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Coronavirus-News: Inzidenz für München sinkt unter 50

Das Coronavirus breitet sich in Bayern und Deutschland aus. Alle Neuigkeiten, Maßnahmen und Hinweise zum Erreger Sars-CoV-2 lesen Sie im AZ-Newsblog.
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Die aktuellen Corona-Zahlen für München. (Symbolbild)
Die aktuellen Corona-Zahlen für München. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Der Erreger Sars-CoV-2, der die Krankheit Covid-19 auslösen kann, hat in München, Bayern und Deutschland monatelang für drastische Maßnahmen gesorgt. Nach dem Lockdown im Frühjahr wird nun über Maßnahmen zur Verhinderung einer zweiten Welle diskutiert. In unserem Newsblog halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen in München und Bayern auf dem Laufenden.

+++ 7-Tage-Inzidenz für München sinkt unter 50 +++

In München sind am Mittwoch 62 neue Corona-Fälle gemeldet worden (Stand: 23.09., 23.59 Uhr). Insgesamt sind in der Landeshauptstadt bislang 10.966 Infektionen bestätigt. In dieser Zahl enthalten sind 9.391 Personen, die bereits genesen sind, sowie 223 Todesfälle. 1.352 Menschen sind in München aktuell noch an Covid-19 erkrankt. Die Reproduktionszahl R für München liegt derzeit bei 0,80 (Stand 23.09.). Das bedeutet, dass statistisch gesehen 100 Infizierte 80 Menschen neu anstecken. Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt laut Stadt München 45,12 (Vortag: 51,04).

Hinweis der Redaktion: Die Stadt München hat am Samstag, 6. Juni, darauf hingewiesen, dass wegen eines Updates der Meldesoftware der Gesundheitsbehörden eine Bereinigung der bislang erfassten Daten durchgeführt wurde. Der Knick bei der Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen in der obenstehenden Grafik markiert den Zeitpunkt der Datenbereinigung. Am 29. Juni teilte die Stadt mit, dass der Berechnungszeitraum auf einen tageweisen 24-Stunden-Rhythmus umgestellt wurde. Hier finden Sie die täglichen Infektionszahlen in Bayern.


+++ Wirte kritisieren fehlende Planungssicherheit bei Corona-Maßnahmen +++

Wiesn- und Innenstadtwirte in München kritisieren bei den Corona-Maßnahmen fehlende Planungssicherheit für ihre Branche. Die Politik müsse verlässlicher und vorausschauender planen, sagte der zweite Wiesnwirte-Sprecher und Nockherberg-Chef Christian Schottenhamel der Deutschen Presse-Agentur. "Wir reden seit Monaten von einer zweiten Welle. Es wäre schön, wenn wir von der Staatsregierung vorher informiert worden wären, was für diesen Fall geplant ist."

Wiesn-Wirt Christian Schottenhamel vermisst in diesem Jahr den Trubel rund um das Oktoberfest, das wegen Corona abgesagt wurde.
Wiesn-Wirt Christian Schottenhamel vermisst in diesem Jahr den Trubel rund um das Oktoberfest, das wegen Corona abgesagt wurde. © Sven Hoppe/dpa

Die Wirte hätten Verständnis, dass Maßnahmen nötig seien. Aber: "Wenn wir vorher gewusst hätten, dass es kommen kann, dass wir nur fünf Personen an einen Tisch setzen können, hätten wir vorher schon reagieren und nur Reservierungen für fünf Menschen am Tisch annehmen können."

"Es wäre schön, vorausschauende und planbare Verordnungen zu bekommen, die es uns ermöglichen, in unseren Betrieben die Strukturen rechtzeitig entsprechend zu verändern", sagte auch der Sprecher der Innenstadtwirte und Chef des Augustiner Klosterwirt, Gregor Lemke. Es gehe etwa um das Reservierungsmanagement. Aber auch für neue Abstände, kleinere Einheiten für nur fünf Personen, Trennwände und die Schulung des Personals sei Vorlauf nötig.

+++ CSU-Vize Sailer kritisiert Corona-Teststrategie der Staatsregierung +++

Der Augsburger Landrat und CSU-Vize Martin Sailer hat die Staatsregierung im Zusammenhang mit der Corona-Teststrategie kritisiert. "Binnen weniger Tage mussten in jedem Landkreis Testzentren aus dem Boden gestampft werden, ohne dass vorab abgeklärt wurde, ob genug Personal, genug Laborkapazitäten oder genug qualifizierte private Betreiber zur Verfügung stehen", schrieb der Landrat, stellvertretende CSU-Vorsitzende und Bezirkstagspräsident nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks in einer E-Mail an den Freie Wähler-Abgeordneten Fabian Mehring.

Ein Security-Mitarbeiter regelt an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 93 (A93) an der Rastanlage Inntal-Ost den Verkehr vor der Teststation.
Ein Security-Mitarbeiter regelt an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 93 (A93) an der Rastanlage Inntal-Ost den Verkehr vor der Teststation. © Sven Hoppe/dpa

"Gerade die von Ihrer Regierungskoalition vorgegebene 36-Stunden-Frist erweist sich als oft nicht haltbar – nicht nur bei uns, sondern auch in anderen Testzentren und bei in Arztpraxen durchgeführten Tests, wo Bürger oft vier bis fünf Tage auf ihr Testergebnis warten müssen", schrieb Sailer an Mehring.

Die E-Mail war dem Bericht zufolge eine Reaktion auf eine Beschwerde von Fabian Mehring, weil die Übermittlung der Ergebnisse von der kommunalen Teststation im Landkreis Augsburg deutlich länger als die versprochenen drei Tage dauerte.

+++ Beherbergungsverbot für Münchner und Würzburger +++

Menschen aus den aktuellen Corona-Hotspots München und Würzburg müssen derzeit mit deutlichen Einschränkungen rechnen, wenn sie in andere Bundesländer reisen und dort übernachten wollen.

Im Nachbar-Bundesland Baden-Württemberg gilt beispielsweise: "Es ist untersagt, in Beherbergungsbetrieben Gäste zu beherbergen, die sich in einem Land-, Stadtkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten oder darin ihren Wohnsitz haben, in dem der Schwellenwert von 50 neu gemeldeten SARS-CoV-2-Fällen (Coronavirus) pro 100.000 Einwohner in den vorangehenden sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) überschritten wurde", wie es auf der Homepage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) heißt. Ausnahmen sind möglich, wenn negative Corona-Testergebnisse vorgelegt werden können, die nicht älter als 48 Stunden sind.

Ähnliches gilt nach Dehoga-Angaben auch in Brandenburg, Hamburg und Hessen sowie im Saarland, in Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Mecklenburg-Vorpommern ist sogar nicht nur die Übernachtung, sondern auch die Einreise für Menschen aus Hotspots mit 7-Tage-Inzidenz über 50 verboten. In Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein droht eine 14-tägige Quarantäne.

+++ Regensburg verschärft Corona-Maßnahmen +++

Angesichts steigender Corona-Zahlen verschärft die Stadt Regensburg von diesem Mittwoch an bis zum 29. September die Sicherheitsmaßnahmen. Am Montag sei der Signalwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten worden, teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. Im öffentlichen Raum dürfen sich dann nur noch maximal fünf Personen gemeinsam aufhalten. Das gelte auch in Gastronomiebetrieben. Ausgenommen von dieser Regel seien Familien mit mehr Personen, die in einem Haushalt leben.

Geschlossene Veranstaltungen in geschlossenen Räumen - etwa Familienfeste, Beerdigungen und Vereinsveranstaltungen - dürfen nur noch bis zu 50 Teilnehmer haben. Unter freiem Himmel seien dafür 100 Teilnehmer erlaubt. Für Schüler an weiterführenden Schulen (ab der 5. Klasse) gibt es weiterhin eine Maskenpflicht. Der Verkauf alkoholischer Getränke zum Mitnehmen wird ab 22 Uhr verboten.

+++ ÖDP kritisiert Kinderbetreuung +++

Nach dem Drei-Stufen-Plan der Staatsregierung wären jetzt, da der Inzidenzwert über 50 liegt, Schulen und Kitas in München bereits von schärferen Einschränkungen betroffen. Noch ist das nicht der Fall. Und doch sieht ÖDP-Stadtrat Tobias Ruff die Lage mit Sorge. Er reichte im Stadtrat eine Anfrage an OB Dieter Reiter (SPD) ein.  Unter anderem fragt Ruff, welche Handlungsspielräume die Stadt habe, ob aus Reiters Sicht verhältnismäßig sei, dass das Tragen von Masken im Kinderbereich stärker reguliert sei als in der Gastronomie und ob etwa das Auslagern von Gruppen in leerstehende Gebäude als mildere Alternative geprüft worden sei.

+++ Söder informiert über Kabinettssitzung +++

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Dienstag über die Beratungen der Staatsregierung informiert. Er sprach von einer "starken zweiten Welle" in vielen Ländern Europas. Es gehe nun darum, die gute Lage in Bayern und Deutschland weiter zu festigen.

In besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Kommunen in Bayern gilt künftig nicht nur eine Maskenpflicht auf stark besuchten öffentlichen Plätzen, sondern auch ein Alkoholverbot. Das hat das Kabinett am Dienstag in München als Reaktion auf die teils im Freistaat wieder stark steigenden Infektionszahlen beschlossen. Demnach soll immer bei einer Überschreitung von 50 Neuinfektionen in einer Region in sieben Tagen ein Maßnahmenpaket greifen, welches auch eine Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr vorsehen kann. Prinzipiell war dies bisher zwar auch möglich, die neue Regelung der Staatsregierung sieht aber vor, dass die Kommunen klarer angehalten werden, die Maßnahmen auch umzusetzen.

"Wir stehen an einer ganz spannenden Weggabelung", sagte Söder. Man dürfe nicht die Geduld verlieren im Kampf gegen das Virus. Priorität in Bayern habe der Schutz von Arbeitsplätzen, Schulen und Kindergärten. Es müsse ein zweiter Lockdown unbedingt verhindert werden, dieser dürfte größere Schäden mit sich bringen als der Lockdown im Frühjahr. Neben der Strategie sei auch wichtig, dass die Menschen vernünftig und rücksichtsvoll miteinander umgingen.

+++ Kitas und Schulen in Unterfranken dicht +++

Wegen zahlreicher Coronavirus-Fälle im unterfränkischen Bad Königshofen sind am Dienstag alle drei Kitas und sechs Schulen dort geschlossen geblieben. Zudem dürften bis auf Weiteres keine Besucher in die Alten- und Pflegeheime der 6.000-Einwohner-Stadt, wie das Landratsamt des Landkreises Rhön-Grabfeld mitteilte. Die Maßnahmen sollten zunächst nur für einen Tag gelten - es werde noch beraten, wie es weitergehe.

Die vielen Fälle führen die Behörden auf eine Hochzeitsfeier am 12. September im Raum Bad Königshofen zurück. Dort hätten sich mindestens 17 Gäste mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert, Tests am Montag ergaben 13 weitere Infizierte. Die Betroffenen kämen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld und von außerhalb. Auch am Dienstag sollten Tests erfolgen.

+++ Jeder zweite Neuinfizierte ist 15 bis 34 Jahre alt +++

In Bayern ist derzeit jeder zweite neue Corona-Infizierte 15 bis 34 Jahre alt. 47 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage stammen nach Zahlen des LGL aus dieser Altersgruppe. "In diesem Alter gibt es häufig Kontakte mit einer Vielzahl an Personen - und die Ansteckungsgefahr wird in dem einen oder anderen Fall unterschätzt", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). 29 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangene sieben Tage entfallen laut LGL allein auf die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 30 Jahren.

+++ Corona lässt Tourismus in München einbrechen +++

Corona sorgt für einen Tourismus-Einbruch: Im ersten Halbjahr ging die Zahl der Gästeankünfte in München um 59 Prozent zurück. Die Zahl der Übernachtungen sank um 56 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Landesamtes mit. Ganz Bayern verzeichnete danach rund 8,4 Millionen Gästeankünfte (minus 54 Prozent).

+++ Reiter verkündet Maßnahmen für München +++

Oberbürgermeister Dieter Reiter verkündet am Montag eine Verschärfung der Corona-Regeln in München.
Oberbürgermeister Dieter Reiter verkündet am Montag eine Verschärfung der Corona-Regeln in München. © Daniel von Loeper

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat am Montag strengere Corona-Regeln für München verkündet. Wie der OB mitteilte, sollen in der Landeshauptstadt ab Donnerstag folgende Regeln gelten:

  • Verschärfung der Maskenpflicht punktuell an öffentlichen Plätzen
  • Bei anlassbezogenen privaten Feiern dürfen nur noch 25 Menschen drinnen und 50 an der frischen Luft teilnehmen
  • Treffen im privaten Bereich sind nur noch mit maximal fünf Personen oder Mitgliedern von zwei Haushalten erlaubt

Die neuen Regeln sollen vorerst für sieben Tage gelten.

Am Freitag war die 7-Tage-Inzidenz in München über den Schwellenwert von 50 gestiegen, am Sonntag lag  sie bei 55,59.

+++ Mehr als 8.800 Schüler in Bayern wegen Corona in Quarantäne +++

Die steigenden Corona-Fallzahlen machen sich auch bei den Schulen bemerkbar. Mehr als 8.800 Schüler und 771 Lehrer befänden sich derzeit in Quarantäne, teilte das Bayerische Kultusministerium am Montag in München mit. 343 Schüler und 48 Lehrer seien momentan nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Das Ministerium bezog sich dabei auf Zahlen vom Sonntagabend. Am Freitagnachmittag waren knapp 8.500 Kinder und Jugendliche in Quarantäne, die Zahl der betroffenen Lehrer blieb seitdem in etwa gleich. Angesteckt hatten sich 335 Schüler sowie 49 Lehrer. In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schüler sowie 150.000 Lehrerinnen und Lehrer.

Aktuelle Zahlen über Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie lagen zunächst nicht vor. Sicher ist jedoch, dass Schulklassen ganz oder teilweise in Quarantäne sind und deshalb keinen Präsenzunterricht haben. 

+++ Bayerns Studenten: Prüfungen auch daheim möglich +++

An Bayerns Hochschulen können Studierende ihre Prüfungen jetzt ohne Angst vor juristischen Problemen dezentral per Internet absolvieren. Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) setzte rückwirkend zum 20. April einheitliche Regelungen für Prüfungen in Kraft, die elektronisch und ohne Vorgabe eines bestimmten Prüfungsortes durchgeführt werden.

Bayern leiste mit der ersten umfassenden Regulierung elektronischer Fernprüfungen Pionierarbeit, sagte Sibler. Wesentliche Grundsätze beispielsweise zum Datenschutz, zur Authentifizierung der Prüflinge, zur Videoaufsicht oder zum Umgang mit technischen Störungen setzen einen klaren Rahmen für Prüfer sowie Studenten an allen Hochschulen des Freistaats. Dies sei bisher bundesweit einzigartig.

+++ Bald Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen? +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen in München in Aussicht gestellt, auf denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können.

Er habe sehr gemischte Gefühle, etwa wenn er sich die Bilder von wilden Wiesn-Ersatzfeiern wie am Wochenende auf dem Viktualienmarkt ansehe. Daher wolle er mit der Stadt über einen Mund-Nasen-Schutz beraten, sagte der CSU-Chef am Montag dem Radiosender B5 aktuell. "Ich will keinem die Freude nehmen", sagte Söder. Aber angesichts der hohen Infektionszahlen in München sollten Freude und Vernunft besser zusammengehen.

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Söder  bereiteten nicht professionell organisierte Veranstaltungen Sorgen. "Das Problem sind die privaten Feiern", sagte er. "Wenn die Vernunft nicht hilft, dann muss gesteuert werden." Ziel sei es, den Betrieb in Schulen und Kitas bayernweit weiter zu ermöglichen und die Wirtschaft vor weiteren Einschränkungen zu bewahren.

+++ Münchner Krisenstab berät über Maßnahmen +++

Der Münchner Corona-Krisenstab berät am Montag (9.30 Uhr) über den weiteren Umgang mit den steigenden Infektionszahlen. Die Stadt hatte bereits am Freitag die Grenze von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner überschritten, ab der weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen werden sollen. Am Samstag und Sonntag stieg diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Zuletzt lag sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,6 - nach 50,7 am Freitag und 54,2 am Samstag (siehe oben).

Bislang hat die Stadt als Reaktion auf die höheren Zahlen die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen verlängert. Vor zusätzlichen Maßnahmen wollte sich die Stadtspitze zunächst die weitere Entwicklung ansehen. Besondere Brisanz haben die gestiegenen Werte in München auch deshalb, weil in der bayerischen Landeshauptstadt am Wochenende eigentlich das Oktoberfest begonnen hätte. Anstelle des wegen der Pandemie abgesagten Volksfestes findet derzeit in mehr als 50 Gaststätten in der Stadt eine sogenannte "Wirtshaus-Wiesn" unter den üblichen Hygieneauflagen statt. Die Veranstaltung ist angesichts der Infektionszahlen umstritten. Am Wochenende begann sie allerdings laut Veranstaltern und Polizei ohne größere Zwischenfälle.

+++ Masken bei einigen Kulturveranstaltungen vorgeschrieben +++

Wegen der Überschreitung des kritischen Schwellenwertes wurde die Maskenpflicht in Münchner Kulturinstitutionen ausgeweitet: Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt derzeit über 50. Besucher der Bayerischen Staatsoper werden daher nun gebeten, auch am Platz während der Vorstellung die Masken aufzubehalten. 

Im Rahmen eines Pilotversuchs vor wenigen Wochen war es noch ausreichend gewesen, lediglich in den Gängen und bis Vorstellungsbeginn die Maske zu tragen.

+++ Söder: Weihnachtsmärkte wegen Corona mit weniger Alkoholkonsum +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich Weihnachtsmärkte in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie vorstellen - mit Maskenpflicht und weniger Alkohol.

"Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen. Man kann beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definieren, man muss mit Maskenpflicht operieren und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen", sagte er CSU-Chef der "Welt am Sonntag". "Dann kann ich mir die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen – und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt."

+++ Anzahl Corona-Tests steigt auf Rekordhoch +++

In Deutschland ist die Zahl der Corona-Tests in der vergangenen Woche auf ein Rekordhoch gestiegen: Laut Bundesgesundheitsministerium seien 1,12 Millionen Tests durchgeführt worden.

Bund und Länder hatten sich prinzipiell geeinigt, dass die kostenlosen Tests für Rückkehrer aus Nicht-Risiko-Gebieten am 15. September enden sollten. Bayern will sie aber noch bis 1.Oktober anbieten. 

+++ Zahl der Stammzellspender in Bayern sinkt +++

Die Zahl der Stammzellspender in Bayern sinkt wegen der Corona-Pandemie. "Die Situation ist ernst: Durch Corona fehlen uns in diesem Jahr 20.000 neue Spender", erklärte Hans Knabe von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) zum Tag der Knochenmarkspende am Samstag. "Corona hat schwerwiegende Konsequenzen für das Leben vieler gesunder Menschen, aber für tausende Leukämiepatienten ist Corona eine ganz besondere zusätzliche Bedrohung." Denn in der Pandemie seien sogenannte Typisierungsaktionen, bei denen sich potenzielle Spender registrieren können, abgesagt worden. Deshalb sollten sich Interessierte nun online registrieren.

+++ Bars und Kneipen im Freistaat öffnen wieder +++

Nach monatelanger Corona-Zwangspause dürfen ab diesem Samstag Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen - zumindest unter strengen Infektionsschutz-Auflagen. Nachdem in den vergangenen Tagen unter anderem in München die Fallzahlen von nachgewiesenen Corona-Erkrankungen in die Höhe geschnellt sind, hatten viele Gastronomen und auch Kneipenbesucher gefürchtet, dass die Lockerung am Ende doch noch einmal gekippt wird.

Für die Schankwirtschaften sollen generell die gleichen Corona-Regeln gelten wie für Speisewirtschaften, zudem muss in geschlossenen Räumen am Tisch bedient werden. Einziger Wermutstropfen: Discos und Clubs bleiben weiterhin in Bayern geschlossen. Viele Lokale sind nach der monatelangen Schließung am Rande des Ruins.

+++ Maskenpflicht in Münchner Schulen bleibt bestehen +++

Am Freitag hat die Corona-Inzidenz in München den kritischen Wert von 50 überschritten. Die Maskenpflicht für Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe bleibt deshalb weiterhin bestehen, wie die Stadt am Freitagnachmittag mitteilte. "Wir werden das Geschehen an den Schulen natürlich sehr genau im Blick behalten und Schulklassen und Kinderbetreuungseinrichtungen schließen, sollte es dort Infektionen geben. Aber einen Rückgang zum eingeschränkten Blockunterricht halte ich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht für verhältnismäßig. Das bedeutet: Die Kitas und Schulen, die nicht von Infektionen betroffen sind, öffnen am Montag", so OB Dieter Reiter (SPD) in einem offiziellen Statement.

Weitere Maßnahmen sollen dann erst am Montag beschlossen werden – vorausgesetzt die Inzidenz bleibt bei 50 oder steigt sogar noch weiter an. "Wir waren uns dabei einig, vor allem nach fachlicher Einschätzung unserer Gesundheitsbehörde, dass wir erst die weitere Entwicklung über das Wochenende abwarten wollen, um dann gegebenenfalls am Montag im Krisenstab, sollte die 50-Grenze überschritten bleiben oder die Zahlen sogar weiter ansteigen, weiterführende Maßnahmen zu beschließen", so Reiter.

+++ Generelle Maskenpflicht im Unterricht läuft aus +++

Bayerns Schüler können aufatmen: Die im Unterricht der weiterführenden Schulen zuletzt verpflichtende Maske darf ab nächster Woche wieder runter - sofern es das Infektionsgeschehen vor Ort zulässt. Die entsprechende Anordnung für die ersten beiden Wochen dieses Schuljahres laufe wie geplant aus, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Freitag in München.

Michael Piazolo (Freie Wähler), Staatsminister für Unterricht und Kultus, bei der Pressekonferenz zur Bilanz nach den ersten beiden Schulwochen in der Corona-Krise.
Michael Piazolo (Freie Wähler), Staatsminister für Unterricht und Kultus, bei der Pressekonferenz zur Bilanz nach den ersten beiden Schulwochen in der Corona-Krise. © Peter Kneffel/dpa

Er sei überzeugt, dass die - von den Schülern gut befolgte - Maskenpflicht sinn- und wirkungsvoll gewesen sei. Doch nach nunmehr knapp zwei Wochen Unterricht sei die Gefahr durch Reiserückkehrer deutlich niedriger als zu Schuljahresbeginn, eine generelle Pflicht sei daher nicht mehr nötig.

Vom Erstklässler bis zum Abiturienten müssen jedoch alle jenseits ihres Sitzplatzes im Klassenzimmer weiterhin eine Mund-Nasen-Bedeckung auf dem übrigen Schulgelände anlegen. Und auch die Pflicht im Unterricht kann jederzeit wieder angeordnet werden, wenn die Infektionszahlen in der jeweiligen Region zu hoch sind.

+++ Arzt angezeigt: Quarantäne nach Corona-Ausbruch beendet +++

Nach einem Corona-Ausbruch, der auf einen Arzt im Landkreis Deggendorf zurückgehen könnte, sind mehrere Kontaktpersonen einer infizierten Schülerin vorzeitig aus der Quarantäne entlassen worden. Alle 145 Tests an der Realschule Schöllnach seien negativ ausgefallen, teilte das Landratsamt Deggendorf am Freitag mit.

Da die betroffenen Schüler höchstens 30 Minuten mit der infizierten Klassenkameradin im Bus saßen und keinen direkten Kontakt mit ihr hatten, habe das Gesundheitsamt die Quarantäne nach Absprache mit dem Gesundheitsministerium am Donnerstagabend beendet. Die Schüler seien am Freitag wieder im Unterricht gewesen, sagte ein Sprecher des Landratsamts. Vorerst weiter in Quarantäne bleiben müssten dagegen Schüler eines "Bücherteams", die mit der Infizierten direkten Kontakt hatten.

Für die Infektion der Schülerin könnte ein Arzt aus dem Landkreis Deggendorf verantwortlich sein, der trotz Krankheitssymptomen weiter behandelt haben soll. Landrat Christian Bernreiter (CSU) hat den Mann deshalb angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Deggendorf will bis Ende der Woche prüfen, ob Ermittlungen gegen den Mediziner eingeleitet werden. Nach dem Corona-Ausbruch standen zunächst 275 Menschen unter Quarantäne, fünf Kontaktpersonen des Arztes wurden positiv auf das Virus getestet.

+++ Teststation Theresienwiese am 26. September geschlossen +++

Die Corona-Teststation auf der Theresienwiese bleibt am Samstag, 26. September, mit Blick auf die Gedenkfeier zum 40. Jahrestag des Oktoberfest-Attentat geschlossen. Corona-Tests werden auf der Theresienwiese nach vorheriger Online-Terminvereinbarung unterwww.corona-testung.de von Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr, sowie Samstag und Sonntag, 8 bis 17 Uhr, durchgeführt.

Die kostenlosen Tests auf der Theresienwiese sind ein Service der Stadt und sollen dabei helfen, das Infektionsgeschehen in der Stadt im Blick und unter Kontrolle zu behalten.

+++ Corona-Infektionen in Deutschland: Höchster Tageswert seit April +++

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Tageswert seit April erreicht. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen hervor. "Das, was man im Moment sieht, also heute Morgen zum Beispiel 2.200 neue Fälle, das ist schon nicht so eine beliebige Schwankung. Sondern wir sind jetzt wieder im Anstieg", sagte der Virologe Christian Drosten am Donnerstag bei einem Kommunikationskongress in Berlin.

+++ Gericht: Pauschales Attest reicht nicht für Maskenpflicht-Befreiung +++

Ein pauschales Attest ist nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Würzburg für die Befreiung von der Maskenpflicht in Schulen zu wenig.

Atteste, die Schülern ohne jede Begründung bescheinigten, aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Masken tragen zu können, reichten nicht aus um glaubhaft zu machen, dass das Tragen einer Alltagsmaske tatsächlich unzumutbar sei, argumentierte das Gericht in einer am Donnerstag veröffentlichten Eilentscheidung. "Es fehlt an der konkreten Diagnose eines Krankheitsbildes." Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Gefälligkeitsatteste die Maskenpflicht und deren Wirksamkeit unterliefen. 

+++ OB Reiter mahnt zur Vernunft +++

München Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). In der Stadt steht die 7-Tages-Inzidenz weiterhin auf über 50.
München Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). In der Stadt steht die 7-Tages-Inzidenz weiterhin auf über 50. © dpa

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter mahnt Wiesn-Fans eindringlich.  "Ich bitte nur darum, dass alle rücksichtsvoll sind und sich an die derzeitigen Corona-Regeln halten", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Die Münchner Wirte laden vom 19. September bis 4. Oktober zur sogenannten Wirtshaus-Wiesn ein. In mehr als 50 Gaststätten soll es schon am Samstag Wiesnstimmung geben, teils mit Blasmusik und Wiesnbier. Auch angezapft wird vielerorts.

+++ Klagewelle um Betriebsschließungsversicherungen in Corona-Zeiten +++

In München wird am Donnerstag ein Corona-Rechtsstreit von bundesweitem Interesse für Versicherungen und ihre Firmenkunden fortgeführt: Das Landgericht in der Landeshauptstadt hat nach zahlreichen Klagen gegen zahlungsunwillige Versicherer am Mittag den ersten Verkündungstermin angesetzt, anschließend werden drei neue Klagen verhandelt. Die Versicherer lehnen Zahlungen an Kunden ab, deren Betriebe im Frühjahr von den Behörden geschlossen wurden und nun Geld fordern, weil sie Versicherungen gegen Betriebsschließungen abgeschlossen hatten.

+++ Deutschland erklärt Wien zum Corona-Risikogebiet +++

Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen hat die Bundesregierung die österreichische Hauptstadt Wien zum Risikogebiet erklärt.

Das bundeseigene Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte am Mittwoch eine aktualisierte Liste der Corona-Risikogebiete, in der nun auch das Bundesland Wien als einziges Risikogebiet in Österreich aufgeführt wird. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. Meist folgt kurz nach der Einstufung als Risikogebiet eine entsprechende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

+++ Rasanter Anstieg der Zahlen in Würzburg und Kulmbach+++

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Würzburg ist sprunghaft angestiegen. Die Stadt registrierte am Mittwoch innerhalb der vergangenen sieben Tage 75,07 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Mittwoch mitteilte. Auch der Landkreis nähert sich mit 42,64 dem bundesweit vereinbarten Corona-Grenzwert von 50. Überschritten hatte diesen am Mittwoch die oberfränkische Stadt Kulmbach samt Landkreis mit 54,28 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Darüber liegen dem LGL zufolge im Freistaat sonst nur Kaufbeuren (54,68) und Garmisch-Partenkirchen (57,65).Noch vor einer Woche hatte der Landkreis Kulmbach mit keinem Infizierten als coronafrei gegolten. Auf einer privaten Feier sollen sich jedoch vor allem junge Menschen mit dem Virus infiziert haben. Ab sofort gelten im Landkreis verschiedene Kontaktbeschränkungen bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen. An einer Real- und einer Berufsschule sind fünf Klassen in Quarantäne geschickt worden.

+++ Teststation auf der Theresienwiese auch sonntags offen +++

Das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) reagiert erneut auf die große Nachfrage nach Corona-Tests in der Teststation auf der Theresienwiese und weitet die Kapazitäten noch einmal aus.

Ab 20. September wird die Teststation auch sonntags von 8 bis 17 Uhr geöffnet sein. Die kostenlosen Corona-Tests auf der Theresienwiese setzen eine vorherige Online-Terminvereinbarung unter www.corona-testung.de voraus und finden von Montag bis Freitag, 8 bis 20 Uhr, und Samstag sowie Sonntag, 8 bis 17 Uhr, statt.

Neben einem Drive-through besteht auch ein Walk-through unter Beachtung des Abstandsgebots und der Mundschutzpflicht für Personen ohne Symptome, die zum Beispiel einen PCR-Nachweis für Reisezwecke benötigen oder die über die Corona-Warn-App einen Hinweis erhalten haben. Die Testergebnisse liegen normalerweise innerhalb von ein bis zwei Werktagen vor, die getesteten Personen werden umgehend über das Ergebnis per App oder durch einen Anruf des Gesundheitsamts informiert.

+++ Corona-Maske kann Täter-Identifizierung erschweren +++

Das Tragen einer Corona-Alltagsmaske kann nach Einschätzung von Ermittlern die Identifizierung von Straftätern erschweren, verhindert sie aber nicht automatisch. Bei der Gesichtserkennung sei vor allem auch die Augenpartie wichtig, sagte Bernhard Egger vom bayerischen Landeskriminalamt (LKA) in München, wo die Ermittler viel mit Gesichtsprogrammen zur Identifizierung von Verdächtigen arbeiten. 
Nach Einschätzung des hessischen Landeskriminalamtes in Wiesbaden wird das Wiedererkennen von Verdächtigen durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zwar erschwert. "Allerdings lassen Aufnahmen von Überwachungskameras grundsätzlich auch andere Merkmale zur Identifizierung zu", teilte das LKA mit und nannte als Beispiele Größe, Statur, Kleidung oder Schuhe. "Grundsätzlich ist zu sagen, dass Videoüberwachungssysteme ein wirksames Mittel - auch zu Zeiten der Corona-Pandemie - zur Aufklärung von Straftaten sind."

+++ Arzt soll trotz Symptomen gearbeitet haben +++

Ein Corona-Ausbruch, bei dem inzwischen 275 Menschen unter Quarantäne stehen, könnte auf einen Arzt zurückgehen, der trotz Krankheitssymptomen weiter behandelt haben soll. Das geht aus einer Mitteilung des Landratsamtes Deggendorf vom Dienstag hervor. Nachdem ein vom Arzt veranlasster Test ihn als positiv ausgewiesen habe, habe er nach Kenntnis des Landratsamts aber nicht mehr praktiziert, hieß es. Ob möglicherweise ein Straftatbestand vorliege, müsse von der Staatsanwaltschaft geprüft werden. Zuvor hatte der "Bayerische Rundfunk" über den Fall berichtet.

"Das ist natürlich verantwortungslos, mir fehlen die Worte", wird Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter vom BR zitiert. Laut Landratsamt wurden fünf Kontaktpersonen des Mediziners positiv getestet, diese hätten mit rund 275 weiteren Personen Kontakt gehabt, die nun Quarantäne gestellt und großenteils bereits getestet worden seien. Die Ergebnisse würden im Lauf der Woche erwartet. Zu den positiv getesteten Kontaktpersonen gehörte demnach auch eine Schülerin der Realschule Schöllnach. Die Mitschüler ihrer Klasse sowie Personen, die mit ihr im Bus gefahren sein könnten, wurden ebenfalls unter Quarantäne gestellt. 

+++ Landshut: Zwei Grundschulklassen in Quarantäne +++

Zwei Klassen der Grundschule St. Wolfgang sind in Quarantäne. Das teilte die Stadt Landshut am Dienstagnachmittag mit. Betroffen sind die Klassen 3c und 4e. Der Unterricht wird für alle anderen Schüler fortgesetzt.

Wie das Landratsamt weiter mitteilt, sind daher ihre Klassenkameraden sowie die beiden Lehrerinnen als Kontaktpersonen anzusehen und müssen auf Anordnung des Staatlichen Gesundheitsamts für zunächst eine Woche in häusliche Quarantäne gehen. Lesen Sie hier mehr dazu!

+++ Piazolo: Keine Verlängerung der Maskenpflicht im Unterricht geplant +++

Eine Verlängerung der Maskenpflicht im Unterricht an Bayerns Schulen ist nach den Worten von Kultusminister Michael Piazolo derzeit nicht geplant. Der Freie-Wähler-Politiker betonte, die Maskenpflicht sei natürlich für alle in den Schulen eine "Zumutung". Ohne einen neuen Beschluss laufe die Maskenpflicht damit Ende der Woche aus. Dieser sei derzeit auch nicht geplant, sagte Piazolo am Dienstag im Presseclub in München.

Noch bis Ende der Woche gilt an den Schulen in Bayern eine Maskenpflicht im Unterricht und auf dem gesamten Schulgelände. Ausgenommen im Unterricht sind davon nur Grundschulen. Hier muss, wie auch an allen anderen Schulen, aber auf dem kompletten Schulgelände eine Maske getragen werden. Die Maskenpflicht auf dem Schulhof und im Gebäude ist zeitlich nicht befristet.

+++ AfD scheitert mit Eilantrag gegen Maskenpflicht im Landtag +++

Die Maskenpflicht im Bayerischen Landtag bleibt in Kraft: Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat einen Antrag der AfD-Fraktion auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen die Maskenpflicht abgewiesen.

Der bayerische Landtag im Abendlicht.
Der bayerische Landtag im Abendlicht. © Peter Kneffel/dpa/Archiv

Durch die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung würden Abgeordnetenrechte "jedenfalls nicht offenkundig verletzt", teilte das Gericht am Dienstag mit. "Eine Beeinträchtigung des Kernbereichs der Mandatsausübung ist nicht erkennbar." Auch im Hauptverfahren droht der AfD-Fraktion eine Pleite. Das Gericht erklärte, es sprächen "gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass der Antrag in der Hauptsache keinen Erfolg haben wird".

+++ Mehrere Corona-Fälle am Gisela-Gymnasium +++

Seit rund einer Woche sind die Schüler in Bayern wieder in den Schulen und bereits jetzt gibt es etliche bestätigte Corona-Fälle von Schülern und Lehrern.

Am Gisela-Gymnasium hat es mehrere Corona-Fälle gegeben. (Archivbild)
Am Gisela-Gymnasium hat es mehrere Corona-Fälle gegeben. (Archivbild) © imago/Shotshop

Auch in München: Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, ist vor allem das Gisela-Gymnasium in Schwabing betroffen – hier wurde der gesamte Abschlussjahrgang Q12 am vergangenen Montag nach Hause geschickt, weil es dort gleich fünf positive Fälle gab. Alle 143 Schülerinnen und Schüler müssen sich jetzt testen lassen. Bis Mittwoch können die Schüler in den beiden darunterliegenden Jahrgängen freiwillig Corona-Test in der Schule machen.

Auch einige anderen Schulen in München sind von Corona-Fällen betroffen, unter anderem das Luitpold-Gymnasium im Lehel.

+++ Hühnernachfrage für den eigenen Garten steigt +++

In Bayern steigt in Zeiten von Corona die Nachfrage nach Hühnern für den eigenen Garten. "Unsere Vereine und Züchter erhalten seit einiger Zeit eine Unmenge von Anfragen zum Verkauf von Rassehühnern", sagt die stellvertretende Vorsitzende des Verbands Bayerischer Rassegeflügelzüchter, Ute Hudler im schwäbischen Rain. Viele Züchter hätten in den vergangenen Wochen so viele Tiere verkauft wie noch nie, obwohl es seit März keine Märkte mehr gebe. "Dabei schaffen sich viele nur eine kleine Hühnerherde an für das eigene Frühstücksei", sagt Hudler.

+++ Superspreaderin von Garmisch: Staatsanwaltschaft ermittelt +++

Nach dem schweren Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen die Frau, die trotz Quarantäne unterwegs war und mutmaßlich zur "Superspreaderin" wurde. Dabei gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, teilte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer am Montag mit. "Was im Raum steht, ist eine mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften."

Seit Freitag hatten sich bis Montag etwa 1000 Menschen in Garmisch-Partenkirchen auf das Virus testen lassen, die Ergebnisse werden für Dienstag erwartet. Die Frau arbeitete im Hotel "Edelweiss Lodge" für US-Soldaten und deren Familien. Die Ferienunterkunft wurde am Montag für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden, wie das Hotel auf seiner Homepage mitteilte.

+++ Zahl der coronainfizierten Schüler in Bayern verdoppelt+++

Für die Befreiung der Maskenpflicht in Schulen bräuchte es dem Gericht zufolge eine genaue Diagnose. (Archivbild)
Für die Befreiung der Maskenpflicht in Schulen bräuchte es dem Gericht zufolge eine genaue Diagnose. (Archivbild) © Guido Kirchner/dpa/dpa

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Schüler hat sich in Bayern übers Wochenende mehr als verdoppelt. Das Kultusministerium in München sprach am Montag von 135 infizierten Kindern und Jugendlichen. Vor dem Wochenende waren es 66. Bei den Lehrern gebe es aktuell derzeit 43 Infektionen - ein Fall weniger. In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie 150.000 Lehrkräfte. Die Schule läuft nach dem Ende der großen Ferien seit dem 8. September wieder. Noch bis Ende der Woche gilt mit Ausnahme der Grundschulen auch in Klassenzimmern eine Maskenpflicht.

+++ Alkoholverbot in München: Die Bilanz der Polizei +++

An den Party-Hotspots der vergangenen Wochen blieb es nach ersten Angaben der Polizei diesmal ruhig.
Weder am Gärtnerplatz noch an der Reichenbachbrücke sei es in der Nacht von Freitag auf Samstag zu Verstößen gekommen.

Auch an der Isar hielten sich die Feiernden weitgehend an das Alkoholverbot. Lediglich am Wedekindplatz gab es in der Nacht auf Samstag eine Beschwerde. Zwei Gruppen mit 30 Leuten waren zu laut.

+++ Würzburg verschärft Kontaktbeschränkungen +++

Die Zahl der Corona-Fälle in Würzburg schnellt in die Höhe. Weil die 7-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 69,60 liege, habe man sich entschlossen, ab Montag (14.9.) die Kontaktbeschränkungen zu verschärfen, das berichtet der BR

Statt zehn sollen ab Montag maximal fünf nicht der Familie oder dem eigenen Hausstand zugehörige Personen gemeinsam im öffentlichen Raum unterwegs sein dürfen. Außerdem sei das Feiern an öffentlichen Orten ab Montag generell untersagt. 

+++ Herrmann fordert Konsequenzen für Superspreaderin in Garmisch +++

Nach einem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. "Sollte sich bestätigen, dass die Frau bewusst trotz eindeutiger Corona-Symptome die Quarantäne ignoriert hat, muss sie mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen", sagte Herrmann dem "Münchner Merkur" (Montag). "Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt."

+++ 141.000 Euro für Antikörper-Studie in Erlangen +++

141.000 Euro für eine Antikörper-Studie zum Coronavirus hat das Bayerische Wissenschaftsministerium dem Uniklinikum Erlangen zugesagt. Ziel ist es, eine wirksame passive Schutzimpfung zur klinischen Anwendung zu bringen. Zudem sollen die Antikörper bei der Behandlung bereits Infizierter helfen. "Langfristig werden diese Antikörper unter anderem dazu verwendet werden, um schwerwiegendere Symptome bei Covid-19-Patienten zu verhindern und die Anzahl der auf Intensivstationen behandelten Patienten zu reduzieren", sagte Projektleiter Hans-Martin Jäck vom Uniklinikum Erlangen.

+++ Mit Corona-Symptomen in Mehrbettzimmern im Krankenhaus +++

Obwohl zwei Patienten Corona-Symptome hatten, sind sie im Krankenhaus Vilshofen in Mehrbettzimmern untergebracht worden. Erst nachdem Tests eine Infektion nachwiesen, habe man beide Patienten isoliert, hieß es in einer Mitteilung des Krankenhauses am Sonntag. Infiziert habe sich bisher niemand.

Die Patienten wurden vergangene Woche trotz der verdächtigen Symptome nicht auf der Corona-Verdachtsstation untergebracht. Tests habe man ebenfalls nicht zeitnah durchgeführt. Wie es zu dem Vorfall kam, werde noch untersucht.

+++ Konsequenzen für Garmischer Superspreaderin weiter unklar +++

Gibt es ein Nachspiel für die Frau, die in Garmisch-Partenkirchen trotz Symptomen durch Kneipen gezogen war und mutmaßlich mehrere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt hat? Noch sei dies nicht geprüft worden, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamts am Sonntag. Mehr dazu finden Sie in diesem Artikel.

+++ Staatssekretär: Zweiter Lockdown "nicht sehr wahrscheinlich" +++

Der Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) befürchtet im Kampf gegen Corona keinen zweiten Lockdown. Er halte ihn - Stand jetzt - "für nicht sehr wahrscheinlich", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte Holetschek Ende August vom Verkehrs- ins Gesundheitsministerium versetzt, wo er die in die Kritik geratene Ministerin Melanie Huml (CSU) unterstützen soll.

+++ Grünen-Fraktionschefin Schulze kritisiert Demonstranten +++

Die Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen, Katharina Schulze, hat die Teilnehmer der Corona-Demonstration in München am Samstag scharf kritisiert: Die Demonstranten und Demonstrantinnen zeigten "unglaublich unsolidarisches Verhalten", schrieb sie auf Twitter, nachdem die Polizei den Demonstrationszug der Initiative "Querdenken 089" zunächst gestoppt hatte, weil viele Teilnehmer nach Polizeiangaben keine Masken trugen.

Wie der Demo-Tag in München verlaufen ist, können Sie hier in unserem Liveticker nachlesen.

+++ Mehrere Festnahmen bei Corona-Demo in München +++

Am Rande der Corona-Demonstration auf der Münchner Theresienwiese hat es am Samstag mehrere Festnahmen von Menschen aus dem linken Spektrum gegeben. Wie viele Menschen festgenommen wurden und was die Hintergründe waren, war zunächst unklar.

Wie der Demo-Tag in München verlaufen ist, können Sie hier in unserem Liveticker nachlesen.

+++ Drei Städte überschreiten Grenze für Corona-Neuinfektionen +++

Drei bayerische Städte haben den Grenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten. Betroffen seien die Stadtgebiete Rosenheim, Würzburg und Kaufbeuren, teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Samstag mit.

Die meisten Neuinfektionen gab es im oberbayerischen Rosenheim: Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz lag hier am Samstagmorgen mit 63,17 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über der von Bund und Ländern vereinbarten Schwelle. Im schwäbischen Kaufbeuren waren es 61,51 Neuinfektionen, im unterfränkischen Würzburg 60,99.

+++ Garmisch: US-Touristin entpuppt sich als Superspreaderin +++

Der heftige Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen soll auf eine US-amerikanische Touristin zurückgehen. Die junge Frau war demnach in mehreren Lokalitäten unterwegs, obwohl sie Symptome hatte, wie der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, am Samstag sagte. 

Die 26-jährige - sie gilt nun als sogenannte Superspreaderin - reiste nach Angaben des Landratsamtes "Anfang September oder Ende August" nach Deutschland ein und soll mehrere Tage im Nachtleben vom Garmisch-Partenkirchen unterwegs gewesen sein. Ob sie das Virus aus den USA mitbrachte und möglicherweise Quarantäne-Regeln missachtete, war noch unklar.

In einer Unterkunft auf dem Gelände von US-Streitkräften, in der sie übernachtet hatte, wurden nach Angaben Scharfs bislang 23 Menschen positiv getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen auf 33 an einem Tag. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

+++ Erfassung von Gästedaten in Lokalen: Viele Beschwerden +++

Die bayerischen Datenschutzbehörden haben weit mehr als 100 Beschwerden gegen die Erfassung der Gästedaten in der Gastronomie wegen der Corona-Krise erhalten. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht in Ansbach hat nach Angaben eines Sprechers rund 100 Beschwerden erhalten. Dem Datenschutz-Landesbeauftragten Thomas Petri in München liegen zudem nach eigenen Angaben weitere Beschwerden im mittleren zweistelligen Bereich vor.

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Im Freistaat ist der Datenschutz im Unterschied zu anderen Bundesländern auf zwei Behörden aufgeteilt. Während sich Petri um die Einhaltung der Gesetze beim Staat kümmert, ist das Ansbacher Landesamt für die Überwachung von Unternehmen zuständig. Beim größten Teil der Beschwerden geht es nach Angaben des Landesamtes darum, dass in manchen Restaurants Listen für mehrere Gäste verwendet wurden. Dadurch könne dann der Gast, der seine Daten einträgt, die Angaben der Personen sehen, die zuvor gekommen seien, erklärte Alexander Filip vom Landesamt. "Dies ist datenschutzrechtlich unzulässig."

Nach dem seit Mitte Mai gültigen bayerischen Hygienekonzept müssen die Wirte eine Liste mit den Namen der Kunden, deren Telefonnummern und dem Zeitraum des Aufenthaltes anlegen. "Die Gästeliste ist so zu führen und zu verwahren, dass Dritte sie nicht einsehen können", heißt es in der Bekanntmachung der Staatsregierung. Die Listen sollen zur Information der Kontaktpersonen dienen, wenn ein Gast positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet wurde. Die Datenschützer empfehlen, dass die Betriebe für jeden Tisch ein eigenes Blatt verwenden, um Probleme zu vermeiden. Falls die Gaststätten nicht zulässige Listen führen, fordern die Datenschützer die Betreiber schriftlich zur Änderung dieser Praxis auf. "Aufgrund der großen Anzahl an Lokalen ist es aber nicht ganz überraschend, dass die Handhabung in einigen der Lokale bislang in datenschutzrechtlicher Hinsicht offenbar noch nicht immer korrekt stattfindet", sagte Filip. 

+++ Viele Corona-Fälle: Garmisch-Partenkirchen erhöht Sicherheitsmaßnahmen +++

Weil die Zahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine kritische Marke überstiegen hat, sind die Sicherheitsmaßnahmen für das Gemeindegebiet des Marktes für sieben Tage erhöht worden. Wie das Landratsamt am Freitag weiter mitteilte, werden Menschen, die am Dienstagabend bestimmte Bars besucht haben, aufgerufen, sich zu melden und testen zu lassen.

Seit diesem Freitag müssen alle Gaststätten täglich um 22 Uhr schließen, wie es weiter hieß. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus überstieg am Freitag die kritische Marke von 50 Personen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

+++ Drei Corona-Tester am Münchner Flughafen selbst positiv getestet +++

Sieben der an den drei bayerischen Flughäfen eingesetzten Corona-Tester haben sich bisher selbst mit dem Virus infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Freitag auf dpa-Anfrage mit.

Je drei Mitglieder des Testpersonals der Firma Ecolog aus München und Nürnberg seien positiv auf das Virus getestet worden, genauso wie ein Mitarbeiter, der am Memminger Flughafen eingesetzt worden war. Alle sieben seien aus dem Dienst genommen worden. Weil die Ecolog-Mitarbeiter während ihrer Arbeit ausreichend Schutzkleidung getragen hätten, habe auch keine Gefahr für die Getesteten bestanden, teilte das LGL weiter mit.

Die Mitarbeiter werden routinemäßig alle 72 Stunden auf das Coronavirus getestet. Ecolog habe die Frequenz inzwischen von sich aus auf 24 Stunden erhöht.

+++ Trotz möglicher 7-Tage-Inzidenz 50: Reiter will Schulen und Kitas offen lassen +++

München Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). In der Stadt steht die 7-Tages-Inzidenz weiterhin auf über 50.
München Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). In der Stadt steht die 7-Tages-Inzidenz weiterhin auf über 50. © dpa

Der Wert der 7-Tage-Inzidenz nähert sich in München an den kritischen Wert 50 an. Wie Dieter Reiter am Freitag beteuerte, soll ein mögliches Überschreiten der Marke nicht die sofortige Schließung von Schulen und Kindertagesstätten nach sich ziehen. Alle Einrichtungen, die nicht wegen konkreter Verdachts- oder Krankheitsfälle geschlossen sind, sollen am Montag, den 14. September, in jedem Fall geöffnet bleiben.

"Allen Verantwortlichen ist bewusst, dass die Familien mit home-schooling und Notbetrieb in den Kitas bereits vor große Belastungen gestellt wurden. Jede neue Einschränkung würde eine weitere Herausforderung darstellen", schreibt der OB auf Facebook. 

Am kommenden Montag wolle Reiter dann mit "den zuständigen Stellen der Landeshauptstadt München" über eventuelle weitere Maßnahmen, auch abseits von Schule und Kinderbetreuung, beraten. 

+++ 44 Lehrer und 66 Schüler in Bayern positiv getestet +++

Wenige Tage nach dem Schulstart in Bayern sind schon 44 Lehrer und 66 Schüler im Freistaat positiv auf das Coronavirus getestet worden. 227 Lehrer und 1.066 Schüler wurden in Quarantäne geschickt. Das teilte das Kultusministerium am Freitag in München mit, wies aber darauf hin, dass es sich um eine Momentaufnahme mit Stand Donnerstagabend handle, die nicht unbedingt tagesaktuell sei. Erst am Dienstag hatte die Schule in Bayern wieder begonnen. Weitere 7 Beschäftigte in Schulen, die nicht zu den Lehrkräften gehören, wurden positiv getestet, 33 in Quarantäne geschickt.

In Furth im Wald wurde eine komplette Mittelschule geschlossen, nachdem dort eine Lehrkraft positiv getestet worden war. Über Schließungen einzelner Klassen an bayerischen Schulen machte das Ministerium zunächst keine Angaben. Auch an zahlreichen Kindertagesstätten im Freistaat wurden Corona-Fälle registriert. Nach Angaben des Sozialministeriums mussten seit dem 1. September wegen Infektionen oder Verdachtsfällen schon rund 40 Kitas in Bayern zeitweise ganz oder teilweise schließen.

+++ Teststation an der Theresienwiese teilweise geschlossen +++

Wegen der "Querdenker-Demo" auf der Theresienwiese ist die dortige Teststation am Samstag ab 13 Uhr geschlossen. Ab kommendem Montag (8 Uhr) läuft der Betrieb dann wieder normal.

+++ Söder mit Bayerns umstrittener Teststrategie sehr zufrieden +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält die umstrittene bayerische Corona-Teststrategie für einen großen Erfolg. "Das hat ja voll funktioniert", sagte er dem Nachrichtenportal "The Pioneer" über die Massentests für Reiserückkehrer an Flughäfen, Autobahnen und Bahnhöfen. 6.000 positive Fälle seien identifiziert worden.

"Die wären ohne die Maßnahmen unerkannt gewesen und hätten zu einer großen Verbreitung geführt." Es sei zwar immer mal wieder zu Verzögerungen bei der Mitteilung der Testergebnisse gekommen. "Aber insgesamt habe ich den Eindruck, dass gerade die bayerische Bevölkerung da schon sehr dankbar war, dass es diese Möglichkeiten gibt."

+++ Corona verursacht historischen Steuereinbruch +++

Albert Füracker (CSU), Finanz- und Heimatminister von Bayern.
Albert Füracker (CSU), Finanz- und Heimatminister von Bayern. © Sven Hoppe /dpa

Der Freistaat Bayern steuert in diesem und im kommenden Jahr wegen der Corona-Krise auf einen nie da gewesenen Einbruch bei den Steuereinnahmen zu. Alleine für 2020 geht die Steuerschätzung von einem Rückgang von rund 4,2 Milliarden Euro im Vergleich zur Schätzung im vergangenen Herbst aus.

"Die Lage bleibt eine große Herausforderung. Auch die neuesten Schätzungen zeigen, dass wir in diesem und nächstem Jahr mit einem massiven Rückgang der Steuereinnahmen rechnen müssen", sagte Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Donnerstagabend der Deutschen Presse-Agentur in München. "Es zeichnet sich ab, dass die nächsten Jahre noch schwieriger werden als zuletzt erwartet."

Bereits die Vorausberechnung im Mai hatte Bayern Steuerverluste bis 2022 von mehr als zehn Milliarden Euro vorausgesagt. Nun zeichnet sich noch deutlicher ab, dass die finanziellen Folgen der Pandemie noch weitaus schlimmer werden dürften.

+++ Trauriger Rekord: Mehr als 500 Neuinfektionen in Bayern +++

Mit 534 neuen Fällen verzeichnet Bayern die höchste Zahl an Neuinfektionen. Dreistellige Zuwachsraten haben auch NRW (323) und Baden-Württemberg (222). Am Donnerstag lag die Zahl der Neuinfektionen im gesamten Bundesgebiet bei 1.708, das sind 261 mehr als am Vortag. 9.315 Menschen sind bislang an oder mit dem Coronavirus gestorben. Der R-Wert ist heute von 0,88 auf 0,9 gestiegen, das berichtet das RKI.

+++ Bayern: Quarantäne für Lehrer und Schüler nach Schulstart +++

Nur einen Tag nach Schulstart mussten in Bayern mehrere Lehrer und Schüler in Quarantäne, weil Einzelpersonen positiv auf den Coronavirus getestet wurden.
Nur einen Tag nach Schulstart mussten in Bayern mehrere Lehrer und Schüler in Quarantäne, weil Einzelpersonen positiv auf den Coronavirus getestet wurden. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Nur einen Tag nachdem der Unterricht wieder begonnen hat, mussten sich mehrere Lehrer und Schüler in Bayern bereits in Quarantäne begeben, da einzelne Personen positiv auf den Coronavirus getestet worden waren. Betroffen sind unter anderem auch drei Schulen aus dem Münchner Umland. Wie "BR24" berichtet, befinden sich derzeit an der Karlheinz Böhm Grund- und Mittelschule Baldham 22 Lehrkräfte und eine Schulklasse in Quarantäne, an der Realschule Vaterstetten sind es vier Lehrkräfte und eine Klasse , sowie 103 Schüler des Gymnasiums Olching.

+++ 48 antisemitische Vorfälle bei Corona-Demos +++

Bei Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen ist es in Bayern zu etlichen antisemitischen Vorfällen gekommen. Allein von Ende April bis Ende Juli hat es bei 48 solcher Kundgebungen und Demonstrationen antisemitische Äußerungen gegeben, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) hervorgeht. Demnach hefteten sich Teilnehmer gelbe Sterne mit Aufschriften wie "nicht geimpft" an oder behaupteten, ein Immunitätsausweis wäre der "Judenstern 2.0".

Unabhängig von den Versammlungen hatten in demselben Zeitraum elf antisemitische Vorfälle in Bayern einen Bezug zur Corona-Krise, wie in dem Bericht weiter ausgeführt wird. Ein jüdischer Spaziergänger sei beispielsweise beschimpft worden, "die Juden" seien für das Coronavirus verantwortlich. Außerdem seien Aufkleber verbreitet worden, auf dem der Virologe Christian Drosten mit dem nationalsozialistischen Arzt und Kriegsverbrecher Josef Mengele gleichgesetzt wurde.

+++ Lockerungen in Bayern: Das ist jetzt erlaubt +++

Nach monatelanger Corona-Zwangspause dürfen ab übernächstem Wochenende (19. September) Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen – unter Auflagen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München mit.

Dabei sollen für Schankwirtschaften die gleichen Regeln gelten wie für Speisewirtschaften, zudem muss in geschlossenen Räumen die Bedienung am Tisch erfolgen. Doch es gibt auch einen Wermutstropfen: "Discos und Clubs bleiben leider zu", sagte Söder. "Das könnten Infektionsbomben werden."

Für die Gastronomie ist dies eine wichtige Nachricht. Viele Lokale hatte die coronabedingte Schließung an den Rande des Ruins gebracht. Allerdings können Gesundheitsämter laut Söder den Ausschank von Alkohol ab 23 Uhr verbieten, wenn die Infektionszahlen in einer Region besonders hoch sind. Hier lesen Sie, welche Lockerungen es jetzt in Bayern gibt.

+++ Rosenheim: Trotz Allgemeinbeschränkung mehr Corona-Fälle +++

Rund zwei Wochen nach Inkrafttreten zusätzlicher Beschränkungen aufgrund der Corona-Krise hat Rosenheim weiter mit steigenden Fallzahlen zu kämpfen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Dienstag liegt die oberbayerische Stadt bei 64,8 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, am Vortag lag der Wert bei etwa 52,1.

Den bundesweit gültigen Grenzwert von 50 bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz hatte Rosenheim bereits im August überschritten und daraufhin Einschränkungen für das öffentliche Leben erlassen. So dürfen sich nur Gruppen mit bis zu fünf statt zehn Personen in der Öffentlichkeit oder in Gaststätten treffen. Zudem sind private Feiern eingeschränkt worden. Die Beschränkungen seien nun bis 18. September verlängert worden, hieß es. Spitzenreiter bei den Neuinfektionen im Freistaat bleibt das schwäbische Memmingen, wo es nach den LGL-Zahlen hochrechnet auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tage 70,7 neue Fälle gab (Vortag: 68,4).

+++ Maskenpflicht im Landtag bis Jahresende verlängert +++

Die Maskenpflicht im Landtag gilt mindestens bis zum Jahresende. Das Landtagspräsidium verlängerte die entsprechende Anordnung, die auch für Abgeordnete gilt, am Dienstag bis Ende Dezember. "Mit einer einfachen OP-Maske ist das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, deutlich geringer. Das zeigen auch aktuelle Studien", sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU). "Wir wollen daher alles uns Mögliche tun, damit der Landtag weiter seiner wichtigen Aufgabe nachgehen kann - und Quarantäne unter allen Umständen vermeiden."

Der Beschluss des Präsidiums war nötig, weil die ursprüngliche Maskenpflicht-Regelung nur bis Ende September galt. Vom 8. Oktober an sollen nun auch wieder alle Abgeordneten an Plenarsitzungen teilnehmen können. Im Plenarsaal werden bis dahin als zusätzlicher Schutz durchsichtige Trennscheiben angebracht.

+++ Söder warnt vor Corona-Risiko in den nächsten Wochen +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor einem erhöhten Corona-Infektionsgeschehen in den nächsten Wochen gewarnt. "Winter is coming", sagte Söder am Dienstag mit Blick auf die bevorstehende kältere Jahreszeit. "Wir stehen vor einer Bewährungsprobe", sagte der Regierungschef nach einer Sitzung seines Kabinetts in München.

Söder erklärte, das erhöhte Ansteckungsrisiko durch Ferienaufenthalte und Heimaturlaube sei ein Rückschlag im Kampf gegen Corona gewesen. "Wir hatten die Sorge vor dem Urlaub – die war berechtigt", sagte Söder. Ein höherer Anteil der positiv Getesteten seien Rückkehrer aus Heimaturlauben in Ländern wie etwa Kroatien oder Albanien gewesen.

+++ Maskenpflicht bei größeren Veranstaltungen im Freien +++

Bei größeren Versammlungen unter freiem Himmel gilt in Bayern ab diesem Mittwoch (9. September) regelmäßig eine Maskenpflicht. Die Pflicht greift "jedenfalls ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen" – das hat das Kabinett am Dienstag in München beschlossen.

+++ Bayern erlaubt Ligaspiele im Amateur-Fußball+++

Nach der Corona-Zwangspause dürfen in Bayern ab 19. September wieder Ligaspiele im Amateur-Fußball und andere Breitensportwettkämpfe ausgetragen werden. Das beschloss das Kabinett am Dienstag in München und erlaubte den Vereinen dabei zudem, ähnlich wie bei Kulturveranstaltungen eine begrenzte Anzahl von Fans zuzulassen. Ausgenommen davon bleiben aber vorläufig Profiligen, der DFB-Pokal und die Champions League.

+++ Bayern schließt Testzentren an Autobahnen und Bahnhöfen +++

Nach dem Ende der Hauptreisezeit im Sommer stellt Bayern die Corona-Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg bis zum 30. September ein. Die freiwerdenden Testkapazitäten sollen nach einem Kabinettsbeschluss vom Dienstag stattdessen "bedarfsorientiert" etwa für die Testzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stehen. Lediglich die Teststationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben.

+++ Ärger über Zuschüsse für Corona-Schulbusse +++

Zur Finanzierung zusätzlicher Schulbusse wegen der Corona-Krise zahlt der Freistaat Bayern pro gefahrenen Kilometer maximal vier Euro. Das geht aus der Förderrichtlinie hervor, die von diesem Dienstag an bis zum Jahresende den Schulträgern helfen soll, die Fahrten in die Schulen zu entzerren. Aus Sicht der SPD im Landtag bricht die Staatsregierung damit ihr Versprechen, die vollständigen Kosten für Zusatzbusse tragen zu wollen.

"Vier Euro pro Kilometer reichen in vielen Regionen bei weitem nicht aus, das haben mir die Busunternehmen und die Kommunen gespiegelt. Obwohl die Regierung behauptet, die Kosten zu übernehmen, bleiben sie nun doch an den Kommunen hängen. Das ist unanständig", sagte der kommunalpolitische Sprecher der Fraktion, Klaus Adelt, am Montag in München. Nach seiner Aussage fehlten zudem Busse und Busfahrer, um tatsächlich überall mehr Busse einsetzen zu können. "Was nützen Hygienekonzepte an Schulen, wenn dann alle Kinder zusammengepfercht im Bus sitzen?", sagte er.

Das zuständige Verkehrsministerium bestätigt auf Anfrage, dass die vier Euro pro Kilometer bei kurzen Verstärkerfahrten tatsächlich öfters die Kosten nicht decken würden. Daher sei am Montag nach Rückmeldungen der Kommunen bereits eine "alternative Obergrenze" mit 300 Euro je Einsatztag festgelegt worden. "Damit können alle regulären Förderanträge zu 100 Prozent gefördert werden. Gleichzeitig werden aber deutlich überhöhte Angebote wirksam begrenzt und eine übermäßige Beanspruchung von Steuermitteln durch überzogene Forderungen vermieden", sagte ein Ministeriumssprecher.

+++ Neue Allgemeinverfügung ab Mittwoch +++

Am Mittwoch will die Stadt die aktualisierte Allgemeinverfügung veröffentlichen, die den Konsum sowie den Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen an bestimmten Plätzen begrenzt. Dann ist auch klar, welche Orte genau von dem Verbot betroffen sind. 

Die ursprüngliche Allgemeinverfügung war am ersten September vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gekippt worden. 

+++ Drei Städte in Bayern über Corona-Grenzwert von 50 Neuinfektionen +++

Drei bayerische Städte haben am Montag den Grenzwert für 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen teils deutlich überschritten. Spitzenreiter bei den Neuinfektionen ist das schwäbische Memmingen mit einer sogenannten 7-Tage-Inzidenz von 68,44. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit berichtete, liegt das niederbayerische Landshut bei 55,25 Fällen und Rosenheim in Oberbayern bei 52,11 Fällen hochgerechnet auf 100.000 Einwohner.

Die von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens liegt bei der 50er-Marke. In Rosenheim und Landshut gab es bereits vor dem Überschreiten dieser Grenze spezielle Vorschriften. So dürfen sich nur Gruppen bis fünf statt zehn Personen in der Öffentlichkeit oder in Gaststätten treffen.

+++ Gericht lehnt Eilantrag gegen Maskenpflicht an Schulen ab +++

Die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen in Bayern bleibt bestehen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München lehnte am Montag einen Eilantrag ab, mit dem ein Gymnasiast die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung während des Unterrichts kippen wollte. Diese Maßnahme diene dem legitimen Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus unter den Schülern und Lehrern zumindest zu reduzieren und hierdurch die Virusausbreitung in der Bevölkerung insgesamt einzudämmen, heißt es in der Entscheidung. Rechtsmittel können gegen den Beschluss nicht eingelegt werden. Eine Mutter hatte den Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz im Namen ihres zehn Jahre alten Sohnes gestellt.

+++ Elternverband steht hinter Hygienekonzept für Schulen +++

Der Bayerische Elternverband hält das Hygienekonzept für Schulen in der Corona-Krise für angemessen. "Insbesondere, weil es sehr flexibel ist und den Schulen Entscheidungsspielräume gibt", sagte der Vorsitzende Martin Löwe dem "Münchner Merkur" (Montagsausgabe). "Wir denken, das ist der richtige Weg. Vor Ort individuell in einzelnen Schulen reagieren zu können."

Am Dienstag beginnt in Bayern wieder die Schule - unter ganz besonderen Voraussetzungen. (Symbolbild)
Am Dienstag beginnt in Bayern wieder die Schule - unter ganz besonderen Voraussetzungen. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Am Dienstag beginnt in Bayern wieder der Unterricht in den Schulen - allerdings nur unter Auflagen. So müssen beispielsweise alle Räume regelmäßig gelüftet werden; auf dem Schulgelände gilt Maskenpflicht. Sollten die Infektionszahlen in der jeweiligen Region steigen, kann jederzeit wieder auf Heimunterricht umgestellt werden.

Zum Präsenzunterricht gibt es aus Sicht des Elternverbands aber kaum sinnvolle Alternativen. "Wir konnten nicht beobachten, dass die letzten Monate genutzt wurden, um die Schulen und Lehrer fit für den Fernunterricht zu machen", kritisierte Löwe.

+++ Neuer Ärger an Corona-Testzentren auf Autobahnen in Bayern +++

Nach der Corona-Testpanne an Flughäfen rücken in Bayern zum Ende der Sommerferien neue Probleme an den Teststationen an den Autobahnen in den Fokus. Betroffene berichteten von langen Verzögerungen bei der Übermittlung der Ergebnisse. Das Gesundheitsministerium räumte am Samstag ein, dass es in "Einzelfällen" Verspätungen gebe. Allgemein würden aber nach Angaben des Betreibers Eurofins mehr als 90 Prozent der Ergebnisse innerhalb von 48 Stunden übermittelt. Die Regierung des Freistaats hält trotz allem an dem Kurs der kostenlosen Test für Jedermann fest.

Auf der Theresienwiese kann man sich nun auch sonntags kostenlos testen lassen.
Auf der Theresienwiese kann man sich nun auch sonntags kostenlos testen lassen. © Sven Hoppe/dpa

Ministerpräsident Markus Söder lehnte es strikt ab, vom vorsichtigen Anti-Corona-Kurs abzurücken. Die Zahlen auch in Bayern schienen sich wieder zu stabilisieren, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Aber um uns herum gibt es wieder exponentielle Entwicklungen. In Spanien, Frankreich, Tschechien oder Italien sind es die höchsten Zahlen seit Mai", warnte der CSU-Chef, ohne konkret auf die Pannen Bezug zu nehmen. Und das Robert Koch-Institut weise fast täglich neue Risikogebiete aus. "Deswegen muss unser Maßstab bleiben: Safety first – und Geduld."

+++ Söder: Corona-Politik muss Schule, Kitas und Wirtschaftsleben sichern +++

Beim weiteren Kampf gegen das Coronavirus im Herbst und Winter will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vorrangig den regulären Kita- und Schulbetrieb und das Wirtschaftsleben sichern. "Das sind die obersten prioritären Ziele: Stärkung der Wirtschaft – und Aufrechterhaltung von Schule und Kita-Betrieb für die Familien", sagte der CSU-Vorsitzende der Deutschen Presse-Agentur in München. "Das sind vitale Interessen, die eine ganze Gesellschaft betreffen."

Schüler und Schülerinnen einer vierten Klasse sitzen mit Abstand zueinander in einem Klassenraum der Klenzeschule.
Schüler und Schülerinnen einer vierten Klasse sitzen mit Abstand zueinander in einem Klassenraum der Klenzeschule. © Peter Kneffel/dpa

Söder machte deutlich, dass dahinter im Zweifel weitere Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen etwa in den Bereichen Sport und Kultur zurückzustehen haben. "Es ist die Aufgabe, das richtige Timing und Tuning zu finden, um die Zahlen stabil zu halten." Söder lehnte es deshalb strikt ab, nun vom vorsichtigen Anti-Corona-Kurs abzurücken. "Wir sollten jetzt nicht unter dem Druck von einigen lautstarken Demonstranten aus der rechten Szene und Verschwörungstheoretikern die gesamte Strategie revidieren, um die uns die ganze Welt beneidet." Im internationalen Kontext gelte Deutschland als Vorbild. Deswegen sei er der festen Überzeugung, dass der Kurs insgesamt richtig sei.

Söder mahnte, auf das Beste zu hoffen, aber auf das Schlechteste vorbereitet zu sein. "Herbst und Winter werden auf jeden Fall noch eine Bewährungsprobe", sagte er. Die Infektionszahlen müssten "wieder runter". "Wir wollen einen zweiten Lockdown verhindern." Deswegen sei es wichtig, schnell zu handeln – und regional. "Entscheidend sind die Infektionszahlen vor Ort. Wenn diese Zahlen bestimmte Schwellenwerte überschreiten, werden wir konsequent darauf reagieren", betonte er.

+++ Erneut verzögerte Testauswertungen in Bayern +++

In den Corona-Testzentren auf Autobahnen in Bayern gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums erneut einzelne Verzögerungen bei der Übermittlung von Ergebnissen. Diesen gehe das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit nach, so ein Sprecher des Ministeriums am Samstag in München. 

Ein Security-Mitarbeiter regelt an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 93 (A93) an der Rastanlage Inntal-Ost den Verkehr vor der Teststation.
Ein Security-Mitarbeiter regelt an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 93 (A93) an der Rastanlage Inntal-Ost den Verkehr vor der Teststation. © Sven Hoppe/dpa

Bei diesen "Einzelfällen" seien unter anderem weitere Laboranalysen notwendig, da die ersten Befunde kein eindeutiges Ergebnis gebracht hätten. Als mögliche Gründe nannte er Nasenspray, Alkohol oder Lutschpastillen, die das Testergebnis möglicherweise verfälschen könnten, oder aber fehlerhafte E-Mail-Adressen und Telefonnummern. Dem Sprecher zufolge gehe aus Daten des Betreibers Eurofins hervor, dass die Befundübermittlung generell aber in über 90 Prozent aller Fälle innerhalb des gewünschten Zeitrahmens erfolge.

+++ Spahn entspannt wegen Corona-Testpanne in Bayern +++

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich entspannt zur erneuten bayerischen Testpanne geäußert: Sein Eindruck sei, dass die bayerische Staatsregierung wie in den vergangenen Wochen mit Hochdruck daran arbeite, "das jetzt abzustellen" und sich "mindestens so sehr ärgert wie die Betroffenen", so Spahn am Samstag in Berlin.

Am Freitag war bekannt geworden, dass etwa 10.000 Menschen länger als die versprochenen zwei Tage auf ihr Ergebnis warten mussten.

+++ Russische Firma investiert in bayerischen Standort Illertissen +++

Der russische Pharmakonzern R-Pharm investiert in Bayern Millionen in die Forschung nach einem Corona-Impfstoff. Mehr als 20 Millionen Euro sollen nach Angaben der Südwest Presse in ein Werk in Illertissen fließen. Anfang 2021 soll dort die Fertigung eines sogenannten Oxford-Impfstoffes gegen das Coronavirus starten, mit dem 35 Länder beliefert werden sollen - darunter Russland, Kasachstan und Armenien, aber keine EU-Staaten.

+++ Bayerisches Gesundheitsministerium hält an Strategie der vielen Tests fest +++

Trotz der neuen Panne bei Testzentren hält das bayerische Gesundheitsministerium an seiner Teststrategie fest. "Es geht nicht um irgendwelche sinnlosen Massentestungen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Samstag. Menschen mit Symptomen sollten mit Priorität getestet werden. Aber auch der mit einem "leichten Kratzen im Hals", der seine Großmutter besuchen und sie nicht anstecken wolle, solle die Chance haben, sich kostenlos testen zu lassen. "Das ist ein Angebot an die Bevölkerung."

+++ Über 500 Verfahren wegen Soforthilfe-Betrug in Bayern +++

Derzeit laufen in  Bayern knapp 540 Ermittlungs- und Vorermittlungsverfahren zu potentiellem Betrug (meist Subventionsbetrug) bei Anträgen auf Corona-Soforthilfen, wie das bayerische Justizministerium nach Agenturangaben mitteilte (Stand: Ende Juli). Neben der Pflicht zur Rückzahlung drohten Tätern "hohe Geldstrafen und Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren", so Justizminister Georg Eisenreich (CSU).

Die ausgezahlte Schadenssumme lag Ende Mai bei ungefähr 1,7 Millionen Euro. Zudem bestehe bei noch nicht ausbezahlten Anträgen im Gesamtwert von 2,2 Millionen Euro der Verdacht auf falsche Angaben.  Hinzu kommen weitere 608 Ermittlungs- und Vorermittlungsverfahren  wegen sonstiger Betrügereien in Zusammenhang mit Corona, etwa Erpresserschreiben oder Verkauf von unwirksamen Corona-Medikamenten (Stand: Ende Mai).

+++ Freie Wähler fordern mehr regionale Freiheiten bei Corona-Regeln +++

Zum Auftakt seiner Klausur hat der Landesvorstand der Freien Wähler mehr regionale Freiheiten bei Corona-Maßnahmen gefordert. Das gelte für Punktspiele im Breitensport, Christkindlmärkte und Veranstaltungen wie Kongresse und Tagungen, sagte der Landesvorsitzende und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Freitag in Wildpoldsried. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

+++ Weiden i. d. Oberpfalz - überschreitet Corona-Frühwarnwert +++

Die Stadt Weiden in der Oberpfalz hat den Frühwarnwert für Corona-Neuinfektionen überschritten. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 .000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg am Freitag auf 37,63, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilte. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

+++ Testpanne: Technikprobleme bei Corona-Tests behoben +++

Die Technikprobleme, die für die erneute Verzögerung bei der Übermittlung Tausender Corona-Testergebnisse in Bayern verantwortlich sein soll, sind nach Angaben der Behörden behoben. Nach Auskunft des Dienstleisters Ecolog sei der Fehler gefunden worden, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitag in München mit. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

+++ Rund 10.000 Menschen von neuer Testpanne in Bayern betroffen +++

Von der jüngsten Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern sind rund 10.000 Menschen betroffen. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag in München.

+++ Corona-Testergebnisse von Bayerns Flughäfen verzögern sich +++

Erst Mitte August war bekannt geworden, dass Zehntausende Menschen tagelang auf das Ergebnis ihrer Corona-Tests warten mussten. Betroffen waren vor allem Teststationen an Autobahnen. Nun trifft es Reiserückkehrer erneut - an einer anderen Stelle: Den bayerischen Flughäfen. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

+++ Freie Wähler: Gremium für Akzeptanz der Corona-Maßnahmen +++

Um die Akzeptanz der staatlich verordneten Corona-Maßnahmen in der Bevölkerung zu stärken, fordern die Freien Wähler im bayerischen Landtag eine sogenannte Corona-Kommission. "Wenn etwa Bayerns größte Friseurkette wegen 7,5 Zentimetern fehlenden Abstands zwischen Schneideplätzen in Turbulenzen gerät oder Fußball noch immer erst ab der Bundesliga möglich ist, schwindet unweigerlich das gesellschaftliche Verständnis für politische Maßnahmen", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Fabian Mehring, laut einer Mitteilung am Donnerstag. Ein Expertengremium solle "pragmatische Lösungen finden, wo abstrakte Verordnungen gesellschaftliche Akzeptanz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gefährden".

+++ Stadt Landshut überschreitet Corona-Frühwarnwert +++

Die Stadt Landshut hat den Frühwarnwert für Corona-Neuinfektionen überschritten und damit zugleich die meisten neuen Fälle in Bayern. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der kreisfreien Stadt am Donnerstag bei 41,43. Das bedeutet, dass sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner mehr als 41 Menschen neu mit dem Coronavirus angesteckt haben. In Bayern hat die Regierung den Wert 35 als Grenze ausgegeben. Wird diese überschritten, soll je nach Ausbruchsgeschehen ein Plan entwickelt werden, wie die Ansteckungen minimiert werden können. Zu den in Landshut geplanten Schritten machte die Stadt zunächst keine Angaben.

Neben Landshut in Niederbayern überschritten auch die Städte Memmingen und Ingolstadt am Donnerstag noch knapp den Grenzwert. In Bayern haben sich bislang 58.241 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Das sind laut Landesamt 325 Infektionen mehr als am Vortag. 51.520 Menschen gelten bereits als genesen. In Folge einer Infektion sind in Bayern bislang 2.639 Menschen gestorben.

+++ Verdienstausfall für Kinderbetreuung in Corona-Zeiten: 23.693 Anträge +++

Im Freistaat haben wegen der Corona-Pandemie 23.693 Personen einen Antrag auf Entschädigung für Verdienstausfall wegen der Betreuung ihrer Kinder gestellt. Das geht aus einer Antwort des Gesundheitsministerium auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor. Das Infektionsschutzgesetz ermöglicht einen Entschädigungsanspruch, wenn etwa eine Kita oder eine Schule auf staatliche Anordnung hin geschlossen wurde und der Antragsteller wegen der dann notwendigen Kinderbetreuung einen Verdienstausfall hat. 

Für den Grünen-Landtagsabgeordneten Toni Schuberl ist das "eine hohe, aber durchaus überschaubare Anzahl". Er sehe jedoch eine gewisse Gefahr, dass im Grunde jede Person, die einen Verdienstausfall aufgrund von Corona-Maßnahmen hatte, einen Anspruch auf Entschädigung bekommen könnte. "Nach dem gesetzlichen Wortlaut haben nur Ausscheider, Ansteckungsverdächtige, Krankheitsverdächtige und sonstige Träger von Krankheitserregern einen Anspruch auf Entschädigung. Keinen Anspruch haben sowohl gesunde, als auch erkrankte Personen", betonte Schuberl. Der Ausschluss von Gesunden aus der Entschädigung sei seiner Ansicht nach jedoch fragwürdig: "Wenn Maßnahmen gegen Personen, die ansteckend sind, entschädigt werden, müssen erst recht Maßnahmen gegen Personen entschädigt werden, die nicht ansteckend sind." Sollte ein Gericht diesem juristischen Grundsatz folgen, würde eine Unmenge von Menschen berechtigt, einen Schadenersatz geltend zu machen.

+++ Söder: Fußballspiele vor Zuschauern sind "schlechtes Signal" +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die Zulassung von größeren Zuschauermengen in Fußballstadien kritisiert. "Jetzt wieder Fußballspiele mit Fans zu erlauben, während gleichzeitig die Infektionszahlen steigen, wäre ein schlechtes Signal", sagte der CSU-Chef der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag).

Zuvor hatte Bundesligist RB Leipzig von den örtlichen Behörden die Erlaubnis erhalten, das erste Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 vor bis zu 8.500 Zuschauern zu bestreiten. Auch andere Clubs wollen im DFB-Pokal und in der Liga zumindest vor einigen hundert Fans spielen.

Für Söder birgt dies das Risiko von Wettbewerbsverzerrungen. "Ein Verein mit Fans, die anderen ohne – das kann weder im Sinn der Liga noch des Sports sein", sagte der 53-Jährige. Er forderte daher "für die Bundesliga einheitliche Regeln" für die Rückkehr von Fans in die Arenen. Die vergangene Saison war wegen der Coronavirus-Pandemie mit Geisterspielen beendet worden.

+++ Präsident der Landesärztekammer kritisiert Corona-Teststrategie +++

Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer, hat die Corona-Teststrategie im Freistaat kritisiert. Die Testungen seien Momentaufnahmen und sagten nichts über eine schon morgen mögliche Ansteckung eines Menschen aus, heißt es in einem Beitrags Quitterers in der neuen Ausgabe des Bayerischen Ärzteblatts. Statt der ungezielten, kostenlosen Testung Gesunder sollten seiner Ansicht nach vielmehr Tests für Lehrer und Erzieherinnen, Pfleger und Ärzte Priorität haben.

Zudem sprach er sich für ein Konzept der Politik für eine "gestaffelte Verimpfung" eines möglichen Corona-Impfstoffes aus, "denn vermutlich werden wir nicht auf einen Schlag ausreichend Impfdosen für alle Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung haben".

+++ Mehrere bayerische Landkreise überschreiten Frühwarnwert +++

Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen hat am Mittwoch den Corona-Frühwarnwert überschritten. Nach Angaben des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf 36,02. Ebenfalls über dem Frühwarnwert von 35 lagen die Zahlen am Mittwoch demnach in Ingolstadt, Rosenheim und Memmingen.

"Es handelt sich bei den Neuinfektionen zum größten Teil um Reiserückkehrer", sagte eine Sprecherin des Landratsamts in Weißenburg. Die Betroffenen und ihre Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Quarantäne. "Wir haben uns deshalb entschieden, erst einmal keine weiteren Maßnahmen einzuleiten", sagte die Sprecherin. Die Polizei werde aber stichprobenartig bei den Quarantäne-Kontrollen helfen.

+++ Sozialverband fordert kostenlose Masken für Schüler +++

Der Sozialverband VdK Bayern fordert von der Staatsregierung kostenlose Masken für Schülerinnen und Schüler.

Die Maskenpflicht im Unterricht soll nicht weiter verlängert werden. (Symbolbild)
Die Maskenpflicht im Unterricht soll nicht weiter verlängert werden. (Symbolbild) © Robert Michael/dpa

Während der ersten neun Tage des neuen Schuljahres müssen mit Ausnahme der Grundschüler alle Kinder und Jugendliche auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen. "Da kommen einige Stunden und damit zwei bis drei Einmalmasken pro Tag zusammen, wenn man die Hygieneregeln ernst nimmt. Für Eltern bedeutet das einen großen zusätzlichen finanziellen Aufwand", erläuterte die VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher am Mittwoch in München.

Der VdK fordert deshalb die Staatsregierung auf, die Schulen mit ausreichend Einmalmasken in guter Qualität auszustatten, um diese kostenlos an die Schülerinnen und Schüler auszugeben. Derzeit fielen für eine entsprechende Maskenausstattung pro Kind und Woche mindestens zehn Euro für die Eltern an. "Das ist für viele Familien eine ganze Menge Geld. Noch dazu sind am Schuljahresanfang die Kosten für die Schulausstattung besonders hoch", betonte Mascher.

+++ Ministerium kritisiert Gerichtsentscheidung zum Grillverbot +++

Das bayerische Gesundheitsministerium hält wenig von der Gerichtsentscheidung, die das Grillen auf öffentlichen Plätzen und in Anlagen im Freistaat wieder erlaubt. Ein Ministeriumssprecher bezeichnete sie am Mittwoch auf Anfrage in München als ein fragwürdiges Signal. Grillen sei aus Infektionsschutzgründen verboten worden, weil davon auszugehen sei, dass es wegen der Anziehungskraft von öffentlichen Grillplätzen zu Menschenansammlungen kommen könne. In diesen werde ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen einzelnen Gesellschaften oft nicht oder nur unzureichend eingehalten.

+++ Gericht: Grillen auf öffentlichen Plätzen ist wieder erlaubt +++

Fleisch und Würstchen dürfen auch auf öffentlichen Grillplätzen wieder auf den Rost: Das im Zuge der Corona-Schutzmaßnahmen verbotene Grillen auf öffentlichen Plätzen und in Anlagen ist im Freistaat wieder erlaubt.

Grillen auf öffentlichen Plätzen ist wieder erlaubt. (Symbolbild)
Grillen auf öffentlichen Plätzen ist wieder erlaubt. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof setzte die entsprechende Regelung am Dienstag in einem Normenkontroll-Eilverfahren vorläufig außer Vollzug - wegen Unverhältnismäßigkeit (Az. 20 NE 20.1754 vom 1.9.2020). Die Staatsregierung hatte das Grillen in der Öffentlichkeit zum Schutz vor Ansteckungen unabhängig von den anwesenden Personen generell untersagt. Ab Mittwoch dürfen Grillfans nun wieder anschüren - unter Beachtung des Mindestabstands natürlich.

Der Freistaat hatte mit Blick auf die gerade in Ballungszentren oft überfüllten Grillplätze argumentiert, dass die Mindestabstände zwischen unterschiedlichen Gruppen oftmals nicht eingehalten werden könnten. Somit komme es auf die Größe der einzelnen Gruppe nicht an. Die Kammer sah dies unter Verweis auf das Grundrecht der allgemeinen Handlungsfreiheit und den Gleichbehandlungsgrundsatz jedoch anders: "Ein undifferenziertes Verbot erweist sich hingegen als unverhältnismäßig." In der Verordnung werde nicht ausreichend auf unterschiedliche Gegebenheiten eingegangen, schließlich verbiete sie das Grillen auch dort, wo es ausreichend Platz und keine Probleme mit Menschenansammlungen gebe.

+++ Maskenpflicht für Grundschüler bei hohen Corona-Zahlen +++

Bei stark steigenden Corona-Fallzahlen in Bayern könnte auch den Grundschülern eine Maskenpflicht im Unterricht drohen. Sofern in einer Region der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten werde, "gäbe es im Präsenzunterricht eine Maskenpflicht für alle, auch für Grundschüler", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München.

Um das Ansteckungsrisiko in dem Fall zu minimieren, würden die Klassen ab dem Wert auch in einen Wechsel zwischen Präsenzunterricht und dem Lernen zu Hause übergehen, sagte Piazolo. Bereits ab 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner soll an allen weiterführenden Schulen wieder eine Maskenpflicht im Unterricht eingeführt werden – außer die betroffenen Schulen könnten aufgrund der Räumlichkeiten den Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Schülern sicherstellen.

+++ Theresienwiese öffnet länger +++

Das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) reagiert auf die große Nachfrage nach Corona-Tests in der Teststation auf der Theresienwiese und weitet die Kapazitäten noch einmal aus.

Kurze Warteschlangen am vergangenen Montag vor dem Corona-Testzentrum an der Theresienwiese. Trotzdem schaffen die Ärzte 1077 Abstriche.
Kurze Warteschlangen am vergangenen Montag vor dem Corona-Testzentrum an der Theresienwiese. Trotzdem schaffen die Ärzte 1077 Abstriche. © Daniel von Loeper

Ab Samstag, 5. September, wird die Teststation künftig immer auch samstags, von 8 Uhr bis 17 Uhr, geöffnet sein. Die Testungen finden nach vorheriger Online-Terminbuchung statt.

+++ Corona-Hilfen: Aiwanger fordert Lockerung der Regeln +++

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat die Regeln der Corona-Hilfen für Kleinbetriebe kritisiert. "Die Zugangsvoraussetzung mit einem Umsatzeinbruch von 60 Prozent oder mehr in den Monaten April und Mai im Vergleich zum Vorjahr ist zu streng und unflexibel, hier muss der Bund nachbessern", sagte Aiwanger der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). "Auch die Erstattungen für die Fixkosten von 40, 50 oder 80 Prozent je nach monatlichem Umsatzeinbruch sollten nach oben hin angepasst werden, da einige Branchen wie Messebauer, Schausteller oder Reisebüros sonst in die Insolvenz marschieren."

In Bayern seien bislang 84 Prozent der gut 8.000 Anträge auf Überbrückungshilfe bewilligt worden, bundesweit nur die Hälfte. Bislang sei nur ein Prozent der eingeplanten 24,6 Milliarden Euro an notleidende Betriebe geflossen, berichtete die Zeitung.

+++ Schüler dürfen nun doch Corona-App nutzen +++

Das Kultusministerium hat wegen der Corona-Warn-App seine Richtlinien zur Nutzung von Smartphones in der Schule geändert. Nach den neuen Vorgaben dürfen Bayerns Schüler ihre Handys während der Unterrichtszeit eingeschaltet lassen, um die Corona-App der Bundesregierung auch in dieser Zeit nutzen zu können, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Montag. Die Geräte müssten "jedoch stumm geschaltet sein und während des Unterrichts in der Schultasche verbleiben", heißt es auf der Informationsseite des Ministeriums im Internet.

Damit hat das Ministerium seine bisherige Linie geändert. Vor wenigen Wochen war noch der Regensburger Jugendbeirat mit einer entsprechenden Initiative gescheitert. Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien der Oberpfalz wies das Anliegen entsprechend der Vorgaben aus München mit der Begründung zurück, dass die Nutzung der Warn-App an Schulen nicht erforderlich sei. Denn dort könnten im Unterschied zum öffentlichen Raum Infektionsketten auch ohne die App schnell erkannt und nachverfolgt werden, hieß es damals.

+++ Bayern führt zeitlich begrenzte Maskenpflicht in Schulen ein +++

Für die Befreiung der Maskenpflicht in Schulen bräuchte es dem Gericht zufolge eine genaue Diagnose. (Archivbild)
Für die Befreiung der Maskenpflicht in Schulen bräuchte es dem Gericht zufolge eine genaue Diagnose. (Archivbild) © Guido Kirchner/dpa/dpa

Nach dem Ende der Sommerferien gilt an Bayerns Schulen zunächst für neun Schultage eine Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer im Unterricht. Ausgenommen blieben Grundschüler, teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag nach Beratungen mit Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern in der Staatskanzlei in München mit. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ Jetzt doch Teststation am ZOB München +++

Lange hatte sich die Staatsregierung geweigert, nun gibt es sie doch: eine Corona-Teststation am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) an der Hackerbrücke.

Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurde die neue Station am Samstag in Betrieb genommen. Dort ließen sich nach Ministeriumsangaben rund 200 Menschen testen. Noch in der vergangenen Woche hatte das Gesundheitsministerium auf dem Standpunkt beharrt, dass es keine Teststation am ZOB brauche, da die Hauptanreisewege zur Urlaubszeit Auto-, Zug- und Flugverkehr seien.

+++ Ansturm auf Corona-Teststationen an der Grenze +++

Tausende Reiserückkehrer haben sich am Wochenende an den Teststationen an den Grenzen zu Bayern auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen lassen.

Ein Security-Mitarbeiter regelt an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 93 (A93) an der Rastanlage Inntal-Ost den Verkehr vor der Teststation.
Ein Security-Mitarbeiter regelt an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 93 (A93) an der Rastanlage Inntal-Ost den Verkehr vor der Teststation. © Sven Hoppe/dpa

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag kam es an den Stationen Hochfelln-Nord/Autobahn 8, Donautal-Ost/Autobahn 3 sowie Heuberg/Autobahn 93 lediglich vereinzelt zu Wartezeiten. Genaue Zahlen lagen zunächst nicht vor. 

Unterstützt wurde der für die Tests zuständige private Dienstleister am Wochenende von Bundeswehr, Feuerwehrschule, Technischem Hilfswerk, Polizei und Autobahnmeisterei - unter anderem, um für Wetterschutz zu sorgen.

+++ Smartphones bleiben in der Schule aus +++

Auch zum Checken der Corona-App dürfen Bayerns Schüler ihre Smartphones im Unterricht nicht einschalten. Der Regensburger Jugendbeirat ist mit einer entsprechenden Initiative gescheitert.

 

Das Kultusministerium in München betonte, dass nur in Einzelfällen der Nutzung der Corona-App erlaubt werden könne, wenn Schüler sich dadurch sicherer fühlten. Grundsätzlich ist die Nutzung der Handys auf dem Schulgelände den Kindern und Jugendlichen im Freistaat verboten, wenn die Geräte nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden.

+++ Kinderärzte empfehlen Grippeimpfung +++

Kinderärzte raten einem Bericht der "WAMS" zufolge im "Corona-Herbst" 2020 zu einer Grippeimpfung für Kinder: Er empfehle allen Eltern, ihre Kinder in diesem Jahr gegen Influenza impfen zu lassen, zitiert das Blatt den leitenden Oberarzt der Kinderklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München und Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Pädriatische Infektiologie Johannes Hübner.

Abgesehen von den Risiken für die Gesundheit der Kinder gebe es in Zeiten der Corona-Pandemie eine gesellschaftliche Verpflichtung zum Schutz anderer, so Hübner weiter.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) riet angesichts der Corona-Pandemie zur Grippeimpfung.

+++ Seehofer kritisiert Kurswechsel bei Reiserückkehrern +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat das Hin und Her im Umgang mit Reiserückkehrern in der Corona-Krise kritisiert. "Wir alle brauchen in dieser Krise Orientierung und Verlässlichkeit", sagte der CSU-Politiker dem "Donaukurier". "Das betrifft ja jeweils zigtausende Menschen. Deshalb dürfen wir unsere Strategie nicht zu häufig ändern."

Seehofer bezog sich damit auf den Kurswechsel, der am Donnerstag bei der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder getroffen wurde. Danach sollen die Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten nach nur wenigen Wochen wieder geändert werden. Sie sollen sich in Quarantäne begeben und diese künftig frühestens mit einem fünf Tage nach Einreise vorgenommenen, negativen Test verlassen dürfen.

Im Moment gilt für diese Reisenden noch, dass sie die Quarantäne mit Vorlage eines maximal 48 Stunden alten Tests bei der Einreise oder durch einen in Deutschland auf Anordnung der Behörden gemachten Test umgehen können. Zudem verständigten sich Bund und Länder darauf, die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September zu beenden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will aber an seinem Angebot für kostenlose Tests an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen festhalten. Seehofer sagte dazu: "Den bayerischen Weg des Testen, Testen, Testen halte ich für sehr überzeugend." 

+++ Herrmann: 17 Corona-Infizierte in Asylunterkünften +++

17 Menschen aus bayerischen Asylunterkünften sind nach jüngsten Angaben mit dem Coronavirus infiziert. Wegen eines umfangreichen Präventionsmanagements sei die Zahl konstant niedrig, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dem "Münchner Merkur" . Anfänglich habe es Versuche gegeben, Flüchtlinge für die Ausbreitung des Coronavirus mitverantwortlich zu machen. "Doch das ist Stimmungsmache und trifft so nicht zu", sagte der Minister.

+++ Private Feiern: Söder mahnt zu Vorsicht und Umsicht  +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). © Sven Hoppe/dpa

"Corona ist wieder da. Es lässt uns einfach nicht los", sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Samstag in einer via Twitter veröffentlichten Videobotschaft. Vorsicht und Umsicht seien das Wichtigste - gerade auch bei privaten Feiern. "Wir machen jetzt keine Einschränkung mehr, aber wir bitten herzlich darum, noch einmal genau zu überlegen, wie eine private Feier zuhause stattfindet", so Söder. Es gelt auch dort, Abstände einzuhalten und die Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten.

Urlaub habe sich wie befürchtet zu einem Risiko entwickelt: Deshalb sei nun die Zeit, auf die steigenden Infektionszahlen zu reagieren. Deshalb hätten sich die Ministerpräsidenten diese Woche getroffen und deshalb mache das bayerische Kabinett Vorschläge, was man tun könne.
 

+++ Maskenpflicht im Unterricht? +++

Für die Befreiung der Maskenpflicht in Schulen bräuchte es dem Gericht zufolge eine genaue Diagnose. (Archivbild)
Für die Befreiung der Maskenpflicht in Schulen bräuchte es dem Gericht zufolge eine genaue Diagnose. (Archivbild) © Guido Kirchner/dpa/dpa

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält eine Maskenpflicht im Unterricht für denkbar. Den "Nürnberger Nachrichten" (Samstag) sagte er: "Wir wollen den Regelunterricht bei gleichzeitigem Schutz von Schülern und Lehrern. Wir reden da auch über Masken im Unterricht. Die Entscheidung soll im Konsens getroffen werden." Die Maske sei ein einfaches und effektives Mittel, um drohende Schulschließungen zu verhindern. Für kommenden Montag sei eine Besprechung mit Schulvertretern geplant.

Bevor jedoch eine Entscheidung über die Maskenpflicht im Unterricht getroffen werde, würden die Erfahrungen anderer Bundesländer hierzu ausgewertet, sagte Söder. Zu berücksichtigen seien auch regionale Unterschiede in Bayern: "Wenn es etwa wie im Kreis Rhön-Grabfeld keine oder wenig neue Infektionen gibt, ist die Lage dort anders zu beurteilen als in München oder Rosenheim, wo die Zahlen im Moment höher sind."

+++ Hunderte Mitarbeiter zur Kontaktverfolgung +++

Um Corona-Infektionsketten schnell nachverfolgen zu können, stellt Bayern bis Ende 2021 mindestens 700 Menschen befristet neu ein. Sie sollen bisherige Kräfte wie Beamtenanwärter und Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Staatsverwaltung in den Landratsämtern ersetzen, die in sogenannten Contact-Tracing-Teams (CTT) geholfen haben. Bei jedem Landratsamt solle es je nach Einwohnerzahl im Schnitt ein bis vier CTT als Grundstock geben, erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag. Außerdem würden weitere Mitarbeiter aus der Staatsverwaltung prophylaktisch per Online-Schulung auf einen Einsatz in den CTT vorbereitet.

+++ Offiziell: Alkoholverbot in München! +++

Nun ist es offiziell: In München gilt ab sofort ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum. Die Corona-Inzidenz beträgt 35,27, ab einem Wert von 35 tritt das Verbot in Kraft. Mehr Informationen zum verhängten Alkoholverbot in München finden Sie hier.

+++ Wegen Corona-Partys: Unbelehrbare bis zu 17 Tage hinter Gitter +++

Wegen Verstößen gegen Ausgangsbeschränkungen in Bayern während des Lockdowns im Frühjahr hat die Polizei landesweit in 191 Fällen Personen in Präventivhaft genommen. Obwohl die meisten Betroffenen nach weniger als 24 Stunden wieder auf freiem Fuß waren, dauerten die Festnahmen in diversen andern Fällen deutlich länger - bis zu 17 Tage. Dies geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Landtag hervor.

Demnach musste in Augsburg ein Betroffener wegen 15 Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz und der Missachtung von Platzverweisen für 17 Tage hinter Gitter - "er war völlig uneinsichtig", heißt es in der Antwort des Ministeriums zu dem Fall. In Bamberg hatte ein Unbelehrbarer ebenfalls wiederholt "Corona-Partys" gefeiert und gegen das Distanzgebot zum Infektionsschutz verstoßen. Auch bei ihm sei "absolut kein Unrechtsbewusstsein" vorhanden gewesen, heißt es.

Der Statistik, die bis zum Stichtag 28. April reicht, zufolge wurden in weiteren Fällen Personen - darunter auch Jugendliche - zwischen eineinhalb und zwölf Tagen festgehalten. Den Angaben des Ministeriums zufolge wurde im Zuge der Pandemie zwischen dem Erlassen der Ausgangsbeschränkungen am 21. März bis zum besagten Stichtag landesweit 42 245 Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstellt.

+++ Mindestbußgeld von 50 Euro für Maskenverweigerer +++

Aus Sorge wegen steigender Covid-19-Infektionszahlen lehnen Bund und Länder derzeit Lockerungen der Corona-Auflagen strikt ab und verschärfen diese zum Teil noch. So soll in 15 der 16 Bundesländer künftig ein Mindestbußgeld von 50 Euro bei Verstößen gegen die Maskenpflicht gelten - nur Sachsen-Anhalt schert aus und macht nicht mit. Das vereinbarten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag in einer mehrstündigen Videokonferenz. "Wir nehmen diesen Anstieg in den Sommermonaten sehr ernst", betonte Merkel im Anschluss.

Sorgen bereiten der Kanzlerin und den Länderregierungschefs vor allem auch Feiern im privaten und Familienkreis, die als eine Hauptursache für die steigenden Infektionszahlen gelten. Hier konnten sich Bund und Länder nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für die Zahl der Teilnehmer einigen. Merkel unterstrich allerdings, dass das Thema private Feiern Bund und Länder weiter beschäftigen werde. Im Sommer sei Vieles möglich gewesen, beispielsweise das Reisen. "Aber wir sehen auch, wo wir wachsam sein müssen. Und das sind eben die Risikogebiete, das sind die privaten Feiern", sagte sie weiter. Lesen Sie hier mehr dazu!

+++ Söder: Infektionszahlen sind mit Blick auf Winter zu hoch +++

Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland sind nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder derzeit mit Blick auf den anstehenden Herbst und Winter zu hoch. "Das Problem ist, es ist zu früh zu hoch", sagte der CSU-Chef am Donnerstag nach einer Videokonferenz von Bund und Ländern in Berlin. Es müsse daher jetzt das Ziel aller sein, "die Zahlen wieder runter zu kriegen und einen zweiten Lockdown zu verhindern".

Derzeit sei nicht kalkulierbar, wie sich die Corona-Infektionen in den kommenden Monaten entwickeln würden, wenn wieder wegen der Witterung weniger Veranstaltungen im Außenbereich stattfinden müssten. Söder betonte, dass der zuvor von Bund und Ländern vereinbarte gemeinsame Pfad helfen werde, die Infektionen zu reduzieren. Er lobte explizit die Einführung des Mindest-Bußgeldes von 50 Euro für Maskenverweigerer, wenngleich Bayern bei seinen höheren Sätzen von 250 Euro und 500 Euro im Wiederholungsfall bleiben werde. Zugleich sei es richtig, dass keine weiteren Lockerungen im Raum stünden.

+++  Party mit Corona-Infiziertem: Verfahren eingeleitet +++

Nach der Party mit einem Corona-Infiziertem in einem Nürnberger Nachtclub hat das Ordnungsamt ein Verfahren gegen den Betreiber eingeleitet. Nach Angaben der Stadt Nürnberg vom Donnerstag wird ihm vorgeworfen, dass er seinen Club möglicherweise "unter dem Deckmantel einer geschlossenen Gesellschaft" für weitere Gäste öffnete. "Im vorliegenden Fall geht das Ordnungsamt davon aus, dass es sich nicht nur um eine private Feier gehandelt hat", sagte ein Sprecher der Stadt. Damit verstieß der Betreiber gegen die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

Ihm droht nun ein Bußgeld in Höhe von 5.000 Euro. Bereits zuvor hatten stichprobenartige Anrufe bei Teilnehmern ergeben, dass nicht alle Gäste in dem Nachtclub zu einer privaten Geburtstagsfeier gehörten. Bislang habe sich unter den ermittelten Gästen niemand mit dem Coronavirus infiziert. Die Feier vom 15. auf den 16. August hatte ein Gast besucht, der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden war und der eigentlich unter Quarantäne stand.

+++ Großveranstaltungen bis Ende des Jahres verboten +++

 

Bund und Länder sind sich einig, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen. Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen soll eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien bis Ende Oktober einen Vorschlag vorlegen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus der Beratungsrunde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten.

Damit ist vorerst offen, ob die Fußball-Bundesliga bis zum Jahresende ihre Spiele vor leeren Zuschauerrängen austragen muss. Ein Verbot würde neben den Fußballklubs von der Bundesliga bis zur Regionalliga auch die Spitzenvereine im Handball, Basketball und Eishockey sowie weitere stark von Zuschauer-Einnahmen abhängige Sportarten empfindlich treffen.

Über die Zulassung von Weihnachtsmärkten und Karnevalsveranstaltungen wollte Merkel erst später entscheiden. Das müsse heute nicht geschehen, sagte sie nach dpa-Informationen in den Beratungen mit den Ministerpräsidenten.

+++ Neue Regeln für Corona-Quarantäne +++

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollen demnächst eine Corona-Quarantäne frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Rückkehr beenden können. Diese Regelung soll möglichst ab dem 1. Oktober 2020 gelten, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag erfuhr. Zudem soll geprüft werden, ob Reiserückkehrer aus Risikogebieten ihren Test selbst zahlen sollen.

+++ Bus mit 32 Maskenverweigerern gestoppt +++

Die Polizei hat in Freilassing einen Fernbus mit 32 Maskenverweigerern gestoppt. Nach Angaben vom Donnerstag hielten die Beamten den Bus im Landkreis Berchtesgadener Land an, um die Einhaltung der Maskenpflicht zu überprüfen. Nach der Kontrolle am Mittwochabend wurden die Fahrgäste angezeigt, sie erhielten eine Geldstrafe von je 250 Euro.

+++ Stehbier-Verbot in November verlängert +++

Die Stadt Bamberg hat das Stehbier-Verbot erneut verlängert. Bis einschließlich 1. November sollen so größere Menschenansammlungen in der Corona-Krise verhindert werden, wie ein Sprecher der Stadt am Donnerstag mitteilte. Damit bleibt es in weiten Teilen der Altstadt verboten, am Wochenende nach 20 Uhr Alkohol zum Mitnehmen zu verkaufen.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das Stehbier-Verbot in der Bamberger Altstadt vorläufig bestätigt.
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat das Stehbier-Verbot in der Bamberger Altstadt vorläufig bestätigt. © dpa

"Die Stadt zieht damit die konsequente Schlussfolgerung aus den Erfahrungen der vergangenen Wochen", erklärte der Sprecher. Seit der Umsetzung des Verbots Anfang Juli hätten sich deutlich weniger Menschen auf den Straßen der Altstadt versammelt. Die Regelung greift für Freitag- und Samstagabende sowie für Abende vor einem gesetzlichen Feiertag.

+++ Bundesinnenminister für Fans in Stadien +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich vor der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Länder-Chefs dafür ausgesprochen, Fans zumindest in begrenztem Umfang wieder in die Stadien der Fußball-Bundesliga zu lassen. "Die Bevölkerung versteht es nicht, wenn im Nahverkehr viele Menschen auf engem Raum unterwegs sein dürfen, aber ein Fußballspiel mit wenigen Zuschauern und großen Abständen nicht möglich sein soll", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag).

Bundesinnenminister Horst Seehofer ist auch für den Sport zuständig.
Bundesinnenminister Horst Seehofer ist auch für den Sport zuständig. © dpa

Man müsse an "konstruktiven Lösungen arbeiten, wie wir die Bundesliga und die zweite Liga wieder mit Publikumsbeteiligung realisieren können", forderte der auch für den Sport zuständige Minister. "In einem Stadion mit 80.000 Plätzen kann man durchaus eine nennenswerte Anzahl von Zuschauern unterbringen und dabei alle Infektionsschutzregeln einhalten, wenn die Hygienekonzepte stimmen", sagte Seehofer.

Den Vorschlag der Deutschen Fußball Liga, auf Alkohol in den Stadien zu verzichten, unterstütze er ausdrücklich. Sinnvoll sei es auch, vorerst keine Stehplätze zuzulassen, um Infektionsrisiken zu vermeiden.

+++ Söder hofft auf Fortführung der Testpflicht +++ 

Markus Söder war am Donnerstagabend bei "Maischberger" zu Gast. Er hoffe auf die Fortführung der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer. Seiner Meinung nach, sei das Ende der Testpflicht nach der Sommersaison nicht stimmig. Er werde das am Donnerstag bei der Ministerpräsidentenkonferenz ansprechen. Quarantäneregelung nach der Sommerpause sei nicht sinnvoll umsetzbar, meinte Söder. Am Ende würden Reiserückkehrer in Quarantäne auch dem Steuerzahler zur Last fallen. Gleichwohl zeigte er sich kompromissbereit: Hier "wäre mir wichtig, wenn eine gute Quarantäneregelung greift und die Umsetzbarkeit gewährleistet ist, dann kann man über andere Strategien reden".

+++ Söder fordert höhere Strafen bei Corona-Verstößen +++

CSU-Chef Markus Söder hat sich vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise an diesem Donnerstag für höhere Strafen für Masken-Verweigerer und Quarantänebrecher ausgesprochen. Die Bußgelder müssten angehoben und Verstöße konsequent geahndet werden, forderte Söder am Mittwoch nach der Sitzung des Koalitionsausschusses vom Vorabend in Berlin.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kommt am vergangenen Dienstag zur Vorbesprechung der Union für den Koalitionsausschuss.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kommt am vergangenen Dienstag zur Vorbesprechung der Union für den Koalitionsausschuss. © Kay Nietfeld/dpa

Er setze zudem darauf, dass sich die Runde auf eine bundesweit einheitliche Philosophie nach dem Motto einigen werde, dass regional differenziert mehr getan werden müsse, je höher sich die Infektionsraten entwickelten, sagte Söder. Je schlechter die Zahlen seien, desto mehr müssten die Zügel angezogen werden. Die Maßnahmen müssten strenger und nicht lockerer werden. So sehe er beispielsweise Lockerungen bei Fußballspielen oder Großkonzerten sehr zurückhaltend und als kein gutes Signal.

+++ Massiver Passagier-Einbruch am Münchner Flughafen +++

Die Corona-Krise hat den Flugverkehr in Bayern zeitweise fast zum Erliegen gebracht: Von Januar bis Juni meldeten die Flughäfen zwei Drittel weniger Passagiere als im Vorjahr, wie das Bayerische Landesamt für Statistik mit Sitz in Fürth am Mittwoch mitteilte. In München, Nürnberg und Memmingen starteten und landeten in dem Zeitraum demnach 95 290 Flugzeuge mit 8,7 Millionen Menschen.

Ein Bild von Mitte April: Der Münchner Flughafen menschenleer.
Ein Bild von Mitte April: Der Münchner Flughafen menschenleer. © imago/Passion2Press

In München sank die Zahl der Fluggäste im ersten Halbjahr 2020 den Angaben nach um 65,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund 7,8 Millionen Menschen seien an Bord gewesen.

+++ Keine Corona-Teststation am ZOB geplant +++

Wer mit dem Fernbus aus einem Risikogebiet am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ankommt, muss weiter die rund zehn Gehminuten auf sich nehmen, um sich auf Corona testen zulassen. Am ZOB gibt es bislang keine Teststation - und das soll auch so bleiben, wie das Gesundheitsministerium erklärt.

Am Münchner ZOB wird es weiter keine Corona-Teststation geben. (Symbolbild)
Am Münchner ZOB wird es weiter keine Corona-Teststation geben. (Symbolbild) © dpa

"Die Hauptanreisewege, die zur Urlaubszeit erfahrungsgemäß genutzt werden, sind Autoverkehr, Zug- und Flugverkehr. Daher zielt die bayerische Teststrategie zunächst darauf ab", wird das Ministerium vom "BR" zitiert: "Derzeit sind neben den bereits in Betrieb gegangenen Teststellen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen, den Bundesautobahnen A8, A93 und A3, jeweils nachgelagert zu den großen Grenzübergängen nach Österreich, und den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg keine weiteren Teststellen in konkreter Planung."

+++ Viele Corona-Fälle in Bayern durch Infektion im Inland +++

Viele der zuletzt in Bayern auf Corona getesteten Menschen haben sich in Deutschland angesteckt. Dies geht aus Daten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen hervor, wie ein Sprecher Dienstag mitteilte. Zuvor hatte der "Bayerische Rundfunk" darüber berichtet. Demnach haben sich von 1.613 Fällen aus den vergangenen vier Wochen, zu denen dem LGL ein Ansteckungsort vorliegt, 1.269 Menschen am wahrscheinlichsten in Deutschland angesteckt. In 344 Fällen hat die Ansteckung laut LGL im Ausland stattgefunden.

Insgesamt wurden dem LGL in den vergangenen vier Wochen 2.611 Fälle gemeldet, doch nicht immer sei die Infektionsquelle bekannt, so der Sprecher. Der Sprecher des LGL wies zudem darauf hin, dass der Anstieg der bayerischen Fallzahlen "zumindest auch auf die zielgerichtete Testung von Reiserückkehrern" zurückzuführen sei. So seien Fälle entdeckt worden, die sonst nicht als solche erkannt worden wären. 

+++ Kubicki zu Söder: "Andere Länder brauchen keine Belehrungen" +++

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) wegen dessen Forderung nach mehr einheitlichen Standards im Kampf gegen Corona scharf kritisiert. "Wenn Markus Söder jetzt nach bundeseinheitlichen Regelungen ruft, um die Corona-Ausbreitung einzudämmen, dann ist es der hilflose Versuch, von den miserablen Infektionszahlen in Bayern abzulenken", sagte Kubicki.

Die anderen Bundesländer brauchten keine Belehrungen aus der bayerischen Staatskanzlei, wie sie sich in der Corona-Krise sinnvollerweise zu verhalten hätten. "Alle anderen Ministerpräsidenten haben die Krise bislang besser gemanagt als Markus Söder. Der herausgebrüllte Anspruch, größter Corona-Bekämpfer aller Zeiten zu sein, lässt sich durch die Zahlen jedenfalls nicht rechtfertigen", sagte Kubicki, der auch Vizepräsident des Deutschen Bundestags ist. Söder hatte zuvor im "Spiegel" mehr "einheitliche Standards im Kampf gegen Corona" gefordert. "Der Föderalismus muss jetzt die Kraft finden, zumindest einheitliche Grundregeln zu vereinbaren und verbindliche Richtgrößen zu definieren", sagte er.

+++ Hoher Andrang an Teststationen auf der Theresienwiese +++

Seit 17. August wurden die Testkapazitäten der Teststation auf der Theresienwiese von 200 auf 1.000 Corona-Tests pro Tag erhöht um den Testanfragen gerecht zu werden. Wie der "Münchner Merkur" berichtet, sind die Autoschlangen aktuell zwar nicht so lange wie noch im Frühjahr, doch aufgrund der hohen Anzahl von Reiserückkehrern herrscht an der Teststation dennoch ein starker Andrang mit entsprechend längeren Wartezeiten. Testtermine kann man online auf www.corona-testung.de buchen, allerdings sind derzeit alle Termine ausgebucht.

+++ Über 8.500 Gastronomie-Kontrollen in München +++

Seit Wiedereröffnung der Gastronomie hat das KVR in München bisher mehr als 8.500 Betriebe auf Einhaltung der Corona-Vorschriften kontrolliert. In über 70 Fällen wurde ein Bußgeldverfahren wegen Regelverstößen eingeleitet. Lesen Sie hier mehr dazu!

+++ Corona-Infizierter auf Feier: Zweite Testreihe +++

Nach einer Feier mit einem Corona-Infizierten im oberpfälzischen Bodenwöhr sollen alle Kontaktpersonen ein zweites Mal auf eine Infektion mit dem Virus getestet werden. Die Abstriche bei den 114 Personen sollen an diesem Mittwoch genommen werden, wie ein Sprecher des Landratsamtes Schwandorf am Dienstag sagte. Die Ergebnisse der ersten Testreihe waren in allen 114 Fällen negativ ausgefallen, wie die Behörde mitteilte. Am Dienstagnachmittag lagen auch die beiden letzten ausstehenden Befunde schriftlich vor.

Ein nach einer Italien-Reise positiv auf das Coronavirus getesteter Mann hatte am 14. August an einer Geburtstagsfeier mit rund 100 Gästen teilgenommen - noch bevor er sein Ergebnis erhalten hatte, wie ein Landratsamtssprecher sagte. Der Mann hatte sich am Tag zuvor an der Grenze bei Kiefersfelden kostenlos testen lassen. Die Feier fand in Bodenwöhr in einem Zelt auf einem Sportplatz statt. Die betroffenen Personen befinden sich in einer 14-tägigen Quarantäne.

"Soweit sich der negative Befund aus dem ersten Test bestätigt, können die Partygäste fristgemäß am Freitag aus der Quarantäne entlassen werden", teilte das Landratsamt mit. Fällt der zweite Abstrich positiv aus, müssten diejenigen in Quarantäne bleiben.

+++ Söder: Abschaffung von Corona-Testpflicht wäre ein Fehler +++

Fordert einheitliche Corona-Maßnahmen in ganz Deutschland: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Fordert einheitliche Corona-Maßnahmen in ganz Deutschland: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). © Peter Kneffel/dpa

Eine Abschaffung von verpflichtenden Corona-Tests für Reiserückkehrer wäre nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ein Fehler. "Corona ist gefährlich, die Infektionszahlen schnellen hoch, deshalb müssen wir testen", sagte der CSU-Chef am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Zugleich würden immer mehr Risikogebiete ausgewiesen, auch das zeige, wie groß der Bedarf eigentlich sei.

Sollte der Plan wirklich umgesetzt werden, wäre dies aus seiner Sicht ein Rückschlag. "Erst führt man vor zwei Wochen die Tests ein, und jetzt will man sie wieder abschaffen", erklärte Söder. Er verwies in dem Kontext auf die hohe Zahl an positiven Corona-Tests bei den Rückkehrern. Auch eine Abschaffung nach dem Ende der letzten Sommerferien in Baden-Württemberg Mitte September könne schwierig sein. "Dann stehen in einigen Bundesländern bald danach wieder die Herbstferien an."

+++ Münchens OB Reiter hofft auf Oktoberfest 2021 +++

Nachdem das Oktoberfest in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfällt, hofft Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) auf eine Wiesn 2021. Wenn es einen Impfstoff geben sollte, stehe einem Oktoberfest im kommenden Jahr nichts im Wege, sagte Reiter dem "Münchner Merkur". Er halte es für möglich, dass bis 2021 ein solcher Impfstoff gefunden ist. "Die ganze Welt beteiligt sich schließlich an der Forschung."

Wiesn-Anstich 2019: Oberbürgermeister Dieter Reiter mit Frau Petra (l.) sowie Ministerpräsident Markus Söder mit seiner Frau Karin Baumüller.
Wiesn-Anstich 2019: Oberbürgermeister Dieter Reiter mit Frau Petra (l.) sowie Ministerpräsident Markus Söder mit seiner Frau Karin Baumüller. © Sven Hoppe/dpa

Zuversichtlich ist der Stadtchef auch, was die Christkindlmärkte in München betrifft. Die Verwaltung arbeite an einem Konzept, wie die Märkte in diesem Jahr stattfinden könnten. Es müssten Abstände gewährleistet sein, um Menschenansammlungen zu verhindern. "Ich fände es schön, zu Weihnachten ein kleines Zeichen der Normalität nach diesem schwierigen Jahr zu setzen", sagte Reiter. Auch wenn das Flair der Christkindlmärkte dann nicht ganz so sein werde wie gewohnt.

+++ Lotto Bayern spürt Corona-Folgen +++

Auf der Suche nach dem großen Glück und/oder einem dicken Batzen Geld haben Lotto-Spieler in der Corona-Krise ihr Verhalten den Pandemie-Umständen angepasst.

 

Manche seien auf Mehrwochen-Scheine ausgewichen, um nicht so häufig in die Annahmestelle kommen zu müssen, teilte ein Sprecher von Lotto Bayern mit. "Allerdings haben auch viele im Internet gespielt. Hier haben wir einen Anstieg wahrgenommen." Viele Annahmestellen hingegen hätten vorübergehend und mit entsprechenden Einbußen schließen müssen. Weil weniger Menschen in die geöffneten Annahmestellen kamen, sank auch der Losverkauf. "Zudem sind die Losboxen auf den Verkaufstresen wegen der Hygienemaßnahmen nicht mehr so gut sichtbar", so der Sprecher.

In der Zeit von Mitte März, als die strengsten Corona-Beschränkungen einsetzten, bis Mitte August sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 491,5 Millionen Euro gestiegen. Ob die Menschen nun gerade in Krisenzeiten ihr Glück versuchen oder Geld mangels großer Shoppingmöglichkeiten übrig hatten, darüber könne nur spekuliert werden. "Eine große Rolle spielt bei den Umsätzen immer, wie hoch der Jackpot gerade ist", erläuterte der Sprecher. "So hat es uns sehr geholfen, dass der Jackpot bei der internationalen Lotterie Eurojackpot auf 90 Millionen angewachsen war, bevor er am 1. Mai geknackt wurde." In einer Jackpotphase werde immer mehr gespielt.

+++ Corona-Testpflicht auch nach Ende der Urlaubssaison? +++

Bayern ist gegen ein vorzeitiges Ende der Corona-Testpflicht für Urlaubsrückkehrer. "Die Diskussion zur Beendigung einer Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist verfrüht", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Montagabend in München.

Bereits seit einiger Zeit können sich Reiserückkehrer direkt am Münchner Flughafen auf das Coronavirus testen lassen.
Bereits seit einiger Zeit können sich Reiserückkehrer direkt am Münchner Flughafen auf das Coronavirus testen lassen. © Peter Kneffel/dpa

Die Auswertungen aktueller Ausbruchsschwerpunkte von Corona-Infektionen zeige klar die Bedeutung von infizierten Reiserückkehrern an diesen Infektionsketten.

Huml äußerte sich besorgt über die am Montag zuvor mehrheitlich von ihren Amtskollegen aus Bund und Ländern befürwortete neue Teststrategie im Umgang mit Urlaubsheimkehrern. "Jetzt, wo dieses wirkungsvolle Instrument greift und akzeptiert ist, sollte man es nicht verfrüht stoppen", betonte sie und verwies auf die erzielten Erfolge bei den Kontrollen in Bayern. An den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen, den Fernbahnhöfen München und Nürnberg sowie an drei Autobahnteststellen seien bisher mehr als 3.000 Reiserückkehrer aus Risikogebieten positiv getestet worden.

+++ Landkreispräsident: Maskenpflicht im Unterricht notwendig +++

Landkreispräsident Christian Bernreiter äußerte sich gegenüber dem "Münchner Merkur" über die Maskenpflicht im Unterricht: "Wir sind vorbereitet, aber der Vollbetrieb wird eine Herausforderung aufgrund der räumlichen Situation. An der Maskenpflicht im Unterricht wird deshalb kein Weg vorbeiführen"

Er wünscht sich außerdem bundesweit einheitliche Regelungen im Umgang mit Corona: "In den vergangenen Wochen gab es ja eher einen Überbietungswettbewerb bei den Lockerungen. Diese Zeit ist vorbei! Wir müssen jetzt alle demokratischen Kräfte bündeln und nicht so einen Vorwahlkampf führen. Ein zweiter Lockdown wäre fatal für unser Land, das müssen wir unbedingt verhindern."

+++ Verstoß gegen Maskenpflicht: Bayern verschärft Bußgelder +++

Mit höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer und mehr Kontrollen will Bayern die Ausbreitung des Coronavirus in Bayern ausbremsen. "Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2.000 Euro fällig werden. "Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt", sagte Söder.

Das Innenministerium erarbeite gerade mit dem Gesundheitsministerium den Bußgeldkatalog, er solle noch im Laufe der Woche bekannt gemacht werden. Ein Beschluss des Kabinetts ist für die Novelle nicht notwendig. Künftig sollen dann auch Polizisten direkt Verwarnungen aussprechen können, bislang waren hierfür die Gesundheitsämter und die Ordnungsämter verantwortlich. Insbesondere im privaten Bereich gelten die Kontrollen von Corona-Auflagen - auch was die Zahl von Gästen auf privaten Feiern angeht - als in der Praxis kaum machbar.

+++ Stadt Rosenheim überschreitet Corona-Grenzwert +++

Die Stadt Rosenheim hat am Wochenende den 7-Tage-Grenzwert bei den Corona-Infektionen überschritten und reagiert mit Beschränkungen des öffentlichen Lebens.

Der Wert habe am Wochenende bei 53,7 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gelegen, teilte die Stadt am Montag mit. Damit ist nicht nur der Frühwarnwert für Bayern von 35 Neuinfektionen überschritten, sondern auch die von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens.

Deshalb gelten nun unter anderem stärkere Beschränkungen für private Veranstaltungen und für Gruppen in der Öffentlichkeit. Etwa dürfen nur noch maximal 50 Menschen an nicht öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen teilnehmen, unter freiem Himmel sind höchstens 100 Leute zugelassen. In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Mitglieder eines Hausstands oder maximal fünf Menschen in Gruppen aufhalten.

+++ Lehrer fordern Raumluftreiniger für Klassenzimmer +++

Der Bayerische Philologenverband (bpv) fordert mit Blick auf die kühlere Jahreszeit Raumluftreiniger für Klassenzimmer zum Schutz vor Coronaviren. An vielen Schulen gebe es keine Anlagen, die einen wiederholten Luftaustausch in den Räumen gewährleisten könnten, sagte ein bpv-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in München. In modernen Gebäuden könne man oft nicht mal schnell das Fenster aufreißen, um frische Luft reinzulassen. Auch CO2-Ampeln hält der Verband für sinnvoll. Sie messen in Räumen die Konzentration von Kohlendioxid und zeigen an, wann gelüftet werden sollte.

"Wir diskutieren über Masken im Unterricht, aber wir können genauso sicherstellen, dass die Luft entsprechend umgewälzt wird", sagte der Sprecher. Bei guter Lüftung könnten auch Lehrer aus Risikogruppen eher wieder eingesetzt werden. Laut bpv gibt es Geräte ab 2.000 Euro, man bräuchte also bis zu 100 Millionen Euro, um die rund 50.000 Klassenzimmer in Bayern damit auszustatten. Vermutlich sei diese Summe aber niedriger, da es an einigen Schulen bereits ausreichende Lüftungssysteme gebe.

+++ Markus Söder fordert einheitliche Maskenpflicht und Bußgelder +++

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich angesichts steigender Corona-Zahlen für eine einheitliche und verstärkte Maskenpflicht ausgesprochen. Außerdem sollen die Bußgelder in Deutschland bundesweit geregelt werden.

Im <%LINK auto="true" ="" text="Interview mit dem "Deutschlandfunk"" title="Setze mich für einheitliche Maskenpflicht und Bußgelder ein" href="https://www.deutschlandfunk.de/markus-soeder-csu-setze-mich-fuer-einheitliche.868.de.html?dram%3Aarticle_id=482796" target="_blank" rel="noopener" %> schloss Söder weitere Lockerungen, wie bei Großveranstaltungen, aus. Es gäbe Menschen, die Corona nicht ernst nehmen, so der Ministerpräsident. Deshalb müsse man "die Vernünftigen vor den Unvernünftigen schützen".

Die zuletzt steigenden Corona-Zahlen seien auf den Leichtsinn einiger und durch die Urlaubsheimkehrer zurückzuführen, so Söder weiter.

+++ Steigende Infektionszahlen: Bayern schließt neue Auflagen nicht aus +++

Angesichts wieder steigender Corona-Infektionen schließt Bayern eine Verschärfung der Schutzauflagen auch für private Feiern nicht aus. "Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen – steigende Infektionszahlen und neue Gefahrenherde - sehr genau und mit Sorge", sagte der für die Koordinierung der Corona-Maßnahmen zuständige Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. Derzeit könne das Gesundheitssystem mit den Infektionen gut umgehen. Die Corona-Krise sei "ein dynamischer Prozess, bei dem wir immer wieder nachsteuern müssen. Wir werden auch in Zukunft die Maßnahmen treffen, die zum Schutz unserer Bevölkerung erforderlich sind."

Besorgt angesichts der steigenden Corona-Zahlen: Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU).
Besorgt angesichts der steigenden Corona-Zahlen: Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU). © Peter Kneffel/dpa

Am kommenden Donnerstag wollen sich die Ministerpräsidenten der Länder in einer Videokonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über die aktuelle Lage austauschen. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, ob es eine Personen-Obergrenze für private Feiern geben muss. Neben Urlaubsrückkehrern sind sorglose Feiern derzeit eine Ursache, weshalb die Zahlen in ganz Deutschland wieder hochgehen.

+++ Frühwarnwert im Landkreis Ebersberg und in Rosenheim überschritten +++

Im Landkreis Ebersberg und in Rosenheim hat die Zahl der Corona-Infektionen den vereinbarten Frühwarnwert überschritten. Bei einem Wert ab 35 sind die Gesundheitsämter verpflichtet, das Gesundheitsministerium über die Ursache der steigenden Zahlen und über lokale Gegenmaßnahmen zu informieren.

In Rosenheim lag der Wert bei 47,28. In Ebersberg gab es nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Samstag 35,88 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner.

Die von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens liegt bei einer 7-Tage-Inzidenz von 50.

In Bayern sind bisher laut LGL 54.843 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben sind bislang im Freistaat 2.631 Menschen. Als genesen galten 49.090 Menschen.

+++ Mitarbeiter der A3-Teststation zeigen Symptome +++

Drei Mitarbeiter der Corona-Teststation an der A3 bei Passau haben Corona-Symptome gezeigt. Aus Sicherheitsgründen war die Station daher in der Nacht auf Samstag mindestens eine Stunde lang komplett geschlossen.

40 ehrenamtliche Helfer unter Leitung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sprangen ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wie ein BRK-Sprecher mitteilte.

Am frühen Morgen nahm der private Betreiber Eurofins den Betrieb wieder auf, um ausreichend Tests während der Rückreisezeit sicherzustellen. Das Rote Kreuz habe das Testzentrum unabhängig von der kurzzeitigen Schließung um eine zusätzliche Teststraße erweitert.

Die Mitarbeiter von Eurofins warten nun auf das Ergebnis ihres Abstrichs, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Erst am vergangenen Montag war bekannt geworden, dass sich ein Mitarbeiter der Teststation Donautal-Ost mit dem Virus infiziert hatte.

+++ Söder ist derzeit gegen weitere Corona-Lockerungen +++

Die wachsende Zahl von Corona-Infektionen in Deutschland macht aus der Sicht von CSU-Chef Markus Söder derzeit keine weiteren Lockerungen bei den Schutz-Auflagen möglich. "Wir können doch nicht im Ernst in der Situation weitere Lockerungen beschließen", sagte der bayerische Ministerpräsident dem Deutschlandfunk hinsichtlich geplanter Lockerungen in anderen Bundesländern. Er kritisierte zudem, dass Deutschland bei der Einschätzung der Risikogebiete verglichen mit anderen Ländern zwei Wochen den tatsächlichen Infektionen hinterher hinke.

Fordert einheitliche Corona-Maßnahmen in ganz Deutschland: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Fordert einheitliche Corona-Maßnahmen in ganz Deutschland: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). © Peter Kneffel/dpa

Söder sprach sich mit Blick auf die am kommenden Donnerstag anstehende Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Merkel (CDU) zudem für bundeseinheitliche Regelungen zur Maskenpflicht und bei Bußgeldern für Verstöße dagegen aus. Für ihn stehe eher die Frage im Raum, dass die Maskenpflicht verstärkt werden müsse. Als Beispiel nannte er die Frage, ob es wie in Nordrhein-Westfalen auch im Schulunterricht eine Verpflichtung zum Tragen gebe. In Bayern werde das Anfang September im Kabinett auch diskutiert

+++ Erstmals wieder 2.000 Neuinfektionen +++

Seit Ende Juli steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland wieder an. Nun haben die Gesundheitsämter 2.034 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Datenstand am 22. August um 0 Uhr). Dies ist der höchste Wert seit Ende April (Datenstand am 25. April: 2.055 Neuinfektionen).

Der Höhepunkt hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Danach waren die Werte rapide gesunken.

 

Die erneut steigenden Fallzahlen seien laut RKI nicht nur damit zu erklären, dass inzwischen mehr getestet würde: Bundesweit gebe es eine große Anzahl kleinerer Ausbruchsgeschehen, die beispielsweise mit größeren Feiern in Verbindung stehen, heißt es im Lagebericht von Freitag (21.8.). Hinzu komme, dass Corona-Fälle zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern identifiziert werden.

+++ Gesundheitsreferentin Jacobs appelliert an Reiserückkehrer +++

Die Münchner Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs bittet alle Reiserückkehrerinnen und Reiserückkehrer um Mithilfe bei der Eindämmung der Corona-Pandemie: "Dass die Zahlen aktuell weltweit und auch, bedingt durch die Reisezeit, bei uns in München steigen, zeigt uns, dass Corona immer noch da ist und erst genommen werden muss."

 

Jacobs ruft dazu auf, sich bei der Rückkehr aus dem Urlaub testen zu lassen. Ihr Appell: Auch im Urlaub die Hygienemaßnahmen weiter einhalten, große Menschenansammlungen meiden, Abstand halten und, wo dies nicht immer zuverlässig möglich ist, eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Jacobs: "Wir haben uns die neue Normalität hart erarbeitet. Niemand möchte Verhältnisse wie im März oder April dieses Jahres wieder haben. Es ist wichtig, dass wir weiter solidarisch bleiben und unserer Verantwortung gerecht werden."

+++ Corona-Regeln: Münchner zahlen fast eine Million Euro +++

Die Stadt München hat im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Corona-Regeln bislang rund 950.000 Euro eingenommen. Seit 1. April sind beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) insgesamt 9.522 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen eingegangen.

Das KVR hat daraufhin bis jetzt 5.220 Bußgeldbescheide erlassen. Etwa jeder 13. will die Strafe nicht zahlen: 402 Münchner haben Einspruch eingelegt gegen den Bußgeldbescheid. Lesen Sie hier mehr dazu!

+++ Umfrage: Corona-Testpanne hat Staatsregierung geschadet +++

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am vergangenen Mittwoch im bayerischen Landtag.
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am vergangenen Mittwoch im bayerischen Landtag. © Peter Kneffel/dpa

Die Panne bei den Corona-Tests für heimkehrende Urlauber hat das Ansehen der Staatsregierung aus Sicht einer Mehrheit der Teilnehmer einer Umfrage geschädigt.

59 Prozent der Befragten sahen das beim "17:30 Sat.1 Bayern Wählercheck" so, den der Fernsehsender am Freitagnachmittag zeigen will. 37 Prozent sahen das genau anders und 4 Prozent antworteten mit "weiß nicht" oder machten keine Angaben. Zehntausende Menschen mutmaßlich aus ganz Deutschland hatten tagelang auf das Ergebnis ihrer Corona-Tests gewartet, die sie zum Beispiel an den Teststationen an Autobahnen gemacht hatten. Darunter waren auch mehr als 900 positiv Getestete.

Dennoch waren drei Viertel (75 Prozent) der Befragten der Meinung, das Krisenmanagement der Regierung in Bayern sei besser als in anderen Bundesländern. Nur vier von 100 Befragten gaben an, im Freistaat laufe es "alles in allem schlechter". Ein Fünftel (20 Prozent) sieht indes keine großen Unterschiede.

Im Vergleich zu den Umfragen im Juli und April/Mai dieses Jahres verbesserte sich die Stimmung jeweils in Teilen. Das Hamburger Umfrage-Institut GMS hatte diesmal laut Mitteilung vom 17. bis 20. August im Auftrag von "17:30 Sat.1 Bayern" 1.005 Menschen repräsentativ am Telefon befragt.

AZ-Umfrage

Auch die AZ will von ihren Lesern wissen: Hat die Corona-Testpanne der Staatsregierung geschadet?

AZ-Kommentar zum Thema: Kommunikation in Pannen-Zeiten - Appetitlicher Verkauf

+++ Nach Corona-Panne: Söder baut Kabinett um +++

Nach der zigtausendfachen Panne bei den Corona-Tests von Urlaubsrückkehrern baut Ministerpräsident Markus Söder sein Kabinett um: Zur Verbesserung des Pandemie-Krisenmanagements wechselt der bisherige Bau- und Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek ab diesem Donnerstag unbefristet ins bayerische Gesundheitsministerium. Der Jurist soll die zuletzt massiv in die Kritik geratene Ministerin Melanie Huml (beide CSU) im Kampf gegen das Virus unterstützen, wie die Deutsche Presse-Agentur in München aus Regierungskreisen erfuhr.

Darüber hinaus wird der Betrieb der kommunalen Corona-Testzentren künftig vom Innenministerium gesteuert. Zudem hatte Söder in der vergangenen Woche schon Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) zum "Corona-Koordinator" ernannt.

Im Zuge der Pandemie war zwischenzeitlich auch Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) dem Gesundheitsministerium zugeordnet worden. Nachdem die erste Infektionswelle und die Infektionszahlen in Bayern vor Wochen aber zunächst wieder nach unten gingen, war dieser wieder in das Innenministerium zurückgekehrt.

+++ Wenig neue Corona-Infektionen - Entspannung in Mamming +++

Nach dem wochenlangen Corona-Alarm im Landkreis Dingolfing-Landau können die Verantwortlichen in der Region durchatmen: Bei einem weiteren Reihentest der in Quarantäne befindlichen 218 Menschen wurden nur zwei positive Fälle gefunden, teilte das Landratsamt am Mittwoch mit. Auf einem Gemüsehof und in einer Konservenfabrik in Mamming waren in den vergangenen Wochen rund 250 Corona-Infektionen bei Erntehelfern festgestellt worden, Mamming wurde zum bundesweiten Corona-Hotspot.

"Jeder Infizierte ist natürlich einer zu viel, aber die sehr niedrige Zahl zeigt, dass durch die konsequenten Maßnahmen die Infektionskette auch innerhalb der Mitarbeiter der betroffenen Betriebe durchbrochen werden konnte", sagte Landrat Werner Bumeder (CSU). Der Landkreis falle damit auch wieder deutlich unter die kritische 7-Tage-Inzidenz von 50. Der rote Punkt auf der Deutschlandkarte des Robert Koch-Instituts sei verschwunden.

Aktuell seien nach dem Corona-Ausbruch im Landkreis noch 53 Personen, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, in Quarantäne. Davon seien 41 Fälle den beiden Betrieben in Mamming zuzuordnen. Unter den restlichen zwölf seien mehrere Reiserückkehrer.

Im Landkreis hätten sich inzwischen fast 9.000 Menschen testen zu lassen. Lediglich elf Tests an den Teststationen seien positiv gewesen.

+++ Corona-Infizierter auf Feier in Bodenwöhr: Bislang alle Tests negativ +++

Nach einer Feier in Bodenwöhr mit einem Corona-Infizierten sind bislang alle weiteren Testergebnisse negativ. Nach Angaben des Landratsamtes Schwandorf lagen am Mittwochvormittag von 114 ermittelten engen Kontaktpersonen 42 Testergebnisse vor. Insgesamt hatten sich bis Dienstag 95 Menschen testen lassen. Die übrigen Kontaktpersonen sollen bis Mittwochmittag getestet werden.

Ein nach einer Italien-Reise positiv auf das Coronavirus getesteter Mann hatte am Freitag an einer Geburtstagsfeier mit rund 100 Gästen teilgenommen - noch bevor er sein Ergebnis erhalten hatte, wie ein Landratsamtssprecher sagte. Der Mann hatte sich am Donnerstag an der Grenze bei Kiefersfelden kostenlos testen lassen.

Alle ermittelten engen Kontaktpersonen - auch die mit negativem Test - befinden sich derzeit in Quarantäne. "Es ist geplant, alle Kontaktpersonen vor Entlassung aus der Quarantäne nächste Woche noch einmal zu testen", teilte das Landratsamt mit. Zunächst war man von rund 120 Kontaktpersonen ausgegangen.

+++ 2.339 positive Tests an bayerischen Rückkehrer-Testzentren +++

An den acht Corona-Teststationen für Reiserückkehrer in Bayern sind bisher 2.339 mit dem Virus infizierte Menschen identifiziert worden. Insgesamt habe es seit Einrichtung der Stationen an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen 175.411 Tests gegeben (Stand: Dienstagabend), sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in einer Sondersitzung des Landtags-Gesundheitsausschusses.

Die Sitzung hatten die Oppositionsparteien SPD, FDP und Grüne nach der Panne mit verschleppten Benachrichtigungen von Getesten beantragt. Huml (CSU) wehrte sich erneut gegen den Vorwurf des verschleppten Krisenmanagements bei der Corona-Testpanne. Es sei zu Pannen gekommen, das werde auch nicht schöngeredet. "Ein schneller Start war aber von entscheidender Bedeutung", sagte Huml.

+++ Polizeisprecher wechselt ins Gesundheitsministerium +++

Marcus da Gloria Martins, der Pressesprecher der Münchner Polizei, wechselt für die Kommunikation bezüglich der Corona-Krise vorübergehend ins Gesundheitsministerium. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ München: Corona-Fall im KVR +++

Im Kreisverwaltungsreferat (KVR) in der Ruppertstraße hat sich eine Mitarbeiterin mit dem Coronavirus infiziert. Wie das KVR auf AZ-Nachfrage mitteilte, handle es sich bei der Infizierten um eine Mitarbeiterin der Ausländerbehörde. Die Frau arbeitete an einem Schalter, hätte jedoch keinerlei Parteiverkehr gehabt.

Nach dem Corona-Befund der Frau seien ihre Kollegen vorsorglich in häusliche Quarantäne geschickt worden, so das KVR. Zudem wurde ihr Arbeitsplatz "gemäß städtischer Vorgaben vollständig desinfiziert". Die "Bild" hatte zuvor von dem Fall berichtet.

+++ Mehr Infektionen: Agrarministerin Kaniber sagt Urlaub ab +++

Angesichts stark steigender Zahlen von infizierten Reiserückkehrern aus Kroatien hat Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) ihren Sommerurlaub in dem Mittelmeerland abgesagt. "Es ist für mich wirklich sehr, sehr schwer. Es ist die einzige Zeit im Jahr, die ich ungestört mit meinen Eltern verbringen kann", sagte die Ministerin, die kroatische Wurzeln hat, dem "Münchner Merkur" (Mittwoch). Ihre Eltern waren demnach Ende der 1960er Jahre nach Deutschland eingewandert.

Die ganze Familie treffe sich jeden Sommer im Geburtshaus ihres Vaters, sagte Kaniber. Sie habe aber eine Vernunft-Entscheidung getroffen. Jeder müsse für sich selbst entscheiden, ob er seien Urlaub abbreche. Aber: "Ich rate zur Zurückhaltung." In Kroatien seien die Zahlen da hochgeschnellt, wo das Nachtleben tobe. Sie fürchte, dass es notwendig werde, Kroatien offiziell zum Risikogebiet zu erklären. "Die Lage dort hat sich doch sehr zugespitzt."

+++ Registrierte Corona-Neuinfektionen: Höchster Wert seit Mai +++

Das Robert Koch-Institut hat die höchste Zahl an Neuinfektionen in Deutschland seit mehr als drei Monaten registriert.

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 1.510 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 1. Mai mit 1.639 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen lag Anfang April bei mehr als 6.000, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl wieder an.

+++ Huml wusste früher von Testpanne +++

Die Corona-Testpanne an Autobahnen war Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) deutlich früher bekannt als bisher von ihr dargestellt. Bereits am Montag der vergangenen Woche wurde das Ministerium per E-Mail darüber informiert, dass Zehntausende Reiserückkehrer auf ihre Testergebnisse warten, darunter mehrere Hundert Infizierte. Huml bestätigte am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur den Eingang der entsprechenden E-Mail, über die zunächst die "Süddeutschen Zeitung" berichtet hatte.

Öffentlich gemacht hatte Huml die Testpanne selbst aber erst bei einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch. Dabei sagte sie auch, dass sie selbst erst am gleichen Morgen vom Ausmaß der Panne erfahren habe. Darauf angesprochen erklärte Huml am Dienstag, dass es ihr hier nicht um eine "Verschleierung" gegangen sei, vielmehr sei ihr in der E-Mail am Montag auch ein Lösungsansatz bis zum folgenden Dienstag präsentiert worden, wie das Problem behoben werden könne. Nachdem sich diese "Hoffnung" aber bis zum Mittwoch nicht bestätigte, "haben wir sofort gehandelt und die Öffentlichkeit informiert".

+++ Reiserückkehrer: Auch positive Fälle in München +++

Die Stadt hat mitgeteilt, wie viele Reiserückkehrer aus München bislang positiv getestet wurden. Demnach wurden ans Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) bisher 93 positiv getestete Münchnerinnen und Münchner gemeldet, die bis zum 14. August in einem Testzentrum für Reiserückkehrer des Freistaats getestet worden waren, davon 11 am Hauptbahnhof, 24 an Autobahnraststätten und 58 am Flughafen. Bei neun Personen lag dem RGU das positive Testergebnis bereits vor, da sie sich nochmals hatten testen lassen, nachdem ihnen ihr Testergebnis vom Testzentrum für Reiserückkehrer nicht mitgeteilt wurde.

+++ Infizierter Urlauber besucht Party - 120 Menschen in Quarantäne +++

Nach einem bestätigten Corona-Fall in Bodenwöhr im Landkreis Schwandorf müssen nun 120 Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Kontakte seien im privaten Bereich geschehen, teilte das Landratsamt auf seiner Seite mit. Laut "Mittelbayerischer Zeitung" hatte ein nach einer Italien-Reise positiv getesteter Mann an einer Geburtstagsparty mit rund 100 Gästen teilgenommen, noch bevor er sein Ergebnis erhalten hatte. Die anderen 20 Menschen seien weitere Kontaktpersonen des Mannes.

Der Mann hatte sich laut Zeitung bei der Rückkehr am Donnerstag an der Grenze bei Kiefersfelden kostenlos testen lassen und am Sonntag sein Ergebnis erhalten – da hatte er aber schon kräftig gefeiert. Seinem Gastgeber hatte er laut Zeitung gesagt, ihm sei an der Grenze zugesagt worden, bei einem positiven Ergebnis binnen 24 Stunden informiert zu werden. Weil ein Anruf ausblieb, habe er an der Feier teilgenommen.

+++ Opposition nimmt Söder in die Mangel +++

Nach der weiterhin nicht vollends beseitigten Testpanne bei Reiserückkehrern geht in Bayern die politische Aufarbeitung des Corona-Debakels weiter. Die Grünen im Landtag forderten, Ministerpräsident Markus Söder und Staatskanzleichef Florian Herrmann müssten am Mittwoch bei einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses Rede und Antwort stehen - nicht nur Gesundheitsministerin Melanie Huml (alle CSU). Die Sondersitzung hatten die Oppositionsparteien SPD, FDP und Grüne beantragt.

Staatskanzleichef Herrmann, der von Söder auch als Corona-Koordinator der Staatsregierung eingesetzt wurde, hat das Vorgehen der Regierung verteidigt. "Entscheidend war, dass wir mit den Tests möglichst früh begonnen haben", sagte Herrmann am Montag im Radiosender Bayern 2. Man habe in Kauf genommen, dass das Testsystem anfangs noch nicht so perfekt war, dass keine Fehler passieren können. "Bei der Pandemiebekämpfung geht es immer auch um Zeit", sagte Herrmann. Bayerns SPD-Fraktionschef Horst Arnold kritisierte unterdessen das Vorgehen der Regierung. "Das Projekt, Reiserückkehrer sehr schnell zu testen, wurde von Söders Ehrgeiz getrieben. Die Idee war gut - wir hatten sie auch - aber sie hätte mehr durchdacht werden müssen", sagte Arnold den "Nürnberger Nachrichten" (Montag). Jetzt müsse er sich gefallen lassen, dass er kritisiert werde für die Ankündigung von Maßnahmen, die richtig, aber nicht umsetzbar gewesen seien.

+++ Corona-Tester selber positiv getestet +++

Wie der "BR" berichtet, hat es am Autobahn-Testzentrum bei Passau eine erneute Panne gegeben. Ein Mitarbeiter einer privaten Testfirma wurde selber positiv auf das Coronavirus getestet. Rund 40 Personen, vor allem ehrenamtliche Helfer von BRK und Maltesern, die mit dem Mann bei der Übergabe der Teststation Kontakt hatten, mussten sich in Quarantäne begeben. Das Gesundheitsamt bestätigte den Vorfall dem "BR".

+++ Nach Test-Panne: Hofreiter attackiert Söder scharf +++

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter, hat den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) scharf für seine Politik in der Corona-Krise attackiert. Mit kostenlosen Tests an den Grenzen habe der CSU-Chef "zu viel versprochen", sagte Hofreiter der "Passauer Neuen Presse" (Montag). Mit der Testpanne und den Tausenden nicht informierten Personen über eine Corona-Infektion werde Vertrauen der Bevölkerung verspielt, kritisierte er. Söder sei es darum gegangen "sich als Klassenprimus im Krisenmanagement darzustellen". Hofreiter fügte hinzu: "Bei Söder gehen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander."

Versäumnisse sieht der Grünen-Fraktionschef auch bei der Bundesregierung. Sie habe mit den Ländern keine "wirkliche einheitliche Strategie auch mit Blick auf die Corona-Tests" koordiniert.

+++ Hunderte feiern bei Corona-Partys +++

Trotz steigender Infektionszahlen wird in Münchner Lokalen und Clubs weiter ausgelassen gefeiert. Bei Kontrollen wurden am vergangenen Wochenende mehrere gravierende Verstöße gegen die Hygieneregeln festgestellt.

Im "Do Brazil City" in der Sonnenstraße tanzten am Samstag nach 2 Uhr nachts noch rund 50 Gäste. Sie trugen wie auch einige der Angestellten keine Maske und achteten auch nicht auf den Sicherheitsabstand.

In Garching in der "Havanna-Bar" wurden in der Nacht auf Sonntag etwa 50 Gäste bei einer Kontrolle erwischt, die ohne auf die Corona-Regeln zu achten, ausgelassen feierten.

+++ Corona-Testpanne - im digitalen Tiefschlaf +++

Gesundheitsministerin Melanie Huml muss die Panne auf ihre Kappe nehmen - möglich wurde die aber erst durch weiter zurück liegende Versäumnisse. Lesen Sie hier den Kommentar von AZ-Politikchefin Natalie Kettinger.

+++ Nach Testpanne 46 positiv Getestete noch nicht gefunden +++

46 positive Tests an bayerischen Corona-Stationen können immernoch nicht zugeordnet werden. Bei 903 der insgesamt 949 nachgewiesenen Infektionen wurden die Betroffenen bis Sonntag ermittelt und - mit teils wochenlanger Verzögerung - informiert, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag mit.

Die positiv Getesteten kamen nach Angaben von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nicht ausschließlich aus Risikogebieten und waren insofern auch nicht zwingend zu einer zweiwöchigen Quarantäne nach ihrer Einreise nach Deutschland verpflichtet.

Insgesamt waren 44.000 Testergebnisse aus dem Zeitraum bis zum 11. August nicht in der vorgegebenen Zeit den Getesteten mitgeteilt worden. Die bayerische Panne hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Die Opposition im Bayerischen Landtag kritisierte die Staatsregierung scharf: Sie habe sich heillos in ihrem Test-Chaos verheddert, sagte etwa der FDP-Fraktionschef Martin Hagen am Sonntag. Details lesen Sie hier.

+++ Bayern erklärt Verzögerung der Zahlen zu Testpannen +++

Noch am Sonntag will das bayerische Gesundheitsministerium Zahlen zum Umgang mit der Pannenserie bei Corona-Tests von Reiserückkehrern vorlegen. Die Bekanntgabe weiterer Zahlen hat sich seit Donnerstag immer wieder verzögert.

"Ziel war, keine Unsauberkeit reinzubekommen", so ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums gegenüber Agenturen. Die Komplexität der Materie habe immer wieder zu neuen Fragestellungen geführt, das habe immer wieder neue Rücksprachen erfordert und Zeit gekostet. 

Experten des Ministeriums und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) versuchen seit Tagen, das Gewirr an Zahlen zu ordnen, das Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz präsentiert hatte.

Klar ist, dass mindestens 44 000 getestete Reiserückkehrer ihre Ergebnisse gar nicht oder mit erheblicher Verzögerung erhalten hatten - darunter waren auch mindestens 900 positiv Getestete.

+++ Spahn verteidigt kostenlose Corona-Tests +++

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in den ARD-"Tagesthemen am Samstagabend die kostenlosen Corona-Tests für Reiserückkehrer verteidigt.

Seit Beginn der Testpflicht vor einer Woche wurden in Bayern nach einem Bericht der Bild am Sonntag (BAMS) 123.072 Menschen getestet, 1.730 davon positiv.

Zwischenzeitlich werden Stimmen lauter, dass sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten an den Kosten für die Corona-Tests beteiligen sollten - etwa die des FDP-Innenexperten Konstantin Kuhle. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte der BAMS: "Sie gehen bewusst ein Risiko ein und gefährden die Allgemeinheit."

Eine Liste der Risikogebiete finden Sie hier.

+++ Test-Panne in Bayern: Weiter Warten auf genaue Zahlen +++

Nach der Test-Panne trägt Bayern weiter unter Hochdruck die genauen Zahlen zusammen. Am Sonntagmorgen gab es noch immer keine Klarheit bei der Benachrichtigung von getesteten Reiserückkehrern. Die Gesundheitsbehörden in Bayern waren nicht in der Lage, das Problem bei der Benachrichtigung von positiv auf das Coronavirus getesteten Urlaubsrückkehrern zu lösen.

Die Zahlen, die unter anderem darüber Auskunft geben sollen, wie viele der positiv Getesteten ihr Ergebnis nun inzwischen erfahren haben, sollen nun am Sonntagnachmittag bekanntgegeben werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München. Ursprünglich hatte die Staatsregierung erklärt, bis Donnerstagmittag soll jeder der positiv Getesteten sein Ergebnis kennen. Diese Deadline verstrich, mehrere weitere Deadlines am Freitag und Samstag ebenfalls. Es müssten noch "weitere Details" geklärt werden, hieß es.

+++ "Todesstoß": Bunderegierung warnt vor Mallorca-Urlaub +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Entscheidung der Bundesregierung, neben dem spanischen Festland auch die deutsche Lieblingsurlaubsinsel Mallorca zum Corona-Risikogebiet zu erkären, verteidigt.

Seit Freitagabend besteht wie für das spanische Festland auch für die Balearen - darunter Mallorca, Ibiza und Menorca - eine Reisewarnung. Nach Informationen des DRV werden alle Reiseveranstalter in den kommenden Tagen geplante Reisen dorthin absagen. Ausgenommen sind nur die Kanarischen Inseln. Betroffene Urlauber können stornieren und umbuchen.

Einheimische Medien bezeichnen die Entscheidung als "tödlichen Schlag" für die ortsansässige Tourismusindustrie. Die Branche trägt rund 35 Prozent zur Wirtschaftsleistung der Balearen bei.

Zur Zeit halten sich nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) rund 30.000 deutsche Pauschaltouristen auf den Balearen auf, geschätzt über 90 Prozent davon auf Mallorca.

+++ Österreichische Grenze soll strenger kontrolliert werden +++

Wegen steigender Corona-Fallzahlen will Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) strengere Corona-Kontrollen an den Grenzen einführen. Gegenüber österreichischen Medien bezeichnete er die gegenwärtige Entwicklung in der Urlaubszeit als "nicht überraschend", aber doch "besorgniserregend".

Urlaubsrückkehrer aus rund 30 Risikogebieten müssen einen negativen Corona-Test dabei haben, der nicht älter als 72 Stunden ist, oder in eine zehntägige Quarantäne. Dies soll nun strenger kontrolliert werden. Auch Tests direkt an der Grenze seien denkbar.

Zu den Risikogebieten zählen derzeit unter anderem das spanische Festland, die Länder des Westbalkans, Teile Rumäniens und Bulgariens, die USA und Russland.

+++ Knapp 17 Millionen Deutsche nutzen Corona-Warn-App +++

Nach neusten Angaben des Robert-Koch-Institutes haben genau zwei Monate nach Start der Corona-Warn-App am 16. Juni rund 17 Millionen Bundesbürger die App auf dem Smartphone installiert. 

Dazu, ob die App dauerhaft aktiviert ist und wie viele Menschen über eine mögliche Risiko-Begegnung informiert wurden, kann das Institut allerdings mangels Daten keine Angaben machen.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wuchs die Anzahl der Downloads in den letzten Wochen deutlich langsamer als zum Start der App. Ob sie zu einer Eindämmung des Virus beitrage, sei weiter unklar.

+++ Nach Test-Panne: Probleme auch am Flughafen +++

Noch immer ist unklar, wie viele Personen von der Test-Panne in Bayern betroffen sind. Ursprünglich wollte das Gesundheitsministerium am Freitagabend über die aktuellen Zahlen informieren, verschob die Mitteilung aber kurzfristig auf Samstag.

Unterdessen werden weitere Probleme bekannt. Auch Reisende am Flughafen mussten offenbar teils deutlich länger als die eigentlich geplanten 48 Stunden auf ihr Testergebnis warten. Dies bestätigt das für die Tests am Airport zuständige Unternehmen Ecolog gegenüber dem "BR". Die Probleme seien demnach auf die digitale Erfassung der getesteten Personen zurückzuführen gewesen und sind mittlerweile behoben, die noch fehlenden Testergebnisse sollen demnach bis spätestens Sonntagabend vorliegen.

+++ Bundesregierung begrüßt schnelle Aufarbeitung der Test-Panne +++

Nach den massiven Verzögerungen bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen an bayerischen Autobahnen hat die Bundesregierung die Aufarbeitung der Probleme begrüßt. Es sei eine schwere Panne passiert, die sehr ernsthaft und bedauerlich sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Daher sei es wichtig, die Information der Betroffenen schnellstmöglich nachzuholen und Fehler zu analysieren, um solche Pannen künftig zu vermeiden.

Das Gesundheitsministerium und die Behörden in Bayern trugen am Freitag weiter die genauen Zahlen und Details zusammen. Die Information der betroffenen Menschen lief auf Hochtouren. Anders als angekündigt will das Gesundheitsministerium aktuelle Zahlen aber nun doch erst an diesem Samstag veröffentlichen - geplant war eigentlich am Freitagnachmittag. "Bis dahin werden weitere Daten abgearbeitet", sagte ein Ministeriumssprecher am Abend auf Anfrage.

+++ Noch mehr Tests auf der Theresienwiese möglich +++

Die Test-Kapazität auf der Theresienwiese wird noch einmal erhöht: Ab Montag sollen pro Tag 1.000 Tests möglich sein. Auch die Zeiten werden wochentags auf 8 Uhr bis 20 Uhr ausgeweitet. 

Erst am Freitag war die Zahl der möglichen Tests von 200 auf 600 pro Tag erhöht worden. Eine Testung auf der Theresienwiese ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Hier finden Sie alle Informationen zu Corona-Tests in München.

+++ Hausärzte warnen vor Grippe-Welle während Corona +++

Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbands, Markus Beier, fürchtet das Zusammenkommen von Corona-Pandemie und Grippewelle. "Wir müssen alles tun, damit wir zu Covid-19 nicht auch noch eine große Grippewelle bekommen", sagte Beier der "Augsburger Allgemeinen".

Laut einer neuen Studie will sich in Pandemie-Zeiten jeder zweite Deutsche gegen Grippe impfen lassen. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" ergab, planen 51,5 Prozent der Deutschen, sich in diesem Jahr gegen die Grippe impfen zu lassen. 41,3 Prozent der Befragten lehnen eine Influenza-Impfung hingegen ab. 

+++ Gesundheitsministerin Huml wird für Pannen bei Corona-Tests verantwortlich gemacht +++

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hätte angesichts der Panne um Corona-Tests an der Grenze zu Bayern nach Ansicht der Politologin Ursula Münch ihren Posten abgeben müssen. "Meines Erachtens hätte Söder sehr viel Anlass gehabt, dass Rücktrittsangebot der Ministerin entgegenzunehmen, weil da im Ressort wirklich vieles schief gelaufen ist und dafür ist eine Ressortchefin verantwortlich", sagte die Direktorin der Akademie für Politische Bildung im oberbayerischen Tutzing dem Bayerischen Rundfunk.

Die Politologin sieht mehrere Gründe, weswegen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) dennoch an Huml festhält. So nehme die Ministerin innerhalb der CSU eine wichtige Rolle als stellvertretende Parteivorsitzende ein. Zudem wäre es problematisch, mitten in der Corona-Krise das Ministeramt neu besetzen zu müssen. Söder hoffe nun, dass der mahnende Blick genüge. "Aber da kann man durchaus Zweifel haben."

+++ Polizei holt im Auftrag des Gesundheitsministeriums Corona-Unterlagen ab +++

Nach der peinlichen Panne mit den Corona-Tests von Reiserückkehrern hat die Polizei, im Auftrag des Gesundheitsministeriums, Unterlagen aus dem Passauer Gesundheitsamt nach München geholt. Das berichtet der BR. Diese Corona-Unterlagen stehen in Zusammenhang mit den Corona-Tests an der Autobahnraststätte Donautal.

In der Landeshauptstadt werden die Dokumente eingescannt und dann digital dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zur Verfügung gestellt. Es handle sich um Datenblätter und Laufzettel, mit denen vorliegende Testergebnisse abgeglichen werden sollten. So könne man genommene Proben an der A3 noch Personen zuordnen und diese über deren Ergebnis informieren, teilte das Ministerium mit. Laut "Passauer Neue Presse" soll es sich um 25.000 Unterlagen handeln.

+++ Bericht: Fast 1.400 positive Ergebnisse an Corona-Teststationen in Bayern +++

Von 107.376 Corona-Tests an bayerischen Teststationen für Reiserückkehrer sind laut Bayerischem Rundfunk (BR) 1389 positiv. Das habe das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitgeteilt, berichtete der BR am Donnerstagabend. Datenstand sei der gestrige Mittwoch.

Demnach haben sich an Autobahnraststätten an der A3, der A8 und der A93 insgesamt 72 104 Menschen auf Corona testen lassen. 1188 Ergebnisse seien positiv gewesen, rund 1,6 Prozent. An den Hauptbahnhöfen in München und Nürnberg seien 44 Menschen positiv getestet worden; von mehr als 6.250 seien dort Abstriche genommen worden.

+++ Auch Claudia Roth von Test-Panne betroffen +++

Von der Übermittlungs-Panne bei den Corona-Tests in Bayern ist nach eigenen Angaben auch Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth betroffen. Sie warte noch heute auf die Ergebnisse ihres Tests vom 2. August, sagte die Grünen-Politikerin der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Am Münchner Flughafen sei sie auf das Coronavirus getestet worden. Nachfragen seien ins Leere gelaufen, die Corona-Hotline sei nie erreichbar gewesen. "Mittlerweile bin ich bei einem Arzt in Augsburg gewesen - innerhalb von 23 Stunden hatte ich mein negatives Testergebnis."

+++ Nach Test-Panne: Etwa 900 Corona-Infizierte haben Ergebnisse +++

Nach der Test-Panne an bayerischen Autobahnen hat das bayerische Gesundheitsministerium die Zahl der positiv Getesteten nach oben korrigiert. Von etwa 1.000 positiven Tests seien 908 informiert worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Donnerstag in München. Es müsse aber noch abgeglichen werden, ob unter den ausstehenden Tests auch Dubletten seien.

Nach dem Debakel an bayerischen Autobahnen hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zweimal ihren Rücktritt angeboten. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag in München, fügte aber hinzu: "Ich habe weiter Vertrauen zu ihr." Huml wolle die "Scharte auswetzen". Söder gestand die Panne ein und bedauerte den Fehler. "Wir können uns dafür auch nur entschuldigen letztlich", sagte er. "Das tut der gesamten Staatsregierung leid, dass diese Fehler passiert sind."

+++ München: Testkapazitäten werden ab Freitag verdreifacht +++

Nachdem am Mittwoch die Panne bei den Corona-Tests für Reiserückkehrer in Bayern bekannt wurde, dass 44.000 Personen, darunter 900 Positive, ihre Testergebnisse bisher nicht erhalten haben, reagiert das Münchner Gesundheitsamt. "Damit wir den Münchnerinnen und Münchnern schnellstmöglich und unbürokratisch Sicherheit geben können, bieten wir allen Reiserückkehrerinnen und Reiserückkehrern mit Wohnsitz in München, die ihr Testergebnis bisher nicht erhalten haben, zusätzlich an, sich auf unserer Teststation auf der Theresienwiese erneut kostenlos testen zu lassen", sagte Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs am Donnerstag.

Dafür werden die Testkapazitäten ab Freitag verdreifacht, man werde "600 Tests pro Tag anbieten" und diese Zahl "im Laufe der nächsten Woche nochmals deutlich erhöhen, sollte die hohe Nachfrage fortbestehen", so Jacobs. Es sei in dieser Krisenzeit unabdingbar, dass die Menschen Vertrauen in die Strukturen haben. Jacobs dankte allen Beteiligten dafür, dass die Testkapazitäten auf der Theresienwiese in kürzester Zeit nochmals deutlich ausgeweitet werden können.

+++ Nach Test-Debakel: Corona-Hotline beim Landesamt unbesetzt +++

Nach dem Debakel um verzögerte Corona-Testergebnisse ist das Bürger-Telefon des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nicht erreichbar. Die Corona-Hotline sei "aus organisatorischen Gründen" nicht besetzt und sei erst wieder am Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar, hieß es am Donnerstagvormittag in einer automatischen Ansage. Das Landesamt ist die erste Stelle in Bayern für Corona-Tests und alle damit zusammenhängenden Fragen.

LGL-Präsident Andreas Zapf und Bayerns Gesundheitsministerium Melanie Huml hatten am Vortag bekanntgegeben, dass 44.000 Reiserückkehrer nach Tests in Bayern noch kein Ergebnis bekommen hätten, darunter 900 nachweislich Infizierte. Letztere sollten bis Donnerstagmittag ihr Ergebnis bekommen. Die Mitarbeiter beim LGL würden die Nacht über arbeiten, um die Testergebnisse zu übermitteln. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gerät in der Angelegenheit zunehmend unter Druck.

+++ Bayernweite Kontrollaktion der Polizei zur Maskenpflicht im ÖPNV +++

Die Bayerische Polizei hat für den heutigen Donnerstag (13. August) verstärkte Kontrollen zur Einhaltung der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen angekündigt. Grund seien die erneut angestiegenen Corona-Fallzahlen, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei vom Mittwoch.

Durch die bayernweite Aktion soll die Bevölkerung unter anderem für die Tragepflicht von Mund-Nase-Bedeckungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sensibilisiert werden. Die Beamten patrouillieren von 7 Uhr bis 22 Uhr in Zügen, Straßenbahnen, Bussen und U-Bahnen. Die Kontrollen erfolgen in Abstimmung mit der Bundespolizei und den Verkehrsverbünden und -betreibern. Lesen Sie hier mehr dazu!

+++ Spahn: Testpanne in Bayern muss schnell behoben werden +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich relativ zurückhaltend über die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern geäußert. "Ministerpräsident Markus Söder hat ja selbst gesagt, das sei sehr ärgerlich. Das ist ohne Zweifel so. Gleichzeitig ist es so, dass in außergewöhnlichen Zeiten auch Fehler passieren", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Entscheidend ist, dass sie transparent gemacht werden und sie dann schnell behoben werden. Und das macht die bayerische Staatsregierung."

Am Mittwochnachmittag hatte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München bekanntgegeben, dass 44.000 Reiserückkehrer nach Tests in Bayern noch kein Ergebnis bekommen hätten, darunter 900 nachweislich Infizierte. Letztere sollten bis Donnerstagmittag Informationen über ihren Befund bekommen.

Grund für die Verzögerungen seien vor allem Probleme bei der händischen Übertragung von Daten und eine unerwartet hohe Nutzung des Angebots, erklärte Andreas Zapf, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) krtiisierte die Behörden. Die bayerischen Hilfsorganisationen seien vom Freistaat beauftragt worden, innerhalb eines Tages fünf Teststationen zu errichten. Dabei hätten sie sich an den Vorgaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und der Gesundheitsämter orientiert. "Da das LGL sich nicht in der Lage gesehen hat, in dieser kurzen Zeit eine entsprechende Software zur Verfügung zu stellen, mussten die Reisenden händisch mit Formularen erfasst werden", hieß es in einer Mitteilung.



+++ Mariä Himmelfahrt: Prozession mit Mundschutz +++

Die Katholiken vor allem im Süden Bayerns begehen an diesem Samstag den traditionsreichen Feiertag Mariä Himmelfahrt. Wegen der Corona-Krise ist in diesem Jahr dabei allerdings einiges anders: So sind im schwäbischen Wallfahrtsort Maria Vesperbild, wo normalerweise Tausende an einer Lichterprozession teilnehmen, nur 500 Teilnehmer erlaubt. "Durch Bodenmarkierungen werden die Abstände klar geregelt", teilt der Wallfahrtsort auf seiner Homepage mit. "Während der Prozession muss Mundschutz getragen werden."

Verzichten wollte der Ort auf die Veranstaltung mit dem Passauer Bischof Stefan Oster aber nicht: "Die "schwäbische Hauptstadt Mariens" möchte gerade in Zeiten der Corona-Pandemie den Menschen durch Gebet und Gottesdienst Mut und Zuversicht schenken. Hat sich doch gerade in Notzeiten Maria immer als eine mächtige Helferin und sichere Zuflucht erwiesen." In Oberbayern und Niederbayern ist der 15. August derzeit überall Feiertag, da dort in allen Gemeinden zum Zeitpunkt des letzten Zensus die Zahl der Katholiken überwog. Auch in der Oberpfalz (96 Prozent der Gemeinden überwiegend katholisch), in Schwaben (95,3 Prozent) sowie in Unterfranken (87,0 Prozent) ist der 15. August für die meisten Bürgerinnen und Bürger frei.

Erzbischof Kardinal Reinhard Marx feiert um 11 Uhr einen Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Maria Eich in Planegg bei München. Wer daran teilnehmen will, muss sich in Pandemie-Zeiten vorher telefonisch anmelden. Die Plätze sind begrenzt.

+++ Zehntausende warten nach Corona-Test in Bayern auf Ergebnis +++

Zehntausende Reiserückkehrer, die sich in Bayern auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen ließen, warten noch immer auf das Ergebnis. Darunter befinden sich auch 900 Personen, die nachweislich positiv getestet wurden. Wie Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in München bekanntgab, wurden etwa 44.000 Befunde noch nicht übermittelt. Die positiv Getesteten sollen ihr Ergebnis nun bis Donnerstagmittag erhalten.

Der Zeitverzug ärgere sie "massiv", sagte Huml, sie bedauere das sehr. Es gebe eine "Übermittlungsproblematik", "da gibt es nichts schönzureden".

+++ Corona-Hotspot in Mamming: Konservenfabrik darf wieder produzieren +++

Die Konservenfabrik in Mamming, wo in den vergangenen Tagen zahlreiche Mitarbeiter positiv auf Corona-Infektionen getestet worden waren, darf wieder produzieren. Das Verwaltungsgericht Regensburg hat einem Eilantrag des Betreibers stattgegeben, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

Die vom Landratsamt Dingolfing-Landau mit Bescheid vom 4. August verfügte Betriebsstillegung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr verhältnismäßig, entschied die 14. Kammer des Verwaltungsgerichtes.

In der Fabrik wurden am 31. Juli 43 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, am 1. August waren von 600 getesteten Mitarbeitern bereits 152 positiv. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass das Virus auch bei 75 weiteren Kontaktpersonen nachgewiesen worden war.

+++ Spahn: Anstieg der Corona-Infektionszahlen besorgniserregend +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht den Anstieg der Corona-Infektionszahlen als Alarmzeichen. "Das ist ohne Zweifel besorgniserregend", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Deutschlandfunk. "Hier sehen wir, dass durch Reiserückkehr, aber eben auch durch Partys aller Art, durch Familienfeiern an ganz vielen Stellen im Land wir eben in fast allen Regionen des Landes kleinere und größere Ausbrüche haben. Und das kann natürlich - wenn wir jetzt nicht alle miteinander aufpassen - eine Dynamik entfalten." Es gelte, "sehr, sehr wachsam" zu sein, weil es nicht mehr nur lokale Ausbrüche seien.

Das Robert Koch-Instituts (RKI) hatte am Mittwochmorgen im Internet mitgeteilt, dass innerhalb eines Tages 1.226 neue Corona-Infektionen gemeldet worden seien. Das ist der höchste Wert seit Anfang Mai. Der Höhepunkt hatte Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen.

Das Gesundheitssystem könne die derzeitigen Infektionszahlen gut bewältigen, sagte Spahn. "Aber es ist besorgniserregend, wenn die Entwicklung bleibt." Denn: "Mit jeder Infektion wird es für die Gesundheitsämter schwieriger."

+++ Nachtestung in Mamming: 75 neue Corona-Fälle +++

Neue Infektionen am Corona-Hotspot Mamming: Wie "BR24" berichtet, sind nach Angaben des Landratsamtes Dingolfing-Landau 75 weitere Mitarbeiter der Konservenfabrik betroffen. Die neuen Fälle seien bei der Nachtestung von insgesamt 300 Kontaktpersonen bekannt geworden, hieß es. Die positiv Getesteten wurden umgehend isoliert. 

Die Konservenfabrik wird am Mittwoch die Produktion wieder aufnehmen: Das Verwaltungsgericht Regensburg hatte einem Antrag der Betriebsleitung stattgegeben und die vorübergehende Schließung aufgehoben, noch bevor ein Prüfbericht vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zum Hygienekonzept vorlag.

+++ Bayern: Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter +++

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml verstärkt die Schutzmaßnahmen für Erntehelfer und Saisonarbeiter mit einer Corona-Testpflicht. "In landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten dürfen ab sofort nur noch Personen beschäftigt werden, die zu Beginn ihrer Tätigkeit einen negativen Corona-Test vorlegen können. Damit wollen wir lokalen Hotspots vorbeugen und die Betriebe vor einer möglichen Schließung schützen", kündigte Huml am Dienstag an. Ziel sei es, dass es gar nicht erst zu Ausbrüchen in Betrieben komme, der Schutz der Bevölkerung habe oberste Priorität.

Die Betriebe müssen die Testpflicht durchsetzen und ihre Erntehelfer/Saisonarbeiter den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden melden. Bis zum Vorliegen eines entsprechenden ärztlichen Zeugnisses sind sie von den übrigen auf dem Betrieb untergebrachten Personen zu trennen. Darüber hinaus sind die Betriebe ab sofort verpflichtet, ihre Saisonarbeitskräfte 14 Tage vor Beschäftigungsbeginn bei der Kreisverwaltungsbehörde mit Name, Unterbringungsort, Art und Dauer der Beschäftigung sowie Kontaktdaten anzumelden. Eine kurzfristigere Anmeldung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Betrieben, die der Anzeige- und Testpflicht nicht nachkommen, drohen bis zu 25.000 Euro Strafe.

+++ Teststation weitet Betrieb aus +++

Die Corona-Teststation an der Theresienwiese weitet ihren Betrieb aus. Aufgrund der hohen Nachfrage wird eine weitere Test-Spur aufgebaut und in Betrieb genommen, sodass ab dann 36 Tests pro Stunde und 1.080 Tests pro Woche durchgeführt werden können.

+++ Aerosolstudie mit BR-Symphonieorchester erwartet Ergebnisse im Herbst +++

Die Ergebnisse einer Studie mit dem Chor und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zur Verbreitung von Aerosolen beim Musizieren und Singen sollen im Herbst vorliegen. Der Freistaat unterstütze das Forschungsprojekt mit 120.000 Euro, so dass die gewonnenen Erkenntnisse nun ausgewertet werden könnten, sagte am Dienstag der Strömungsmechaniker Stefan Kniesburges vom Universitätsklinikum Erlangen, der die Studie gemeinsam mit Matthias Echternach vom LMU Klinikum München durchführt.

Die Forscher wollen herausfinden, wohin sich die Aerosole beim Spielen von Blasinstrumenten und beim Singen verbreiten. Dafür hatten 20 Musiker der BR-Ensembles Rauch aus E-Zigaretten inhaliert, um ihren Atem während des Musizierens sichtbar zu machen. Das Projekt könne wertvolle Erkenntnisse darüber liefern, wie man den Kulturbetrieb weiter hochfahren und gleichzeitig Künstlerinnen und Künstler sowie das Publikum vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen könne, sagte Kunstminister Bernd Sibler (CSU).


Hinweis der Redaktion: Zum Zwecke der Übersichtlichkeit und besserer Ladezeiten unseres Newsblogs haben wir alte Beiträge ab dieser Stelle gelöscht. Der erste Eintrag stammt vom 11. August.

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