfquote liegt bei knapp 72 Prozent, etwa 38 Prozent sind geboostert.

+++ Bayerns Verwaltungsgerichtshof kippt 2G-Regel im Einzelhandel +++

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die grundsätzliche Beschränkung des Zugangs zu Einzelhandelsgeschäften auf Geimpfte und Genesene (2G) vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das Gericht in München gab damit am Mittwoch dem Eilantrag einer Inhaberin eines Lampengeschäfts in Oberbayern statt.

+++ Lauterbach: Tatsächliche Inzidenz wohl eigentlich viel höher +++

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet damit, dass die aktuelle Omikron-Welle Mitte Februar ihren Höhepunkt erreichen wird.

Der Minister geht davon aus, dass "die jetzige Dunkelziffer ungefähr beim Faktor zwei liegen“ dürfte, wie er bei "RTL Direkt“ erklärte. Damit läge die Inzidenz deutlich höher als die am Dienstag gemeldeten 553,2. "Ob es Tausend sind, wissen wir nicht genau, (…) aber wir werden noch höhere Fallzahlen bekommen.“

Laut Lauterbach müsse man damit rechnen, dass bis zum Herbst weitere neue Corona-Varianten auftauchen. "Dann stünden wir mit leeren Händen da, wenn wir erneut die große Zahl der Ungeimpften haben, die wir schützen müssen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.“ Vor allem deshalb plädiert er weiterhin für eine allgemeine Impfpflicht.

+++ Impfbetrug: Ermittler rechnen mit hoher Dunkelziffer+++

Auch wenn im Januar zunächst ein Rückgang zu beobachten war - Fälle von Impfpassfälschungen gehören für die Polizei im Freistaat weiterhin zum Alltag. Insgesamt 4.066 Anzeigen wegen Urkundendelikten im Zusammenhang mit der Corona-Impfthematik habe es bis zum Montag gegeben, teilte das Bayerische Innenministerium mit. Dabei seien rund 5.500 Impfpässe und -zertifikate sichergestellt worden. Einen falschen Impfstatus haben aber wohl weit mehr Menschen in Bayern: "Wir müssen leider von einem großen Dunkelfeld ausgehen", teilte das Ministerium mit.

Im Oktober wurden demnach 338, im November 1.070 und im Dezember 1.979 Fälle registriert. Dabei ging es etwa um gefälschte Aufkleber, Zertifikate, Etiketten, Stempel und Genesenennachweise.

+++ München-Inzidenz nähert sich langsam der 1.000er-Marke +++

Die Sieben-Tage-Inzidenz in München steigt weiter rapide an. Aktuell liegt der Wert laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 948,9 (Stand: 19.01., 3.27 Uhr). Am Vortag betrug die Inzidenz in der Landeshauptstadt 883,4.

Mit dem aktuellen Wert bleibt die Stadt München der Inzidenz-Spitzenreiter in Bayern, es folgen der Landkreis Ebersberg (923) und der Landkreis Miesbach (876,4).

+++ Viele Corona-Neuinfektionen in Bayern +++

Der rasante Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Bayern hält an. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Mittwoch 17.637 neue Fälle im Freistaat, fast 7.000 mehr als am Vortag. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 607,1. Am Dienstag lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche noch bei 576,3. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona seit Beginn der Pandemie stieg um 24 auf 20.214.


Corona-News vom 18.01.2022

+++ Pflegerat rechnet mit Kündigungen wegen Impfpflicht in Einrichtungen +++

Bislang hat die ab Mitte März geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zu keinen gestiegenen Kündigungszahlen in Kliniken geführt. "Aktuell haben uns noch keine Meldungen aus den Krankenhäusern zu möglichen Kündigungen aufgrund der ab 15. März geltenden Impfpflicht erreicht", sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der "Rheinischen Post" (Dienstag).

Der Deutsche Pflegerat geht allerdings davon aus, dass diese Impfpflicht noch zu Kündigungen führen werde. Dies betreffe weniger das Pflegefachpersonal, sondern unterstützende Tätigkeiten wie Betreuungsassistenten oder Küchen- und Reinigungskräfte, sagte Pflegerats-Präsidentin Christine Volger den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). In diesen Berufsgruppen herrsche "eine etwas geringe Impfquote". Einige dieser Beschäftigten überlegten, "den Job zu wechseln, wenn die Impfpflicht an ihrem Arbeitsplatz greift".

+++ Holetschek: Frist für Impfpflicht überdenken +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die Bundesregierung aufgefordert, die Frist zur Einführung einer Impfpflicht für Mitarbeiter von Klinken, Altenheimen oder Arztpraxen "gegebenenfalls noch einmal kritisch zu überdenken". Der Bund müsse zunächst noch offene Fragen klären, sagte Holetschek der "Mediengruppe Münchner Merkur tz" (Mittwoch). "Wer fällt unter diese Impfpflicht konkret? Wie kann die pflegerische, medizinische und hauswirtschaftliche Versorgung in den Einrichtungen im Einzelfall aufrechterhalten werden? Was geht vor: Impfpflicht oder Versorgung?"

Bis zum 15. März müssen Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen laut Bundesgesetz einen Nachweis über eine abgeschlossene Impfung, einen Genesenennachweis oder ein ärztliches Attest ihrer Nicht-Impfbarkeit vorlegen. Bundestag und Bundesrat hatten dies Mitte Dezember beschlossen. Holetschek möchte jedoch zuerst die allgemeine Impfpflicht zügig vorangetrieben sehen. "Erst dann können meiner Meinung nach die Regelungen zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht sinnvoll vollzogen werden", sagte Holetschek der Mediengruppe. Keinesfalls dürfe der Eindruck entstehen, dass bestimmte Berufsgruppen einseitig mit Nachteilen belastet würden.

Außerdem gebe es noch einen weiteren Grund, die Frist zu überprüfen: Ende Februar werde der Impfstoff des Herstellers Novavax geliefert. "Auch dieser Proteinimpfstoff – er basiert auf einer anderen Technologie als die bisher verfügbaren Corona-Impfstoffe – kann nochmal eine positive Rolle dabei spielen, manche Menschen von einer Impfung zu überzeugen", erläuterte Holetschek der Mediengruppe. In Bayern soll das Vakzin deshalb bevorzugt für Impfungen von Beschäftigten in Einrichtungen im Gesundheits- und Pflegebereich zur Verfügung stehen.

+++ Impf-Guides sollen in München über Corona aufklären +++

Fast ein Viertel der Münchner ist noch nicht geimpft. Um diese Menschen zu informieren, wird die Stadt eine neue Kampagne starten. Sie will Medizin-Studierende zu "Impf-Guides" ausbilden. Diese sollen über Angebote aufklären und die Menschen motivieren, sich impfen zu lassen, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD. Voraussichtlich wird der Stadtrat dieses Konzept am Donnerstag beschließen.

Einen ähnlichen Antrag hatte die Linke bereits im November gestellt. Weil die Gefahr, sich mit Corona zu infizieren, in Stadtvierteln mit einer hohen Migrations- und Arbeitslosquote höher lag, forderte die Linke damals, dass mehrsprachige Mitarbeiter die Menschen vor Ort direkt ansprechen.

Als Vorbild dient Bremen. Dort sind Impf-Guides schon seit längerem unterwegs. Außerdem wirft die Stadt mehrsprachiges Infomaterial in die Briefkästen ein. SPD-Stadträtin Barbara Likus ist überzeugt: "Die Mehrheit der Ungeimpften braucht nur ein niedrigschwelliges Angebot, es ist eine kleine Minderheit, die auf Spaziergängen gemeinsam mit Nazis unterwegs ist."

+++ Kliniken im Umland: Wegen Omikron vorerst keine Besuche mehr erlaubt +++

Wegen der steigenden Infektionszahlen im Landkreis Dachau erweitern die Helios Amper-Kliniken Dachau und Indersdorf ihre Vorsichtmaßnahmen. Für beide Krankenhäuser gilt ab dem morgigen Mittwoch (19. Januar) ein Besuchsverbot. Ausnahmen gibt es in besonderen Situationen – etwa bei der Geburt oder für Patienten auf Palliativstationen.

+++ München: Höchste Inzidenz in ganz Bayern +++

Die Stadt München hat mittlerweile die höchste Inzidenz in ganz Bayern. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt der Wert aktuell bei 883,4 (Stand: 18.01., 3.26 Uhr) – am Vortag betrug die Inzidenz noch 859,7. Einen erneuten Lockdown wird es in der Landeshauptstadt im Fall der Fälle aber erstmal nicht geben, die Hotspot-Regelung (Inzidenz über 1.000) bleibt vorerst weiter ausgesetzt.

Nach der Stadt München folgen bayernweit gesehen der Landkreis Ebersberg (864,7) und der Landkreis Miesbach (844,5).

+++ Mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Bayern +++

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Bayern geht weiter rasant nach oben. Die Gesundheitsämter im Freistaat haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 10.729 neue Corona-Fälle gemeldet, nach mehr als 8.200 am Vortag. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag damit am Dienstag bei 576,3, am Montag hatte sie bei 551,5 gelegen, wie aus dem Zahlen hervorgeht, die das RKI am Dienstagmorgen auf seinem Dashboard veröffentlichte. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle im Freistaat stieg um 13 auf 20.190.

+++ Würzburger Grüne wollen Corona-Bußgelder für Impfkampagne nutzen +++

Die Würzburger Grünen-Fraktion möchte coronabedingt verhängte Bußgelder der Stadt für eine lokale Impfkampagne nutzen.

"Wenn sich aufgrund einer von Bußgeldern unterstützten Impfkampagne noch mehr Menschen dazu entschließen, sich und ihre Mitmenschen durch eine Impfung zu schützen, erreichen wir damit dankenswerterweise genau das Gegenteil von dem, was die Querdenkenden verantwortungslos propagieren", erklärte die Fraktionsvorsitzende Sandra Vorlová. Die Fraktion habe daher für die Stadtratssitzung an diesem Donnerstag einen entsprechenden Antrag eingereicht.

"Verstöße gegen die Allgemeinverfügung können mit einem Bußgeld von bis zu 3.000 Euro geahndet werden, womit schnell ein fünfstelliger Betrag für eine Impfkampagne zusammenkommen dürfte", sagte der Co-Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Lukas Weidinger.


Corona-News vom 17.01.2022

+++ Münchens OB Reiter wünscht sich "ein wenig Entlastung" für die Kultur +++

Nachdem die Bayerische Staatsregierung am Montag keine weitere Entscheidung zur 2G bzw. 2GPlus Regel getroffen hat, hat sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in einem Statement zu Wort gemeldet. "Ich bedauere, dass es die Bayerische Staatsregierung versäumt hat, die Ungleichbehandlung von Kulturbetrieben und Gastronomie in Bezug auf die Corona-Maßnahmen zu beenden", sagte Reiter.

Es sei auch bei steigenden Infektionszahlen nicht nachvollziehbar, warum Theater, Kinos und andere Kultureinrichtungen, die über sehr gute Hygienekonzepte verfügen, weiter einer strengen 2G-plus Regelung unterliegen und dazu nur maximal 25 Prozent der Zuschauerkapazität nutzen dürften, in der Gastronomie aber 2G ohne weitere Auflagen gelte. Reiter: "Ich hielte es für absolut vertretbar, zumindest die Zuschauerkapazität unserer Kultureinrichtungen bei den strengen Hygieneauflagen entsprechend zu erhöhen, um hier wenigstens für ein wenig Entlastung zu sorgen."

+++ Münchner Sozialreferat fordert 3G für Kinder- und Jugendarbeit +++

Die Bayerische Staatsregierung hat die Ausnahme von 2G- beziehungsweise 2G-Plus-Zugangsvoraussetzungen in der Gastronomie, im Beherbergungswesen sowie bei sportlicher, musikalischer und schauspielerischer Eigenaktivität zugunsten regelmäßig getesteter Schülerinnen fortgeführt und verlängert.

Allerdings beziehe sich diese Ausnahme zum einen nur auf minderjährige Schüler und zum anderen nicht auf die Angebote respektive die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit kritisiert Münchens Dritte Bürgermeisterin Verena Dietl: "Wir sehen die Auswirkungen mit großer Sorge. Die Einrichtungen der Jugendarbeit stellen fest, dass die Besucherzahlen deutlich zurückgegangen sind."

Ungeimpfte Jugendliche würden sich dann eben im öffentlichen und privaten Raum treffen. Dietl: "Damit ist präventive Jugendarbeit faktisch kaum mehr möglich. Und das ist auch unter Infektionsgesichtspunkten kontraproduktiv." Sozialreferentin Dorothee Schiwy ergänzt: "Erschreckend ist auch der enorme Anstieg von jugendpsychiatrischen und jugendtherapeutischen Notfällen. Die Jugendpsychiatrien sind übervoll, psychiatrische Beratungsstellen haben Wartezeiten von bis zu sechs Monaten. Angebote und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit würden hier zumindest den Rahmen des präventiven Kinder- und Jugendschutzes bieten, einen Vertrauensraum und niederschwellige Beratung." 

+++ RKI-Beschluss: Genesenen-Status nach Corona-Infektion verkürzt +++

Wer an Corona erkrankt, gilt seit Samstag (15. Januar) nur noch für drei Monate als genesen. Ohne großes Aufheben darum zu machen, hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Änderung im Rahmen der Verordnung zur Änderung der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung und der Coronavirus-Einreiseverordnung vom 14. Januar bekanntgegeben.

"Ungeimpften immungesunden Personen ab zwölf Jahren sowie 5- bis 11-jährigen Kindern mit Vorerkrankungen, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben", wird demnach "die Impfung mit einem Abstand von mindestens drei Monaten nach der Erkrankung" empfohlen, schreibt das RKI. Im Rahmen der Grundimmunisierung empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) Genesenen eine Corona-Impfung. 

Bis dato galt: Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, besaß in Deutschland bislang für sechs Monate den Genesenen-Status. Statt der bisher 180 Tage ist der Genesenen-Status nun nur noch 90 Tage gültig. so das RKI. Zu Beginn des Jahres hatte unter anderem die Gesellschaft für Virologie den bisher gültigen sechsmonatigen Schutz durch eine Corona-Infektion noch einmal für sinnvoll erklärt. Und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sagte vor wenigen Monaten: "Wir wissen, dass der Genesenenstatus sehr gut schützt." Lesen Sie hier mehr dazu.

+++ Corona-Demos: Polizeigewerkschaft fordert Sofort-Strafen +++

Die Polizeigewerkschaft Bayern vermisst mit Blick auf die Einsätze bei den Corona-Demonstrationen jegliche abschreckende Wirkung. "Jeder Polizist hat inzwischen Sorge, nach Demos gesund nach Hause zu kommen. Mehrmals pro Woche müssen sie damit rechnen, vom Mob angegriffen und verletzt zu werden. Das ist untragbar!", zitiert die "Bild"-Zeitung - Eduard Dosch, Vorstandsmitglied der Polizeigewerkschaft. Die Justiz müsse im Jourdienst bei den Demos vor Ort sein und bei Verstößen sofort Bußgelder abkassieren, fordert der 60-Jährige. "Straftaten müssen vom Gericht spätestens eine Woche später abgearbeitet werden."

+++ Inzidenz bei bayerischen Kindern und Jugendlichen verdoppelt +++ 

Die Corona-Inzidenzen bei bayerischen Kindern und Jugendlichen sind in der Woche seit Ende der Weihnachtsferien in die Höhe geschossen. In der Altersgruppe der Sechs- bis Elfjährigen ist der Wert binnen sieben Tagen um mehr als 164 Prozent gestiegen, wie aus Daten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vom Montag hervorgeht. Vor einer Woche hatte das LGL für die Gruppe noch 372 Fälle pro Woche und 100.000 Einwohnern gemeldet, jetzt sind es 985.

Noch höher fiel die Inzidenz bei den 16- bis 19-Jährigen aus: 1.305 ist der höchsten Wert, den das LGL je für eine Altersgruppe ermittelt hat. Der relative Anstieg fiel mit 79 Prozent allerdings etwas geringer aus. Die dritthöchste Inzidenz wird mit 982 für die 12- bis 15-Jährigen ausgewiesen. Auch hier gab es mehr als eine Verdoppelung binnen sieben Tagen. 

+++ Gesundheitsminister diskutieren Änderung der Teststrategie +++

Die Gesundheitsminister der Länder beschäftigen sich mit einer Anpassung der Corona-Teststrategie, um einer Überlastung der Labor-Kapazitäten entgegenzuwirken. Bei hohen Infektionszahlen sollen PCR-Tests künftig auf "symptomatische Personen und gegebenenfalls vulnerable Gruppen" beschränkt werden. Das geht aus einem Beschlussentwurf hervor, der den Gesundheitsministern vor einer Videokonferenz am Montagabend vorlag.

Antragsteller ist das Land Berlin. Dort ist die Nachfrage nach PCR-Tests aktuell zum Teil größer als das Angebot. Laut dem Antrag soll bei Personen mit einer symptomfreien Corona-Infektion nach einem positiven Schnelltest auf einen PCR-Test als Bestätigung verzichtet werden. Auch wenn die Corona-Warn-App auf Rot springt, soll künftig nur noch ein Schnelltest erfolgen.

+++ München: Impfwoche im Café Kosmos und im Harry Klein +++

Im Café Kosmos wird in dieser Woche an folgenden Tagen gegen das Coronavirus geimpft: Montag (17. Januar, 15 bis 20.30 Uhr), Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag (jeweils 10 bis 20.30 Uhr), Samstag und Sonntag (jeweils 9 bis 20.30 Uhr). Im Harry Klein werden von Montag (17. Januar) bis Mittwoch jeweils von 18 bis 22 Uhr Corona-Schutzimpfungen angeboten. Buchen Sie hier die entsprechenden Slots in einer der beiden Locations. 

+++ Kommen nächste Woche Lockerungen? +++

Die Bayerische Staatsregierung stellt Lockerungen für Jugendarbeit, Kunst, Kultur und Kino sowie Sport in Aussicht – sofern "es die Lage zulässt", wie Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) am Montag in München erklärte. So könnte zum Beispiel im Kulturbereich die Auslastung von 25 auf 50 Prozent angehoben werden. Auch ein Ende der Geisterspiele im Fußball könnte es dann geben. Über mögliche Lockerungen soll nächste Woche in der Kabinettssitzung diskutiert werden. Lesen Sie hier mehr dazu.

+++ Hotspot-Regelung in Bayern bleibt weiter ausgesetzt +++

Die Hotspot-Regelung, bei der Regionen ab einem Inzidenzwert von 1.000 das öffentliche Leben weitestgehend heruntergefahren muss, bleibt weiter ausgesetzt. Das teilte Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU) am Montag nach der Kabinettssitzung in München mit. Vorerst gibt es "weder Verschärfungen noch Lockerungen". 

Man wolle die Lage - vor allem in den Krankenhäusern - in den nächsten Tagen Woche beobachten und nächste Woche erneut beraten. Dann soll es eine Entscheidung geben, sagte der Politiker. 

+++ München-Inzidenz steigt weiter - zweithöchster Wert in Bayern +++

Der Trend der vergangenen Tage setzt sich fort: Die Sieben-Tage-Inzidenz in München steigt weiter an! Für Montag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) einen Wert von 859,7 (Stand: 17.01., 3.19 Uhr). Am Vortag lag die Inzidenz laut RKI bei 829,4.

Damit weist München den zweithöchsten Inzidenzwert in ganz Bayern auf, vor der Landeshauptstadt liegt nur noch der Stadtkreis Ingolstadt mit einer Inzidenz von 866.

+++ Mehr als 8.200 Corona-Neuinfektionen in Bayern +++

Die Gesundheitsämter in Bayern haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages mehr als 8.200 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz im Freistaat lag damit am Montag bei 551,5 nach 527,4 am Sonntag. Damit haben sich in den vergangenen sieben Tagen etwa 551 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte das RKI am Montag auf seinem Dashboard mit (Stand: 3.19 Uhr). Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle im Freistaat stieg um sieben auf 20.177. Montags sind die Zahlen in der Regel niedriger, weil über das Wochenende weniger getestet und gemeldet wird.


Corona-News vom 16.01.2022

+++ Pflegenotstand: Bayern sucht Freiwillige +++

Gut zwei Jahre nach Pandemiebeginn und mitten in der fünften Corona-Welle werden in Bayern händeringend Pflegekräfte gesucht. "Ich appelliere daher - gerade auch mit Blick auf die Omikron-Virusvariante - an alle Pflegekräfte, die aktuell nicht in diesem Beruf arbeiten und keiner Risikogruppe angehören: Engagieren Sie sich im "Pflegepool Bayern"", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Sonntag in München. "Wir müssen gemeinsam solidarisch alles dafür tun, unser Gesundheitssystem vor einem Kollaps zu schützen."

Freiwillige können sich über die Plattform pflegepool-bayern.de melden. Gesucht werden Menschen, die etwa aus dem Beruf ausgeschieden sind oder früher einmal im Gesundheitswesen tätig waren - neben Pflegefachkräften etwa medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten, Notfallsanitäter oder auch Hebammen. Wer mitmacht, soll Freistellungs-, Lohn-, Fahrt- und Verdienstfortzahlungsansprüche bekommen.

+++ Kritik an Scholz: Mehrheit der Deutschen vermisst klaren Corona-Kurs +++

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland vermisst derzeit einer Umfrage zufolge Führungsstärke beim Bundeskanzler und einen klaren Kurs in der Corona-Politik. 71 Prozent glauben, dass die Bundesregierung keine klare Richtung in der Corona-Politik vorgibt, wie eine Umfrage des Instituts Insa für die "Bild am Sonntag" ergab. 23 Prozent empfinden das Gegenteil, 6 Prozent machten keine Angaben. 61 Prozent der Befragten sagen außerdem, dass Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu wenig Führungsstärke zeigt. 26 Prozent sehen das anders, 13 Prozent der Befragten machten keine Angaben. Eine allgemeine Impfpflicht befürworten 60 Prozent der Befragten, 33 Prozent sind dagegen. Keine Angabe dazu machten 7 Prozent.

+++ Es bleibt dabei: Österreich führt Impfpflicht ab Februar ein +++

In Österreich soll die Impfpflicht gegen das Coronavirus wie geplant Anfang Februar in Kraft treten. So steht es in dem Gesetzentwurf, den die Regierung am Sonntag vorstellte. Formsache: Das Parlament soll das Gesetz am Donnerstag beschließen.

Die Impfpflicht soll für Personen ab 18 und nicht wie bislang geplant ab 14 Jahren gelten. Kontrollen sollen Mitte März beginnen, darunter im Straßenverkehr. Für Impfverweigerer gilt ein Strafrahmen von 600 und 3.600 Euro, wenn sie einer Impfaufforderung nicht nachkommen und einen gesetzten Impftermin verstreichen lassen.

Das Gesetz gilt für alle Menschen mit Wohnsitz in Österreich. Ausnahmen sind für Schwangere und Menschen vorgesehen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Genesene sollten für 180 Tage ausgenommen sein.

+++ München-Inzidenz schießt in die Höhe +++

Die Sieben-Tage-Inzidenz in München liegt am Sonntag bei 829,4 (Vortag: 761,9). Bayernweit meldet das RKI einen Wert von 527,4.

Die meisten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wurden in den zurückliegenden sieben Tagen in München gemeldet. Es folgen die Stadt Ingolstadt (820,7) und der Landkreis Lindau (796,7).

Auf den Intensivstationen sank die Zahl der Corona-Patienten dagegen weiter. Das Divi-Intensivregister meldete am Sonntag 408 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, das sind 19 weniger als noch am Samstag.


Corona-News vom 15.01.2022

+++ Deutschland stuft Österreich wieder als Hochrisikogebiet ein +++

Die Bundesregierung stuft Österreich wegen hoher Corona-Infektionszahlen ab Sonntag erneut als Hochrisikogebiet ein. Ausgenommen davon sind die Gemeinden Mittelberg und Jungholz sowie das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee, wie das Robert Koch-Institut schon am Freitag mitgeteilt hatte. Damit stehen dann alle neun Nachbarländer Deutschlands auf der Risikoliste.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht mindestens den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze hat oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Für Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, endet die Absonderung fünf Tage nach der Einreise automatisch.

+++ Lockerungen bei Corona-Quarantäne in Bayern +++

Bayern hat die Quarantäneregeln für bestimmte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten gelockert. "Auch als Kontaktperson zu Omikron-Fällen müssen frisch Geimpfte (drei Monate), frisch Genesene (drei Monate) und Geboosterte (unbegrenzt) nun nicht mehr in Quarantäne", sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Samstag in München. "Damit gibt es für die verschiedenen Virusvarianten keine unterschiedlichen Regelungen mehr."

Bisher galt für Kontaktpersonen einer mit der Omikron-Variante infizierten Person eine Quarantäne von 14 Tagen, ohne die Chance zum Freitesten. Der Bundesrat hatte am Freitag den Weg für eine Verordnung frei gemacht, die grundsätzliche Ausnahmen von einer Quarantäne regelt.

Ansonsten gilt seit dem vergangenen Dienstag: Die Dauer der Isolation für Infizierte und die Dauer der Quarantäne für enge Kontaktpersonen beträgt in der Regel zehn Tage. Bereits nach sieben Tagen ist eine Freitestung mit einem negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest möglich - wobei man nach einer Infektion zusätzlich mindestens 48 Stunden symptomfrei sein muss.

+++ Omikron macht sich auf Intensivstationen noch nicht bemerkbar +++

Die Omikron-Welle ist nach Einschätzung der Fachgesellschaft der Intensiv- und Notfallmediziner noch nicht auf den Intensivstationen angekommen. Er rechne aber damit, dass es in der nächsten oder übernächsten Woche deutlich mehr Corona-Patienten in den Notaufnahmen gebe werde, sagte Intensivmediziner Christian Karagiannidis am Samstag im Deutschlandfunk. Der Experte leitet das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und ist Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

Im Moment machten sich die hohen Inzidenzen noch nicht bemerkbar, sagte er. "Es sieht nicht so aus, als wenn im Moment, Stand heute, die Omikron-Welle schon auf den Intensivstationen durchgeschlagen ist." Allerdings infizierten sich derzeit auch hauptsächlich jüngere Menschen im Alter bis 35 Jahre. Zugleich sehe man vermehrt auch Infektionen in der kritischen Infrastruktur, Krankenhäuser müssten sich darauf vorbereiten, dass Ärzte und Pflegekräfte ausfielen. Karagiannidis betonte: "Wenn wir das ganze Infektionsgeschehen jetzt extrem laufen lassen und ganz hohe Inzidenzen akzeptieren, dann akzeptieren wir auch, dass das Virus ganz sicher die Ungeimpften findet." Bereits jetzt seien 62 Prozent der Corona-Patienten auf den Intensivstationen ungeimpft, nur fünf Prozent hätten eine Auffrischungsimpfung.

+++ Lach- und Schießgesellschaft kritisiert Corona-Auflagen +++

Stefan Hanitzsch, neuer Geschäftsführer der Münchner Lach- und Schießgesellschaft, kann die harten Corona-Regeln für Theater nicht nachvollziehen. Im "Münchner Merkur" kritisierte er vor allem die 25 Prozent Auslastungsgrenze für den Kulturbereich: "Das rentiert sich überhaupt nicht. Je kleiner ein Theater ist, desto unrentabler wird diese Idee."

Ebenfalls unverständlich seien die laxeren Regeln in der Gastronomie, wo wegen der 2G-Regel nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben. In Theatern, Konzertsälen, Kinos und Museen dagegen müssen Besucher auch noch einen negativen Corona-Test vorlegen und obendrein eine FFP2-Maske tragen. Er verstehe auch nicht, "warum eine Bühne mit Lokal nur 25 Prozent Auslastung haben darf, ein Lokal ohne Bühne aber 100 Prozent. Das verstehe, wer will", sagte Hanitzsch der Zeitung.

Der Journalist ist seit vergangenem Herbst geschäftsführender Gesellschafter der renommierten Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Pandemiebedingt wird in dem Kabaretttheater derzeit nicht vor Publikum gespielt, Vorstellungen sollen aber online zu sehen sein.

+++ 72,6 Prozent vollständig geimpft - 650.000 Impfungen am Freitag +++

In Deutschland sind inzwischen mindestens 60,4 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht mindestens 72,6 Prozent der Bevölkerung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin vom Samstag hervorgeht. Demnach hatten bis einschließlich Freitag 38,7 Millionen Menschen bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten (46,6 Prozent). Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron. Das RKI gab die Zahl der Impfungen für Freitag mit gut 650.000 an.

Die Bundesregierung strebt eine Quote von 80 Prozent vollständig Geimpfter bis Ende Januar an. Als solcher gilt, wer zweifach geimpft oder die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten hat. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

+++ Tübinger OB Palmer: Kommunen könnten Impfpflicht schnell durchsetzen +++

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hält die Durchsetzung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus in den Kommunen für eine Leichtigkeit. "Es gibt kein Umsetzungsproblem. Jede Kommune in Deutschland ist über ihre Bußgeldstelle und Einwohnermelderegister in der Lage das umzusetzen", sagte der Grünen-Politiker. Das gehe innerhalb weniger Wochen - auch ohne Impfregister. Wenn Impfgegner oder Datenschützer behaupteten, es sei schwierig, eine solche Pflicht umzusetzen, sei das vorgeschoben.

"Die Umstandskrämerei ist ein reiner Vorwand", sagte Palmer, der für eine rasche Impfpflicht eintritt. "Wer etwas nicht will, sucht Probleme. Wer etwas will, sucht Lösungen." Der Vorschlag des Tübinger OB sieht so aus: Sollte der Bundestag die Impfpflicht samt einem Bußgeld von etwa 5.000 Euro beschließen, könnten die Kommunen einen Auszug aus den elektronisch geführten Einwohnermeldedateien erstellen und alle Bürger über 18 Jahren anschreiben.

+++ Infektiologe Wendtner: Vierte Impfung jetzt schon vorbereiten +++

Der Münchner Corona-Experte Clemens Wendtner mahnt zur zügigen Vorbereitung auf die vierte Corona-Impfung - mit den verfügbaren Impfstoffen. "Für mich wäre eine Viertimpfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme", sagte der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing. Lesen Sie hier mehr dazu.

+++ Finanzminister Lindner lehnt neue Corona-Subventionen ab +++

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat sich skeptisch über neue Ausgabenprogramme für den Kampf gegen die Corona-Krise gezeigt. "Wir haben uns während der Pandemie an hohe Staatsleistungen gewöhnt. Diese Phase muss enden", sagte der FDP-Politiker der "Welt am Sonntag". Schon in diesem Jahr seien die Spielräume eng.

2023 werde die Lage wegen der Rückkehr zur Schuldenbremse noch anspruchsvoller. "Deshalb sehe ich das Ausloben neuer Boni, Subventionen und Programme kritisch." Man könne auf Dauer nicht alles mit Geld lösen. Lindner antwortete damit auf eine Frage nach einem Bonus bei Corona-Impfungen. "In der Bundesregierung gibt es dazu keine Überlegungen", sagte er. Er halte das Werben um die Einsicht der Menschen sowie die Ertüchtigung der Infrastruktur für dringender.

+++ Mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen in Bayern +++

Nach mehr als 10.300 registrierten Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages ist die Inzidenz in Bayern auf 500,8 geklettert. Damit haben sich in den vergangenen sieben Tagen mehr als 500 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag auf seinem Dashboard mit (Stand: 3.20 Uhr). Am Freitag hatte das RKI die Inzidenz noch mit 473,1 angegeben. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle im Freistaat stieg um 33 auf 20.166.

Die meisten Neuinfektionen wurden in den zurückliegenden sieben Tagen im Landkreis Lindau gemeldet: Die Inzidenz erreichte dort am Samstag 810,1. Es folgen die Städte Ingolstadt (774) und München (761,9). Am niedrigsten war der Wert in den Landkreisen Coburg (171) und Neumarkt in der Oberpfalz (181,9). Auf den Intensivstationen sank die Zahl der Corona-Patienten dagegen weiter. Das Divi-Intensivregister meldete am Samstagmorgen (Stand 9.05 Uhr) 427 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, das sind acht weniger als noch am Freitag. 261 von ihnen mussten invasiv beatmet werden.

+++ Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreicht Höchstwert +++

Die Virusvariante Omikron treibt die Corona-Zahlen in Deutschland weiter steil nach oben. Die Sieben-Tage-Inzidenz hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagmorgen erneut einen Höchstwert erreicht, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche stieg auf 497,1. Zum Vergleich: Am Vortag lag die Inzidenz bei 470,6, vor einer Woche bei 335,9. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 78.022 neue Infektionen. Vor einer Woche waren es 55.889. Deutschlandweit wurden binnen 24 Stunden 235 Todesfälle verzeichnet.

+++ Intensivmediziner dringt auf Patienten-Monitoring +++

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis fordert eine bessere Erfassung von Corona-Patienten in Krankenhäusern. "Besonders dramatisch kann in Deutschland die Lage auf den Normalstationen werden, wenn die Fallzahlen weiterhin so durch die Decke gehen", sagte der Wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) der "Rheinischen Post".

Karagiannidis: "Wir brauchen endlich ein Monitoring, das wie das Intensivregister zuverlässig die mit Corona infizierten Krankenhauspatienten erfasst. Bislang ist das ein nicht hinnehmbarer Blindflug, den wir uns nicht länger leisten können." Die Bundesregierung müsse schnell Abhilfe leisten.

+++ Delta-Welle: Deutliche Übersterblichkeit in Bayern +++

Normalerweise sterben in Bayern rund 2.500 Menschen pro Woche. Während der vierten Corona-Welle waren es deutlich mehr. Die Übersterblichkeit geht in die Tausende - und ist höher als die Zahl der direkten Corona-Toten. Ende November/Anfang Dezember waren es teils über 1.000 Todesfälle pro Woche mehr als im Mittelwert (Median) der vier Jahre davor, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht.

Insgesamt starben den vorläufigen Zahlen zufolge in den Kalenderwochen 40 bis 49 - also vom 4. Oktober bis zum 12 Dezember 2021 - in Bayern 32.041 Menschen. Das sind gut 6.500 mehr als die Medianwerte dieser Wochen aus den Vorjahren. Einen direkten Zusammenhang mit Corona sieht die Statistik bei 3.269 Todesfällen. Bundesweit weist das Statistische Bundesamt ebenfalls deutlich mehr Tote als im Mittel der Vorjahre aus. Hier geht die Differenz sogar in die Zehntausende.

Auch Wissenschaftler der Covid-19-Datenanalysegruppe "Codag" der Ludwig-Maximilians-Universität München haben für Bayern eine deutliche Übersterblichkeit in der Delta-Welle errechnet. In einem am Freitag veröffentlichten Bericht kommen sie auf wöchentliche Übersterblichkeiten von bis zu 30 Prozent in diesem Zeitraum, die sich laut den Forschern etwa zur Hälfte durch Todesfälle mit Covid-19 erklären lassen.


Corona-News vom 14.01.2022

+++ Söder für "breiteren Ansatz" in der Corona-Politik +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will in der Corona-Politik künftig einen "breiteren Ansatz" verfolgen. "Ich habe über den Jahreswechsel lange nachgedacht, viele Gespräche geführt - privat und politisch - und aus diesen zwei Corona-Jahren auch tiefe Lehren gezogen", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur" (Samstag). "Wir brauchen jetzt, gerade bei Omikron, einen breiteren Ansatz. Es wird nicht mehr ausreichen, die Lage nur medizinisch und virologisch zu betrachten. Wir müssen auch auf die gesellschaftliche und soziale Komponente stärker achten."

Söder mahnte mit Blick auf die Omikron-Variante: "Wir müssen die Lage in den nächsten zwei Wochen sehr genau im Blick behalten." Bisher schilderten Experten eine geringere Anzahl Patienten in den Krankenhäusern und mildere Verläufe. "Omikron ist nicht Delta. Das heißt: Wir müssen genau justieren, welche Regeln zwingend nötig, aber auch verhältnismäßig sind. Wir wollen "Team Vorsicht" und "Team Augenmaß" zusammenbringen."

Der Ministerpräsident fügte an: "Wir müssen erkennen, dass die Gesellschaft mehr von uns erwartet, als jeden Tag nur neue Verordnungen zu erlassen. Wir müssen künftig genauer und verständlicher begründen, was wir tun."

+++ Corona-Impfstoff von Novavax soll ab 21. Februar verfügbar sein +++

Corona-Impfungen mit dem Präparat des US-Herstellers Novavax sollen voraussichtlich Ende Februar in Deutschland starten können. Die erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen soll ab dem 21. Februar zur Verfügung stehen, wie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Freitag mit Verweis auf Firmenangaben in Berlin sagte. Genaue Termine für weitere 3,25 Millionen Dosen, die gekauft wurden, stünden noch nicht fest. 

Das Präparat sei "quasi ein Totimpfstoff", erklärte Lauterbach und solle denjenigen besonders zur Verfügung stehen, die diese Art der Impfung bevorzugten. Er selbst könne die Wertigkeit für die Omikron-Variante nicht gut einschätzen. Er gehe aber davon aus, dass der Impfstoff gut wirken dürfte. Impfungen damit würden empfohlen. Das Mittel von Novavax wurde kürzlich als fünfter Corona-Impfstoff in der EU zugelassen. Zwei Dosen werden im Abstand von etwa drei Wochen gespritzt. Es handelt sich um einen Proteinimpfstoff - er basiert also auf einer anderen Technologie als die bisher verfügbaren Corona-Präparate.

+++ Österreich wird wieder Corona-Hochrisikogebiet +++

Die Bundesregierung stuft das Nachbarland Österreich wegen hoher Corona-Infektionszahlen von Sonntag an erneut als Hochrisikogebiet ein. Ausgenommen davon sind die Gemeinden Mittelberg und Jungholz sowie das Rißtal im Gemeindebiet von Vomp sowie Eben am Achensee. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Damit werden dann alle neun Nachbarländer Deutschlands auf der Risikoliste stehen. Dänemark, Polen, Tschechien, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande sind schon seit längerem als Hochrisikogebiete ausgewiesen.

Neben Österreich kommen mehr als 30 andere Länder auf die Liste, viele davon in Afrika und in der Karibik. Die Zahl der Hochrisikogebiete erhöht sich zum zweiten Mal innerhalb eine Woche auf einen Schlag weltweit um mehr als 30 Länder. Insgesamt werden damit fast 140 der rund 200 Länder auf der Welt auf der Risikoliste stehen. Kein Land wird von der Liste gestrichen. Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

+++ Winterdienst in Bayern mit Omikron-Plan +++

Bayerns Straßen sollen in diesem Winter auch während der Omikron-Welle gut geräumt und sicher befahrbar sein. "Mit Blick auf Corona und die hochansteckende Omikron-Variante haben wir deshalb spezielle Hygienekonzepte entwickelt, damit der Winterdienst der Bayerischen Staatsbauverwaltung einsatzfähig bleibt und die Verkehrsteilnehmer sicher ankommen", sagte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Freitag in Sauerlach bei einem Besuch der Straßenmeisterei Riem laut vorab verbreiteter Mitteilung. In der vergangenen Saison habe es im Winterdienst der bayerischen Staatsbauverwaltung mit rund 2.000 Beschäftigten keine Corona-bedingten Ausfälle gegeben. Gearbeitet werde in kleinen Teams und mit versetztem Arbeitsbeginn, um Kontakte zu reduzieren. 

Sollten doch mehrere Mitarbeiter auf einmal ausfallen, solle Personal etwa von Fuhrunternehmern oder aus den Bauämtern helfen. Zudem können sich benachbarte Straßenmeistereien gegenseitig unterstützen. Für diesen Winter hat der Freistaat 370.000 Tonnen Streusalz eingelagert. Es wird als flüssige Lösung auf die Straße gebracht - auch um Salz zu sparen. In Niederbayern soll zudem das Projekt mit dem Gurkenhersteller Develey fortgesetzt werden. Das Unternehmen liefert übrig gebliebenes Salzwasser aus der Produktion an die Straßenmeistereien im Raum Dingolfing.

+++ IT-Plattform nicht fertig: Neue Verzögerungen bei Corona-Hilfen +++

Bei den staatlichen Corona-Hilfen für pandemiegeschädigte Unternehmen gibt es offensichtlich neuerliche Verzögerungen. Die Bearbeitung der Überbrückungshilfe IV kann voraussichtlich erst Mitte Februar starten, weil die dafür vorgesehene IT-Plattform des Bundes noch nicht fertig ist. Das berichtete die IHK München und Oberbayern, die in Bayern für die Bearbeitung der Anträge zuständig ist. Die bayerischen Wirtschaftsverbände wollen nun mit Banken und Sparkassen auf eigene Faust Abhilfe schaffen, so dass die betroffenen Unternehmen bei ihren Hausbanken Zwischenfinanzierung beantragen können - gegebenenfalls über Dispokredite.

"Die Verzögerung trifft viele Selbstständige und Unternehmen hart, denn sie haben zum Teil bereits ihre Rücklagen eingesetzt, um in der Corona-Krise zu überbrücken", kritisierten die Wirtschafts- und Bankenverbände. Beteiligt sind neben der IHK der Handwerkstag, die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bankenverband, Sparkassenverband, Genossenschaftsverband sowie die Steuerberaterkammern München und Nürnberg.

Das bayerische Wirtschaftsministerium verwies darauf, dass die Programmierung der Software Zeit benötige und der Zeitplan nach seinem Kenntnisstand eingehalten werde. "Die Unternehmen werden die benötigte Liquidität rasch erhalten", sagte ein Sprecher. "Der Zeitverzug ist üblich, geplant und recht gering."

+++ Rechtliche Probleme bei einrichtungsbezogener Impfpflicht? +++

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Gewerkschaft Verdi sehen große Rechtsunsicherheit bei der einrichtungsbezogenen Impfpflicht. "Wir müssen ab 15. März den Gesundheitsämtern melden, von wem wir keinen Nachweis über eine Impfung bekommen haben", sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Unklar ist aber, was das für uns bedeutet, wenn die Mitarbeiter keinen Impfnachweis vorlegen", sagte Gaß: "Stellen wir die Mitarbeiter dann frei und ist das arbeitsrechtlich eindeutig geklärt?" Nach Einschätzung der DKG sei es das nicht.

Für Beschäftigte, für die kein Homeoffice möglich ist, bedeute das Fehlen einer Impfung praktisch ein Betretungsverbot der Arbeitsstelle. Dann könnten "auch keine Gehaltszahlungen mehr stattfinden", sagte Gaß. Er forderte eine juristische Klarstellung. Die Gesundheitsexpertin im Verdi-Bundesvorstand, Sylvia Bühler, sagte, es könne nicht sein, dass Ungeimpfte mit Lohn freigestellt würden, während Geimpfte zusätzliche Arbeit erledigen müssen. Das sei sehr schwierig: "Es wird unruhig werden", befürchtete Bühler.

+++ Bundesrat stimmt zu: Geränderte Quarantäne-Regeln fixiert +++

Die neuen Quarantäneregeln für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen können in Kraft treten. Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat einer Verordnung zugestimmt, die dafür einen rechtlichen Rahmen schafft. Sie sieht unter anderem vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Außerdem werden damit kürzere Quarantänezeiten im Fall von Infektionen ermöglicht, um bei stark steigenden Infektionszahlen den personellen Zusammenbruch wichtiger Versorgungsbereiche zu verhindern.

+++ Drosten warnt vor zu früher Durchseuchung +++

Angesichts der sich rasch verbreitenden Omikron-Variante des Coronavirus zeigt sich der Virologe Christian Drosten mit Blick auf eine zu frühe Durchseuchung in Deutschland alarmiert. Die Virusvariante sei zwar nach derzeitigem Kenntnisstand milder im Verlauf, weil es aber zu viele Fälle seien, werde dieser Gewinn "wieder ausgelöscht", sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité am Freitag in Berlin. Noch gebe es deutlich zu viele ungeimpfte Menschen in Deutschland, besonders auch in der Gruppe der Über-60-Jährigen.

Viele Menschen hätten zudem noch keine Auffrischimpfung erhalten, die aber das wirkungsvollste Mittel im Kampf gegen Omikron sei, so Drosten. Der Virologe sprach von mehreren "schwierigen Doppelbotschaften" in der derzeitigen Diskussion. So gelte als sicher, dass das Virus selbst die Immunität der Bevölkerung immer wieder "updaten" und irgendwann "laufen" müsse. "Wir wissen aber im Moment nicht, ob wir uns das in Deutschland leisten können angesichts der Impflücken", warnte Drosten. "Da sind wir ein bisschen im Blindflug."

+++ Steigende Inzidenz in Bayern - München bei über 700 +++

Die Corona-Inzidenz in Bayern steigt sprunghaft an. Am Freitag meldete das Robert Koch-Institut einen Wert von 473,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das sind 52,9 mehr als noch am Vortag

Damit liegt der Freistaat nun wieder über dem Bundesdurchschnitt, den das RKI am Freitag mit 470,6 angab. In Bayern wurden 13.142 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle stieg um 43 auf 20.133.

Die Stadt München knackte mit 718,2 inzwischen sogar knapp die 700er-Marke - und ist damit nicht allein. Die höchste Inzidenz gab das RKI am Freitag für die Landkreise Erding (753,8) und Lindau (748,0) an - gefolgt von der Landeshauptstadt und den Landkreisen Starnberg (708,6) und München (700,6).

+++ Bayerischen Kliniken droht wegen Omikron-Welle Überlastung +++

Wegen steigender Corona-Infektions-Zahlen müssen Dutzende Krankenhäuser in Bayern unter medizinischen Aspekten aufschiebbare Behandlungen aussetzen. In sechs der sieben bayerischen Regierungsbezirke gelten entsprechende Anweisungen. Damit solle die stationäre Versorgung von Notfällen und Covid-19-Patienten sichergestellt werden, hieß es. Medizinisch dringliche Eingriffe wie Herz- oder Tumor-Operationen seien aber weiter möglich.

Die rechtliche Grundlage für den Erlass dieser Maßnahmen hatte die Staatsregierung geschaffen. Betroffen sind vor allem Covid-19-Schwerpunktkrankenhäuser, die vorrangig die Versorgung von Corona-Patienten übernehmen.


Corona-News vom 13.01.2022

+++ Trotz Omikron-Welle in Bayern: Aiwanger spricht bereits von Lockerungen +++

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger begrüßt die Aussetzung der sogenannten Hotspot-Regelung für bayerische Landkreise und kreisfreie Städte, die eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1.000 überschreiten.

Aiwanger: "Omikron ist nicht mehr Delta. Wir können viele Maßnahmen anders bewerten. Ich habe heute bei mehreren Gesprächen mit Landräten in Bayern die Bestätigung bekommen, dass sich die Krankenhauslage bezüglich Corona spürbar entspannt. Es ist deshalb sinnvoll, die Hotspot-Grenze von 1.000 aus Delta-Zeiten außer Kraft zu setzen, um keinen unnötigen Schaden in der Wirtschaft anzurichten. Wenn sich diese Entspannung in den Krankenhäusern fortsetzt, besteht die Chance auf Lockerungen in Bereichen, die heute noch stark eingeschränkt sind, von der Jugendarbeit bis zur Kultur."

+++ Luftrettung: Wegen Corona mehr im Einsatz +++

Mehr denn je wurden im vergangenen Jahr Rettungshubschrauber und Flugzeuge gebraucht. Das zeigen aktuelle Zahlen der DRF Luftrettung. Der in München stationierte Hubschrauber leistete 2021 so insgesamt 1260 Einsätze, davon 629 in der Notfallrettung und 631 zum Transport kritisch kranker oder verletzter Patienten zwischen Kliniken. Gerade die Verlegung von Corona-Patienten dürfte bei diesen Flug-Einsätzen eine große Rolle gespielt haben.

Insgesamt wurden die Hubschrauber und Flugzeuge der Flotte 38 076 Mal alarmiert und verzeichnen damit einen Einsatzzuwachs von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die in Bayern stationierten Hubschrauber der DRF Luftrettung wurden 2021 zusammen 6590 Mal alarmiert.

+++ Nächste Impf-Panne in Oberbayern: Abgelaufene Dosen verimpft +++

Im oberbayerischen Herrsching (Lkr. Starnberg) sind im Januar Impfdosen gespritzt worden, die bereits einige Tage zuvor abgelaufen waren. Versehentlich sei zwischen dem 2. und 11. Januar Impfstoff des Herstellers Moderna verwendet worden, dessen Haltbarkeit nur bis zum 31. Dezember 2021 datiert gewesen sei, teilte das Landratsamt Starnberg am Donnerstag mit. 551 Impfungen seien mit den betroffenen Fläschchen durchgeführt worden.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) als Betreiber der Impfstelle informiere derzeit die Betroffenen. Sorgen müssten sie aber deshalb nicht haben, hieß es weiter: "Die Verabreichung des Impfstoffs über die Herstellerempfehlung hinaus hätte nicht geschehen sollen, ist aber gesundheitlich unbedenklich", sagte der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Richard Aulehner.

Zuvor waren zwei Fälle in Oberbayern bekannt geworden, wo ebenfalls abgelaufener Impfstoff verabreicht worden war – in Ingolstadt und in Ebersberg.

+++ Virologin befürchtet erneuten Lockdown wegen Corona-Zahlen +++

Die Virologin und stellvertretende Vorsitzende des Expertenrats der Bundesregierung, Prof. Dr. Melanie Brinkmann, hat vor weiter steigenden Corona-Zahlen gewarnt. "Wir müssen uns daran gewöhnen für die nächsten Tage und Wochen, dass die Zahlen weiterhin steigen und irgendwann werden wir nicht mehr genug Testkapazitäten haben und die Zahlen werden weiterhin steigen ohne, dass wir es wirklich sehen können", sagte Brinkmann gegenüber "RTL" und "ntv".

Wer Symptome hat, soll möglichst zuhause bleiben und sich isolieren, so die Virologin. Das gelte auch, wenn man schon leichte Kopfschmerzen habe. Auch einen erneuten Lockdown schließt Brinkmann nicht aus: "Das Problem ist, dass viele Menschen zur gleichen Zeit infiziert werden und deshalb müssen wir uns darauf vorbereiten, dass am Arbeitsplatz viele Menschen zur gleichen Zeit ausfallen können."

+++ Bayerischer Lehrerverband fordert von Söder sofortiges Handeln +++

Angesichts der aktuellen Corona-Lage und deren Folgen für die Schulen hat der Bayerische Lehrerverband BLLV Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum sofortigen Handeln gedrängt und sieben Forderungen aufgestellt.

So müssten die Erwartungen an die Leistungen der Schüler heruntergeschraubt, die Voraussetzungen für ein flächendeckendes digitales Lernen geschaffen und faire Prüfungsbedingungen hergestellt werden, schrieb die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann, in einem Offenen Brief.

Zudem brauche es klare Vorgaben für den Unterrichtsbetrieb in den Schulgebäuden: "Es müssen Richtwerte gelten für die Höhe der Inzidenz, die Luftqualität, Impfquote, Anzahl der Quarantänefälle in der einzelnen Klasse/an der Schule, Raumsituation an der Schule und aktuelle Lehrerversorgung im Kollegium", zählte Fleischmann auf.

+++ Holetschek: Hotspot-Regelung in Bayern wird ausgesetzt +++

Landkreise und kreisfreie Städte, die in den kommenden Tagen gegebenenfalls eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1.000 übersteigen, müssen das öffentliche Leben nicht automatisch herunterfahren: Die sogenannte Hotspot-Regelung wird bis zur geplanten Überarbeitung im Kabinett ausgesetzt. Das kündigte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag an.

"Ich denke, es ist richtig und angemessen, die momentan in Bayern geltenden Hotspot-Regelungen, die an eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1.000 gebunden sind, an Omikron anzupassen", sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur in München. Jeder Tag bringe zusätzliches Wissen und zähle für eine möglichst sachgerechte Anpassung der Hotspot-Regelung. "Solange wird die bestehende Hotspot-Regelung nicht angewendet", erklärte der Minister. "Ansonsten käme es wohl bereits in wenigen Tagen in Bayern wieder zu regionalen Lockdowns."

Lesen Sie auch

+++ Münchner Infektiologe hält vierte Corona-Impfung für wahrscheinlich +++

Der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner, geht davon aus, dass man sich ein viertes Mal gegen Corona impfen lassen sollte. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er: "Das Szenario einer vierten Impfung halte ich für recht realistisch. Das wird vermutlich bald auf uns zukommen. Meiner Einschätzung nach wird die Empfehlung für eine vierte Impfung circa sechs Monate nach dem Booster kommen, womöglich dann schon mit an Omikron angepassten Impfstoffen."

Zwei Impfungen plus Booster könnten schon bald zur Grundimmunisierung gehören: "Vor schweren Omikron-Verläufen schützt die Dreifach-Impfung inklusive Booster laut neuster Studienlage zu 88 Prozent. Es geht dabei um die gängigen mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna und auch um den Impfstoff von Astra-Zeneca."

+++ Stiko empfiehlt Booster-Impfungen ab zwölf Jahren +++

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Auffrischungsimpfungen nun auch für alle zwischen zwölf und 17 Jahren. Das teilte sie am Donnerstag mit. Wie bei Erwachsenen soll die Booster-Impfung drei Monate nach der zweiten Dosis verabreicht werden.

+++ Deutsches Theater sagt Ballsaison erneut ab +++

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation sagt das Deutsche Theater auch die diesjährige Ballsaison ab – das teilte das Deutsche Theater am Donnerstag mit. Gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit für die Ballsaison 2023 oder können erstattet werden.

+++ Mutmaßlich falsche Impfbescheinigungen: Polizei durchsucht Wohnungen +++

Die Polizei hat in Bayern und drei weiteren Bundesländern Wohnungen von mehr als 100 Personen durchsucht, die sich falsche Impfbescheinigungen besorgt haben sollen. Die Ermittler stellten bei der Aktion, die am frühen Donnerstagmorgen begann, unter anderem Impfausweise und Smartphones sicher. Zudem wurde bei Beschuldigten Blut entnommen, um den Impfstatus zu klären, wie ein Sprecher der Polizei erklärte.

Ausgangspunkt der Durchsuchungen ist der Fall eines Hausarztes im Landkreis Donau-Ries, der Scheinimpfungen verabreicht und Impfbescheinigungen ohne Impfung ausgestellt haben soll. Die Durchsuchungen richten sich nun gegen Personen, die im Verdacht stehen, den Arzt bewusst aufgesucht zu haben, um eine Impfung bescheinigt zu bekommen, ohne sich impfen zu lassen. Gegen sie wird laut Polizei wegen der Beihilfe beziehungsweise Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse und deren Verwendung ermittelt. Außerdem stünden Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz im Raum. Gegen den Arzt wurde zwischenzeitlich ein Berufsverbot verhängt.

+++ Bayern muss noch über Fortsetzung der Luca-App entscheiden +++

Der Freistaat Bayern hat noch keine Entscheidung getroffen, ob er auch weiterhin auf die umstrittene Luca-App bei der Kontaktnachverfolgung von Corona-Infizierten setzen will. Das sagte ein Sprecher des Digitalministeriums in München. Die Lizenz sei im vergangenen Jahr für zwölf Monate gekauft worden und laufe am 5. April aus.

Die Luca-App, an der unter anderem der Rapper Smudo ("Die Fantastischen Vier") beteiligt ist, war im vergangenen Frühjahr bekanntgeworden und von Anfang an heftiger Kritik ausgesetzt. Unter anderem der Chaos-Computer-Club (CCC) hatte bemängelt, ihre Sicherheitsarchitektur sei nicht ausreichend, der Nutzen fraglich.

+++ München-Inzidenz: Rasanter Anstieg auf über 600 +++

In der bayerischen Landeshauptstadt steigt die Inzidenz weiter rasch an. Lag der Wert am Vortag noch bei 596,8, meldet das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag eine München-Inzidenz von 645,3.

Damit setzt sich der Trend der rasanten Steigerung weiter fort. Bereits von Dienstag auf Mittwoch meldete das RKI einen Anstieg bei der 7-Tage-Inzidenz von 532,5 auf 596,8.

Auch im restlichen Bayern werden steigende Inzidenz-Zahlen ermittelt. Am Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut einen Wert von 420,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das sind 45,1 mehr als noch am Vortag und nur noch minimal weniger als der bundesweite Durchschnitt von 427,7. In Bayern wurden 14.346 neue Fälle gemeldet. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle stieg um 36 auf 20.090.


Corona-News vom 12.01.2022

+++ Kanzler Scholz will zügige Beratungen über Impfpflicht +++

Bundeskanzler Olaf Scholz hofft auf eine zügige Beratung im Bundestag über eine allgemeine Impfpflicht gegen das Coronavirus. "Ich jedenfalls halte sie für notwendig und werde mich aktiv dafür einsetzen", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Er skizzierte zudem, wie er sich die Impfpflicht vorstelle: "Es sollte um alle Erwachsenen gehen", sagte er. Sie solle zudem möglichst unbürokratisch und schlank ausgestaltet sein. Der Debatte im Bundestag wolle er aber nicht vorgreifen.

Scholz betonte, sich nicht impfen zu lassen sei keine persönliche Entscheidung, sondern habe Konsequenzen für das ganze Land. Zuletzt hätten Krankenhäuser Operationen absagen müssen, um Platz für die vielen Corona-Patienten zu machen. Man treffe nicht nur eine Entscheidung für sich, sondern für 80 Millionen andere. "Es gibt keine Entscheidung, die man nur für sich alleine trifft, und deshalb ist die Impfpflicht auch wichtig", betonte Scholz.

+++ Aiwanger und Piazolo in Quarantäne +++

Die komplette Fraktion der Freien Wähler in der Bayerischen Staatsregierung befindet sich in Quarantäne.

Vor ihrer Klausurtagung am Mittwoch gab es für die Teilnehmer einen PCR-Test - der fiel insgesamt neun Mal positiv aus (fünf Abgeordnete und vier Mitarbeiter). Weil vor dem Test noch eine Sitzung stattfand, sollen sich nun alle in Quarantäne begeben haben.

+++ Neue Regeln: Wer wann als geboostert gilt +++

Ab heute gelten neue Regeln, wer wann als geboostert gilt: Nach einer Booster-Impfung, also der dritten Impfung, gilt man jetzt ab sofort als geboostert (bislang nach 14 Tagen).

Auch wer doppelt geimpft und dann genesen ist, oder zuerst genesen und dann doppelt geimpft ist,  gilt als geboostert.

Wer mit dem Vakzin Johnson&Johnson geimpft ist und dann eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhält, ist noch nicht geboostert. Die erste Dosis Biontech oder Moderna gilt als erweiterte Grundimmunisierung, auch hier gilt erst die dritte Impfung als Booster. 

+++ München-Inzidenz jetzt bei fast 600 +++

Die Corona-Zahlen in Deutschland schießen weiter in die Höhe, so auch in München. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt dort laut Robert Koch-Institut (RKI) aktuell 596,8 (Stand: 12.01., 3.20 Uhr). Am Vortag betrug der Wert für die bayerische Landeshauptstadt noch 532,5. Dem RKI zufolge wurden für München in den letzten sieben Tagen insgesamt 8.881 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

In ganz Bayern liegt die Inzidenz aktuell bei 375,1 – unter dem bundesweiten Wert von 407,5. Am Dienstag waren es in Bayern noch 339,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gewesen. Die höchsten Inzidenzen im Freistaat gibt es derzeit im Landkreis Ebersberg (635,7) in der Stadt München und im Landkreis Starnberg (565,1).

+++ Kritik an Corona-Regeln im Theater: "Bier geht vor Kultur" +++

Der Verband Freie Darstellende Künste in Bayern (VfdKB) sieht die Kultur bei den Corona-Beschränkungen stark benachteiligt, vor allem gegenüber der Gastronomie. "Wir können das nur noch so bewerten, dass die Aussage 'Bayern ist ein Kulturstaat' ein leere Hülse ist: Bier geht vor Kultur", sagte Daniela Aue vom Vorstand des Verbands der Deutschen Presse-Agentur in München.

Aue kritisierte einen Beschluss des bayerischen Kabinetts, wonach in Lokalen weiter die 2G-Regel (geimpft oder genesen) gelten soll. Bei Kulturveranstaltungen dagegen müssen sich Geimpfte und Genesene zusätzlich testen lassen, zudem dürfen nur 25 Prozent der Plätze besetzt werden.

Lesen Sie auch


Corona-News vom 11.01.2022

+++ Gastro-Verband: Bayern geht praktikablen und vernünftigen Weg +++

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bayern) begrüßt die Beschlüsse des Ministerrates, die 2G-Plus-Regel nicht umzusetzen. "Das ist die richtige Entscheidung, da auch der Expertenrat der Bundesregierung im Vorfeld der MPK keinerlei Handlungsbedarf in der Gastronomie gesehen hat", wird Verbandspräsidentin Angela Inselkammer in einer entsprechenden Mitteilung zitiert. Es stelle sich sehr wohl die Frage, "ob 2G Plus einen infektiologischen Mehrwert gehabt hätte und damit verhältnismäßig gewesen wäre".

Dr. Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer des Dehoga Bayern, ergänzte: "Es ist richtig, dass Bayern einen praktikablen und vernünftigen Weg im Sinne des Infektionsgeschehens und der Betriebe geht." Nachdem Omikron wohl ansteckender, aber nicht gefährlicher als die bisherigen Virusvarianten sei, sei auch die angekündigte Änderung der Hotspot-Regelung der richtige Weg: "Unsere Betriebe, Mitarbeiter und Gäste brauchen möglichst viel Planbarkeit und Sicherheit."

+++ Erweiterung des Münchner Impfangebots im Gasteig +++

Ab Mittwoch (12. Januar) können sich auch Jugendliche von zwölf bis 17 Jahren sowie deren Familienmitglieder oder Haushaltsangehörige im Gasteig impfen lassen. Bislang wurden dort nur Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren und deren Angehörige geimpft. Indes ruft Münchens OB Dieter Reiter die Bürger erneut zur Impfung auf. "Alle, die sich impfen lassen, leisten einen wichtigen Beitrag. Sie schützen damit sich selbst und andere vor einer potenziell lebensgefährlichen Infektion; sie übernehmen damit Verantwortung für die Gesellschaft. Denn die Lage wird sich erst entspannen, wenn es genügend vollständig Geimpfte gibt."

Pro Woche können in München 40.000 Impfungen durchgeführt werden, ergänzte Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek. Alle Informationen zu den Impfangeboten der Stadt gibt es hier.

+++ Mehrere Corona-Fälle: Winterklausur der Freien Wähler verschoben +++

Wegen mehrerer positiver Corona-Tests muss die ursprünglich ab dem Mittwoch (12. Januar) geplante Winterklausur der Landtagsfraktion der Freien Wähler auf das Frühjahr verlegt werden. Der Fraktionsvorsitzende Florian Streibl erklärte am Dienstag in einer Mitteilung: "Bei einem Abgeordneten und mehreren Mitarbeitern hat ein am Dienstagnachmittag vorgenommener PCR-Test positiv angeschlagen – trotz vollständiger Immunisierung inklusive Boosterimpfung aller Beteiligter. Wir haben sofort gehandelt, mögliche Kontaktpersonen identifiziert und die zuständigen Behörden informiert."

Eine Durchführung der Veranstaltung sei nicht mehr verantwortbar. Die sehr kurzfristige Entscheidung sei unausweichlich gewesen. Die Landtagsfraktion der Freien Wähler wollte sich in den kommenden drei Tagen unter anderem mit dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie befassen. Außerdem sollten neue Schwerpunkte in der Bildungspolitik gesetzt und wohnortnähere Pflegeangebote geschaffen werden. Ein neuer Termin werde rechtzeitig bekannt gegeben.

+++ Stückl über Theater in Corona-Zeiten: "Man spürt das Publikum nicht mehr" +++

Der Theatermacher Christian Stückl hofft auf eine baldige Lockerung der Corona-Maßnahmen für Kulturbetriebe. An die bayerische Staatsregierung gerichtet sagte Stückl dem Bayerischen Rundfunk: "Es muss jetzt die Frage kommen: Mit welchen Zahlen können wir umgehen, auf die nächste Zeit." Die Kultur sei "schon das ganze letzte Jahr" nicht gerecht behandelt worden.

Über 2G Plus im Theater und die auf 25 Prozent begrenzte Auslastung im Zuschauerraum sagte der Intendant des Münchner Volkstheaters: "Man spürt das Publikum nicht mehr." Die Theater- und Kulturbranche sei bei staatlichen Maßnahmen "immer voll dran gewesen". 2G und 2G plus - man habe alles mitgemacht, "weil wir alle zusammenhalten müssen", sagte Stückl, der auch Spielleiter der Passionsspiele in Oberammergau ist. Ob die Aufführung stattfinde, dass wisse man weiterhin nicht. Nach einem Gespräch mit Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) und Regierungspräsidentin Maria Els gebe es jetzt einen Zeitplan für die Entscheidung: "Man hat sich den März als Deadline gegeben, aber dann muss es wahrscheinlich entschieden werden", sagte Stückl. 

+++ Aktuelle Impfbilanz in München +++ 

In der Woche vom 3. bis zum 9. Januar sind in München insgesamt 27.464 Menschen geimpft worden. 13.586 davon haben sich den Piks im Impfzentrum Riem abgeholt, 8.040 Impfungen fanden in den drei Impfaußenstellen am Marienplatz, auf der Theresienwiese und in den Pasing Arcaden statt. Bei mobilen Sonder-Impfaktionen im Stadtgebiet München wurden 865 Spritzen gegeben. Im Kinderimpfzentrum im Gasteig wurden 4.593 Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren sowie 380 Familien- oder Haushaltsangehörige der Kinder geimpft. 

+++ Am Samstag: "Weißwurst-Impfen" am Nockherberg +++

Im großen Festsaal des Paulaner am Nockherberg wird derzeit bekanntlich geimpft statt gefeiert: Um noch mehr Münchner zur Corona-Schutzimpfung zu bewegen, gibt’s am kommenden Samstag (15. Januar) zwischen 11 und 15 Uhr ein sogenanntes "Weißwurst-Impfen". Dabei erhält jeder Impfling im Anschluss Weißwürste mit Senf und Breze. "Alles, was uns Normalität und Lebensfreude zurückbringt, unterstützen wir", ist die klare Meinung der beiden Wirte Christian Schottenhamel und Florian Lechner, die die Aktion mit den Betreibern der am Nockherberg beheimateten Impfstation organisieren. Möglich sind Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen. Zur Verfügung steht der Impfstoff von Moderna. Termine sind für alle Impfwilligen hier buchbar. 

+++ Aiwanger: Disziplin der Gäste erlaubt lockere Restaurant-Regeln +++

Nur bei einer von 100 Kontrollen in der Gastronomie hat die Polizei bisher Verstöße gegen den Infektionsschutz festgestellt. Das teilte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Dienstag mit und berief sich dabei auf einen Bericht von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in der Sitzung des Ministerrats. Bei nur einem Prozent der Kontrollen habe Kritik geübt werden müssen, es zeige sich eine hohe Disziplin bei den Besuchern in Restaurants, so Aiwanger.

Der Freie-Wähler-Chef verteidigte die Entscheidung des Kabinetts, in Bayern zunächst in der Gastronomie nicht die Testpflicht für Geimpfte und Genesene einzuführen. Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt die richtige Entscheidung. Auch im Bereich der Kultur sie das letzte Wort noch nicht gesprochen. Hier seien unter Umständen ebenfalls Lockerungen möglich, "wenn es verantwortbar ist". Aktuell fehlten aber noch Erkenntnisse, wie mit Omikron umzugehen sei.

+++ Impfungen in Apotheken schon in zwei Wochen +++

Die Apotheken rechnen damit, spätestens in zwei Wochen mit Impfungen beginnen zu können. Die erforderliche Änderung der Impfverordnung ist am Dienstag in Kraft getreten. "Bis zum Impfstart in den Apotheken werden noch etwa ein bis zwei Wochen vergehen. Die Apotheken müssen jetzt erst einmal Impfstoffe bestellen", sagte das Vorstandsmitglied des Deutschen Apothekerverbands, Thomas Preis, der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Das Impf-Interesse der Apotheken sei "sehr groß", berichtete Preis aus seiner eigenen Region Nordrhein. Die Verordnung verlangt den Nachweis einer Impf-Schulung und legt fest, dass die Apotheker für die Impfungen genau so wie Ärzte entlohnt werden.

+++ Bayern macht bei 2G+ in der Gastro nicht mit +++

Am vergangenen Freitag haben sich Bund und Länder bei einer digitalen Konferenz unter anderem auf die 2G+-Regelung in der Gastronomie geeinigt. Das bedeutet, dass doppelt Geimpfte sowie Genesene beim Restaurant-, Bar- oder Café-Besuch künftig zusätzlich einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Ausgenommen von der Testpflicht sind bereits geboosterte Personen ab dem Tag ihrer Auffrischungsimpfung.

Bereits kurz nach Bekanntgabe des Beschlusses gab es Gegenwind aus Bayern. Die Staatsregierung zweifle an der neuen Regelung, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Und tatsächlich geht der Freistaat bei der 2G+-Regel in der Gastro einen Sonderweg. Das beschloss das bayerische Kabinett am Dienstag in München, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) bei einer Pressekonferenz mitteilte.

Lade TED
 
Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

+++ Kabinett beschließt Verkürzung von Corona-Quarantäne +++

Bayern setzt die von Bund und Ländern vereinbarte Verkürzung von Corona-Quarantäne und -Isolation um: Künftig beträgt die Dauer der Isolation für Infizierte und der Quarantäne für enge Kontaktpersonen in der Regel zehn Tage. Bereits nach sieben Tagen ist eine Freitestung mit einem negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest möglich – wobei man nach einer Infektion zusätzlich mindestens 48 Stunden symptomfrei sein muss. Die verkürzten Fristen treten noch am Dienstag in Kraft, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München sagte.

+++ Omikron sorgt für Trendwende bei Corona-Infektionen +++

Die hoch ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus setzt sich auch in Bayern immer mehr durch. "Omikron wächst. Derzeit erleben wir eine Trendwende nicht zum Guten", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Es sei eine "stärkere Dynamik des Infektionsgeschehens" erkennbar.

Die Entwicklung im Freistaat sei damit ähnlich der in ganz Deutschland. Bis Ende des Jahres 2021 sei eine sinkende Inzidenz in Bayern erkennbar gewesen, nunmehr gebe es einen stark ansteigenden Trend, betonte er. Stand diesen Dienstag liege sie landesweit bei 339,5 – in drei Landkreisen in Bayern liege sie sogar schon über 500 (Stadt Würzburg, Landkreis Starnberg und die Stadt München). Auch die Zahl der Todesfälle nehme wieder zu, von Montag auf Dienstag seien es in Bayern 65 gewesen.

"Omikron setzt sich durch als Variante", sagte Herrmann. Landesweit seien etwa 43 Prozent der nachgewiesenen Infektionen Omikron-Verdachtsfälle oder bestätigte Omikron-Fälle. In manchen Laboren sei der Anteil schon höher.

+++ Mehr als 6.300 gemeldete Corona-Neuinfektionen in Bayern +++

Die Zahl der Corona-Infektionen in Bayern ist am Dienstag erneut nach oben gegangen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner am Morgen mit 339,5 an. Am Vortag hatte diese Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 321,8 gelegen. Damit liegt Bayern noch besser als der Bundesdurchschnitt von 387,9.

Die bayerischen Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 6.313 Corona-Neuinfektionen, nach 5.876 am Montag. 62 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Die Qualität der Statistik dürfte noch immer unter Nachzieheffekten nach den Feiertagen um Weihnachten und den Jahreswechsel leiden: Es wurde weniger getestet als in normalen Zeiten und die Gesundheitsämter arbeiteten teils mit reduzierter Kraft.

+++ RKI meldet München-Inzidenz von über 500 - LMU schätzt höhere Zahlen +++

In München steigt die Inzidenz immer weiter an. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Dienstag (11. Januar) einen Wert von 532,5. Am Vortag lag die Inzidenz für die bayerische Landeshauptstadt bei 476,9.

Doch laut dem statistischen Institut der LMU München könnte der Wert sogar noch höher liegen als vom RKI angegeben. Grund dafür seien erhebliche Probleme durch einen zeitlichen Verzug bei Krankheitsmeldungen. Wie das Statistische Beratungslabor meldet, könnte die München-Inzidenz demnach bei über 700 liegen. 


Corona-News vom 10.01.2022

+++ Kabinett entscheidet über neue Regeln für Gastronomie +++

Die Corona-Pandemie beherrscht mit stark steigenden Infektionszahlen wegen der um sich greifenden Omikron-Variante weiter die Diskussionen. Am Dienstag will die bayerische Staatsregierung über das künftige Vorgehen beraten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer in nächster Zeit noch Zugang zu Restaurants und Gaststätten bekommt - zweifach Geimpfte und Genesene (2G) oder nur noch zweifach Geimpfte und Genesene, die bereits eine Auffrischungsimpfung haben oder ersatzweise ein negatives Testergebnis vorweisen können (2G plus).

Eine entsprechende Empfehlung für die Booster-Impfung als Voraussetzung für den Gaststättenbesuch hatte in der vergangenen Woche die Ministerpräsidentenkonferenz von Bund und Ländern ausgesprochen. In Bayern sieht es jedoch nicht danach aus, als würde diese Empfehlung schnell umgesetzt. Der Freistaat sei bei 2G plus in der Gastronomie "sehr, sehr zurückhaltend und skeptisch", deutete Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Vorfeld an.

Am Dienstag will man auch über die Verkürzung der Quarantäne für Kontaktpersonen und der Isolierung für Infizierte beraten und entscheiden - Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, die Regeln zu vereinheitlichen und die Fristen zu verkürzen.

+++ Je 300 Spaziergänger und Gegen-Demonstranten in Unterhaching +++

In Unterhaching im Landkreis München haben sich am Abend rund 300 Menschen bei zwei angemeldeten Kundgebungen von den sogenannten "Spaziergängern" distanziert. Eine Polizeisprecherin nannte auf AZ-Anfrage die Zahlen von etwa 200 Teilnehmern am Rathausplatz und etwa 90 Personen am Bahnhofsvorplatz. Die Demonstrierenden setzten sich für die Corona-Maßnahmen sowie Wissenschaft und Solidarität ein, unter den Rednern war auch die bayerische Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. Zeitgleich bewegten sich etwa 300 "Spaziergänger" durch Unterhaching. "Lediglich von einigen Personen", mutmaßlich die Organisatoren, hätten die Polizeibeamten vor Ort die Personalien aufgenommen, so die Sprecherin. Insgesamt sei es ruhig geblieben.

Am Münchner Marienplatz kam es nach Angaben der Polizei zu "Diskussionen" zwischen 50 der Querdenker-Szene zuzuordnenden Personen und den zehn Teilnehmern einer dort angemeldeten Versammlung. Diese wendete sich "gegen Nazi-Propaganda" und forderte "Weg mit Hartz IV". Auch hier vermeldete die Polizei keine besonderen Vorkommnisse. Am Abend gab es weitere Demos in Bayern, unter anderem in Fürstenfeldbruck - dort betreute die Polizei sowohl "einen nicht angemeldeten Aufzug" als auch eine ordnungsgemäß angemeldete Gegenveranstaltung. Rund 700 Menschen nahmen an der unangemeldeten Versammlung im Bereich zwischen Volksfestplatz und Hauptstraße teil. An der Gegenversammlung beteiligten sich etwa 80 Personen, die sich auf dem Volksfestplatz trafen.

+++ Gesundheitsminister: Noch keine Empfehlung für vierte Corona-Impfung +++

Bei ihrer ersten regulären Konferenz in diesem Jahr haben die Gesundheitsminister über eine mögliche vierte Impfung beraten - und sich dabei noch nicht festgelegt. Bisher läuft in Deutschland die Booster-Impfkampagne für Auffrischungsimpfungen, in der Regel mit der dritten Spritze. Israel impft hingegen bereits das vierte Mal. Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) ließ nach einer Videokonferenz mit ihren Kollegen zunächst offen, inwiefern man diesem Beispiel folgen will. Nötig seien zunächst weitere wissenschaftliche Untersuchungen, sagte die derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Die Gesundheitsminister der Länder sprachen sich am Montag dafür aus, dass vom Coronavirus genesene Personen ihren Status künftig ausschließlich digital mit einem QR-Code nachweisen können. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe zugesichert, dies zeitnah umzusetzen, sagte Petra Grimm-Benne. Das Bundesgesundheitsministerium soll eine entsprechende Rechtsgrundlage schaffen, "mit der die Verpflichtung zur ausschließlichen Vorlage eines digital auslesbaren Genesenen-Nachweises" bei Zutrittskontrollen beispielsweise für Veranstaltungen oder in Restaurants möglich wird. Möglich wäre dies durch Speicherung des Nachweises in der Corona-Warn-App.

+++ Oberbayerische Kliniken: Aufschiebbare Behandlungen weiter ausgesetzt +++

Aufschiebbare stationäre Behandlungen bleiben in Oberbayern bis Ende Januar weiter ausgesetzt. Wie die Regierung von Oberbayern am Montag mitteilte, sind die Kliniken im Regierungsbezirk weiterhin dazu verpflichtet, medizinisch nicht notwendige Behandlungen weiter aufzuschieben. Mit der Verlängerung sollen die Kapazitäten auf den Intensivstationen erhalten bleiben.

Derzeit sind die Intensivbetten in den oberbayerischen Krankenhäusern zu 90 Prozent ausgelastet. Durch Omikron ist die Lage gerade besonders angespannt und die Hospitalisierungsrate steigt deutlich an. Weiter von der Anordnung ausgeschlossen sind dringliche Herz- oder Tumor-Operationen. 

+++ Gesundheitsminister tagen: Kommt die vierte Corona-Impfung? +++

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten bei ihrer ersten regulären Konferenz in diesem Jahr voraussichtlich über eine mögliche vierte Impfung gegen das Coronavirus. Das geht nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa aus der Tagesordnung für die Runde hervor. Bisher läuft in Deutschland die Booster-Impfkampagne mit Auffrischungsimpfungen.

Israel impft zum Beispiel bereits das vierte Mal. Die Gesundheitsminister wollen sich den Informationen zufolge auch über die aktuelle Infektionslage und über neue Erkenntnisse zur Omikron-Virusvariante sowie über den Stand von Corona-Tests austauschen.

+++ Das ändert sich jetzt bei der Quarantäne für enge Kontaktpersonen +++

Die Stadt München hat am Montag mitgeteilt, dass der Freistaat Bayern nach der Konferenz des Bundeskanzlers mit den Länderchefs ab sofort die geänderten Regelungen zur Dauer der Quarantäne für enge Kontaktpersonen von Omikron-Infizierten umsetzt. Für Personen, die als enge Kontaktpersonen von Indexpersonen mit Omikron-Infektion eingestuft werden, beträgt die Quarantäne nun zehn Tage. Zudem gibt es die Möglichkeit der Verkürzung ab Tag sieben. Die Testung zur vorzeitigen Beendigung der Quarantäne kann mittels PCR-Test oder Antigentest erfolgen. Ein Selbsttest ist nicht ausreichend. Diese Änderungen gelten auch für enge Kontaktpersonen, die sich derzeit in einer bereits angeordneten 14-tägigen Quarantäne befinden. Die Stadt werde alle betreffenden Personen über diese angepasste Regelung deshalb auch direkt informieren, heißt es.

Mit dieser geänderten Regelung ist für enge Kontaktpersonen die Dauer der Quarantäne nun unabhängig von der Virusvariante, mit der die Indexperson infiziert ist. Zudem wird das vorzeitige Ende der Quarantäne wirksam mit der Übermittlung des negativen Testergebnisses an die Landeshauptstadt München – entweder über das Kontaktformular auf www. muenchen.de/kpentlassung oder durch eine E-Mail an corona-informationkontaktpersonen@muenchen.de. Eine separate Entlassung aus der Quarantäne durch das Gesundheitsamt ist nicht mehr notwendig.

Die Quarantänepflicht gilt weiterhin auch für geimpfte, geboosterte und genesene enge Kontaktpersonen von Indexpersonen mit Omikron-Infektion. Änderungen in Bezug auf mit Omikron infizierte Personen (Indexpersonen) wurden vom Freistaat noch nicht vorgenommen. Hier bleibt es derzeit noch bei den bisherigen Regelungen (Dauer der Quarantäne 14 Tage ohne Verkürzungsmöglichkeit; Quarantäne auch für Geimpfte, Geboosterte und ursprünglich schon einmal Genesene). Ebenso liegt zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine konkrete Umsetzung der zwischen dem Bundeskanzler und den Ministerpräsidenten der Bundesländer abgestimmten Regelungen für Schul- und Kita-Kinder vor.

+++ Lauterbach erwartet weitere Maßnahmen gegen Omikron +++

Gesundheitsminister Karl Lauterbach erwartet, dass im Kampf gegen die Omikron-Variante des Coronavirus weitere Maßnahmen notwendig werden. Die von Bund und Ländern vereinbarte 2G-plus-Regel in der Gastronomie und die neuen Quarantäneregeln bezeichnete der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" als Erfolge. "Ich glaube schon, dass uns das helfen wird." Er fügte aber hinzu, das werde nicht reichen, um Omikron zu besiegen. "Ich glaube, die Fallzahlen werden ansteigen. Daher werden weitere Maßnahmen noch notwendig werden, zu gegebener Zeit. Aber das ist jetzt erstmal ein ganz wichtiger Schritt nach vorne."

Ob die 2G+-Regelung in Restaurants auch in Bayern kommen wird, ist noch unklar. "Ich habe den Gesundheitsminister gebeten zu prüfen, ob das aus unserer Sicht wirklich notwendig ist. Wir sind da sehr, sehr zurückhaltend und skeptisch. Wir haben dazu heute auch eine Erklärung gemacht, wir werden es am nächsten Dienstag dann abschließend entscheiden", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag nach den Beratungen in München. 

+++ Start von Schule, Kita und Kindergarten mit strengeren Regeln +++ 

Ab dem 10. Januar müssen alle Kinder, die Kita oder Kindergarten besuchen, drei Mal die Woche getestet werden. Sorgeberechtigte müssen nun drei Mal in der Woche "glaubhaft versichern", dass sie alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr mit negativem Ergebnis selbst zu Hause getestet haben. Die vom Freistaat per Berechtigungsschein bezahlten Tests müssen montags, mittwochs und freitags erfolgen. Ist ein Kind an einem dieser Tage nicht anwesend, muss ein Test an dem Tag gemacht werden, an dem es wieder betreut wird. Eine zunächst vorgesehene Videodokumentation bei Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der elterlichen Angaben hat das Sozialministerium in der Zwischenzeit wieder gestrichen.

Für Schülerinnen und Schüler ändert sich mit Blick auf die Testmodalitäten nur insofern etwas, als sich nun auch geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler wieder regelmäßig testen müssen. Ansonsten bleibt es dabei, dass an den Grund- und Förderschulen zweimal pro Woche ein PCR-Pooltest gemacht wird, der sogenannte "Lollitest". Weil das Ergebnis des Pool-Tests erst mit einiger zeitlicher Verzögerung vorliegt, wird an den Grund- und Förderschulen am Montagmorgen zu Unterrichtsbeginn zusätzlich ein Selbsttest durchgeführt. An allen anderen Schulen testen sich die Schülerinnen und Schüler dreimal pro Woche selbst. Alternativ wird jeweils auch ein negativer PCR- oder POC-Antigen-Schnelltest akzeptiert.

+++ Inzidenz in München steigt stark an +++

In München ist die Sieben-Tage-Inzidenz über das Wochenende stark angestiegen. Lag der Wert am Freitag (7. Januar) noch bei 305,8, meldet das Robert Koch-Instituts (RKI) am Montag (10. Januar) eine Inzidenz von 476,9.


Corona-News vom 09.01.2022

+++ Proteste in Bayern gegen Corona-Politik - "Kinder"-Demo in München+++

Tausende Menschen sind am Wochenende an mehreren Orten in Bayern erneut aus Protest gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Die Demonstrationen verliefen nach Angaben der Polizei weitgehend friedlich. Für den Abend erwarteten die Einsatzkräfte allerdings auch wieder eine unangemeldete Versammlung von Gegnern der Corona-Politik in Schweinfurt. In der Vergangenheit war es dabei zum Teil zu Aggression und Gewalt gekommen.

Am Nachmittag hatte es bereits eine kleinere Demonstration in München gegeben. Die Versammlung war unter dem Motto "Die Große Kinder Stehen Auf Demo" angemeldet. Familien mit Kindern trafen sich am Wittelsbacherplatz, um mit Plakaten und Spruchbannern gegen die Impfpflicht und Kinderimpfungen zu demonstrieren.

+++ Ebersberger Landrat Niedergesäß mit Corona infiziert +++

Der Landrat im oberbayerischen Ebersberg, Robert Niedergesäß, ist im Urlaub in Tirol positiv auf Corona getestet worden. Wahrscheinlich handelt es sich um die Omikron-Variante, wie eine Pressesprecherin des Landratsamts am Sonntag mitteilte. Vermutlich habe er sich im familiären Umfeld angesteckt. Niedergesäß sei zweifach geimpft und seit Mitte Dezember auch geboostert. Er habe keine Symptome und werde während der Quarantänezeit aus der Ferienwohnung arbeiten. Frühestens am Mittwoch könne er diese mit einem negativen Test beenden.

+++ Holetschek fordert schnelle Entscheidung über Impfpflicht +++

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) fordert eine schnelle Entscheidung über eine Corona-Impfpflicht. "Wir müssen diese Diskussion endlich konkret und vor allem zielorientiert führen und dürfen keine Zeit mehr verlieren", sagte der Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). Generell beklagte er ein fehlendes Tempo im Kampf gegen die Pandemie.

"Wir müssen wichtige Entscheidungen zügiger treffen und dann auch umsetzen. Durch Zaudern und Zögern werden wir kein schnelleres Pandemieende bekommen", sagte Holetschek der Zeitung. Er sei überzeugt davon, dass eine Impfpflicht in Deutschland der schnellste Weg aus der Pandemie sei. "Aber wir tun gut daran, offen zu bleiben für Diskussionen, in welcher Form diese am sinnvollsten wäre." Möglich sei eine Befristung, zum Beispiel auf zwei Jahre. Ebenso denkbar sei es, die Impfpflicht nur für die besonders gefährdeten Altersgruppen einzuführen.

Bayerns FDP-Chef Martin Hagen äußerte Verständnis für das Zögern der Ampel-Koalition. "Die Impfpflicht wäre ein Eingriff in das Recht am eigenen Körper, der sehr gut begründet sein müsste", sagte er der Zeitung. Er könne sich vorstellen, dass eine altersabhängige Lösung im Bundestag mehrheitsfähig wäre.

+++ Inzidenz steigt erneut deutlich an +++

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Bayern erneut gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag sie am Sonntagmorgen bei 295,1 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Vortag hatte das RKI einen Wert von 269,8 gemeldet. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 183,3. Allerdings gab es über die Feiertage weniger Tests und Meldungen.

Die bayerischen Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 5.645 Corona-Neuinfektionen. Es wurden 16 Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 9.50 Uhr wiedergeben. Bundesweit meldete das RKI am Sonntagmorgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 362,7. Binnen 24 Stunden wurden 36.552 Neuinfektionen und 77 Todesfälle registriert.

+++ Kitas und Schulen starten wieder: Mehr Tests, mehr Sicherheit? +++

In Bayern geht der Unterricht wieder los, und auch der Großteil der Kindertagesstätten nimmt am Montag den Betrieb nach den Ferien wieder auf. Damit geht auch das regelmäßige Testen weiter - nun auch verpflichtend für die ganz Kleinen.

Angesichts der ansteckenderen Omikron-Variante sollen mehr Tests ein Plus an Sicherheit bringen, wenn Schulen und die meisten Kitas in Bayern an diesem Montag nach den Weihnachtsferien wieder starten. Vor allem die Eltern von Krippen- und Kindergartenkindern müssen sich umgewöhnen: Wenn sie künftig nicht dreimal in der Woche einen negativen Test ihrer Kinder nachweisen, dürfen diese die Einrichtungen nicht betreten. Die Änderungen bei den Tests in den Schulen hingegen sind minimal: Auch geimpfte und genesene Schülerinnen und Schüler müssen sich nun wieder regelmäßig testen.

+++ SPD und Grüne dämpfen Erwartungen an schnelle Impfpflicht +++

Politiker von SPD und Grünen haben Erwartungen an einen raschen Beschluss des Bundestages zu einer allgemeinen Impfpflicht im Kampf gegen die Corona-Pandemie gedämpft. SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese sagte dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntag): "Die Beratungen im Bundestag sollten wir im ersten Quartal zum Abschluss bringen." Das sei ein anspruchsvoller Zeitplan. Mit Blick auf mögliche Verzögerungen betonte Wiese, die Impfpflicht wirke ohnehin nicht kurzfristig, sondern sei "perspektivisch eine Vorsorge für den kommenden Herbst und Winter".

Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Britta Haßelmann, betonte: "Das ist keine einfache Entscheidung, das bedeutet einen tiefen Eingriff." In den Fraktionen müsse zunächst diskutiert werden, welche Vorstellungen es gebe. "Und dann können wir Ende Januar die öffentliche Debatte im Bundestag darüber führen", sagte Haßelmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Die Frage sei "so relevant und weitgehend", dass es eine "fundierte und sehr sorgfältige Beratung" brauche. Haßelmann selbst sprach sich für eine Impfpflicht aus.


Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und besserer Ladezeiten unseres Newsblogs haben wir alte Beiträge ab dieser Stelle gelöscht. Der erste Eintrag stammt vom 09. Januar.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 26 – Artikel empfehlen